Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie geht es nur weiter?
Stefanie24
26.01.2015, 12:21
Hallo,
ich lese seit längerem hier mit und jetzt hab ich den Mut, mich zu äußern.
Meine Mutti hatte 1999 das erste Mal bösartigen Brustkrebs. - Chemo und Bestrahlung war die Therapie.
2006 das zweite Mal. Hier gab es dann Hormontherapie und die Brust wurde abgenommen.
2013 im Mai wurden dann Metastasen in Leber, Lunge und im Knochen des rechten Oberschenkels festgestellt. Darauf folgte eine Chemo bis November 2013. Im August 2014 stiegen die Tumormarker auf über 3000 und es wurde mit einer neuen Chemo begonnen. Die Turmormarker sanken bis November auf 870.
Im November 2014 wollte sich meine Mutti umbringen - und war geistig sehr verwirrt, völlige Wesensänderung, teilweise wahnhaftes Verhalten ( sie sagte ständig dasselbe, war aggressiv meinem Vater und mir gegenüber ) - daraufhin Krankenhausaufenthalt und Einstellung auf Tavor 1mg abends. Durch das Tavor besserte sich ihr psychischer Zustand um 100%.
Der Verdacht, der Ärzte, dass sie nun Hirnmetastasen haben könnte, stand ab Dezember 2014 im Raum - meiner Mutti lehnte allerdings das CT ab, da sie vor Weihnachten niemanden damit belasten wollte.
Sie litt sehr unter Übelkeit seit Dezember, Schmerzen im Bein.
Im Januar 2015 wurden dann durch ein CT Hirnmetastasen u.a. im Kleinhirn festgestellt. Daraufhin ist sie in die Strahlenklinik überwiesen worden und der Arzt hat beim Gespräch gesagt, dass er die Hirnmetastasen weg bekommt. - das gab erstmal Hofdfnung und Mut. sie wird seit 13.01.2015 Ganzhirnbestrahlt stationär. Sie bekommt seit 12.1.15 täglich 8 mg Dexamethason, seit heute 12 mg.
Seit sie das Dexamethason bekommt, kann sie wieder essen, die Übelkeit ist verschwunden.
Gleichzeitig wird der Oberschenkel mitbestrahlt, sodass sie auch hier keinerlei Schmerzen mehr hat.
Sie hat aktuell das Problem, dass ihr Zeigefinger nach Ausstrecken streif bleibt, und dass sie im Kopf manchmal Druck verspürt.
Sonst hat sie keinerlei Beschwerden und nimmt auch keiner weiteren Medikamente außer das Dexamnethason 12 mg und das Tavor 1 mg täglich.
Mein Vater ist 75 und mit allem überfordert. Ich kümmer mich um Haushalt, Arztbesuche, und bin jeden Tag bei Ihr.
Ich habe selbst ein Kind von 14 Jahren, und einen Mann, der die Woche über in der Schweiz arbeitet.
Ich merke, wie ich mich immer wieder an Strohhalmen festklammer um die Realität nicht zu sehen. BZw bin ich wirklich verwirrt über das alles..... Müsste Sie nicht mehr Symptome haben? Ich kann nicht mehr schlafen, weil ich mich so hilflos fühle, so hoffnungslos...
Mein Probelm ist auch, dass ich mir jeden Tag vornehme, NICHT zu fragen, wie es ihr geht, sondern einen schönen Tag mit ihr zu haben, die Krankheit mal außen vor zu lassen - was mir bis jetzt nicht einmal gelungen ist. Unweigerlich kommt die Sprache immer auf das Thema. Die Situation ist für mich teilweise unerträglich. Ich schlafe nicht wirklich mehr, ich mache mir ohne Unterbrechung Gedanken und wenn ich bei ihr bin, setze ich mein lustiges Gesicht auf, um sie meine Sorgen nicht spüren zu lassen. Sie ist so tapfer...und ich bewundere sie dafür.
Ich fühl mich so hilflos, hoffnungslos, so allein gelassen und so ratlos...und manchmal hab ich das Gefühl, es frißt mich komplett auf.
Mich quälen soviele Fragen.... wie geht es weiter, was kommt als nächstes, gehen die Hirnmetastasen wirklich weg durch die Bestrahlung oder hat das der Arzt nur so gesagt?
Stefanie24
27.01.2015, 11:04
Nachdem man als Angehöriger ziemlich allein auf weiter Flur steht und nur mutmaßen kann, googeln kann, um eventuell etwas Informationen zu bekommen, sich täglich zermürbt, fand ich es gut, hier eine Plattform gefunden zu haben, in der man sich mit Betroffenen austauschen kann. Darum habe ich meinen Sorgen und Ängste Worte gegeben und sie aufgeschrieben - was verdammt schwer ist.
Leider kommt keine Reaktion von den Forum Mitgliedern auf meine Fragen und mein Thema - wohl weil ich ein "Neuling" bin.
Schade, dass es auch hier im Forum für Angehörige so ist, dass man allein stehen gelassen wird.
Hallo du
Es ist im Moment etwas ruhig hier geworden, viele der tapferen Angehörigen in dem Forum müssen gerade ihre Liebsten auf den letzten Weg begleiten oder haben gerade ihre Lieben verloren, da kann eine Antwort auch schon mal länger als 24 Stunden dauern weil man ja nicht ständig im Forum sein kann.
Solange noch Therapien da sind kann es immer noch Hoffnung geben dass man noch eine schöne Jahre vor sich hat. Schlimmer ist es wenn nur noch das Wort "austherapiert" im Raum ist, palliative Chemos auch nichts gebracht haben und man nur noch auf das Sterben wartet.
Wenn man sich das im Hinterkopf behält ist es auch leichter den Tag zu geniessen, einfach ohne zuviele Sorgen hineinzuleben und das jetzt noch bewusst erleben zu versuchen.
Falls sie das Thema Krankheit anspricht, dann möchte sie gerne darüber reden, da solltest du ihr immer zuhören und nicht abwinken. Ich habe da oft den Fehler bei meiner Mama gemacht und abgewunken mit "ach das wird doch schon wieder gut" weil ich nicht die Kraft hatte mich mit ihr zuviel über das Thema Sterben zu unterhalten.
Ich kann dir nur den Rat geben nicht zuviel nachzudenken, keiner weiß was morgen sein wird, keiner ist hier Arzt und kann dir sagen ob die Kopfmetas weggehen oder nicht.
Es ist jedoch schön dass deine Mama im Moment kaum Beschwerden und Schmerzen hat. Das ist sehr sehr schön für sie, nichts ist schlimmer als wenn man sieht wie ein Mensch leidet und nicht mehr leben will.
Stefanie24
27.01.2015, 11:55
Danke Chari für die Reaktion! Danke.
Ich steh wirklich neben mir, weil ich nicht weiß, was ist richtig, was ist falsch.
:cry: falls ich jemanden mit meinem vorigen Post zu nahe getreten bin, tut es mir sehr leid!
Ich kümmer mich um meine Mutti, meinen Vati, das Haus meiner Eltern - saubermachen und Wäsche machen usw, meinen 14 jährigen ( momentan sehr anstrengenden Sohn ) meinen Haushalt ....
Ich bin so unsicher, was richtig was falsch ist. Die Ärzte wollen meiner Mutti auch operieren - irgendwie die Lunge verkleben, damit sich kein Wasser mehr ansammeln kann. Alles so Entscheidungen - ich weiß nicht was gut und was nicht gut ist. Was nötig, was unnötig.
Sie klagt seit gestern vermehrt über Druck im Kopf - kommt das vom Bestrahlen? Oder von den Metastasen?
Die Ärzte in dem Krankenhaus, indem sie liegt, reden nicht wirklich mit einem. Man kann froh sein, wenn man einen mal auf dem Flur sieht - und zack ist er wieder weg.
Die Bestrahlung geht noch bis morgen , dann kommt sie wieder nach Hause. Sie ist schwach - entweder von der Bestrahlung oder von der Krankheit - wahrscheinlich von beidem...
Einen Onkologen hat sie nicht. Sie geht zu einem Frauenarzt, der ambulante Chemos macht und ihr Medikamente aufschreibt, die sie ihm sagt. Ansonsten führt er die Chemo durch und das wars.
Die gesamte ärztliche Betreuung ist sehr mager.
Und das macht mich so hilflos...
BerliNette
27.01.2015, 14:16
Leider kommt keine Reaktion von den Forum Mitgliedern auf meine Fragen und mein Thema - wohl weil ich ein "Neuling" bin.
Schade, dass es auch hier im Forum für Angehörige so ist, dass man allein stehen gelassen wird.
Hallo Stafanie,
das siehst du falsch. Es liegt nicht daran dass du ein Neuling im Forum bist, es liegt vielleicht daran, dass wir alle keine Glaskugel haben um die Zukunft vorauszusagen. Dein Thread heißt "wie geht es nur weiter" und eben genau darauf kann dir keiner eine Antwort geben.
Du machst das alles sehr gut. Vertraue auf dein Gefühl, achte darauf wie es deiner Mutter geht. Bzgl. der OP - handelt es sich vielleicht um eine Pleurodese? Wenn ja, die hat mein Mann auch bekommen. Ich hatte große Angst vor dem Eingriff, mehr als er. Aber es ist alles gut gegangen. Dabei wird das Lungenfell mit dem Brustfell verklebt. Die Schmerzen anschließend ließen sich mit der richtigen Dosierung der Schmerzmittel aushalten und es hat sich seit dem kein neues Wasser mehr gebildet.
Alles Gute für euch
BerliNette
Hallo,
so wie ich mal gelesen habe, sprechen Hirnmetastasen unterschiedlich gut auf Bestrahlungen an, je nach Ursprungsort der Tumors (bei euch also Brustkrebs) und der Art des Tumors. Hirnmetastase ist also nicht gleich Hirnmetastase.. und wenn die Ärzte sagen, dass die weg gehen, kann das durchaus so sein. Es gibt Krebsarten, die wirklich gut darauf ansprechen-da musst Du gegebenfalls mal googeln, wie das bei Hirnmetas von Brustkrebs ist.
Mein Mann hatte auch Hirnmetas und hat auch Dexa bekommen, aber nur 4mg täglich. Er hatte keine Ödeme und bekam es nur, um die Nebenwirkungen der Bestrahlung gering zu halten. Das klaptte auch gut-gegessen hat er prima und auch sonst ging es ihm besser. Wir haben die Zeit genutzt, um ihn aufzupäppeln. Im Übrigen sind seine Hirnmetas alle weg gegangen.
Wie es weiter geht, wird Dir wohl wirklich niemand sagen können, weil diese Krankheit einfach nicht berechenbar ist. Man kann nur Risiken und Vorteile von Behandlung gegeneinander aufstellen und dann abwägen, was das Beste ist.
Worüber ich mir aber auf jeden Fall Gedanken machen würde, ist die Zeit nach den Bestrahlungen. Für den Notfall müßt Ihr Euch da also etwas ausdenken, wie Ihr Hilfe bei der Betreuung finden könnt. Du kannst diese Zeit jetzt, wo sie im Krankenhaus ist, nutzen, um Informationen zu sammeln. Sprich mal mit dem Sozialdienst im Krankenhaus, um einen Plan zu entwerfen, wie es bei der Betreuung weiter gehen könnte. Die sind auch bei Anträgen behilflich etc. Du bist jetzt schon so gefordert.. da wäre es gut, wenn Ihr das schon mal geregelt hättet.
Ich wünsche Euch nur das Beste.
Liebe Grüße
Mayana
Elisabethh.1900
27.01.2015, 15:29
Liebe Stefanie,
es gibt seit dem 01.01.2015 einige neue gesetzliche Bestimmungen, die die Pflege von erkrankten Angehörigen erleichtern sollen.
Du kannst z.B. 10 bezahlte Freistellung erhalten, wenn nach dem Krankenhausaufenthalt deiner Mama die Betreuung zu Hause organisiert werden muss.Wichtig ist der Antrag auf eine Pflegestufe, da einige dieser Leistungen über die Pflegekasse finanziert werden. Den Antrag kannst du bei der Pflegekasse deiner Mama stellen.
Es gab heute in der Fernsehsendung ARD-Buffet einen großen Beitrag zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Man kann die Sendung in der Mediathek auch nochmals anschauen.
Webseite vom ARD-Buffet: http://www.swr.de/buffet/leben/pflege-und-beruf/-/id=257304/nid=257304/did=14756422/19ygov3/index.html
Außerdem:http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aeltere-menschen,did=212400.html
Die Deutsche Krebshilfe hat auf ihren Webseiten Informationsmaterial (u.a. den "Wegweiser zu Sozialleistungen" heraus gegeben. Dieser ist kostenfrei als Buch erhältlich, außerdem kann man ihn downloaden, hier ist der Link:
http://www.krebshilfe.de/wir-informieren/material-fuer-betroffene/blaue-ratgeber.html
Einen Onkologen hat sie nicht. Sie geht zu einem Frauenarzt, der ambulante Chemos macht und ihr Medikamente aufschreibt, die sie ihm sagt. Ansonsten führt er die Chemo durch und das wars.
Die gesamte ärztliche Betreuung ist sehr mager.
Und das macht mich so hilflos...
In welcher Beziehung ist die Betreuung mager? Vielleicht ist es besser mit dem Arzt einmal zu sprechen und ihm die Bedenken mitzuteilen? Ansonsten kann man jederzeit (auch als Kassenpatient) die behandelnden Ärzte wechseln. Leider geht dies oft nur mit großen Schwierigkeiten, da die meisten Ärzte überlastet sind und keine Patienten mehr aufnehmen.
Die Ärzte in dem Krankenhaus, indem sie liegt, reden nicht wirklich mit einem. Man kann froh sein, wenn man einen mal auf dem Flur sieht - und zack ist er wieder weg.
Die Entwicklung in den Krankenhäusern ist heute leider so, dass man viele Dinge selbst einfordern und erfragenbzw. erbetteln muss. Gerade für Patienten,wie deine Mutti ist es oft sehr schwer, sich Gehör zu verschaffen. Es ist günstiger, wenn du telefonisch mit dem Arzt einen Gesprächstermin vereinbarst. Außerdem spielen auch Schweigepflicht und Datenschutz eine Rolle. Deine Mutti muss den Doc von der Schweigepflicht entbinden, damit er mit dir über ihre Befunde sprechen kann. Dies ist so im deutschen Recht.
Liebe Stefanie, ich hoffe, dass ich dir mit meinen wenigen Zeilen ein Stück weiterhelfen konnte, nun möchte ich noch ein großes Kraftpaket auf die Reise schicken.
Herzliche Grüße,
Elisabethh.
Nachdem man als Angehöriger ziemlich allein auf weiter Flur steht...
Leider kommt keine Reaktion von den Forum Mitgliedern auf meine Fragen und mein Thema - wohl weil ich ein "Neuling" bin.
Schade, dass es auch hier im Forum für Angehörige so ist, dass man allein stehen gelassen wird. Manchmal scheint es wohl nur so, als würde sich niemand für einen interessieren. Ich glaube aber, dass es viele Angehörige gibt, denen es ähnlich geht wie Ihnen. Der Anschein mangelnder Resonanz ist hier wohl eher ein Zeichen für Betroffenheit als für Desinteresse. Ich z.B. habe große die Angst, meine Frau zu verlieren. Ich weiß nicht, wie ich es noch aushalten soll. Es ist, als schnürte es mir die Kehle zu. Wenn ich dann aber lese, wie es Ihnen geht, empfinde ich nur große Solidarität mit Ihnen, die mitzuteilen mir aber schwer fällt. Warum? Ich weiß es nicht. Ich rede nicht gerne über private Dinge. Ein Fehler, gewiss. Aber ich kann nicht aus meiner Haut. Vielleicht ein andermal. Ich kann Ihnen und allen Angehörigen, denen es so geht wie Ihnen und mir, nur wünschen, die Kraft zu finden, sich mitzuteilen. Ob es hilft? Ich weiß es nicht. Aber es ist eine Option.
Liebe Stefanie,
es tut mir leid, dass Du hier schreiben musst. Hirnmetastasen sind natürlich sehr ernst. Du schreibst, der Arzt habe gesagt, er bekomme sie durch die Bestrahlung weg. Wenn er das so bestimmt sagt, würde ich persönlich das einfach glauben. Soviel ich weiß, sind diese tatsächlich bei Brustkrebs strahlenempfindlich(er als andere).
Müsste Sie nicht mehr Symptome haben? Soweit ich weiß, werden die Symptome (hauptsächlich) durch das Ödem, das die Hirnmeta umgibt und oft um ein Vielfaches größer als die eigentliche Meta ist, verursacht. Durch Cortison-Gabe (Dexa) wird dieses rasch kleiner und somit verschwinden auch die meisten Symptome. Von wie vielen Hirnmetas in welcher Größe sprechen wir?
Zu Metas in Leber und Lunge kann ich nichts sagen. Was jene in den Knochen angeht, fällt mir noch ein, dass (zusätzlich/nach Bestrahlung) oft Bisphosphonate (zB Zometa) gegeben werden, die unterstützend wirken sollen.
Ich habe mir immer alle meine Fragen aufgeschrieben und in einem persönlichen Termin besprochen, auch per Email konnte ich viel von den Ärzten in Erfahrung bringen. Immer alle Befunde einfordern und sorgfältig aufbewahren. Wenn es gar nicht anders ging, habe ich mir frei genommen, mich früh morgens ans Krankenbett gesetzt und auf die ärztliche Visite gewartet…
Meinem Vater ging es nach den Bestrahlungen den Umständen entsprechend ganz gut. Er hat unter Cortison auch gut gegessen.
Im Bereich „Brustkrebs“ unter „Austausch von Usern mit fortgeschrittener Erkrankung“ kannst Du sehr viel nachlesen und schon dadurch von den Erfahrungen dieser bemerkenswerten, tollen Frauen lernen (zB welche Chemo nach Bestrahlung und abhängig von der genauen Tumorbestimmung üblich ist etc..). Bitte bedenke aber, dass dort nur bzw. hauptsächlich Betroffene schreiben!
Denk bitte auch an Dich selbst und Deine Familie. Auch Du brauchst Kraft und Reserven, um Deine Mutter unterstützen zu können.
Alles Gute
An_na
PS:
Sie klagt seit gestern vermehrt über Druck im Kopf - kommt das vom Bestrahlen? Oder von den Metastasen?
Ich könnte mir vorstellen, dass deswegen das Dexa von 8 auf 12 erhöht wurde
liebe stefanie,
auch ich möchte dir mut machen: du machst alles gut als tochter!
und bewältigst gerade sehr viel!
es wäre gut, wenn deine Mama dir oder deinem vater eine vollmacht erteilt,
das du auch mit den Ärztinnen sprechen kannst und die berichte einsehen/ausgehändigt bekommst, damit du informiert bist.
desweiteren beantrage eine pflegestufe für deine mama, weil du dich um vieles kümmern musst gerade. das geht bei der krankenkasse.
trotz allem achte auf deine Ressourcen, mache auch was schönes.
denke nicht so weit zeitlich, sondern von tag zu tag und von Woche zu Woche.
deine Mama ist da und es gibt ganz bestimmt auch schöne, intensive Momente mit deiner Mama.
tränen und (manchmal zusammen) weinen sind manchmal gesünder und authentischer,
als ein "lustiges gesicht" zu machen. wenn man geweint hat, macht das auch frei für andere Gedanken.
vg, vintage
Ich bin selbst Angehörige und weiß genau wie du dich fühlst!!! Es ist manchmal nicht einfach auszuhalten, zumal keine Aussicht auf Heilung besteht. Ich lese hier auch sehr viel und versuche alles an Informationen aufzusaugen wie nur möglich, auch wenn ich weiss wie es im Grunde um
meine Mutter steht.
Ein Satz von einer Userin hat sich in meinem Hirn eingebrannt:
Lache, wenn´s zum Weinen nicht ganz reicht.
Ich denke man sollte versuchen, auch wenn es total schwer ist,
die Krankheit nicht immer in den Vordergrund zu stellen und die Zeit,
die bleibt bewusst miteinander erleben. Lachen muss sein, weinen natürlich auch. Alles zu seiner Zeit!
Alles Liebe und viel Kraft!!!
Skyla
Stefanie24
29.01.2015, 10:28
Ich bin überwältigt und sehr dankbar für jede einzelne Antwort, die ich bekommen habe! Danke! Vorallem für die Ratschläge und eure Meinungen! Danke!!!
Meine Mutti ist gestern aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen - 10x Bestrahlung sind vorbei und im März wird ein CT gemacht , da wird dann geschaut, ob sich was getan hat.
Das Dexamethason wird wohl nun ausgeschlichen ( steht in dem Arztbrief) - genaues weiß man nicht, da es kein Abschlussgespräch gab.
Mit dem Mangel an Informationen bzw Gesprächen mit den Ärzten meinte ich nicht mich. Bei den Visiten wurde nur gefragt wie es ihr geht, und ansonsten wurden keine Info´s zu Befunden gegeben. Es wurden nochmal zwei Kontroll CT letzte Woche gemacht, eins für das Bein, eins für den Kopf - da hat sie nichts erfahren.
Als sie gestern nach Hause kam, hat sie einen Arztbrief mitbekommen - da standen Dinge drin, die nicht stimmen, zb hätte sie sich angeblich unter der Bestrahlung übergeben und unter schlimmer Übelkeit gelitten - ? Warum schreibt man das, wenn das gar nicht stimmt?
Sie hat multiple Hirnmetastasen - im Kleinhirn und im Großhirn, zwischen 1,5 und 2 cm. Wieiviele das sind, steht nicht im Brief.
Sie ist jetzt wieder zu Hause und körperlich sehr schwach. Sie streitet sich mit meinem Vater und motzt an ihm herum , er macht alles falsch. Er schaut mich dann immer völlig hilflos und gekränkt an. Ich versuch ihm immer wieder zu erklären, dass das sicher durch die Metastasen kommt, aber so richtig ernst nimmt er das nicht.
Ich muss auch sagen, dass mein Verhältnis zu meiner Mutti nie gut war, nie innig oder herzlich. Sie ist/ war eine sehr dominate Frau, die alles und jeden im Griff hatte. Deswegen ist es für mich auch sehr schwer, sie so leiden zu sehen. Sie hat sich nie beschwert oder gejammert, sie sagt auch nicht, wenn sie Beschwerden hat - was ich schlimm finde. Sie redet nicht darüber, wie es in ihr aussieht. Sie sagt: "Es ist , wie es ist."
Morgen haben wir einen Termin bei ihrem Frauenarzt - ich hab noch keine Ahnung, wie ich sie dahin bringe, da sie da vom Parkplatz noch ein Stück laufen muss...und bin gespannt, was der sagt. Vielleicht erklärt er uns, wie es nun weiter geht und wie das mit dem Dexamethason wird ...
Oder sollen wir das jetzt, ohne ärztliche Information, ausschleichen? - keine Ahnung
Liebe Stefanie
Auch von mir mal herzlich willkommen hier, na ja der Grund ist ja kein schöner....
Nein, alleine gelassen wird hier niemand, wirklich nicht, es hilft auch wirklich sich hier auszutauschen. Du hast ja schon einige Erklärungen erhalten, warum nicht gleich sofort schreiben... Bei mir war es lange so, dass ich eigentlich gar icht so recht wusste, was ich schreiben soll.
Ich würde Dir raten, den Hausartzt oder den Frauenartz ins Boot zu holen. Irgendjemand muss ja nun den "Lead" übernehmen. Oder wer hatte den bisher, die Erkrankung ist ja nicht neu. Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist, bei uns in der Schweiz wird dies oft durch den Hausarzt wahrgenommen. Er koordiniert, macht kleinere Kontrollen, wie Blutchecks, ordnet Untersuchungen an, überwacht die Medikamente etc. Oder ein niedergelassener Onkologe oder einer aus dem Krankenhaus. Ich würde da mal drauf drängen, dass ihr wissen wollt/müsst, wer diese Funktion nun inne haben wird, ihr braucht einen Ansprechpartner. Für diesen ist auch der Arztbrief bestimmt, ihr könnt doch nicht alleine "herumdoktern". :eek: Manchmal braucht es einfach etwas Nachdruck, jeder geht davon aus, dass sich der andere kümmert...
Ich bin auch Angehörige, zur Zeit ist die Krankheit bei uns zwar nicht akut, aber ich glaube ich kann Deine Ängste ein wenig nachempfinden. Eure familiäre Situation scheint ja nicht ganz einfach zu sein, das kommt natürlich noch belastend hinzu... Ich denke, Du kannst einfach versuchen, den Beitrag zu leisten, zu dem Du Dich fähig fühlst. Die Probleme oder Zwistigkeiten zwischen Deinen Eltern wirst Du aber nicht lösen können. Du sagst, Deine Mutter spricht nicht über ihre Krankheit oder Beschwerden, ist aber böse gegenüber Deinem Vater... Vielleicht ist das ihr Ventil, da sie ihre Gefühle anders gar nicht ausdrücken kann? Ich weiss, es ist unglaublich schwer dies auszuhalten, aber vielleicht ist er Deiner Mutter eine Hilfe, wenn er es einfach "erträgt"? Pass einfach gut auf Dich selbst auf und nimm Dir auch mal das Recht, Dich zurückzuziehen, wenn es schlimm wird. Auch Deine Kräfte sind begrenzt.
Ich wünsche euch, dass ihr morgen beim Frauenarzt etwas Klärung bekommt und dann klarer seht, wie es weitergehen kann. Und ich wünsche Dir ganz viel Stärke.
Liebe Grüsse
Lella
berliner-engelchen
29.01.2015, 11:32
Oder sollen wir das jetzt, ohne ärztliche Information, ausschleichen? - keine Ahnung
nein, auf keinen Fall ohne ärztliche Begleitung/ Rat.
Liebe Stefanie,
herzlich willkommen. :winke::winke::winke: Du bist hier gut aufgehoben.
Allerdings haben wir hier alle eigene Sorgen und Nöte und können immer nur versuchen, etwas von unserer eigenen Kraft und Zeit abzuknapsen, um sie anderen Betroffenen zu schenken.
Da musst Du schon mal mit 24 Std. Wartezeit klarkommen :cool::cool: o.k.??:(
Ich kenne ziemlich viele Facetten dieser Krankheit: ich bin selbst unheilbar erkrankt mit 2 kleinen Kindern (5 und 7). Zudem habe ich meinen Vater aufgrund Lungenkrebs verloren, meine Mutter aufgrund der Folgen von Leukämie. So bin ich zeitweise sehr gebeutelt ....
Aber nichtsdestotrotz führe ich ein glückliches Leben und versuche anderen abzugeben, so viel es eben geht.
Alles, was Du schreibst tut mir so leid für dich und euch. Es ist vieles so typisch für das deutsche Kranken(haus)wesen. Daran kann man traurigerweise erst mal nichts ändern. DU musst lernen, damit bestmöglich umzugehen.
Das bedeutet: du musst in die Offensive, so viel Kraft das auch kostet.
Meine ganz konkreten Vorschläge:
Die dinge, die an dem Arzt/Entlassungsbrief unklar sind, sollen geklärt werden. Schicke eine Kopie und einen schriftlichen Brief an die Klinik und schildere, was unklar bleibt un d bitte um einen detaillierten, berichtigten, ausführlichen Arztbrief.
Wenn es schriftlich ist, MUSS die Klinik reagieren.
Bitte darüberhinaus um die Ergebnisse der CTs.
Als allererstes brauchst Du eine Vollmacht Deiner Mama, dass Du Dich um Ihre Belange kümmern darfst, Einblick in die Krankenakten nehmen darfst, udn die Ärzte von ihrer schweigepflicht entbunden werden. Also eine Patientenvollmacht bzw. Patientenverfügung. Das erleichtert Dir ganz vieles, auch Rezepte holen für sie etc.
kannst einfach mal Frau google befragen wg. formulare.
Hilfreich ist auch folgende Seite des Krebsinformationsdienstes:
http://www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/broschueren/sterben.php
Du brauchst ausserdem Unterstützung, so viel wie nur geht.
Also erst mal eine Pflegestufe und dann einen Palliativdienst. Und am besten einen Arzt, der Hausbesuche macht. Häufig bekommst Du den über den Palliativdienst. Die Wohlfahrtsverbände sind dabei gute Adresse: Caritas, paritätischer, rotes Kreuz, ASB, etc.
auch Dir als Angehöriger steht Untersützung zu.
Auf jeden Fall solltest Du dich, falls du arbeitest, Krank schreiben lassen.
Das sollte problemlos machbar sein.
Die Situation deiner Mama ist ernst. Niemand kann dir sagen, wie es weitergehen wird. Die Verläufe sind wirklich ganz ganz unterschiedlich.
Manchmal kann es viel länger sein als erwartet und prognostiziert (bei mir selbst ist das beispielsweise so) oder viel kürzer, weil eine mit der Krankheit assoziaierte Komplikation (Thrombose, Hirndruck, Embolie, Schlaganfall, Infektion etc. ) hinzu kommt. Meinem Papa wurden eineige Wochen/Monate prognostiziert, er ist 10 Tage nach Diagnosestellung verstorben.
Das kann leider niemand sagen und ehrlicherweise muss ich Dir sagen, dass man mit dieser Ungewissheit von jetzt an leben muss.
Das ist das, was das Schicksal für uns bereit hält, da muss man reinwachsen und sich dem stellen, auch wenn es schmerzhaft, unvorstellbar, ungerecht ... etc. ist.
Auf jeden Fall sind wir hier für dich da. ich bin bereits seit 5 Jahren hier und bin schon soooo oft aufgebaut wordne und habe so viel tolle Tipps bekommen - kein Arzt hätte das JEMALS gekonnt.
Was Du noch brauchst: konkrete Hilfe.
Reicht das Geld für eine Putzfrau/ Haushaltshilfe?? Dann such Dir so schnell wie möglich eine, die sich um das Haus/ Wohnung der Eltern kümmert. das ist wichtig. Deligieren deligieren.
Du selbst brauchst Deine Kraft und Zeit für die Dinge, die niemand außer Dir kann: kümmern um den Sohn, und um deine Eltern.
Ich weiß, das Hirnmetas die Persönlcihkeit extrem verändern können. Das musst Du dir und deinem papa immer wieder vor Augen halten. Versucht damit so distanziert wie möglich umzugehen. Je ruhiger ihr seid, desto einfacher wird es auch für deine Mama, die selbst damit zukämpfen haben wird. Vieles wird sie gar nciht verstehen von sich selbst ....
Auch die Chemos verändern die Persönlichkeit, das weiß ich von mir ....
ich wünsche Dir ganz ganz viel Kraft, alles gut durch zu stehen.
Denke immer in kelinen Schritten. Versuche den Überblick über die Pflichten und Tage EINER Woche im Auge zu haben und das gut zu "wuppen". Wenn Du es schaffst, dann ist das ein toller Erfolg. Das reicht erst mal völlig.
liebe Grüße
Birgit
Stefanie24
29.01.2015, 11:46
Hallo Birgit, vielen lieben Dank für Deine Nachricht!
Du brauchst ausserdem Unterstützung, so viel wie nur geht.
Also erst mal eine Pflegestufe und dann einen Palliativdienst. Und am besten einen Arzt, der Hausbesuche macht. Häufig bekommst Du den über den Palliativdienst. Die Wohlfahrtsverbände sind dabei gute Adresse: Caritas, paritätischer, rotes Kreuz, ASB, etc.
Eine Pflegestufe hat sie seit 9.1.2015. Pflegestufe 1. Allerdings lehnt sie jeglichen Pflegedienst ab - waschen kann sie sich alleine und sauber machen soll ich, was ich auch gerne mache.
auch Dir als Angehöriger steht Untersützung zu.
Auf jeden Fall solltest Du dich, falls du arbeitest, Krank schreiben lassen.
Das sollte problemlos machbar sein.
Krank geschrieben bin ich seit November, weil ich da eine Fehlgeburt hatte, was mich psychisch sehr belastet hat.
Hab dann Schlafstörungen, Depression und Panikattacken bekommen....
Hatte dann eine Kur beantragt, die auch bewilligt wurde von der Rentenversicherung, die ich jetzt antreten sollte. Hab diese Kur in Absprache mit der Rentenversicherung sowie anfänglich auch der Krankenkasse verschoben. Allerdings hab ich jetzt auch schon Anrufe der Krankenkasse bekommen, dass ich wieder arbeiten soll, da ich ja scheinbar nicht mehr krank bin, oder warum verschiebe ich die Kur? Habe dann das mit meiner Mutter erzählt, dass ich da im Moment einfach nicht 5 Wochen weg fahren kann - da kam dass ich mir einen Ersatzpfleger suchen soll.
Weiterhin hat mein Sohn im Dezember einen tödlichen Unfall mit erleben müssen und ist seitdem sehr traumatisiert - er geht jetzt regelmäßig zu einem Traumapsychologen. Und ihn kann ich im Moment auch nicht 5 Wochen allein lassen, wie die krankenkasse vorschlug. Es ist echt alles etwas viel bei uns...
Nun ja soviel dazu...
Es gibt hier eine Palliativ Schwester, welche auch schon im Dezember bei uns war, als meine Mutti so verwirrt war. Allerdings lehnt meine Mutti das alles ab. Sie möchte keine Fremden im Haus. Auch gibt es hier eine ehrenamtliche Hospizbetreuung, auch das möchte sie nicht. Einen Hausarzt in dem Sinn hat sie nicht mehr, da die Hausärztin, bei der sie war, damals in unseren Augen falsch reagiert hat, als die Metastasierung wieder los ging. Das ging im November 2012 los, meine Mutti konnte nicht mehr richtig essen, ihr war übel, dauernd Durchfall und Schmerzen im Bein. Die Ärztin hat dann angefangen homöopathisch tätig zu werden - half nichts. Dann wurden Überweisung zum Hautarzt wegen Allergieverdacht - 1 Monat Wartezeit auf einen Termin - 1 Woche nach dem Termin Auswertung - kein Befund. Dann zu einer Internistin, Darmspiegelung, wieder auf einen Termin gewartet. Wieder keinen Befund. Dann MRT Überweisung - 1,5 Monate Wartezeit - da hatte meine Mutti schon fast 20 Kilo abgenommen. Und das bei einer Vorgeschichte von 2x bösartigem Brustkrebs. Und beim MRT wurde dann was gesehen- dann musste sie zur Kernspintthomographie und da waren Metastasen in Leber, Lunge, und im Oberschenkelknochen sichtbar- sofort ins Krankenhaus - Diagnose Spätmetastasierung ohne Primärtumor und unheilbar.
Das war dann im Mai 2013 (!!)
Wir fragen uns oft, wenn sie früher ins Krankenhaus gekommen wäre, vielleicht wäre es nicht so schlimm geworden... und deswegen ist sie seitdem nicht mehr zu ihrer Hausärztin gegangen und wurde nur noch von ihrem Frauenarzt behandelt.
Hallo,
uns hat auch niemand gesagt, dass man das Dexa wieder ausschleichen soll. Ich bin dann 4 Wochen später mit ihm in das Zentrum gefahren, wo er seine Chemos bekommen hat, und erst, als ich nachfragte, fiel es auf, dass er das ja immer noch nahm. Naja..4mg waren ja nun nicht so viel, und meinem Mann ging es gut in der Zeit, und vor allen Dingen hatte er Hunger. Also war das offensichtlich gar nicht schlimm (vielleicht sogar gut), dass er das noch länger genommen hat, als eigentlich üblich.
Aber ohne Anweisung würde ich da gar nichts machen, zumal sie das Dexa bei Deiner Mutter ja erst erhöht haben-wahrscheinlich nicht ohne Grund. Also auf jeden Fall nachfragen.
Ja.. Artzbriefe sind so eine Sache ;). Bei meinem Mann stand auch öfter mal allerelei Verwunderliches (er selbst hat sich immer darüber aufgeregt), aber naja.. manchmal verwechselt man etwas, und bei den wesentlichen Dingen haben die Briefe schon immer gestimmt.
Ich glaube, ab mehr als 3 Metastasen hört man auf, zu zählen, weil sich die Behandlung ab da nicht mehr unterscheidet. Ich musste auch recht hartnäckig nach der Anzahl fragen, wo man uns dann sagte, sie haben 5 gezählt (aber kein Anspruch auf Vollständigkeit). Naja.. eigentlich ist es wohl auch tatsächlich egal, ob 5 oder 7.. die Dinger sind so oder so lebensbedrohlich und müssen weg.
Mit den ganzen Pflege-Anträgen und was zu beachten ist, kenne ich mich nicht aus, weil wir sowas nie gestellt haben. Nur einen Schwerbehinderten-Ausweis hat das Krankenhaus für uns beantragt-den erhielt ich dann auch so etwa 3 Monate später, als mein Mann bereits verstorben war.
Persönlickeitsveränderungen sind wohl normal und vielleicht metastasen-bedingt, aber es kommt auch ohne Hirn-Beteiligung öfter mal zu Wutausbrüchen und Ungerechtigkeiten. Das müsst Ihr einfach verstehen, denke ich. Es wäre ja schon fast unnormal, wenn solch eine Diagnose und die ganzen Behandlungen an jemanden vorbei gingen, ohne ihn zumindest erst mal zu verändern.
Was ich auf jeden Fall machen würde: Mir ein Rezept für einen Rollstuhl mitgeben lassen.
Ich wünsche Euch viel Zusammenhalt jetzt und Hilfe zur rechten Zeit am rechten Ort.
Liebe Grüße
Mayana
Stefanie24
31.01.2015, 10:41
Vielen Dank für die lieben und Mut gebenden Worte!
Meine Mutti ist nun ja seit Mittwoch zuHause und sie ist sehr schwach. Keine Kraft, sagt sie immer. Die Kurzatmigkeit belastet sie sehr, unter die sie leidet - wo wir aber für den Grund keinerlei Erklärung haben / bekommen.
Wir waren gestern bei ihrem Frauenarzt , um weiteres Vorgehen abzusprechen. Er sagte, dass er jetzt eine Hormontherapie vorschlägt, da sie für eine Chemo momentan körperlich zu schwach ist. Heißt das jetzt aus therapiert? Hormontherapie hatte sie schon , 2x im Lauf der Jahre, und gebracht hat das nicht viel. Die anderen Metastasen in Lunge, Leber und im Bein müssen ja auch irgendwie im Schach gehalten werden...? :(
Sie ist so schwach, und wie ein Häufchen Elend, möchte sie so gerne was machen - im Haushalt oder überhaupt... Sie sagt, es ist schlim für sie, so schwach zu sein und nur liegen zu können. Sie sagt, "ich kann doch nicht den ganzen Tag rum liegen oder schlafen" und dann steht sie auf, geht in die Küche, macht was kleines, legt sich weider hin....und ist fertig. :( das zu sehen tut echt weh, weil sie kämpft. Ihr Wille ist da, nur der Körper macht nicht mit...
Kann es sein, das diese Schwäche von der Bestrahlung kommt? Oder von den Metastasen? Oder beiden? :(
Es ist so traurig und tut mir so weh, sie so zu sehen.
Stefanie24
16.03.2015, 18:25
Hallo, ich melde mich mal zurück um kurz zu berichten.
Meine Mutti hatte sich nach der Bestrahlung, Mitte Februar ganz gut wieder aufgeraffelt. Wir haben ihr einen Rollator besorgt, damit ist sie dann mit einkaufen gegangen und war wieder etwas mobiler.
Sie bekam dann Afinitor 10mg + Exemestan verschrieben, welches sie auch seit 2,5 Wochen einnimmt.
Nun ist es so, dass sie seit zwei Wochen komplett liegt, nur noch schlafen will, kaum ißt oder trinkt, Durchfall hat, ständig erhöhte Temperatur (immer so um 38°C ), Blasen oder Ausschlag am Körper hat, der sehr juckt. - kommt das vom Afinitor oder woanders her? Der Arzt ist leider sehr wortkarg.
Heute waren wir bei ihrem Frauenarzt, da sie da ihren Knochentropf erhalten hat. Sie ist zu schwach zum laufen, hat bei dem Tropf ganz sehr Schüttelfrost bekommen und hat ganz sehr gefroren.
Ich hatte im Vorfeld heute geklärt, dass sie auf die Palliativstation aufgenommen werden kann, hatte Rücksprache mit der Schwester gehalten, alles war gut.
Ich rief dann da nochmal an, um zu fragen wann wir kommen können ( wir saßen quasi auf gepackten Koffern) da meinte die Schwester, es habe ein Versehen gegeben und das Bett wäre wieder weg.:confused::mad::confused::confused::confused:
Ich habe dann gefragt, was ich jetzt mit meiner Mutti machen soll? Darauf konnte sie mir nicht antworten, außer dass wir warten, bis ein neues Bett frei ist.
Mein Vater entscheidet nichts bezüglich Krankenhausaufenthalt etc, macht nichts im Haushalt ( weder mal abwaschen noch sonst was)
Es bleibt alles an mir hängen.
Ich hab meiner Mutti vorgeschlagen, als Unterstützung doch einen Pflegedienst zu holen ( Pflegestufe hat sie ), da sagte sie nur, dass sie das nicht möchte, weil ich das ja machen kann.
Der Spruch von meinem Vater, den ich ständig höre ist: Die Steffi macht das schon.
Jeder verlässt sich auf mich und ich weiß nicht, was richtig was falsch ist.
Ich weiß nicht, sollte meine Mutti ins Krankenhaus aufgrund der Symptome? ja nein vielleicht? ich bin völlig überfordert mit allem.
ich gehe jeden Tag zu meiner Mutti, koche putze kauf ein, wasche sie, Wäsche waschen .....pflege quasi meinen Vater( der noch völlig gesund ist) gleich mit......... dann hab ich noch meinen 14jährigen Sohn und meinen Haushalt. Mein Mann ist die Woche über nicht da.
Hilfe. :( bald fall ich um, hab ich das Gefühl...:(
Huhu Steffi! :pftroest: :pftroest: :pftroest:
"NEEEEEEIIIIIN, Steffi macht DAS jetzt nicht!
Steffi hat nämlich
1. ein eigenes Leben!
2. ein Kind, das sie JETZT auch braucht!
3. einen Vater, der auch mal was tun könnte!
Du bist NICHT nur der Pflegedienst deiner Mama! Und schon gar nicht der deines Vaters!
Wir Frauen sind nicht mit dem Staubsauger, Wischlappen, Besen, Spülschwamm, Kochlöffel in der Hand auf die Welt gekommen! Einige Dinge können, ja müssen dann eben auch mal die Herren der Schöpfung tun!
Dass du für deine Mama da bist ist schön und gut, aaaaaaaber du kannst nicht alles tun! Auch dein Sohn (schwieriges Alter) ist wichtig, du bist wichtig, du kannst nicht zwei Haushalte versorgen!
Ich sollte auch für meine Schwiegermutter da sein, obwohl mein Freund alles für seine Mutter getan hat! SIE meinte, das Kochen sei Frauensache und ich sollte das gefälligst tun! Trotz Vollzeitarbeit, mein Freund ist Rentner! Pffffffffff! :rotenase: :rotenase: :rotenase:
Das echt tolle Essen von meinem Freund hat sie nicht angerührt! Meine und seine Antwort war nur, dass sie dann eben hungern müsse! Sie hat gegessen! :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
Was ich meine ist vielleicht ein kleiner Denkanstoß so unter dem Motto: "Wenn du mir hinterher nicht beim Abwasch hilfst, gibt's nix zu essen!"
Setz ihn ein bissi unter Druck, den Herrn Pascha! :augendreh :augendreh :augendreh
So, jetzt bin ich dir kräftig auf die Zehen getreten, hoffentlich bist du mir nicht bös, aaaaaaber
du gehst kaputt, wenn du nicht lernst "Nein, jetzt nicht!" zu sagen!
Und das muss ja nun wirklich nicht sein! :knuddel: :knuddel: :knuddel:
Alles Gute für deine Mama und, dass ihr das alles schafft!
Geliplie
16.03.2015, 20:36
Liebe Steffi, du brauchst ganz dringend einen Pflegedienst. Sowas von. Die entlasten dich zumindest zeitweise. So geht ht es doch nicht. Das wird ja nicht besser. Wäre mein Vater nicht vorverstorben, hätte ich auch so ein Exemplar da sitzen gehabt. Er konnte keine Spülmaschine einräumen. Aber da sind alle schuld, wenn er immer alles gemacht bekam... Aber spielt jetzt keine Rolle. Wende dich an einen Pflegedienst. Geht Ruck zuck, hatten wir auch und ist echt eine Erleichterung. Selbst mit dem Pflegedienst hast du noch genug am Hals. Ich habe meinen Sohn auch vernachlässigt und mache mir ziemliche Vorwürfe.
Viel Kraft für dich :knuddel:
Geli
Stefanie24
17.03.2015, 10:01
Ihr habt sooo recht! :mad:
Hallo und vielen lieben Dank für Euren lieben Worte!
Ich habe mit meiner Mutti gesprochen, bezüglich eines Pflegedienstes. Habe ihr gesagt, dass die mehr Ahnung haben und ich mich beim Pflegen nicht auskenne und dass es doch besser wäre, wenn uns jemand professionell helfen würde.
Darauf sagte sie: "Wenn es soweit ist, dann machst Du das. Das schaffst Du schon." - was soll ich darauf antworten? :confused:
Mein Vater gehört zu der Sorte Mensch, den es nicht im geringsten stört, wenn die Küche zb komplett mit dreckigem Geschirr zugestellt ist. Irgendwann kommt schon jemand und macht es sicher weg.
Simples Beispiel:
Er brachte neulich den Müll weg. Allerdings kippte er die Mülltüte aus, ließ die dreckige und stinkige Tüte im Mülleimer. und warum? Weil er nicht mehr wußte, wo die neuen Mülltüten sind, obwohl ich ihm das bestimmt schon 3x gezeigt habe. :( dann wurde er bockig als ich ihm sagte, dass das nicht geht, und meinte, dann macht er eben gar nichts mehr.
Er ist 75, körperlich gesund... ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll, damit wenigstens ihm bewußt wird, dass er endlich mit anpacken muss.
Mein Sohn läßt hier zuhause auch alles stehen und liegen - ich werd echt bald irre. :mad::weinen:
berliner-engelchen
17.03.2015, 11:59
Liebe Steffi,
ich bin eher zufällig hier vorbeigeschneit und wollte dir, weil ich ähnliche Situationen sehr gut kenne, eine Antwort hinzufügen.
Deine Mama sagt:
Das schaffst Du schon. - was soll ich darauf antworten?
Du MUSST zu deiner Mama sagen, auch wenn es sicherlich schwer ist:
Mama, ich weiß, dass es vielleicht schöner wäre, wenn ICH alles machen würde. Aber das kann und will ich nicht. auch wenn dir das jetzt im ersten Moment weh tut, ist es die BESSERE Lösung.
Warum? Dir und mir und der Familie steht eine begrenzte Zeit X zur Verfügung, die wir gerne gemeinsam verbringen sollen und wollen. Und shcöne Sachen machen, reden, einen Ausflug, etwas Ansehen, ein Buch lesen oder irgendetwas.
All die Möglichkeiten für das Erleben von Schönen Dingen bleibt auf der STrekce, wenn ich nur ARBEITEN muss. Deshalb gibt es ja einen Pflegedienst. Wir probieren das jetzt erst mal aus, wie es sich anfühlt. Das können wir ja nicht wissen. Wir bleiben jetzt mal offen für Neues und probieren aus, ob das gut und besser für uns ist.
Weißt du Steffi, wenn die Eltern alt werden und pflegebedürftig kommt dieser Moment, wo KInder zu den Führenden "Autoritätspersonen" werden müssen, weil sie die Situation besser bewerten, abschätzen, übernehmen können.
Da müssen dann die Kinder dazu lernen, aber vor allem die Eltern lernen, loszulassen und die Führung den Kindern überlassen.
Das einzufordern ist deine Aufgabe.
Es ist schwer, ich weiß das. Denn die Mama ist ja eh shcon krank, da will man alle so machen, wie es sie sich wünscht. Aber das geht einfach nicht. Und das entscheidente: SIE SELBST kann das nicht mehr abschätzen.
Da muss sie jetzt durch, sonst ist es für alle Beteiligten eine bescheidene Situation, die immer schlimmer wird.
Du musst auf dich aufpassen und das, was machbar ist.
Eure Aufgabe - mama, papa und deine - ist jetzt, schöne Momente einzusammeln, die euch später tragen können. Dazu müssen die Alltagsdinge ausgelagert werden.
sorge für dich, denn nur dann kannst du für deine Eltern und dein Kind sorgen.
Da machst nichts falsch, aber du musst lernen NEIN zu sagen. Das, was du schaffen willlst, ist nicht zu schaffen.
Trau dich, Diene Eltern werden dich dafür respektieren lernen. auch wenn es erst mal ein wenig unangenehm ist.
ALLLES GUTE FÜR EUCH.
Birgit
Hallo Steffi,
ich schließe mich den Aussagen von berliner-engelchen an. Du musst deinen Eltern gegenüber bestimmt auftreten - Du hast eine eigene Familie. einen eigenen Haushalt und ein Kind in der Pubertät und deine Eltern werden wohl auch nicht ernsthaft erwarten, dass Du das alles vernachlässigst, um bei ihnen die Putzfee und Privatpflegerin zu "spielen".
Dein Vater will nichts tun? Besorge eine Putzfee, die meinetwegen jeden Tag oder jeden zweiten für 2 Stunden vorbeischaut - er hat nämlich die Wahl... selber anpacken oder das Portemonnaie zu öffnen und jemanden dafür zu bezahlen.
Je nach Pflegestufe muss man gucken welche Leistungen eines Pflegedienstes abgedeckt sind, ohne dass man selber zuzahlen muss.
Ich habe mich Anfang des Jahres erkundigt, da ich in einer ähnlichen Lage war - wer versorgt meine Mutter morgens, wenn ich Nachtdienst habe und nach 12 Stunden fertig vom Dienst komme. Bei vorhandener Pflegestufe 1 wären mal gerade 8 Einsätze des Pflegedienstes finanziell abgedeckt, sollten sie öfter kommen, müsste das aus eigener Tasche bezahlt werden.
Da muss man überlegen und planen wie es am besten umzusetzen ist.... wenn vielleicht auch nicht täglich die Versorgung übernommen werden kann/soll... so könnte zumindest eine Entlastung für dich geschaffen werden, indem Du nicht mehr jeden Tag alles leisten musst.
Ich weiß, es ist schwer... habe auch genügend "Kämpfe" mit meiner Mutter, die da oft recht uneinsichtig ist... aber es geht auch um uns selbst und nicht nur um sie.
Es ist keinem geholfen, wenn Du (oder jeder andere Angehörige) vollkommen überlastet zusammenklappst und garnichts mehr tun kannst.
Ich wünsche dir viel Kraft und das nötige Durchsetzungsvermögen...
glg Astrid
Liebe Steffi!
"Wenn es soweit ist, dann machst du das schon!" Kreisch, Brüll!
Steffi, du solltest antworten: "Neeeein! Das schaffe ich nicht, das mache ich nicht! Und schon gar nicht allein und ohne Hilfe!"
Dabei kann es zunächst mal egal sein, ob der Herr Papa sich aufrafft oder ein Pflegedienst dir hilft.
Fakt ist, und das müssen beide kapieren, dass du nicht die Privatbedienstete bist und dass du ein eigenes Leben und eine eigene Familie hast!
Das ist seeeehr schwer, ich weiß das! Aber es muss sein, sonst gehst du kaputt!
Du lässt sie nicht im Stich, du rettest dich.
Schau, ich hab mich wie doof 20 Jahre um meinen 1. Mann gekümmert. Bezahlt hab ich mit Nervenzusammenbruch, Burnout und dann noch 2 Jahre nach seinem Tod Eierstockkrebs bekommen. Dabei hatte ich gedacht, dass ich dann mein Lenen leben könnte.
Nix da, das Schicksal wollte es anders. Erst hab ich um ihn gekämpft und nun kämpfe ich wieder, diesmal um mich.
Ich hätte mir mehr Zeit für mich nehmen sollen. Zu spät!
Steffi, lerne "Nein, es geht nicht !", zu sagen!
Für dich, es muss sein!
Setz den Pascha unter Druck, schreib eine Liste, was er tun muss und wo er z.B. die Mülltüten findet, häng Zettel an die Schränke!
Sowas können 3jährige lernen! Aber ein erwachsener Mann soll dazu nicht in der Lage sein???? Also bitte!!
Dann gibts eben nix zu essen, basta!
Das Zauberwort heißt "Neeeeeiiiiiiin!"
Für deinen Sohn, es muss sein!
chrisi0211
17.03.2015, 18:07
Liebe Steffi,
wer macht das alles, wenn Du zusammenklappst oder krank wirst? Die anderen haben das schon ganz richtig erkannt - Du bist nicht die Putze Deiner Eltern und auch keine Pflegekraft - man hilft gerne mal, wenn Not am Mann ist, aber doch nicht dauerhaft!
Rede mal Klartext mit ihnen - die Eltern meine Schwägerin haben meine Schwägerin fast in die Nervenheilanstalt gebracht und auch sie musste lernen zu sagen, dass sie nicht mehr will/kann und jetzt haben sie eine Hilfe und selbst diese wollten sie rausekeln, damit meine Schwägerin das alles wieder macht. Und da hats dann mal gereicht - entweder sie wollen zuhause betreut werden und akzeptieren das so oder sie müssen eben in ein Pflegeheim - aus, basta. Seither klappt es bei ihnen gut und die Schwägerin kann auch wieder Kräfte sammeln :).
Steffi, es ist kein Im-Stich-Lassen nur weil man sich nicht auf den Kopf sch..... lässt - bitte, Dir und Deiner Familie zuliebe, nimm das Ruder in die Hand und rede mal Klartext und organisiere das einfach so, ansonsten müssen sie halt damit rechnen, dass sie auf Deine Hilfe eben auch verzichten müssen, weil Du eben nicht mehr kannst.
Stefanie24
18.03.2015, 08:42
Ihr lieben,
vielen Dank für die wahren, mutmachenden und helfenden Worte.
Meine Mutti muss heute in die Strahlenklinik zum Auswertungsgespräch, nach der Bestrahlung der Hirnmetastasen, die im Februar war. Das jetzige CT zeigt einen deutlichen Rückgang der Größe der größeren Hirnmetastasen - die waren vorher ca.2cm - sind jetzt noch 0,8 - 1cm. Die kleineren Metastasen sind verschwunden.
Danach sollen wir in die Notaufnahme gehen, sagt ihr Arzt, damit meine Mutti stationär aufgenommen wird. Sie soll erstmal auf eine normale Station, sagt ihr Arzt, solange bis auf der Palliativstation ein Bett frei ist, wo sie schon angemeldet ist. Ich habe wirklich Angst, dass meine Mutti ,das hier im Krankenhaus übliche Aufnahmeprozedere machen muss, was bedeutet, Zentral medizinische Aufnahme ( wo man hier meistens so 2-3- Stunden verbringt und wartet) wo dann Blut nehmen, EKG usw ansteht, dann auf ein Bett warten stundenlang..., Anmelden, was auch meistens 1-2 Stunden dauert. Das schafft sie auf keinen Fall! Das macht mich gerade fertig. Ich hoffe, wenn wir über die Notaufnahme gehen, können wir das umgehen.
Ihr Zustand ist beängstigend. Sie steht seit 2 Wochen nicht mehr auf, nur noch um auf Toilette zu gehen, hat schlimmen Durchfall ( wahrscheinlich durch das Afinitor ), ist total geschwächt, trinkt und ißt sehr wenig. Hat Schüttelfrost, Hat überall juckenden Ausschlag...Sie hat mindestens 5 Kilo abgenommen seit 2 Wochen.
:(
Ich hoffe, dass sie meine Mutti im Krankenhaus behalten, dass sie Flüssigkeit bekommt und dass sie körperlich vielleicht wieder etwas aufgepäppelt wird.... Ich konnte die halbe Nacht nicht schlafen weil ich immer zu drüber nachgedacht habe, was ist, wenn sie meine Mutti nicht aufnehmen oder wenn sie diesen Aufnahmemarathon machen muss.....
Es macht mich echt fertig. Der Zustand meiner Mutter, der Streß mit meinem Vater, beide Haushalte.... Ich wünsche mir, mal 24 Stunden Ruhe. 24 Stunden schlafen.............
Ich danke Euch für eure wahren Worte und ich werde versuchen,ein Gespräch mit meinem Vater zu führen. Meine Mutti ist meistens sehr durcheinander, kann nicht zuordnen, welcher Tag ist oder was überhaupt los ist und passiert..Ich bin mir nicht sicher, ob sie das überhaupt wahrnehmen würde bzw das verstehen würde, wenn ich mit ihr rede.
Ich hoffe, dass sie im Krankenhaus bleiben kann und das man sie da aufpäppeln kann!!!!!! :(
Stefanie24
31.03.2015, 12:34
Hallo Ihr Lieben,
ich melde mich mal wieder...
Meine Mutti liegt jetzt seit letze Woche Montag auf der Palliativstation, davor lag sie fast eine Woche auf der Inneren.
Dort ist sie im Bad gestürzt und hat sich eine Platzwunde am Auge zugezogen. Sie sagt, sie war sos chwach und ihr war schwindelig als sie gestürzt ist. Gott sei Dank wurde dann auf der Palliativ ein Zimmer frei...
Seit dem Sturz steht sie nun gar nicht mehr auf. Sie geht nicht mehr auf Toilette ( dafür auf den Schieber ), wäscht sich nicht mehr eigenständig und war auch sehr verwirrt. Seit Montag nun bekommt sie wieder Dexamethason, was sich dahin gehend positiv auswirkt, dass sie nicht mehr so verwirrt ist und auch wieder Hunger hat. Aufstehen tut sie nur kurz mit Hilfe der Physiotherapiefrau, die einmal täglich kommt, die mit ihr übt...leider hat sich auch durch die Physio nicht wirklich was an ihrem Zustand gebessert.
Nach einem Gespräch mit der Ärztin, die mir gesagt hat, dass sich an dem jetzigen Zustand ( Bettlägrigkeit und Schwäche ) ihrer Meinung nach kaum was ändern wird, habe ich mit meinem Vater entschieden, Pflegestufe 2 zu beantragen.
Die Ärztin meint, dass meine Mutti von nun an 24 Stunden Hilfe braucht und sie auch bald entlassen wird, vermutlich nächste Woche ( sollte ihr Zustand sich verschlechtern, dann natürlich nicht.)
Ich habe dann vorsichtig versucht, meiner Mutti darauf vorzubereiten - sie will gerade wieder kämpfen und geht davon aus, dass sie bald wieder auf die Beine kommt.Sie ist der Meinung, sie braucht keine Pflegestufe 2 und das wird schon wieder... Das Gespräch fiel mir sehr sehr schwer ....
allerdings war die Reaktion meiner Mutti sehr bitter für mich. Sie sagte, dass ich sie aufgebe, dass ich ihr den ganzen Mut nehme, dass ich nicht mehr an sie glaube ...und sie ist der Meinung, mein Vater und ich waschen sie dann jeden Tag zuhause, und pflegen sie.
Ich hab keine Ahnung , wie das nun weiter gehen soll, wenn sie wieder zu hause ist. Einen Pflegedienst lehnt sie ab.
Ich weiß wirklich nicht mehr wie ich damit umgehen soll, es ist bitter und nagt sehr an mir...was ist die richtige Entscheidung? Es ist wirklich eine schlimme schlimme Zeit..... :(
Aldijana
31.03.2015, 14:58
Liebe Stefanie 24,
ich fühle so mit dir weil ich weiß was du durchmachst.
Ich bin seit gestern hier, weil ich mir einfach etwas von der Seele schreiben wollte und ich mich so Hilflos fühle.
Ich habe meine Mama letzten Donnerstag aus dem KH mit nach hause genommen, weil Sie einfach nicht auf ne Station gehen wollte und keiner Sie zwingen kann.
Im Krankenhaus war ich schon 24 Stunden bei Ihr habe auch bei Ihr geschalfen, weil mir einfach die Versorgung nicht ausreichte. SIe war unruhig wollte heim, hat sich übergeben. Seit Donnerstag bin ich ständig neben ihr. Auf meinen Vater kann ich mich nicht verlassen, ebenfalls ein pasha der aber selber auch schwer krank ist. Dennoch hatte ich Heute mit Ihm ein ernsthaftes gespräch, dass er ab jetzt einige -Aufgaben übernehmen muss, weil ich es nicht mehr schaffe. Erst winkte er ab, aber ich bin einfach Hart geblieben. Meine Schwester ist aus dem Ausland da, hat extra ihre Kinder daheim gelassen. Mein Vater nutzt das natürlich aus und raubt ihr auch noch die letzte kraft. Aber jetzt ist schluss damit.
Ich habe mit dem Parleativteam im KH geschprochen, die haben mir ein gutes ambulantes Parleativdienst zur Seite gestellt welchem ich sehr dankbar bin, weil ich wenn SIe schmerzen hatte nicht wusste was ich machen soll. Auch ein Pflegedienst kommt zu uns, wenigstens um sie zu waschen und richtig zu lagern, den meine Mami kann nicht mehr Aufstehen, meistens schläft SIe. Sie wollte das erst auch nicht, abr ich habe ihr gesagt ich kann das nicht allein, ich brauche hilfe um das beste für SIe zu tun. Ansonsten kann SIe nicht HEim und muss im KH bleiben oder eine P-Station. Dann hat sie eingewilligt.
Es hilft alles nichts, du musst an dich und dein Kind denken. Ich bin allein keine Mann keine Kinder. Da geht das noch aber dein Kind braucht dich.
Weil ich nachts abwechseld mit meiner schwester Wache schiebe und SIe beobachte bin ich auch schon total ausgelaugt. Aber meiner MAMA bleibt nicht viel zeit. Aus dem KH hat man uns entlassen und gesagt SIe nehmen jetzt Ihre Mutte mit und können dan Abschied nehmen.!
Dir und deiner Familie wünsche ich viel Kraf und bleib stark,
Oh Steffi, lass dich mal trosten und umarmen!
Ich kann leider nicht mehr für dich tun, als immer nur sagen, dass das so nicht geht, was da bei dir abläuft und dass du "NEEEEEEIIIIIIN!" sagen musst!
Du läßt sie nicht allein, du versuchst ihr zu helfen!
Sie muss das begreifen, du kannst nicht alles machen!
Sag ihr doch, dass du keine medizinische Pflege leisten kannst, denn das wär viiiiiiel zu gefährlich!!
Falsche Medis, falsch gesetzte Spritzen (die du ja auch gar nicht geben darfst), keine entsprechende medizinische Versorgung - zumindest in die medizinische Versorgung muss sie einwilligen!!!
Also: Pfegedienst oder Krankenhaus/Palliativstation oder Pflegeheim!!!
Weißt du, ich kann deine Mama verstehen, ich als Betroffene muss mir, weil (trotz Gspusili) alleine, durchaus Gedanken machen, wie das Ende laufen soll! Und ich weiß auch, dass ich nicht alles will, was es so gibt. Und ich kann auch seeehr stur sein!
Aber wenn es nicht mehr anders gehen würde, müsste ich es akzeptieren!
Du hast ein eigenes Leben!
Deine Mama muss das verstehen und akzeptieren!
Aber was viel wichtiger ist, dass sie akzeptiert, dass du keine private Krankenpflegerin bist, die sie nach Lust und Laune rumkommandieren kann!
Kümmere dich darum, dass der Sozialdienst vom Krankenhaus die Pflegestufe beantragt, bei deiner stolzen Mama besteht sonst evtl auch die Gefahr, dass sie schwindelt, nur damit eben keine Pflegestufe kommt!
Mir kommt es fast so vor, als tät deine Mama und der Papa mit, dich erpressen, um ihren Willen zu kriegen!
Versteh mich nicht falsch, aber das geht so nicht!
Das darfst du nicht zulassen!
Du sollst deinen Eltern zur Seite stehen, aber weder dein Leben aufgeben, noch dich ausnutzen lassen!
Und jetzt sag ich es hart: Hau auf den Tisch und sag, dass es SO nicht geht!
chrisi0211
31.03.2015, 20:21
Was ich jetzt nicht verstehe, warum wird sie aus der Palliativstation entlassen? :mad:
Stefanie24
01.04.2015, 07:09
Sie wird entlassen, weil die medizinische Versorgung erschöpft ist. Sie bekommt nichts weiter,außer einmal am Tag einen Tropf mit Flüssigkeit....
:mad::(
Die körperliche Schwäche hat keine körperlichen Auslöser, gegen die man was machen kann. Die Verwirrtheit kommt von den Hirnmetastasen, gegen die man auch nichts machen kann. Schmerzen hat sie keine.
Stefanie24
01.04.2015, 07:25
Hallo Tündel,
Du hast ja recht mit allem was du schreibst und vielen Dank für Deine Antwort.
Weißt du, ich kann deine Mama verstehen, ich als Betroffene muss mir, weil (trotz Gspusili) alleine, durchaus Gedanken machen, wie das Ende laufen soll! Und ich weiß auch, dass ich nicht alles will, was es so gibt. Und ich kann auch seeehr stur sein!
Aber wenn es nicht mehr anders gehen würde, müsste ich es akzeptieren!
Du hast ein eigenes Leben!
Deine Mama muss das verstehen und akzeptieren!
Aber was viel wichtiger ist, dass sie akzeptiert, dass du keine private Krankenpflegerin bist, die sie nach Lust und Laune rumkommandieren
Allerdings ist es so, dass wohl aufgrund der Hirnmetastasen, sie nicht mehr in der Lage ist, "soweit " zu denken - oder sie möchte das nicht.
Genau die Argumente habe ich auch gesagt, dass ich das nicht kann, weder medizinisch noch habe ich Ahnung von Lagerung und mein Vater erst recht nicht...Da kam nur von ihr:" Ihr macht das doch viel besser als die vom Pflegedienst.". Wenn ich sie besuche, dann tut sie mit Absicht so, als wäre sie fit. ( Auch wenn sie im Bett liegt und nicht sitzt oder aufstehen kann) ...damit ich denke, alles bestens mit ihr. Sie geht seit fast 2 Wochen nicht mehr auf Toilette, weil sie das nicht mehr schafft.. wie soll das dann zuhause funktionieren?
Es ist so schwierig und anstrengend... ich mach mir rund um die Uhr Gedanken, was richtig, was falsch ist....hab wirklich das Gefühl, ich werde irre langsam.
chrisi0211
01.04.2015, 09:06
Hallo,
sprich bitte mit der Palliativstation, den Ärzten dort, ich meine die sehen doch, dass Deine Mama unmöglich sich allein versorgen kann, Dein Vater kanns auch nicht und Du eben auch nicht - die können sich vlt. um einen Hospizplatz
kümmern, haben da vlt. besseren Zugang oder sieh selber zu, dass Du da Kontakt aufnimmst wegen einem Platz und bitte darum, dass sie Deine Mama bis ein Platz frei wird bleiben darf. Meine Mama hatte auch mal eine schwere OP und war nicht einmal gehfähig, sie lebt allein, da haben sie sie auch noch weiter behalten.
In diesem Zustand können sie sie ja unmöglich einfach vor die Tür setzen :shocked:
chrisi0211
01.04.2015, 09:14
Nochwas: Deine Mama kann wahrscheinlich gar nicht mehr richtig abschätzen, was Wirklichkeit ist - da bist Du gefordert für sie Entscheidungen zu treffen. Sie hat für Dich, wie Du Baby oder Kind warst, auch Entscheidungen treffen müssen, ob es Dir gefallen hat oder nicht, weils einfach entweder nicht anders ging oder weils für Dich am Besten war.
Glaube kaum, nur weil Du gewollt hast oder geweint hast, Du nicht zb. in den Kiga gehen hast müssen oder zur Schule - nur so als Beispiel.
Manchmal muss man im Leben zum Wohle aller gegen den momentanen Willen einer Person entscheiden.
Die meisten fühlen sich in einem Hospiz auch wohl, weil sie dort in einem häuslichen, friedlichen Rahmen betreut werden, Ihr sie besuchen könnt, wann immer es möglich ist und die Last der Pflege/richtigen Medikamentenversorgung von Euch genommen ist.
Du musst handeln - jetzt - sonst steht Ihr wirklich vor einem Desaster!
Raff Dich auf, setze einen Schritt vor dem nächsten... und lass Dir bloss kein schlechtes Gewissen da aufschwatzen, das ist echt nicht angebracht!
Hallo Steffi!
Da stimme ich der Chrissi zu, lass dir ja kein schlechtes Gewissen machen, obwohl du hast es ja schon!
Und wenn deine Mama nicht mehr entscheiden kann, dann müsst ihr sie eben treffen!
Meine Oma konnte das nach mehreren Schlaganfällen auch nicht mehr! Sie wusste nur noch, dass sie in ihre Wohnung, nach Hause eben, wollte. Meine Mam konnte auch nicht jede Nacht 5x 10km fahren, weil sie anrief und aufs Klo gebracht werden wollte. Sie war völlig fertig, körperlich und seelisch!
Meine Mam hat dann ein Pflegeheim gesucht und gefunden, wo die Oma eigene Möbel mitbringen durfte!!! Und das war der Punkt, sie hatte ihre eigenen Sachen und dadurch konnte sie sich wohl fühlen. Ich bin nicht mal sicher, ob sie wirklich gemerkt hat, dass es nicht ihre kleine Wohnung war, wo sie da wohnte! Da haben ein Schränkchen und ihr Ruhesessel gereicht!
Vielleicht ist das ja auch eine Möglichkeit?
Und wie gesagt, wende dich wegen der Pflegestufe an den Sozialdienst des Krankenhauses, denn das ist seeeehr wichtig und bares Geld wert!
Ich weiß, das hört sich blöd an, es erscheint so geldgierig, aber Pflege kostet einen Haufen Geld, und es steht ihr bzw. euch zu!
Uuuuuund wenn sie noch im Krankenhaus beurteilt wird, in dem sie ja wegen ihres schlechten Zustandes ist, dann kann sie sich die Sache nicht so schönreden oder sich in die eigene Tasche schwindeln!
Auf gehts, es wird hart, aber du kriegst das hin!
Stefanie24
08.04.2015, 18:23
Hallo Ihr Lieben,
ich melde mich mal wieder nach ereignisreichen Tagen... Meine Mutti ist heute nun entlassen worden - auf eigenen Wunsch. Sie wurde immer trauriger und depressiver in ihrem Krankenzimmer. Gestern dann hat sie entschieden, sie will heim. Mein Vater und ich haben dann versucht ihr begreiflich zu machen, dass das alles erst organisiert werden muss ( Krankentransport, Toilettenstuhl, Pflegedienst...) Da fing sie wieder an zu weinen... schließlich haben wir sie überzeugen können, heute heim zu kommen.
Ich hatte dann gestern noch einen derben Streit mit meinem Vater, der immer noch nicht einsieht, dass er meine Mutter nicht mehr alleine lassen kann. Er sagt, wenn was passiert, dann ist das eben so. Absprachen bezüglich wenn er was vor hat, dass ich dann komme, damit sie nicht alleine ist, Tabletten einräumen, Kleidung sortieren etc haben ihn gar nicht interessiert, da er "dringend" zu einem Stammtisch in eine Gaststätte musste, gestern.
Im Enddeffekt stand ich wieder alleine im Haus meiner Eltern und habe alles alleine gemacht. Ich habe ihm gesagt, dass ich mal nicht hoffe, dass mein Mann so mit mir umgeht. Da meinte er nur, dass ich meinen vorlauten Mund halten soll und ist gegangen :eek:
Ich habe jetzt entschieden, dass ich meine Mutti nicht mehr pflegen werde. Ich habe das heute meinem Vater mitgeteilt und auch meiner Mutti. Meine Mutti ist momentan total euphorisch - behauptet, sie könne alles wieder alleine ( Waschen, gehen...) was leider nicht den Tatsachen entspricht.
Ich habe meiner Mutti gesagt, dass ich nicht mehr damit klar komme, wie mein Vater die ganze Situation händelt ( ihm ist sein Leben wichtiger als für meine Mutti da zu sein, während ich als Tochter mein Leben komplett vernachlässigt bzw aufgegeben habe um eben für sie da zu sein ) und dass auch ein normales Gespräch nicht mit ihm möglich ist.
Da kam von ihr: er kümmert sich wunderbar um mich und wenn ich ( als Tochter ) eben überfordert bin, soll ichs lassen. Sie melden sich, wenn sie Hilfe brauchen.
Ich bin total schockiert über diese Reaktion und auch traurig und hilflos. Mein Vater hat in den ganzen Monaten nichts gemacht, außer man hat es ihm gesagt. Er ist selten zu hause und alles andere ( Verein, Stammtisch, Holz hacken, mit dem Hund gehen, Stammtische..) ist für ihn viel wichtiger, als sich um seine Frau zu kümmern oder für sie da zu sein.
zum Beispiel im Krankenhaus: ich hatte ihn gebeten, dass er beim Abendessen bei ihr bleibt, damit sie nicht alleine essen muss. Und? Natürlich ist er nach den obligatorischen 10 min Besuchszeit, die er immer bleibt, gegangen, als das Essen rein getragen wurde.......
ich bin am Ende mit meinem Latein und weiß mir auch keinen Rat mehr. Aber so geht es nicht weiter. :cry:
Es tut mir so leid um meine Mutti, dass sich niemand darum kümmert, wie es ihr geht, oder um organsisatorisches etc, dass ihr Mann mit dem sie 40 Jahre verheiratet ist, nicht bereit ist, sein Leben einzuschränken und sogar in Kauf nimmt, dass was passiert, nur um nicht zuhause bleiben zu müssen. aber ich kann das so nicht mehr :(:(:(:(:(:(:(:(:(:(:(:(:(
liebe stefanie24,
Ich habe jetzt entschieden, dass ich meine Mutti nicht mehr pflegen werde. (...)
Es tut mir so leid um meine Mutti, dass sich niemand darum kümmert,
wie es ihr geht, oder um organsisatorisches etc, dass ihr Mann mit dem sie 40 Jahre verheiratet ist, nicht bereit ist, sein Leben einzuschränken (...)(
Ich finde deine Entscheidung gut; du hast dich abgegrenzt.
Ich höre das gerade viel, dass ältere Männer keine Lust haben, sich für ihre kranke Frau einzuschränken.
Aber ich denke, oft ist es auch nur die Zuspitzung von dem, wie das Verhältnis zwischen ihnen schon vorher war.
Sie werden zurecht kommen; und wahrscheinlich dann einen Pflegedienst nehmen.
Hoffentlich kannst du dich von dem ganzen inneren und äußeren Trubel irgendwie erholen.
vg, vintage
Bravo, liebe Steffi!
Auch wenn dir zum Heulen ist.....
Das war jetzt ultrawichtig fur dich und dein Leben!
Mir tut deine Mama Leid, weil sie so ein Exemplar Pascha abgekriegt hat!
Sie kennt ihn ja vermutlich zur Genüge und hat sich deshalb so an dich gehängt, weil sie weiß, dass er ihr weder Halt noch Hilfe sein wird!
Aber du hast dein eigenes Leben, ein bissi Hilfe und v.a. moralische Unterstützung darf immer sein, aber kein Ausnutzen und keine absolute Beschlagnahme!
Irgendwann wird deine Mama sehen, dass es so nicht geht und dann vermutlich erstmal bei dir anfragen.
Du musst dann (leider) hart bleiben und darfst auf keinen Fall mehr als kleine Hilfen (absolute Ausnahmen) machen!!! Das ist seeehr wichtig, sonst geht alles wieder von vorne los!
Vermutlich wird es dann dem Herrn Pascha zuviel und er fordert von selber Pflegestufe und Pflegedienst, denn sonst würde er mit seinen "Freizeitfreuden" ja auf der Strecke bleiben!
Ich wünsch dir viel Kraft und Energie zum Durchhalten!
Bleib fest!
Daumendrückerli!
Stefanie24
09.04.2015, 07:30
Hallo vintage,
genauso wie du es schreibst, ist es auch.
Ich höre das gerade viel, dass ältere Männer keine Lust haben, sich für ihre kranke Frau einzuschränken.
Aber ich denke, oft ist es auch nur die Zuspitzung von dem, wie das Verhältnis zwischen ihnen schon vorher war.
Die erste Reaktion meines Vater vorgestern, darauf dass sie heim kommt, war:" Wir überreden sie, dass sie noch ein paar Tage länger bleibt, das können wir ihr schon verkaufen"
Und das obwohl meine Mutti seit Tagen weint, und einfahc nur heim möchte und medizinisch ja nichts gemacht wird.....
Und auch Tündel hat recht... es ist aber trotz allem eine Situation, die so schlimm ist, dass es mir das Herz zerreißt.
Es war wirklich so, das ich komplett alles gemacht habe, angefangen von Wäsche waschen und zusammenlegen ( mein Vater meinte, er kann das nicht und ehe er was falsch macht lässt ers lieber) , über aufwaschen, kochen, einkaufen, saubermachen, staubsaugen, Arzttermine machen und mit Ärzten besprechen, Rezepte holen und Tabletten zuteilen, die Mutti waschen und mit ihr reden. Zuhören.
Und mein Vater war entweder nie da oder war im Keller und hat Holz gemacht.
Es ist für mich unbegreiflich, dass kein Gespräch mit ihm normal ablaufen kann, weil er dann sofort "bockig" und beleidigend wird, entweder weil er überfordert ist oder weil er das nciht hören will und sein Leben weiter leben will ( so wie er das ja bis jetzt wunderbar gemacht hat.)
Ich hadere sehr mit meiner Entscheidung gestern , ob ich mich da jetzt tatsächlich ausklinken soll , weil er überhaupt keine Ahnung und kein Interesse hat, was wie wann zu tun ist.
Die Reaktion meiner Mutti schiebe ich mal auf die Hirnmetastasen und ihren Zustand, dass sie meinte, ich sei überfordert und mein Vater macht ja alles für sie...Ich denke und weiß, dass sie gar nicht mehr in der Lage ist, um das abschätzen zu können.
Sie hat über 40 Jahre alles gemacht, um ihren Mann den Rücken frei zu halten , er musste nie helfen geschweige denn irgendwas machen..und er sieht es nicht ein, dass sich jetzt sein Leben eben nicht mehr nur um sein Vergnügen drehen kann. Da ist null Verständnis oder Einsicht vorhanden. Er kann sie nicht mehr alleine lassen - aber das ignoriert er und nimmt in Kauf dass ihr was passiert..... das ist sooooooo unsagbar schlimm.... und er geht auch einfach weg, ohne mir bescheid zu sagen, obwohl ich ihn schon öfter darum gebeten hatte. Ich hab ihm das erklärt, dass sie Hirnmetas hat , krämpfe bekommen kann usw, wenn sie jetzt auf Toilette willl und umfällt, weil er nicht da ist usw. Das spielt keine Rolle für ihn.
Die Situation jetzt macht mich total fertig und ich weiß nicht mehr was richtig, was falsch ist...
:(
Monika Rasch
09.04.2015, 08:55
Die einzige Möglichkeit, die noch bleibt, ist die Übersiedlung in ein Hospiz. Punkt.
Frag im Krankenhaus nach der Palliativversorgung.
Dein papa kann das nicht.
So ist die Lage.
Er kann es nicht.
Ob aus Lieblosigkeit Deiner Mutter gegenüber, aus Herzlosigkeit generell-
Fakt ist, er kann es nicht.
Und Du kannst es Dir nicht noch auf die Schultern legen.
Auf gar keinen Fall.
Das Hospiz, in dem Deine Mama mit Liebe umfangen und perfekt gepflegt
wird ist der letzte Ausweg.
Tu das Deiner Mama nicht an, dass sie in eine lieblose Umgebung kommt.
Nach hause.
Wenn sie nicht ausreichend gepflegt und umsorgt wird, wird sie an Unterversorgung, Körperlich und seelisch, elend sterben.
Es wird dien ganzes weiteres Leben ein furchtbarer Gedanke sein.
Bitte, tu Dir das nicht an. Aus deiner Mutter spricht die Angst, und palliativ gut versorgt in einem Hospiz wird ihr die Angst genommen werden können.
Dein Papa ist wie er ist.Immer war.
BerliNette
09.04.2015, 09:05
Liebe Stefanie,
ich möchte an dich appellieren, bei deiner Entscheidung zu bleiben! BEIDE Elternteile müssen einsehen, dass es so nicht weitergehen kann! Da deine Mutter (noch) nicht in ein Hospiz will und dein Vater sich nicht ändern wird, werden sie innerhalb kürzester Zeit um DEINE Hilfe bitten. Dann lege ihnen unbedingt Monikas Vorschlag der Unterbringung in einem Hospiz nahe! Bitte liebe Sefanie, denke auch an deine Familie, denke an dich!!! Weißt du, helfen ist die eine Sache, das tun wir von Herzen gern, aber man muss sich nicht kaputt machen lassen! :knuddel:
Alles Liebe für dich und natürlich deine Mutter
BerliNette
Liebe Steffi!
Weißt du, was ich gerade vor mir sehe?
Einen Dreijährigen in der schönsten Bockphase: "Ich kann nicht, nein, ich kann nicht!" Heul, Bock, Brüll, auf die Erde werf.....
Er kann wirklich nicht, weil er nicht will! Er könnte genau so gut schreien: " Ich will nicht!" Er hätte vermutlich sogar Recht, weil sich alles in ihm total verweigert und er gar nicht einsieht, dass sich sein ach so bequemes Leben ändern könnte!
Es ist der klassische Fall, von "Ich will nicht, also kann ich nicht!"
So geht es nicht, nicht bei Dreijährigen und schon gar nicht bei einem erwachsenen Mann! 40 Jahre bedienen lassen und dann keine noch so kleine "Gegenleistung". Grrrrrrrrrr!
Was also tun?
1. Du lässt ihn bocken und alles laufen, wie bisher. Du machst alles.
Ergebnis: Es ändert sich gar nichts, aber du gehst kaputt und deine Familie vor die Hunde =》nicht wünschenswert
2. Aus Mitleid mit deiner Mama hilfst du ihr, machst alles, damit sie glücklich ist.
Ergebnis: Es ändert sich nichts, aber du gehst kaputt, dein Sohn leidet noch mehr, dein Vater fühlt sich als der große Zampano.... =》 auch nicht erstrebenswert!
3. Du zwingst deinen Herrn Pascha, deiner Mam zu helfen! Zettel, wo etwas ist, an die Schranktüren, Videos vom Waäsche zusammenlegen, ein dezenter Hinweis auf die Bundeswehrzeit, da haben sie es alle gelernt!
Männer können alles, bis auf Kinder kriegen!
Damit kriege ich meine männlichen Schüler und oft genug auch ihre Mütter dazu, die Betten im Schullandheim selber zu beziehen!
"Mein Burli kann das nicht, er ist schließlich ein Burli!" Haaaaaaa! :D :D :D
4. Lass es laufen, wie es (nicht) läuft, aber dann leiden die Mama und du!
Er merkt es vermutlich nicht mal, aber du gehst wieder mal vor die Hunde, kriegst ein schlechtes Gewissen und tust doch wieder alles.
Ergebnis: Er hat sein Ziel erreicht, die Mama ist vielleicht zufrieden, weil du alles tust und du, aber das hatten wir ja schon!
5. Du besorgst entweder einen Hospizplatz oder endlich die Pflegestufe und einen Palliativpflegedienst, der sich liebevoll um deinen Mama kümmert. Dann kannst du ein ruhiges Gewissen haben, denn sie wird versorgt, auch ohne den Herrn Pascha! (mir fällt irgendwie kein anderes Wort ein!) Tja, und der? Der kann weiter seinem Leben nachgehen!
Bitte hab kein schlechtes Gewissen, du hast getan, was du konntest und mehr!
Du musst dich nicht kaputt machen (lassen)!
Du bist jung, hast eine eigene Familie!
Für die musst du auch da sein, dein Sohn wird seine Oma verlieren! denk da bitte auch an ihn!
So, nun hab ich dich wieder vollgeschwallt nimms nicht übel, aber das muss einfach raus!
chrisi0211
09.04.2015, 13:13
Wenn Du Dich da "ausklinkst", dann dauert das höchstens ein paar Tage, wo sie beide einsehen, dass das eben nicht funktioniert - und dass etwas daran geändert werden muss - ich wünsche Dir, dass Du standhaft bleibst bei Deiner Entscheidung und nicht wieder nachgibst!!!
Stefanie24
09.04.2015, 17:21
Hallo ihr Lieben!!!
Ihr habt alle so recht! Mich hat es heute morgen auf dem Weg zur Arbeit erstmal völlig ausgeschenkelt. Plötzlicher drehschwindel der überhaupt nicht mehr aufhörte. Bin dann zum Arzt gewankt, der mir ein Migräne Medikament gegeben hat. Musste mich dann abholen lassen,weil an Auto fahren nicht mehr zu denken war. Als ich Zuhause war, rief meine Mutti an. Sie weinte sehr am Telefon. Mein Vater hat ihr das wohl heute nochmal gesagt, dass ich raus bin. Sie versteht es nicht. Ich hab versucht ihr das zu erklären, dass es an der nicht vorhandenen Unterstützung von meinem Vater liegt. Das versteht sie einfach nicht. Er kümmert sich doch ( er war zum Zeitpunkt des Gespräches nicht da- musste Sägespäne holen ?????!!!!!)
Ich habe dann versucht sie zu beruhigen was auch einigermaßen ging...
Sie sagte dass ein Pflegedienst heute kommt zur Absprache und Planung.
Ich bin dann erstmal eingeschlafen für fast vier Stunden - völlig im Eimer war ich.
Ich rief dann vorhin meine Mutti an was nun raus kam bei der Planung mit dem Pflegedienst- es kommt jetzt jemand zum Saubermachen des Hauses :mad:
Ihre Körperpflege ( worum es ja eigentlich ging) usw macht mein Vater und sie zusammen!!!
:
Sie sagt, sie ist so traurig, versteht mich aber nicht wenn ich versuche meine Entscheidung zu erklären - Weil er ja der gute ist und alles für sie macht ( er war bei dem 2. Gespräch übrigens immer noch Sägespäne holen - 4 Stunden lang )
Sie sagt, dass mein Vater und sie doch jeder ein Handy haben und sich anrufen können wenn was ist.
Ich hab jetzt mit ihr ausgemacht, dass mein Mann und ich morgen zum Gespräch kommen ( mein Mann soll mit, weil ich sonst glaub ich, platze und unschöne Sachen zu meinem Vater sagen könnte)
Ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln. So traurig das alles.
Liebe Stefanie!
Deine Mama hat 40 Jahre lang aus deinem Papa den Menschen gemacht, der er heute ist. Er brauchte nie was zu hause machen und daher wird sich bei ihm auch nichts ändern.
Ich sehe es genau wie Monika. Nehme Kontakt zum örtlichen pflegestützpunkt auf und suche ein Hospiz in dem du deine Mutti unterbringen kannst.
Du wirst es dein leben lang bereuen, wenn du sie bei deinem Papa lässt.
Deine Mama hat angst glaub mir und die beste Betreuung für sie kann es nur in einem Hospiz geben.
Nur so kannst du mit dir selbst Frieden schließen und zur ruhe kommen und du kannst die zeit mit deiner Mutti genießen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft.
Mausi
Oooooch mensch, mennoooooo!
Ich tu dich erstmal gaaaaaanz fest :knuddel: :knuddel: :knuddel: und dann :pftroest: :pftroest: :pftroest:
Du darfst durchaus mit ihr telefonieren und sie auch besuchen! Aber Besuch ist Besuch und keine Arbeit!
Wenn du hingehst, dann ausschließlich um deine Mama zu trösten, ihr Mut zu machen, sie zu knuddeln, mit ihr zu lachen, zu weinen......
Aber nicht, um zu arbeiten!:boese: :boese: :boese:
Gut, dass dein Mann mitgeht, wenn der Pflegedienst kommt! Dann bist du nicht allein!
Aber dem Herrn Vater tät ich schon mal sauber die Meinung geigen! :mad: :mad: :mad: Sowas geht einfach nicht, möchte man meinen, aber.....
Jetzt ist die Tür immerhin offen.....
für den Pflegedienst und damit fremde Leute im Haus!
Und wenn jetzt die Körperpflege nicht hinhaut, dann ist deine Mama sicher auch eher bereit, da jemanden Fremdes zuzulassen!
Bei der Mutter meines Freundes und auch bei meiner Oma war es schlichtweg Scham, sich nackig vor Fremden zu zeigen, sich die intimsten Stellen waschen lassen zu müssen.
Wenn die Mama erstmal merkt, dass diese Leute das besser können, gibt sie dann vielleicht nach!
Aber du bleibst bitte fest, du bist ja jetzt schon hart an der Kante!
Ich wünsch dir seeeeeehr viel Kraft, ein Riesenpowerpackerl schick ich dir zusätzlich!
Alles Gute, auch für die Mama!
PS: Und auch das mit dem Hospitz solltest du überdenken, da wär sie gut aufgehoben, liebevoll betreut, nicht alleine, bekäme alle Hilfe.
Du musst da kein schlechtes Gewissen haben! Du tust das aus Liebe zu ihr!!!
Stefanie24
10.04.2015, 18:37
Hallo ihr lieben lieben Menschen ...
Wir ( mein Mann und ich) waren heute zum " Gespräch" bei meiner Mutti , was sie ja so wollte - wir wollten einen Plan machen wie es weiter gehen kann und alles bereden. Im Endeffekt war es so, dass meine Mutti völlig abweisend war, kein Gespräch zugelassen hat, gesagt hat, dass mein Vater alles macht, ich nur immer alles besser weiß, dass ich meinen Vater in Ruhe lassen soll, er ist eben so wie er ist. Ich habe dann versucht ihr zu erklären, dass ich mir Sorgen mache, weil er eben so ist wie er ist und was das dann werden soll usw.. Da kam nur ein abfälliger Blick und dass ich doch lieber wieder gehen soll, wo ich doch angeblich so krank bin.
Mir geht es seit gestern wirklich beschissen- ständiger Schwindel, liege nur und Übelkeit. Das sie das so sagt, dass es mir ja angeblich so schlecht geht hat mich sehr getroffen.
Dann ging es um ihre Tabletten, sie ist wieder im Krankenhaus auf dexamethason eingestellt worden, meinte sie, dass mein Vater gestern bei ihrem Arzt war, und der sagte, das wäre ausgeschlichen worden. Ich habe dann gefragt ob mein Vater denn den aktuellen Entlassungsbericht mit der medikation abgegeben hat - und er: ne muss ich das? Davon weiß ich nichts. - er hat da nicht mal mich angerufe um nachzufragen ... Traurig. Leichtfertig das Wohlbefinden meiner Mutti schon am 1. Tag zuhause aufs Spiel gesetzt.
Ich habe ihm dann erklärt das das dexa im Februar ( !!) ausgeschlichen wurde und jetzt neu eingestellt wurde. Das weiß er doch nicht- seine Reaktion.
Meine Mutter sagte dann trotzdem weiter wie gut er sich kümmert und alles super läuft und ich doch gehen soll.
Was ich dann auch zutiefst erschüttert und verletzt Tat.
Sie möchte keine gute Hilfe , sie möchte nur noch Hilfe von meinem Vater, weil der sich ja so toll kümmert. Ich lass es jetzt auch. Wenn sie diesen Weg gehen will, muss sie ihn gehen.
Mein Vater fragt sie was er tun soll, sie sagt ihm irgendwas, und er macht das. Bzw redet er ihr irgendwas ein, damit er eben nichts machen muss... so wird das Ganze mit Sicherheit kein gutes Ende nehmen aber ich kann es leider nicht ändern.
Und eben rief mein Mann meinen Vater an, weil meine sommerräder bei ihm in der Garage liegen, wann er sie holen könnte. Da meinte mein Vater zu meinem Mann:" ich leg den garagenschlüssel in den Flur, da muss er ( mein Mann) meinen Vater nicht ausspionieren wann er Zuhause ist. "
Unfassbar.
Liebe, liebe Steffi!
Lass es jetzt gut sein! So schwer es jetzt ist, im Moment ist es so und kann nicht geändert werden!
Du hast ja nun wirklich alles versucht, mehr ist momentan nicht möglich!
Wer nicht will, der hat!
und
Wie man sich bettet, so liegt man!
Ich glaube ja immer noch, dass sie irgendwann ganz laut um Hilfe rufen wird und dann, wenn sie bereit ist, sie auch annehmen wird. Und dann auch Pflegedienst und Hospiz annehmen wird!
Dein Vater ist ihr "Gott", sie selber hat ihn auf seinen Sockel gestellt und nur er selber kann sich da runterstürzen. Oder sie erkennt, wie er ist und fegt ihn runter!
Da müsst ihr alle jetzt durch!
Leider!
Konzentriert euch jetzt auf euch und euer Leben.
Alles Gute fur euch alle!
Stefanie24
10.04.2015, 19:07
Liebe(r?) tündel,
Du hast soooo recht! Mein Mann und alle um mich sagen dasselbe. Ich habe mein Leben komplett aufgegeben um für sie da zu sein, Urlaub gecancelt, das Haus mit Freunden von oben bis unten geputzt, jeden Tag da gewesen, manchmal zweimal, gekocht, geputzt, Wäsche gewaschen, eingekauft, mich um Rezepte, Hilfsmittel, Hygieneartikel alles gekümmert, jeden Tag trotz das ich da war , morgens und abends angerufen , Kontakt mit Pflegedienst und Hospizbetreuung aufgenommen, bin zu jedem arzttermin mit ... Meinen Sohn und Mann vernachlässigt, mein Vater hat nie irgendwas von dem gemacht. Aber jetzt lebe ich wieder mein Leben. Sie möchten das so und gut. Ich hoffe nur dass mein schlechtes Gewissen bzw mein Verantwortungsbewusstsein und die Angst, was da wohl passiert, nicht siegt.
Huhu Steffi,
ich bin weiblich, hatte 2013 Eierstockkrebs, mein Mann ist 2011 an Cardiomyopathie gestorben!
Er war ein echt "bayerischer Dickschädel", der auch nicht bereit war, Hilfe und Pflege von außen anzunehmen!
Ich hab alles für ihn gemacht und mit Burnout bezahlt. Nach seinem Tod (der fur ihn echt eine Erlösung war) dachte ich endlich an mich. Tja, und dann kam der "Messi in meinem Bauch", Mistviech!
Ich weiß also ganz gut, von was ich rede! Auch wenn es kein Krebs war, es waren 10 knallharte Jahre kümmern und um ihn rumwurschteln und ein Vollzeitjob als Lehrerin!
Viel Durchhaltekraft!
Und keinen Rückzieher, ja!!!
Stefanie24
10.04.2015, 19:48
:knuddel:
Ich hoffe, es geht dir jetzt
gut, liebE tündel???? Schlimme Geschichte, was du erleben musstest! Das tut mir leid, dass es Dich nach den harten 10 Jahren auch noch so erwischt hat. :(
Ich danke dir so sehr für deine Kraft, die du mir gibst und für den Mut, der durch deine Aussagen mit kommt. DANKE!!!!
Und das, obwohl du selber so eine schwere Zeit ( hoffentlich!!!) hattest!
Danke!
Monika Rasch
10.04.2015, 20:38
Oder sie erkennt, wie er ist und fegt ihn runter!
Das wird nicht passieren.
Und ich bin sicher, dein Vater findet sein Verhalten völlig normal, und das ist es auch in DIESER Beziehung.
Er will es nicht begreifen, dass deine Mama, seine Frau, sterben wird und ihn alleine zurücklässt.
ER WILL DAS NICHT WISSEN.
Ich sehe es so, dass Du Dir sparen kannst da Vorwürfe zu machen.
ER KANN ES NICHT !
Und das Verhalten von ihm ist unterste Kanone, aber
DU WIRST ES NICHT ÄNDERN.
Du kannst nur Dein eigenes Verhalten ändern, und das tust Du jetzt wirklich gut.
Du hast alle Eventualitäten durchdacht.
Besuch deine Mama, geniesse die Zeit mit ihr, und schimpf nicht über deinen Papa. Lohnt nicht.
Ausbaden wird es Deine Mama.
Ich hoffe sehr, dass Deine Mama sich noch selber im Bett umpositionieren
kann, denn wenn sie einen Dekubitus entwickelt dass wirds hässlich.
Bitte achte darauf, du kannst ihr ja anbieten wenn Du zu Besuch gehst
dass du ihr den Rücken mit einer schönen Lotion einreibst, dabei kannst
Du den Po , die sakralgegend sehen.
Pass auch auf die Fersen auf.
Sobald Du merkst da bahnt sich Unheil an, musst Du mit dem Hausarzt Kontakt aufnehmen.
Ich mags gar nicht in den Mund nehmen,
aber Du kannst natürlich auch formlos einen Antrag auf Betreuung bei Gericht stellen- wenn DU meinst es geht zuhause nicht und sie muss - schlecht gepflegt-da weg.
Dann kannst Du versuchen das gerichtlich regeln zu lassen,
damit DU oder ein unabhängiger Betreuer einfach zum Besten deiner Mama entscheiden kann wo sie den Rest ihres Lebens gepflegt werden soll.
Bitte stoß deinen Papa, egal wie er ist, nicht so aus Deinem Leben.
Es gibt Männer, die haben es nie anders gelernt-
in ihrem lieblosen Elternhaus nicht
und auch in ihrer unterwürfigen Ehe nicht.
Ehefrauen wissen mehr über ihre Männer als ihre Kinder es wissen.
Deine Mama hält mit ihm.
Tu ihr nicht weh.
Wie Du später dann mit ihm umgehen wirst, das steht auf einem anderen Blatt.
Geliplie
10.04.2015, 22:53
Liebe Stefanie,
Ich klinke mich hier mal ein. Wäre mein Vater nicht vorverstorben, Wäre ich in der gleichen Situation. Man soll nicht böse über Tote reden, aber ich kann mich noch an die Zeiten erinnern 16 Jahre her, als meine Mama an Brustkrebs erkrankte. Krankenhaus, Reha... Er daheim. Allein. Ich Vollzeit Job. Zum Glück damals keine Beziehung, die wäre zerbrochen. Da Mama mein ein und alles war, war ich sofort nach der Arbeit im Krankenhaus und wenn ich da nicht war, haben wir telefoniert. Dann rief er an, hätte ein Problem. Mit der Spülmaschine. Ich hin. Alle Gläser mit der Öffnung nach oben hinein gestellt. Er wusste es echt nicht besser, weil Mama ihm alles vor den Hintern geschleppt hat. Es ist traurig, aber manchmal können die Väter gar nix für ihre Unbeholfenheit. Auch er ist zum Stammtisch, weil er wohl nicht wusste, wie mit der Erkrankung umzugehen. Ins Krankenhaus ist er selten. Ich habe auch viel geschimpft. Aber auch gesehen: es ist Unbeholfenheit. Deine mama nimmt ihn vielleicht deshalb in Schutz.
Ich wünsche dir / euch alles gute und drück dich ganz fest :pftroest:
BerliNette
14.04.2015, 13:09
Hallo Stefanie,
wie ist die Situation im Moment? Hoffentlich bist du stark geblieben!
:knuddel:
L.G.
BerliNette
berliner-engelchen
14.04.2015, 22:19
Sie möchte keine gute Hilfe , sie möchte nur noch Hilfe von meinem Vater, weil der sich ja so toll kümmert. Ich lass es jetzt auch. Wenn sie diesen Weg gehen will, muss sie ihn gehen.
... so wird das Ganze mit Sicherheit kein gutes Ende nehmen aber ich kann es leider nicht ändern.
Liebe Stefanie,
Du hast Dir einen sehr sehr realistischen Blick auf die Situation erarbeitet.
Das ist wirklich sehr gut. Und deine Position zu all dem - sie ist richtig.
Du kannst nicht über deine Ma entscheiden, nicht deinen Pa verändern - die einzige logische Konsequenz ist der Rückzug in Dein eigenes Leben.
Lass es laufen, lass alle Emotionen erst mal abkühlen und gib den Eltern Zeit, sich ihrem "neuen Leben" zu stellen. Auch für sie ist das alles neu und sie sind sicherlich hilflos. Aus dieser Hilfslosigkeit heraus flüchten sie sich in die Stereotype, die zwar verlogen und nicht-funktionierend sind, aber diese Erfahrung müssen sie halt selbst machen.
Es ist zwar weit hergeholt: aber ein Kind kannst du ja auch nicht vor allem beschützen. Auch das Kind probiert Dinge aus, die nicht klappen, von dem es annimmt, es würde funktionieren - und landet im blödesten Fall im Krankenhaus .... na ja, danach wird es etwas anders reagieren.
Bei deinen Eltern ist das wohl auch so. Vielleicht müssen sie erst mal auf die Nase fallen um zu akzeptieren, dass das Verhältnis von Eltern-Kind sich nun umkehrt und Du die Verantwortung für die Eltern übernimmst!!!
Ich selbst habe das auch hinter mir, in weiten Teilen habe ich die Verantwortung für meine Mama übernommen (sie hatte Leukämie) ... bei anderen Dingen hat sie sich völlig verweigert. Da hilft nur Rückzug, sonst schadet man permanent sich selbst.
alles alles Gute, viel Einsicht (elterseitig), wenig Sorgen für dich und die Kraft, hart zu bleiben und diesen Weg auch genau so zu gehen.
:engel:chen
Stefanie24
15.04.2015, 10:01
Hallo Ihr Lieben!
Ich melde mich mal wieder und bedanke mich zuerst bei Euch für Eure lieben und unterstützenden Kommentare! Danke!! :knuddel:
Du kannst nicht über deine Ma entscheiden, nicht deinen Pa verändern - die einzige logische Konsequenz ist der Rückzug in Dein eigenes Leben.
Dieses Zitat habe ich jetzt mal als Zusammenfassung genommen - für Eure Ratschläge und meine Meinung.
Aber von vorne...
Ich lag das gesamte Wochenende flach, weil es mir überhaupt nicht gut ging. Übelkeit und Schwindel, Panikattacken.. und gaaanz viel geschlafen - einfach wirklich fertig mit der Welt.
Am Sonntag erhielt ich einen Anruf von meiner Mutti, dass sie sich jetzt einen Plan gemacht habe, wie es weiter geht. :confused:
Und der sieht so aus:
Ich soll mich erstmal ausruhen.
Die Frau vom Pflegedienst, die jetzt zum Saubermachen kommt, wird einmal kommen. ( nächste Woche. )
Ich soll das medizinische ( Arzttermine, Rezepte, Tabletten einteilen usw) übernehmen. Wahrscheinlich hat ihr der Vorfall mit meinem Vater und dem Arztbrief und dem Dexamethason doch etwas zu denken gegeben.
Weiterhin soll ich mich um die Wäsche kümmern ( waschen, aufhängen , abnehmen )
Und in 2 Wochen, wenn ich mich ausgeruht habe, dann kann ich wieder zu sauber machen kommen und den Rest wieder erledigen.
So sieht ihr Plan aus. :eek::mad:
Ich war seit letzte Woche Freitag nicht da, und ich werde diesen Plan so nicht mit machen. Das werde ich ihr irgendwie erklären...nur wie... Sie ist ziemlich durcheinander, habe ich den Eindruck nach den Telefonaten. Wahrscheinlich wachsen die Hirnmetastasen munter weiter :embarasse
Mein Vater hat jetzt, so wie ich mitbekommen habe, immer die Nachbarin bestellt, zum Aufpassen auf meine Mutti, wenn er weg ist.
Ich werde mich da weiter heraus halten - um das Medizinische werde ich mich kümmern... aber der Rest??? Ich habe die Befürchtung, dass von mir verlangt wird, wieder da weiter zu machen wo ich aufgehört habe. Aber das will und schaffe ich auch nicht. Nur ein normales Gespräch ist da kaum möglich mit meinen Eltern... Mein Vater wird dann ja sofort bockig und will nicht verstehen, worum es mir geht...
Es ist wirklich eine sehr schwierige Zeit :(
Eure verwirrte und ratlose Stefanie
chrisi0211
15.04.2015, 10:22
Stefanie, sag ihr doch einfach, dass Du selber krank bist und Hilfe brauchst und unmöglich auch noch von ihnen Arbeiten übernehmen kannst - und Punkt. Das ist doch nicht einmal gelogen - Dein Körper hat es Dir doch eh sehr deutlich gezeigt, dass jetzt Ende ist, da helfen ein paar Tage Ruhe doch nicht oder willst Du einen kompletten Zusammenbruch?
"Neeeeeeeeeiiiiiiiin!"
"Nein, meine allerliebste Mama, das mache ich nicht!"
"Nein, ich will nicht!"
"Nein, ich kann nicht, ich bin krank!"
"Nein, ich will nicht, also kann ich nicht!"
"Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein und noch x-mal neeeeeeeeeeiiiiiiiin!
Du machst das nicht!
Du hast dich jetzt reduziert und rausgenommen und das bleibt so!
Du musst das nichtmal begründen!
Tu es, wenn es dir dann besser geht, das Begründen, meine ich, aber nötig ist es nicht!
Dein Mann unterstützt dich ja hoffentlich!
Steffi, ich habe gesehen, was aus mir geworden ist, in diesem 10 Jahren, ich bin heute, mal abgesehen von dem Messi, lange nicht mehr so leistungsfähig. Ich hab meinen Mann geliebt, wollte und konnte ihn "nicht im Stich lassen!" Erst ganz am Schluss hat er gesagt, dass wir beide es mit angemessener Hilfe und Pflege leichter gehabt hätten.
V.a. ich...... Er wollte es nicht und ich hab immer nachgegeben. Hatte ich das nicht bei der Hochzeit geschworen???? Erst als er das letzte Mal heimkam, ein halbes Jahr vor seinem Tod, als er schon einige Maschinen brauchte, hat er es eingesehen, dass ohne PD nix mehr gehen würde. Er ging wieder auf die ITS und wartete auf ein Herz, das er nicht mehr bekam! Zwei Wochen nach seinem Tod der Organspendeskandal. Oh mann!
Es gab auch Zeiten, da hab ich ihn gehasst (hmmmmm, das Wort ist zu stark), es war grausam, ihn so leiden zu sehen! Er wurde immer weniger, durch die Medis und sein Nierenversagen wurde er aggressiv, vergesslich, erzählte "Märchen"....
Erst kam das Burnout, (mit 20 Wochen Klinik) nach dem ich genau so weiter gemacht hab (saublöd von mir) jetzt der Krebs, man kann streiten, ob das nun zusammenhängt, aber mein Leben so einfach leben kann ich nicht.
Steffi, mach dein Leben nicht auch so kaputt! Riskiere nicht deine Familie und die Seele deines Kindes. Die geht es jetzt schon schlecht, wenn du zusammenklappst, wird dein Sohn, der ohnehin schon mit der Krankheit und dem eventuellenTod der Oma fertigwerden muss, auch noch mit deiner Krankheit und deinem Ausfall zurechtkommen müssen!
Besuch deine Mama auf einen Kaffee, aber ohne Arbeit! Nix Wäsche, nix putzen, kein Spülen, Wäsche bügeln, sortieren, einräumen!
Nein, nein, nein!!!
Auch Medikamente sortieren geht an einem Tag der Woche, es gibt ja diese tollen Boxen fur die ganze Woche!
Alle sonstigen Besuche dürfen nicht der Arbeit, sondern nur dem "Mama besuchen" gelten, und Besuch arbeitet nicht!!!
Liebe Steffi, das Zauberwort ist immer noch "Neeeeeiiiin, ich kann icht, ich will nicht, ich machs nicht!
Nein, nein nein!
Alles Gute! Viele Durchhaltevermögen, ich weiß, wieviel Kraft das kostet, ich hatte sie nicht!
Du hast Unterstützung, nimm sie und nutze die Kraft deiner Familie für dich!
Sag "Nein!"
Stefanie24
26.07.2015, 09:55
Hallo ihr Lieben,
ich melde mich nach sehr langer Zeit zurück, einfach um zu schreiben. Zu beschreiben, was passiert ist.
Eine kurze Zusammenfassung:
Ich habe mich im April zurück gezogen was Haushalt usw betroffen hatte.
Ich war zu der Zeit so 3-4 Mal die Woche bei meiner Mutti, habe mit ihr geredet, die Wäsche gemacht und mich um die medizinische Versorgung gekümmert.
Sie ist da mit ihrem Rollator gut zurecht gekommen, ist einkaufen und Essen gegangen mit meinem Vater.
Mein Vater musste dann die Aufgaben übernehmen, die ich nicht mehr gemacht habe, wie kochen, aufwaschen, staubsaugen usw.
Ende Mai, Anfang Juni wurde meine Mutti schwächer und lag viel aber Ihre Hygiene konnte sie noch erledigen. Das ging dann seit Anfang Juni nicht mehr. Da lag sie nur noch, stand nur noch auf, wenn sie auf Toilette musste.
Da hat es mir dann gereicht und ich habe "bestimmt" dass ein Pflegedienst eingeschaltet werden muss, der einmal pro Tag kommt, um sie zu waschen.
Was meine Eltern, Gott sei Dank, auch angenommen haben.
Da wurde dann das Ausmaß ersichtlich. Meine Mutti hatte einen Tumordurchbruch am Hintern und es war alles offen. Sie hatte nie geklagt , nur selten, dass sie Schmerzen hatte, beim Waschen.
Das wurde dann fachmännisch versorgt - auch mit Hilfe eines ambulanten Palliativteams mit Palliativärztin, was ich auch in die Wege leitete. Dieses Team kam dann mindestens 1x pro Woche.
Meine Tante kam ab dem Zeitpunkt etwa 1x alle 2 Wochen für 1- 2 Stunden zu Besuch - weil sie ja den armen Opa ( der immer noch gesund ist, nur alt ist ) betreuen musste - rund um die Uhr. :mad::mad::mad:
Ich war dann wieder jeden Tag dort , um zu schauen, wie es meiner Mutti geht.
Sie wurde immer mutloser und schwächer, meinte, dass es nicht mehr beser wird, sagte mir was sie für Musik auf Ihrer Beerdigung haben möchte...
Ich habe ihr immer weiter Mut zugeredet..... Sie hat immer gesagt:" Es ist wie es ist" und " es wird nicht besser"
Dann kam das Pflegebett.
Sie hatte immer noch Hunger und auf den Toilettenstuhl ging sie mit Hilfe meines Vaters weiterhin. Ansonsten lag sie nur noch. Wir haben uns jeden Tag gut unterhalten, manchmal schlief sie aber die Gespräche waren normal, mal lustig, mal traurig, mal normal.....
Am 11.7. hat sie sich dann morgens umgebracht.
Mein Vati hat sie gefunden, weil ich angerufen hatte. Sie schlief morgens immer nochmal, ich rief immer so zwischen 9-10 Uhr an. So auch an dem Tag.
Er schrie nur ins Telefon, ich soll den Notarzt anrufen, was ich auch tat und mein Mann u ich sind gleich hingefahren.
Da haben die Sanitäter noch reanimiert...
Dann musste der Notarzt die Polizei holen - wegen unnatürlicher Todesursache.
Die kam dann, und die holten dann die Kripo.
Wir standen die ganze Zeit draußen, durften nicht ins Haus und meine Mutti lag die ganze Zeit auf dem kalten Boden - was unerträglich für mich ist.
......
Die Zeit zwischen dem 11.7. und der Freigabe des Staatsanwaltes liegt im Nebel.
am 16.07. wurde sie freigegeben und wir fingen an die Trauerfeier zu organisieren.
am 18.07. erschien unsere Traueranzeige. Wir haben die unmittelbare Familie namentlich genannt - meine Tante und ihre Kinder und auch den Vater meiner Mutti ( der nicht einmal zu Besuch kam oder mal alleine angerufne hat ) nur als Angehörige bezeichnet - mein Vater und ich waren völlig neben uns durch den Schock - haben nur reagiert ohne denken zu können.....
am 20.07. kam die Trauerrednerin zu uns nach Hause. Meine Tante hatte sich aufgedrängt, dass sie dabei sein müsse, um aus der Kindheit zu erzählen.
Sie hat bei dem Gespräch gelogen um Sachen schön dar zu stellen. Ihre Tochter - meine Cousine, die immer gerne bei Feiern da war - hat meinem Vater und mir bis zur Trauerfeier kein Beileid ausgesprochen, sollte aber laut meiner Tante in der Trauerrede als Mensch, mit einer "besonderen Beziehung" zu meiner Mutti benannt werden - was ich entschieden abgelehnt habe.
Meine Tante hat null Interesse an der Organisation der Trauerfeier/ Beerdigung gezeigt. Sie rief nur mehrfach an, um uns mitzuteilen, wie sie den Opa zur Trauerfeier bringen will, was sie nicht alles organisiert hat - Rollstuhl, Fahrdienst usw....
und? Im Enddeffekt war er nicht da - weil es ihm nicht gut ging.
Am 24.07. war die Trauerfeier. So wie sie sich es gewünscht hatte. Es waren soviele Menschen da..... als sie krank war, war niemand da.
Und gestern erschien von meiner Tante und dem Vater meiner Mutter in der Zeitung eine Todesanzeige für meine Mutter. Einen Tag , nach der Trauerfeier.
Das Geltungsbedürfnis mancher Menschen ist so schrecklich, dass sie ohne nachzudenken, Dinge tun, die absolut fragwürdig sind, um sich mit diesen Taten vollends der Lächerlichkeit Preis zu geben und damit die Würde und den Willen Wehrloser in Frage stellen.
Ich bin so entsetzt und traurig und sprachlos, was alles passiert ist und auch noch passiert.
Das hätte meine Mutti niemals gewollt.
Stefanie24
26.07.2015, 14:07
Vielen Dank AnnieHall!!!
Für mich ist das alles unrealistisch und ich begreife nicht das Warum. Das eine warum sie es getan hat, verstehe ich. Aber nicht das andere.
Es gibt keine Worte für das, wie es ist.
😞
Hallo Stefanie
Es tut mir leid dass ihr auch noch neben der Trauer um deine Mama, zusätzlich noch mit fragwürdiger Verwandtschaft euch abquälen müsst. Leider passiert das nur zu oft nach dem Tod, man lernt Menschen die man jahrelang dachte gekannt zu haben erst richtig kennen. Man kann da nur froh sein immer dass der Verstorbene solches Verhalten nicht mehr sehen muss/kann.
Stefanie24
27.07.2015, 10:14
Hallo Chari,
Vielen Dank für Deine Worte.
Es ist für mich ganz schlimm, was hier passiert mit den Verwandten und ich bin ehrlich erschüttert, über deren Verhalten.
Unser Verhältnis war in der Vergangenheit gut, deswegen erschüttert mich dies jetzt umso mehr.
Und es ist eine zusätzliche Last, die ich nun auch noch mit umher trage. Gedanken machen, warum wieso weßhalb....
Fühle mich wie in einem Alptraum gefangen.
Hallo AnnieHall,
Sie hat nichts hinterlassen. Wir haben mehrfach alles abgesucht. Sie hat auch nie in der letzten Vergangenheit irgendwas in dieser Hinsicht geäußert.
Das einzige, was sie mal gesagt hat, war, dass wenn es Sterbehilfe geben würde, würde sie diese sofort in Anspruch nehmen.
Auf die eine Frage nach dem "Warum" habe ich Antworten - sie konnte nicht mehr, sie wollte nicht mehr. Und trotzdem frage ich mich, warum hat sie aufgegeben...Sie hat Selbstmord immer verurteilt und hatte kein Verständnis dafür.
Ich frage mich, was letzendlich der Auschlag für ihre Entscheidung war. Warum hat sie nicht mehr daran geglaubt, dass es doch wieder aufwärts gehen könnte....
Ich mache mir Vorwürfe, dass ich nichts bemerkt habe, dass ich an dem Sonnabend nicht früher angerufen habe, dass ich ihr nicht mehr Mut zugesprochen habe. Vielleicht war auch das Zuziehen des Pflegedienstes für sie so unerträglich, was ich ja "bestimmt" hatte.
Diese ganzen Fragen werde nie beantwortet werden und lasten auf mir wie Tonnen.
Mein Vati hat niemandem aus dem Bekanntenkreis von ihrem Selbstmord erzählt. Jeder geht davon aus, dass sie friedlich eingeshclafen ist und sagen zu ihm Sachen wie: endlich hat sie es geschafft, endlich ist sie erlöst.
Er hat, kurz nachdem es passiert ist mit mir geredet, dass er die Bilder wohl nie aus dem Kopf bekommt. Er hat sie gefunden, aus dem Gürtel befreit und versucht zu reanimieren, bevor der Notarzt kam.
Er hat auch gesagt, dass er sich Vorwürfe macht, dass er ihr den Bademantel gegeben hat, hat die letzten Tage Revue passieren lassen, versucht einen Ansatz zu finden, ob es geplant war.....
Jetzt redet er gar nicht mehr über den Umstand, sondern möchte alles schnell abhaken - sagt er.
Er ist völlig verzweifelt, er leidet unendlich unter dem Verlust, ist so hilflos und verwirrt - es bricht mir das Herz, ihn so zu sehen.
Das hätte ich nie gedacht, dass ihn das so mitnimmt, nach allem was wir für Streiterein hatten und das er , als sie noch lebte, stur seinen Weg weiter gegangen ist.
Er hat, einige Tage nachdem es passiert war, zu mir gesagt, es ist gut dass ich da bin, ich bin flexibler. Er ist alt und verbohrt und hat schwierigkeiten sich auf Neues einzustellen....- vielleicht eine Art Entschuldigung.
Es ist so entsetzlich, die Situation. Auch mit der Verwandschaft. Einige Freunde reagieren auch extrem merkwürdig...und das belastet zusätzlich so sehr.
Ich vermisse sie so sehr und kann einfach nicht begreifen, was sie getan hat. Und dass sie einfach nicht mehr da ist.
berliner-engelchen
27.07.2015, 20:23
Liebe Stefanie,
zum Tod Deiner Mama möchte ich Dir mein Beileid aussprechen.
Sie war eine mutige Frau, die nach einem Ausweg gesucht hat, der sie und ihre Liebsten aus einer für sie nicht erträglichen Situation befreit hat.
Das ist etwas, was tiefe Achtung vor diesem Schritt verlangt, wie ich persönlich finde. du brauchst Dir keinerlei Vorwürfe machen. Die Situation war aussichtslos und eine Besserung war dermaßen unwahrscheinlich, dass man einfach davon ausgehen musste, qualvoll an einer schrecklichen Krankheit zu sterben.
Dann kam dazu, dass deine Mama sicher wußte, spürte (mamas wissen so etwas immer), wie schwer die Situation für dich war. Dann kannte deine Mama ihren Mann gut genug um zu wissen, wie unfähig er reagierte, mit der Krankheit leben zu können und ihren schweren Weg mit ihr zu gehen. Das ist auch kein Vorwurf nur eine realistische Einschätzung, wie die Situation ganz konkret aussah.
Sie hat das gemacht, was -deine Mama als eine gute Lösung sah. In Dtl. gibt es halt nicht die Möglichkeit zur Sterbehilfe. Doch warum und wozu sich quälen, wenn das nur Leid und nicht lebenswerte Zeit bedeutet? und dann noch die Liebsten entsetzlich belastet?
Ich selbst bin jung (45), habe kleine Kinder und palliativ erkrankt. auch ich werde sterben, viel zu früh. Und ganz ehrlich: ich sehe keinen Sinn darin, unnötig lange zu leiden und mich quälen zu müssen. Wozu? Um vielleicht 3 Wochen länger zu leben? Nur bettlägerig, ohne Freude empfinden zu können, von mir selbst und meiner Bedürftigkeit angewidert? Unfähig an dem teilzunehmen, was mir wichtig ist: mein Leben??
Ganz ehrlich: da sage ich "NEIN DANKE" !!!! Und kann deine Mutter dafür sehr achten, diese Entscheidung getroffen zu haben und dann einfach war gemacht zu haben. ich wünsche Dir sehr, dass Du nach dem Schock und der tiefen Trauer, die du jetzt durchmachst, den Mut in diesem Tod zu sehen.
Sei hat sich selbst nicht umgebracht, sie hat an sich selbst Sterbehilfe vollzogen!!!!! Einfach, weil unser Staat das nicht anbietet. Und der Weg in die Schweiz mühsam ist und sehr sehr teuer. Wäre sie Schweizerin gewesen, wäre alles ganz anders verlaufen. Sie hat sie sich nur selbst geholfen.
Ich verstehe nicht, warum sich schwerstkranke Menschen (in diesem Fall: ein durchgebrochener Tumor, wie schrecklich ist das denn ???) zu quälen müssen, damit danach alle einen bedeutungsvollen KOmmentar "endlich hat sie es geschafft, endlich ist sie erlöst" dahin hauchen können.
Als wäre es eine besondere Leistung, unendliches Leid bis zum Tod aushalten zu müssen. Die Wahrheit ist doch, dass uns viel zu oft keine Wahl gelassen wird.
Ob es geplant war oder nicht? fragst Du dich? Ich finde, das macht keinen Unterschied. Es wäre doch verheerend gewesen, es vorab zu wissen, oder? Für deine Ma, für dich selbst. Am Ende hätte irgendjemand sie versucht abzuhalten und sie damit in weiteres Leiden gezwungen.
Das, was Dir selbst richtig gut helfen wird, ist jetzt, den Entschluss und die Selbsttötung deiner Mama zu respektieren. Als das was es ist: ein frei bestimmtes Leben und Sterben. Um so ihre Würde zu wahren bis zum Ende. Ich finde, sie hat es verdient, dafür besonders geachtet und bewundert zu werden. Denn leicht fällt einem dieser Schritt ganz bestimmt nicht.
ungeliebte, sich unmöglich verhaltende Verwandtschaft: Kontakt meiden, auf das Nötigste reduzieren. Lass nur die Menschen an dich heran, die dir gut tun.
Achte auf maximalen Selbstschutz.
Umgib dich nur mit Menschen, die Dir helfen, Deine Trauer auszuleben und dich trösten und tragen. Jeden, der die Entscheidung deiner Mama angreift, schiebe ihn weit weg. Zu viele Menschen gibt es, die nicht nachdenken und nur unreflektierte Dinge vor sich her plappern.
Trage Deine wundervolle MAMA im Herzen, ehre und achte sie, die so würdevoll gestorben ist.
klar, es ist ein Schock für die Liebsten, für dich als Tochter. ABER es war für Deine Mama am besten so. Ich konnte selbst von keinem meiner Eltern Abschied nehmen und ich weiß, WIE entsetzlich das ist und wie schwer das die Trauerarbeit macht. Vielleicht magst Du dir wirklich Unterstützung einer Psychologin suchen. Das kann sehr gut helfen.
ich hoffe so sehr, dass ich Dir als selbst-Betroffene eine andere Sichtweise auf den Selbst-Tod deiner Mama anbieten konnte, der dir vielleicht ein kleines bischen weiterhelfen kann.
Alles alles Gute für die nächste Zeit
Birgit
Liebe Stefanie,
es tut mir leid, das alles zu lesen, was Du so durchgemacht hast. Du bist in meinen Augen eine sehr starke Frau. Dass sich die Verwandtschaft in den Mittelpunkt stellt, obwohl sie ja nur mittelbar betroffen ist, erlebt man leider immer wieder.
Zu Deiner Bemerkung über Deinen Vater: Jetzt redet er gar nicht mehr über den Umstand, sondern möchte alles schnell abhaken - sagt er.
Er ist völlig verzweifelt, er leidet unendlich unter dem Verlust, ist so hilflos und verwirrt - es bricht mir das Herz, ihn so zu sehen.
Das hätte ich nie gedacht, dass ihn das so mitnimmt, nach allem was wir für Streiterein hatten und das er , als sie noch lebte, stur seinen Weg weiter gegangen ist.
Er hat, einige Tage nachdem es passiert war, zu mir gesagt, es ist gut dass ich da bin, ich bin flexibler. Er ist alt und verbohrt und hat schwierigkeiten sich auf Neues einzustellen....- vielleicht eine Art Entschuldigung.
Ich weiß nicht so recht, wie das zu deuten ist. Hat es bei ihm nun wirklich mal geklingelt, oder ist es einfach seine Angst, nun alleine klarkommen zu müssen, ohne seine Frau, die ihm jeden Wunsch von den Augen abliest und vergöttert? Ich hoffe mal, dass es der erste Punkt ist. Wenn er auf Dich zu kommt, finde ich das schön, aber lass Dich nicht gleich einwickeln. Ich meine nur, dass Du jetzt nicht anfangen solltest, für ihn den Haushalt zu organisieren. Hinweise und Tipps ja, aber MACHEN muss er nun selber.
Vielleicht ist es noch zu zeitig, sich darüber Gedanken zu machen, Ihr müsst den Verlust verkraften. Dann entschuldige. Aber der Gedanke, nachdem ich am Stück alles gelesen habe, drängte sich jetzt einfach auf.
Alles Gute! Safra
Hallo Stefanie,
wir kennen uns zwar nicht aber auch ich habe deine Beiträge gelesen und möchte dir mein herzliches Beileid aussprechen.
Ich bin auch nur Betroffene und ich muss sagen, dass mich der Beitrag vom Berliner Engelchen sehr berührt hat und ich muss sagen, sie hat das echt auf den Punkt gebracht.
Ich wünsche dir und deinem Vater für die nächste Zeit und mach dir bitte keine Vorwürfe - du kannst nichts dafür - es war einfach der Wunsch deiner Mutter.
Liebe Grüßen
Jaya
BerliNette
28.07.2015, 08:47
Liebe Stefanie,
auch ich möchte dir mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Es tut mir leid, dass du dir jetzt solche Vorwürfe machst. Ich finde, Berliner Engelchen hat es mal wieder auf den Punkt gebracht - Danke dafür! Deine Mama ist eine sehr mutige Frau und ihr solltet nicht mit ihrer Entscheidung hadern.
Alles Gute für euch :knuddel:
Liebe Stephanie,
es tut mir so leid, was Du alles durchgemacht hast!
Ich kann mir gut vorstellen, dass der Schritt Deiner Mutter ein Schock für Dich war und Du Dir Vorwürfe machst... Aber ich finde auch, dass Deine Mutter einen mutigen Schritt gewagt hat, um ihr Leiden zu beenden. Das ist doch letztendlich das gleiche wie Sterbehilfe - nur schwerer für alle Betroffenen.
Ich habe meine Mutter bis zum Schluss begleitet und sie ist in einem Hospiz gestorben. Als klar wurde, dass es keine Heilung mehr gibt, war es ihr sehr wichtig, einen Ausweg zu haben für den Fall, dass sie es nicht mehr erträgt. Sie hat sich von einem befreundeten Arzt entsprechende Medikamente besorgt und hatte sie immer griffbereit - auch im Hospiz. Wir haben darüber gesprochen und ich habe ihr versprochen, auch an ihrer Seite zu sein, wenn sie sich für diesen Schritt entscheidet... Für mich war ich froh, dass es dazu nicht gekommen ist, weil ich sehr viel Angst vor dieser Situation hatte - aber ich habe oft gedacht, dass es für meine liebe Mami der bessere Weg gewesen wäre...
Du bist mit Sicherheit nicht schuld - Du hast alles getan und Deine Mutter unter extrem schwierigen Bedingungen ganz liebevoll betreut! Ihr habt Euch jeden Tag noch gut unterhalten.
Das ist alles unendlich schwer für Dich - zu der furchtbaren Krankheit und dem Tod Deiner Mutter kommen noch die schwierigen Umstände auch schon in der Krankheitszeit, die furchtbare Situation, als ihr sie gefunden habt, die Situation mit Deinem Vater, schreckliche Verwandte...
Hast Du Unterstützung? Ich denke, Du brauchst dringend Hilfe, um das alles irgendwie zu verarbeiten - vielleicht auch professionelle Hilfe...
Alles Liebe,
Anja
Stefanie24
30.07.2015, 08:57
Ihr lieben,
Ich danke Euch von Herzen für eure schönen und mutgebenden Worte!
liebes Berliner - Engelchen, Dir danke ich für die realistischen Worte - allerdings ist es mir momentan fast nicht möglich, rational oder realisitsch zu denken. Aber das wird kommen - sagt die Psychologing.
Ich habe viele deiner Beiträge gelesen und Du vermittelst sovielen Menschen Kraft, Mut und findest immer die richtigen Worte - Deine Tipps sind durchdacht und wirklich gut. Und das alles, obwohl Du selber so kämpfst , und trotzdem immer für andere da bist. Ich finde es sehr traurig und schlimm, dass du mit dem Wort / Diagnose " palliativ" leben und kämpfen musst, und das mit 2 kleinen Kindern.
Ich ziehe so meinen Hut vor Dir und bewundere Dich für Deine Kraft, die Du auch anderen schenkst und weitergibst. Ich danke Dir von Herzen für Deine Worte!
.......
Ich war vorgestern bei einer Psychologin, die mich jetzt auch weiter behandeln wird.
Mein Kopf ist voller Gedanken, Erinnerungen und Überlegungen, und ich versuche das, was geschehen ist, irgendwie für mich zu ordnen - einzuordnen, oder zu sortieren.
Zu tief sitzt noch der Schock und Schmerz , über das was passiert ist.
Es ist für mich fast unerträglich, das jeden Tag auszuhalten. Ich wünsche mir so, dass mein Kopf mal leer ist, mir das Herz nicht fast zerbricht und ich mich mal erholen kann von diesem Gefühl - dass ich langsam anfange zu hassen.
Ich muss aufpassen, dass ich nicht in dem Gedanken"Loch" verschwinde - und das ist wirklich anstrengend.
Ich danke Euch von Herzen über Eure mitfühlenden, tröstenden und schönen Zeilen!!!!!
Eure Stefanie
mohnblume79
30.07.2015, 16:07
Liebe Stefanie,
es hat mich sehr berührt, den Leidensweg von Deiner Mama und Dir hier zu lesen. Ich kann Berliner Engelchen nur zustimmen: Deine Mama hat einen würdevollen Schritt gewählt, auch wenn der sehr sehr schwer für Euch als Hinterbliebene zu tragen ist und ich mag mir nicht ausmalen, wie Ihr Euch fühlen müßt.
Aber sie ist so lange bei Euch geblieben, wie sie irgendwie nur konnte und aus allem, was Du sonst vorher geschrieben hast, ging hervor, wie liebevoll und eng Ihr diesen harten Weg miteinander gegangen seid. Deine Mama hat nicht frei gewählt zu sterben - der Krebs hat ihr und Euch diese schwere Last der unvermeidlichen zu frühen Trennung auferlegt, sie ist nur am Ende den letzten Schritt schneller, mutiger und entschiedener gegangen.
Ich bin selbst betroffen (BK) und habe meine Mama an die gleiche Diagnose verloren und kann mich sehr gut hineinversetzen, wenn Du schreibst "Ich wünsche mir so, dass mein Kopf mal leer ist, mir das Herz nicht fast zerbricht".
:knuddel:
So abgedroschen der Spruch "Die Zeit heilt alle Wunden ist", habe ich ihn im Hinblick auf den Verlust eines Elternteils doch nach einiger Zeit wenigstens teilweise als wahr empfunden. Ich vermisse meine Mama immer noch unglaublich (sie starb 2006) und bei meiner eigenen Diagnosestellung hat das nochmals eine riesige Lawine losgetreten.
Aber es wird wiederkommen, dass Dein Herz in der Lage ist, die Dankbarkeit und Liebe über Deine Mama mehr zu spüren, als die unsägliche Trauer. Meine Mutti starb im Januar und im September des selben Jahres war ich in Finnland in Urlaub und weiß heute noch genau, wie ich damals an einem Steg an einem stillen Waldsee saß und dachte "heute war ich gar nicht traurig" - ab da wurde der Weg leichter.
Ich kann verstehen, dass Ihr die genauen Todesumstände nicht ausbreitet - es gibt genügend rücksichtslose Leute, die einem dann auch noch über die Seele trampeln, habe das beim Tod meines Stiefbruders auch so erlebt.
Aber AnnieHall hat schon recht - vielleicht hast Du jemanden, mit dem Du das unter dem Siegel der Verschwiegenheit teilen kannst und Deine Seele ein wenig leichter machen.
Alles alles Liebe,
Mohnblume
Hallo Stefanie,
mein allerherzlichstesBeileid voraus!
Und dann möchte ich dir sagen, was ich glaube:
Jeder Mensch wählt den Zeitpunkt seines Gehens selber, manche tun das still und leise, indem sie einschlafen und nicht wieder aufwachen. Andere sind zur falschen Zeit am falschen Ort, haben einen Unfall, halten momentan die Schmerzen nicht mehr aus und wählen den vermeintlich leichteren Weg in die Ewigkeit.
Wieder andere wählen den "Knalleffekt", und benutzen irgendein Hilfsmittel, sie begehen Selbstmord!
Die Entscheidung ist immer die gleiche: Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, ich halte das nicht mehr aus...
Deine Mama hat diesen letzten Weg genommen, weil sich die anderen (noch) nicht aufgetan hatten und sie keine Alternative gesehen hat.
Sie wusste, dass sie so nicht weiterleben konnte, unerträgliche Schmerzen an einer hochempfindlichen Stelle, ein Gefühl der ständigen Erniedrigung, Hilflosigkeit, Verlassensein und Pflichtbewusstsein auch dir gegenüber haben sie so entscheiden lassen!
Sie hat sich befreit von Schmerzen und Leid!
Aaaaaaaber: Sie wollte auch dich befreien!
Befreien von der Last ihrer Versorgung und Betreuung, die du nicht leisten konntest!
Befreien von dem Verlust deines Lebens und deiner Zukunft durch die Übernahme der Verantwortung für sie und deinen "etwas lebensuntüchtigen" Papa!
Sie war extrem mutig, dass sie das gemacht hat!
Sie hat vielleicht auf den Tod gewartet und als er nicht schnell genug kam, hat sie selbst die Initiative ergriffen!
Verurteile sie nicht, sondern bewundere sie!!!
Und vergiss die bucklerte Verwandtschaft, Neid, Missgunst und Verständnislosigkeit gibts nirgendwo mehr als in der liiiiiiieben Verwandschaft!
Alles Liebe
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