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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine "kleine" Schwester hat Brustkrebs


Tanja_M.
10.11.2013, 23:13
Hallo,

ich bin seit vorgestern dabei. Meine "kleine" Schwester (34) hat letzte Woche die Diagnose Brustkrebs bekommen.
Bis auf V. a. Metastasen in der li. Achsel und in der li. Brust selber liegen keine weiteren Metastasen vor, die Krebseinteilung, kenne ich mich noch nicht aus, ist aber eher im schlechteren Bereich.
Ich hoffe auf einen Erfahrungsaustausch mit anderen Angehörigen, aber auch Tipps von Betroffenen.
Ich möchte helfen und nicht zur Last fallen. Was kann man tun, was sollte man lieber lassen?

Wir können in der Familie zum Glück gut über das Thema sprechen.

Liebe Grüße an Alle.

Tanja

NicoleZ
11.11.2013, 17:55
Nun dann antworte ich mal als Betroffene.
Brustkrebs, zumal er ja auch nicht in lebenswichtige Organe metastasiert ist, ist heutzutage gut zu behandeln.
Leider dauert die Behandlung ziemlich lange, und egal ob der Krebs danach wiederkommt oder nicht, wird sich deine Schwester erstmal jahrelang nicht besonders gut fühlen.
Je nachdem welche Therapien für sie in Frage kommen, kann es sein, dass sie sich ab jetzt anderthalb Jahre im Ausnahmezustand befindet (und das gilt für den Fall, dass das Mistvieh wegbleibt).

Als ich mit der Brustkrebs-Diagnose um die Ecke kam, gab es verschiedene Reaktionen, die ich jetzt nicht alle aufzählen werde, aber ich sag mal so : es ist -nicht- hilfreich, wenn man dauernd Leute am Telefon hat, die man selbst trösten muss, und es ist auch nicht hilfreich, wenn man angeschaut wird wie ein lebender Toter und von "Freunden" nie wieder etwas hört.

Am meisten haben mir diejenigen Menschen geholfen, die die ganze lange Zeit hindurch einfach mal jede Woche nachgefragt haben, wie es mir denn so geht und sich die Antwort auch tatsächlich angehört haben. Das waren 2 Personen und eine davon war meine Mutter ;).

Also, langer Rede kurzer Sinn, mache deiner Schwester klar, dass sie sich auf dich verlassen kann und frage sie einfach regelmäßig, wie es ihr geht und ob du etwas für sie tun kannst. Da ihr ja über alles gut reden könnt, müsste das doch machbar sein :-).

Tanja_M.
12.11.2013, 22:51
Hallo Nicole,

danke für Deine ehrlichen Tipps. Ohne Erfahrungen von Betroffenen oder Angehörigen habe ich keine Chance es gut zu machen. Ich merke schon, das einige Leute im Umkreis meiner Schwester von Betroffenheit übermannt werden und sie extrem überfordern.
Meine Schwester selbst gibt sich sehr tapfer, klar und überlegt. Meist reagiert sie unsicher, wenn sie die Meinung anderer gehört hat...aber soll ich mich da einmischen?
Ich brauche bitte viele Infos dazu, wie ich meiner Schwester während der Chemo helfen kann. Es soll spätestens übernächste Woche losgehen.
Hat jmd. Infos dazu, ob ein Port (?) im Arm oder am Schlüsselbein "besser" oder besser zu ertragen ist?

Bitte helft mir, mich möglichst gut einzubringen, ohne eine nervige Belastung zu sein. Ich hätte niemals glauben können, dass es einem so den Boden unter den Füßen wegreißt. Ich kann nicht mal ahnen, wie meine Schwester sich als Betroffene fühlt :(

LG und gute Nacht.

Tanja

NicoleZ
13.11.2013, 09:25
Zur Portfrage gehe doch einfach in die "Brustkrebsabteilung" hier, ich kann da nicht helfen, weil mir keiner angeboten wurde. Was doof war, weil ich ein Jahr lang Infusionen bekommen habe und jedesmal ein neuer Zugang gelegt wurde...

Während der Chemo helfen, hm. Meine Familie hat mir einen Discman und ein paar Hörbücher geschickt, damit mir die Infusion nicht so langweilig wurde.

Ansonsten gibt es heutzutage gute Medikamente gegen die Nebenwirkungen, die man üblicherweise vor der Chemo verschrieben bekommt und sich dann in der Apotheke abholt. (Es sei denn, man hat eine so verpeilte Ärztin wie ich, die das erstmal glatt vergessen hat).

Frag doch deine Schwester, ob du mit zum Arztgespräch kommen sollst. 4 Ohren hören mehr als 2, und in den Onkologien herrscht heutzutage eine ziemliche Massenabfertigung.

Außerdem ist eine Chemo zuzahlungstechnisch ein ziemlich teurer Spaß, falls deine Schwester also irgendwie die Möglichkeit einer Zuzahlungsbefreiung hat, sollte sie sich da auch vorher drum kümmern.

Die Nebenwirkungen einer Chemo sind dann wieder von Person zu Person recht unterschiedlich und hängen natürlich auch von der jeweiligen Chemo ab.

Aber, nur vorab, nein, es geht einem dabei nicht jeden Tag schlecht, sondern an den meisten Tagen eigentlich sogar ganz gut, sodass man sich durchaus um sein Leben kümmern kann; und falls du deiner Schwester an den anderen Tagen beistehen kannst oder willst, dann schau einfach mal, was da so nötig ist. Ich konnte z.B. an manchen Tagen einfach noch nicht mal die Katzenklos saubermachen.

Je länger die Chemo dauert, desto schlapper wird man auch. Irgendwann fehlt es einem besonders am Immunsystem.
Aber üblicherweise bekommt man von der Onkologie eine Notfallhandynummer und sollte sich auch umgehend melden, falls man eine Infektion bekommt, auch bei Schnupfen !
Falls deine Schwester so drauf ist wie die meisten Leute in unserem Alter ;), wäre es ganz gut, wenn du sie dann explizit treten könntest, denn unsereiner geht normalerweise natürlich nicht mit einem Schnupfen zum Arzt.
Während der Chemo sollte man das aber wirklich tun.

Mehr fällt mir nunn wirklich nicht ein, schau doch einfach mal in der Brustkrebs-Abteilung herum, wegen der Port-Frage oder im Chemo-Thread.

annemarie12
13.11.2013, 11:15
Ich bin eine „große“ Schwester, meine Schwester ist 4 Jahre jünger als ich.
Mir wurde meine linke Brust operiert, der Port wurde rechts unter dem Schlüsselbein implantiert.
Aufgrund meiner 3-jährigen Erfahrung mit Krebsbehandlung(en) kann ich sagen, dass Ärzte gerne solche Eingriffe ambulant und mit örtlicher Betäubung durchführen, evtl. noch mit Beruhigungsmitteln. Es sind also keine gravierenden Eingriffe….wenn alles gut läuft, ohne Komplikationen…wenns nicht reibungslos läuft, kriegt man als Patientin alles mit…und hat evtl. Schmerzen dabei…
Ich lehne das ab, da es für mich als Krebspatientin in einer außerordentlichen Lebenskrise einen enormen zusätzlichen Stress bedeutet. Ich würde zumindest auf eine „Schlafspritze“ bestehen.
Wenn man an Krebs erkrankt, ist die erste Priorität, alles zu tun, so stressfrei und mit so wenig Schmerzen wie möglich durch diese sch… Zeit zu kommen.
Es ist nicht die Zeit, den Helden zu spielen nach dem Motto: „Ach, ist ja nicht so schlimm, stell dich nicht so an“
Mein Port wurde sogar unter Vollnarkose gesetzt, da eine 2. OP notwendig war, in der 16 Lymphknoten entfernt werden mussten (7 davon waren befallen).
Ich würde den Port unter dem Schlüsselbein setzen lassen, denn dann hat man nicht immer das „Gebaumel“ der Infusionsschläuche während der stundenlangen Chemo um sich.
Ich bin in der Anfangszeit nach der Diagnose immer mit Begleitung in die Arztgespräche gegangen, da ich in dem Ausnahmezustand oft etwas falsch verstand oder falsch interpretierte.
Du als Schwester solltest darauf achten, dir auch immer wieder Auszeiten zu nehmen, um deiner Schwester wieder gestärkt beistehen zu können.

Tanja_M.
13.11.2013, 18:52
Ich danke Euch wirklich sehr, diese Infos helfen mir auf jeden Fall weiter.

Ich würde gerne zu den Arztgesprächen mitgehen, aber da nimmt sie natürlich ihren Ehemann mit. Wenn sie berichtet, fallen mir immer noch ein paar Dinge ein, die ich gefragt hätte. Aber "Hätte, hätte...Fahrradkette" :) und ich möchte sie nicht verunsichern.

Heute waren wir das erste mal bei der Perückenberatung...ich war überrascht, dass die Dinger auf den Plastikköpfen an meiner Schwester gar nicht so verkehrt waren, teilweise haben die ihr sehr gut gestanden.

Ich glaube beim Port wird sie sich auch für das Schlüsselbein Entscheiden, hat sie heute kurz angedeutet. Und der wird dann auf der Seite gelegt, wo die Brust nicht operiert wird?

Kann jmd. ein gutes Buch empfehlen? Ich habe mir das Überlebensbuch (aktuelleAuflage) und das von Miriam Pielhau besorgt. Das Zweite habe ich schon vor einiger Zeit gelesen, dann verliehen und nie wieder gesehen. Ich fand es für einen Außenstehenden recht informativ, was die Gefühlswelt angeht.

Tausend Dank nochmal und LG.

annemarie12
13.11.2013, 19:22
Bücher oder so? Aber klar doch!
Aaalso: "Krebs. Die unsterbliche Krankheit" von Martin Bleif, dann "Der König aller Krankheiten, Krebs - eine Biographie" von Siddharta Mukherjee und die Zeitschrift "happinez" - das Mindstyle-Magazin, am besten der Schwester als Jahresabo schenken, wie es meine Schwester tat ;-).
Alles Gute und vielleicht ist ja was dabei, was interessiert LG :winke:

Tanja_M.
13.11.2013, 19:51
Danke, dann werde ich mal bei Amazon einkaufen...:)
Einen schönen Abend noch.

Tanja_M.
17.11.2013, 08:16
Gersten haben wir, nach einer bereits erfolgten Perückenanprobe am Mittwoch, eine Favoritin gefunden...meine Schwester sah damit sehr schön aus...besser als mit IHREM Haar, Ironie des Schicksals. Sie hat es sogar selbst gesagt :s

Am Montag bekommt Sie den Port in den Arm gelegt, ich hoffe, dass das eine fixe Angelegenheit ist und am Freitag geht es mit der Chemotherapie los (vor OP).

Ist es richtig, dass die Chemo gar nicht so große Nebenwirkungen haben muss? Wenn doch, wie kann man als Außenstehender helfen. Kluge Ratschläge sind ja nicht immer erwünscht oder erkennt der Betroffene die "gute Absicht"?

Habe mich mit Büchern eingedeckt, aber das Lesen fällt mir schwer. Das Schreiben hier auch :(

Mein Freund sagt, dass ich zur Übertriebenheit und Dramatik tendiere. Ich solle einfach für meine Schwester da sein und mir Themen wie die Bekämpfung und Milderung evtl. Nebenwirkungen und die Fragen nach dem "was kann ich tun" sparen. Er meint, dass seine Schwester sich schon melden wird....ABER DAS FÄLLT MIR SCHWER!

Ich muss doch was tun!

skymonkey
17.11.2013, 09:46
Hallo Tanja,

ich antworte auch mal als Betroffene.
Es ist schon echt schwer erst mal selbst mit der Diagnose fertig zu werden und dann mit dem Schmerz und dem Betroffensein der Menschen die einen lieben zusätzlich auch noch......Das kann schon ganz schön viel werden.

Mein Rat: Sei da, frag regelmäßig nach und höre zu, biete Deine Hilfe an und hilf auch dann wirklich, wenn es gebraucht wird, dränge dich aber nicht auf, Dominanz ist nicht hilfreich.
Erzähle es nicht gross rum. Es ist nicht hilfreich von Leuten, die man kaum kennt mitleidige Blicke und Beileidsbekundungen zu bekommen.....:mad:

Ich selbst fand die Hilfsangebote gut und nett und habe auf jeden Fall "die gute Absicht erkannt". Allerdings konnte ich das nicht immer soooo gut zeigen, wenn ich mit mir selbst gerade sehr beschäftigt war. Sei also nicht zu schnell gekränkt. Ich habe ganz schnell ganz viel gelernt, die Hilfe dann auch echt einzufordern (bin sonst eher sehr autark). Da gab es dann viele, die ohne viel Aufhebens geholfen haben, bei allem was gerade anstand und andere, die dann mit Ausreden kamen.

Bei den Perücken hatte ich auch Hilfe und habe dieselben Erfahrungen gemacht wie ihr- die sehen gar nicht schlecht aus. Allerdings hatte ich da auch mit zu dominanter Beratung zu kämpfen, die mir Frisuren aufschwatzen wollten, die mir nicht gefielen, und sich abfällig äußerten über eine Frisur, die mir gut gefiel und mir gut stand. Hier ist also Vorsicht geboten.

Was ich gar nicht leiden konnte waren Dauer-mitleidige-Blicke. :embarasse
Oder manchmal fühlte ich mich als das "Sozialprojekt" anderer Leute. Übertriebene Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme, viel viel mehr Kontakt als zuvor, so als wollten diese Menschen an mir "armem Hasen" zeigen, was für "gute" Menschen sie sind. Es war dann auch so, dass ich da nicht unbedingt im Vordergrund stand und was mir guttun würde, sondern mehr der Helfer und das tolle Helfergefühl. Also denk nach, was Deiner Schwester helfen könnte, man braucht z. B. auch ne Mütze als Alternative zur Perücke, ich bekam schon einige geschenkt und strick mir gerade eine selbst, Musik ist gut, Tee, Halsbonbons......usw.

Zu Chemo kann ich noch nicht wirklich viel sagen, lese aber im Chemothread, was alles gegen NW hilfreich sein kann, um mich vorzubereiten und zu wappnen. Würde sich jemand die Mühe machen, das alles für mich zu lesen und einen "Chemo-Erste-Hilfe-Korb" zusammenzustellen, ich wüßte das zu schätzen. :)

So das soll jetzt mal reichen.
LG Sky

Tanja_M.
17.11.2013, 12:37
Hallo Sky,

es ist gut das von Dir zu hören, eben auch, dass man kritisch hinterfragen muss, ob man wirklich etwas für sein Gegenüber oder sich selber macht.

Habe mich schon hier und da erwischt, das gut gemeint nicht immer gut gemacht ist :(

Ich werde weiter lesen (im Forum und in Büchern) und es so machen, wie Du und mein Freund es sagen. Aufdringlichkeit hilft Keinem. Meine Schwester gibt mir auch nicht das Gefühl, als wäre das so, aber wir sprechen hier gerade mal von einer Zeitspanne von zwei Wochen seit der Diagnose. Da muss ich mich zügeln.


@ alle Forumbesucher:

Meine Schwester und mein Schwager sind sich etwas unsicher bei der Frage danach, wie ihr Sohn (4 Jahre) das mit der Chemo aufnimmt. Er war beim Perückeaussuchen dabei und hat mit Daumenzeichen bei der Bewertung der einzelnen Stücke mitgemacht. Er war eher gelangweilt. Einmal sagte er, dass die Mama sehr hübsch aussieht mit Perücke :D

Nur, für den Fall, dass sie einen absolutes Tief hat, möchten sie ihn am nächsten Wochenende ggf. ausquartieren (1. Chemo ist am Freitag), sprich zu Oma und Tante (das bin ich) bringen. Was gabt Ihr für Erfahrungen gemacht?

Also ich passe gerne auf, auch wenn ich recht unbeholfen mit Kindern bin, aber Spaß haben werden wir ;).

LG und genießt den Sonntag.

Tanja

skymonkey
17.11.2013, 18:13
Das ist eine Super-Idee, damit hilfst Du Deiner Schwester echt.

Ich selbst hatte ja noch keine Chemo, aber auch ich treffe jetzt schon "Vorkehrungen", auf der einen Seite Unterstützung zu haben und alles was hilfreich sein könnte im Haus zu haben, auf der anderen Seite aber auch nicht so unter Druck zu stehen, sich ständig zusammennehmen zu müssen, wenn es einem dann wirklich nicht so gut geht.

Ich glaube Kinder sind einer solchen Situation nicht gewachsen und es spricht nichts dagegen, dass Sie tolle Tage bei der Tante haben oder von Omi und Opi bis hinter die Ohren verwöhnt werden.

Die schlimmsten Tage sind nicht unbedingt die ersten direkt nach der Chemo (habe ich bislang auch gedacht), sondern der 4-5.Tag, wobei es sicher auch drauf ankommt, welche Chemo man kriegt.

LG Sky

Tanja_M.
18.11.2013, 06:45
Gut zu wissen, vielen Dank Sky.

Morgen wird ein Ärztekonsil stattfinden und meine Schwester wird Bescheid bekommen, wann es am Freitag losgeht und welche Medikamente genau eingesetzt werden, da kann sie bestimmt auch mal nach Erfahrungswerten fragen.

Ich bin heute morgen aufgewacht und die Wut auf den Arzt meiner Schwester, er hat sie ein Jahr lang beschwichtigt und sagte, dass der große Knubbel an der Brust bestimmt, wie der vorherige gutartig sei und keine Mammografie notwendig wäre, war so groß. Ich kann damit nicht gut umgehen :(

Jeden Tag neue Gefühle und Sorgen.

Aber meine Schwester meistert die Situation bisher toll...nach außen.

Tanja_M.
19.11.2013, 21:03
Ich werde mir auch weiterhin meinen Gemütszustand, meine Eindrücke, aber auch Fragen von der Seele schreiben.

Meine Schwester beginnt nun doch schon morgen mit der Chemotherapie. Nun gut, der Kelch geht eh nicht an ihr vorbei, aber es geht alles so schnell. Wobei ich das gut finden sollte, denke ich!?!

Es scheint, als hätte ich mehr Angst vor irgendwelchen, evtl. auftretenden Nebenwirkungen, als meine Schwester.

Ich bin einfach ratlos, fühle mich kopflos und doch scheint alles so normal.

Tanja_M.
21.11.2013, 04:58
Gestern hat meine Schwester tapfer die erste Chemo hinter sich gebracht. Der Arm war noch geschwollen vom Portsetzen. Der Einstich tat zwar noch sehr weh, aber sie sagt sich: Zähne zusammen beißen und durch. Die Angst vor der Prozedur der Chemo an sich, hat sie verloren. Sie fühlt sich in der Uni-Klinik ganz gut beraten und betreut.

Nun heißt es abwarten, gestern sind fühlbare Nebenwirkungen ausgeblieben. Sie war schwach, aber wohl eher aufgrund der ganzen Strapazen seit der Verkündung der Diagnose :(

Ich habe sie mal mit Salbeitee, Ananas, Eiswürfelbeuteln und einem Buch eingedeckt (Tipps aus dem Forum). Allerdings darf sie keine Zitrusfrüchte Essen, aber Ananas? Muss ich mal nachlesen.

Ich hoffe, ihr heutiger Tag beginnt, wie der gestern geendet ist. Müde, aber fröhlich.

Ich habe sie echt lieb, schade dass man das so stark erst wieder in einer bitteren Situation spürt.

Tanja_M.
22.11.2013, 05:01
Hallo an Alle,

gestern habe ich meine Schwester abends noch kurz gesehen und außer ihr, die erste sichtbare Nebenwirkung. Sie hatte einen knallroten Kopf. Ich dachte gleich, dass sie Fieber hat. Wie ich später erfahren habe, liegt das wohl am Cortison. Das lässt wieder nach.

So, heute unternehme ich was mit meiner Mama und meinem Neffen, freue mich.

Meiner Mama fällt das alles noch richtig schwer, ich denke, dass sie noch ein Weilchen brauchen wird. Sie wirkt immer sehr cool und abgeklärt, trotzdem spürt man eine extrem starke unterschwellige Unsicherheit. Hm, wir machen das schon.
Heute müssen wir dem kleinen Mann (mein Neffe) erstmal einen schönen Tag bescheren. Meine Schwester ist froh, den Tag für sich zu haben, da sie hörte ( habe ich auch schon geschrieben), dass heute evtl. die Müdigkeit stärker auftreten wird.

Was habt Ihr für Erfahrungen, ich hoffe so sehr auf Austausch :)

Tanja_M.
23.11.2013, 22:32
Heute ist der dritte Tag nach der ersten Chemotherapie zu Ende gegangen. Die Zeit mit meiner Mama und meinem Neffen war mega-anstrengend, aber sehr schön :)

Meiner Schwester ging es heute Abend, als wir den Kleinen zurück gebracht haben, gar nicht so schlecht. Immer noch ein bissl rot im Gesicht und sie war wesentlich müder als sonst, aber noch bleiben Übelkeit, Durchfall und Co. aus. Vielleicht kann das ja so bleiben?!?!? Auch wenn das vielleicht etwas unrealistisch ist, hoffe ich darauf.
Sie ist echt toll, ich bin immer extrem Stolz auf sie, wenn ich sie sehe.

Da gerade jetzt die Hochsaison der Erkältung ist, haben wir uns für den Besuch bei meiner Schwester damit eingedeckt (nein, nicht kistenweise, nur ein paar Päckchen).
Vielleicht arg übertrieben, aber man tut was man kann...nur, wenn einer von uns kränkelt.

Ich merke, das wir im Familienkreis noch viel Arbeit damit haben werden, den zeitlichen Rahmen zu organisieren. Wir stehen uns irgendwie im Weg.

Ich habe mir im Übrigen vorgenommen möglichst immer meine Meinung zu sagen, außer es schadet meiner Schwester.

Hat niemand sonst hier (außer den Lieben, dir mir bereits ein paar tolle Tipps gegeben haben) Erfahrungen, die er austauschen möchte?

Sicher bin ich nur EINE Angehörige von vielen, aber ich möchte, wie bereits erwähnt, alles möglichst gut machen.

Liebe Grüße

Tanja_M.
24.11.2013, 05:11
Mit Mundschutz haben wir uns eingedeckt...für alle Nicht-Hellseher :).

phoenix02
24.11.2013, 21:55
Hallo Tanja,
ich hatte vor 3 Jahren selber BK und meine große Schwester hat sich rührend um mich gekümmert.
Ich bin eine Leseratte und Sie hat mich mit Lesestoff eingedeckt. Sie ist die "Heilpraktikerin" in der Familie und hat mich mit Schüsslersalzen versorgt und vorallem wenn ich mich nicht an ihre Ratschläge gehalten habe, war sie nicht beleidigt, sondern gemeint "Du bist bei Deiner Krankheit der Kapitän".
Das hat mir sehr geholfen.
Wenn Du mich fragst mach so weiter wie bisher.
Das Du dich in der akuten Chemo fasse um den Kleinen kümmerst wird Ihr vermutlich mehr als alles andere helfen.
Ach übrigens: mir war während der Chemo nie schlecht, nur müde und schnell erschöpft. (Fensterputzen nicht mehr im ganzen Haus, nicht mehr Etagenweise sondern Fensterweise und beim Treppensteigen nach einem Stock eine kleine Pause usw.) Und die Haare haben erst nach der 2. Chemo beschlossen mich zu verlassen.:smiley1:
Fühl Dich von einer kleinen Sc hwester gedrückt
LG
Phoenix

NicoleZ
25.11.2013, 10:56
Immer noch ein bissl rot im Gesicht und sie war wesentlich müder als sonst, aber noch bleiben Übelkeit, Durchfall und Co. aus. Vielleicht kann das ja so bleiben?!?!? Auch wenn das vielleicht etwas unrealistisch ist, hoffe ich darauf.

Och, so unrealistisch ist das nicht. Bei mir war es während der Chemo eigentlich immer so : die ersten 3 Tage herumgehüpft wegen Cortison. Danach etwas ruhiger geworden und so 1-2 Tage richtig schlapp. Dann ging es langsam wieder aufwärts und die letzte Woche von meinem 3-Wochen-Zyklus habe ich mich immer normal gefühlt. DF hatte ich nur einmal beim ersten Zyklus, und Übelkeit auch nicht öfter. Was lästig war, war, dass der Geschmackssinn schnell völlig hinüber war, so dass absolut alles wie Pappe schmeckte. Aber von den schlimmen Nebenwirkungen wurde ich dank guter Medikamente doch weitgehen verschont.

Tanja_M.
25.11.2013, 21:11
Hallo NicoleZ :), habe heute mit meiner Schwester telefoniert. Sie sagt, dass sie völlig schmerzfrei ist, aber sich fühlt als hätte sie Extremsport getrieben...halt ohne Muskelkater. Sie schläft fast den ganzen Tag. Heute ist die erste Behandlung fünf Tage her. Es ist gut auch von Anderen zu hören, dass es einem Betroffenen auch relativ "gut" gehen kann. Hoffentlich wird der sch... Tumor kleiner. Entschuldigt.
Einen schönen Abend.

NicoleZ
26.11.2013, 11:07
Oh, das wird er bestimmt. Aufgrund der Tatsache, dass ca. 10 % aller Frauen mal Brustkrebs bekommen, sind die Therapien gut erprobt und standardisiert. Auf deutsch, wenn schon unbedingt Krebs, dann ist Brustkrebs gar nicht mal so übel. Wenn er im Frühstadium erkannt wird, also bevor Metastasen nachweisbar sind, und es sich um einen halbwegs pfleglichen Kanididaten handelt (von der Tumorbiologie her) stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung sehr gut, zumal in Deutschland, wo ja die Krankenkassen alles Wichtige freiwillig zahlen.
Ich habe übrigens auch eine kleine Schwester, und vermutlich wäre ich wenn es sie erwischt auch nervöser als bei mir selbst :).

Ich drücke die Daumen auf ein rasches und deutlich sichtbares Schrumpfen des Übeltäters !

Tanja_M.
26.11.2013, 22:18
@ NicoleZ: Das sind doch mal aufmunternde Zeilen :) Das ist sehr lieb.

Der Tumor ist tatsächlich sehr groß, da meiner Schwester seit ca. einem Jahr von Ihrer Radiologin geraten wurde noch "abzuwarten". Hm, was sagt man da? Sie hat erst eine Mammographie für notwendig gehalten, als meine Schwester blutigen und eitrigen Ausfluss aus der Brustwarze bekam. Das alles obwohl meine Oma, allerdings väterlicher seits, bereits mit ca. 50 Jahren Brustkrebs hatte und meine Schwester schon mal einen gutartigen Tumor entfernt bekommen hat. Die Gynäkologin wär anscheinend der gleichen Meinung.

ABER, und das ist eine gute Nachricht, hat er wohl nicht gestreut!

8 Zyklen soll sie bekommen.

Ach so, kennt sich jmd. bei Perückenfragen aus. Wie lange halten Echthaarperücken in der Regel? Die Überlegung ist 1 x jährlich einen Zuschuss von etwa 360 € oder 1 x in zwei Jahren 820 € in Anspruch nehmen?

Wünsche allen einen gemütlichen Abend.

phoenix02
26.11.2013, 22:27
Hallo Tanja,
da habe ich keine Erfahrungswerte.
Bei mir haben die Haare im Februar (nach der 2. Chemo) beschlossen meinen vergifteten Körper zu verlassen. Im Mai bekam ich die letzte Chemo und im November war mein Haupthaar 3 cm lang sodas ich keinen Fifi mehr trug.
Liebe Grüße
phoenix

Tanja_M.
27.11.2013, 22:51
Aber das klingt

Tanja_M.
27.11.2013, 22:58
Upps :)
@phoenix02: Aber das klingt ja ganz gut und es ist eine überschaubare Zeit.

Ich weiß halt nur nicht, ob meine Schwester nach der OP erneut eine Chemotherapie bekommen muss...oder Bestrahlung?!?

Mein Schwesterlein ist seit gestern wieder "topfit" :D, na ja, sie ist halt sehr schnell außer Atem und ihr Herz ist anscheinend schwächer, aber sie fühlt sich nach den paar schlechteren Tagen wieder wie ein Mensch. Das macht mich sehhhhhr glücklich!

skymonkey
02.12.2013, 09:03
HAllo Tanja,

hatte jetzt auch meine erste Chemo. Meine Familie unterstützt mich nach Kräften. Ich wurde richtig bemuttert...:pftroest: -tut echt mal richtig gut.

Sie haben sich abgewechselt und für Abwechslung gesorgt, spazieren, basteln, essen mit der ganzen Familie:)- mir war GsD gar nicht schlecht und musste nicht brechen-Uff:smiley11:

Andererseits waren sie auch so aufmerksam, mir meine Auszeiten zu gönnen. Sie haben mich schlafen lassen und mich nicht bedrängt. Haben mich aber auch zu Spaziergängen animiert, die ich sonst vielleicht unterlassen hätte.
Außerdem haben sie bemerkt als mir die turbulente Kindergesellschaft zu viel wurde und mich dann ohne Umstände nach Hause gebracht, so dass ich mich wirklich prima erholen konnte.

Das ist Unterstützung wie sie gut tut, ich bin seeehr dankbar:rolleyes:

Sky:D

Butterfly76
03.12.2013, 17:13
Liebe Tanja,

Ich war 35 und meine Tochter 2 bei der Diagnose, letztes Jahr.
Ich kann euch sagen wie wir es gemachtnhaben..altersgerecht und offen zu unserer Tohter
Kinder haben ein gutes gespür dafür wenn was in der Luft hängt. Wir haben unserer Tochter immer erklärt: Mamas Brust ist krank, sie kriegt viel Medizin die wieder gesund macht, aber leider fallen die Haare aus..etc Altersentsprechend halt.
Sie war auch beim ab rasieren dabei. Heute, 1 Jahr später hat sie alles gut weggesteckt. Noch dazu haben wir dafür gesorgt, das ihr Alltag so normal wie möglich weiter läuft.

Zum Umfeld möchte ich auch sagen, wie schon geschrieben, es ist nicht schön wenn man als betroffene sein Umfeld aufbauen muss. Seid für sie da wenn sie euch braucht, ihr macht das schon richtig. Lasst ihr Auszeiten und verbringt Zeit miteinander.
Mir hat es geholfen "Normalität" zu leben.
Auch mit meinen Freundinnen, mädelsabend und Kino, etc.. so wie früher.

Ihr werdet Kräfte entwickeln, die euch da durch bringen!!

Alles Liebe, butterfly

Tanja_M.
03.12.2013, 21:56
Hallo Sky, Hallo butterfly, und alle Anderen,

danke für Eure Infos. Es tut gut, wenn man Zuspruch bekommt.

Meiner Schwester geht es nach wie vor ganz gut. Die bleierne Müdigkeit war recht schnell vorbei und sie hat wieder Ihren Haushalt gemacht und war fast täglich spazieren.
Gestern, nach der Kontroll-Blutabnahme, hat sie dann Bescheid bekommen, dass Ihr Immunsystem Richtung 0 geht. Jetzt hat sie Angst vor Infektionen und möchte erstmal nicht mehr vor die. Tür :confused:

Mein Neffe ist gerade wieder erkältet und darf nicht zu seiner Mama. Aber meine Schwester und ihr Mann haben dem Kleinen (4) " Alles" möglichst gut und kindgerecht erklärt. Er macht dass ganz toll! :)

Nach den ersten extrem schlimmen Tagen, hat der Krebs für mich als Angehörige ein bissi von seinem RIESEN-Schrecken verloren. Kann das sein? Weiß nicht, fühle mich fast, als müsste ich mich dafür schämen!?! Meine Schwester geht auch so taff mit der Situation um, ich glaube das hilft mir. Dabei müssten wir sie alle stärken. Ich glaube aber auch nicht, dass sie nur spielt.

Sie hat mich heute gefragt, ob ich mit ihrem Mann in eine von der Psychoonkologin empfohlene Selbsthilfegruppen gehen würde. Er möchte nicht alleine gehen. Meine Antwort wird wohl "ja" lauten.

@butterfly: Ich hoffe mal, dass Du alles gut überstanden hast und es Dir wieder ganz gut geht.
@sky: Herzlichen Glückwunsch zu Deiner tollen Familie!

Vielen Dank nochmal und ich würde mich freuen auch weiterhin Tipps und Kommentare von Euch zu bekommen. Natürlich interessiert mich auch, wie es euch geht.

Einen schönen Abend noch.

NicoleZ
05.12.2013, 17:19
Hm, bitte nochmal : wofür meinst du dich schämen zu müssen ? Dafür, dass dich die Diagnose "Krebs" bei deiner Schwester, an der dir viel liegt, zugesetzt hat ? Isch bitt disch - wie oben beschrieben haben die Ärzte heutzutage ziemlich viele Möglichkeiten und gute Schlachtpläne in der Schublade. Das heißt jetzt nicht, dass Brustkrebs grundsätzlich mit einem Schnupfen zu vergleichen ist.

Dass deine Schwester lieber nicht vor die Tür gehen möchte, ist ziemlich vernünftig. Ich habe es damals unter Chemo geschafft, mir eine Erkältung einzufangen, weil ich unbedingt zu allen Weihnachtsfeiern gehen musste, und das war absolut kein Spaß, ich habe 4 Wochen lang gehustet.

Tanja_M.
05.12.2013, 22:13
@NicoleZ: Nein, nicht das mir das so zusetzt, sondern eher, dass die Diagnose Brustkrebs bei meiner Schwester schon nach zwei Wochen nicht mehr ganz so angsteinflößend ist beschämt mich. Ich bin ja nicht die Betroffene und ich habe Angst, dass man als Außenstehender (obwohl die Bezeichnung auch nicht ganz richtig ist) die Krankheit schnell "zu leicht" nimmt.
Aber heute ist wieder so ein Abend, da habe ich große Angst um meine Schwester...ich kann es mir selber nicht erklären...da habe ich mich nicht im Griff :weinen: ...obwohl ich ahne, dass es medizinisch gesehen sehr gute Chancen auf Heilung gibt.

@Alle
Kennt sich jmd. mit der Situation aus erst die Chemotherapie und dann die OP zu bekommen? Meine Schwester wird 8 x eine Chemo bekommen. Erst 1-4: Epirubicin+Cyclophosphamid und danach 5-8: Docetaxel+Herceptin.

Heute sind Ihr zum erstmal gefühlt etwas mehr Haare beim morgendlichen Bürsten verloren gegangen. :(

NicoleZ
06.12.2013, 12:54
Ach so, na dann - das ist es halt, was ich am Anfang meine, die ganze Chose mit Therapie dauert u.U. viele Jahre lang, und da ist es einfach toll, wenn auch nach Jahren gelegentlich mal jemand fragt, wie es einem geht, der es auch wirklich wissen will.
Abgesehen von so allerlei Nebenwirkungen wird man einfach durch so eine Chemo für eine recht lange Zeit in einen Zustand versetzt, wo man sich wie 90 fühlt. Eine Krankschreibung bekommt man dafür allerdings nicht, also gerät man in eine ziemlich doofe Situation. Alle erwarten von einem, dass man gefälligst wieder ordnungsgemäß zu funktionieren hat. Dazu kommt dann auf unbestimmte Zeit bei jedem Zipperlein, wo man sich früher nichts dabei gedacht hat, die Angst vor Metastasen und Tod.
Also ist es eigentlich eine gute Sache, dass du jetzt vom Panikmodus in einen normalen Betriebsmodus heruntergeschaltet hast ;).
Im Panikmodus hält man nicht so lange durch, ich denke mal, dass ist auch der Grund weshalb sich bei diesem Sch**ß im Freundes- und Familienkreis die Spreu vom Weizen trennt. Die Paniker rennen irgendwann davon, aus reinem Selbstschutz.

Also, zur Chemofrage : das ist heutzutage üblich und wie ich denke auch sinnvoll. Bei mir war es noch umgekehrt, erst OP, dann Chemo, und der Nachteil davon ist einfach, dass man dann nicht sehen kann, ob die Chemo überhaupt irgendwas bewirkt außer doofen Nebenwirkungen, im Falle dass man keine Metastasen hat.
Erst Chemo, der Tumor schrumpft, dann weiß man auch defintiv, dass evtl. vorhandene unsichtbare Mikrometastasen genauso eines auf die Mütze bekommen.

Du darfst gerne in der Brustkrebs-Abteilung hier im Forum im Chemo-Thread mitlesen oder auch dort vielleicht eine Frage stellen. Angehörige, die den Panik-Modus hinter sich gelassen haben, sind willkommen :). (Die anderen nerven furchtbar, zumindest mich.)

Tanja_M.
07.12.2013, 07:03
Es ist hilfreich zu erfahren, wie sich Patienten während der Chemotherapie fühlen, so kann ich besser mit Situationen, die auf uns zukommen umgehen, na ja, ich kann es zumindest versuchen :)

Heute fahre ich wieder zu meiner Schwester und habe etwas Angst vor der Situation mit dem Haarausfall. Nicht wegen mir, wobei es sicher einen Moment braucht, um das Ganze zu realisieren. Ich weiß, dass sie unglaublich traurig deshalb ist, und ich kann wohl kaum tröstende Worte finden :confused:

Eigentlich wollte ich heute mit meinen Neffen in die Kindermesse gehen, ja ja, meine schöne Pflicht als (auch) Patentante. Aber er ist wohl immer noch stark erkältet. Dann habe ich etwas mehr Zeit für meine Schwester. Vielleicht kann ich ihr ja beim Bügeln oder so helfen.

Ich werde mich mal langsam in den Brustkrebs- und Chemothemen einlesen. Da kann ich sicher viel dazu lernen.

Tanja_M.
08.12.2013, 00:04
Heute war es soweit, meine Schwester hat sich ihre langen lockigen Haare erst stark kürzen und dann doch auf 18 mm abrasieren lassen. Eine Glatze wollte sie sich nicht haben. Aber so saß die Perücke auch schon ganz stabil. Die hat keine Träne vergossen, die Stimmung war eher gelöst und wir konnten sogar zwischendurch mal lachen. Sie macht das alles richtig souverän, wenn man das in dem Zusammenhang so sagen kann ;)

Es geht ihr auch heute Abend recht gut...das freut mich sehr! :)

hermannJohann
08.12.2013, 09:25
Hallo Tanja,
wie eine Chemo-Therapie wirkt, kann man nicht vorhersagen.Die erste Chemo-Therapie hat meine Frau noch ganz gut vertragen, die zweite mit Topotecan nicht so gut. Der Haarausfall war schlimm für sie. Sie war danach immer noch eine schöne Frau und ich hab es ihr auch gesagt. Gelitten hatte ihr Selbstwertgefühl als Frau. Dann wuchsen die Haare wieder, aber es waren Locken, die mochte sie nicht. Erst trug sie weiter die Perücke. Aber wenn sie geheilt worden wäre, hätte sie das schon überwunden. Die Haare wären ja auch wieder länger geworden.
mit besten Grüßen
Hermann

Tanja_M.
08.12.2013, 10:03
Hallo Hermann,

ja ja, die Haare sind wohl das geringste Übel, aber es beeinträchtigt die seelische Verfassung bestimmt enorm. Das kann wohl niemand der Patienten gut wegstecken. Aber ich bin froh und stolz, wie meine Schwester die erste Phase gemeistert hat.
Das mit Deiner Frau tut mir sehr leid.
Darf ich Dich fragen, was Du von einer Selbsthilfegruppen für Angehörige hältst und ob Du in einer warst?

Lieber Gruß

Tanja

hermannJohann
08.12.2013, 10:32
Hallo Tanja,
ich habe mich für ein Trauer-Seminar bei einem Hospizverein angemeldet, weiß aber nicht, ob es stattfindet. Bei Selbsthilfegruppen zu dem Thema wäre ich skeptisch. Wie lange bleibt man dort? Wenn ich in zwei Jahren keinen neuen Weg für mich gefunden habe, finde ich ihn nie.
Liebe Grüße
Hermann

Tanja_M.
10.12.2013, 22:21
Morgen muss meine Schwester zum zweiten Mal zur Chemotherapie. Sie hat ein bißchen Angst vor dem Einstich in den Port :( Beim letzten Mal war er gerade mal ein paar Tage drin, vielleicht ist es ja morgen weniger schmerzhaft ...hoffentlich.
Kann mir jmd. sagen, ob sich die zweite von der ersten Behandlung (inkl. Begleiterscheinungen) in der Regel unterscheidet?

Heute fallen die kurz geschnittenen Haare wohl sehr stark aus :shocked:

Einen schönen Abend.

Esseling
11.12.2013, 07:03
Hallo, liebe Tanja !!!
möchte mich auch gern dazu äußern.Es gibt ja soviel Chemos das es bei jedem anders ist.Aber die Chemiekeule haut einen um ob nun direkt danach oder ein paar Tage später.Und klar es ist nicht einfach wenn man auch noch kleine Kinder hat aber irgendwie tun sie einen auch sehr gut denn da weiss man man muss kämpfen.Man wird noch gebraucht.Als ich meine diagnose letztes Jahr bekam, war mein Gedanke nur.Was wird aus meinen Kindern ???:eek: Wie bringe ich es meiner Familie bei und was werden meine Freunde sagen ???? :confused: Und verallem was wird aus meiner Arbeit ???? Man macht sich soviel Gedanken obwohl alles dann hinterher sooo einfach war.Meinen Familie stand hinter mir, mein Freund war immer für mich und meine Kinder da, nur einzelne Freunde habe ich verloren den ich aber heute keine Träne mehr nach weine :rolleyes: Es kann jeden treffen und da ist man froh wenn man Hilfe bekommt und einer für jemanden da ist.
Deine Schwester wird froh sein Dich zu haben und das ist auch schön.:1luvu:
Mit den Haaren das stimmt,als ich meine verloren habe war ich auch nur am weinen.Aber irgendwie hat mein Freund und meine Familie mich immer wieder aus dem Tief geholt. Ich hatte auch einen super lieben Chef, heute sitze ich wieder an meinem Arbeitsplatz und es geht mir gut.

Wenn Du Fragen hast stelle sie ruhig, ich versuche Dir zu helfen.Und noch was ,halte jeden Stress von Deiner Schwester fern, dass ist das schlimmste. Und wenn sie müde ist soll sie sich hinlegen, schlafen ist die beste Medizin. Ich drücke euch beiden die Daumen dass alles schnell hinter euch gebracht wird.Alles wird wieder gut.

Drücke dich ganz lieb :pftroest:

LG Mandy

Tanja_M.
15.12.2013, 10:42
Liebe Mandy,

ich wünsche meiner Schwester, dass Sie die Situation (...sagt man das so?) genau so gut gemeistert bekommt wie Du, natürlich mit unser aller Unterstützung. Du machst mir richtig viel Mut...und jetzt muss ich auch noch weinen:o
Danke! Ich werde mir große Mühe geben, ihr so viel zu helfen wie ich kann und sie will.

Dir und Deiner Familie wünsche ich von Herzen alles Gute. Mädels mit Kämpferherz sind einfach besonders! :knuddel:

Ich habe keine Kinder, aber ich denke inzwischen auch, dass sie die tollsten "Gründe" sind, um allen Mut zusammen zu fassen und stark zu sein.

@ Alle: Ich freue mich über solche Antworten/Beiträge, die können allen Beteiligten sehr viel Mut machen und bei Zweifeln helfen.

Tanja_M.
15.12.2013, 19:57
Meine Schwester hat sich die restlichen Haare heute abrasiert. Sie ist eine echt tolle Frau, ich finde sie macht Bus hierher alles richtig:D
Ihr Sohn (4) durfte auch helfen. Marine Schwester wollte nicht, dass ihn der Vorher-Nachher-Effekt durcheinander bringt. Super mitgedacht.

skymonkey
16.12.2013, 21:35
Oh mann,

Haare... Das ist echt ein heikles Thema. Bei mir rieselt es schon. Das ist echt gruselig und nimmt einen mit, auch wenn man es nicht so zeigt.

Mir steht das abrasieren noch bevor:smiley11:
Ich werde auch versuchen Fassung zu bewahren, aber innerlich schmerzt es schon sehr.

Sky:(

Tanja_M.
17.12.2013, 21:57
Hallo Sky,

sie hat vorher auch viel geweint, aber als der Moment da war, war sie gelassen. Drücke Dir ganz fest die Daumen, dass der Schritt nicht so stark schmerzt, wie erwartet.
Meine Schwester sagt sich immer wieder: Ganz egal was noch kommt, Hauptsache ich werde gesund!

Nun ist natürlich jeder anders.

Kopf hoch :pftroest:

Ich finde meine Schwester im Übrigen such ohne Haare hübsch, wenn auch anders.

Mir ist schon klar, dass ich mit großer Wahrscheinlichkeit anders denken würde, wenn ich selber betroffen wäre. Aber aus der Sicht der Angehörigen muss ich sagen...Haare sind mir in dem Fall völlig egal ;)

skymonkey
17.12.2013, 23:41
Also,

das is schon echt ganz übel. Wer da nicht weint..... also ehrlich :weinen:
Aber jetzt ist es vorüber und ich brauch keine Angst mehr haben vor dem Aufwachen (Haare auf dem Kopfkissen) und vorm duschen. Jetzt kommt halt die Perücke und die Buffs zum Einsatz.
Auch dieser Schritt ist jetzt geschafft, eine Sorge weniger.

Für Deine Schwester alles Gute, Sky,
heut emal sehr traurig:(

phoenix02
18.12.2013, 12:58
Hi Sky, Hi Tanja,
als bei mir die Haare anfingen rapide raus zu gehen, habe ich den totalen weinflasch gekriegt. Ich konnte mich gar nicht mehr einkriegen.
Am nächsten Tag habe ich meine Freundin zur Rasur bestellt und als die Haare ab waren gings mir wieder viel besser.
Das im Moment schlimmste war passiert und damit gut. Dann gings wieder vorwärts und mit Fifi sah ich auch ganz gut aus.
Deshalb Kopf hoch "auch wenn der Hals dreckig ist" und durch.:pftroest:
Liebe Grüße
Phoenix

Tanja_M.
19.12.2013, 20:17
@Sky: Wie geht es Dir heute? Geht's ein bissi besser?
Immer daran denken, die wachsen wieder.
Ihr seid alle so tapfer...Klasse!:)

An alle:
Jetzt fängt es bei meiner Schwester an, mit den Schleimhäuten schwierig zu werden. Halskratzen, Mundschleimhaut gereizt...:(

Hat jmd. gute Tipps, wie man da etwas gegen arbeiten kann?

LG

GlidingGeli
19.12.2013, 21:49
Hallo Tanja,

ich schreibe dir/euch als früher Betroffene. Ich weiß nicht, welche Chemo deine Schwester bekommt und kann nur mit den Tips von mir weiterhelfen.
Ich würde eventuell im BZ vorstellig werden, denn dort können sie entscheiden, welche Medis man geben kann und ggf einen Infekt ausschließen. Während meiner DOC Chemo hatte ich jedes mal einen Pilz, dafür wurde mir eine Lösung verschrieben und diese wurde in der Apotheke gemischt, mit der dreimal täglich und nach dem Essen gegurgelt habe. Selbst kann man sich auch mit Salbeitee oder mit der Gurgellösung Salviathymol aus der Apotheke helfen.
Es hilft auch ab und an die Zahnbürste auszutauschen oder diese regelmäßig auszukochen.
Für euch alles Gute, die Chemozeit geht vorbei.
Liebe Grüße
GlidingGeli

skymonkey
19.12.2013, 22:36
Hallo,

ja jetzt ist mal wieder besser, Das war ganz eindeutig einer der Tiefpunkte in dieser ganzen Geschichte, einfach schlimm.

Schleimhäute: Ich hatte bislang noch keine Probleme. Bei der chemo lutsche ich die ganze Zeit Eisfrüchte, heute Ananas , beim letzten mal Trauben. Sonst mache ich täglich "Ölziehen". Klingt ekelig- und ist es eigentlich auch- weil das muss man morgens als allererstes machen, noch vor Kaffee (echt hart) und erst danach Zähneputzen. Mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt. Bin sonst nicht so esoterisch eingestellt, aber ich merke richtig, wie jeden morgen der "schlechte Geschmack" (auch Chemo-NW) beseitigt wird. Die Chemoschwestern sagen, das entgiftet und sind ganz stolz, dass ich ihren Rat befolge.

Ansonsten hab ich caphosXX und es gibt auch eine "Heidelberger Mundspüllösung" (oder war es eine andere Stadt). Salbei Tee ist auch ein guter Rat.

Gute Besserung für die Sis
Sky:D

Cecil
19.12.2013, 22:43
Entschuldigung; grad las ich das mit dem Salbei .....

Salbei ist generell gut gegen entzündliche Infektionen, zur Desinfizierung etc. Wenn die Mundschleimhaut aber - vermutlich - durch eine chemobedingte Mukositis angegriffen ist, dann trocknen Produkte aus Salbei sie nur noch weiter unnötig aus.

Deshalb bin ich z. B. während meiner Mukositis III/IV. von Spülungen mit Salbei-auf solche mit Fencheltee umgestiegen. Die haben zwar nur vorübergehend Linderung gebracht, aber die Sache zumindest nicht verschlimmert.

simi1
19.12.2013, 23:16
Sorry für's Einmischen ...
Ich hatte das die Tage schon in einem anderen Unterforum geschrieben:
Caphosol sollte bereits ab dem ersten Chemotag vorbeugend angewandt werden und nicht erst, wenn die Mukositis bereits da ist. Wir hatten das zuerst auch falsch gemacht. Unser Apotheker hatte uns eines Tages diesen Hinweis gegeben. Wir sind dem gefolgt und dann war es wirklich deutlich besser.

Viele Grüße
Simi

Tanja_M.
21.12.2013, 02:18
Das waren ja eine Menge nützliche Tipps auf einmal. Werde alle notieren und weiter geben. :D Danke :D

Tanja_M.
24.12.2013, 23:44
Meine Schwester musste vorgestern in die Uniklinik, extrem starker Reizhusten war der Grund. Sie haben Sie erst einmal bis gestern zur Beobachtung da behalten, die Lunge geröntgt und Blut abgenommen. Das war wohl alles soweit OK. Dann war sie gestern Nachmittag zu Hause und hat bis in die Nacht rein Fieber gehabt, heute morgen, war es Gott sei Dank wieder gesunken. Mhhh, nächste Woche hat sie die nächste Chemo, mal gespannt, wie sie die wegsteckt. Ist im Moment mit Weihnachten vielleicht alles etwas zu viel.
Kennt einer von Euch diesen starken Reizhusten?
Mache mir etwas Sorgen.

Ich wünsche allen ein besinnliches Weihnachtsfest.

Tanja_M.
26.12.2013, 15:29
Hm...jetzt ist sie wieder in der Uniklinik, für drei Tage, und bekommt intravenös Antibiotikum verabreicht. Der Husten scheint laut ärztlicher Vermutung viralen Ursprungs zu sein. Sie bekommt tagsüber Hustenlöser und abends Hustenhemmer.
Wir, mein Freund und ich, haben sie eben ein paar Stündchen besucht und jetzt ist meine Mutter da...dann ist mein Schwesterchen wenigstens ein bissi abgelenkt :)

Cecil
26.12.2013, 16:57
.... Mhhh, nächste Woche hat sie die nächste Chemo, mal gespannt, wie sie die wegsteckt. Ist im Moment mit Weihnachten vielleicht alles etwas zu viel.
Kennt einer von Euch diesen starken Reizhusten?
Mache mir etwas Sorgen. ......

Hallo, Tanja,
ich hatte natürlich eine ganz andere Chemo; dennoch, denke ich, tun sich ab und an Parallelen auf.
Nach meiner 3. Chemo Anfang Dezember hatte ich auch erst einen "richtigen" Husten mit anderen Erkältungssymptomen, aus dem später ein ausgewachsener Reizhusten wurde. Am 30.12. landete ich in der Notaufnahme, hatte aber keine Lust auf stationäre Aufnahme. Da für den 03. Januar sowieso ein CT angesetzt war, entließ man mich u. a. mit ACC 100 (?) nach Hause.
Auf dem CT war später ein kleiner Erguss zu sehen, sicherlich von dem verschleppten Reizhusten, aber der bildete sich rechtzeitig wieder zurück und ich konnte die 4. Chemo bekommen.
Manchmal wird so ein Erguss auch punktiert. Jedenfalls ist es gut, dass Deine Schwester unter Kontrolle ist.

Alles Gute!

Tanja_M.
26.12.2013, 17:43
Hallo Cecil,

heißt das Bluterguss im Hals? Ich verstehe das nicht so richtig. Hätte dadurch auch etwas Schlimmeres passieren können?

Cecil
26.12.2013, 17:52
Pleuraerguss (oder, wie es in meinem Bericht hieß, Winkelerguss). Siehe z. B. Wikipedia. Kleine Ergüsse gehen von selbst wieder weg.
Ich sage nur, dass sich bei mir aus einem hartnäckigen Reizhusten ein kleiner Erguss ergeben hat (und dass Ergüsse unter Chemo bei manchen Patienten vorkommen). Insofern ist es einfach sinnvoll, wenn man den Reizhusten Deiner Schwester gut beobachtet. Ich hätte auch ... am liebsten natürlich gar keine Chemo und wenn, dann nicht gerade im Winter gehabt (im Hochsommer aber auch nicht).

Tanja_M.
27.12.2013, 19:59
Das schaue ich mal nach...vielen Dank! :D

Alles Gute für Dich.

Tanja_M.
28.12.2013, 22:25
Heute ist meine Schwester wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Ich finde, ihr Husten hört sich nicht viel besser an, aber sie sagt, dass es so ist. Na ja,wenn es einer sicher weiß, dann wohl sie ;).

Sie macht sich so viele Gedanken über andere, im speziellen ihren Mann. Finde ich grundsätzlich sehr rücksichtsvoll und lieb, aber ich habe immer ein bißchen das Gefühl, dass die, vielleicht unbewusst, Schuldgefühle plagen. Und wenn sie etwas nicht brauchen kann, dann wohl das!

Er steht morgens mit dem Sohn auf, geht arbeiten und kümmert sich abends um meine Schwester und seinen Sohn. Ich finde das super, denn auch er ist besonders durch die Sorgen stark belastet, aber an sich empfinde ich das auch als "normal".

Es ist schön zu wissen, dass sie nicht jede Entlastung als Selbstverständlichkeit hin nimmt, aber ein bißchen muss man sich doch auch hingeben. Sonst ist man nur noch damit beschäftigt dankbar zu sein. Sehe ich da was falsch?

Liebe Grüße an alle.

Cecil
28.12.2013, 23:35
Hallo, Tanja,

das müssen sie als Paar unter sich ausmachen.
Du könntest Deiner Schwester beim "Loslassen" im Sinne von Entspannen, Abschalten helfen, wenn ihr das vielleicht schwer fällt.

Tanja_M.
29.12.2013, 05:24
Hallo Cecil, wie soll ich das denn machen? Wie verhalte ich mich richtig?

Ich bin dem Mann meiner Schwester im Übrigen sehr dankbar dafür, dass er für sie da ist und dafür, das meine Schwester sich bei ihm geborgen fühlen kann.

Ich stehe ja schon unter Strom, da geht es ihm bestimmt nochmal schlimmer.

Tanja_M.
31.12.2013, 18:29
So, heute endet ein wirklich schwieriges Jahr, hauptsächlich im Bezug auf die Krankheit meiner Schwester :(

Aber man darf über so ein Übel nicht vergessen, dass es ja auch viele schöne Dinge gibt.
Ich wünsche mir, das meine Schwester die Therapie gut übersteht und wieder ganz gesund wird. Und ich wünsche mir ein glückliches Jahr 2014 für alle meine Lieben und mich selbst.

Euch allen einen schönen Silvesterabend, trotz allem, und einen guten Rutsch ins nächste Jahr. Viel Zuversicht, Kraft und viele glücklichen Momenten!

NicoleZ
01.01.2014, 12:03
Hei, ich wünsche euch auch ein gutes neues Jahr, und wie gesagt, diese ganzen Therapien ziehen sich halt hin - im nächsten Jahr, also 2015, da sieht die Sache ganz bestimmt schon wieder viel grüner aus. Bis dahin braucht ihr Kraft, keine Frage. Was diesen Husten angeht, das habe ich anfangs mal erwähnt - die normalerweise nebensächlichen Infekte, die man sich so einfängt, sind unter einer Chemo wesentlich schlimmer. Ich habe mir damals auch eine Erkältung eingefangen und mich fast totgehustet, wochenlang, da hatte ich zu allem Überfluss noch dauernde Kopfschmerzen vom dauernden Husten.
Nuja, das normalisiert sich ja zum Glück wieder.
Wie lange hat dein Schwesterchen denn noch Chemo ?

LG Nicole

Tanja_M.
01.01.2014, 17:28
Sie hat morgen den Dritten von insgesamt acht Durchgängen, danach, also Ende Mai/Anfang Juni kann dann wohl operiert werden (Mastektomie li. Brust).

Ja ja, der leidige Husten. Ihr geht es so, wie Du es beschreibst. Aber nach der intravenösen und danach oralen Verabreichung von Antibiotikum geht's schon etwas besser.

Ich hoffe sehr, das sie weiterhin so motiviert bleibt, wie zur Zeit.

Danke für Deinen Zuspruch. Auch Dir und Deinen Lieben viel Glück und Gesundheit!

Tanja

Tanja_M.
05.01.2014, 07:44
Die dritte Runde ist überstanden. Es geht meiner Schwester gut. Allerdings hat sie vergessen vor der Medikamentenverabreichung ihre Tabletten für die Begleittherapie einzunehmen! Das sind wohl homöopathische Mittel. Jetzt ist sie extrem müde und abgeschlagen. Sie meint das liegt daran.
Trotzdem waren wir gestern kurz spazieren :D

Tanja_M.
07.01.2014, 21:37
Die Übelkeit ist seit heute Abend überstanden...ich freue mich für mein Schwesterchen! :D

skymonkey
09.01.2014, 11:01
Hallo Tanja,

auch ich kriege jetzt meine 3. Ladung EC und vertrage es bislang ganz gut. Die Begleitmedikamente zu vergessen ist sicher keine gute Idee... aber das sind normalerweise auch nicht "nur" homöopathische Medikamente. Meistens sind das Präparate wie Kortison und Antiematika, die die Verträglichkeit der Chemo verbessern, insbesondere eben die Übelkeit reduzieren.

Das passiert ihr bestimmt nicht noch mal nach der Erfahrung oder? Schön dass es wieder besser geht.

LG, Sky:D

Tanja_M.
10.01.2014, 18:47
Hallo Sky :)

Dann wünsche ich Dir, dass auch weiterhin alles gut läuft.

Meine Schwester bekommt das Cortison und weitere Medikamente gleich im Krankenhaus mit verabreicht, auch etwas gegen die Übelkeit. Das gegen die Übelkeit hilft aber nur max. zwei Tage.
Da sie Epileptikerin ist, kann sie nachher weder MCP-Tropfen noch Vomex einnehmen. Dieses Begleittherapeutikum, das sie nicht eingenommen hat, macht's ein bissi erträglicher :(, muss aber vor der Chemo genommen werden.

Habe jetzt mal mit einem Apotheker gesprochen, der hat noch Lösungsvorschläge gefunden. Trotz Epilepsie kann sie evtl. Zofran oder Zintona (Ingwertabletten) einnehmen.

Echt komisch, dass Ihre Ärzte das nicht vorgeschlagen haben. Sie muss das natürlich mit denen besprechen. Zofran ist verschreibungspflichtig.

Beim nächsten Mal bekommt sie zum vierten und letzten Mal Epirubicin und Cyclophosphamid, danach noch vier Mal Docetexel und Herbicin. Bin mal gespannt, ob sie das auch so "gut" wegsteckt.

Was bekommst Du als nächstes? Auch 4 x EC und 4 x DH?

Morgen geht's erst mal zum Geburtstagsfrühstück meiner Mutter. Da kommt sie auch mal wieder raus. Freue mich :D.

Lieber Gruß

Tanja_M.
11.01.2014, 16:05
Hm, das war nix. Leider hat meine Mutter, quasi über Nacht, einen Schnupfen bekommen und somit ist das gemeinsame Frühstück ins Wasser gefallen. Meine Schwester hat wohl wieder einen extrem niedrigen Leukozytenwert und bleibt dann lieber, inkl. Mann und Sohn, weg von offensichtlichen Bakterien- und Virenträgern ;). Verstehe ich gut, trotzdem schade :o

skymonkey
12.01.2014, 20:26
Hallo Tanja,

die 3. EC hat mich doch ganz schön geplättet. Bin müde ohne Ende.:gaehn:
Eine 4. kriege ich noch, dann kommt 12 x Paclitacel, jede Woche einmal.
Das soll besser verträglich sein als EC.
Na mal schauen. Eigentlich kann ich mich nicht beschweren. NW halten sich im Rahmen, bis halt auf die Müdigkeit.:gaehn:

LG, Sky:D

Tanja_M.
15.01.2014, 22:42
Guten Abend Sky,

das hört sich doch klasse an ;). Dann haben wir für die, die oftmals viel Schlimmes lesen müssen, hier schon zwei gute "Beispiele" dafür, dass eine Chemotherapie auch ganz erträglich sein kann.
Gut, vielleicht sollte ich den Tag nicht vor dem Abend loben, aber drücke Euch fest die Daumen und wünsche das auch allen Anderen!

Meine Schwester hat bisher auch weder den Appetit großartig verloren, noch Gewicht abgenommen. Sie schläft aber, wenn Sie kann, auch wie ein Murmeltier :D.

Für alle Betroffenen, Angehörige und Freunde eine große Portion Durchhaltevermögen und trotzdem schöne Momente :winke:

NicoleZ
16.01.2014, 12:00
Gewicht verloren... ich habe durch die ganzen Therapien + Wechseljahre (die jetzt nach 3 Jahren endlich mal wieder vorbei sind) ca. 7 kg ZUgenommen und schneckenlangsam nähere ich mich jetzt wieder dem Normalzustand :). Von daher, mit einem Gewichtsverlust ist bei prämenopausalen Frauen auch eher nicht zu rechnen :).

Tanja_M.
16.01.2014, 22:09
Hallo Nicole, meine Schwester ist 34 :D

NicoleZ
17.01.2014, 09:51
Ja, und ich war 39 und wurde durch die Chemo in die Wechseljahre geschossen und musste hinterher 3 Jahre darauf warten, dass sich mein Stoffwechsel halbwegs wieder normalisiert. Da ich einen hormonabhängigen Tumor hatte, wurde ich noch 1 Jahr eierstocktechnisch plattgespritzt und nehme nach wie vor täglich eine Tablette zwecks "Antihormontherapie".
Und das war halt das Schlimmste und zwar deswegen, weil ich wegen andauernder Hitzewallungen ein geschlagenes Jahr lang nicht länger als 15 Minuten am Stück schlafen konnte.
Je jünger man ist, desto härter erwischt einen die schlagartige Hormonabstellung.
Die meisten Tumore sind hormonpositiv, weswegen dein Schwesterchen evtl. dasselbe vor der Nase hat.

NicoleZ
17.01.2014, 10:03
Und noch als P.S.: das sind dann genau die Dinge, wo sie eine verständnisvolle Schwester gebrauchen könnte; ich denke mal, die meisten Ehemänner haben recht wenige Probleme mit der Glatze, aber mit dem Libidoverlust. Keine Periode mehr, nicht mehr fortpflanzungsfähig, wenn auch zeitlich begrenzt, aber es gibt durchaus Ehen, die an dieser speziellen Nebenwirkung zerbrechen.

Tanja_M.
18.01.2014, 02:21
Oh je, es gibt noch so viel, was ich nicht weiß. Das kann ja noch was werden. Ich weiß gar nicht, was sie für einen Tumor hat.

Aber ich weiß zumindest, dass die beiden keinen weiteren Kinderwunsch haben, was ein Liebesleben selbstverständlich nicht ausschließt ;) Da müssen die Beiden durch :(

Hast Du oder jeder Andere, der hier vielleicht mitliest, denn Tipps, wie man sich in einem Fall von Hitzewallungen und Schlafstörungen Linderung verschaffen kann?

NicoleZ
18.01.2014, 15:19
Regelmäßige Bewegung soll helfen, Akupunktur soll helfen, zur Not Drogen in Form von Serotoninwiederaufnahmehemmern. Da braucht man aber einen flexiblen Arzt, um so etwas verschrieben zu bekommen. Oder man wartet einfach ein paar Jahre und dann ist alles wieder normal ;).

Tanja_M.
19.01.2014, 22:16
Danke :)

Tanja_M.
24.01.2014, 21:21
Meine Schwester hat den ersten Block überstanden. Am Mittwoch hatte sie die 4. Chemotherapie.
Zuerst sah es so aus, als wäre das gar nicht möglich, da das kleine Blutbild von Montag (Hausarzt) viel zu wenige Retikulozyten (junge rote Blutkörperchen) aufwies. Nachdem man aber vor Ort (Uniklinik) noch ein großes Blutbild machte, ging es doch, meine Schwester war heilfroh! Sie möchte das alles so schnell wie möglich hinter sich bringen.
Bisher hält sich die Übelkeit in Grenzen. Sie hat uns nicht erzählt, wie schlecht es ihr nach den ersten drei Chemos ging. Sie hat nicht gejammert. Aber es war doch so schlimm, dass sie dieses Mal große Sorgen und Ängste hatte.
Nun hat sie ja auch das Problem mit der Epilepsie. Sie bekam nach der ersten und zweiten Chemotherapie zwei Medikamente verschrieben, die bei Epilepsie überhaupt nicht genommen werden dürfen:angry:! Darf es gar nicht geben!
Nun habe ich ihr Akkupressurbänder geholt, eigentlich gegen Schwangerschafts- und Reiseübelkeit...mal sehen, ob es hilft.

Noch 4 x Docetaxel + Herceptin, dann kommt die OP.

Hoffentlich verträgt sie das halbwegs gut :confused:...sie muss jetzt erstmal zum Herzultraschall.

Mal sehen, was kommt.

Mizzi-Mädi
25.01.2014, 20:54
Liebe Tanja,

ein paar tröstende Worte: Ich wurde vor 18 Jahren mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Außer, dass bei Wetterumschwung die Narbe schmerzt (ich wurde brusterhaltend opereriert) habe ich keine Beschwerden mehr und gelte seit 8 Jahren als geheilt.

Die Haare müssen nicht unbedingt ausfallen, je nachdem, welche Chemo man erhält. Mir sind sie nicht ausgefallen.

Ich hoffe, ich konnte ein bißchen für Dich tun.

Liebe Grüße und Daumendrück

Anita Mizzi-Mädi

NicoleZ
27.01.2014, 09:29
Sie bekam nach der ersten und zweiten Chemotherapie zwei Medikamente verschrieben, die bei Epilepsie überhaupt nicht genommen werden dürfen:angry:! Darf es gar nicht geben!

Oh Mann, echt. "Meine" Onkologin war auch so dermaßen verpeilt, dass ich unglaublich froh war, als ich dem Laden nach einem Jahr den Rücken zudrehen konnte, ich bin da auch nie wieder hingegangen. Bei mir ging das bei der ersten Chemo los, die Schwester sagt so "Und wenn Sie dann nach Hause kommen, nehmen Sie gleich Ihre Tabletten." Ich : "Welche Tabletten ?"
Also danach ging es dann relativ flott, dass ich ein Rezept mit den ganzen Antiübelkeitsmitteln in die Hand gedrückt bekommen habe, aber unnötig zu erwähnen, dass mir das mehrfache zur Apotheke rennen am ersten Chemotag auch nicht grad Recht war.
Dann das Problem mit zuwenig roten Blutkörperchen, mir war gegen Ende hin, so ab Chemo 4, permanent schwindelig, und die Tante Doktor hatte immer behauptet, wenn das Blutbild zu sehr abkachelt, würde sie mir etwas dagegen verschreiben.
Hat sie aber nicht, und ich hatte mittlerweile wirklich große Angst, mich überhaupt zu bewegen, weil mir nur noch schwindelig war. Dusselige Kuh. Im Endeffekt habe ich meine letzte Chemo dann geschmissen. Und da kam sie mir noch blöd. Neh, Ärzte gibt es...

RudiHH
27.01.2014, 10:21
Ja unsensieble Ärzte gibt es.
Ihr Selbstschutz ist machmal etwas zu rabiat.
Ich habe aber auch andere Ärzte erlebt.

Hast du die Möglichkeit zu wechseln?
Kraft zu dir.

Tanja_M.
01.02.2014, 00:57
Ja, unsensibel und teilweise recht unwissend. Aber, was soll man machen, oftmals scheint es, dass man vom Regen in die Traufe kommt. Man verlässt sich auf die Kompetenzen...geht ab und an aber auch nach hinten los.

Trotz der falschen Medikamentenempfehlungen vertäut meine Schwester ihren Ärzten in der Uniklinik Bonn. Sie hat auch bereits einen ersten Erfolg zu verzeichnen, der Tumor ist seit der ersten Chemotherapie von 5 cm im Durchmesser auf 3 cm im Durchmesser geschrumpft :D

Nun beginnt der zweite Block mit neuen Medikamenten Docetaxel + Herceptin.
Hoffentlich bleibt ihr momentaner Zustand.

Oh man, könnte ich doch nur besser helfen.

RudiHH
01.02.2014, 06:21
Hallo
Oh man, könnte ich doch nur besser helfen.
Du Hilfst doch schon bist da stellst Fragen und machst dich schlau.

Das ist sehr viel!!
Wenn man ein gewisses Wissen hat, kann man mit den Ärzten schon etwas besser reden.
Ein Hoffnungsvolles Wochenende zu euch.

Tanja_M.
02.02.2014, 07:35
Heute fahre ich mit meinem Neffen und meiner Mutter in den Kölner Zoo:D.
Hätte mir gewünscht, dass meine Schwester mit kann, aber das ist zu anstrengend für sie :(. Das sind die schmerzlichen Momente, in denen ich merke: ja, sie ist richtig krank. Denn, wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, jammert sie nicht und ist richtig taff.

Ich hoffe einfach, dass die Ärzte sie und ihren Mann nach bestem Wissen und Gewissen beraten und behandeln, dann wäre schon viel gewonnen.

Hat jmd. schon Erfahrungen mit den Chemomedikamenten Docetaxel + Herceptin gemacht?

Liebe Grüße

NicoleZ
03.02.2014, 10:58
Hei, da hattet ihr ja ein Traumwetter für den Zoo :).
Herzeptin ist fast schon nebenwirkungsarm, deine Schwester sollte aber in nächster Zeit zu einem Herzschall antreten.
Wenn da alles okay ist, ist das einzige Problemchen mit Herzeptin, dass es nach einer Vorinfusion mit Antihistaminen verabreicht wird, weil allergische Reaktionen nicht auftreten sollen, und diese Vorinfusion macht einen so richtig schön schlapp. Also kalt, müde. Aber in einer guten Onkologie haben sie Decken, die man sich dann einfach geben lassen kann, und wenn man hinterher ein paar Stunden schläft, ist schon wieder alles gut. (Währenddessen schlafen darf man ja nicht, weil dann das Pflegepersonal nicht weiß, ob es einem noch gut geht :) ).

Tanja_M.
03.02.2014, 21:35
Hallo Nicole,

ja genau, sie hat schon einen Termin für die Herzuntersuchung. Das ist alles etwas heikel,da sie schon einmal eine Untersuchung hatte, bei der irgendwelche schlechten "Werte" festgestellt wurden :(.

Am 12. ist es soweit, dann ist die Halbzeit überschritten.

Ich werde etwas unsicher. Ich bin plötzlich wieder öfter traurig, weil ich es einfach nicht verstehen kann, was da passiert.

Sie bekommt im besten Fall eine Brust abgenommen...Scheiße!

Ich hoffe Sie bleibt stark und fröhlich.

GLG

NicoleZ
04.02.2014, 09:37
Ich werde etwas unsicher. Ich bin plötzlich wieder öfter traurig, weil ich es einfach nicht verstehen kann, was da passiert.


Naja, ich hab's ja von Anfang an gesagt, die Zeit wird sehr lang und man braucht viel Kraft. Und was da passiert ist ja quasi : für deine Schwester wird alles getan, was in der Macht der Mediziner steht, damit der Krebs sich nicht ausbreitet. Also diese ganzen Aktionen sind sicherheitshalber. Weil irgendwo im Körper versprengte Krebszellen unterwegs sein -können-, die man mit bildgebenden Methoden heutzutage nicht sehen kann. Und die sollen halt geplättet werden. Dafür hat man halt die Medikamente, und durch die Anwendung der Medikamente -vor- der Operation kann man dann gut kontrollieren, ob sie bei diesem speziellen Krebs deiner Schwester überhaupt wirken. Und das tun sie ja offensichtlich. Der Tumor ist geschrumpft. Und daraus kann man schließen, dass evtl. vorhandene Mikrometastasen ebenfalls einen auf die Mütze bekommen haben.

Sie bekommt im besten Fall eine Brust abgenommen...Scheiße!

... und wieder aufgebaut, wirst sehen, die operierte Brust wird (irgendwann) besser aussehen als das Original. Schmerzen und so müssen auch gar nicht besonders schlimm sein.

Ich hoffe Sie bleibt stark und fröhlich.


...und wenn nicht, ist das auch in Ordnung eine Zeitlang. Sie steht schließlich gerade in einer echt anstrengenden Behandlung.

LG zurück, ihr schafft das schon.

Tanja_M.
04.02.2014, 21:35
Tausend Dank, dass hat gut getan...Danke! :winke:

bifi65
04.02.2014, 22:47
Hallo,

ich hatte in meiner Chemo auch Docetaxel (6x) und Herceptin über ein Jahr. Hauptsächlich macht Docetaxel Nerven-und/oder Schleimhautschäden (kann sein, muss nicht sein...), dagegen hab ich während der Einlaufzeit des Mittels Eiswürfel gelutscht und hatte Kühlhandschuhe an. Dadurch wird die Durchblutung an den betroffenen Stellen herabgesetzt und Schäden vermindert. Eiswürfel hab ich immer in einer Thermoskanne dabeigehabt und die Kühlhandschuhe von dort bekommen.
Herceptin war ganz locker, meine Nase lief zwar immer, das war lästig und wegen der Herzbelastung hab ich mir an dem Tag und dem Tag danach einfach viel Ruhe gegönnt, ansonsten hab ich nix gemerkt.
Wenn das Port anstechen weh tut, kann man sich aus der Apotheke Emla-Pflaster besorgen und vorher draufkleben, das betäubt die Haut, so wird das bei Kindern auch immer gemacht und ich hab das auch zu Hause wenn ich mal keinen Nerv auf Pieksereien hab...;)
Und zum Thema Brust - da gibt es so viele gute Möglichkeiten, das wird sie mit ihrem Arzt bestimmt noch genau besprechen. (Ich hab keine mehr, auch keinen Aufbau und das hat meiner Fröhlichkeit nicht geschadet :):):))

Alles Gute und herzliche Grüße von Birgit

Tanja_M.
05.02.2014, 19:07
Hallo Birgit,

habe eben noch mit meiner Schwester telefoniert. Alle kleineren Tumore in der Brust sind nicht mehr zu sehen und der Herz-Ultraschall war gut :D.

Der letzt Arzt, der den Herz-Ultraschall zuerst gemacht hat, sagte meiner Schwester nur was von 55%, da hat sie natürlich etwas Angst bekommen.
Der Arzt heute kam zum gleichen Ergebnis, hat ihr aber gleich erklärt, das ein Wert beim Blutfluss im Herzen zwischen 50% und 60% völlig normal ist. Tja, Patienten sind auch nur Medizinlaien. Ich weiß zwar nicht, warum sie nicht direkt nachgefragt hat, aber eine bessere Info hätte uns allen einige Sorgen erspart.

Die Brust lässt sie definitiv abnehmen. Sie hat zu große Angst vor einem Rezidiv :eek:
Wenn dich rausstellt, dass der Krebs erblich ist beide:undecided.
Ich hoffe, dass sie das so gut wegsteckt wie Du.

Herceptin wird sie nach der OP im Mai auch noch ein Jahr, alle drei Wochen bekommen.

Liebe Grüße ;)

Tanja_M.
07.02.2014, 07:46
Heute geht meine Schwester zusammen mit ihrem Mann in die Uniklinik Bonn, um sich wegen erblichem Brustkrebs beraten zu lassen. In unserer Familie ist schon diverse Male Brustkrebs (meine Schwester selber, Oma väterl. seits, Schwester der Oma) und Unterleibskrebs (unsere Mutter, meine Oma) aufgetreten. Mal abwarten, was besprochen wird. Habe schon ein bissl Angst. Aber mit dem Thema kenne ich mich nicht aus.
Ich drücke uns die Daumen.

Rennmaeusle
07.02.2014, 09:22
Liebe Tanja,

ich schreibe als Betroffene. Habe eine "große" Schwester, die mir sehr geholfen hat und die ganze Zeit an meiner Seite war und nach 5 Jahren immer noch ist.
Das schlimmste ist Mitleid, da kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen, und das ständige "Wie geht es Dir" ist nervig. Einfach da sein wenn sie dich braucht, trösten wenn sie weinen muss, und das wird sehr oft sein. Zu viele Fachbücher finde ich persönlich nicht gut, verwirrt nur.
Ich habe ein wunderbares Buch gelesen von Miriam Pilau, "Fremdkörper". Sie schreibt darin über ihre eigenen Erfahrungen, hat mir sehr geholfen.
Ich wünsche Dir viel Kraft bei der Begleitung Deiner Schwester, und denk immer dran, Du brauchst auch jemanden der dich auffängt, denn viele vergessen die Angehörigen zu fragen wie es ihnen geht.
Ihr schafft das
Liebe Grüsse Christine

Tanja_M.
07.02.2014, 22:14
Hallo Christine,

ich habe mir Deine Worte mal genau durch den Kopf gehen lassen und zu Herzen genommen.
Tatsächlich ist es so, dass ich Leid, aber kein Mitleid empfinde. Sich mit dem Mitleid zurück halten scheint ja, auch nach dem Anraten anderer "Mitschreiber", richtig zu sein.
Aber das Leid an sich ist, darf ich das so schreiben, ist scheiß heftig :shocked:.

Nach einer gewissen Zeit scheint alles wieder "normal" und doch wieder nicht.

Ich weiß, dass Brustkrebs heutzutage recht gut heilbar ist. Aber wenn es einen nahestehenden lieben Menschen erwischt, wird alles irrational, auch wenn ich versuche vieles sachlich und pragmatisch zu sehen.

Ich finde es so heftig, dass sie, bewusst so entschieden, mind. eine Brust amputiert bekommt. :weinen:
Ja, es ist ihre Entscheidung und ja, ich denke sie tut das Richtige, aber ich bin erschrocken, weiß nicht, wie ich ihr da helfen kann.
Sie jammert nicht, sie weint nicht, sie zieht das einfach durch...unglaublich. Und ich hin sicher, dass sie mir nix vorspielt.
Ihr Motto: Ich will leben und das möglichst ohne Angst vor einem Rückfall...jep...finde ich gut.
Mein Motto: Sie packt das, macht das vorbildlich, hat eine große Portion Glück und ich muss einfach für sie da sein.

Jetzt müssen wir erstmal zu den Tests wegen der Erblichkeit. Habe heute am Telefon erstmal nur am Rand die Prozentzahlen 56 und 72 erfahren. Meine Schwester möchte mir am Wochenende dann in Ruhe erklären, was es damit auf sich hat.

Wie will see!

Toll, dass es das Forum gibt. Danke an alle, die mir durch diese blöde Zeit helfen.

Liebe Christine: Wow, Du hast den Mist anscheinend gut und erfolgreich hinter Dich gebracht. Alles, alles Gute :)

Tanja_M.
09.02.2014, 06:06
Hallo,

gestern war ich bei meiner Schwester und Sie hat mir, zusammen mit ihrem Mann, die Wahrscheinlichkeitsrechnung aufgrund des (Krebs-) Familienstammbaums vorgelegt und erläutert...tja, nun haben wir das "Glück", uns in der Kölner Uniklinik vorstellen zu müssen/können. Dort ist das Zentrum für familiären Brust und Eierstockkrebs.
Bei meiner Schwester wurde bereits Blut abgenommen. Wegen eines Termins bekommen wir dann noch bescheid.

Tschöhö und einen schönen Sonntag.

NicoleZ
09.02.2014, 12:00
Ich persönlich habe mich um diese Erblichkeitsgeschichte herumgedrückt und die "Empfehlung zur genetischen Beratung" geflissentlich überhört, deswegen kann ich da nichts dazu sagen, außer : ich glaube, falls die Erblichkeit mal festgestell ist, hat man Anspruch auf mehr Vorsorge, oder ? Und das ist ja nicht verkehrt.

Tanja_M.
09.02.2014, 21:36
Hallo Nicole,

ja genau, ich werde wohl die Vorsorge nach Beratung und Untersuchung in dem genannten Zentrum in der Kölner Uniklinik durchführen lassen können. Die haben u. A. einen hochauflösenden Ultraschall und mehr Erfahrungen.
Ich werde erst mal abwarten...ist aber ein blödes Gefühl.
Ab errechneten 20% Wahrscheinlichkeit ist man Risikopatient, da hört sich Ü 70% schon schlecht an :(. Genau gesagt ist es das Risiko bis zum 85. Lebensjahr an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken.

Ich bin meiner Schwester sehr dankbar, dass sie es mir gesagt hat. Sie hat mir aber die Abwahl gelassen es erfahren zu können. Ich wollte es wissen, da kann ich wirklich noch besser vorbeugen. Sie hat sämtliche Ihrer Untersuchungsergebnisse und Diagnosen für alle Verwandten 1.-3. Grades frei gegeben. Ich finde das extrem wichtig.

Schönen Abend noch :winke:

Tanja_M.
10.02.2014, 21:26
Habe heute erfahren, dass meine Schwester und ich "erst" im August einen Termin im Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs bekommen.

Weiß jetzt gar nicht wie das mit der OP von meiner Schwester läuft, Blut abgenommen haben sie ihr ja schon...ob sie vorab schon bescheid bekommt?

NicoleZ
11.02.2014, 11:03
Hm, wie gesagt, ich habe keine Ahnung. Stell die Frage doch sicherheitshalber noch mal im Brustkrebs-Unterforum.

Tanja_M.
19.02.2014, 16:58
So, morgen ist es soweit, ich muss zur Mammasonographie :undecided:. Bei der Untersuchung meiner Lunge hat man festgestellt, dass ich eine weichteildichte kugelige Läsion mit einem Durchmesser von 12 mm in der rechten Brust habe. Wegen der familiären Vorgeschichte und der aktuellen Brustkrebserkrankung meiner Schwester habe ich mal so richtig Schiss!
Ich weiß, dass muss nix Wildes sein, aber erzählt das mal meinem Unterbewusstsein :(.
Meiner Mutter und meiner Schwester habe ich noch nichts gesagt. Will ihnen keine unnötigen Sorgen machen und hoffe, dass ich das auch nach der morgigen Untersuchung nicht muss!

Drückt mir bitte dolle die Daumen.

Einen schönen Abend.

NicoleZ
20.02.2014, 09:49
Jesses, ja, meine Daumen sind ganz doll gedrückt !

skymonkey
20.02.2014, 10:23
Hallo Tanja,

auweia, da denkt man man ist nur "Angehöriger" und dann ist man schon mitten dabei. Das tut mir echt leid, dass Du dieses Gedankenkarussell jetzt mitmachen musst.

Ich drücke ganz fest die Daumen, dass alles gut ist.
Ich hab damals auch erst alles für mich behalten als ich den Knoten getastet habe, um die anderen nicht unnötig zu belasten. Hab dann erst die Botschaft verbreitet, als die Diagnose sicher war. Ich weiss noch genau wie schwer das ist alles mit sich selbst auszumachen. Dafür wünsche ich Dir viel Kraft.

LG, Sky:D

Tanja_M.
21.02.2014, 14:23
Puhhh, so wie es aussieht ist bei mir alles OK :D.

Es scheinen mehrere Zysten zu sein. Sicherheitshalber soll ich in drei Monaten nochmal zur Kontrolle kommen.

Hab's meiner Schwester nach der Diagnose erzählt, die macht sich trotzdem ein bissel Sorgen. Bei ihr waren es angeblich auch Zysten. Nun möchte sie ihre behandelnde Ärztin fragen, ob sie sich die CD mal ansehen kann.

Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist. Musste ziemlich weinen...vor Erleichterung :o.

Aber alleine die intensiven Gedanken daran auch betroffen zu sein, ganz schön übel. Das hat mir nochmal gezeigt, dass ich nicht im Geringsten ahnen kann, was meine Schwester wirklich durchmacht.

Ihr seid alle echt starke, tolle Frauen.

Danke für's Daumendrücken an Sky und Nicole.

Nächste Woche werde ich meiner Schwester die Zeit während der Chemo "versüßen" und sie begleiten...wenn ich gesund bleibe...viele um mich rum sind erkältet :sad:.

skymonkey
21.02.2014, 14:26
Hallo Tanja,

mensch super!! Jetzt treu Dich erst mal.
Da hat sich das Daumendrücken ja echt gelohnt.

Sky:D

NicoleZ
21.02.2014, 14:40
Na Jott sei Dank. In dem Sinne wünsche ich dir ein schönes Wochenende !

Tanja_M.
25.02.2014, 19:49
Oh ätzend, meine Schwester hat mich gerade angerufen. Sie ist zusammen mit ihrem Mann auf dem Weg zur Uniklinik, da sie Fieber bekommen hat. Na ja, sie wird bis Morgen beobachtet und untersucht.
Wird jawohl nix Schlimmes sein :confused:

Tanja_M.
26.02.2014, 01:05
Ihre Blutwerte sind wohl sehr schlecht und nun muss erst einmal die Lunge geröntgt werden...abwarten :(.

RudiHH
26.02.2014, 04:35
Hallo
Wünsche euch alles erdenklich gute.
Ich hoffe das alles ok ist.
Glück, hoffnung und Kraft zu euch.

Tanja_M.
28.02.2014, 05:00
Hallo,

so, der Spuk ist vorbei, meine Schwester ist wieder zu Hause. Hat Infusionen mit Antibiotikum bekommen, kein Fieber mehr, Lungen waren i. O. und die Blutwerte wieder etwas besser. Gott sei Dank! :)

Bei der kommenden Chemo soll sie nun etwas bekommen, dass ihre Leukozytenanzahl verbessert. Kennt das jemand? Und warum bekommt man das nicht immer? Wahrscheinlich liegt es an den Kosten, aber mal hier, mal da ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt ist ja auch nicht günstig :confused:

@Rudi: Vielen Dank und das Gleiche für Euch.

NicoleZ
28.02.2014, 11:03
Hei, na das sind doch gute Nachrichten.
Tatsächlich ist dieses Medikament zur Verbesserung der Leukozytenzahl ziemlich teuer und wird deswegen wohl erst ziemlich spät, wenn überhaupt, gegeben. Meine Onkologin hatte sich ja glattweg geweigert, als es soweit war, obwohl sie mir anfangs erzählt hatte "...und dann geben wir Ihnen etwas". Deswegen habe ich die letzte Chemo geschmissen und musste mir dann von ihr noch mehr Scheiß anhören.

Ich weiß jetzt nicht, ob die Chemo deiner Schwester im BZ oder in einer onkologischen Praxis durchgeführt wird ? Bei mir war es halt eine Praxis, und obwohl ich eigentlich schon das Gefühl hatte, dass die alles in mich reinfüllen, was gut und teuer ist, haben sie beim "Blutmedikament" Mätzchen gemacht. Da kam mir dann schon der Verdacht, dass die auch mit einer Budgetierung zu tun haben. Ich weiß es aber nicht. Bei normalen Arztpraxen ist es ja wohl so, dass man zum Ende des Quartals nur noch unte Protest etwas verschrieben bekommt. Vielleicht hat sich da mittlerweile auch etwas geändert, ich weiß es nicht, habe ja zum Glück nicht mehr so viel mit Ärzten zu tun, aber die Praxisgebühr haben sie ja auch endlich mal abgeschafft :).


Jedenfalls, wenn dem so wäre, ist es ja einer Arztpraxis egal, ob eine Krankenkasse einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt bezahlen muss, weil das ja nicht über ihr eigenes Budget läuft.

Wie lange muss deine Schwester noch Chemo bekommen ?

LG Nicole

Tanja_M.
28.02.2014, 21:26
@Nicole:

Hallo :),

hatte es einen Grund, warum Du nicht in einem BZ warst?

meine Schwester ist in der Bonner Uniklinik und diese ist meiner Information nach ein Brustzentrum. Sie hat noch 3 x Docetaxel + Herceptin vor sich, danach soll sie operiert werden.


@Alle:

Während Ihres Krankenhausaufenthalts hat sie eine nette Bettnachbarin gehabt. Die hat einen Brustaufbau nach Amputation und einen Angleich der gesunden Brust machen lassen. Meine Schwester durfte sich "das Ergebnis" ansehen und war begeistert.
Sie hat meiner Schwester Mut gemacht und ihr berichtet, dass sie nach der Amputation kaum Schmerzen und Beschwerden hatte :D.

Jeder ist anders, aber es ist schön so was zu hören.

NicoleZ
01.03.2014, 15:41
@Nicole:

Hallo :),

hatte es einen Grund, warum Du nicht in einem BZ warst?


Lokale Überversorgung mit Kliniken ;). Zur OP war in in einem BZ, zur Chemo in der Praxis hier vor Ort, zur Bestrahlung im Uniklinikum - Rosinenpickerei und Fahrtzeitminimierung :).

Okay, dann hat deine Schwester es ja auch in absehbarer Zeit überstanden. Das Blutbild normalisiert sich nach der Chemo eigentlich recht flott wieder, und es geht einem schnell besser. Natürlich nicht sofort, aber doch recht zügig, zumal in jungem Alter.


@Alle:

Während Ihres Krankenhausaufenthalts hat sie eine nette Bettnachbarin gehabt. Die hat einen Brustaufbau nach Amputation und einen Angleich der gesunden Brust machen lassen. Meine Schwester durfte sich "das Ergebnis" ansehen und war begeistert.
Sie hat meiner Schwester Mut gemacht und ihr berichtet, dass sie nach der Amputation kaum Schmerzen und Beschwerden hatte :D.

Jeder ist anders, aber es ist schön so was zu hören.

Och ja, die können schon was :-). Ich persönlich war auch verblüfft, dass mich der doch relativ riesige Schnitt überhaupt nicht geschmerzt hat. Also, kein Einzelfall.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende !

Tanja_M.
01.03.2014, 19:39
@Nicole: Schön zu hören, dass bei Dir auch alles gut geklappt hat. Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende :).

Oli 76
02.03.2014, 11:48
Hallo,

ich hab jede Woche eine Spritze zur Verbesserung der Leukos bekommen, da ich EC dosisdicht alle 14 Tage bekommen habe. Die Leukos sich aber wohl erst in der dritten Woche so richtig erholen. Mein Onkologe sagte, für den Hausgebrauch wären sie in der Regel nach 14 Tagen soweit OK, aber nicht für eine neue Chemo.
Diese Spritze kostet über 1.500 Euro!
Deshalb solle ich nicht daneben spritzen und sie auch nicht einfach weg werfen, hat es wohl auch schon gegeben. Zur Not hätte ich in die Praxis kommen müssen zum Spritzen.

Aber so schauen sie immer mal erst, ob sich die Leukos wieder erholen und jetzt bei Pacli wöchendlich, sagte der Onkologe, es gäbe keine spritzen mehr, zu not würde man halt mal ne Woche verschieben!

LG

Tanja_M.
05.03.2014, 20:11
Meine Schwester hat heute das Rezept für Neulasta erhalten, sie soll es sich 24 Stunden nach der Chemo spritzen. Evtl. Nebenwirkung (extrem) starke Knochenschmerzen :confused:...wenn's hilft!

Oli 76
05.03.2014, 20:30
Also helfen tut es. Ich hatte keine Knochenschmerzen, das war anders. So als wenn mich eine Dampfwalze überrollt hätte. So wie blaue Flecke am ganzen Körper, es durfte mich keiner berühren und ich war immer froh, wenn ich ne Stellung im Bett gefunden habe, nur nicht bewegen, dachte ich immer. Und nach ca. 24 Stunden war der Spuk plötzlich vorbei!
Aber alles besser als die ständige Übelkeit in der EC Chemo!

Also alles aus haltbar, zur Not kann man auch ne Ibro nehmen!

Gruß Oli

skymonkey
05.03.2014, 23:02
Hallo,

hatte auch Neulasta. Die Rückenschmerzen waren nicht sooo doll. Dafür waren meine LK vorübergehend geschwollen. Aber meine Blutwerte waren ohne die Spritze bis auf nur 1000 Leukos gesunken, so dass ich die in den weiteren Zyklen dann immer bekam. Bei niedrigen Leukozyten fühlte ich mich auch immer sehr schlapp, so dass ich einiges in Kauf genommen hätte. Durch die Spritze ging es mir also auch kräftemässig echt besser.

Tanja_M.
05.03.2014, 23:26
Na dann hoffe ich mal das beste, danke für Eure Infos :winke:.

Katzenmama6
06.03.2014, 09:27
Hallo,

die Nebenwirkungen können, müssen aber nicht zwangsläufig auftreten.
Ich hatte durch Neula..., welche nach jeder der 6 TAC Chemos gespritzt wurde, überhaupt keine NW.
Wichtig finde ich immer, die gute Wirkung des Medikaments zu sehen und nicht von vornherein die NW zu erwarten.

In diesem Sinne wünsche ich deiner Schwester, dank Neula..., eine gute Leukozahl und möglichst wenig, vielleicht sogar gar keine NW.

Gruß.
Katzenmama6

Tanja_M.
06.03.2014, 20:41
Hallo Katzenmama6,

immer schön Positives zu hören :D. Meine Schwester ist da auch ganz entspannt und erwartet nichts außer einem positiven Effekt. Ich hoffe es wird ähnlich wie bei Dir.

GLG

Tanja

Tanja_M.
08.03.2014, 21:10
Das Neulasta hat meine Schwester extrem müde gemacht und am Abend der Injektion hatte sie erhöhte Temperatur (38.2), aber ansonsten keine Nebenwirkungen :).

RudiHH
09.03.2014, 06:34
Hallo Tanja
Das Neulasta hat meine Schwester extrem müde gemacht und am Abend der Injektion hatte sie erhöhte Temperatur (38.2), aber ansonsten keine Nebenwirkungen :).

Schön zu hören !
Ein stiller mit Leser Wünscht euch einen Sonnigen Sonntag.

Tanja_M.
11.03.2014, 21:30
Hallo Rüdiger,

ja, das war toll, hat uns alle gefreut, dass es meiner Schwester gut ging :D.

Gestern war sie zur Blutwertkontrolle, wie jeden Montag. Die Leukozyten lagen bei 4,17 (also mäßig), aber die jungen roten Blutkörperchen bei 3, irgendwas %, das ist wohl recht gut.

Euch allen eine schöne Woche.

Tanja_M.
18.03.2014, 21:40
Wow, das Neulasta hat ganze Arbeit geleistet :D! Leukozyten und junge rote Blutkörperchen sind über die Bestwerte geklettert. Und das ist nach den sonst besonders schlechten Werten wie Weihnachten für meine Schwester. Wunderwelt Medizin. Noch zwei Chemos, wir zählen alle die Tage.

Und...die Haare beginnen zu wachsen. Ganz hell und flusig, aber sie wachsen, und mein Schwesterchen liebt sie :rotier:.

NicoleZ
20.03.2014, 09:44
Ja toll, dann habt ihr das Lästigste fast geschafft, den Rest schafft ihr dann auch noch !

Tanja_M.
28.03.2014, 20:13
So, vorletzte Chemo überstanden und 24 Std. später Neulasta. Meine Schwester wartet nun noch auf das Ergebnis, ob der Krebs genetisch bedingt ist oder (hoffentlich) nicht.
Meine Krankenkasse (BKK VDN) zahlt mir den Test nicht, trotz Risikoberechnung von 72% und direkte Anfrage durch das Zentrum für genetischen Brust- und Eierstockkrebs in Köln :confused::eek::sad:

Weiß jemand Rat?

Tanja_M.
03.04.2014, 20:29
Jippie...der BK meiner Schwester ist nicht erblich bedingt :D!

Sie ist soooo glücklich.

Und der Krebs ist von 5 cm Durchmesser auf unter 1 cm Durchmesser zurück gegangen :).

Ich freue mich so für sie.

Einen schönen Abend für alle.

NicoleZ
04.04.2014, 09:35
Lauter gute Nachrichten, und das geht jetzt gefälligst so weiter ! Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Tanja_M.
14.04.2014, 21:38
Morgen hat meine Schwester die letzte Chemo vor ihrer OP. Das ist ein Wechselbad der Gefühle.
Morgen findet auch das präoperative Gespräch statt. Bin schon sehr gespannt.

Und ... ihre Haare wachsen wieder :D, am Hinterkopf mehr, als auf dem Kopf und in Stirnnähe, aber sie freut sich soooo sehr.

Einen schönen Abend noch und jedem der es braucht viel Geduld und Kraft.

Das ist ein tolles Forum. Es reicht schon, einfach schreiben zu können. Danke!

Esseling
15.04.2014, 08:21
Das hört sich ja alles wunderbar an bei Euch, freue mich für Deine Schwester.

Weiter soooooooooo !!!!!!!!!


Seid gedrückt

LG Mandy :rotier2:

skymonkey
15.04.2014, 19:33
Hallo,

Wow - Chemo geschafft das ist doch toll:prost: Bin fast ein boisschen neidisch, hab nämlich immer noch einen Teil vor mir.:rolleyes:

Ich drücke die Daumen für die OP Deiner Schwester.

Tanja_M.
17.04.2014, 23:32
Danke, Danke, echt lieb von Euch!

Jetzt beherrschen die Müdigkeit nach der Chemo + Neulasta und die Aufregung vor der Amputation meine Schwester. Und, wer kann es ihr verdenken, die Angst vor einem Rezidiv schleicht sich schon langsam an.

Ich wünsche Euch auch alles Gute, werde weiter berichten.

Es ist sicher nicht einfach, aber zu überstehen ... das sage ich als Außenstehende, ich weiß, aber wenn ich sehe wie viel emotionale Stärke ein Einzelner entwickeln kann, komme ich ins Staunen.

Frohe Ostertage.

Tanja_M.
22.04.2014, 20:30
Jetzt hat sich der Port entzündet ... autsch :(!

skymonkey
22.04.2014, 22:21
@Tanja: Nee wie blöd.....:( Wie konnte das denn passieren.? Die Chemo ist doch rum? Der Port wird doch jetzt weniger "benutzt" als vorher...
Und was passiert dann jetzt?

Tanja_M.
23.04.2014, 21:34
Jetzt bekommt sie ein Antibiotikum. Am Freitag nochmal zum Blutbild. Gestern lagen die Leukozyten bei 26500 wegen der Entzündung :(.

Es tut aber kaum weh.

Wahrscheinlich zu viel und zu starke Reibung bei der Gartenarbeit.

Mal abwarten.

Tanja_M.
25.04.2014, 23:01
Der Port musste heute entfernt werden, da beim Abtragen der Kruste an der Einstichstelle Eiter geflossen ist :(.

Laut Arzt kann sie alle weiteren Medikamente als normale Infusion über die Venen bekommen, ist OK, hoffe ich :confused:.

Tanja_M.
26.04.2014, 20:02
Ich bekomme Angst ... am 13.05. wird die linke Brust meiner Schwester und 15 Lymphknoten entfernt. Wie kann ich sie unterstützen? Das muss einfach grausam sein :eek:.

Ich weiß, es geht ums Überleben, aber ...

Brigitte 1955
26.04.2014, 20:39
Liebe Tanja,
Du bist so liebevoll bemüht um deine kleine Schwester, mach einfach so weiter wie bisher. Ich weiß, es ist nicht einfach, aber deine Schwester schafft das :)

skymonkey
27.04.2014, 13:05
Liebe Tanja,

bei mir ist die OP jetzt schon 6 Mo her, deswegen sehe ich das mit einem gewissen Abstand.
Bei mir war es schon schmerzhaft, weil gleichzeitig ein Aufbau gemacht wurde mit Expandereinlage unter dem Brustmuskel und das war schon schmerzhaft. Gleichzeitig wurden auch LK in der Achsel entfernt. Auch nicht so ohne. Am schlimmsten war es beim schlafen. Man konnte nur auf dem Rücken liegen und so ein bisschen auf der nicht operierten Seite, allerdings nur mir "spezieller Kissenlagerung".
Klingt komisch:confused: Ich erklär´s: Ich hatte so was wie ein grosses Stillkissen (vielleicht habt ihr noch so eins?) an meinem Rücken, gegen das ich mich so ein bisschen lehnen konnte und meinen Arm habe ich darauf gelagert, quasi etwas nach hinten. Das war die einzige Position wie ich auf der Seite liegen konnte, sonst ging nur Rückenlage und das tut auf die Dauer auch weh. Auf der Station gab es auch so "Herzkissen" geschenkt, das ich mir unter die Achsel "klemmen" konnte. Ich habe es geliebt und auch zu Hause noch ganz lange genutzt für die Achsel. Auch jetzt begleitet es mich immer noch zur Chemo.:)
Trotz alledem ist es aber auch befreiend endlich von dem "Dreckszeug" befreit zu werden:tongue So hab ich das jedenfalls damals betrachtet.

Deiner Schwester wünsche ich für diesen Schritt alles gute.

Tanja_M.
27.04.2014, 22:08
Vielen Dank Brigitte 1955 :)

Liebe skymonkey, danke, dass Du hier Deine Erfahrungen schilderst. Ich werde den Tipp zum Schlafen weiter geben ;).


Obwohl ich weiß, dass dieser Schritt der Brustamputation unumgänglich ist und der Krebs dann auch hoffentlich für immer weg bleibt, ist es für mich fast unerträglich darüber nachzudenken. Manchmal versuche ich mir vorzustellen, wie es wäre, wenn ich diejenige mit BK wäre. Ich erwische mich dabei, wie ich mich nach dem Baden im Spiegel betrachte und mir vorstelle eine Brust sei weg ... :confused::eek::cry:
Es ist nicht so, dass ich es als Außenstehende optisch schlimm finde. Ob meine Schwester eine, zwei oder keine Brüste hat ist für mich nicht relevant. Aber dass sie mit unvermeidbarer Wahrscheinlichkeit Schmerzen haben wird, traurig, vielleicht hilflos ist, dass ist kaum zu ertragen.
Ja genau, ich bin nicht die Betroffene und meine Schwester hat die Tortur bis hierher gut überstanden, ABER ...
Ich wünschte, ich könnte rationaler denken, fällt mir zur Zeit zu schwer :cry::embarasse:cry:

NicoleZ
30.04.2014, 10:58
Nu also. Ihr habt das bis hierher gut geschafft, dann schafft ihr den Rest auch noch. Ich kann jetzt mal nur für mich sprechen, die Operation war noch das Geringste Übel. Okay, meine war brusterhaltend, aber der Schnitt in der Achsel war schon am Lästigsten. Bei mir auf der rechten Seite, und ich bin Rechtshänderin. Da ist man schon ein wenig eingeschränkt, aber : nur eine Zeitlang, wenn man seine physiotherapeutischen Übungen macht. Schmerzen hatte ich überhaupt keine, trotz des bald 20 cm langen Schnitts, und so 5 Tage nach der OP, da hing der Drainagebeutel noch dran, hat es mit Autofahren schon wieder funktioniert. Mit Schaltgetriebe. Und die Beweglichkeit des Armes hat sich eigentlich kontinuierlich aber recht flott wieder gebessert.
Und da deine Schwester ja noch jung ist, gehen wir jetzt einfach mal von gutem Heilfleisch aus, oder ?

skymonkey
30.04.2014, 11:20
Hallo,

ja es stimmt man ist schnell wieder auf dem Damm. Bei Brusterhaltender OP ist auf jeden Fall mit weniger Schmerzen zu rechnen, weil der schmerzempfindliche Muskel nicht tangiert wird. Aber auch ich war 5 Tage nach OP bereits arbeiten (mit Redon) und konnte alles machen. War also kein Problem. Nur halt nachts beim schlafen hatte ich so meine Schwierigkeiten, siehe oben.

Tanja_M.
03.05.2014, 18:39
Hallo NicoleZ und skymonkey, ich freue mich, dass es bei Euch so gut geklappt hat mit den OPs und der Heilung :cheesy:.

Ich möchte auch nicht zweifeln, dass es bei meiner Schwester anders wird.
Aber ... und ich komme nicht dagegen an ... sie wird meines Wissens radikal operiert :confused:.

Euch weiterhin alles Gute und noch weitere gute Tipps für uns :).

Esseling
05.05.2014, 08:54
Guten Morgen liebe Tanja,

auch wenn die Brust abgenommen wird ist es hinterher nicht so schlimm von den Schmerzen her ich mag sogar sagen das es noch schneller operiert ist und die Nachwirkungen sind viel geringer als bei Brusterhaltener OP. Ich habe beide OPs hinter mir und habe mich letztendlich dafür entschieden sie nun doch zu entfernen lassen um ganz sicher zu gehen das alles weg ist.

Frag mich was du fragen möchtest, habe jetzt demnächst auch einen Aufbau vor mir. Ich beantworte Dir deine Fragen aber Deine Schwester brauch wegen der OP keine Angst haben auch was das entfernen von Lymphknoten angeht.Bei mir waren es 14 St und keiner befallen und hab alles gut überstanden.

Frag ruhig was du wissen möchtest.

LG Mandy

NicoleZ
05.05.2014, 10:03
Meine Oma hatte vor 30 Jahren ca. eine Brustamputation. Wir sind am nächsten Tag ins Krankenhaus, um sie zu besuchen, und da lief sie schon wieder herum. Und damals waren die noch nicht annähernd so weit wie heute. Also Kopf hoch !

Tanja_M.
06.05.2014, 22:32
Ihr seid echt nett, von Euren "guten" Erfahrungen zu hören tut mir wirklich gut ... Danke :winke:

Ich bin nochmal aufgeklärt worden. Es wird eine Amputation der linken Brust mit Entnahme von 15 Lymphknoten geben, allerdings bleibt der Brustmuskel erhalten, puh, besser als gedacht!?! :confused:

Was kann ich tun, ihr besorgen, was muss ich als Außenstehende beachten?

Liebe Grüße

Esseling
07.05.2014, 08:57
Guten Morgen Tanja,

was Du beachten musst ist das sie sich nach der OP schohnt,dass ist das wichtigste,ansonsten schauen das alles schnell verheilt.Fährt sie eigentlich zur Kur wenn alles überstanden ist ?? Also ich kann nur immer wieder sagen "Mädels macht das", das ist das beste was man machen kann auch wenn einige davor Angst haben, totaler quatsch es wird deiner Schwester wirklich gut tun.

Sie muss aber vor der OP keine Angst haben, sie wird nix merken und die Schmerzen sind auch sehr gering.Dafür gibt es ja auch Schmerzmittel. :knuddel:

Wenn du noch was wissen möchtest, frag ruhig

LG Mandy

Tanja_M.
07.05.2014, 19:57
Hallo Mandy,

ja, sie wird etwa zwei Wochen nach der OP einen Kuraufenthalt haben. Sie nimmt ihren kleinen Sohn (5) mit.

Braucht man bestimmte Kleidung nachher, die nicht an der Narbe rubbelt?
Narbengel?

LG

Tanja

Tanja_M.
10.05.2014, 05:46
Meine Gedanken spielen schon wieder verrückt :sad::eek::cry:

Wie fühlt man sich, wenn die Brust abgenommen wird?

Was erwartet man von dem Gegenüber?

Kann man das Ganze ohne psychologische Hilfe meistern? (Die möchte meine Schwester nämlich nicht in Anspruch nehmen, hat sie bisher auch nicht).

Die Vorstellung macht mich mürbe, ich bin überfordert und würde ihr gerne dieses Leid ersparen, auch wenn ich weiß, das es ein Teil der Therapie ist, die mein Schwesterchen wieder gesund macht.
Ich habe ja auch, Gott sei Dank, schon gehört, dass sich die Schmerzen durchaus in Grenzen halten können, dass macht die Sachlage etwas erträglicher.

Noch vier Tage.

NicoleZ
10.05.2014, 18:04
Frauen mit nur noch einer Brust nennen sich selbst gerne Amazonen, und viele von denen machen nun so gar keinen kaputten Eindruck :

https://www.google.de/search?q=amazonen+fotos+brustkrebs&client=firefox-a&hs=akq&rls=org.mozilla:en-US:official&channel=fflb&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=F01uU4zuNYuBPc7SgCg&ved=0CD8QsAQ&biw=1440&bih=796

Es gibt so viele brustamputierte Frauen. Und wie man sich da fühlt ist wohl bei jeder Frau anders. Meine Oma hatte zum Beispiel so einen Spezial-BH, damit sie symmetrisch aussah, und feddich. Der Rest geht nur den Gatten etwas an ;). Ich habe meine Familie quasi gezwungen, sich meine OP-Narbe mal direkt anzuschauen, sowas hält die Fantasie im Zaum.

Esseling
13.05.2014, 06:59
Guten Morgen liebe Tanja,

so kann mich wieder melden :winke:, also klar es ist erstmal ein Schock und der muss verarbeitet werden aber als es dann gemacht worde und ich es mir ansah fand ich es garnichtmehr so schlimm.Aber natürlich fehlt da was, am Anfang hatte ich mich immer schnell angezogen aber das lässt nach und es ist auch nicht so schlimm, aber alle Frauen sind anders.Aber was du von deiner Schwester schreibst ist sie ja auch ganz stark.Und die Kur wird ihr gut tun und ihrem Jungen auch. Da gibt es in allen Betreuung und ihr wird alles nochmal erklärt. Und dann gibt es ja die Möglichkeit die Brust wieder aufbauen zu lassen, dass habe ich jetzt dieses Jahr auch noch vor. :)

Du musst dir keine Sorgen machen um die OP ,der eingriff dauert keine 30 min und die Schmerzen sind erträglich. Ich hatte einen Tag noch einen Druckverband dran und dann hatte ich immer einen BH an mit einer weichen Protese aus Schaumstoff.Damit nichts reiben konnte.Deine Schwester schafft das, mach dich nicht so verrückt. Das wichtigste ist das sie gesund wird.:knuddel:

So hab ich es immer gesehen und mir vor Augen gehalten. Man kann besser so leben als anders wenn man weiter in Behandlung muss. Wo fährt sie denn hin zur Kur ?

PS. Meld dich wieder, würde mich sehr freuen.


Liebe Grüße Mandy :rotier:

Tanja_M.
13.05.2014, 22:23
Hallo Mandy und alle, die hier mitlesen oder -schreiben.

Erstmal muss ich denen, die mir antworten sehr danken. Euer Rat und Eure Erfahrungen helfen mir wirklich enorm.

Tja, heute war es so weit, meiner Schwester wurde die linke Brust amputiert und diverse Lymphknoten in der Achsel entfernt.

Um 09:38 Uhr ging es los. Die OP hat knapp vier Stunden gedauert, danach ging es noch drei Stunden in den Aufwachraum. Sie hat alles "gut überstanden".

Ihr Ehemann war den ganzen Tag in der Klinik.

Ich war dann ab 20 Uhr noch ein Stündchen bei ihr. Ich konnte garnicht glauben, wie gelassen sie wirkte. Sie war wie immer, ich war beinahe geschockt :confused:. Hoffe, das war echt. Ich bewundere sie wirklich. Sie ist so viel Täfer, als ich jemals gedacht hätte.
Sie bekommt lediglich Ibu 400-Tabletten zur Schmerzstillung und der Drainagebeutel füllt sich kaum. Allerdings sind der linke Arm und die Finger nicht taub.

Am Samstag oder Montag kommt sie im besten Fall aus der Klinik. Und Anfang Juni geht es dann vier? Wochen Bach Bad Oeyenhausen.

Nochmal Mädels, die Ihr das durchmacht, Ihr seid so tapfer, der gelle Wahnsinn!

Ich wünsche Euch allen nur das Beste und gesunde schöne Zeiten :winke:

NicoleZ
15.05.2014, 09:26
Nu siehst du - wieder ein Angstgegner erledigt :).

Ich wette, für den Moment ist deine Schwester einfach nur froh, das "Ding" endlich komplett los zu sein und die Operation hinter sich zu haben.

Tanja_M.
15.05.2014, 22:51
Heute sind leider Komplikationen aufgetreten - darf ich hier schreiben, was passiert ist?:confused:

NicoleZ
16.05.2014, 08:54
Ich wüsste jetzt nicht, warum nicht, aber falls die Moderation etwas dagegen hat, wird sie sich schon melden.

Gute Besserung für deine Schwester !

Tanja_M.
17.05.2014, 01:45
Tja, meine Schwester hat nun also am Dienstag in einer knapp 4,5-stündigen OP die linke Brust vollständig entfernt bekommen. Der Tumor war laut mitwirkendem Pathologen, wohl durch die Chemo?, gut verkapselt. Allerdings war es besonders schwierig die Lymphknoten zu entfernen, da diese durch die Chemo stark an Struktur verloren haben und schlecht vom umliegenden Gewebe getrennt werden konnten, umgangssprachlich matschig waren.
Das Ergenis der pathologischen Gewebeuntersuchung ist kommenden Dienstag zu erwarten.

Die OP hat sie ganz gut überstanden. Der Kreislauf wurde im Laufe des Tages aber immer schwächer und in der Nacht bekam sie extrem starke Schmerzen und starkes Ohrenrauschen. Bis zum Morgen ist nichts geschehen. Dann stellte man fest, dass sich in Operationsgebiet und Umgebung ein großes Hämatom gebildet hat. Später wusste man, dass sich einer der Drainageschläuche verschoben und eine Ader verletzt hat und das Blut innerlich ausgelaufen ist.
Sie musste sofort wieder operiert werden (2 Std.).
Sie hat eine große Menge Blut verloren. Eine Transfusion wurde in Erwägung gezogen, aber, aus mir nicht bekannten Gründen, nicht durchgeführt.

So lag sie dann da, als ich später zu ihr durfte. Kalkweiß und wie ein Häufchen Elend :cry::sad:. Es ist ganz schön schlimm gewesen.

Donnerstagmorgen haben sich die Ärzte dann aufgrund des schlechten Zustands doch für Bluttransfusionen entschieden.

Als ich heute zu Besuch war gang es ihr etwas besser, aber nun hat sie Angst, nicht genau definierbar, aber sie hat während der letzten acht Monate nicht einmal so viel Mutlosigkeit ausgestrahlt :(.

Jetzt müssen wir sehen, wie sich das Ganze entwickelt.

Zudem kommen jetzt noch Angst und Unsicherheit wegen der pathologischen Auswertung. Hoffentlich ist das Gewebe und die letzten Lymphknoten sauber!!!

Sie möchte nicht auch noch zur Bestrahlung und sie möchte nicht noch eine größere Angst und Unsicherheit wegen eines möglichen Rezidivs haben.

Es gibt sicher noch Schlimmeres und manche werden wohl nur mit den Schultern:( zucken, aber wir sind alle richtig fertig mit den Nerven.

Abwarten und Tee trinken ... mehr können wir nicht tun :(.

NicoleZ
19.05.2014, 15:49
Ach du liebes bisschen, das hhat euch ja gerade noch gefehlt.
Ich drücke mal ganz doll die Daumen, für gute pathologische Befunde und dass deine Schwester sich schnell wieder erholt und dann auch wieder wohlfühlt in ihrer Haut.

Monika Rasch
19.05.2014, 18:52
Liebe Tanja, so
Es gibt sicher noch Schlimmeres und manche werden wohl nur mit den Schultern zucken, aber wir sind alle richtig fertig mit den Nerven.
darfst Du nicht denken.
Dadurch dass wir hier alle in irgendeiner Form betroffen sind, können wir gut mitfühlen- wir wissen was ihr alle jetzt durchmacht.
Liebe Tanja, irgendwann musste es sein, dass es Deiner Schwester bewusst wird, wie krank sie ist.

Sie kommt da durch, ich bin sicher.
Bald geht es wieder aufwärts, sie wird tun was sie tun muss um noch lange zu leben.


Meine Schwester und ich, wir haben vor drei Jahren unsere Schwester Heike an Lungenkrebs sterben sehen bzw an den Nachwirkungen, im letzten Jahr unsere Mama an einem Hirntumor sterben sehen.
Meine KLEINE Schwester , jetzt selber metastasiert erkrankt(sie ist 44), zeigt eine unglaubliche Stärke, einen Überlebenswillen-
aaaaaaaaaaaaaaaaaber....sie macht ganz deutlich, dass es ihr Ding ist, ihre Krankheit,
und dass sie im Moment noch ganz gut klarkommt und dass sie sich nicht von dieser Scheissdiagnose runterreissen lassen will.
Sie will leben, und sie will dieser MistKrankheit nur so viel Raum in ihrem Leben geben, wie es nötig ist.
Lass sie tun was sie will, es ist ihre Entscheidung, und ansonsten sei ihr einfach nur wie immer "Schwester" und nicht "Krankenschwester".
Das lerne ich nämlich gerade.
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Habe gerade den ganzen Thread gelesen.
Musst Du nicht bald zur Kontrolle ?
lass das nicht schleifen, Du bist auch wichtig !

Tanja_M.
24.05.2014, 08:10
Hallo, melde mich zurück :winke:.

Es ist geschafft, meine Schwester ist "wohlbehalten" aus dem Krankenhaus zurück. Nach dem scheiß Tief haben die Blutkonserven ein echtes Wunder bewirkt. Einen Tag danach ging es ihr wieder viel besser!
Sie geht sehr gut mit der Amputation um.
Den Aufbau schiebt sie nach der schlechten Erfahrung mit der Einblutung erst einmal in weite Ferne ... da hat sie richtig schlimme Angst bekommen!
Habe ihr eine schöne hellblaue Hemdbluse (ist ja etwas weiter) und schicke Baumwolltops geholt. Darin fühlt sie sich gut :rotier2:.
Mit der Prothese kommt sie gut zurecht und genießt die Massagen bei der Physiotherapeutin. Und ihre Übungen macht sie auch.
Das pathologische Ergebnis lautet: von 19 entnommenen Lymphknoten weist EINER Krebszellen auf. Ist das gut?????? Für mich hört es dich erst mal recht gut an. Nächste Woche muss sie zum Gespräch zur Radiologin wegen eventueller Bestrahlungen ... das steht noch nicht fest.

Ich fühle mich den Umständen entsprechend GLÜCKLICH :).

@ Monika: Danke für die Erinnerung, habe meinen nächsten Termin im Juni (Mammasonographie) ausgemacht. Du hast ja auch schon eine Menge durchgemacht. Immer gut, wenn man den Mut nicht verliert.

Ich wünsche allen ein sonniges Wochenende, auch in schweren Zeiten.

NicoleZ
27.05.2014, 12:51
Oh, das sind ja schöne Neuigkeiten. Dass nur ein LK von 19 Krebszellen aufweist ist sehr gut.
Ich drücke euch die Daumen, dass ihr nach dieser anstengenden Behandlungszeit nie wieder etwas von dem Mistvieh hört. Die Chancen hierzu stehen wirklich sehr gut !!! :knuddel:

Tanja_M.
27.05.2014, 18:56
@ NicoleZ: Ich wünsche sooo sehr, dass Du recht behältst. Und Danke, dass Du mir immer wieder Mut gemacht hast! :winke::D

Tanja_M.
31.05.2014, 09:28
Hallo,

nun wissen wir bescheid, meine Schwester soll bestrahlt werden. Es muss aber erst die Heilung der Wunde abgewartet werden. Zur Zeit macht meine Schwester sich einige Sorgen wegen der Wunde. Sie muss Antibiotikum einnehmen und intensive Wundpflege betreiben, scheint laut Aussage der Ärzte aber nicht außergewöhnlich zu sein :(.

Die Reha wird um die entsprechende Zeit verschoben.

Und wieder überkommt mich ein scheiß Gefühl!

Wir haben so sehr gehofft, dass eine Bestrahlung nicht notwendig ist.

Nicht sehr zuträglich für die Psyche.

Mein Freund sagt, dass es doch auch ein gutes Zeichen sein kann und die Ärzte nur auf Nummer Sicher gehen.
Aber die Gründe sind doch, dass noch Krebszellen übrig sind, der Tumor zu nah am Rippenfell ist oder irgend ein anderer schlimmer Grund, oder?!?

Und die Langzeitnebenwirkungen sind ja auch nicht ohne, wenn ich das richtig gelesen habe.

Ich habe Angst, dass meine Schwester aufgrund des Krebs nich sehr alt wird ... ich bin echt fertig und durcheinander :confused:.

Oli 76
31.05.2014, 10:01
Ich würde es positiv sehen, denn auch, wenn die Brust komplett entfernt wurde, bleibt ja immer Haut übrig und somit auch etwas Gewebe!
EMeine Chefin wurde nicht bestrahlt und hatte 8 mon. nach Chemo ein rezidiev im Rest Gewebe unter der Haut!
Daraufhin bekam sie Bestrahlungen!
Mit der Bestrahlung geht man auf Nummer sicher und wenn man die Statistik im Internet liest, ich weiß das soll man nicht, aber dann senkt eine Bestrahlung das rückfallrisiko!
Die Anzahl der wider erkrankten Frauen ist mit Bestrahlung um 40-50% gesunken!

LG Oli

NicoleZ
31.05.2014, 13:44
Aber die Gründe sind doch, dass noch Krebszellen übrig sind, der Tumor zu nah am Rippenfell ist oder irgend ein anderer schlimmer Grund, oder?!?.

Neh, der einzige schlimme Grund ist, dass deine Schwester ja mit 34 noch sehr jung ist und die Ärzte deswegen auf Nummer sicher gehen wollen.

Das war ja bei mir dasselbe, und ich war "schon" 39 und hatte noch nicht mal einen befallenen LK. Trotzdem musste ich das volle Programm absolvieren. Bzw, was heißt "musste" - es wurde mir empfohlen und ich habe es sicherheitshalber gemacht.
Allerdings konnte ich das Wort "sicherheitshalber" irgendwann auch nicht mehr hören. Aber jetzt bin ich immerhin schon 43 und mir geht es gut.

Tanja_M.
31.05.2014, 17:27
Danke für Eure positiven Rückmeldungen.

Ach ja, ich lese so viel, vor allem im Überlebensbuch und anfangs habe ich viel Positives entdeckt und ermutigendes, aber jetzt wendet sich das Blatt.

Meine Schwester tut, als ginge es ihr gut, aber ihre Augen sind so traurig. Ich weiß nicht wie ich reagieren soll:confused:.

Ein sonniges WE

GlidingGeli
01.06.2014, 12:37
Hallo Tanja,

vielleicht hilft euch dieser Beitrag weiter

Allianz gegen Brustkrebs:

http://www.allianz-gegen-brustkrebs.de/index.php/aktuelles/216-strahlentherapie-bringt-eine-bestrahlung-nach-brustentfernung-doch-ueberlebensvorteile

Alles Gute GlidingGeli

Tanja_M.
01.06.2014, 22:24
Dankeschön GlidingGeli :winke:

Tanja_M.
19.09.2014, 20:29
Hallo Ihr Lieben,

nach einer langen Pause habe ich wieder das Bedürfnis hier zu schreiben.

Meine Schwester ist am Mittwoch aus ihrem Rehaaufenthalt in Bad Oeynhausen zurückgekommen. Soweit geht es Ihr gut. Sie hat viel von dort mitgenommen und versucht nun ihre Ernährung umzustellen und mehr Sport zu treiben. Hoffentlich hält sie durch.

Allerdings überwiegt nun die ANGST vor der anstehenden Kontrolluntersuchung Anfang nächsten Jahres. Sie fühlt sich hilflos ohne die medizinische Betreuung. Die Krusten der OP-Narbe sind bis heute nicht abgefallen, aber sie hat wohl keine Schmerzen. Sie hat Sensibilitätsstörungen im Arm, kann den Arm auf der operierten Seite nicht in der Luft halten.
Kennt sich hier jemand aus?

Nun zu mir. Ein familiärer Brustkrebs wurde nach der Erstberatung und neuer Informationen zu unserer Familienanamnese fast ausgeschlossen (ca. 10%).

ABER ... Montag war ich wegen einem vor ca. einem dreiviertel Jahr festgestellten Befund (eingedickte Zyste) wieder zur Kontrolle zur Sonographie beim Radiologen. Bin mit der Bitte um eine neue Kontrolle in drei Monaten entlassen worden. Tja und am Dienstagmorgen bekomm ich den Anruf, dass ich mich doch bitte zur Punktion in einem Brustkrebszentrum vorstellen soll :(.
"Zyste" sei gewachsen und nicht überall klar abgeschlossen. Wegen den Befunden meiner Schwester und Oma soll ich nun untersucht werden ... und habe eine Riesenangst! :eek:

GlidingGeli
19.09.2014, 21:08
Hallo Tanja,

bei dir dreht sich das Gedankenkarusell, nachdem du deine Sister die ganze begleitet hast. Ich denke du hast einen sehr verantwortungsvollen Radiologen.
Lass die Geschichte abklären, damit du hoffentlich hinterher sagen kannst, es ist alles in Ordnung. Ich denke an dich und drücke dir die Daumen, dass alles i.O. ist. Bei einem BZ nach zu fragen ist gut. Vielleicht solltest du fragen, ob die Zyste nicht besser entfernt gehört.

Alles Gute
GlidingGeli

Nicerl
19.09.2014, 23:08
Hallo Tanja!

Ich habe deinen Beitrag gelesen und kann deine Sorgen gut verstehen.
Bei einer famililären Disposition , so nennt man das im fachchinesich der Medizin, also wenn gehäuft eine gewisse Art der Krebses auftritt, sind die Frauen und Herren Mediziner angehalten sorgfältig zu sein.

Wie du aber geschrieben hast ist deine Sorge wegen eurer Familienananmnese zwar nicht unberechtigt, aber sie liegt gott sei Dank nur bei 10%.

Viele Frauen haben Zysten ohne es zu wissen.
Die meisten kommen und gehen von ganz alleine. Häufig machen sie überhaupt keine Probleme.
Zysten werden nur dann operativ entfernt wenn sie eine grosse Raumforderung machen, die Schmerzen verursachen.

Versuche es so zu sehen, daß du wirklich verantwortungsvolle Ärzte um dich hast, die mitdenken und um deine /eure Geschichte wissen und sich absichern.
Das tun sie auch um deinetwillen um dir die Sorge zu nehmen, daß da was wachsen könnte was bösartig ist.

Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen für ein "Negatives" Ergebnis, das bedeutet, da ist nichts bösartiges!

Nicerl

Tanja_M.
20.09.2014, 04:53
@Geli und Nicerl,

ja, ich versuche es tatsächlich so zu sehen und hoffe, wie jede andere von den Mädels, die eine erste Verdachtsdiagnose bekommen, dass alles gut ist, aber, bei meiner Schwester war es auch eine "eingedickte Zyste" und meine Gedanken spielen verrückt. An Schlafen ist kaum zu denken.

Jetzt bilde ich mir sogar ein, ein Stechen in der Brust zu spüren. Dabei ist der 1,2 cm große "Tumor" nicht zu tasten. Beim Draufliegen hat er allerdings schon immer ein bissi gestört.

Nun ja, mir bleibt ja nichts, außer abwarten.

Liebste Grüße

Tanja_M.
21.09.2014, 21:16
Hallo,

kann mir jemand berichten, wie eine Punktion der Brust abläuft, wie lange das dauern kann, ob es weh tut, ob man am Folgetag arbeiten kann? Meine Schwester möchte anscheinend nicht so gerne mit mir darüber reden oder kann es nicht. Allerdings wird sie mich begleiten. Ich gehe ins Brustzentrum nach Bonn.
Ich habe eine recht große Brust (D-E-Körbchen), gibt es da unterschiede bei Untersuchungen?

Meine Schwester rät mir, aufgrund ihrer schlimmen Erfahrungen, die Zyste auf jeden Fall entfernen zu lassen. Ich weiß, dass ich auf eine Arztmeinung warten muss, aber welche Erfahrungen gabt Ihr gemacht?

Bin ich hier mit meinen Fragen überhaupt richtig?

:winke::winke::winke:

GlidingGeli
21.09.2014, 21:58
Hallo Tanja,

ich antworte dir hier mal als Betroffene, ansonsten kannst du dich auch ans Unterforum Brustkrebs wenden.

Du Biopsie wurde bei unter Lokalnarkose gemacht. Der Arzt nimmt unter Ultraschallkontrolle mit einer langen Nadel die Proben aus dem Bezirk. Anschließend bekommst du ein Pflaster. Ich hatte an der Stelle dann einen blauen Fleck. Bis das Ergebnis kommt, kann es ein zwei Tage dauern.

Manchmal hört man, dass sich in einer Zyste oder einem Fibroadenom etwas bösartiges verstecken kann, daher würde ich es an deiner Stelle auch operieren lassen, dann hast du Sicherheit.

Ich drück die Daumen für ein langweiliges Ergebnis
Alles Gute GlidingGeli

Tanja_M.
22.09.2014, 20:46
Liebe GlidingGeli, tausend Dank für Deine Antwort ... ich werde hoffentlich nix zu berichten haben. :)

NicoleZ
23.09.2014, 09:20
kann mir jemand berichten, wie eine Punktion der Brust abläuft, wie lange das dauern kann, ob es weh tut, ob man am Folgetag arbeiten kann?

Ah, Jesses, ihr kommt aber auch noch nicht wirklich zur Ruh :rolleyes:. Also diese Punktion in einem Brustzentrum ist eine Sache, die an sich maximal 5 Minuten dauert, wobei die längste Zeitdauer davon das Warten auf's Desinfektionsmittel ist. Dann wird mal eben flott reihum gestanzt und fertig. Und ja, man kann dann auch direkt wieder zur Arbeit gehen, wenn man will.

Ich schließe mich mal meinen Vorrednern an, dass du so einen verantwortungsvollen Arzt hast ist primär ein Grund zur Freude.

Ich drücke mal die Daumen für ein ganz langweiliges Ergebnis.

Tanja_M.
23.09.2014, 21:22
Ach Nicole,

ich bin froh, dass Ihr mir antwortet :) Ich habe so große Angst ... habe meine Schwester ja erlebt, ziehe den Hut vor Ihr und allen anderen Mädels und erfahre jetzt erst, dass selbst der Verdacht mich an meine seelische Grenze bringt.
Die Angst hat mich voll im Griff :shocked:

Tschühü

NicoleZ
26.09.2014, 10:46
Die Angst hat mich voll im Griff :shocked:


Naja, vielleicht kann ich dich wenigstens ein bisschen aufheitern - bei mir ist das Geraffel ja nun vor über 4 Jahren herausoperiert worden und die Therapien begannen. Montag war ich mal wieder zur Nachsorge und mein Doc meinte, wenn ich so weitermache, sterbe ich in den nächsten 40 Jahren jedenfalls nicht an Brustkrebs :).
Ich musste dann auch noch mal an die schwierige Zeit ganz am Anfang denken. Als ich im Krankenhaus war, verzögerte sich meine OP um mehrere Stunden, weil auf dem MRT plötzlich noch eine zweite ominöse Stelle aufgetaucht war. Und da waren meine Nerven dann auch zu Ende. Ich habe so dagelegen, gewartet und stumm vor mich hingeweint, und das tue ich äußerst selten, denn ich habe eine eher strenge Schleswig-Holsteinische Erziehung hinter mir. Also so eine, wo einem im Fall, dass man wegen irgendwas heult, noch eine Extratracht Prügel angedroht wurde.

Und nun die Überraschung, die Leute im Krankenhaus fanden zwar alle, dass ich ja eher ein minderschwerer Fall bin, die sehen ja nun jeden Tag auch richtiges Elend, aber sie waren trotzdem ganz lieb zu mir, am total überraschendsten war, dass es tatsächlich auf der Welt eine mitleidige Radiologin gibt.

Also, Angst gehört nun mal leider dazu. Dass du jetzt Angst hast, ist zu mindest in einer Hinsicht auch gut : es zeigt nämlich, dass du zumindest nicht unter irgendwelchen psychischen Krankheiten leidest sondern aller Vorraussicht nach völlig normal bist.

Wann ist denn deine Punktion ?

Tanja_M.
26.09.2014, 20:42
Hallo NicoleZ,

sie war gestern im Brustzentrum der Uniklinik Bonn. Und ich hoffe meine Angst war umsonst, zumindest hat der behandelnde Arzt gesagt, dass ich mir seiner Meinung nach keine Sorgen machen muss. Er meinte, er würde nicht mal punktieren, muss aber, weil der Radiologe eine Einstufung gemacht hat, die eine Punktion zwingend vorsieht. Meine Schwester und ich haben gleich ein paar Tränen vergossen ... vor Erleichterung.

Er hat unter Ultraschall nur mit einer Hohlnadel punktiert und gelbe Zystenflüssigkeit herausgezogen. Das geht dann zur Untersuchung. Er hat mir mit einer positiven Selbsteinschätzung gesägt! dass es zu 99,5% nichts Schlimmes ist. Er würde seine Hand dafür ins Feuer legen. Na dann :D.

Ich warte nun mit einen überschwänglichen Gefühl seinen Anruf ab.

Trotzdem bin ich dem Radiologen der mich überwiesen hat seeeeehr dankbar. Vor allem, weil ich die Stümperei bei meiner Schwester kaum begreifen und ertragen kann, zumal ihre früheren Aufnahmen (alle vor der Letzten) angeblich verschwunden und nicht mehr wiederherstellbar sind. Glaubt mann es?!?

Danke, dass Du mir schreibst. :rotier2:

NicoleZ
29.09.2014, 09:57
Ich wünsche dir jedenfalls ein hochgradig langweiliges Ergebnis ! :).

Tanja_M.
02.10.2014, 21:05
Liebe Nicole, liebe GlidingGeli, das Ergebnis ist langweilig ... alles OK. Vielen Dank nochmal für Eure "offenen Ohren" :winke:

NicoleZ
03.10.2014, 15:00
Das ist eine richtig gute Nachricht, die mich gerade strahlen lässt :). In diesem Sinne, ein schönes sonniges Wochenende !!!