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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Für immer losgelassen...


Almnixe
09.09.2013, 21:48
Hallo,

ich habe meine Mama am 10.07.2013 für immer losgelassen. Sie hatte ein kleinzelliges Bronchialkarzinom mit Hirn- und Lebermetastasen. Die Diagnose bekam sie im Mai 2011. 11 Monate nachdem wir meinen Papa verloren haben. Die Ärzte haben damals einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung meiner Mama und dem Tod meines Papas gesehen. Sie sagten, dass sie es schon des öfteren bei Ehepaaren erlebt haben, dass nach dem Tod des einen, bei dem anderen eine Krankheit ausbricht. Natürlich nicht immer Krebs und auch nicht immer direkt einer der aggressivsten...aber so war es eben bei uns. Mama hat 2 Jahre so tapfer und ohne ein klagendes Wort gekämpft. Sie hat sich nie beschwert und ihr Schicksal so angenommen. Am 17.07.2013 war die Beerdigung und am 19.07.2013 haben meine Schwester und ich das Haus abgeschlossen und sind in unsere Wohnungen zurückgekehrt, die ca. 300 km von unserem Elternhaus entfernt liegen. In den letzten Wochen habe ich viel gearbeitet und so wenig wie möglich an die letzte Zeit zuhause gedacht und überhaupt an die letzten 7 Monate, wo es anfing Mama ganz schlecht zu gehen. Wenn mir Bilder in den Kopf kamen, von Situationen, in denen Mama so schwach und hilfos war oder die letzten Tage mit ihr, die besonders schön und intensiv waren, aber auch sooo unendlich traurig, dann habe ich ganz schnell an andere Sachen gedacht, um nur nicht zu sehr darüber nachdenken zu müssen. Ich hatte das Gefühl, wenn ich das tue, dann bricht mein Herz so sehr, dass es nicht mehr zu reparieren ist.
Am Samstag war es dann soweit. Ich musste zu meinem Elternhaus fahren. Nach dem Rechten schauen und auch die Danksagungen abholen, die wir nun bald verschicken wollen. Ich bin alleine gefahren, da meine Schwester aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht mitfahren konnte. Es hatte mich schon die ganze Woche vorher beschäftigt und ich war total unruhig. Die ganze Hinfahrt habe ich dann geweint. Als ich ankam, war es dann doch gar nicht mehr so schlimm. Ich hatte das Gefühl, nach Hause zu kommen. Eigentlich war es sogar ganz schön. Aber es war nichts vorbereitet. Immer wenn ich zu meiner Mama gefahren bin, hatte sie gekocht, mein Zimmer schön gemacht und sich so wahnsinnig gefreut, dass ich da war. Nun war niemand da, der mich empfangen hat. Das war schlimm. Alles war so ruhig. Erst habe ich mich nicht getraut in Mamas Schlafzimmer zu gehen, da meine Schwester und ich fast alles unverändert gelassen haben, als wir nach der Beerdigung abgefahren sind. Aber dann wollte ich doch gern hineingehen. Das war richtig. Ich habe mit ihr geredet und ihr gesagt, wie sehr ich sie vermisse und wie sehr ich sie liebe. Ich habe mich so befreit gefühlt. Es war somit ein gutes Wochenende und gestern wollte ich gar nicht wegfahren.

Jetzt bin ich wieder hier und ich habe das Gefühl, dass mich die Trauer nun mit voller Wucht trifft. Ich vermisse meine Mama gerade ganz, ganz schlimm und ich würde alles dafür geben, mit ihr reden und sie in den Arm nehmen zu können...

Diese verfluchte Krankheit...

Ich konnte die letzten Wochen hier keinen eigenen Thread aufmachen, da ich gar nicht so genau wusste, wovon ich berichten soll. Das tat mir nun sehr gut, auch wenn es vielleicht ein bißchen lang geworden ist.

Es ist einfach so schwer und das Leben ist einfach ein bißchen weniger schön geworden...Sie fehlt...sie fehlen mir beide so sehr...

LG! Tina

Husti
09.09.2013, 22:09
Liebe Tina,

ich schreibe hier nur sehr wenig, und auch das Lesen will ich mir eigentlich "abgewöhnen", da es mich immer wieder runterzieht.

Aber da wir ein sehr ähnliches Schicksal haben, kann ich sehr gut verstehen, wie es Dir geht und wie weh es tut, beide Eltern innerhalb kurzer Zeit zu verlieren. Meine Mum hieß sogar genau so wie Deine.

Auch meine Mama bekam ihre Diagnose nur 10 Monate nach dem Tod meines Papis, und nur 90 Wochen nach dem Tod meines Papis musste ich auch meine Mama beerdigen:-(

Meine Mama hat in 4 Wochen ihren 3. Todestag, aber der Schmerz über den Verlust will nicht weniger werden:-(

Ich fühle mit Dir und wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit. Auch wenn unsere Eltern nicht mehr unter uns sind, so sind sie doch immer ganz fest in unserem Herzen, und somit immer bei uns und unsterblich für uns.

Und vielleicht sind wir ja alle irgendwann an einem anderen Ort wieder vereint.

Auferstehen ist unser Glaube,
Wiedersehen unsere Hoffnung,
Gedenken unsere Liebe.
(Aurelius Augustinus)

Fühl Dich umarmt.

Husti

anna81
09.09.2013, 23:22
Liebe Tina,

meine Mutter ist vor dreieinhalb Wochen gestorben, elf Monate nach meinem Vater (beide an Krebs). Ich mochte bisher auch keinen eigenen Thread aufmachen, finde es schwierig, meine Art der Trauer in Worte zu fassen. Aber wenn ich darf, lese und schreibe ich bei Dir hier mit.

Ich habe schon ein paar Mal gelesen, dass uns die Trauer nur soweit einholt, wie wir sie ertragen können. Das war immer als positiver Hinweis gedacht, aber mir macht das im Moment Angst. Ich habe das Gefühl, das ist noch einiges an Trauer übrig (natürlich, sind ja auch erst drei Wochen), die mich noch einholen wird.

Liebe Grüße fürs Erste und eine hoffentlich erholsame Nacht!

fraunachbarin
10.09.2013, 07:36
liebe tina, liebe anna..
erstmal mein aufrichtiges beileid. es tut mir leid, daß auch ihr eure lieben verloren habt.

liebe tina..
ich bin froh, zu lesen, daß die trauer nun bei dir ausbricht. sie muß raus! und es ist gut, daß du das zu läßt. und du wirst sehen, daß du diese schwere zeit überstehst. wir lernen langsam mit dem verlust umzugehen.
verdrängen und ablenken ist ja schön und zu gegebener zeit gut, aber kein dauerzustand. meine mami hat bald ihren ersten todestag und wenn ich mir das erste jahr ohne sie anschaue, stelle ich fest, daß trauer sooo viele verschiedene phasen hat. ich hab jede intensiv durchlebt und weiß heute, daß es richtig war. ich vermisse sie sehr und ich denke, daran wird sich nie was ändern.
ich wünsche dir ganz viel kraft weiterhin und möchte dich einladen, dir hier alles von der seele zu schreiben. es tut gut :-)
liebe grüße von tine

Tiina
10.09.2013, 13:14
Liebe Tina,
schön, dass Du ein gutes Wochenende im Haus Deiner Mama hattest!
Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Dich jetzt danach die Trauer so richtig überflutet.
Es wird auch wieder besser... das ist ja noch so frisch bei Dir... die furchtbaren Erlebnisse der Krankheitszeit stecken Dir ja auch noch in den Knochen...

Traurige Grüße,
Anja

Gina79
10.09.2013, 16:57
Hallo Tina!
Es ist ein wirklich schmerzlicher Weg den wir gehen müssen aber es tut gut sich hier vieles von der Seele zu schreiben und von so lieben, gleichgesinnten Menschen Rat und Trost zu bekommen.
Das erste Mal ins Haus, ich kann es auch gut nachfühlen dass du davor große Angst hattest.
Es kostet ganz große Überwindung diese Dinge das erste Mal zu machen. Ich muss mir noch immer einen Ruck geben wenn ich in Papas Auto einsteige (jetzt gehört es ja Mama), mir kommt vor es riecht noch immer so sehr nach Papa. Wenn ich drin sitze dann sauge ich diesen Geruch so sehr auf und fühle mich wohl und Papa so sehr nahe aber vorher habe ich immer ein bisschen Bange.
Es ist schön dass du dich im Haus dann wieder wohl gefühlt hast und deine Mama dir Nahe war. Diesen Zustand dass unsere LIeben nicht mehr in der Form bei uns sind wie wir es gewohnt sind, den können wir nicht ändern aber wir können ihnen trotzdem oft ganz nahe sein!
Du sagst es so richtig, "diese verfluchte Krankheit"! Ich muss gestehen, ich bin auch oft immer noch sehr sauer und manchmal ein wenig verbittert warum es solche fiesen Krankheiten überhaupt gibt und warum es das Schicksal mit uns so hart meint. Aber diese WArum-Fragen bringen ja bekanntlich nichts und quälen nur.

Ich drück dich ganz feste! Alles Liebe!

Papa2013
11.09.2013, 16:12
Liebe Tina,

ich weiß wie Du dich fühlst. Ich drücke dich mal ganz feste.
Die sch.. Krankheit. Es ist schlimm das es so Krankheiten gibt und Menschen so sehr leiden müssen.

Mein über alles geliebter Papa hat seinen Kampf gegen den Krebs am 10.08.13 für immer verloren. Er war so tapfer und hat gekämpft wie ein Löwe. Im Februar wurde der Verdacht auf Krebs bestätigt und im August ist er gestorben. Nur zwei Jahre und elf Tage nach meiner Mama. Ich vermisse Beide soooo sehr. Es ist einfach schrecklich und ich kann es immer noch nicht verstehen.

Almnixe
11.09.2013, 20:52
Oh man! Vielen Dank für Eure lieben, anteilnahmsvollen, mutmachenden und tröstenden Worte. Es ist echt jedesmal der Hammer, wie gut das Forum tut.

@Husti: Unsere Mamis heißen Elisabeth. Wenn ich noch ein Kind bekommen sollte und es ist ein Mädchen, dann wird es Elisabeth heißen. Ich fand den Namen immer schon sehr schön. Es tut mir leid, dass auch Du Deine Eltern so kurz hintereinander verlieren musstest. Ich kann verstehen, dass Du nicht mehr so oft im Forum bist. Die Geschichten sind eben leider meist sehr traurig. Aber es gibt eben auch viele Gleichgesinnte, die genau wissen, wie man sich nun fühlt. So wie Du nun bei mir. Danke, dass Du mir geschrieben hast.

@anna81: Liebe Anna, herzliches Beileid zum Tode Deiner Mama und Deines Papas. Es ist ja noch beides ganz frisch. Du weisst, ich weiss wie Du Dich nun fühlst und schicke Dir eine große Umarmung und ich würde mich sehr freuen, wenn Du weiter in meinem Thread schreibst oder auch nur liest. Ich habe ebenso wie Du große Angst, dass mich irgendwann die Trauer überwältigt und ich verrückt werde. Vor allem, weil ich auch das Gefühl habe, noch nicht richtig um meinen Papa getrauert zu haben, weil die Krankheit meiner Mama dann schon kam. Jetzt kommt wahrscheinlich alles gleichzeitig, dass wird nicht einfach, aber wir schaffen das! Das möchten auch unsere Eltern und sie könnten es wohl schwer ertragen, wenn sie uns verzweifeln sehen würden. Ich denke, wir dürfen traurig sein, aber eben nicht aufgeben!...

@Fraunachbarin: Ich denke auch, dass es wichtig ist zu trauern. Welche Phasen waren das denn? Ich habe nicht das Gefühl, dass es Phasen sind, sondern ein ewiger Kampf zwischen sich zusammenreißen, verdrängen und weinen...

@Nina: Ach Nina. Ich habe das Gefühl, dass wir beide in den letzten Monaten so viel zusammen durchgemacht haben. Es tut mir einfach immer gut von Dir zu hören, weil wir, glaube ich, sehr ähnlich in vielen Dingen sind. Ich hoffe sehr, dass wir lernen damit umzugehen. Heute hatte ich wieder eine Situation im Auto. Es kam wie aus dem Nichts. Ein Gedanke und dazu sofort ein Bild von meiner kranken Mama und ich musste sofort weinen. Dieser Schmerz ist so heftig...Drück Dich ganz fest zurück.

@Tina: Du bringst es auf den Punkt. Diese teilweisen ganz schrecklichen und traurigen Erlebnisse während der Krankheit gilt es zu verarbeiten. Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob ich das jemals schaffe. Es ist so verdammt heftig die eigenen Eltern so leiden zu sehen...

@Papa2013: Meine ganz aufrichtige Anteilnahme zum Tode Deines Papas. Er ist ja gerade erst gegangen. Genau einen Monat nach meiner Mama. Auf den Tag genau. Der 10. ist seitdem sehr schwierig für mich.
Nein, verstehen kann man es wirklich nicht, weshalb das Schicksal in einer Familie gleich zweimal so hart zuschlagen muss. Meine Schwester und ich haben auch oft gesagt, dass es so viele Familien gibt, die gar nicht mehr miteinander reden und die leben alle ganz lange. Und wir haben uns alle so gut verstanden und mochten uns alle so sehr...naja...nachdem warum darf man eben nicht fragen, wir bekommen ja eh keine Antwort darauf...ein Spruch auf einer Trauerkarte von meiner Mama war: "Frage nicht nach dem warum und wozu, sonst gibt die Seele niemals Ruh"...wie wahr, aber trotzdem alles sehr unfair...Ich vermisse auch beide so sehr...

Liebe Grüße an Euch und einen schönen Abend! Tina

Tiina
12.09.2013, 14:08
Liebe Tina,
im Moment fühlt es sich nicht so an, aber Du wirst es schaffen, diese Erlebnisse zu verarbeiten! Einige Monate nach dem Tod meiner Mami habe ich immer wieder Träume gehabt, in denen meine Mami krank war, im Krankenhaus war und ich nicht helfen konnte... Ich hatte in der Zeit das Gefühl, dass die Erlebnisse mich gebrochen haben.
Jetzt sehe ich das anders - es gibt immer nochmal Erinnerungen an die furchtbaren Erlebnisse, ich muss auch immer noch manchmal weinen, wenn ich daran denke, wie meine arme Mami leiden musste, aber es ist nicht mehr so bestimmend, ich habe auch diese Träume seit langer Zeit nicht mehr.

Auch bei Dir wird das besser werden. Du hast so viel Kraft bewiesen in dieser schweren Zeit - diese Kraft wird Dir auch jetzt helfen, das zu verarbeiten.

Alles Liebe,
Anja

Mina2486
13.09.2013, 18:32
Hallo ihr Lieben,

ich möchte mich jetzt auch mal zu Wort melden. War lange nicht hier, weil es weh tut hier so vieles trauriges zu lesen.
Meine Mama ist am 23.3.13 gestorben. Sie hatte Lungenkrebs. Die Diagnose kam Mitte Okt'13 und nach 5 Monaten Kampf ist sie für immer eingeschlafen.
Ich weiß nicht in welcher Trauer-Phase ich mich grade befinde. Meine Mama war für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben, sie fehlt mir jeden Tag so schrecklich.
@Anja: ich hab seit Tagen auch diese Träume, das meine Mama im KH ist und ich ihr nicht helfen kann.
Es tut einfach so weh, jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, kommen mir wieder die Tränen.
Ich kann mir ein Leben ohne meine Mama nicht vorstellen und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll und ob es mit der Trauer weniger wird, wie jeder sagt weiß ich auch nicht.
Jeden morgen wach ich auf, mit dem Gedanke das alles nur ein Traum war, aber leider holt einen die Realität schnell wieder ein.

Unsere Eltern wollen nicht das wir traurig sind, sie wollen das wir glücklich sind und weiter leben.
Aber es ist so schwer. Wie soll man denn glücklich sein, wenn man einen geliebten Menschen veroren hat?!

Liebe Grüße
Mandy

Almnixe
16.09.2013, 21:08
@Mina: Liebe Mina, es tut mir leid, dass auch Du Deine Mama an diese schreckliche Krankheit verlieren musstest. Ich kenne auch das Gefühl, wenn man morgens aufwacht, ein wenig erholt vom Schlaf und bereit für den Tag und plötzlich fällt einem wieder ein, dass der Tag gar nciht gut werden kann, weil da jemand fehlt und plötzlich ist die ganze Kraft wieder weg. Es gibt einfach keinen Trost und die Zeit heilt auch keine Wunden, aber wir fangen irgendwann damit an die Lücke in unser Leben zu integrieren und dann wird es ein bißchen besser. Bei dem einen geht es schneller, bei dem anderen eben etwas langsamer. Aber das erste Jahr ist das schlimmste, da Du alles das erstemal ohne die geliebte Person tust. Ich schicke Dir eine dicke Umarmung. Du wirst das schaffen und irgendwann wirst auch Du wieder lachen können. Ganz bestimmt!

@Anja: Liebe Anja, ich habe ja bisher nur einmal von meiner Mama geträumt. Da haben wir zusammen gegessen und es war sehr schön. Wie immer. Bei meinem Papa war es genauso, Ich habe nur einmal von ihm geträumt und da ist er zu mir gekommen und hat mich ganz fest umarmt. Ich bin damals erschrocken aufgewacht und ich habe seine Umarmung noch richtig gespürt....Ich habe mehr so eine Art von Tagträumen. Ich bin plötzlich in einer Situation und spüre diese ganz deutlich. Mit allen Höhen und Tiefen. Manchmal ist Mama glücklich und lacht und manchmal sehr krank. Wenn ich sie krank spüre, dann bin ich von einer Sekunde auf die andere tieftraurig. Das ist vielleicht meine Art der Verarbeitung. GLG!

Liebe Mami, ich vermisse Dich so sehr. Jeden Tag und dann eigentlich auch ständig und andauernd. Ich würde sooooo gerne mit Dir reden und Dir alles erzählen. Eben so wie immer. Ich würde Dich auch so gern in den Arm nehmen.
Mami ich fahre am Samstag in den Urlaub. Ich freue mich einerseits, aber andererseits weiss ich gar nicht, ob ich schon soweit bin. Ich bin eben immer noch so traurig und weiss gar nicht, ob ich 7 Tage am Stück so tun kann als würde es mir gutgehen. Schade, dass Du nicht mitkommen kannst. Ich habe Dich lieb Mama und Dich auch Papa. Wärt ihr nur da...

papillon0110
17.09.2013, 12:14
Grüß Dich liebe Tina,
hab grad entdeckt, dass Du einen Thread eröffnet hast. Mama fehlt mir auch sehr und es fällt nicht so ganz leicht, im Alltag wieder Fuß zu fassen, aber ich rappel mich immer wieder auf und lass auch die Trauer zu, die einen von einen Moment auf den andres überfällt. Vergangene Woche hatte ich einen ganz schweren Tag, hatte schon nachts gar nicht geschlafen und hab mich dann krankgemeldet und blieb den ganzen Tag zu Haus. Es tat aber gut mal wieder alles rauszulassen, hab geheult und fühlte mich dann abends besser und dann ging es auch wieder.
Ich glaub diese Tage werden desöfteren kommen. Soll ja auch so sein. Es ist ja nicht nur der schmerzliche Verlust unserer Mütter, bzw. Eltern, sondern auch die intensive Zeit, die wir mit Ihnen während ihrer Krankheit erlebt haben. Das ganze Paket muss verarbeitet werden, aber glaub mir Tina, wir haben diese Kraft. Wir sind weit über unsere Grenzen hinausgewachsen, haben alles und noch viel mehr gegeben und daraus lässt sich die Stärke und Kraft schöpfen. Ich rede auch mit Mama, sag ihr jeden Morgen auf ihr Bild schauend Guten Morgen Mutschki und abends Gute Nacht. Zwischendurch gibts auch viele "Gespräche". Ich hab mir einen Schal von Mama geholt, den sie so gerne anhatte, denn sie wollte,obwohl sie ja nur noch lag monatelang, immer schick aussehen und der riecht so wundervoll nach ihr. Hab ihn in meinem Bett liegen und abends "schnüffel" :) ich immer an ihm und obwohl ich schon weit über die 40 bin, bin ich in diesem Moment wie ein kleines Kind und ich freu mich über mein Kleinmädchenverhalten:augendreh und ich weiß Mama schmunzelt bestimmt !!!
Ist doch toll dass Du in Urlaub fährst. Meine Schwester ist auch für zwei Wochen mal weg mit ihrem Mann und hatte ein schlechtes Gewissen. Unsinn, wir brauchen auch mal etwas Abstand von allem und freu Dich auf schöne mal unbeschwerte Tage. Ich fahr mit meinem Sohn im Oktober für eine Woche weg und ich freu mich auch schon darauf.
Tina, lass es Dir gutgehen im Urlaub und lass mal die Seele baumeln und Du wirst sehen, es wird schon wieder.
Lass von Dir "lesen"
und ich drück Dich fest
Yv.

Gina79
17.09.2013, 20:00
Hallo Tina!
Diese Art von Tagträumen kenne ich auch. Ich bin ganz plötzlich in einer vergangenen Situation so richtig drin als ob alles in dem Moment wirklich wieder passiert. Und genauso wie du auch schreibst, wenn ich Papa krank verspüre dann bin ich von einer Sekunde auf die andere ganz traurig und muss auch weinen. Meistens habe ich solche "Tagträume" wenn ich alleine bin, vor allem wieder beim Auto fahren. Aber das Schöne daran ist dass unsere Lieben da plötzlich für eine kurze Zeit wieder so nah sind. Leider nur für eine kurze Zeit, dann realisiert man erst dass alles nur geträumt ist.

Wie schön dass du auf Urlaub fährst, ich gönne es dir so sehr!;) Ich wünsche dir von Herzen dass du ein bisschen zur Ruhe kommst und auch mal für dich etwas tun kannst! Du wirst sehen, deine Mama und dein Papa sind mit dabei und helfen dir dabei!
Ich habe es mir vor dem Urlaub auch nicht wirklich vorstellen können dass ich jetzt ausspannen soll und "schöne und nette Dinge" machen soll wenn ich doch noch so traurig bin und so viel an Papa denke. Aber es ist gut gegangen und ich habe mich erholen können. Papa war mit dabei. Natürlich habe ich auch im Urlaub oft an ihn denken müssen und sehr oft von ihm gesprochen. Ich habe mir auch vorgestellt wie es ihm hier gefallen würde. Es hat natürlich schon öfters weh getan, gerade wenn ich Situationen erlebt habe die er auch so gerne hatte aber er war einfach immer bei mir, immer in meinem Herzen.
Ich glaube es wird dir gut tun!

Ja, wären sie nur noch da unsere Lieben,...!

Halt die Ohren steif, drück dich!

Tiina
18.09.2013, 07:34
Liebe Tina,
im ersten Jahr war ich immer wieder ganz intensiv in der Krankheitszeit, wusste immer genau, was vor einem Jahr anstand, habe die Situation nochmal durchlebt, habe wieder mitgelitten, mich auch an schöne Situationen erinnert. Ich denke auch, dass das ein Stück Verarbeitung ist.

Ich erinnere noch, dass wir 3 Monate nach dem Tod meiner Mami für ein verlängertes Wochenende weggefahren sind. Wir hatten gerade die Auflösung der Wohnung hinter uns und mir war eigentlich nur nach Heulen. Ich habe im Auto krampfhaft aus dem Fenster gesehen, damit mein Mann nicht sieht, wie die Tränen laufen - es war doch sein Geburtstag und ich wollte ihm den nicht verderben. Dort habe ich auch dauernd an meine Mami gedacht, das Hotel hätte ihr gefallen, ich habe es so vermisst, ihr davon zu erzählen, ich hatte keine Lust, Fotos zu machen - wem sollte ich sie zeigen. Aber ich habe die Zeit trotzdem genossen! Es hatte auch etwas von "Das Leben geht weiter und es kann auch neue schöne Dinge geben".
Ich wünsche Dir auf jeden Fall einen schönen Urlaub! Musst Du denn die ganze Zeit so tun, als ob es Dir gutgeht? Vielleicht kannst Du auch mal alleine einen Spaziergang machen, um ungestört zu weinen...

Alles Liebe,
Anja

Almnixe
20.09.2013, 22:47
Hallo meine Lieben,

morgen ist es also soweit. Ich fahre in den Urlaub nach Ibiza:). Jetzt freue ich mich auch, aber auf irgendwie andere Weise als noch letztes Jahr, als Mama noch lebte. Ich fahre mit einer Freundin, die wirklich die ganze Zeit über ganz toll war und auch weiss, dass ich zwischendurch vielleicht mal sehr traurige Momente haben werde.

Heute habe ich nochmal den Moment erlebt, als Mama mich fragte, ob sie eine Rabenmama ist, wenn sie nun keine Kraft mehr für den Kampf hat. Ich musste so weinen, weil Mama niemals und schon gar nicht während der Krankheit, eine Rabenmama war und immer nur für uns da war und alles für uns getan hat. Sie hat auch nur für uns so sehr gekämpft. Ich weiss noch, als sie die Diagnose bekam, war das erste was sie sagte, dass sie auf gar keinen Fall sterben darf, weil sie uns so kurz nach dem Tod von unserem Papa nicht alleine lassen kann..... Ich vermisse sie so und würde ihr so gerne nochmal sagen, was für eine tolle Mama sie war.

@Yvonne: Ich habe auch immer noch ein T-Shirt von Mama in meinem Bett liegen. Das hatte sie einen Tag bevor sie gehen musste an. Es riecht so sehr nach ihr. Wie geht es Deinem Papa? Drück Dich und bis bald!

@Nina: Du hast recht. In diesen Momenten sind uns unsere Lieben sehr nah. Es schmerzt sehr, aber der Schmerz lässt uns auch spüren...Drück Dich!

@Anja:Ich weiss genau, dass es mir ähnlich gehen wird. Ich werde bestimmt auch oft denken, dass Mama das auch gut gefallen hätte. Wir waren seit Papas Tod auch ganz oft zusammen im Urlaub, deshalb werde ich sie wohl schon sehr vermissen. Ich weiss auch, dass sie sooo gerne dabei wäre.

Ich bin dann mal weg!

LG! Tina

Gina79
21.09.2013, 16:48
Liebe Tina! Lass es dir gut gehen und genieße die Urlaubstage! Schön, dass du dich jetzt schon ein bisschen darauf freuen kannst auch wenn es nicht die selbe Freude ist wie früher. Unser Leben hat sich eben verändert, wir sind mit einem Schlag "erwachsen" geworden (hat jetzt nichts mit dem Alter zu tun), haben das Leben einschließlich dem Tod kennengelernt. Diese Leichtigkeit im Leben ist verloren gegangen, ich bin zum Beispiel viel ernster geworden. Aber auch die Freude auf etwas wird langsam wieder zurückkommen!

Ich würde meinem Papa auch noch so gerne soooo viele Dinge sagen! Aber ich erzähle ihm jetzt auch ganz viel und sag ihm Dinge die ich leider vorher nicht mehr sagen konnte. Unsere Eltern sind echte Kämpfer die alles dafür gegeben haben dass sie uns schützen!

Irgendwie glaube ich schon dass unsere Zeit die wir hier leben und der Zeitpunkt wann wir gehen müssen von vornherein vorbestimmt sind. Und mich tröstet dass wir alle mal gehen müssen, keiner von uns bleibt hier!

So, Schluss jetzt, ich könnte schon wieder Romane schreiben! Ich wünsche dir schöne Tage und dass du dich erholen und entspannen kannst!
Komm heil wieder heim! Alles Liebe:winke:

Almnixe
29.09.2013, 19:35
Ihr Lieben, ich bin wieder da. Die Tage taten gut, ich habe total viel erlebt und gesehen und ich kann nur sagen, dass Ibiza supercool ist!;)

Aber ehrlich gesagt musste ich schon ziemlich oft an Mama denken. An unsere letzten gemeinsamen Urlaube und wie schön es immer war. Am meisten hat mich gequält, dass ich ihr nichts von dem, was ich erlebt habe, erzählen kann. Ich habe mich auf dem Rückweg ganz oft dabei erwischt, wie ich darüber nachdachte, dass Mama nun eigentlich auf meinen Anruf warten würde, um zu hören, dass ich wieder gut gelandet bin. Ich hatte echt überlegt, ob ich einfach trotzdem zuhause anrufen soll. Das erschien mir dann aber doch ein bißchen zu verrückt...Ich musste in der Woche auch gar nicht weinen (vielleicht einmal ganz kurz am Strand, als gerade mal nichts los war) und muss aber heute schon den ganzen Tag weinen, als hätte sich etwas aufgestaut...vielleicht trifft einen aber auch nur die Realität ganz hart, wenn man nicht zum Telefonhörer greifen kann und der Mama sagen kann, dass der Urlaub super war und alles gut geklappt hat und ihr einfach ein bißchen davon erzählen kann.

Heute bin ich wirklich unendlich traurig...

LG! Tina

PS:Mami ich hab Dich so lieb und ich vermisse Dich ganz schlimm!

monika100
29.09.2013, 19:59
Liebe Tina,

du hast es halt im Urlaub ganz gut geschafft dich abzulenken.
Und hier hat dich die Realität wieder total eingeholt, kann ich mir vorstellen, dass du heute besonders traurig bist.

Mir geht es manchmal heute noch so, mein Vater ist 10 Jahre tot und ich vermisse ihn immer noch.
Aber der Schmerz wird anders, erträglicher, irgendwie zum Leben dazu gehörend, genauso wie die schönen Erinnerungen dazu gehören.

Kopf hoch,
Monika

Tiina
30.09.2013, 14:22
Liebe Tina,
das kann ich so gut nachvollziehen, wie es Dir fehlt, Deiner Mama von dem Urlaub zu erzählen!! Das erging mir ganz genauso.
Aber schön, dass Du den Urlaub trotzdem genießen konntest, dass Du viel erlebt hast.

Jetzt ist wieder die Zeit für mehr Tränen...

Liebe Grüße,
Anja

Gina79
30.09.2013, 16:43
Hallo Tina! Mir ist es nach dem Urlaub genauso ergangen wie dir! Ich denke das geht jedem gleich! Wir vermissen unsere Lieben halt so sehr und wir würden alles dafür geben dass sie noch bei uns wären und ihnen noch viel erzählen könnten!

Das mit dem Anrufen zuhause weiß ich nicht ob dir das gut tun würde!? Wir haben ja Papa sein Handy (natürlich ohne Akku) ins Grab mitgegeben weil er es so gerne hatte und so stolz auf sein Smartphone war. Ich habe dann öfters noch seine Nummer angerufen und probiert aber es ist mir nachher nicht gut gegangen. Ich habe auch vor kurzem seine Nummer aus meinem Handy gelöscht! Es tat weh aber ich denke es ist für mich gut so! Jeder Mensch ist da anders, da kann man glaube ich keine Ratschläge geben!

Ich freue mich dass dir der Urlaub trotz allem gut getan hat und du dich ein bisschen ablenken konntest!

Wie Monika schon schrieb, die Realität holt einem dann halt spätestens daheim wieder ein! Im Urlaub versucht man viel zu verdrängen und sich abzulenken. Für mich war das "Heimkommen" dann auch eher wieder ein "Ankommen in der Leere", ich fühlte mich anfangs auch ganz schlecht und traurig, hatte mich aber dann irgendwie wieder dran gewöhnt und der Alltag hatte mich wieder!

Aber es freut mich auch dass du wieder da bist und wieder schreibst!

Alles Liebe

PS: Du bist ein starkes Mädel!!!!!!!!!!!!!

Almnixe
30.09.2013, 21:54
Liebe Monika, liebe Anja und liebe Nina,

uns geht es allen gleich, nicht wahr? Ihr kennt diese Tiefs auch sehr gut und ich bin froh, dass ich das mit Euch teilen kann.

Ich fühle mich gerade so alleine. Ich weiss, ich habe noch meine Schwester, die auch jederzeit für mich da wäre, aber sie ist gerade so beschäftigt mit ihrer eigenen kleinen Familie und Julius, der bald auf die Welt kommen wird. Meine Schwester hat mal zu mir gesagt, dass es vor Mamas Tod für sie schwerer ist, weil sie ihre eigene Familie und die Krankheit von Mama unter einen Hut bringen muss, aber nach Mamas Tod würde es schwerer für mich, da ich niemanden habe, der mich ablenkt. Darüber hat sie sich große Sorgen gemacht...

Gerade habe ich ganz laut geschimpft und geflucht auf diese verdammte Krankheit. Sie ist auch so grausam und verbreitet soviel Leid...ich bin so wütend und sauer!!! Das finde ich gerade besser als traurig zu sein und mich selber zu bemitleiden...es hilft ja alles nix. Das Leben ist eben endlich...

Meine Schwester hat mir heute erzählt, dass ein guter Freund von ihnen, auch an Krebs erkrankt ist. Ich kenne ihn auch und wir haben mit ihm, seinem Lebensgefährten und unserer Mama die letzten zwei Sylverster verbracht. Sie waren beide ganz wunderbar während Mamas Krankheit und auch danach noch. Die Nachricht hat mich sehr schockiert und diese Angst ist sofort wieder da....das drückt wahrscheinlich noch mehr meine Stimmung.

Morgen gehts bestimmt wieder. Es tut so gut, sich hier mal kurz alles von der Seele zu schreiben.

LG! Tina

Gina79
01.10.2013, 20:23
Hallo Tina! Bei uns ist auch, gleich nach Papas Tod eine liebe Bekannte, die uns so oft unterstützt hat, an Krebs erkrankt. Auch schon weit fortgeschritten und inoperabel. Bei mir ist auch sofort wieder diese Angst hochgekommen, dieses Ausgeliefertsein und diese Hilflosigkeit gegen diese fiese Krankheit wo wir noch immer nicht wirklich und genau wissen woher sie kommt und wie man sie in den Griff bekommt. Diese liebe Bekannte trinkt keinen Alkohol, hat niemals geraucht und ernährt sich sehr sehr gesund und bewegt sich viel! Sie macht eigentlich alles richtig aber es hat auch sie erwischt! Ich frage mich schon manchmal mit welchem "Monster" wir es zu tun haben und ich finde es wird immer schlimmer und diese Krankheit verbreitet sich immer mehr!
Wir fliegen auf den Mond, haben die tollsten technischen Geräte, sind medizinisch wirklich schon sehr gut drauf aber gegen diese fiese Krankheit sind wir oftmals machtlos!
Sicherlich, Rauchen ist ein großer Faktor aber nicht jeder Raucher erkrankt daran und auch Nichtraucher erkranken an Krebs!? Ich muss einfach immer wieder darüber nachdenken und gerade wenn wieder ein lieber Mensch daran erkrankt und diesen fiesen Kampf aufnehmen muss!

Ich habe auch gerade keine so guten Tage! Bei uns wird im Moment alles kaputt! Angefangen vom Rasenmäher über den Rasenmähertraktor, Mamas Auto und jetzt seit gestern noch die Heizung!
Heute ist schon der Heizungstechniker gekommen und er kommt morgen wieder! Mama und ich, wir zwei Mädels kämpfen uns durch aber es sind immer wieder schlaflose Nächte und Aufregungen!
Das sind alles Dinge die Papa immer erledigt hat, er hat repariert oder er hat zumindest jemanden gewusst der es reparieren kann!
Wir haben eh ganz liebe Menschen um uns die uns zur Seite stehen aber man muss halt immer wieder fragen und bitten und warten und wenns gar nicht wird dann reparieren lassen und viel bezahlen! Aber daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen!

ICh hoffe dir gehts morgen auch wieder besser! Morgen soll ja die Sonne wieder ein bisschen durchkommen, vielleicht auch in unser Herzchen! Alles Liebe und erholsamen Schlaf!

Almnixe
10.10.2013, 22:54
Liebe Mama,

heute sind es ganze drei Monate, seit wir dich loslassen mussten. Ich denke jeden Tag an Dich. Mami weißt Du noch als Du mich gefragt hast ob wir Dich nicht loslassen können und ich ganz fest gesagt habe "doch" und Du mich zweifelnd angeschaut hast und ich dann zugeben musste, dass wir das eigentlich doch nicht können? Da habe ich Dir gesagt, dass ich Dich einfach ganz, ganz schrecklich vermissen werde. Und Du hast gesagt, dass Du mich auch sehr vermissen wirst. Mami es ist so. Ich vermisse Dich so ganz, ganz schrecklich. Tust Du das auch?

Ich hab Dich und Papa sehr lieb!

Eure Tochter.


@Nina: Liebe Nina, ich hoffe es geht Dir inzwischen wieder etwas besser, Der 3. Oktober ist bei uns ja ein Feiertag und ich war ein paar Tage in der Heimat, um mal wieder nach dem Rechten zu schauen. Ich kann Euch gut verstehen. Mir ist zuhause auch einiges zu viel und ich möchte eigentlich nur da sein und die Zeit genießen und nahe bei meinen Eltern sein, aber es muss doch so viel gemacht werden. Ich bewundere meine Mama sehr dafür, wie sie das in der Zeit ohne meinen Papa und trotz schwerer Krankheit alles so gut geschafft hat.
Über die Krankheit an sich muss ich auch immer viel nachdenken. Gerade die Krankheit unserer Lieben ist einfach so heftig. Auch das es seit Jahren keine neuen ERkenntisse und Medikamente dazu gibt. Das ist schon verrückt und ich finds auch unfair. Nach wie vor. Ich bin froh, wenn es mal irgendwann soweit sein sollte und es gibt ein wirksames Mittel dagegen. Gleichzeitig werde ich wohl unendlich traurig sein, dass es unseren Lieben nichts mehr nutzen wird...

Drück Dich! Tina

Tiina
11.10.2013, 15:21
Liebe Tina,
3 Monate ist es schon her...
Diese ganzen Dinge, die zu erledigen sind, fand ich auch sehr belastend... Und ich kann mir gut vorstellen, dass da auch sehr viele Erinnerungen hochkommen - gerade weil Du ja sonst nicht dort wohnst.

Ach liebe Tina, ich umarme Dich mal virtuell! :knuddel:
Traurige Grüße,
Anja

Gina79
11.10.2013, 19:35
Hallo Tina! Danke, mir geht es jetzt halbwegs gut! Wir haben wieder alles so halbwegs im Griff, der Fernseher, den Papa vor Weihnachten noch gekauft hat spinnt ein bisschen aber das werden wir auch noch hinkriegen! Ansonsten haben wir alles eingewintert und viel geschafft! Gerade bei diesen Arbeiten, die ja Papa immer erledigt hat, kommen die Erinnerungen und natürlich auch die Traurigkeit. Aber wir haben, denke ich, alles in Papas Sinne gemacht und er ist sicher stolz auf uns!
Ich kann dich gut verstehen, gerade wenn du nicht immer in der Heimat bist, tut es dann noch mehr weh weil es ja so selten ist. Wohnt im Moment niemand in diesem Haus?

Ja, ich hoffe auch, dass diese furchtbare Krankheit irgendwann gut erforscht ist und wir wissen wo sie herkommt und wie wir sie bekämpfen können. Sicherlich, unsere Lieben haben es nicht mehr geschafft weil die Krankheit zu mächtig war, aber ich freue mich trotzdem über jeden Menschen der diesen Kampf gewinnt!

Ich wünsche dir ein ganz schönes Wochenende und viel ERholung! Liebe Grüße

Almnixe
14.10.2013, 21:20
Hallo Ihr Lieben,

es ist tatsächlich schon drei Monate her, dass Mami gehen musste. Es kommt vor wie eine Ewigkeit...ich werde in zwei Wochen wieder nach Hause fahren und das Haus für die Winterzeit vorbereiten. Ich weiß noch gar nicht so genau, worauf ich alles achten muss, aber irgendwie glaube ich, dass es mir einfällt, wenn ich da bin. Das Haus steht gerade leer. Einmal im Monat kommt Mamis Putzfrau und entstaubt und lüftet. Der Gärtner kümmert sich nun um den Garten und macht ihn winterfest und ansonsten passen alle Nachbarn gut auf. Und ich bin ja auch einmal im Monat da...alles nicht so einfach. Wenn Mami jetzt noch da wäre, dann müssten wir uns diese ganzen Gedanken nicht machen und hätten auch noch ein richtiges zuhause...

Ich saß gerade auf dem Fahrrad auf dem Weg nach Hause und wie aus dem Nichts ist wieder so ein Gedanke angeschossen gekommen und ich habe überlegt, ob Mami wohl große Angst hatte. Ich glaube die letzten zwei Wochen hatte sie keine Angst mehr. Aber davor, als sie noch so voller Hoffnung war und auch nicht gehen wollte...das macht mich gerade so traurig und ich frage mich, ob wir wirklich genug für sie da waren und ihr ein wenig Schutz und Ruhe geben konnten.

Beim Lesen in den anderen Threads ist mir aufgefallen, dass LK schon eine der überwiegenden Todesursachen ist. Wie sehr ich diese Krankheit hasse...

LG! Tina

Gina79
15.10.2013, 19:23
Hallo Tina! Ja, mir ist es auch aufgefallen dass LK eine der überwiegenden Todesursachen ist! Es ist halt, mit ein paar anderen Krebsarten auch eine der aggressivsten Krebsarten und so heimtückisch weil es ja oft schon zu spät ist wenn man es erkennt. Bei meinem Dad war es ja auch schon sehr spät als wir die Krankheit dann wirklich erkannt hatten. Aber unsere Eltern hatten ja wirklich die aggressivste Tumorart "erwischt"!
Ich kann dich sehr gut verstehen dass bei dir schön langsam auch diese Gedanken "ob du wohl genug für deine Mum getan hast und ob sie Angst hatte " kommen. Als der erste Schock und die vielen Erledigungen vorbei waren sind diese Gedanken auch gekommen. Und ich habe sie noch immer! Gerade gestern habe ich wieder daran denken müssen warum ich bei Papa die Marmorierung an den Beinen nicht sehen oder nicht deuten wollte und warum es mir niemand gesagt hat.
Ich glaube dass auch unsere Lieben, genauso wie wir einen Schock hatten und das alles in dem ganzen Ausmaß wie es wirklich war gar nicht wahrgenommen haben.

Gestern, als ich diese Gedanken wieder hatte, bin ich zu Papa ans Grab und habe ihm von meinen Gedanken erzählt. Irgendwie spürte ich in mir oder hörte ich ihn sagen dass es alles genau so gut war wie es eben war. Es war alles richtig und gut! Ich denke diese Vorwürfe werden uns noch länger beschäftigen und immer wieder mal in unserem Kopf auftauchen aber ganz tief drinnen weiß ich doch dass wir für unsere Lieben ALLES was zu diesem Zeitpunkt in unserer Macht stand, gemacht haben!

Schön, dass die Nachbarn das Haus ein bisschen bewachen! Ich hoffe sie stehen dir auch ein bisschen zur Seite wenn du Hilfe brauchst im Haus!?? Wir haben auch ganz liebe Nachbarn die wir jederzeit um Rat fragen können.
Möchtest du wieder in das Haus einziehen?

Ach Tina, die Jahreszeit trägt auch nicht unbedingt zu einer besseren Stimmung bei aber versuche trotzdem so viel Kraft wie möglich zu tanken und denk daran, wir kämpfen uns durch!

PS: Ich hasse diese Krankheit auch!

Alles Liebe und schönen erholsamen Abend!

Almnixe
15.10.2013, 21:55
Hey Nina,

das stimmt. Wir standen alle unter Schock und man konnte gar nicht richtig fassen, was da gerade passiert. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt habe ich den Gedanken, dass Mama tatsächlich sterben könnte, auch gar nicht zuende gedacht. Mama bestimmt auch nicht. Aber wie auch? Dann würde man ja alle Hoffnung verlieren, die in diesem Moment so wichtig ist, damit man überhaupt weiter machen kann. Das ist bestimmt auch eine Art von Schutzfunktion, die man sich zulegt, um in dieser Zeit stark zu sein.
Diese quälenden Gedanken sind wirklich schlimm. Früher, wenn man dachte man hätte etwas falsch gemacht, konnte man zu unseren Lieben gehen und sie haben einen in den Arm genommen und gesagt, dass alles gut ist. Es ist schön, dass Du Deinen Papa gespürt hast und er dir vermitteln konnte, dass alles richtig und gut war. Als ich das gelesen habe, ist mir wieder eingefallen, dass Mama noch zuletzt zu mir sagte, dass sie es nicht besser haben könnte, da wir immer bei ihr sind in dieser schweren Zeit....

Ich denke schon, dass mir die Nachbarn helfen werden, wenn ich sie darum bitte. Die Nachbarschaft ist eine gute Gemeinschaft und alle sind super hilfsbereit. Und ein paar Freunde von mir wohnen auch noch dort unten...

Ach Nina. Wir kämpfen uns durch. Das stimmt. Meine Schwester ist heute ins KH gekommen, da sie ganz schlechte Leberwerte hat und das Baby nun eventuell schnell geholt werden muss. Sie hat mir erzählt, dass sie zuhause irgendeine Tasche gegriffen hat, um diese zu packen. Im KH hat sie dann die letzte Geburtstagskarte von meiner Mami an sie darin gefunden...Wir denken, dass Mami ihr ein Zeichen geschickt hat, dass sie nun bei ihr ist...

LG und drück Dich! Tina

monika100
15.10.2013, 22:07
Hallo Tina,

alles Gute für deine Schwester.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass eure Mutter ihr da ein kleines Zeichen geschickt hat. Das wird ihr sicher Kraft geben.
In der wievielten Woche ist sie denn?

LG Monika

Almnixe
16.10.2013, 19:37
Liebe Monika,

danke! Meine Schwester ist ab morgen in der 38. Schwangerschaftswoche. Also kein Frühchen mehr. Die Leberwerte haben sich über den Tag verschlechtert und die Geburt wurde vor ca. 1 Stunde eingeleitet. Nun bekommt sie alle 4 Stunden eine Tablette. Es kann jetzt zwischen 12 Stunden und 5 Tagen dauern, bis das Baby kommt...Meine Schwester hat mir gerade gechrieben, dass heute auch in Jonathans (1.Kind meiner Schwester) Zimmer ein Kärtchen von meiner Mama lag, dass sie einmal geschrieben hat. Mein Schwager konnte sich nicht erklären woher es kam...Mami ist ganz bestimmt da und kümmert sich um meine Schwester und Jonathan.

Als mir meine Schwester sagte, dass die Geburt nun eingeleitet wird, habe ich mich total gefreut, weil Julius nun bald bei uns ist. Dann musste ich sofort an meine Mami denken, die so gerne dabei gewesen wäre. In ihren letzten Tagen, als sie auch schon ein wenig verwirrt war, hat sie immer wieder von Julius gesprochen. Das hat sie sehr beschäftigt und sie wollte immer auf meine Schwester aufpassen und hat auch oft gefragt, ob Julius nun schon da sei. Ich bin seit 1 Stunde so dermaßen durch den Wind und kann eigentlich gar nicht aufhören zu weinen...meine Schwester ist auch sooo traurig und gleichzeitig freuen wir uns natürlich so sehr...Es ist gerade ein ganz schlimmes Gefühlschaos...

Gina79
16.10.2013, 19:50
Liebe Tina! Ich kann mir gut vorstellen in welchem Gefühlschaos ihr jetzt steckt und ich glaube auch dass das ein Zeichen von deiner Mama ist! Sie ist sicher bei euch und passt auf deine Schwester und auf den Kleinen auf! Sie ist bei euch! Es ist schön dass ihr solche Zeichen erhaltet und auch seht! Deine Mum kann sich ja nur so euch mitteilen! Es ist schön! Aber ich weiß natürlich auch dass da die Traurigkeit gleichermaßen in euch auftaucht! Drück dich!
Alles Gute für deine Schwester! Liebe Grüße

monika100
16.10.2013, 21:03
Hallo Tina,

ich kann mir vorstellen, dass die Gefühle bei euch Achterbahn fahren. Freud und Leid liegen manchmal so nah beieinander.

Alles Gute für deine Schwester - und ich glaubefest daran, dass Eure Mama DA ist. Noch eine Karte - so einen Zufall kann es doch gar nicht geben.

Meine Tochter hat letzten Donnerstag entbunden - der Kleine schreit und schreit und schreit... Hoffentlich pendelt sich das noch ein. Meine Tochter ist selbst noch nicht fit, nach einem Kaiserschnitt wird man heute schon am 5. Tag entlassen, und Ruhe kriegt sie seitdem keine mehr.http://vz.iminent.com/vz/bbbfec63-93a0-498e-8258-5d3b94921755/2/kleines-madchen-weint.gif

LG Monika

Almnixe
20.10.2013, 21:23
Liebe Mami,

am 17.10.2013 um 13:50 Uhr ist Dein zweites Enkelkind Julius zur Welt gekommen. Netti und Julius geht es gut. Er ist zwar drei Wochen zu früh, aber er hat das alles ganz toll gemacht und seit heute sind die beiden zuhause.

Mami ich habe in den letzten vier Tagen Deinen Job gemacht. Ich habe mich um Enkelkind Nr. 1 gekümmert, so dass Dein Schwiegersohn die ganze Zeit im KH bei Netti und Julius bleiben konnte. Es war geplant, dass Du kommst, wenn der Kleine auf der Welt ist, um auf Jonathan aufzupassen, der Dich soooo lieb hat. Ich hoffe, ich habe es gut gemacht. Wahrscheinlich hättest Du es besser gemacht und ich habe mir schon ein paar Mal sehr gewünscht, dass Du zumindest da bist und mir sagen kannst, wie es besser geht. Aber leider durftest Du es nicht mehr erleben. Ich war so traurig, weil ich immer daran denken musste, wie sehr Du Dir gewünscht hast, Deinen 2. Enkel noch kennenzulernen. Wie oft hast Du in den letzten Tagen von ihm gesprochen...ach Mami. Es ist immer noch unfassbar, dass Du nicht mehr bei uns sein darfst. Du hättest Dich so gefreut!

Julius ist bisher ein ganz ruhiges Kind. Ich glaube,er bekommt dunkle Haare. Also mehr nach Dir, Netti und mir. Aber er ist noch ganz klein und macht die Augen kaum auf.

Netti und Jens fanden es nicht so gut, dass ich mit Jonathan gestern auf die Kirmes gegangen bin. Ich hätte vorher mit Ihnen sprechen müssen. Ach Mami, das hättest Du bestimmt getan, aber ich dachte es wäre ok, da die beiden ja gar nicht da waren und ich Jonathan gerne ablenken wollte. Er hatte so viel Spaß, aber Netti meinte, dass sein kleiner Bruder das Highlight für ihn sein sollte und nicht die Kirmes. Naja..fürs nächste Mal weiss ich bescheid...Ich werde in drei Wochen eine ganze Woche da sein, um Netti zu helfen, da Jens nur zwei Wochen frei machen kann. Dann werde ich einfach immer alles absprechen.

Mami es ist gerade ganz schwer ohne Dich. Wir freuen uns sehr, aber wir vermissen Dich auch ganz doll. Mit Dir wäre es einfach noch ein bißchen schöner...

Hab Dich und Papa sehr lieb! Ich hoffe, ihr konntet die letzten Tage auf irgendeine Art und Weise bei uns sein!Leider spüre ich Euch gar nicht.

Eure Tochter.

Gina79
21.10.2013, 19:12
Hallo Tina!

Gratulation zu deinem Neffen, stolze Tante! Schön, dass alles gut gegangen ist und dass du dich so brav um deinen Neffen Nr. 1 gekümmert hast! Ich glaube du bist eine tolle Tante und Schwester und es ist schön dass ihr euch gegenseitig so unterstützt!
Ja, es ist schon komisch, man übernimmt dann auf einmal Aufgaben die normalerweise unsere lieben Eltern übernommen haben. Wie du schon schreibst, es ist sehr viel Wehmut dabei weil sie das alles nicht mehr miterleben dürfen! Aber wir hoffen darauf dass sie es von dort wo sie jetzt sind (weiß nicht ob oben oder unten), sehen!
Dieses "leider spüre ich euch gar nicht" kommt mir soooooo bekannt vor! Ich würde die Anwesenheit meines Papas (in welcher Form auch immer) auch so gerne spüren und suche förmlich danach!
Als ich meinen Papa das letzte Mal sah am Krankenbett (da hat er kurz vorher losgelassen), habe ich ihm gesagt er soll mir ein Zeichen geben wenn es ihm gut geht und falls er irgendwie mit uns verbunden ist. Ich warte noch immer auf ein Zeichen oder dass ich ihn spüre. Aber vielleicht sollten wir die "kleinen" Zeichen mehr beachten?! Ich weiß es nicht, die sind halt auch sehr sehr unsicher!
Wir können das Ganze halt einfach noch nicht wirklich fassen und begreifen! Wie denn auch, es ist ja noch gar nicht lange her! Aber ich frage mich immer ob wir irgendwann mal in der Lage sind dieses Schicksal anzunehmen und zu begreifen?!

Ich wünsche dir einen schönen Wochenstart und ganz viel helle Stunden in diesen Herbsttagen!

Alles Liebe

Tiina
22.10.2013, 10:22
Liebe Tina,
herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deines Neffen! Ach Mensch, ich kann mir vorstellen, wie traurig Dich das bei aller Freude gestimmt hat, dass Deine Mami das nicht mehr miterleben durfte!
Toll, dass Du den "Job" Deiner Mama übernommen und Deine Schwester unterstützt hast - und Du hast das bestimmt gut gemacht! Ich finde Kirmes eine klasse Idee...

Ich habe ungefähr 10 Monate nach dem Tod meiner Mami ganz intensiv das Gefühl ihrer Nähe gehabt - vielleicht kommt das bei Dir auch noch!

Ich wünsche Dir eine schöne Zeit mit Deiner Schwester und den Kleinen! Schön, dass Deine Schwester so eine liebe Schwester hat...
Alles Liebe,
Anja

papillon0110
22.10.2013, 13:24
Hallo Tina,
schön, dass alles gut geklappt hat mit der Geburt von Deinem Neffen. Freut mich sehr. Neben all der unendlichen Traurigkeit um Eure liebe Mami nun ein Grund zur Freude. Du siehst, Freud und Leid liegen so eng beieinander. Deine Mama freut sich auch, da bin ich mir so was von sicher und dein Neffe hat seinen persönlichen Schutzengel !!!!
Vielleicht spüren wir die Nähe unserer Mamis nicht so, wie wir es gerne möchten, aber ich bin mir sicher, das sie da sind. Ich hab bislang 2 x von Mama geträumt. Der erste war ganz komisch und ich war tagelang total aufgewühlt. Mama kam "zurück", wollte noch was erledigen und wir "begleiteten" sie wieder. "Treffpunkt" war ein großer Parkplatz. Mama wartete auf der anderen Seite und wir standen mit Papa (er im Rollstuhl) und wollten zu ihr hin. Papa fragte ob wir nicht schneller zu ihr hingehen könnten und auf einmal stand er auf und ich wollte ihn aufhalten, weil er ja gar nicht mehr so schnell laufen kann durch seinen Oberschenkelshalsbruch, doch er rannte wie ein junger Mann zu Mama und da bin ich aufgewacht, total schlimme Nacht und ich bin auch nicht wieder eingeschlafen. Glaub mir Tina, ich hab noch nie so was geträumt und was ich davon halten soll, weis ich auch nicht so recht. Will es gar nicht deuten wollen !
Ich rede jeden Tag mit Mama, hat sich schon automatisiert. Erzähl immer irgend etwas und fühl mich dabei auch nicht "sonderlich". Vergangene Woche beim Tanken, als ich beim Bezahlen war, hatte die junge Frau, die ich vom Sehen her kenne, weil ich dort immer mein Auto tanke, mit ihrer Mama telefoniert und weil ich reinkam und sie mich nicht warten lassen wollte, sagte sie zu ihrer Mama ins Telefon: ach Mama, ich ruf Dich später zurück, ich hab ne Kundin hier stehen. Dieser Satz: ach Mama, ich ruf dich später zurück, liess bei mir eine Flutwelle von Tränen ausbrechen. Ich stand da und heulte. Wie gerne würde ich diesen Satz auch sagen können. Die Kassiererin kennt unsere Geschichte und es war ihr unangenehm, was ich ihr aber erklärte, das es nicht sein muss. Ach Tina, solche Momente werden immer kommen, aber jetzt hab ich geplaudert so viel. Die Geburt Deines Neffens soll jetzt im Vordergrund stehen und ich wünsch Euch alles Liebe und Deine Mama ist stolz auf Dich, das Du Ihren "Job" machst. Ist doch schön, das ihr zusammenhält und gegenseitig für den anderen da seid.
Drück Dich mal wieder feste und alles alles Liebe
Yv.

Almnixe
27.10.2013, 19:27
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure lieben Worte! Der Kleine ist echt süß! Jonathan, sein älterer Bruder, ist ganz stolz nun einen Bruder zu haben!:)

Ich war übers We wieder im Haus meiner Eltern. Musste einiges winterfest machen. Es ist jedesmal sowohl ein schönes als auch ein sehr trauriges Gefühl. Was soll ich sagen...Mit meiner Mama rede ich immer noch in ihrem Schlafzimmer. Es riecht noch nach ihr und das gibt mir ein Gefühl der Nähe...aber spüren tue ich sie nicht und Zeichen gibt es auch keine.

Geträumt habe ich immer noch nicht richtig von ihr. Aber so ein Traum wie Du ihn hattest Yvonne, würde mich auch sehr aufwühlen und ich würde auch versuchen nicht so viel darüber nachzudenken. Die Situation die Du beschreibst mit dem Mädchen beim tanken, kenne ich auch. Dann bin ich auch immer ganz besonders traurig...Ich würde meine Mama auch so gerne anrufen und ihr so viel erzählen.

LG und einen guten Wochenstart!

Tina

PS: Yvonne, wie geht es denn Deinem Papa?

Almnixe
10.11.2013, 22:34
Liebe Mami,

nun sind es genau 4 Monate. Heute vor vier Monaten saßen Netti und ich das erstemal ganz alleine im großen Haus und haben die Reichweite des Geschehenen noch nicht wirklich begriffen. Ich weiss Mami, wir wussten, dass es passieren wird, trotzdem ist man irgendwie gelähmt, wenn es dann doch passiert. Erinnere Dich, wie es damals bei Papa war...Netti und ich haben Dir gesagt, wie sehr wir Dich vermissen werden. Es wird immer mehr, weil es immer wahrer wird, dass Du einfach nicht mehr wiederkommst.

Ich habe mit Netti gerade telefoniert und wir haben lange über Papa und Dich und unsere gemeinsame wunderschöne Zeit und auch die schlimmen Zeiten Eurer Krankheiten gesprochen. Alles ging so schnell...

Mami wir vermissen Dich sehr!

Wir lieben Euch beide so sehr!

Eure Tochter

papillon0110
11.11.2013, 11:25
Hallo Tina,
hab mich schon lang nicht mehr gemeldet. Ja ich geb Dir Recht, alles ging so schnell. Wir vermissen unsere Mama auch immer mehr. Es kommt jetzt auch diese eigentlich ja schöne Zeit, Weihnachten etc.pp., aber dieses Jahr wird es furchtbar. Es war vergangenes Jahr schon traurig, weil wir ja wussten, es wird wohl das letzte Weihnachtsfest mit uns allen sein und jetzt? Ich würd am liebsten verreisen. Aber das können und wollen wir wegen Papa auch nicht. Papa hats sehr schwer, wie wir auch. Bei ihm kommen halt soviele Faktoren zusammen. Seine eigene Krankheit, dann ist Mama nicht mehr da, die Situation, das er, obwohl sehr gut versorgt und aufgehoben im Pflegeheim ist und dann diese trübe Jahreszeit, die ihm immer schon zu schaffen machte. Es ist nicht einfach für uns ihn dort zu wissen, aber es geht leider nicht anders. Für seine Krankheit ist ein struktuierter Tagesablauf so was von wichtig und das könnte keiner von uns leisten auf Dauer. Es tut verdammt weh, wenn ich ihn besuche und dann wieder geh. Anstatt Mama-Plan haben wir nun einen Papa-Plan :mad:. Ach Tina, trotzdem muss es irgendwie für jeden von uns weitergehen. Ich hab mir Mamas Kochrezepte und Backrezepte als Erinnerung mit nach Hause genommen. Früher hab ich nie gebacken. Mama hatte es ja getan. Immer stand ein Kuchen am Wochenende da oder auch die Woche über hat sie oft gebacken. Jetzt eifer ich ihr nach und auch ihre tollen Plätzchen werd ich jetzt machen und wenn ich ihre Rezepte ausprobiere, dann fühl ich mich ihr besonders nah und wenn auch traurig, das sie das "Ergebnis" nicht sehen kann, bin ich auch glücklich, das ich diese Tradition weiterführe. Eine Bekannte meiner Mama hat mich am Samstag auf einem Konzert getroffen und hat gemeint, Du wirst Deiner Mama immer ähnlicher, in Stimme und Aussehen und ich hab mich so was von gefreut.
Diese nächsten Wochen werden für uns alle hier, die ihre Lieben vermissen, nicht einfach, aber wir wissen, wir sind nicht alleine mit unserer Traurigkeit.
Liebe Tina, schön dass Ihr Euch als Schwestern so untereinander über die gemeinsamen Erinnerungen austauschen könnt. Wir machen das auch und es schweißt einen noch mehr zusammen.
Drück Dich liebe Tina
lb.Gruß
Yvonne

Tiina
17.11.2013, 18:30
Ihr Lieben,
ich kann so gut nachvollziehen, wie schwierig der Gedanke an Weihnachten ist! Meine Mami ist am 13.12. gestorben, die Beerdigung war am 23.12....
Außerdem war Weihnachten immer ganz stark von meiner Mami bestimmt, sie hat sich so viel Mühe mit dem Schmuck der Wohnung gegeben, es gab immer einen großen Weihnachtsbaum geschmückt mit ganz vielen über viele Jahre gesammelten "Kostbarkeiten" (z.B. selbstgebastelten Strohsternen aus ihrer Studentenzeit), wir haben zusammen gesungen - sie hat so gerne und schön gesungen - sie hat so eine wunderbare Atmosphäre geschaffen... ohne meine Mami bleibt da nicht viel...

Zu Weihnachten direkt nach ihrem Tod habe ich eigentlich so ziemlich alles weihnachtliche vermieden... Letztes Jahr (2 Jahre nach ihrem Tod) habe ich sogar alleine gesungen und die Stimme war nicht völlig weg unter den Tränen...

Bei Euch ist das alles noch so frisch... ich wünsche Euch, dass ihr einen Weg findet, der für Euch passt, um durch diese besonders emotionale Zeit zu kommen.
Alles Liebe,
Anja

Gina79
17.11.2013, 19:01
Hallo Ihr Lieben! Mir geht es nicht anders, auch ich fürchte mich auf Weihnachten! Das erste WEihnachten ohne meinen Dad! Das erste Mal Geburtstag feiern oder den Vatertag, das haben wir alles irgendwie aber doch gut überstanden und uns so gut es ging abgelenkt. Aber Weihnachten ist doch ein Fest der STille und der Familie für mich und trotz allem etwas anderes!
Da kann ich nicht sagen ich lenke mich ab.
Mich belastet auch diese emotionale Vorweihnachtszeit, die Musik und das ganze Drumherum. Am liebsten würde ich diese Zeit aus meinem Kalender streichen.
Habe mir auch schon überlegt gar nicht zu feiern oder ganz wo anders hinzufahren aber dadurch wird es für mich auch nicht besser denn WEihnachten wird ja überall gefeiert und daheim ist es doch am Besten!
Ich weiß nicht wie es werden wird und will auch gar nicht darüber nachdenken weil es so weh tut! Weil ein lieber Mensch einfach fehlt,...!

Alles Liebe euch allen und ganz viel Kraft für diese Zeit!

monika100
18.11.2013, 10:45
Hallo,

als mein Vater damals gestorben ist, hatte ich auch Riesenangst vor Weihnachten. Wir haben das Fest trotzdem ähnlich gehalten wie immer, aber zwischendurch kamen auch viele Tränen, das ist ja auch völlig normal.

Das 2. Weihnachten ohne ihn - da war ich sicher, das könnte nur bessser werden als das Jahr vorher. War es dann aber nicht - beim 1. Mal hatte ich wohl die Traurigkeit mit "eingerechnet", beim 2. Mal hat sie mich dann voll erwischt.

Ich glaube heute, dass es wichtig ist alle Gefühle einfach zuzulassen und raus zu lassen. Ich glaube dass das "Verbergen" und "Ausklammern wollen" viel schlimmer ist als das "Zulassen".

Alles Liebe für euch,

Monika

Almnixe
21.11.2013, 19:47
Ihr Lieben,

ich musste schon anfangen zu weinen, als ich eure Texte gelesen habe. Ich habe gerade das Gefühl, dass es mir von Tag zu Tag schlechter geht. Ich habe ständig Gedanken an meine Mama. Ich denke immer an die Zeit vor genau einem Jahr und fange an, die Zeit heute, mit der Zeit vor einem Jahr zu vergleichen. Ich weiss an manchen Tagen noch so genau was Mama gemacht hat und wie gut es ihr da noch ging...Im Moment muss ich nur irgendetwas sehen, was mich an Mami erinnert und ich fange sofort an zu weinen. Habe auch das Gefühl, richtige Stimmungsschwankungen zu haben und auch schon wieder so müde und dünnhäutig zu werden, wie in Mamis letzten Monaten...

Meiner Schwester geht es ähnlich. Sie erzählt mir auch, dass sie im Moment öfter mal plötzlich anfangen muss zu weinen. Wir telefonieren viel und wir reden eigentlich nur über Mama. Wir haben auch besprochen, was wir an Weihnachten machen sollen. Wir werden warhscheinlich am 1. Weihnachtstag in die Heimat fahren und nochmal die Feiertage in unserem Elternhaus verbringen...

Eine ganz schwere Zeit nun. Mich belastet auch dieser ganze Weihnachtskram und ich würde am liebsten den Kopf in den Sand stecken und einfach so Mitte Januar wieder auftauchen...

Ich fahre morgen wieder nach Hause und werde auch die Plätzchenrezepte von meiner Mami suchen und mitnehmen. Meine Schwester und ich möchten sie gerne backen. Unsere Mami würde sich sooo darüber freuen. Wenn sie doch nur bei uns sein könnte, oder wir sie zumindest irgendwie spüren würden. Aber sie ist weg...

Ihr Lieben ich drücke Euch alle! Haltet Euch tapfer!

LG! Tina

PS: Liebe Yvonne, ich denke besonders an Euch und Euren Papa...

papillon0110
22.11.2013, 09:22
Hallo liebe Tina,

ich kann nur traurig sagen: DITO und das in jeder Beziehung :mad::mad::mad:

Danke das Du an uns denkst. Papa gehts gar nicht gut. Machen uns große Sorgen, aber ich hoffe sehr und denke, Mama schickt uns großes Kraftpaket, damit wir weiterhin alles schaffen. Ich fahr nächste Woche mal für 5 Tage weg, ganz alleine. Über die Krankenkasse hab ich mir diese AKON Präventionsreise gebucht. Kann ich nur jedem empfehlen. Werd einfach nur versuchen abuschalten, nichts reden, nur für mich dasein, mich sammeln und versuchen zu entspannen. Ich hoffe es gelingt mir. Meine Haut ist wie bei Dir unwahrscheinlich dünn. Muss versuchen aufzutanken, sonst kipp ich wirklich aus den Latschen. Wir kommen nicht zur Ruhe, nicht wirklich

Ich wünsch Dir vieeel Spaß beim Plätzchen backen. Du spürst Deine Mama, da bin ich mir sicher.
Bleib weiterhin so stark und tapfer und ich denk an Dich besonders, wenn Du jetzt dieses Wochenende zu Hause bist.

Alles alles Liebe für Dich und Deine Schwester
bis bald
Yvonne

Sternschnubbe
22.11.2013, 15:34
Hallo ihr Lieben,
ich kann euren Worten hinsichtlich Weihnachten nur beipflichten. Und Gina, deinen Worten: "Mich belastet auch diese emotionale Vorweihnachtszeit, die Musik und das ganze Drumherum. Am liebsten würde ich diese Zeit aus meinem Kalender streichen." kann ich nur zustimmen.

Morgen vor einem Jahr ist meine Omi gestorben. Sie lag ganze zwei Tage lang im Sterben und meine Mama und Tanten waren bei ihr, die ganze Zeit, bis sie friedlich für immer einschlief.

Danach, also in der Weihnachtszeit ging es meiner Mama so schlecht. Sie hatte auf nichts Lust und erst Recht nicht auf den Weihnachtsmarkt. Sie lief dort wie ein betrüpelter Hund entlang an den Ständen vorbei. Wir haben es belächelt, irgendwie. Und auch Weihnachten war für meine Mama nicht dasselbe. Dabei war es für meine Omi und eigentlich auch für meine Mami eine Erlösung, dass Omi einschlief.

Nun, genau ein Jahr später, stehe ich an der selben Stelle wie meine Mama, nur bin ich immer noch fest davon überzeugt, dass es für mich schlimmer ist, als letztes Jahr für meine Mami. Mama wurde nicht erlöst, sie wurde aus dem Leben gerissen und vor Leid und Schmerzen aufgrund ihrer Krankheit bewahrt, aber nicht erlöst.

Auf jeden Fall wollte ich sagen, dass ich immer ein Fan von Weihnachten und der ganzen Vorweihnachtszeit war. Ich habe es geliebt. Ich habe mit meiner Mami immer Weihnachten gebastelt. Ich war so gerne bei ihr, denn da lief die uralte Weihnachtsmusik, die man als junger Mensch nicht hört, aber mit seiner Mama! Die kleinen Nettigkeiten zum Advent. Die Begeisterung an manchen Ständen auf dem Weihnachtsmarkt, an denen Mama ewig stand. All das zu sehen, tut weh. Die tollen Deko's in den Läden. Ich konnte kaum an den Geschäften vorbeigehen und nun sehe ich niedliche Deko und könnte heulen. Einfach, weil Weihnachten nicht mehr Weihnachten ist! Für mich, kann die Zeit gestrichen werden. Aber weil meine Mama auch Weihnachten liebte, wie ich, werde ich trotzdem schmücken - Für SIE. Weil Mama es gewollt hätte.

Wie die Weihnachtstradition aussehen soll? Keine Ahnung, nur meine Schwester, mein Papa und ich. Geht aber nicht, denn es gibt da noch meinen Freund, meine Nichte und meinen Schwager! Aber eins weiß ich, an Heilig Abend werde ich mir die "heile Welt" der Familie meines Freundes nicht antun. Wir werden im neues Haus in ganz anderer Umgegbung Weihnachten feiern. Und irgendwie versuchen die Tradition fortzuführen, auch wenn man sie gerne ändern möchte. Aber in dem Moment, wo ich Weihnachten wie "immer" feier, werde ich Mama nah sein können und nur dann wird sie bei uns sein, wenn wir singen -für Mama!!!

Oh man, nun habe ich wieder zu viel geschrieben. Aber Weihnachten ist nochmal so ein emotionales und schmerzhaftes Thema zur Trauer um meine Mama, das ich hier nur am Heulen bin und nur vor Worten des Schmerzes und der Trauer sprudel! :weinen: :cry:

Ich wünsche uns allen viel Kraft für die Schwere Zeit der Liebe und Familie und nun auch großer Trauer! :knuddel:

Gina79
22.11.2013, 19:31
Hallo Tina! Hallo ihr Lieben!
Ich glaube diese winterliche, festliche, emotionale Zeit oder wie man sie noch nennen kann ist für uns alle schrecklich! Ach Tina, ich versteh dich so gut! Ich vergleiche die Zeit jetzt auch immer wieder mit der selben Zeit vor einem Jahr. Ich denke immer wieder darüber nach was vor einem Jahr war und wie es Papa ging.
Wie Weihnachten wirklich wird? Keine Ahnung! Ich weiß nur ich fürchte mich davor. Ich bin so froh dass ich meine Mama habe aber es ist wirklich schlimm dass nur wir beide unter dem Weihnachtsbaum sitzen werden. Ich denke mir, wie immer an so "besonderen" Tagen an denen mir mein Papa ganz besonders fehlt, dass ich diesen Tag nicht überbewerten darf und es einfach nur ein Tag oder eine Zeit ist. Aber ob es mir dann wirklich gelingt, ich weiß es nicht!

Liebe Sternschnuppe! Es ist schön dass ihr WEihnachten in alter Tradition feiern wollt. Auch wir werden uns bemühen dass wir wie immer feiern. Nämlich weil ich weiß dass es Papa so will und er stolz auf uns ist! Ich habe auch überlegt ob ich mir die ganze Keksebäckerei antun soll oder nicht. Bin zum Entschluss gekommen dass ich Kekse mache, wie immer und wie jedes Jahr! Und Papa würde sagen "recht hast du"! Er hat meine Kekse geliebt und deshalb soll es sie auch heuer geben, auch wenn es weh tut!

Tina, das mit den Stimmungsschwankungen kommt mir auch sehr sehr bekannt vor! Ich bin zeitweise auch sehr dünnhäutig und leicht reizbar. Ich merke wie meine Nerven bei den einfachsten Dingen blank liegen und ich mich zusammenreißen muss dass ich nicht auf der Stelle zu Weinen beginne.

Aber wie soll es denn auch anders sein?! Wir haben so viel erlebt und unsere Lieben begleitet und sie dann loslassen müssen. Wir können nicht auf Knopfdruck wieder ganz normal funktionieren. Ich glaube das geht einfach nicht! Im Beruf und auch oft privat wird eh von uns erwartet dass wir schnell wieder zur Tagesordnung übergehen und wir machen es auch um die Fassade zu behalten.

Ich bemerke auch dass ich so eine gewisse Grundtraurigkeit habe. Ich kann mich gar nicht daran erinnern wann ich zum letzen Mal so richtig gelacht habe. Ja, lachen wenn jemand einen Scherz gemacht hat weil halt alle lachen aber so richtig von innen heraus meine ich. Mir fällt auch auf dass ich eigentlich immer ein ernstes Gesicht mache, ohne dass ich darüber nachdenke oder es will oder bewusst traurig bin. Ich bin einfach ernster und ja, irgendwie trauriger geworden. GEht euch das auch so?

Ich wünsche euch alle zusammen noch ein erholsames Wochenende und trotzdem eine schöne Zeit beim Kekse backen! Wir halten uns tapfer! Alles Liebe

Almnixe
25.11.2013, 21:37
Hallo meine Lieben,

wir kämpfen uns einfach irgendwie durch nicht wahr?

Ich denke, dass wir zumindest Heiligabend ganz traditionell feiern werden, alleine schon der Kindern wegen. Das ist auch ok, aber ich werde bestimmt jede Sekunde an letztes Jahr denken und daran, wie schön es mit Mami war. Ich habe auch zwei von Mamis Lieblingsplätzchenrezepten gefunden. Nächstes We wird mit meiner Schwester gebacken, damit Jonathan Omis Plätzchen essen kann. Er ist auch gerade so traurig, obwohl er erst 4 Jahre alt ist. Er fragt oft nach Omi und ist dann ganz traurig, dass sie gestorben ist. Wenn wir am 1. WEihnachtstag in unser Elternhaus fahren hoffe ich, dass er nicht enttäuscht ist, wenn Omi nicht da ist...

Das We zuhause war ok. Dadurch, dass ich im Moment mitten in einer riesigen Trauerwelle stecke, hatte ich natürlich extrem das Gefühl, dass die Zeit des Abschieds von meinem Elternnest immer näher rückt und ich einfach gar nichts dagegen machen kann. Sie kommen nicht wieder. Egal wie lange wir alles so lassen wie es ist...

Liebe Nina, mir gehts genauso. Wann ich das letzte mal ausgelassen gelacht habe, dass weiss ich nicht mehr. Ich bin auch viel, viel ernster geworden und ich glaube, auch wenn ich dann doch mal lache, dann lachen meine Augen nicht mit...Wahrscheinlich ist es dafür aber auch noch viel zu früh...wir stecken mitten im ersten Jahr..aber wann es dann genau besser werden sollte, dass weiss ich auch nicht....Das Begleiten unserer Lieben verfolgt mich auch gerade. Ich weiss noch immer nicht, wie wir es geschafft haben, so stark in dieser Situation zu sein. Gerade muss ich nur daran denken und könnte wieder weinen. Ach Nina...

Liebe Sternschnubbe, ich glaube auch, dass es für uns anders ist, unsere Mamis zu verlieren, als für unsere Mamas ihre Mütter. Zumindest war meine Oma 87 Jahre alt als sie gestorben ist. Klar war meine Mama auch sehr traurig und ich glaube, dass es in jedem Alter von der Traurigkeit gleich ist, aber für uns ist es viel schwerer, da wir noch so jung sind und noch auf ihren Rat, ihre Erfahrung und auch irgendwie schon auch noch auf ihren Schutz angewiesen sind. Das wurde uns einfach genommen. Und wie Du schon sagtest, sie sind aus dem Leben gerissen worden. Ganz plötzlich und einige viele Jahre zu früh....

Liebe Yvonne, Eure Mami schickt Euch und Eurem Papa bestimmt Kraftpakete, damit ihr auch diese Situation gut meistert. Da bin ich mir sicher, auch wenn ich meine Mama nicht spüre, denke ich schon, dass unsere Mamis doch noch irgendwie ihre Finger mit im Spiel haben...das hoffe ich zumindest ganz stark...ich wünsche Dir ein paar erholsame Tage. Ich werde mir das auch gleich mal anschauen, da ich auch das Gefühl habe, dass ich einfach mal weg muss. Nur für mich...

LG! Tina

Almnixe
19.01.2014, 20:34
Hallo Ihr Lieben,

ich habe lange nicht selber geschrieben, aber auch enfach, weil sich nichts geändert hat. Weihnachten ist GsD vorbei und das neue Jahr ist da. Das allererste Jahr ganz ohne meine Eltern. Scheiß Gedanke. Ich bin eigentlich immer noch in dem Zustand, dass ich noch immer nicht wirklich glauben kann, was da passiert ist. Wenn ich es mir richtig vor Augen führe, dann bin ich noch immer wie vom Donner gerührt und bin sofort so unendlich traurig und es tut sofort so weh. Was wird sich denn wohl in Zukunft daran ändern? Versuche ich immer mehr einfach nicht mehr daran zu denken und verdränge den Gedanken an den Tod meiner Eltern und vor allem daran WIE sie sterben mussten? oder verarbeitet ich innerlich doch alles und gewöhne mich mit der Zeit einfach an den Zustand? Ich muss in letzter Zeit wieder ganz oft an die letzten Monate meiner Mama denken. Es ist so schwer und es tut mir so unendlich leid, was sie alles durchmachen musste. Ich würde sie jetzt einfach soooo gerne nochmal in den Arm nehmen und ihr sagen wie ausserordentlich tapfer sie war und mit welchem Mut sie dieser scheiß Krankheit entgegengetreten ist. Aber vor allem würde ich ihr so gerne sagen wie sehr ich sie liebe und vermisse.

Es gibt einfach keine tröstenden Worte für das, was passiert ist.

Sie fehlen mir einfach.
Tina

Sternenkreuzer
19.01.2014, 23:44
Hallo Tina,

ich kann dich so gut verstehen. Ich durchlaufe auch gedanklich immer wieder die letzten Monate und muss weinen bei dem was Mama alles mitmachen musste. Alleine schon das sie die letzten 8 Wochen bettlägerig war und nichts mehr selber konnte bricht mir immer wieder das Herz.

Uns wurden unsere Eltern genommen, der Schmerz wird glaube ich immer bleiben. Vielleicht verblassen die Bilder irgendwann, aber an gewissen Tagen werden auch sie wieder klar sein. Das Leben ist nicht fair und ich hadere seit Mamas Erkrankung oft damit und dann denke ich wieder, hab ich wirklich das Recht mein Leben als unfair zu betrachten, wo es doch auch so viel schönes hat.

Tina ich wünsch dir das es bald etwas erträglicher wird für dich und das irgendwann die schönen Erinnerungen an deine Mama die mehrheitlichen sind, daran werde ich auch arbeiten.

Gina79
20.01.2014, 19:38
Liebe Tina!
Ja, du hast so recht, es gibt auf dieser Welt ganz und gar keine tröstenden Worte für das was geschehen ist! Es ist auch für mich immer noch unglaublich! Ich denke es geht uns allen ziemlich gleich! Man muss weiterleben, muss weiterkämpfen, egal ob im Beruf oder im sonstigen Alltag. Es dreht sich alles weiter und wenn man dann mal zur Ruhe kommt dann kommen einem diese tragischen und traurigen Bilder in den Kopf. Auch bei mir kreisen die Gedanken über die letzten gemeinsamen Tage mit meinem Papa.
Ich beschäftige mich noch immer sehr mit dem Tod und Sterben, lese aus sehr viele Bücher darüber. Einfach so, weil es mich seit Papas Tod wirklich interessiert. Aber es haut mich auch wieder ein Stück zurück und es kommen wieder viele traurige Gedanken.

Ach, es wäre wirklich der größte und schönste Wunsch wenn wir unseren Lieben noch mal sagen könnten wie tapfer sie waren und wie lieb wir sie haben! Aber ich glaube das ist der größte Wunsch von vielen von uns!
Ich sag es Papa oft am Grab aber es wäre halt wunderschön ihn dabei einfach nochmal in die Arme zu nehmen und in seine Augen zu schauen!

Ich find schon dass das Leben manchmal unfair sein kann!

Wünsch euch allen einen schönen Abend, alles Liebe!

PS: Ich geh jetzt gleich in meine Power-Body workout-Stunde! Freu mich auf ein bisschen körperlichen Ausgleich!

Almnixe
10.03.2014, 22:24
Hallo.

Genau heute vor 8 Monaten ist meine Mami eingeschlafen. Ich weiß gar nicht, was ich die letzten 8 Monate gemacht habe. Es ist alles so an mir vorbei gegangen, aber irgendwie habe ich kräftig mitgestrampelt und habe für mein Umfeld das Bild eines nicht zu sehr trauernden Menschen abgegeben. Das möchte wohl auch keiner sehen, aber vor allem haben es die meisten auch schon vergessen. Die meisten wissen gar nicht, wie anstrengend das alles ist...

Ich war letztes Wochenende in meinem Elternhaus. Plötzlich stand der Pfarrer vor der Haustür, der die Trauerfeier für meine Mama gehalten hat. Er war damals schon wahnsinnig nett und aufmerksam und hat eine wirklich schöne Rede gehalten. Danach hatte er mich sogar noch kontaktiert und mir angeboten, mit ihm reden zu können, wenn mir danach ist. Ich habe das bisher nicht getan. Nun hat er mein Auto gesehen und dachte, er klingelt einfach mal. Das fand ich wirklich ziemlich nett. Auf die Frage wie es mir ginge, habe ich dann leider wahrheitsgemäß geantwortet und gesagt, dass er mir immer noch nicht gut geht und ich meine Mama wahnsinnig vermisse. Daraufhin fragte er nur:"Immer noch?" Da viel bei mir sofort wieder der Vorhang und ich habe total dicht gemacht. Ich sagte nur, dass es doch erst 8 Monate her ist und meine Mama eben wahnsinnig wichtig für mich war und daher die Lücke nicht einfach so zu schließen ist. Da sagte er:"Bei manchen Menschen würde es eben schneller gehen und bei anderen langsamer." Habe darauf einfach nochmal das gleiche gesagt und er warf dann noch schnell ein, dass die Zeit ja auch nicht alle Wunden heilen würde, sondern sich der Schmerz nur ändere. Ich musste dann leider wegen eines Termins los und das Gespräch war damit beendet.
Ich hatte wirklich mal ernsthaft in Betracht gezogen mit ihm zu reden, aber ich denke, das brauche ich nicht. Ich finde es immer noch toll, dass er einfach so geklinget hat - hätte er nicht machen müssen - aber ein Gesprächspartner ist er wohl leider nicht für mich. Vielleicht bin ich da auch ein bißchen hart, aber irgendwie ka er mir auch überfordert vor mit meiner Antwort und das sollte man doch bei einem Pfarrer nicht denken, der eigentlich viel mit dem Tod zu tun hat. Oder etwa nicht?

Dann habe ich immer wieder die Bilder von Mama im Kopf. Das reißt mich echt runter und es tut soooo weh...ach man. Diese verdammte Krankheit!

LG, Tina

Liebe Mami, lieber Papa,

ich denke jeden Tag an Euch und ich hoffe so sehr, dass ihr da, wo ihr nun seid, zusammen sein könnt. Eigentlich brauche ich Euch noch, wenigstens einen von Euch beiden, auch wenn ich nun schon groß bin. Ich vermisse es so sehr Kind zu sein und einfach mal zu hören, dass schon alles gut wird und ich das dann auch einfach so glauben kann.
Ich vermisse Euch so und liebe Euch sehr!
Eure Tochter

Gina79
11.03.2014, 19:14
Hallo Tina!

Ja, mir geht es ähnlich! Die Leute wollen keine trauernden und traurigen Menschen und viele wundern sich warum man doch jetzt, wo es doch eh schon ein Weilchen her ist, noch immer so traurig ist.
Und die Aussage vom Pfarrer dass es bei manchen schneller geht und bei anderen langsamer, die hat es für mich auf den Punkt gebracht! Ich frage mich immer wieder was das alles soll!? Was bitte schön soll denn schneller oder langsamer gehen? Man ist zu tiefst traurig, weil man seine Bezugsperson, die einem von Geburt an behütet und vor allem Finsterem bewahrt hat, verloren hat. Man fühlt sich so alleine! Schwupps, einfach weg von dieser Welt! Das ist unfassbar! Da gibt es in meinen Augen nichts was bei dem einen schneller oder langsamer gehen könnte. Das geht nicht mehr vorbei, das wird nicht wieder! Das bleibt so!
Sicherlich versucht man sich mit der Zeit mit den Gegebenheiten zu arrangieren und jeder von uns versucht sich auf den Beinen zu halten und das Leben so gut es geht zu meistern. Aber der selbe Mensch der ist man nicht mehr und die Eltern die werden uns immer fehlen, egal wie viel Zeit verstreichen wird!

Ja, ich würde auch sagen, der optimale Gesprächspartner ist dieser Pfarrer wohl nicht in der Trauer. Gut, dass du einen Termin hattest und das Gespräch beendet hast!
Aber ich mache auch diese Erfahrungen!

Lass dich drücken! Wir geben nicht auf, wir kämpfen uns durch!

Almnixe
10.04.2014, 15:54
Liebe Mami,

nun sind es schon 9 Monate, seit ich Dich das letzte Mal gesehen und gesprochen habe. Gleich um 17:00 ist es soweit, dass wir Dich gehen lassen mussten. Es ist ganz seltsam, aber dieser Tag ist jeden Monat etwas besonderes. Ohne das ich morgens, wenn ich die Augen aufschlage genau weiss, dass wieder der 10. ist, denke ich schon ganz intensiv an Dich und muss weinen und dann weiss ich, dass es der 10. ist. Heute morgen wollte ich Dich auch so gerne wieder zurück...aber das passiert leider nicht. Ich bin im Moment krank und liege zuhause im Bett. Normalerweise hättest Du schon mindestens zum 2. Mal angerufen um zu hören, ob es mir etwas besser geht. Ich vermiss Dich so Mama. Netti und ich vermissen Dich. Am Freitag ist Jonathan 5 Jahre alt geworden. Ich war natürlich da und musste doch immerzu an Dich denken und ich weiss einfach, dass Papa und Du soooo gerne dabei wärt. Jonathan hat mir wieder die Geschichte erzählt, als Du mit ihm zum Waldspielplatz gelaufen bist und ihr den ganzen Tag dort wart. Netti hat sich irgendwann Sorgen gemacht, weil ihr schon so lange weg wart, aber da du dein Handy nicht dabei hattest, ist sie zum Waldspielplatz gefahren, um nach Euch zu schauen. Ihr wart aber nicht da, weil ihr euch gerade etwas zu essen und trinken gekauft habt. Netti war so besorgt, dass sie mich angerufen hat. Ich konnte sie zwar etwas beruhigen, aber nicht helfen. also hat sie sich nochmal auf den WEg gemacht und hat euch dann unterwegs aufgegabelt. Jonathan war ganz glücklich, dass die Omi den ganzen Tag mit ihm zusammen war. Eine schöne Geschichte und auch schön, dass sich der Kleine noch so gut daran erinnert. ER vermisst Dich auch. Netti hatte am Dienstag Geburtstag. Letztes Jahr war es ein Montag und Du lagst wegen Deiner schlechten Blutwerte im Krankenhaus. Am We war ich bei Dir und hatte am Sonntag noch einen Blumenstrauß für Dich besorgt, den Du Netti zum Geburtstag schenken wolltest. Netti war dann am Montag, an ihrem Geburtstag, bei Dir. Leider ging es Dir da gar nicht gut. Dieses Jahr ist Netti mit ihrer Familie in den Urlaub gefahren. Wir haben telefoniert und sie war so traurig, dass weder Du noch Papa sie an ihrem Geburtstag anrufen konnten. Ich weiß ja schon wie das ist. Euer Anruf bzw. Eurer Besuch fehlen einfach. An solchen Tagen ganz besonders. Aber ich weiss, dass auch Euch solche Tage besonders schwer fallen werden, egal wo ihr nun seid. Wenn ihr irgendwie könntet, dann wärt ihr da. Das weiss ich genau!

Ich hab Euch lieb! Eure Tochter


Liebe Nina,

ich habe an Jonathans Geburtstag mit einer Mutter von einem sehr süßen 4-jährigen Mädchen gesprochen, deren Mann vor zwei Jahren mit Anfang vierzig plötzlich verstorben ist. Wir haben ganz kurz miteinander gesprochen und auch sie hat Menschen um sich, die nun der Meinung sind, dass die Zeit des Trauerns doch mal langsam vorüber sein muss. Eine andere Freundin, deren Vater im SEpt. 2013 verstorben ist, musste sich von einer ihrer Freundinnen anhören, dass es nun langsam mal Zeit wäre, das Trauergesicht abzulegen und wieder zu lächeln...Unglaublich, wie unsensible und wenig verständnisvoll die Menschen sein können.
Ich war letzte Woche für eine Woche in meinem Elternhaus, weil Handwerker etc. kommen mussten. Habe sozusagen Urlaub dort gemacht. Es war gleichzeitig schön und anstrengend. Wenn ich dort bin, bin ich doch einfach nochmal viel näher dran und alles erinnert an meine Eltern. Der Pfaffer war GsD nicht nochmal da;)
Als ich dann bei meiner Schwester zum GEburtstag von Jonathan war, kamen natürlich auch ihrer Schwiegereltern und die Schwiegermama fragte mich dann, wie ich mich so ganz alleine in meinem Elternhaus fühlen würde. Ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. Eine Mischung aus Unverständnis, vielleicht auch ein bißchen Ekel und Angst. Und ich sagte dann nur, dass es gut war und ich mich da gut gefühlt habe. Anstatt es dabei zu belassen, fragte sie mich nochmal und konnte es gar nicht glauben. Was denkt sie denn? Das ich mich dort unwohl fühlen muss, nur weil meine Mama dort gestorben ist? Ich war so genervt... und was soll denn die Frage?

Liebe Nina, ich hoffe es geht Dir gut und ihr habt in Österreich schon schönes Wetter. Die letzte Woche war es hier im Norden sehr schön, aber leider regnet es jetzt schon wieder seit ein paar Tagen. Aber ich bin eh krank und kann nciht raus.

Liebe Grüße, Tina

nala1810
10.04.2014, 17:11
Hallo Tina;

ich weiß was du meinst, auch ich habe nach 2 Jahren auch immer wieder das traurige Gesicht, manche Leute schauen dann schon etwas seltsam. Ich muss zugeben seit meine Mami nicht mehr da ist, bin ich viel anfälliger für solche Dinge, und unheimlich nahe am Wasser gebaut.
Auch mein Mann kann dies nicht verstehen. Nun ja einen solchen Verlust musste er auch noch nicht erleben.
Meine Mami ist zwar nicht in meinem Elternhaus gestorben, aber wenn ich hin und wieder mal nachdem Rechten sehe weil mein Vater auf Reisen ist, durchfährt mich auch ein kühler Schauer.

Nur wenn er auch daheim ist kann ich mich Richtig wohlfühlen.

Auch ich habe im ersten Jahr jeden 12. im Monat immer an meine Mama denken müssen. Mittlerweile sind es die Feiertage, und Geburtstage und sonstige wichtige Daten im Jahreslauf die mich immer wieder in eine Trauerwelle versetzen.

Alles Liebe Nala

Gina79
10.04.2014, 19:46
Hallo Tina!
Es ist schön, dass du gerade heute schreibst und irgendwie auch Telepathie! Ich habe heute auch an dich denken müssen, wie es dir wohl so geht!
Ich kann mir gut vorstellen dass die Rückkehr in euer Haus schwer für dich ist und du dich wieder an so viele Erlebnisse und Situationen erinnerst. Aber gleichzeitig ist es so schön wenn man sich erinnern darf! Da ist er wieder dieser Grad zwischen Trauer und Dankbarkeit.
Ja, manche oder besser gesagt viele Menschen denken einfach nicht nach und sind zum Teil noch unverschämt in ihren Aussagen!
Wir haben auch seit Papa nicht mehr da ist, Krach in der Familie und in der Nachbarschaft. Mir kommt vor dass sich manche Leute seit Papa nicht mehr bei uns ist viel mehr rausnehmen und die Situation ausnutzen. Bei Papa hätten sie sich so vieles nicht getraut und Mama und ich müssen uns auf die Füße stellen und sie nehmen uns trotzdem nicht ernst!
Gut, viele Menschen haben GsD noch nicht solche Schicksalsschläge erfahren und können sich nicht in unsere Lage versetzen. Ich konnte es vorher auch nicht! Heute weiß ich dass es dir gut tun kann wenn du dich in dem Haus aufhältst wo deine Mama gestorben ist. Früher hätte ich glaub ich auch ein komisches Gefühl gehabt.

Neun Monate ist es bei euch schon wieder her! Die Zeit vergeht so schnell! Bei uns werden es am 23. April 14 Monate. 14 Monate, genauso lange haben wir Papa während seiner Krankheit begleitet. Auch mich begleitet der Todestag jeden Monat. Mir gehts wie dir, ich wache auf und ohne dass ich bewusst daran denke, gehen mir die Erlebnisse wieder durch den Kopf.
Mir passiert es auch oft wöchentlich! Ich muss zweimal in der Woche später zur Schule und hab mir früher normalerweise an diesen Tagen den Wecker auf 7:10 gestellt. Irgendwann schoss mir durch den Kopf dass das genau die Uhrzeit ist wo Papa gestorben ist. Seit diesem Zeitpunkt stelle ich den Wecker auf 7:05. Es ist komisch aber ich kann mir den Wecker nicht auf diese Uhrzeit stellen.

Ach Tina, ich glaube wir gehen trotzdem den richtigen Weg! Unsere Eltern haben uns gestärkt und wir lassen uns nicht unterkriegen, auch wenn es manchmal wirklich nicht leicht ist seine Frau zu stellen!
Manche Tage sind besser und an manchen Tagen geht es eben gar nicht so gut. Ich bin grad dabei dass ich auch diese Tage akzeptieren lerne und mir die Zeit um Traurig sein und auch zum Durchhängen ganz bewusst nehme. Ich schaffs nicht immer, aber ich probiers! An diesen Tagen gönne ich es mir einfach dass ich weine, schlafe oder mal schlecht drauf bin. Ich versuche auch die Reaktionen der anderen Leute nicht so ernst zu nehmen.
Wir haben viel erlebt und ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin noch nicht soweit, ich kann noch nicht einfach zur Tagesordnung über gehen. Ich brauch einfach noch Zeit.
Ich hoffe du kommst bald wieder auf die Beine! Bei uns hat es heute wieder geregnet aber vorher war das Wetter wunderbar!

Ich fahre am Sonntag für drei Tage auf Wellness! Ich freu mich schon so auf ein bisschen Erholung und gutes Essen!

Denk daran, wir packen alles! Drück dich und werd schnell wieder fit!

Almnixe
13.04.2014, 21:49
Liebe Nala,

auch ich bin seit dem Tod meiner Eltern viel näher am Wasser gebaut. Ich denke, wenn man einmal so etwas durchlebt hat, ist der Schmerz einfach greifbarer. Mit dem Datum des Todestages wird es wahrscheinlich tatsächlich anders, wenn etwas Zeit vergangen ist. Mein Papa ist an einem 24. gestorben und ich denke auch nicht mehr jeden Monat daran.

Trauer kennt keine Zeit. Aber dies kann wirklich nur jemand nachvollziehen, der schon so einen schweren Verlust erlitten hat. Danke für Deine lieben Worte.

LG, Tina

Liebe Nina,

der Krach in der Familie und der Nachbarschaft ist wirklich nicht schön. Vielmehr bräuchtet ihr doch nun Unterstützung und Verständnis, anstatt das Euch noch mehr Steine in den Weg gelegt werden. Manche Menschen haben wirklich kein Taktgefühl und von Nächstenliebe habe sie wohl auch noch nichts gehört. Vielleicht kommen diese Menschen erst zur Besinnung, wenn ihnen auch mal so etwas Schlimmes widerfährt.
Das Du Deine Weckzeit umgestellt hast, kann ich total verstehen. Es tut einfach sehr weh, immer wieder bewusst daran erinnert zu werden und wenn man es umgehen kann, dann tut man es. Hättest Du es nicht getan, würdest immer und immer wieder daran denken...ich kann das so nachempfinden. Meine Mama war totaler Tatortfan. Sie hat es jeden Sonntag gesehen. Ich eigentlich auch, aber seit Mama nicht mehr da ist, kann ich es nur noch ganz selten gucken. Ich stelle mir immer dabei vor, wie Mami zuhause auf ihrem Sofa liegt und sich die Sendung anschaut. Das tut mir meistens auch zu weh und so schaue ich einfach was anderes.

Du bist nun bestimmt schon in deinem Wellnesshotel. Lass es dir gutgehen und ich hoffe, dass du dort genug abgelenkt bist, dass du schön entspannen kannst und eine gute Zeit hast!

Bis bald, drück Dich, Tina


Liebe Mama,

heute hatte ich nicht so einen guten Tag. Ich habe hier im Forum ein wenig gelesen und bin mal wieder auf die Thematik Hirnmetastasen und Ganzhirnbestrahlung gestoßen. Das hat mich so traurig gemacht. Ich weiss noch genau, dass Du damals sehr gezögert hast die prophylaktische Ganzhirnbestrahlung durchführen zu lassen. Deine Onkologen und auch Netti und ich - wir hatten viel im INternet gelesen - waren dafür. Ich noch mehr als Netti. Du hattest nicht so ein gutes Gefühl dabei, aber hast es dann doch machen lassen. Zwei Monate später hattest Du trotzdem zwei Metastasen. Alles umsonst...als dann auch noch der Neurologe bei Gamma Knife sagte, dass eine Ganzhirnbestrahlung ohne vorliegen von Metastasen eigentlich gar keinen Sinn machen würde, waren wir schon ziemlich platt. Und das dann ausgerechnet eine der zwei behandelten Gamma Knife Metastasen auch noch zu einem Ödem führten und zur anschließenden OP, die dir all deine Kräfte raubte, um weiterhin gegen den Kleinzeller kämpfen zu können, ist ganz schlimm für mich. Es tut mir sooo leid Mami, dass ich Dir damals zu der prophylaktischen Bestrahlung geraten und Deine Bedenken nicht wirklich durchdacht habe. Ich hatte nur solche Angst um Dich...

Ich vermisse Dich so! Deine Tochter.

Tiina
16.04.2014, 07:55
Liebe Tina,
das tut mir leid, dass Dich zur Zeit diese Gedanken quälen. Ich kann das sehr gut nachvollziehen... Es hilft niemanden - trotzdem sind diese Gedanken und Selbstvorwürfe nicht abzustellen...
Jemand sagte mir da mal "Vorwürfe machen kann man sich immer"... Stell Dir mal vor, Du hättest gegen die Ganzhirnbestrahlung gesprochen und dann wären 2 Monate später die Metastasen gekommen - da würdest Du Dir bestimmt mindestens genauso viele Vorwürfe machen...

Es ist einfach so unendlich schwer zu ertragen, dass ein geliebter Mensch gestorben ist und all unsere Liebe, all unsere Bemühungen konnten das nicht verhindern...

Liebe Grüße,
Anja

monika100
16.04.2014, 08:39
Hallo Tina,

ich kann mich Anjas Worten nur anschließen, sie hat völlig recht.

Du hast das damals ja befürwortet, weil es eine kleine Chance für deine Muitter war/hätte sein können.
Hätte man diese nicht genutzt wäre immer dieses Fragezeichen im Kopf gewesen "Hätte man mal ...!"

Kein Mensch kann voraussehen, wie sich was entwickeln wird.
Quäl dich nicht. Du wolltest doch nur das Beste für Sie. Vergiss das nicht!

Drück dich,
Monika

Gina79
16.04.2014, 19:53
Liebe Tina!
Auch ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen! Mir ergeht es oft genauso und ich kämpfe auch oft gegen diese Selbstvorwürfe! Diese Hirnbestrahlung war halt wieder ein "Strohhalm" für euch, eine klitzekleine Chance! Mein Papa hatte sie ja auch machen lassen und nicht mal zwei Monate später ist er gestorben. Man fragt sich halt immer wieder für was man diese Qualen auf sich genommen hat. So wie es zu dieser Zeit, unter diesen Umständen war, so war es für euch alle richtig und die beste Lösung.
Lass es gut sein und quäle dich nicht selbst. Ich weiß es ist leichter gesagt als getan, mir kommt auch noch immer so viel in den Kopf. Dieses "was wäre gewesen wenn" lässt auch mich nicht los.
Deine Mama hat alles gemacht was möglich war. Ich denke du hättest auch zu kämpfen wenn sie diese Bestrahlung nicht gemacht hätte. Dann kämen wahrscheinlich die Vorwürfe "hätte sie es doch gemacht".

Ich versteh dich so gut! Drück dich ganz fest und wünsche dir dass du trotz dieser quälenden Gedanken ein bisschen Frieden finden kannst!

Ich bin auch großer Tatortfan! Ich kann mir vorstellen dass hier wieder sehr viele schmerzvolle Erinnerungen und Gedanken hoch kommen. Mir geht es so beim Schifahren oder Schispringen oder bei Quizshows! Manchmal geht es aber manchmal tut es einfach zu sehr weh!

Alles Liebe!

Almnixe
22.04.2014, 21:53
Ihr Lieben!

Vielen Dank für Eure tröstenden Worte. Bin sehr froh, dass es Euch gibt! Und Ihr habt natürlich recht. Dieses hin und her Denken macht mich völlig verrückt. Immer dieses Abrufen und Durchgehen der Geschehnisse und die Gedanken, wenn wir damals nicht so sondern anders entschieden hätten, dann wäre Mama vielleicht noch da...es ist so quälend und holt unsere Lieben auch nicht zurück. Leider. Nun ist es auch schon wieder etwas besser. Die Wellenbewegungen der Trauer, wohl diesesmal ausgelöst durch die Feiertage, sind immer furchtbar. Ich merke es immer erst gar nicht, bis ich mittendrin stecke.

Ich hoffe, Ihr habe Ostern alle gut gemeistert. Ich war bei meiner Schwester und wir haben es uns so schön wie möglich gemacht. Aber es war schon heftig. Meine Mama hat überall gefehlt. Vor allem aber hätte es ihr so gut gefallen. Sie mochte den Frühling so gern und nun fängt alles an zu blühen. Sie wäre durch den Garten gegangen und hätte sich jede Blume und Pflanze angeschaut und hätte versucht Jonathan alles zu erklären. Das Osteressen hätte sie natürlich vorbereitet und wir hätte ihr nur ein bißchen helfen dürfen, denn wir sollten uns immer ausruhen, wenn wir nicht arbeiten mussten. Sie wollte immer alles schön für uns machen, wie schon unser ganzes Leben. Naja...vielleicht bin ich doch noch in einer kleinen Trauerwelle...

Liebe Grüße und drücke Euch alle zurück! Tina

Tiina
23.04.2014, 08:38
Liebe Tina,
das kann ich mir gut vorstellen, wie Deine liebe Mama gefehlt hat an den Feiertagen!
Ich finde es Ostern auch immer besonders schwierig - meine Mami hat immer mit so viel Liebe die Wohnung geschmückt, es gab ganz viele Blumen, bunte Eier... Seit sie nicht mehr da ist, flüchte ich immer ein wenig - aber die Tage an der Ostsee waren auch schön! (Familie gibt es ja bei uns quasi nicht mehr...)

Alles Liebe,
Anja

papillon0110
23.04.2014, 10:25
Hallo liebe Tina,
wir haben uns schon lange nicht mehr "gelesen". Ich bin nur noch selten hier im Forum. Nicht weil es mich nicht mehr interessiert, aber die vielen Schicksale derjenigen, die man hier im Laufe der Zeit kennengelernt hat, berühren mich immer sehr und verstärken oft meine eh vorhandene Traurigkeit.
Hab deine letzten Beiträge gelesen und kann Dir in vielen "dito" sagen.
Auch für uns war Ostern nicht mehr das Fest, wie wir es gewohnt und geliebt haben. Alles anders und sie fehlt furchtbar. Mama hat den Frühling auch gerne gehabt und wir haben uns gegenseitig inspiriert, wenn wir kreativ waren und aus ihren Blumen im Garten, Kränze und Gestecke gebastelt haben. Da fehlt sie mir besonders. Im vergangenen Jahr hatte Mama sich einen Zierapfelbaum gewünscht und wir hatten auch Ausschau gehalten um ihr einen zu besorgen, aber vor lauter lauter geriet dieses Bäumchen total in den Hintergrund. Es fiel mir vor ein paar Wochen wieder ein und hab mir einen im Internet bei einem Händler bestellt und dieses Bäumchen vor zwei Wochen in meinen Garten gepflanzt. Hab dieses Einpflanzen richtig zelebriert :rotier2: und hab beim Pflanzen gesagt, ich werde dich hegen und pflegen und hüten wie einen Schatz. Mama hat bestimmt gelacht und gesagt, Du verrücktes Huhn :rotier2:
Jetzt seh ich dieses Bäumchen jeden Tag vom Küchenfenster aus und bin so stolz das es schon die ersten Blüten bekommen hat und hab am Freitag auf einem Ostermarkt noch eine Keramikkatze gekauft und diese dazugestellt, weil Mama in den letzten Wochen immer eine "Katze" "gesehen" hat und immer davon sprach. Jetzt sitzt das Kätzchen beim Apfelbaum und für mich ist das eine wunderbare Erinnerung an Mama. Verrückt, aber mir gefällt es sooo gut.
Ach liebe Tina, sie leben ja in uns weiter, auch wenn wir sie viel lieber um uns herum hätten. Bleib weiterhin so stark und lass Dich von niemanden drängen und reinreden, wie und wie lang Du um Deine Mama trauerst. Ich mach es auch nicht. Wir sind wie wir sind und das ist auch gut so.
Drück Dich mal wieder fest und wünsch Dir alles Liebe
Yv.

Almnixe
28.04.2014, 20:25
Hallo Ihr Lieben,

ich habe mit meiner Schwester lange über Oster und Weihanchten usw. geredet. Wir finden beide, dass es, seit nun auch meine Mama nicht mehr das ist, nicht mehr so feierlich ist wie früher. Es sind keine besonderen Tage mehr, auf die man sich so sehr gefreut hat, weil man sie gemeinsam verbracht hat. Nun ist es eher alltäglich, aber wir versuchen es für die Kinder meiner SChwester weiterhin so schön zu machen, wie es meine Mama immer für uns gemacht hat.

@Yvonne: Ich musste über die Geschichte mit der Katze unter dem Baum wirklich lachen. Ich kann mir so gut vorstellen, wie es aussieht und das andere das vielleicht etwas merkwürdig finden könnten. Ich kann es gut verstehen und ohne Deine Mama zu kennen, kann ich mir auch sehr gut vorstellen, wie sie dich verrücktes Huhn nennt. Ich freu mich von Dir ab und zu zu hören.

Ganz liebe Grüße an Euch beide! Tina

Gina79
29.04.2014, 19:11
Auch ein Hallo von mir an euch ihr Lieben!
Für mich hat Ostern und vor allem Weihnachten auch sehr an Bedeutung verloren. Oder besser ausgedrückt es hat nicht an Bedeutung verloren aber es tut einfach zu sehr weh! Für mich ist der Gedanke an diese Feierlichkeiten eher eine Qual und ich fürchte mich davor!
Da ja im Moment nur mehr meine Mum und ich gemeinsam feiern, haben wir uns auch schon überlegt am 2. Weihnachtsfeiertag einfach unsere Koffer zu packen und auf Urlaub zu fahren. Leider habe ich (noch) keine eigenen Kinder.
Diese Feiertage sind halt wirklich schlimm weil es einem da immer wieder so wirklich bewusst wird und alle Gedanken die man so unterm Jahr vor sich her schiebt irgendwie hochkommen!

Ich wünsche euch allen trotzdem viel Frühlingssonne, vor allem im Herzen!

Alles Liebe!

Almnixe
04.05.2014, 21:22
Liebe Nina,

ich finde die Idee gut, nicht die ganzen Weihnachtstage zuhause zu verbringen. Fahrt weg und macht etwas neues. Dein Papa findet das bestimmt auch gut. Auch wenn es eine Art von Flucht ist, kann es auch ein neuer Weg sein. Eine Art neue Tradition.

Ich war die letzten drei Tage in Amsterdam. Tolle Stadt, aber wahnsinnig voll. Leider hatten wir ein Hotel, das ziemlich hellhörig war und so lag ich eigentlich jede Nacht wach. Und wenn man so daliegt, kommen verstärkt die Gedanken. Ich hatte so viele Bilder von meiner Mama und auch von meinem Papa aus ihren letzten Tagen und Stunden vor Augen. Das passiert vermehrt, wenn ich zur Ruhe komme, aber auch ganz plötzlich zwischendurch. Ich habe aber meine Trauer irgendwie weggedrückt, da ich ja auch nicht alleine unterwegs war. So ist es dann heute voll rausgekommen und ich hab mich so alleine gefühlt und wollte so gern, dass ich meine Eltern irgendwie spüre, so dass ich weiss, dass ich doch nicht so allein bin. Leider ist das nicht passiert...Bin dann joggen gegangen. Nach dem Tod meines Papas hatte ich auf meiner Joggingstrecke mal einen alten Mann, bestimmt 15 Jahre älter als mein Papa war, getroffen. Er hat mich so sehr an meinen Papa erinnert. Ich habe mich irgendwie erschrocken, da mich der Mann so intensiv anschaute. Aber ich hatte auch das Gefühl, das da was ist zwischen uns. Ich bin vorbei gelaufen und habe mich besser gefühlt...Ich habe den Mann dann einige Monate später nochmal beim Joggen getroffen und ich habe mich so gefreut. Und dann habe ich ihn ganz lange nicht gesehen, bis heute. Heute ist er mir wieder entgegengekommen. Ich habe es als Zeichen gesehen und fühlte mich danach wieder besser. Ich weiß, etwas verrückt, aber ich möchte so gern daran glauben.

LG! Tina

Sternschnubbe
05.05.2014, 07:27
Liebe Nina,

ich kann dein Gefühl in Hinblick auf Ostern und Weihnachten verstehen. Solange ich keine eigenen Kinder habe, könnte ich nun auf Weihnachten verzichten. Und dabei habe ich Weihnachten so geliebt. Das erste Weihnachten ohne Mami zuverbringen, war schon so extrem schwer, weil sie einfach unser Stern, der Initiator allem war. Aber daran zu denken, dass Weihnachten nun auch nicht mehr mit Papa stattfindet. Das ist eine Vorstellung, die geht noch gar nicht in meinen Kopf rein. Genauso wenig möchte ich bei meinen Schwiegereltern feiern, denn auf Heile Welt möchte ich auch nicht spielen und so haben meine Schwester und ich beschlossen über Weihnachten wegzufahren. Eine ganz neue Tradition zu entwickeln... ich glaube, dass das echt wichtig ist.



Liebe Tina,

es freut mich für dich, dass dir diese Begegnung mit diesem Mann so gut tut. So leicht kenne ich das Gefühl. Wenn ich so in der Weltgeschichte umherschaue, dann sehe ich auch manchmal meine Eltern auf den ersten Blick. Ist sicher nicht dasselbe, weil ich leider dann immer enttäsucht werde, dass sie es nicht sind, aber so bisschen kann ich deine Gedanken nachvollziehen und deswegen freue ich mich für dich.
Ich war das Wochenende vor Ostern auch in Amsterdam. Ein wirklich süße Stadt und sehr charakteristisch. Ja, wir hatten auch keine tolle Unterkunft. Mnachmal glaube ich, dass es bei deren Bauweisen auch sehr schwer ist :)

Dieses plötzlich Zwischendurch-Gefühl kenne ich. Man läuft gerade einfach von A nach B und auf einmal zuckt es im Herzen und es legt sich so ein richtig kurzer drückender Schmerz auf die Brust und der Gedanke um den Tod meiner Eltern, der Moment als sie starben (bei meiner Mama war ich dabei, aber bei Papa kann ich mir nur denken wie er gegen den Baum gefahren ist) durchfährt meinen Körper. Ein sehr komisches Gefühl immer....
Und den Wunsch nach einer Art Zeichen ist auch immer wieder da, aber nichts passiert... ich denke, ich suche zu stark...

Egal, ich wünsche euch beiden einen schönen Start in die Woche,
liebe Grüße Wanda

Sternenkreuzer
05.05.2014, 13:58
Hallo Tina,

ich kann dich so verstehen, die Stille bringt einen immer wieder aus der Fassung. Tagsüber bei Beschäftigung kommt man gut klar und sobald Mann im Bett liegt, ist es als ob die Gedanken nur auf diesen Moment gewartet haben. Ich erlebe die letzten Wochen mit Mam la dann ständig wieder. Sehe ihr Gesicht, ihre traurigen Augen, ihre zerbrechliche Stimme und spüre ihre kalte Haut. Ob das je vergehen wird? Dieses Vermissen sitzt so tief, das es dann richtig weh tut.

Das mit dem Mann ist schön Tina und vielleicht sind es wirklich solche Dinge, die uns weiter helfen. Vielleicht sind es Zeichen unserer Lieben, wer weiß...

Gina79
05.05.2014, 19:55
Hallo Tina!
Wie Ihr schon geschrieben habt, geht es uns wirklich allen hier ziemlich gleich! Tagsüber versucht man seinen "normalen" Alltag zu bewältigen und lässt die Trauer, die Gefühle und die Erinnerungen nicht zu und versucht sie zu unterdrücken. Leider oder Gott sei Dank, (je nach dem) kommt es dann irgendwann, meistens wenn man zur Ruhe kommt, geballt in einem hoch! Bei mir kommen diese Bilder oft nachts, wenn ich irgendwann mal zur Toilette wandere und dann nicht mehr einschlafen kann. Aber auch hier versuche ich diese Gefühle und BIlder zu unterdrücken weil ich ja schlafen muss und am nächsten Tag bald raus muss.
Erst vor kurzem hatte ich eine Situation wo alles wieder hochkam. Ich machte einen Ausflug in unser schönes österreichisches Bundesland Salzburg wo auf einem wunderschönen Platz ein Mann saß und Panflöte spielte. Ich wollte unbedingt dort hin, wir wollten alle schon fast weitergehen aber mich hat es richtig hingezogen. Als der Mann dann plötzlich "Halleluja" (das Begräbnislied für meinen Dad, das ich ausgesucht hatte weil es so sehr zu meinem Dad passt) spielte brach ich in Tränen aus und wollte nur noch flüchten. Dieses Lied war so wunderschön gespielt aber mich hat es innerlich fast zerrissen nur allein weil ich den Anfang davon hörte.
Dieser Tag hat bei mir auch wieder Einiges durcheinander gerüttelt und wieder viele Bilder und Erinnerungen wach werden lassen die ich oft verdrängt habe.
Ich glaube diese Phasen werden nie aufhören und ich denke nach diesen Zeichen und nach irgendeinem Sinn werden wir auch immer wieder suchen. Es ist halt alles auch so schwer zu verstehen und zu akzeptieren. Richtig akzeptieren werden wir es wohl nie!

Ich finde es toll dass du gleich joggen gegangen bist! Man fühlt sich danach gleich leichter und besser. Die Natur gibt einem so viel! Das mit dem Mann würde ich auch als Zeichen sehen. Ich habe auch schon manchmal Männer gesehen die mich irgendwie an meinen Papa erinnert haben. Es tut zwar weh aber es bringt auch so ein schönes Gefühl der Nähe. Irgendwie als ob man den Liebsten in irgendeiner weise noch nah sein könnte und es werden wieder Erinnerungen wach. Ja, schön und traurig zugleich!

Ich wünsche euch allen auch einen schönen Wochenstart wo ihr auch man Ruhe findet! Alles Liebe

Almnixe
09.05.2014, 21:14
Liebe Nina, Nadine und Wanda,

ich bin mir auch nicht sicher, ob jemals diese Bilder und Situationen vergehen. Ich denke aber auch eher nicht. Es war so einschneidend, unsere eigenen Lieben so leiden und kämpfen zu sehen, dass wir es bestimmt für immer bei uns haben werden. Auch diese Erinnerungen, wie z.B. das Lied Halleluja bei Dir Nina, wird es immer wieder geben und uns in diese Situationen versetzten, bzw. die Trauer aufleben lassen. Vielleicht können wir aber irgendwann besser damit umgehen.

Joggen tut mir immer sehr gut, aber zum Yoga gehe ich nun auch seit geraumer Zeit. Die ersten paar Male war es schwer für mich, da zu Beginn und zum Ende der Stunde immer ein paar Minuten völlig entspannt wird und just in diesen Minuten kamen die Bilder und ich hatte sofort Tränen in den Augen. Ich war daher nicht sicher, ob mir das wirklich so gut tut. Inzwischen ist es ein bßchen besser geworden und zumindest die Minuten nach der Stunde kann ich für das Nutzen, wofür es gedacht ist. Nämlich einfach abschalten. Und Yoga an sich tut mir auch gut. Sowieso Sport macht mir gerade Spaß und powert mich aus.

Ich wünsche Euch ein schönes We. Sonntag ist Muttertag, ein Tag, auf den ich dieses Jahr soooo gern verzichten würde.

LG! Tina

Tiina
10.05.2014, 02:00
Liebe Tina,
bei mir ist es so, dass diese Bilder und Situationen aus der Krankheitszeit sicher nicht vergehen, aber deutlich schwächer werden, nicht mehr so im Vordergrund stehen.
Erinnerungen, die mir sofort die Tränen in die Augen treiben, habe ich viele - auch bestimmte Musikstücke. Aber auch zunehmend Erinnerungen, die mich zum Lächeln bringen oder auch zum Lachen.
Und den Effekt, dass mir beim Entspannen beim Yoga die Tränen in die Augen steigen, kenne ich auch.

Mit dem Muttertag kann ich absolut nachempfinden - gerade im ersten Jahr fand ich das auch ganz furchtbar... Ich wünsche Dir trotzdem ein paar schöne Erinnerungen, die Dich wärmen!
Alles Liebe,
Anja

Gina79
10.05.2014, 19:55
Hallo Tina und Anja!
Gerade so Lieder, die man zufällig vielleicht beim Autofahren im Radio hört wo es um Vermissen oder um den Wunsch nach einem Wiedersehen geht, machen mich oft sehr weinerlich und bringen wieder Erinnerungen und starke Gefühle hervor. Das ist auch wieder so ein Zwiespalt, manche Lieder sind so wunderschön aber wenn sie im Radio so unerwartet kommen, dann denk ich mir "oh nein bitte nicht" und es tut so unendlich weh!

Ich wünsche euch ein erholsames Wochenende! Und ich wünsche euch trotz der Traurigkeit dass ihr diesen morgigen Muttertag gut verbringt mit schönen Erinnerungen! Ich glaub eure Mamas helfen mit dass ihr diesen Tag gut meistert!

Alles Liebe!

HelmutL
10.05.2014, 23:50
Hallo Tina,

ich denke, beim Yoga lösen sich Spannungen in Körper und Geist und da kommen natürlich auch Gedanken hoch, die man in dem Moment nicht unbedingt haben will. Doch sie kommen und das ist ja auch Sinn des Yoga.

Ich bin viel auf der Straße unterwegs und habe immer CD's und MP3-Player dabei. Nicht auf den Ohren, im Radio eingesteckt ;) Ich kenne das auch, mit den Liedern. Grönemeyer und "Mensch" hatte mich sehr angesprochen. Manche Lieder machen mich dann zuerst mal traurig, doch dann höre ich sie mir 3 oder 4 mal an und singe lauthals mit. Die Texte kenne ich im Schlaf. Es hilft. Dann lache ich über mich selbst (meine Gesangstalente und gut, dass mich keiner hört :lach2:) und mein Kopf fühlt sich frei.

Zeigt das nicht auch, dass man nicht vergisst? Ich finde gerade das dann als wirklich und richtig tröstend.


Liebe Grüße,

Helmut

Gina79
11.05.2014, 11:23
Ja Helmut, es ist wirklich tröstend und es zeigt dass man nicht vergisst! Ich finde es auch wunderschön und tröstend gerade dass man nicht vergisst!
Wenn so ein Lied im Radio kommt, rechnet man ja nicht damit, ist nicht darauf vorbereitet. Mir gibt es anfangs fast einen Stich im Herzen, dann weine, singe und schreie ich die Melodie mit und komischerweise wenn das Lied zu Ende ist, fühle ich mich erleichtert und besser!
Die Texte und Melodien von Grönemeyer find ich auch ganz toll! Er hat zum Teil Lieder die mich sehr traurig machen, gerade weil sie so schön sind!

Einen schönen Sonntag und liebe Grüße!
Bei uns in Österreich schüttet es aus Kübeln! Ein richtig guter Tag zum Entspannen auf dem Sofa!

Almnixe
11.05.2014, 16:44
Hallo Ihr:)

Wenn langsame Lieder im Radio kommen und ich sitze alleine im Auto, muss ich regelmäßig weinen. Aber es ist tatsächlich so, dass ich auch immer erst denke, dass das nicht so weitergehen kann und ich nicht immer im Auto weinen kann. Aber am Ende tut es doch gut und ich fühle mich immer befreit danach und ja, es stimmt, es zeigt einem, dass man nicht vergisst. Davor habe ich auch richtig angst. Das es mich irgendwann wirklich einfach nicht mehr berührt und ich mich meinen Eltern nicht mehr verbunden fühle. Das wäre schlimm und eigentlich noch schlimmer, als immer im Auto weinen zu müssen. Allerdings wünsche ich mir schon, dass die ganz schlimmen Bilder, so wie Anja schreibt, irgendwann nicht mehr so im Vordergrund stehen. Immer und immer wieder zu durchleben, wie schwer es meine Mami hatte, bricht mir einfach immer wieder das Herz, vor allem weil ich ihr nicht helfen konnte. Die ERfahrung dieser großen Hilflosigkeit ist auch nicht einfach zu verarbeiten.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag!

LG! Tina

Liebe Mami,
heute ist der erste Muttertag ohne Dich. Wir können Dir leider keine Blumen mehr schenken und Dir einen lieben Brief schreiben. Aber ich habe eine Freundin beauftragt, Dir heute einen Strauß zu bringen. Vielleicht siehst Du es ja. Ich liebe Dich Mami! Deine Tochter

Almnixe
10.06.2014, 23:10
Liebe Mami,

11 Monate ohne Dich. Unfassbar! Ich vermisse Dich so sehr und wünschte Du wärst bei uns. Es ist so schwer ohne Dich!

Aber mach Dir keine Sorgen um mich! Ich komme klar! Ich kann auch wieder lachen und finde ein wenig Ablenkung. Ich versuche auch auszugehen, aber merke, dass das noch nicht so klappt. Ich kann einfach noch nicht so fröhlich sein, wie man dafür sein müsste. Ich fühle mich eigentlich am wohlsten, wenn ich bei Netti bin.

Hab Euch lieb Mama und Papa und ich hoffe so sehr, dass ihr zusammen sein könnt!

Deine Tochter

Gina79
11.06.2014, 20:38
Hallo Tina! Ja, unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. 11 Monate sind es jetzt schon bei deiner Mama und bei meinem Papa werden es jetzt im Juni 16 Monate. Es ist noch immer unbegreiflich und ich wundere mich jeden Tag darüber dass man diesen unerträglichen Schmerz doch aushalten kann denn dieses Loch kann nicht mehr gefüllt werden.
Bei mir ein Teil und bei dir sogar zwei Teile sind einfach weg gebrochen. Es gibt kein zurück mehr, kein retour und keine Wiedergutmachung. Das ist für mich kaum auszuhalten!
Ich freue mich zu lesen dass auch bei dir wieder etwas Fröhlichkeit ins Leben tritt. Ich kann auch wieder lachen und es gelingt mir manchmal sogar auch wieder Dinge und Geschehnisse zu genießen. - Leider nicht immer aber immer öfter. (ich konnte es aber vorher auch nicht immer! :))
Trotzdem vergeht bei mir kein Tag, oder besser kein Morgen und kein Abend wo ich nicht an meinen Dad denke. Wenn ich etwas besonders schönes erlebe, dann freu ich mich zwar aber auf der anderen Seite fühle ich Wehmut weil mein Dad es nicht mehr erleben kann.

Ich kann gut nachvollziehen dass du dieses "Halligalli" Fortgehen nicht mehr so magst! Mir gefällt es auch nicht mehr wirklich. Ich fühle mich auch daheim und in der Natur am wohlsten!

Ach Tina! Wir sind trotzdem schon so weit und unsere Liebsten passen auf uns auf und ich hoffe dass sie auch ein bisschen mitlenken können!

Ich drück dich ganz fest und wünsche dir sonnige Tage!

Alles Liebe

Almnixe
12.06.2014, 20:36
Liebe Nina,

tut immer gut von Dir zu hören:)

Heute war allerdings ein schlimmer Tag. Mein Chef, mit dem ich mich sehr gut verstehe, erzählte mir letzte Woche, dass sein Vater an Leberkrebs erkrankt ist. Das fand ich schon schlimm. Gestern war nun die OP. Heute erzählte er mir, dass sie nicht operiert haben. Nur reingeschaut und der Bauchraum ist voller Metastasen gewesen. Keine Chance mehr. Seit er mir das erzählt hat, stehe ich total neben mir. Für ihn beginnt nun die gleiche Zeit, die auch wir, du mit deinem Papa und ich mit meiner Mama durchlebt haben. Ich habe das alles sofort wieder gespürt...Dieser Druck, dieses Warten auf irgendwas eben alles...furchtbar! Ich musste auch weinen, als er es erzählte. DAmit habe ich gar nicht gerechnet, da ich, wenn ich von Mami erzähle, nicht weinen muss.

Jetzt bin ich fix und fertig. Der Tag war total anstrengend!

Morgen habe ich frei. Mein Papa hätte morgen Geburtstag. Ich fahre morgen mit meiner SChwester heim...

Ach Nina. Der Schmerz ist immer noch so stark...

Drück Dich! LG! Tina

Tiina
13.06.2014, 09:41
Liebe Tina,
ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Erzählung Deines Chefs die Erinnerung an diese furchtbare Zeit, die Angst, das Warten... extrem lebendig werden lassen!
Ich habe das gleiche mit einem lieben Kollegen erlebt, der erst seine Mutter ganz plötzlich verloren hat (in der gleichen Woche in der meine Mutter ihre Krebsdiagnose bekam...) und dann seinen kranken Vater über längere Zeit begleitet hat. Wenn er erzählt hat, wie er verzweifelt versucht hat, einen Arzt zu finden, der sich kümmert oder von den Fragen, ob er seinen Vater überhaupt noch alleine zu Hause lassen kann, war sofort alles wieder präsent in mir und mir kamen auch die Tränen.

Ich wünsche Dir, dass Du mit Deiner Schwester schöne Erinnerungen austauschen kannst und der Geburtstag damit nicht nur von Trauer bestimmt ist. Schön, dass ihr zusammen nach Hause fahrt!
Ich finde das immer so traurig am Geburtstag meiner Mami... ich bin die einzige, die überhaupt daran denkt... (Gut, ihr Bruder vermutlich auch, aber davon merke ich ja nichts...)

Alles Liebe,
Anja

Gina79
13.06.2014, 19:37
Hallo Tina, hallo Anja!
Tina, das kann ich mir vorstellen, dass bei dir da alles Erlebte wieder hochkommt. Ein Kollege von mir hat auch seinen Opa erst gerade an Bauchspeicheldrüsenkrebs verloren. Er hat mir auch immer alles erzählt, von der Diagnose weg bis es ihm dann auch ganz schlecht ging. Gerade jetzt kommt auch bei mir alles wieder von Neuem hoch. Eine ganz liebe Nachbarin, die uns während der Krankheit von Papa immer sehr unterstützt hat, ist gleich nach Papas Tod an Krebs erkrankt. Ich hab auch jetzt immer mit ihr gequatscht und mich immer wieder für sie gefreut wenn es ihr gut ging. Habe sie jetzt schon 2 Wochen nicht mehr in ihrem Garten gesehen und heute erfahren müssen dass sie ein Pflegebett bestellt haben und es ihr ganz schlecht geht.
Du hast recht, man fühlt sich so zurückversetzt in die eigenen Erlebnisse. Dieses furchtbare und grausige Gefühl der Hilflosigkeit, der völligen Ausgeliefertheit kommt sofort wieder hoch.
Mir kommen dann auch oft nachts so Gedanken, wie schlimm es wirklich für meinen Papa gewesen sein muss und wie tapfer und stark er doch war.

Ich hoffe du hast den heutigen Tag "so gut wie es möglich war" verbracht. Es tut immer weh, aber gerade an so wichtigen Tagen kommt alles wieder verstärkt hoch. Ich finds schön dass du mit deiner Schwester heim gefahren bist und dort den Tag verbracht hast!

Wir feiern jetzt im Juni noch Mamas Geburtstag. Ist auch wieder ein schwerer Tag, denn jeder dieser Tage schmerzt weil unsere Lieben nicht mehr bei uns sein können. Ich bin froh dass Weihnachten noch so weit entfernt liegt!

Ich wünsche euch einen schönen Abend und ein erholsames Wochenende!

Almnixe
18.06.2014, 21:44
Liebe Anja, liebe Nina,

wir haben den Tag ganz gut über die Bühne gebracht. Wir sind auch alle erst Mittags angekommen. Ich war eher da und habe erst einmal eingekauft und wie meine Mami es gemacht hätte, Kuchen besorgt und Kaffee gekocht. Das war sehr schön und ein bißchen wie früher, wenn wir nach Hause gekommen sind und alles stand für uns bereit. Meine Schwester hat sich auch gefreut und hatte gar nicht damit gerechnet. Abends sind wir dann essen gegangen. Mit den Kindern hat man auch immer Ablenkung, so dass man gar nicht die ganze Zeit daran denkt. Zum Friedhof sind meine Schwester und ich auch gegangen. Nur wir beide. Meine SChwester hat sehr geweint, ich glaube, das musste mal raus, da sie sich vor den Kindern sonst auch immer zurückhält und wie gesagt, die Ablenkung ist dann auch da und weniger Zeit zum trauern. Haben unserem Papa 4 rote Rosen gebracht, weil er seit 4 Jahren nicht mehr bei uns ist...

Dem Vater meines Chefs geht es schon jetzt immer schlechter. Ich unterhalte mich mit ihm nun auch über diese Dinge wie Pflegebett, Pflegestufe etc...furchtbar...heute hat er mir erzählt, dass sein Papa so traurig ist, weil er alle alleine zurücklassen muss. Das hat mir einen echten Stich versetzt...

Für mich ist es eigentlich zu früh, um wieder so nah mit dieser Krankheit konfrontiert zu werden. Andererseits weiss ich auch, dass es meinem Chef gut tut, wenn er mit jemandem reden kann, der so etwas schon mal erlebt hat...

@nina: wie geht es eurer Nachbarin und wie kommst du damit zurecht?

Und auch ich frage mich so oft, wie schlimm es für meine Mama gewesen sein muss....dieser Gedanke schmerzt mich so sehr...und unsere Lieben waren dennoch so taper...unglaublich. Ich würde es ihr so gerne nochmal sagen, wie sehr ich sie für ihre Stärke bewundere und wie sehr ich sie dafür liebe, dass sie so tapfer für uns war...

Liebe Grüße, Tina

Gina79
19.06.2014, 19:37
Hallo Tina!
Ich finde es eine schöne Idee, dass ihr eurem Papa genau 4 Rosen für die 4 Jahre, die er nicht mehr bei euch sein konnte, gebracht habt. Ich glaube das werde ich mir abschauen und bei meinem Papa auch so machen!

Ja, wenn man abgelenkt ist, dann verdrängt man viel und kommt doch nicht so viel zum Trauern! Aber irgendwann kommt es doch dann raus. Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Schwester durch die Kinder ihre Trauer nicht so zulässt. Gut, dass sie mal richtig weinen konnte! Wie wir ja alle wissen fühlt man sich danach irgendwie wieder leichter!

Meiner Nachbarin geht es ganz schlecht. Sie war erst vor ein paar Tagen wieder im KH weil sie ihr 3 Liter Wasser vom Bauch abgesaugt haben und kommt anscheinend gar nicht mehr wirklich auf. Sie mag auch nicht mehr und wünscht sich loslassen zu können. Ich habe ihren Mann getroffen und ihn gefragt ob sie sich vielleicht über einen Besuch freuen würde. Er meinte eher nicht. Ich kanns verstehen! Wir wollten damals auch eher unsere Ruhe und ich war ehrlich gesagt froh wenn mich niemand gefragt oder angesprochen hatte. Aber sie tut mir so unendlich leid und ihr Mann auch!
Ich denke oft über sie nach und besonders nachts oder vor dem Einschlafen denke ich an Papas Weg zurück.
Mir ist es immer noch ein Rätsel wie schnell diese Krankheit doch kommt und wie schnell man dann die Kraft verliert. Das fand ich bei Papa schon so schlimm und bei meiner Nachbarin sehe ich es wieder.
Ich hab sie, genauso wie meinen Papa, noch so gesund und fit vor Augen. Und plötzlich die Diagnose, dann hoffen und bangen, bergab und bergauf und dann der plötzliche Verlust der Kraft. Es ist noch immer unbegreiflich für mich und kommt natürlich jetzt wieder verstärkt hoch!

Mein größter Wunsch wäre auch, dass ich meinem Papa nochmal sagen könnte, wie stark und tapfer er doch war. Doch Tina, unsere Eltern haben uns so viel mit auf dem Weg gegeben. Sicherlich, es war furchtbar schmerzhaft und viel zu früh, aber sie haben uns so viel gelernt und so unendlich viel an Stärke und Kraft mit gegeben!

ICh wünsche dir noch einen angenehmen und erholsamen Abend und schicke dir ganz liebe Grüße!:knuddel:

Almnixe
19.06.2014, 22:23
Liebe Nina,

die Idee mit den Rosen hatte meine Schwester. Ich fand sie auch besonders schön. Auf dem Friedhof wurde ich beim Wasser holen sogar auf die Rosen angesprochen und erzählte warum und die beiden älteren Frauen fanden es auch so schön. Komisch. Mir fällt gerade auf, dass man auf dem Friedhof auch so eine Art Gemeinschaft ist. Jeder hat einen Lieben verlören und alle wissen, wie es einem damit geht.

Mein Chef hat heute auch gesagt, dass er es kaum fassen kann, wie sehr sich sein Vater in so kurzer Zeit verändert hat. Und wenn ich mich zurück erinnere, war es bei Mami auch so. Sie konnte an einem Tag noch laufen, am nächsten war sie schon zu schwach dafür und so ging es von Tag zu Tag stetig bergab.Mal auffällig, mal unauffällig...Diese Krankheit ist einfach der Teufel!

Ich kann es auch verstehen, wenn Deine Nachbarin keinen Besuch mehr haben möchte. Zum einen ist es viel zu anstrengend, zum anderen braucht man auch die Ruhe. Alles so traurig. Wie fühlt sich deine Mama dabei? Wie geht es ihr überhaupt?

Ich drück Dich und liebe Grüße, Tina

Gina79
20.06.2014, 20:45
Hallo Tina!
Du hast recht, ich empfinde den Friedhof auch als kleine Gemeinschaft. Ich bin ja wirklich in der glücklichen Lage dass der Friedhof zu Fuß nur 10 Minuten von mir entfernt liegt. Für mich ist es also nie ein Umweg und ich kann fast jeden Tag hingehen. Da treffe ich dann meistens die selben Leute, ältere und jüngere Leute. Wir kennen uns inzwischen und quatschen auch mal. Ich fühle mich wohl und es tut mir gut wenn ich sehe dass es anderen Menschen genauso geht.

Wir haben heute wieder mit meinem Nachbarn gesprochen. Meine Nachbarin ist wieder im KH. Er erzählte uns dass sie schon sehr sehr schwach sei und dass sie aber auch ihrer Station bleiben darf und nicht auf die Palliativstation wechseln muss. Bei Papa war es ja genauso. ER durfte auch auf der Lungenstation bleiben. Ich glaub natürlich schon dass auf der Palliativstation mehr auf den Patienten und auch auf die Angehörigen eingegangen wird aber Papa hatte immer so viel Vertrauen in seinen Arzt und sein und unser Wunsch war es dass er auf seiner gewohnten Station bleiben darf. Bei ihr ist es auch so.
Meiner Mama geht es jetzt wieder nicht so gut. Sie hat ja den meisten Kontakt zu meiner Nachbarin, die beiden haben oft stundenlang am Zaun gequatscht und sich Vieles anvertraut.
Außerdem hat Mama am Dienstag Geburtstag. In der Familie hat es auch einige Streitigkeiten gegeben, sodass der Geburtstag auch verändert ausfallen wird. Und Papa fehlt einfach so sehr! Gerade wenn wieder solche Tage anstehen ist alles wieder schwieriger und die Traurigkeit nimmt wieder zu.
Ansonsten lässt sie sich bei mir nicht so viel anmerken und versucht immer wieder dass sie mich aufbaut. Ich glaube aber wenn sie alleine ist geht es ihr nicht immer ganz so gut.

Wir versuchen die sonnigen Tage so gut es geht zu genießen und ich werde am Sonntag gleich wieder eine Runde wandern gehen. Die Natur und die Bewegung tun mir gut!
Machst du noch regelmäßig Sport?
Ja, diese Krankheit ist wirklich der Teufel! Unsere Lieben waren nicht mehr zu retten aber ich hoffe dass irgendwann etwas gegen diese furchtbare Krankheit gefunden wird!

Ich drück dich, schönes Wochenende!

monika100
20.06.2014, 21:45
Hallo Tina,

ich werde deine Idee mit der Anzahl Rosen für jedes Jahr auch aufgreifen wenn ich darf. Ist eine schöne Idee und irgendwie auch ein bisschen was "persönliches" .

Bei meinem Vater sind es in ein paar Tagen 11 Jahre - er hatte eine schwere Herzerkrankung, keinen Krebs - aber ich denke der Schmerz ist der gleiche.
Es ist natürlich nach 11 Jahren nicht mehr so hart wie bei euch, aber z. B. gestern - ich hatte Geburtstag - hat es mich irgendwie wieder voll erwischt. Ich musste einfach zu seinem Grab und musste so weinen... Er fehlt mir immer noch, aber nun gehts wieder!

LG an euch alle und "Kopf hoch"!

Monika

Chandrica
20.06.2014, 22:15
Hallo Monika
erst einmal Happy Birthday nachträglich
Es ist egal wie oder mit welcher krankheit jemand gegangen ist, der Schmerz ist und bleibt dergleiche da hast du vollkommen recht, Bei mir ist es gerade mal 9 Tage her und es zerreißt mich
Die Idee mit den Rosen finde ich auch Klasse, super Idee

moni

monika100
20.06.2014, 22:22
Hallo Moni,

dankeschön:)

9 Tage... ich will es mir gar nicht vorstellen...:pftroest::pftroest:

Mein Mann und ich haben so viel Glück gehabt, mir ist das auch sehr bewusst, er nimmt das manchmal etwas selbstverständlich, ist es aber nicht...

Umarme dich und wünsche dir ganz viel Kraft,

Monika

P.S.
Hab grad deine Seite für deinen Thomas entdeckt, ganz schlimm, tut mir echt leid.
Dein Mann kam ja quasi aus meiner "Nachbarschaft", nur ca. 30/35 km von Kleve weg.

Almnixe
06.07.2014, 16:23
Hallo Ihr Lieben,

natürlich dürft ihr die Idee mit den Rosen aufnehmen. Sehr gern sogar:)

@Moni: Mein herzliches Beileid. Es ist einfach unfassbar, einen seiner Lieben zu verlieren. Meine Mama hatte auch ein kleinzelliges BC. Unaufhaltsam und einfach grausam diese Krankheit. Ich sende Dir ganz viel Kraft und Stärke für die kommende Zeit.

@Monika: Happy B-Day nachträglich. Im Moment kann ich mir gar nicht vorstellem, dass es wirklich besser wird. Bei meinem Papa ist es ja schon 4 Jahre her, aber ich vermisse ihn einfach sehr. Die Gespräche, seine Ratschläge, sein Zuhören und vollkommenes Interesse an meinem Leben, sein Lachen, seine Freude, wenn ich nach Hause gekommen bin...

@Nina: Ich mache noch immer Sport. Gehe regelmäßig zum Yoga und versuche so oft wie möglich zu Joggen. Sport ist ja auch gut, um nicht krank zu werden. Stelle auch gerade meine Ernährung mehr auf Vollkorn um. Ich versuche einfach gesünder zu leben, da ich schon Angst vor dieser Krankheit habe. Bei meiner Mama war es genauso. Ausser in den ersten Wochen nach Papas Tod, war sie immer stark für uns und hat uns ganz toll durch die schwoierige Trauerzeit geführt. Sind eben unsere Mamas und wir sind ihre Kinder. Niemand liebt uns so bedingungslos und ist immre da...

Liebe Mami,

heute vor einem Jahr am 06.07.2014 hatten wir unseren Mädelstag. Dir ging es ganz gut und Du konntest Dich sogar im Bett aufsetzten. Weisst Du noch? Wir haben uns die Fußnägel lackiert und haben geplaudert und waren einfach so froh noch immer zusammen sein zu dürfen. Ich vermisse Dich Mami!

Tina

Gina79
06.07.2014, 20:44
Hallo Tina!
Ich denke auch noch sehr oft an vergangene Tage zurück und kann mich oft genau erinnern was vor ein paar Jahren genau an dem und dem Tag passiert ist oder was wir erlebt haben. Diese Gedanken "heute vor zwei Jahren, am so und so vielten, haben wir das und das erlebt und Papa wusste noch nichts von seiner Diagnose. Oder an dem und dem Tag vor zwei Jahren ging es Papa noch gut. Irgendwie schön wenn man an diese Erlebnisse zurückblicken darf aber zugleich auch wieder so traurig weil man genau weiß dass man sie nie wieder so erleben wird. Weil immer eine Person fehlt!

Ich hab ja jetzt Ferien und am 17. dann Geburtstag. Bei mir wirbelts auch gerade wieder sehr viel auf! Ich versuche mich ein bisschen abzulenken. Bin heute gleich mal eine Runde joggen gegangen und hab mir den Kopf wieder ein bisschen leer gelaufen! Tat gut!
Find ich toll dass du noch immer Yoga machst! Bin ja auch in einen Pilateskurs gegangen, ist jetzt leider Sommerpause! Ich versuche auch mich gesund und ausgewogen zu ernähren! Ich weiß zwar dass es keinen garantierten Schutz gegen das Krank werden gibt, aber ich möchte wenigstens aktiv sein und mich gut ernähren!
Die Angst vor Krebs ist bei mir immer noch sehr stark! Egal ob ich irgendwelche "kleinen" Beschwerden habe oder meine Mum oder sogar der Hund, die Angst dass diese Krankheit wieder zuschlägt ist voll da! Wahrscheinlich deswegen weil es uns bei Papas Diagnose auch so plötzlich, wie aus dem Nichts, getroffen hat!

Bleib tapfer! Drück dich!

papillon0110
07.07.2014, 08:28
Hallo liebe Tina,

hab mal wieder hier reingeschaut. Werd am Donnerstag besonders an Dich denken !!!!!!
Ja, die letzten Wochen im vergangenen Jahr hol ich mir auch täglich ins Gedächtnis. Es waren die intensivsten bis zum 28.08.
Am Samstag hatte meine Tochter ihren ersten Geburtstag ohne ihre geliebte Oma gefeiert. Wir beide sind alleine mittags auf den Friedhof und haben dort jeder ein Stück Erdbeerrolle gegessen :rotier:. Diesen Kuchen hatte bislang immer Mama für sie gebacken, jedes Jahr bekam sie ihren Lieblingskuchen von ihr und dieses Jahr hab ich es gemacht, um diese schöne Tradition beizubehalten. Wir haben geweint auf dem Friedhof, sehr sehr viel und auch gelacht, weil wir diese Idee zwar etwas verrückt aber auch sehr schön fanden. Ich geb Euch Recht, auf dem Friedhof ist man eine schöne Gemeinschaft. Ich hab schon so viele Leute dort kennen gelernt, getröstet, mich mit ihnen laaange unterhalten über ihre Lieben und freu mich immer sehr, wenn ich die gleichen Gesichter dort antreffe. Auch an diesem Samstag Nachmittag beim Kuchen essen, hat uns keiner schief angeschaut. Im Gegenteil, die, die wir trafen haben gesagt, oh wie schön, das ihr das macht.

Diese kommenden Wochen bis zum 1. Sterbetag von Mama werden nicht leicht. Ich merke, das ich wieder anfälliger bin zum Weinen. Hab meine Trauer eigentlich sehr gut im Griff. Mach wieder viele Dinge, die mir gut tun und dann ist man etwas abgelenkt, aber ich hab jeden Tag noch im Gedächtnis, was vergangenes Jahr war und es schmerzt sehr. Ich vermisse sie unendlich.
Am Freitag hätte sie Geburtstag. Nächstes Jahr hätten wir beide runden. Sie 70 und ich 50.
Es tut weh zu wissen, sie nicht mehr bei sich zu haben.
Werd am Donnerstag ein Kerzchen anzünden liebe Tina.
Drück Dich mal wieder feste und schick Dir gang ganz liebe Grüße
Yv.

Almnixe
07.07.2014, 23:00
Hallo liebe Nina und liebe Yvonne,

dieses genau Wissen darüber, was vor einem Jahr oder auch vor zwei Jahren war, ist auch bei mir gerade sehr intensiv. Ich denke vor allem an unseren letzten Urlaub vor fast genau zwei Jahren in Marokko. Das war so schön. Mama ging es trotz Chemo und Gamma Knife Behandlung sehr gut und sie hat den Urlaub mit uns so genossen und umgekehrt genauso. Ich war mit ihr alleine für zwei Tage in Marrakesch und das werde ich nie vergessen. Es waren zwei so schöne und erlebnisreiche Tage. Ich finde es so sehr schade, dass ich nie wieder so etwas mit ihr erleben werde. Vor allem weiss ich, dass auch sie es so schön fand und die nächste Reise mit mir eigentlich auch schon geplant war. Dann schießen mir auch wieder die Bilder von genau vor einem Jahr in den Kopf. Ach diese verdammte Krankheit...

@Nina: Ich habe auch immer direkt Angst, etwas sehr ernsthaftes zu haben, sobald es mir nicht so gut geht. Ich denke auch immer direkt an Krebs. Ich bin froh, dass es dir auch so geht, weil ich schon dachte, dass ich übertrieben reagiere. Ich glaube so wie du, dass es davon kommt, dass diese Krankheit plötzlich da war und man so rein gar nichts dagegen tun konnte...Aber ich finde es auch gut, dass auch du dich versuchst gesünder zu ernähren, bzw. einfach insgesamt gesünder zu leben. Das ist zumindest etwas, was wir beeinflussen können. Wirst Du denn in deinen Ferien wegfahren? Hast du etwas mit deiner Mama geplant? Das dich dein Geburtstag wieder unruhig macht, kann ich so gut verstehen. Das sind Tage, die man nciht so einfach wegsteckt und man wünscht sich ja auch nichts sehnlicher, als dass unsere Lieben vor allem an diesen Tagen bei uns sein können...Drück Dich lieben Nina! Genieße Deine freie Zeit trotzdem. Ihr habt in Österreich doch bestimmt super Wetter. Hier im Norden ist es immer noch recht wechselhaft, aber tendenziell warm. Das tut schon ein wenig gut! Tina

@Yvonne: Schön mal wieder von Dir zu hören. Es ist auch richtig und wichtig, dass man Dinge tut, die für einen gut sind. Auf mich wirken diese Dinge bruhigend und ich habe oft dadurch das Gefühl, dass ich emotional mal eine Pause habe. Ich werde dadurch ausgeglichener.
Ich finde es sehr schön, dass du mit deiner Tochter die Tradition fortführst. Ich denke, dass dies sowohl für deine Tochter als auch für Dich gut ist, da sich dadurch nicht alles ändert und man sich dadurch seiner Lieben auch wieder ein Stück näher fühlt. Es ist zwar sehr traurig, aber auch ein warmes Gefühl. Und wenn du mit deiner Tochter weinen konntest, dann ist das doch auch ein Teil der Verarbeitung, die euch beiden gut tut. Ich würde gerne auch öfter auf den Friedhof gehen können, aber ich wohne einfach zu weit entfernt. Ich merke auch, dass mir die Begegnungen dort sehr gut tun. Alle sind gleich und keiner muss sich verstellen. Das ist so einfach.
Die letzten Wochen waren auch für mich sehr schwierig. Diese Zeit war so wahnsinnig intensiv und auch ich vermisse meine Mami unwahrscheinlich. Ich denke an Dich die nächsten Wochen und sende Dir ganz viel Kraft und Energie. Vielen Dank für die Kerze, das ist ganz lieb von Dir! Ich drück Dich, Tina

Almnixe
26.07.2014, 11:21
Hallo Ihr Lieben,

gestern ist der Vater meines Chefs verstorben. Ihm blieben von Diagnose Leberkrebs bis zu seinem Tod nur knapp 2 Monate. Mein Chef hat mir noch in der Nacht geschrieben und es hat mich wirklich tief getroffen. Ich weiss so genau wie es ihm und seiner Familie nun geht. Dieses unfassbare Gefühl, dieser komische Schockzustand, dieses nicht realisieren können was da eigentlich mit welcher Endgültigkeit passiert ist. Dieses bescheuerte organisieren der Beerdigung...ganz schrecklich.

Mama und Papa ich vermisse Euch. Das hätte einfach alles gar nicht passieren dürfen.

LG! Tina

Magda77
26.07.2014, 12:38
Hallo meine Lieben.
Ich war sehr lange nicht mehr hier....ich wollte nur bescheid sagen das am 13.07.2014 um 10.11Uhr mein geliebter Papa für immer eingeschlafen ist.Am 18.7-war die Beerdigung.(Er hatte Magenkrebs in Endstadium)....ach diese verfluchte und unberechenbare Krankheit....
es tut so weh...ich kann es noch gar nicht glauben das papa nie mehr wieder kommt.Es ist so unrealistisch...
aber was mir sehr wichtig ist Euch zusagen;ich war dabei als er einschlief und er hatte absolut keine schmerzen,er war sehr ruhig und von liebe umgeben.Wir hielten seine Hand und streichelten Ihn ganz sanft.C.a 6 min bevor er ging merkte man das papi immer kühler würde und seine haut sich total komisch veränderte.Dann hat er nur ganz kurz 2 mal ganz schnell hintereinander luft geholt und das wars dann.Total friedlich von uns gegangen.Ich Vermisse ihn so schreklich doll das man das gar nicht in Worte fassen kann.Ich liebe Ihn so abgötisch!!!!!!!!!!!!!!! Er wird mein Leben lang immer in meinen Herzen bleiben und ich werde nieeee aufhören ihn zulieben.:weinen::weinen::weinen::weinen::weinen:L iebe Grüsse-Eure Magda

Gina79
26.07.2014, 19:59
Hallo Tina!
Ja, man ist tief betroffen, wenn man hört, dass diese fiese und schreckliche Krankheit schon wieder einem Menschen sein Leben genommen hat. Es sind auch bei dir sicherlich wieder Erinnerungen und Gedanken hochgekommen?! Ich denke auch oft zurück an diesen Schock, diese Leere, diese Unfassbarkeit und das langsame Realisieren dass dieser Mensch, an den man doch so sehr gewöhnt ist, einfach nie mehr wieder kommt!
Für mich ist es jetzt, fast eineinhalb Jahre nach Papas Tod noch immer so unreal. Manchmal glaube ich es ist ein böser Traum und wenn ich erwache ist alles so wie früher!
Ich möchte nicht sagen, dass früher immer alles toll und glücklich war. Auch da gab es Tage wo es mir, wahrscheinlich aus belanglosen Gründen, mal nicht so gut ging oder ich schlecht gelaunt war oder mir etwas über die Leber gelaufen ist. Aber jetzt, nach dem Tod von Papa, jetzt ist das Leben für mich irgendwie so ein Übergang. ICh merke, dass ich einfach nicht so richtig im Leben stehe und alles ich alles einfach irgendwie passieren und vergehen lasse.
Ich versuche die Momente zu genießen, weil ich ja jetzt besonders gut weiß, wie wichtig es ist im Heute zu leben. Aber je intensiver und schöner das ERlebnis umso mehr fehlt mir mein Papa!
GEht es dir genau so?
Meinen GEburtstag mag ich gar nicht mehr feiern! Weihnachten ist auch so eine eigene Geschichte! Es wird halt einfach nicht mehr wie es war und das tut verdammt weh!

Bei mir ist vor einer Woche meine Oma verstorben. Sie ist ganz ruhig auf ihrem Sofa, während des Mittagsschläfchens eingeschlafen. Für sie ein schöner Tod aber für uns mit 89 noch immer zu früh weil es keine Anzeichen dafür gab! Die Woche davor ist meine Großtante verstorben und im Juni meine Nachbarin an Krebs. (ich hab schon mal geschrieben von ihr!)
Bei mir ist auch wieder viel zusammen gekommen und immer sind auch Gedanken an Papa dabei!

Ach Tina, du hast so recht, das alles hätte niemals passieren dürfen! Verstehen werden wir es nie!

ICh wünsche dir noch einen schönen und erholsamen Abend und einen schönen Sonntag!
Bei uns wird das Wetter ab morgen leider wieder regnerisch!

Alles Liebe, drück dich!

Liebe Magda! Es tut mir leid, dass auch du deinen Papa an dieser fiesen Krankheit verloren hast! Es wird dir später vielleicht helfen, dass du noch bei ihm sein konntest! Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

Almnixe
28.07.2014, 18:21
Liebe Nina,

mein herzliches Beileid zum Tod Deiner Oma und Deiner Großtante. Diese Ereignisse werfen einen wirklich zurück. Von Deiner Nachbarin hast Du berichtet und es ist nach wie vor immer wieder unglaublich, wie schnell es doch geht, wenn die Krankheit nicht mehr zu stoppen ist. Und wir können alle Stadien davor und danach so gut nachempfinden...leider.

Ich kenne das, was Du beschreibst sehr gut. Ich lebe so dahin. Manchmal denke ich nicht daran, dass meine Eltern nicht mehr da sind und fühle mich trotzdem nicht gut und irgendwie leer. Dann fällt es mir ein und ich denke "Oh Gott, Dein Leben wird nun für immer so sein! Das ist nun die Realität!" Es fühlt sich komisch und nicht richtig an. Obwohl mein Papa nun schon seit 4 Jahren nicht mehr bei uns ist und Mama seit über einem Jahr. Es hat bei mir nun auch schlagartig aufgehört, daran zu denken, was heute genau vor einem Jahr war, weil Mama da eben schon nicht mehr da war. Es gibt kein vor einem Jahr mehr...Ende des Jahres feiere ich einen runden Geburtstag. Den ersten ohne meine Eltern. Seit gut einem Jahr haben alle meine Freunde diesen besagten Geburtstag und eigentlich haben ihn alles groß gefeiert. Viele fragen mich, was ich machen werden. Ich mag nicht feiern...ich habe nichts zu feiern. Ich würde die Party für meine Freunde machen, aber nicht für mich. Es denkt gar keiner daran, dass ich vielleicht keine Lust dazu haben könnte, da meine Eltern nicht mehr da sind...Das ist komisch. Am We war ich bei meiner SChwester und auch wir hatten das Geburtstagsthema. Ich habe gesagt, dass ich wegfahren möchte. Das werden wir jetzt machen...das ist gut.

Am 20.Juli war die Taufe von Julius. Das war eigentlich ein schönes Ereignis und wir haben die Taufe und auch den Tag davor richtig schön gefeiert. Alle waren da. Nur meine Eltern nicht. Meine SChwester und ich durften nicht daran denken, sonst wären wir immer in Tränen ausgebrochen. Es hätte den beiden so gut gefallen und sie wären so gern dabei gewesen. Für meine Schwester und mich war es zwar schön, aber sie haben uns mehr denn je gefehlt...mir geht es also genauso, liebe Nina. An besonders schönen EReignissen wird es einem noch viel bewusster und umso mehr fehlen sie.

Ich drück Dich Nina! Bei uns ist das WEtter tatsächlich seit einigen Tagen sehr gut! Liebe Grüße, Tina

Liebe Magda,
mein herzliches Beileid zum Verlust Deines Papas. Es ist so ein einschneidendes Erlebnis einen seiner Lieben zu verlieren und dann auch noch an dieser grausamen Krankheit. Bei Dir ist es noch ganz frisch , so dass Du bestimmt noch in einer Art Schockzustand bist. Aber das Realsieren fällt auch sehr schwer, wie Du an Nina und mir siehst. Wir können es auch nach über einem Jahr noch nicht richtig begreifen, dass es nun wirklcih und tatsächlich endgültig ist.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit!
Liebe Grüße, Tina

Gina79
29.07.2014, 18:51
Hallo Tina!
ICh finde es schön und richtig, dass du zu deinem runden Geburtstag wegfährst! Auf Party-machen habe ich auch ganz und gar keine Lust!
Ja, zu besonders schönen Anlässen, da kommt die Traurigkeit doppelt hoch! Wenn ich etwas besonders genieße, dann muss ich sofort an Papa denken und daran dass er nicht mehr dabei sein darf, obwohl er so ein Genießer war! Ich muss mich dann richtig zusammenreißen und an etwas anderes denken. Ich versuche auch an so wichtigen Tagen, wie Papas anstehender GEburtstag, genau an diesem TAg nicht zu emotional zu werden. An solchen Tagen probiere ich immer mich runterzuholen und nicht zu viel GEdanken aufkommen zu lassen. Die Traurigkeit kommt ja eh spätestens ein paar Tage später dann doppelt hoch!
Ich kann mir gut vorstellen, dass es euch bei der Taufe des kleinen Julius so ergangen ist. Ein wunderschönes EReignis aber es bleibt halt immer wieder der Gedanke daran warum unsere Liebsten nicht mehr dabei sein können.

Ich bin momentan voll am Garten arbeiten! Diese Woche habe ich sehr viel Holz verräumt! Außerdem tut es mir im Moment gut wenn ich im Garten herumzwicken darf! Manchmal ist es mühsam! Wir haben sehr viel Grund und das RAsenmähen und die Pflege nimmt doch sehr viel Zeit in Anspruch und ist sehr anstrengend! Aber in den Ferien macht es Spaß! Wir sind ja im Moment nur ein "Mäderl-Haus"! Wird Zeit dass mein Prinz mal anklopft! :)

Ich wünsche dir noch eine schöne Woche und hoffentlich schönes Wetter!
Drück dich auch!

Almnixe
31.07.2014, 21:03
Liebe Nina,

diese Tage werden uns wohl noch lange verfolgen. Mein Onkel fragte mich auch auf der Taufe, ob bei mir alles in Ordnung ist soweit. Er macht sich immer Sorgen um uns, da wir auch schon unseren Cousin verloren haben, der erst 22 Jahre alt war. Damals ging es unserer Tante sehr, sehr schlecht (kein Wunder) und nun hat er immer Sorge, dass auch wir Depressionen etc. bekommen. Aber ich sagte ihm nur, dass ich noch immer unendlich traurig bin und die beiden einfach sehr vermisse. Er sagte, dass das wohl noch sehr lange so sein wird. Ich glaube, das wird für immer so sein. Vielleicht ändert es sich irgendwann ein bisschen, aber wir werden wohl nie die Geburtstage und Todestage vergessen und an Weihnachten und unseren Geburtstagen werden unsere Lieben immer fehlen.

Aber Ablenkung tut gut. Du hast den Garten, ich bereite gerade einen Jungesellinenabschied vor. In zwei Wochen geht es übers We nach Holland an die Küste. Mit 10 Mädels und 5 Zelten. Das nimmt auch gerade viel Zeit in Anspruch, zudem ich auch noch parallel an einem Fotobuch bastel. Ich hoffe, das klappt alles noch...

ich wünsche Dir noch eine schöen Restwoche und ein schönes We!

Liebe Grüße und drück Dich! Tina

Almnixe
31.12.2014, 14:56
Liebe Mama, lieber Papa,

das erste Jahr ganz ohne euch beiden geht zuende. Es war nicht so schön wie die Jahre mit euch zusammen, aber wir versuchen das Beste daraus zu machen. Wenn ihr tatsächlich noch irgendwo sein solltet und auf uns aufpasst und unsere Leben weiterhin mitverfolgt, dann wisst ihr ja alles. Leider spüren wir euch nicht.

Ich habe euch dieses Jahr ganz besonders an meinem Geburtstag vermisst. Wir waren mit dem Rest der Familie verreist. Ich denke, das war in eurem Sinne. B + J kümmern sich ein wenig um uns. Ich frage mich immer Mami. ob du B darum in eurem letzten Gspräch gebeten hast. Ich traue mich nicht zu fragen. Aber auch wenn du es nicht getan hast und sie es von alleine tut, hilft uns das, denn auch sie gehört zu einer der letzten lebenden familiären Verbindung zu dir. Ich denke, du weisst das.

Ich habe Euch sehr lieb und vermisse Euch unendlich!

Eure Tochter

Gina79
03.01.2015, 17:44
Ach Tina :knuddel:
Ich hoffe so sehr, dass unsere Lieben unser Leben wenigstens von der Entfernung aus ein bisschen miterleben dürfen! Spüren kann ich es ehrlich gesagt auch nicht wirklich. Obwohl wenn ich bei Papa am Grab stehe und ihm Ereignisse erzähle, dann sag ich immer zum Schluss "du wirst es aber eh schon wissen oder du wirst ja eh dabei gewesen sein". Irgendwie verfolgen mich schon die Gedanken dass es vielleicht so sein könnte!
Manchmal, wenn ich Sorgen habe und am Grab stehe dann flehe ich Papa an er solle doch irgendwas machen oder er falls er kann sollte er uns helfen dass diesen und jenes doch gelingt.
Manches gelingt dann und manches eben auch nicht. Aber ich denke wenn es von da oben so gut zu steuern wäre (wie ich mir wünschen würde), dann hätten einige Menschen da oben nicht zugelassen dass unsere Eltern so viel Leid erfahren. Ach, ich weiß auch nicht!

Ich finde es schön, dass du jemanden aus der Familie hast, der sich ein bisschen um dich kümmert. Gerade bei dir ist es ja doppelt so schlimm, dir fehlen ja beide Eltern! Ich weiß, es kann niemand auf Erden Mama und Papa ersetzen, aber ich glaube es ist gut wenn man weiß dass man sich auf jemanden verlassen kann und weiß wo man Hilfe erwarten darf. Das finde ich schön!

Ich war zu Silvester zu Hause! Ich mag den Jahreswechsel sowieso nicht so gerne und die viele Schießerei macht meinen Hund ganz unruhig und nervös! Da bin ich gerne daheim! Ich hätte schon Einladungen gehabt, mag aber auch nicht dass Mama an diesem Tag alleine daheim ist.
Ja, wir haben auch drei kleine Kinder in der FAmilie! Da geht es wirklich rund!
Ich hoffe du verbringst die kalten und verschneiten Tage gut und hast deine Verkühlung schon wieder ein bisschen auskuriert!

Alles Liebe und ein großes Drückerle!

Almnixe
08.05.2015, 21:33
Hallo Mami,

heute vor genau 2 Jahren warst Du bei mir. Wir wollten Dich soweit hochpäppeln, dass Du wieder eine Chemo bekommen kannst. 3 Wochen lang hat das auch gut funktioniert, bis genau heute. Da hast Du eine Lungenentzündung bekommen und musstest sofort ins KH. Rückblickend war das der Anfang vom Ende. Vor 2 Jahren hast Du gekämpft wie eine Löwin, weil Du uns nicht alleine lassen und unbedingt bei uns bleiben wolltest. Ich weiß noch, wie sehr Du Dich bemüht hast ganz stark vor den Ärzten zu sein, damit sie nochmal einer Chemo zustimmen und wie schlimm es für uns war, als sie dieses verneinten. Ich kann das Gefühl gar nicht in Worte fassen und trotzdem war mir noch immer nicht klar, dass Du tatsächlich sterben wirst. Und Du hast einfach weiter gemacht, bis Deine Kraft nicht mehr ausreichte. Und selbst da hast Du mich noch gefragt, ob Du nochmal richtig kämpfen sollst, weil Du gesehen hast, wie unglücklich ich war. Ach Mami! Du bist meine Heldin, mein Vorbild und es ist noch immer unbegreifbar, dass Du nicht mehr da bist.

Ich umarme Dich! Deine Tochter

Almnixe
10.07.2015, 22:12
Liebe Mama,

heute vor zwei Jahren um 17:00 Uhr mussten wir dich gehen lassen. Ein schwerer Tag und so endgültig. Ich begreife es eigentlich immer noch nicht.

Ich vermisse dich und Papa sehr.

Wir haben nun angefangen das Haus aufzuräumen. Ich denke, es wäre in Papas und deinem Sinne. Als wir letzte Woche da waren, hat dein Radio in der Küche plötzlich verrückt gespielt und die Zeiger der Uhr sind einfach nur so dahingerast. Wart ihr das? Sollen wir uns nun beeilen?

Ich liebe Euch. Ich hoffe es geht Euch gut wo ihr seid!

Eure Tochter

Almnixe
04.09.2015, 21:13
Liebe Mami, lieber Papi,

am 17./18.08. war es nun soweit. Wir haben das Haus komplett leerräumen lassen. Es war soooo verdammt schwer. Netti und ich waren zuvor an den Wochenenden da und haben Eure Sachen sortiert und uns die Dinge genommen, die wir einfach nicht weggeben konnten. Es ist wahrscheinlich viel zu viel, aber wir konnten nicht anders. Die Dinge gehörten so sehr zu Euch und auch zu uns, zu unserem alten Leben und unsere gemeinsame Zeit. Wir hätten am liebsten alles so gelassen wie es war, aber das ging nicht, das Haus braucht Leben.

An den Tagen, als die Entrümpler kamen, bin ich zu Netti gefahren und wir haben uns mit den Jungs eine schöne Zeite gemacht. Jens war im Haus und hat aufgepasst, dass auch alles ordnungsgemäß ausgeräumt wird. Es war wie an Euren Beerdigungen. Die gleiche Stimmung...Das ist alles so furchtbar und ich bin so wütend, dass wir das machen mussten. Warum musstest ihr denn auch sterben? Warum denn gleich beide? ich werde es nie verstehen und will es auch nicht verstehen, weil es einfach so ungerecht ist!

Ich vermisse Euch so sehr!

Eure Tochter

PS: Morgen ist Thans Einschulung. Weisst Du noch Mami? Das hattest Du Dir als Ziel gesetzt. Wir wären alle so glücklich, wenn Du morgen dabei sein könntest...

Flinchen
07.10.2015, 22:09
Liebe Tina,

ich war schon solo lange nicht mehr hier - habe einfach keine Kraft. Vielleicht erinnerst Du Dich an mich?
Ich habe meine Mama mittlerweile gehen lassen müssen. Schon am 24.7. ist sie gestorben. Am Ende war es doch plötzlich und unsere Geschichten ähneln sich sehr. Meine Mutter bekam ihre Diagnose an dem Tag, als Deine Mama starb.

Sie bekam zwei Wochen vor ihrem Tod plötzlich Luftnot und wir haben sie ins Krankenhaus gebracht. Dort ist sie auch bis zum Schluss geblieben, die Ärzte wollten sie aufpäppeln und eine weitere Organchemo (Lebermetastasen) versuchen, aber dazu kam es nicht mehr.
Zum Schluss kam vieles zusammen, Lungenembolie, Wasser in Bauch und Beinen, Leberversagen....Sie ist innerhalb von 12 Stunden gestorben und meine Schwester und ich waren bei ihr. Wie zwei kleine Waisenkinder haben wir uns gefühlt und fühlen uns auch immer noch so.
Sie auf dem letzten Weg, in den letzten Stunden zu begleiten war richtig, aber es ist immer noch so unfassbar. Ich fühle mich, als würde direkt neben mir der Abgrund sich auftun und wenn ich genauer hinsehe, dann stürze ich ab.
Tatsächlich glaube ich auch, dass das Vermissen nicht weniger wird - ich hoffe nur, dass man sich daran gewöhnt.
Meine Schwester und ich stehen jetzt ebenso wie ihr vor so vielen Herausforderungen, die man alleine bewältigen muss - immerhin will sie das Elternhaus übernehmen, so dass uns das Entrümpeln erspart bleibt.

Es ist so unsagbar schwer, ohne Eltern zu sein (mein Vater ist ja auch bereits vor drei Jahren gestorben), selbst wenn man für erwachsen gehalten wird, ist man doch noch viel zu jung.

Ich wünsche Dir auch weiterhin viel Kraft!
Alles Liebe Kristina