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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : lebermetastasen - sterben?


23.09.2004, 00:27
mein vater ist erst 65 und hat alles mögliche. magenkrebs als
ausgangstumor, eine knochenmetastase, lebermetastasen, in der lunge
hatte er schon welche, aber die wurden nicht erkannt. sie dachten, er
habe lungenkrebs - sind sie nun trottel??
ihm ist vor kurzen der magen entfernt worden, aber viel schlimmer
finde ich, dass er gelb ist, seine hautfarbe ist gelblich.
wir sind alle beschäftigt mit der op, ob er isst oder wie viel, aber sein
gesamtzustand ist wahrscheinlich viel bedrohlicher.
weiß jemand, was nun wirklich passiert, wenn man an krebs stirbt? was
passiert bei lebermetastasen? was geht da vor, worauf müssen wir uns
einstellen?
ich hatte selbst brustkrebs mit 37, betrachte mich jetzt, mit fast 44,
aber als geheilt, ich habe (bisher - toi, toi, toi, auch für die anderen in
ähnlicher situation)
nicht weiter darüber nachdenken müssen. Danke, wem auch immer...
wenn ich hier im forum gucke, sehe ich nichts von sterben, vielleicht
ist das hier nicht das richtige.
ich weiss nicht, was ich denken soll.

23.09.2004, 17:03
Hallo miela,
Du fragst nach Sterben...
Mit großen und zahlreichen Lebermetastasen
denke ich schon, dass man daran denken sollte, dass nicht mehr allzuviel Lebenszeit bleibt.
Wenn Du fragst, wie das evtl. vor sich geht...
dann kann ich Dir nur meine Vorstellung, meine
Gedanken dazu sagen....
Bei Lebermetastasen kann es sein, dass das Bilirubin (Abfallprodukt des roten Blutfarbstoffs)
irgendwann nicht mehr aus der Leber abtransportiert werden kann - deshalb wird die Haut gelb, wieder später kann dann dieses Bilirubin auch ins Gehirn... und der Mensch wird sehr schläfrig, müde und verliert evtl. das Bewusstsein - und schläft vielleicht so für immer ein.

Gruß Eljot

26.09.2004, 14:31
Vielen Dank für deine Antwort. Es wäre schön, wenn es so wäre.
Inzwischen stehen andere Dinge im Vordergrund, Komplikationen nach der Magenentfernung. Mein Vater muss diese erstmal überstehen.
Wenn er das tut, dann müssen wir uns alle langsam an diesen Zustand der Unsicherheit gewöhnen und die guten Zeiten geniessen, so ist es wohl.
Ich möchte gern durch Wissen und Informationen mich vorbereiten, aber bestimmte Prozesse kann man wohl einfach nicht vorwegnehmen.
Diese Fragen werden sicher wieder akut.
Erstmal alles Gute.
miela

28.09.2004, 11:08
Hallo Miela,
ich habe dieses Forum letzte Woche in meiner großen Not und Verzwieflung akut gesucht und gefunden. Ich les seitdem ein wenig mit und schreib auch mal ein paar Zeilen.
Akut geht es um die Diagnose meiner Mutter von Anfang September.
(Magen-Karzinom mit zahlreichen und großen Lebermetastasen)
Es ist zu spät für eine OP und es ist zu spät für Chemo.

Ich möchte Dir ein paar Sätze schreiben aus meiner Erfahrung der letzten Wochen:
Man sollte als Angehöriger ganz als Erstes daran denken, dass ALLES, ALLES, ALLES was man sagt W A H R ist !!!!
Ich persönlich halte nix, aber auch gar nix von "barmherzigen LÜGEN".... man muss nicht alles sagen... nur das was man sagt, muss wahr sein!!!!!!!!
DAS Wort Magenkrebs ist bei uns ausgesprochen........!
Ich glaube auch nicht, dass man um jeden Preis den "Starken" spielen muss um den Kranken zu schonen...

Die behandelnden Ärzte, fragen, fragen, fragen... und auf Gesprächen beharren.. Ihr habt ein Recht darauf als Angehörige.

UND gemeinsam mit den Ärzten überlegen und abwägen,in welchem Verhältnis die Belastungen einer Therapie zu dem Nutzen für den Patienten stehen!

Wir haben Ähnliche Wege zu gehen in der nächsten Zeit...
Melde Dich wenn Du möchtest, ich denke es hilft wenigstens ein ganz klein wenig, wenn man sich das Leid etwas von der Seele schreiben kann.

Ich habe dieses Forum auch gesucht, weil ich meine Freunde, (die nicht in dieser Situation sind) nicht über Wochen/Monate mit diesem Thema überstrapazieren möchte. Das soll nicht heisse, dass ich nicht mit ihnen darüber rede... - Betonung liegt auf "überstrapazieren".
Ganz lieben Gruß
Eljot

02.10.2004, 00:14
Danke, liebe oder lieber Eljot, für deine Antwort.
Im MOment strapaziere ich meine Freunde noch nicht so sehr, weil wir drei Schwestern sind, und auch andere Familienmitglieder, die sich sehr stützen.
Am ehesten leiden noch unsere Männer und vielleicht auch Kinder unter unseren Sorgen.
Mein Vater liegt eine Autobahnstunde entfernt, aber ich habe mich entschlossen, mich krankschreiben zu lassen und habe ab Montag sowieso Urlaub - ich will ihn einfach jeden Tag sehen, mich nicht nur drauf verlassen, was die anderen erzählen.
Ich habe gute erfahrungen mit den Arztgesprächen gemacht, aber sie sagen nur etwas, wenn man fragt.
Mein Vater ist immer noch auf der Intensivstation, weil er eine Komplikation nach der anderen hat, Entzündungen an allen möglichen Stellen.
Das hat deine Mutter ja nicht, weil sie nicht operiert wird, wenn ich es richtig verstanden habe.
Bei uns haben die Ärzte auch gesagt, sie machen nur die Dinge, die seine Lebensqualität erhalten sollen...aber bis jetzt wurde alles nur schlimm, vorher hatte er nichts!
Heute war es so schlimm, mein Vater war so fassungslos und verzweifelt, weil er nun noch mal operiert werden musste - sie wollten gestern eine Entzündung entfernen und haben dabei etwas verletzt, so dass es blutete und nicht mehr aufhörte. Er konnte es nicht fassen, all das, was in den letzten Wochen mit ihm geschehen ist. Und das tat mir so unendlich leid.
Ich wünsche ihm (und uns) so sehr, dass er noch mal aus dem Krankenhaus kommt, um sich in Ruhe und bewußt zu verabschieden, denn überleben wird er diesen Krebs nicht.
Wie geht deine Mutter damit um? Wie fühlt sie sich? Hat sie Schmerzen? Wie denkt sie über ihren Tod? Sprecht ihr darüber? Ja, du sagst, die Krankheit ist inzwischen benannt.
Ich habe viele Fragen, weil all das auf uns zukommen wird. Wie lebt sie? Allein oder ist jemand bei ihr?
Macht sie gar keine Behandlung? Reden die Ärzte mit euch über Lebenserwartung?
Ich kann nicht schlafen, obwohl ich müde bin.
Aber es geht immer weiter, mein Vater ist, glaub ich, noch nicht am Ende angelangt, obwohl ich das schon einige Male dachte, als ich ihn sah.

Alles Gute für dich
Heike

02.10.2004, 08:03
Hallo Miela,
mein sieht an unseren Absendezeiten, dass wir beide derzeit nicht besonders gut schlafen können.
Es gibt viele Fragen ja.
Zum Thema Lebenserwartung... da gibt es so bestimmte ... vordefinierte Aussagen...
"3 Monate" heisst... ::: Nicht mehr lange...
.. d.h man kann es nicht in "Jahren" ausdrücken...
es heisst gleichzeitig auch, dass massive Metastasierung da ist... und und und...
Schmerzen sind noch erträglich, wir sehen uns täglich.. die Krankheit ist beim Namen genannt... aber sie wird (noch)nicht weiter thematisiert.
Ich ertapp mich, dass ich die Zeit an meinen Fingern abzähle. Ich kann nichts anderes mehr denken, Ablenkung gelingt nur sekundenweise und das finde ich auch normal in so einer Ausnahmesituation. Diese Situation kommt ganz sicher nie in meinem Leben mehr, sie ist so schmerzhaft und doch so normal. Vorallen Dingen aber so einmalig und vielfältig, wie es wir Menschen sind. Das Normalste der Welt, dass wir alle uns irgendwann von dieser Welt verabschieden!!!!
Keinesfalls normal ist es allerdings, dass dies um jeden Preis verhindert bzw. das Leben verlängert werden soll... Man muss nicht alles annehmen, was die moderne Medizin uns anbietet. Da wäre schon gut abzuwägen UND genau hinzuhören, WIE die Ärzte über die Aussichten einer Behandlung sprechen, denn nicht alles, was machbar ist, ist immer hilfreich für dein einzelnen Menschen. Wie so oft im Leben, sollte man sich hier auch trauen "Nein" zu sagen... denn es zählt nicht allein die Summe unserer Tage, sondern besonders die Qualität unserer gelebten Zeit.
Gruß
Deine Eljot

03.10.2004, 22:35
Ja, das ist natürlich auch unser Thema.
Ich glaube, sie kriegen im Krankenhaus die Entzündungen nicht "in den Griff", so wie sie es gerne ausdrücken, und dann stellt sich die Frage, ob mein Vater sich dort gut aufgehoben fühlt.
Aber das Gespräch darüber ist schwer. Ich weiss nicht, wie er über den Tod denkt, vielleicht ist es für ihn normal, im Krankenhaus zu sterben - und sein Weg.
Ich hab kaum Gelegenheit, mal so zur Ruhe mit ihm zu kommen, und ihn so wach zu erleben, dass ich ihn fragen kann. Wir sind oft mehrere und meine Fragen kann ich nur allein stellen.
Ja, es ist so normal, wie du sagst, aber mit der Diagnose "inoperabel" wie ihr allein gelassen zu werden, find ich auch schrecklich.

Aber selbst wenn mein Vater diese Krise übersteht, dann würden wir als nächstes ähnlich wie ihr auf die nächsten Symptome warten. Das kann ich mir auch nicht vorstellen, aber ich konnte mir nichts von dem, was bisher geschah, vorstellen.

Wo soll deine Mutter hin, wenn es ihr schlechter geht? Kann sie zu Hause bleiben? Pflegst du sie?
Meine Schwester und ich denken über Hospiz und Palliativstation nach, aber ich weiss überhaupt nicht, ob mein Vater bei diesem Gedanken schon angelangt ist - und er ist es, um den es geht. Vielleicht nehme ich morgen Kontakt mit dem Hospiz auf.
Ich hatte Freitag und Samstag etwas ruhigere Tage, habe versucht, mit meiner Tochter und meinem Freund schöne Dinge zu machen, und das ist zum Teil auch gelungen. Ich glaube, es ist wichtig, unsere Kräfte zusammenzuhalten, u.a. durch genügend Schlaf. Wir werden sie brauchen.
Also, ich versuche jetzt zu lesen und mich auszuruhen.
Eine gute Nacht auch für dich!
miela

04.10.2004, 06:04
guten Morgen Miela,
wir hatten auch ein gutes Wochenende..
und ich glaube, die Lektion, die das Leben MIR
schreibt ist: "einen Schritt nach dem Anderen zu gehen"....
zuhause selber pflegen... dachte ich natürlich auch erst... zuhause ja... selber pflegen - eher nein denn.. ich glaube unsere Aufgabe ist eine andere... unsere Aufgabe ist Tochter zu sein..
Händchen zu halten, zu trösten eine Tasse Tee mitzutrinken...!!!
Hospiz ist ein guter gedanke... ich hab mich auch mit dem Gedanken beschäftigt mich mit dem örtlichen Hospizverein in Verbindung zu setzen...

Alles Gute für Dich
Gruß Eljot

06.10.2004, 18:34
hallo Ihr beiden
mit Miela hab ich vor ein paar Wochen schon einmal korrespondiert und ich hoffe, ich störe euch nicht in euren Gesprächen.
Ich muß sagen, dass die Entscheidungen sehr schwer sind.
Die Frage nach der Zeit ist in Euer beiden Fällen nicht zu beantworten-aber es kann verdammt schnell gehen.
Auch frage ich mich, ob es immer richtig ist, die komplette Wahrheit zu sagen.
Wir haben- obwohl hoffnungslos- zumindest nach außen die Hoffnung nie aufgegeben. Doch es kommen die Momente, wo man sehr genau weiß, dass die Hoffnung nicht zuletzt stirbt. Wo man einfach sicher ist, dass es jetzt keinen Weg mehr gibt nur noch zum Ende.
Meine Mutti hatte- sicher auch durch das Morphium immer noch den Gedanken an das nächste Jehr. Aber was soll man sagen, wenn der Arzt sie zum Sterben nach hause schickt. Sie hatte nur noch die Prognose von einem Wochenende. Ich habe gelogen was das Zeug hält!
Die Hausärztin hat mitgemacht. Meine Mutti saß auf dem Bett und sagte" so jetzt könnt Ihr zu hause zusehen wie ich langsam verhungere (sie hatte einen Magenverschluß und wurde auch nicht mehr küntlich ernährt)
Kann man da nur die schonungslose Wahrheit sagen?
Wir konnten es nicht
und es hat auch geklappt.
Zu der Frage des Pflegens zu hause muß ich sagen, ist Hospiz sicher eine Lösung
Wir haben uns krankschreiben lassen- das geht sehr gut auf übergroßen Stress-die Ärzte sind da meist sehr verständnisvoll- und haben unsere Mutti zuhause gepflegt.
Man denkt manchmal, es geht über seine Kräfte, wenn man aber alle Hilfen ausnutz ist es zu schaffen.
Die Hausärztin meiner Mutti war 24 Std. zu erreichen und kam jeden Tag vorbei. Sie verschrieb einen Pflegedienst. Der kam alle 6 Std. für die Morphiumspritze und war so rührend auch zu uns- es war wundervoll. Wie doch eigentlich fremde Menschen so menschlich sein können!!!
Also wie gesagt. Alles hat seine 2 Seiten und nicht jeder Mensch kann das eine oder das andere. Man muß immer abwägen und vor allen Dingen den kranken Angehörigen im Blick haben.
Er ist das Wichtigste.
Für Euch und Eure Familien alle Kraft der Welt!
Beate

06.10.2004, 23:33
Liebe Beate,
nein, du störst mich überhaupt nicht. Vielen Dank für deine mail und auch Grüße an Eljot.
Ich habe gestern den halben Tag verschlafen, weil mein Vater von der Intensivstation herunter und somit aus dieser akuten Situation heraus ist.

Wahrheit.
Mein Vater möchte nicht sterben, das weiss ich, und er kann bis jetzt nur mal von "abnippeln" reden. Aber ich möchte so gern, dass er weiss, dass er es ansprechen könnte. Neulich war eine Situation, da wusste ich nicht, ob er mich schont oder ich ihn.
Im Moment ist gerade eine kleine Ruhephase, weil er jetzt wieder auf der normalen Station ist, aber es wird ja wieder irgendwas kommen.
Solche Dinge, die du beschreibst - Magenverschluss, das klingt entsetzlich für alle. Ich weiss nicht, ob das bei meinem Vater passieren kann, weil sie den Magen ja entfernt haben (ich glaube sogar, damit es nicht dazu kommt). Weisst du das?

Was sind das für Zustände, in denen keine OP mehr möglich ist, so wie bei euren Müttern? Aber vielleicht mögt ihr das auch hier nicht schildern.
Beate, du hast dich krankschreiben lassen; wie lange? Ich hab immer noch Hemmungen damit, obwohl ich weiss, dass es eine so wichtige Zeit ist für uns alle ( ich hab im Moment Urlaub, hab mich nur letzte woche krankschreiben lassen)
Es geht wohl darum, Prioritäten zu setzen, vielleicht werde ich das auch tun.
Dass wir meinen Vater zu Hause pflegen, bezweifel ich, aber ich kann mir auch immer noch zu wenig vorstellen, wie die Krankheit weiter verläuft.
So bin ich an dieses Forum geraten...
ich bin inzwischen so froh darüber, immer mal, besonders nachts,loswerden zu können, was mit auf der Seele liegt, und Erfahrungen und Gedanken von euch anderen zu hören.
Im Hospiz bin ich noch nicht gewesen, möchte es mir aber ansehen, damit ich weiss, ob es überhaupt eine Möglichkeit für uns wäre. Im Moment erscheint es mir noch als der entscheidende Schritt vom "Kampf ums Überleben" im Krankenhaus zur "Vorbereitung auf das Sterben" im Hospiz. Ich weiss nicht, ob mein Vater im Moment dazu bereit ist.
Ich bin es jedenfalls, wenn ich ehrlich bin, auch noch nicht. Ich weiss nicht warum, aber die Magenentfernung war so zentral, dass die Metastasen in den Hintergrund getreten sind, und so erscheint es wie ein kleiner Erfolg, dass diese akute Krise nun für den Moment überstanden ist.
Für euch beide die besten Wünsche
miela

07.10.2004, 06:33
Hallo Beate,
irgendwie hab ich das Gefühl,
wir haben die selbe Hausärztin :-)
Ich meinte in meinen Ausführungen
von "zuhause pflegen" genau, genau
das was Du sagst... ZUHAUSE alle
professionellen Hilfen in Anspruch nehmen!
Ich meinte nicht die gesamte Pflege übernehmen!
Wir müssen unsere Kräfte so weit es geht fürs
trösten aufheben... zum Streicheln und halt DA sein!
Pflegedienste, Arzt mus 24 Stunden erreichbar sein.....

Hallo Miela,
guten Morgen :-)
Du fragst nach der Situation, warum keine OP mehr erfolgte!
In unserem Fall waren das eben die zahlreichen und sehr großen Metastasen in der Leber.
Eigentlich wäre ich jetzt in Urlaub... hab ihn aufgespart...

Ich finde es gut, Euch hier getroffen zu haben --- einfach die Erlebnisse sich von der Seele zu schreiben das ist schon gut ---

Einen guten Tag für Euch Zwei und an all die, die hier mitlesen und deren Herz aus dem selben Grund schwer ist
Gruß Eljot

07.10.2004, 11:35
Guten Morgen, Eljot,
danke für die mail.
ich finde deine gedanken zur pflege zu hause wirklich richtig - da sein, tochter sein, unterstützung für meine mutter, die vielleicht das meiste tragen wird.

aber, wenn ich höre, warum deine mutter nicht operiert wurde: mein vater hat auch lebermetastasen, warum haben sie ihn denn dann bloß operiert???? und ihm diese ganze quälerei zugemutet?
naja, vielleicht wussten sie vorher nicht, wie viele es waren oder sie haben es nicht gesagt.

einen schönen tag euch beiden, irgendwie
hier regnet und gewittert es
ich fahre heute nicht ins krankenhaus, wir waren gestern zu viert da, das war viel zu anstrengend und völlig frustrierend für alle, weil kein ruhiges gespräch möglich war
mein vaterbekommt besuc, ich hab ihn angerufen und er weiss, dass ich an ihn denke.

liebe grüße

miela

07.10.2004, 15:21
Hallo Miela,
schau nicht nach Rückwärts... schau nach vorn und sammle Deine Kräfte, damit Ihr das was kommt noch bestmöglichst leben könnt.
EIN wichtiges Argument für die OP Deines Vaters ist sein Alter.... mit 65 ist er noch jung!!!
Da kann/darf/soll man noch mehr wagen als mit fast 80, vielleicht waren ja auch die Metastasen viel weniger und viel kleiner...
Wenns geht, hadere nicht mit dem was bisher gelaufen ist.... ich denke mir... das ist jetzt eben EUER WEG... das ist der WEG, den I H R weitergehen müsst.... und jeder weg ist anders, auch wenn vieles sehr gleich ist und zum gleichen Ziel führt!
Antwort auf die Frage nach dem WARUM... werden wir wohl in unserer Situation nicht finden...
sorgen wir uns ab jetzt nach dem WIE (WIE wir die nächste Zeit leben!!!!!) Ich glaube das hilft uns momentan mehr.
Ich muss nochmal sagen, dass ich so froh bin dieses Forum gefunden zu haben... so brauch ich meine Freunde nicht mit diesen Themen jetzt belasten... und wirklich nachempfinden kann man diesen Schmerz nur, wenn man ihn selber kennt.
Ganz liebe Grüße
Eljot

09.10.2004, 00:05
Liebe Eljot, heute ist trotz der Sonne für mich ein so finsterer Tag.
Wir atmen alle ein wenig auf, weil die akute Gefahr vorbei schien, aber nun kommen die Gedanken an das Sterben und den Tod, an die Zeit, die noch vor uns allen liegt.
Es ist so schwer, ich komm heute einfach so schlecht damit klar.
Vielleicht hat er jetzt wieder eine Entzündung, obwohl wir schon auf Entlassung in absehbarer Zeit gehofft hatten.
Wie begleitet man jemanden beim Sterben?
Deine Gedanken sind alle richtig, so denke ich auch, aber mein Gefuhl ist so anders. Ich denke fast immer daran (wie du es ja auch mal beschrieben hast). Wenn ich ihn mit meiner Tocher (sie ist 9) zusammen besuche, dann gebe ich mich zuversichtlich, aber wenn ich allein bin, bricht das zusammen.

Vielleicht hat es doch was damit zu tun, dass ich selbst Krebs hatte. Vor all den Dingen, die er jetzt hat, Metastasen, besonders die in der Leber, und die Gewissheit des nahen Todes, hatte ich auch Angst, aber ich bin davon verschont geblieben bisher. Und nun muss er das alles erleben.

Anfangs fühlte ich mich dadurch stärker mit ihm verbunden, weil ich viele Sachen, die er erlebt, auch kannte, die Diagnose, den Schock, die Unfähigkeit es zu glauben, die Operationen, die Reaktionen der Umgebung usw.
aber jetzt betritt er Bereiche, die ich mir nur vorgestellt hatte damals, und er muss diese Welten jetzt durchwandern. Das tut mir so unendlich leid.
Meine Schwester sagt, es wird nicht lange dauern, mein Lebensgefährte sagt, du musst dein Leben wieder aufnehmen.
Ich kann mir nicht vorstellen zu arbeiten, ich kann gut meine Tochter versorgen, aber viel mehr auch nicht. Heute war ich so eklig zu meinem Freund, aber ich weiss einfach nicht, wohin mit meinen Gefühlen. Ich wollte mich beim Joggen im Herbstwald auf das konzentrieren, was ich sehe, rieche, fühle, aber das ging einfach nicht.
Liebe Eljot, ich glaube, du kennst sowas auch, deshalb erlaube ich mir mal, einfach abzujammern. Ich weiss, dass du Recht hast, es geht darum, WIE wir die verbleibende Zeit gestalten, immer geht es darum, für uns alle...
Aber manchmal bin ich nicht klug, sondern nur so unendlich traurig.
Wie gestaltest du deine Tage, deine Begegnungen mit deiner Mutter? Du hast ja schon einiges angesprochen, Händchen halten, Tee trinken, sie täglich sehen.
Wahrscheinlich können wir auch nicht viel mehr tun, was gäbe es sonst zu tun?
Ums Hospiz kümmern zum Beispiel. Das mache ich demnächst.
Jeder muss ja diesen Weg letztendlich allein gehen, so ist es ja nun mal. Aber das mit anzusehen, ist traurig.

Liebe Grüße
miela

09.10.2004, 23:14
Hallo Miela,
ich... dachte schon...wo Du wohl abgeblieben bist...
Es ist alles so schmerzhaft... ich hab keinen Trost für Dich parat!
Ich komm mir bei den praktischen Dingen des Lebens vor wie ein Roboter .. und vor den entscheidenden Dingen hab ich so viel Angst...!
Ich hab keine 9-jährige, die mich braucht und mich ablenkt...!
Ich denke oft an die Zeit, wenn ich nicht mehr gebraucht werde...(Freiheit???)
......
Wenn ich Dir schreibe:"schau nicht zurück...
schau nach vorne....." dann red ich so "cool"
aber nein, das ist nicht so...
ich hab mindestens so viel Fragen wie Du...
nur... eines weiß ich ... (ich als Planungs- und Organisationsmeisterin)...
Es geht nix mehr mit großen Planungen.....
einen Tag nach dem anderen muss ich jetzt leben!...
Von Vormittag auf Nachmittag... kann ich nicht mal mehr vorausdenken...
Leben im Jetzt und das machen, was grad wichtig ist!

Ich denk an Dich, an Euch...
Eljot

10.10.2004, 10:17
Danke für deine zeilen
und für heute einen sonnigen, kraftvollen und stimmigen Tag

miela

13.10.2004, 12:53
Hallo Miela,
wollte mich nur mal wieder melden -
Ich vermute, Du bist derzeit nicht zum Schreiben "aufgelegt"... ich denke so oft,
wie es Euch wohl geht...
Den sonnigen Herbst kann ich derzeit nur durch
die Tränen in meinen Augen sehen.
Es tut alles so weh...
Ich hoffe, bei Euch geht es ein klein bisschen besser.
Lieben Gruß
Eljot

13.10.2004, 19:35
Ich bin in Gedanken oft bei Euch und wünsche Euch viel Kraft

14.10.2004, 06:14
Halle Beate,
Danke.. es tut auch gut das zu hören...
deshalb tut es gut, dass es dieses Forum gibt..
Gruß Eljot

16.10.2004, 01:17
Liebe Eljot, liebe Beate,
du bist so traurig, Eljot, aber das dürfen wir auch sein . Hier dürfen wir das doch sein, oder?

Ich war zwei Tage bei meinen Eltern, mein Vater wurde aus dem Krankenhaus entlassen und ich wollte dort sein.
Meine Mutter glaubt immer noch, er müsse nur essen, dann würde es schon werden. Aber heute abend hatten wir (mein Liebster, meine Schwester und ich) ein langes Gespräch mit dem Hausarzt und da wurden mir noch mal ein paar Dinge klar.
Ich hab tatsächlich immer noch gedacht, er könne sich nach dem Krankenhaus noch mal berappeln, bis dann die Folgen der Metastasen kommen, aber es ist wohl schon eingetreten.
Es ist immer wieder verrückt, wie sehr ich mir noch was vormachen kann, obwoghl ich so viel weiss und die Informationen auch für so wichtig halte. 6 Tage, 6 Wochen oder 6 Monate, wobei das am unwahscheinlichsten ist,
wurden genannt....
Alles bricht zusammen, die Leber, die Lunge, die Blutwerte, immer noch eine Entzündung im Körper, leichtes Fieber, kaum Essen. Jetzt hat mein Vater all die Symptome, nach denen ich hier eigentlich mal gefragt hatte.

Beruhigt und beglückt hat mich immer wieder in diesen Tagen, wie sehr er noch er selbst ist, auch abgemagert und sehr schwach.
Ist es nicht verwunderlich, was alles in unserer Hülle steckt?
Ich war im Hospiz, und das war sehr gut.
Eljot, du hattest doch auch dran gedacht. Ich hab alles gefragt, Betreuung, ob man wieder rauskann, falls ...(was für eine absurde frage, mein Vater kann noch sehr gut selbst bestimmen, wo er sein will), Kosten , ob wir da sein können usw. Dort sind auch Menschen, die wissen, worum es geht.
Und es war sehr schön zu sehen, wie es dort ist. Weich und liebevoll, so hab ich es empfunden.
Unser Hausarzt sagte, falls mein Vater sich doch sicherer fühlt in als zu Hause, könnte er zwei Tage ins Krankenhaus und dann dorthin. Das kommt mir gut und richtig vor.
Es ist doch wohl meist so heutzutage, die Menschen sind zu Hause, weil die Ärzte nichts mehr für sie tun können.
Iirgendwann verschlechtert sich der Zustand und sie landen wieder im Krankenhaus. Ich möchte nicht, dass mein Vater dort stirbt, er glaubt, das sei normal. Meine Schwester sagte, man müsse auch nicht im Krankenhaus geboren werden, also müsse man auch nicht
im Krankenhaus sterben... das sah mein Vater ein (meine Tochter kam zu Hause zur Welt).
Ich habe Hoffnung, dass er einen schönen Abschluss für sein Leben finden kann und das ist sehr viel.

Ich schreib immer so viel, aber ich bin so froh, das alles hier noch mal aufschreiben zu können, und vielleicht kann auch irgendeiner/r damit etwas anfangen. Und nun hat sich ja dieser Kontakt zu dir, Eljot, und, ein bißchen weiter weg, zu dir, Beate, entwickelt. Und das ist sehr schön.

Liebe Grüße

viva la vida!
miela

16.10.2004, 01:28
P.S. Ich werde morgen auf den Markt gehen und in die Bücherei und vielleicht ein bißche Farhradfahren
und versuchen, mein Leben und meinen Liebsten zu geniessen.
Und ich möchte versuchen, die Zeit mit meinem Vater noch zu geniessen.
Er muss das auch, aber wir müssen das auch.
Die Zeit mit ihm gemeinsam geniessen, so lange er noch da ist. Das wurde mir auch klar. Er muss das auch. Und er versucht es, das merke ich ganz genau. Er versucht, mich anzulächeln.
Ich fange jetzt an, Abschied zu nehmen.

Nervt es irgendjemand, wenn ich so viel schreibe?
Aber ich hoffe ja, hier dürfen wir alles schreiben.
Oder?

16.10.2004, 23:05
Hallo Miela,
ich war sooo froh, als ich eben sah, dass Du Dich wieder gemeldet hast...
ich bin allerdings so müde und
so "ausgepowert", dass ich Dir lieber erst morgen antworte...
Bin seit 5.oo Uhr heute früh auf der Matte... mit allem drum und dran....
Bis morgen...
Ganz lieben Gruß
Eljot

17.10.2004, 10:59
Hallo und guten Morgen Miela,
ich glaube nicht, dass es jemand nervt, wenn wir viel schreiben... wenn es jemanden nervt - dann könnten wir sicher auch auf private Mails ausweichen. Ich hätte nix dagegen. Aber ich denke, dieses Forum ist auch da, dass sich andere einschalten können. Dieses Forum ist dazu da, dass auch andere mitlesen können. Es ist gut, wenn wir unsere Sorgen hier einfach schreiben können - ohne irgendwelche persönlichen Rücksichten nehmen zu müssen (z.B. sich drüber Gedanken zu machen, dass man eine Mail beantworten "muss" wegen des Mailpartners...)Mach Dir deshalb auch keine Sorgen ob es jemanden nervt was Du schreibst...
Alles, was andere nicht verletzt oder angreift und aus aufrichtiger, ehrlich Absicht geschrieben wird sollte hier doch Platz haben - meine ich!
Du sprichst von "Leben noch genießen..." ja - ich versuche das auch mit meiner Mutter und der ganzen Familie und ich denke sehr viel drüber nach! Es tut so sehr weh, dem bevorstehenden, entgültigen Abschied ins Auge zu sehen - aber ich bin gleichzeitig davon überzeugt, dass es für uns der beste Weg ist - ich weiiß nicht, was noch kommt - aber mit "bestem Weg" meine ich, dass ich/wir uns nicht in irgendeinen Aktionismus flüchten.
Kämpfen ist gut - aber wir hier sind an dem Punkt angekommen,an dem es gilt, die Vergänglichkeit des Lebens zu akzeptieren - wir müssen jetzt für andere Dinge unsere ganze Kraft einsetzten... unseren ganzen Mut unser ganzes Gefühl brauchen wir um den Schmerz und die Tränen des Abschieds zuzulassen.
Wenn man fragen würde nach "Sinn"... eine kleine Spur davon glaube ich für mich schon erahnen zu können.
Die letzten 5 Wochen haben bewirkt, dass vorher, vermeintlich wichtige Sachen plötzlich keinerlei Bedeutung mehr haben und vorher bestehende kleine Feindseligkeiten in der Familie keinen Platz mehr haben.
Es ist gut - aber eine Antwort auf den bevorstehenden schweren Abschied ist es trotzdem nicht - und eine Antwort auf die Frage nach dem "Sinn" ist es ebenfalls nicht.
Ich möchte meine Mutter in den Arm nehmen und nicht mehr auslassen...aber das geht nicht!!!
So nach 3 Wochen hatte ich eine Phase, an der beinahme wieder gefühlsmäßige Normalität eingetreten war... nach dem ersten Schock der Diagnose... aber die Normalität weicht jetzt jeden Tag mehr und die Angst und der Schmerz wird nun immer mächtiger... und die Tränen immer mehr wenn ich alleine bin!
Eljot

18.10.2004, 18:11
Ich kann Euch so gut verstehen!!!
Haltet durch auch wenn es sehr schwer wird.
Seid für Eure Familie da und redet viel miteinander.
Ich glaube nicht, dass das, was wir durchmachen einen Sinn hat-ich wüßte nicht welchen.
Ich habe einen Hass auf dieses Schicksal und vermisse meine Mutti so unendlich. Aber mein Vati ist noch schlimmer dran. Er ist jetzt allein. Wir wohnen in ganz Deutschland verteilt.
Ich wünsche Euch alle Kraft der Welt und ein friedliches Ende, wenn es denn kommen muß.
Liebe Grüße Beate

18.10.2004, 20:37
Hallo Beate,
das kann nur verstehen, wer es selber
spürt oder gespürt hat..
Mein Vater wird wohl auch bald
alleine sein... also ohne Mutter halt...
Er hat am Freitag von sich aus dieses Thema
angesprochen... es ist unvorstellbar...
es kommt immer anders, als man denkt..
und wir wissen eben nicht, was morgen sein
wird...
Hass kann ich keinen haben.. weil ich halt weiß, dass es der normale Weg des Lebens ist, dass wir irgenwann gehen müssen... wir wissen nicht wann, wir wissen nicht wie... und... wir wissen nicht warum...

Ich glaube allerdings, dass Du nicht Hass meinst.. ich glaube eher, Du meinst, Du haderst mit diesem Schicksal...
Eljot

20.10.2004, 09:48
Hallo Ihr beiden,
ich bin zwei Tage in meinen Alltag abgetaucht, ich geh wieder arbeiten und empfinde es als Erholung, einige Stunden lang abgelenkt zu sein.
Das geht nur kurze Zeit und dann holt mich ja alles wieder ein.
Ja, der Abschied von den Eltern und dann mit dieser Krankheit, das ist ganz schlimm.
Trotzdem einen schönen Tag
wünscht euch
miela

Eljot
20.10.2004, 20:18
Hallo Miela,
ich geh immer arbeiten (Vollzeit)...
momentan geht alles noch ...
zwar völlig anders als vor der Diagnose...
aber es geht...
ich weiß, es wird unvergleichlich schlimmer werden... aber ich hoffe, dass das noch nicht so schnell ist....
Dir Miela... wünsch ich alles, alles gute...
wir bleiben verbunden hier... das tut gut...!!!
ganz liebe Grüße an Dich.. und auch an alle, die mitlesen... --- hier liest man nur mit, wenn man 'nen Grund für hat...
also ich grüß Euch alle ganz lieb.. ich brauch Euren Trost... nicht heute ganz akut.. aber -- vielleicht morgen.......... hoffen würd ich ja erst in 100 Jahren ... :-)
Eljot

29.10.2004, 23:14
Hallo Eljot, hat sich bei euch etwas verändert? Neu ist auch, dass du hast eine mail-adresse angegeben hast.
Mein Vater ist wieder im Krankenhaus, es geht ihm schlecht, alles deutet auf eine erneute Entzündung hin, aber sie haben noch keine gefunden. Vielleicht sind es doch die Metastasen. ....
Mein Vater hat vor drei(!!!) Monaten noch einen wunderbaren 65. Geburtstag gefeiert, da wusste er noch (fast) von nichts. Und nun ist alles so anders, der Tod ist so nah. Ich finde, er soll nach Hause statt in diesem dunklen Zimmer dort allein zu liegen. Warum haben die Hausärzte das bloss gesagt, dass er dort hin soll? Ich ruf Montag an, aber bis dahin liegt er dort und schläft viel....
Eljot, wenn du magst, dann melde dich.
Liebe Grüße
Heike

Eljot
03.11.2004, 18:50
Hallo Miela,
ich habe Euch nicht vergessen..
nur ich hatte irgendwie so viel um die Ohren...
und ... es ist bei uns ein sog. "Zustand der Normalität eingetreten"...
Ich denke nicht an morgen... ich denke nur an jetzt..
Du Miela... Du hast meine E-Mail-Adresse...
und wenn Du möchtest... mail mir einfach...
Das mit deinem Vater... das tut mir so leid... handel Du aus dem Bauch raus.. mach das, was Du denkst, dass es für Deinen Vater am Besten ist... Du wirst nix falsch machen...
Also wenn Du willst melde Dich..
Ich hab an Euch gedacht ... aber irgendwie keine Kraft mich in den letzten Tagen hier einzuloggen!
Ganz liebe Grüße
Eljot

07.11.2004, 09:15
Hallo Eljot,
ich hab mich auch schon länger nicht mehr gemeldet, weil jetzt wieder
einiges neu ist: mein Vater war noch mal kurz im Krankenhaus und ist jetzt
nach Hause entlassen worden mit der Nachricht, dass man nichts mehr für
ihn tun könne. Für ihn war das hart, glaub ich, aber ich finde es gut, weil
wir endlich drüber sprechen können.
Mein Vater ist sehr gefasst, bereitet einiges vor, weist uns in Dinge ein und
übergibt uns Verantwortung für unsere Mutter. Ich fühl mich im Moment
eher abgeschnitten von meinen Gefühlen, ich bin froh, dass ich das alles
irgendwie schaffe, Tochter, Arbeit und 3 mal die Woche zu meinen Eltern
fahren.
Ich weiss nicht, wie lange es noch dauern wird...
mein Vater ist gelb, heißt das, noch ein paar Wochen? Es geht ihm zur
Zeit relativ gut, er kann aufstehen, essen, Papiere ordnen usw.
Aber er ist traurig, und das tut mir so leid.
Die Sonne scheint, schöner Herbsttag, ich mach heute einen Ausflug.
Ja, Normalität, schreibst du.
Ja, ich finde es auch verrückt, aber man kann auch damit leben...
wir versuchen, die zeit zu geniessen.

liebe grüße
miela

Eljot
08.11.2004, 06:22
Hallo Miela,
schön, dass Du dich meldest...
die letzten Wochenenden war sehr viel los bei uns... Besuche, Unternehmungen mit meiner Mutter...
ABER die Schmerzen werden mehr...
ich denk nur noch an heute...
weiß nicht was morgen sein wird.
Dein Vater ist auch stark - ich wünsch Dir auch viel Stärke - das ist, was wir brauchen die nächste Zeit.
Lieben Gruß
Eljot

08.11.2004, 08:42
Wie schön, dass ihr etwas unternehmen könnt gemeinsam - dass deine mutter die kraft dazu hat. wer behandelt die schmerzen - und wie?
mein vater hat ein sehr gutes hausarzt-team, er bekommt zur zeit schmerzpflaster, kommt gut damit klar.
ich bin im moment ruhig, es läuft alles einfach.

schönen tag
miela

09.11.2004, 19:50
Hallo Ihr zwei
Wichtig ist, dass Ihr die Schmerzen in den Griff bekommt!!!
Dabei ist der Hausarzt gefragt.
Ihr müsst auch vor verschiedenen Institutionen bestehen und Euch zur Not kräftig durchsetzen, wenn es mal nicht in Eurem oder dem Sinne des Patienten geht.
Wir haben immer auf alles gepocht und dann auch bekommen.Aber gerade bei der Morphiumdosis sind viele Ärzte sehr vorsichtig mit dem Resultat, dass es nicht reicht, die Schmerzen zu bewältigen.
Ich wünsch Euch Kraft
Beate

Eljot
10.11.2004, 06:37
Hallo Miela, hallo Beate,
das mit den Schmerzen ist derzeit
ein Problem.
Ich glaube meine Mutter reisst sich halt
sehr zusammen, weil sie uns nicht belasten
und Ihren Alltag einfach noch bewältigen
will... sie hat kein Pflaster sondern
Schmerztropfen.... und sie sagt, sie käme damit
zurecht...
Ich habe derzeit ein Problem ...
Wo ist der richtige Weg zwischen "zu sehr kümmern", oder sogar bevormunden und zu wenig???
Das ist momentan nicht leicht für mich...
2 Monate war jetzt so weit alles gut... jetzt glaub ich liegen einfach meine Nerven total blank - anders als am Anfang... da stand die Welt am Kopf--- jetzt kommen die großen Zweifel...
ABER ich denke all diese Dinge sind normal... man muss sie durchleben wenn man so nah dran ist.
Gruß an Euch
Eljot

10.11.2004, 18:42
Hallo Eljot,
ich habe damals, als es mit meiner Mutter begann, jede Menge Gras gekauft 8 ich dacht damals an einige Fälle, wo außer mit nem Joint nichts mehr half, die Schmerzen mal ne Weile zu vergessen.
Gebraucht hat Sie es nie.
Wir haben auch erst mit den Trpfen begonnen und dann mit Pflastern.
Ich stehe auf dem Standpunkt, dass die Schmerztherapie schon so weit ist, dass keiner mehr leiden muß.
Also sollte man geben, was nötig ist. Schmerzen können einen nämlich total irre machen.
Sicher muß man den schwierigen Grad meistern. Aber Deine Mutter ist doch nicht unmündig oder senil. Also wird sie die meisten Entscheidungen selbst treffen können. Gegen Hilfe ist jedoch nichts zu sagen.
Halte durch
Liebe Grüße
Beate

Eljot
11.11.2004, 06:16
Hallo Beate,
es ist eben die Sorge, den richtigen Weg zu finden... die Mutter nicht zu sehr zu "bemuttern..." oder aber etwas zu versäumen!
Ich hab eben jetzt eine Krise - aber ich weiß ja... für sie DA sein ist das Wichtigste.... und der Mutter das zu vermitteln... und sie weiß, dass alles aus Sorge und Liebe geschiet - auch wenn irgendwann mal irgendwas ein klein wenig zu viel sein sollte....
Gruß
Eljot

11.11.2004, 23:54
Hallo Ihr beiden,
bei uns hat mein vater die schmerzen noch ganz gut im griff - hoffe ich wenigstens, was weiss ich, wieviel er doch "aushalten" will. mit gras könnte ich ihm wohl nicht kommen...
eine krise hast du, eljot, ja, die darf man ja auch mal haben zwischendurch. es ist auch schwer, bei all der sorge, die wir uns machen, alles richtig zu machen. ich glaube auch, dass deine mutter erkennt, dass du sie liebst und das beste für sie willst.
ich zweifel auch immer wieder.
wenn mein vater sagt, es geht so langsam, es wird gar nicht besser - was sage ich dann??? er ist als unheilbar entlassen worden und trotzdem hofft er natürlich darauf, dass es besser geht. was soll ich dann bloß sagen??? ich glaube nicht, dass er noch so viel zeit hat... er sieht so schlecht aus, schon so gelb, er hat so viele lebermetastasen. ... er denkt an 6 monate. das ist schön, aber er ist immer sehr traurig, das muntert ihn nicht auf.
was soll ich sagen? ich kann so schlecht schweigen, ich möchte offen reden, aber ihn auch nicht vor den kopf stoßen, oder ihm eine hoffnung nehmen.
vielleicht braucht jeder diese hoffnung, weil sonst ja gar nichts mehr ginge.
das finde ich schwer.
mein pessimismus ist ja auch eine art, damit fertig zu werden - ich ja auch damit klarkommen. aber, wie du richtig sagst, beate, unsere mütter und väter sind die wichtigsten, wir haben nur die schlaflosen nächte.
ich lese ein buch, nichts zu vergeben, von barry neil kaufman, manchmal nicht zum aushalten amerikanisch, er ist therapeut oder so, aber irgendwie packt mich das buch trotzdem. er erzählt von der annäherung an seinen vater, während er ihn auf seinem krebsweg begleitet.
liebe grüße
miela

Eljot
15.11.2004, 21:32
Hallo Miela, hallo Beate,
ich bin in einer Phase... ich weiß nicht...
irgendiwe komm ich mir vor, als ob ich alles geträumt hätte...
ICH hab jetzt den großen Durchhänger... aber ich weiß ich muss funktionieren.. für mich, für meinen Job, für meine Familie und für meine Mutter... meinen Vater.
Im Moment gibt es (zum Glück) nix direkt Neues.. aber ich weiß... es wird die Zeit kommen, in der ich Eure Hilfe brauchen werde...
ICH denk an Dich Miela... und wünsch auch EUCH Kraft, so sehr, wie ich sie für UNS erhoffe...
Bis bald
Eljot

Eljot
16.11.2004, 22:05
Hallo Miela,
hallo an Alle die hier mitlesen..
Mutter hat heut ihr erstes "Schmerzpflaster" gekriegt...
und ich.. ich bin so traurig und voll Sorge, wie alles
weitergehen wird!!!!!!!!!!!!
...alles tut so weh...
und man selber muss 100% funktionieren... obwohl man gar nicht will............
Eljot

16.11.2004, 22:56
Hallo Eljot, bei dir verändert sich einiges, wie ich höre.
Für wen musst du denn so 100% funktionieren, wer erwartet das denn? Wenn ich das mal so fragen darf? Vielleicht ist das gar nicht so - oder?
Das erste Schmerzpflaster hat deine Mutter bekommen. Ich glaube, so lange die Schmerzen auf diese Weise behandelt werden können, ist es doch wunderbar. Wenn es ihr denn hilft. ..
Mir hat noch mal die blaue Broschüre von der Krebshilfe, du kennst sie vielleicht auch, einige Informationen gegeben und mich bestärkt in dem Gedanken, dass alles zwar sehr schwer ist, aber dass es Wege gibt, in Würde und vielleicht auch umgeben von seinen Angehörigen zu sterben. ...
Aber du darfst gern weiter traurig sein, dafür ist das hier da.

Mein Vater hat heute die doppelte Portion Schmerzpflaster bekommen und hat fast nur geschlafen - entweder von dieser hohen Dosis oder weil die Lebermetastasen ihn benebeln. Hattest du das nicht mal ganz am Anfang formuliert, dass es vielleicht so ist, wenn man daran stirbt?

Dadurch, dass er so müde ist und kaum ansprechbar, tritt nun die Frage nach der Pflege auf. Dann wird ihn meine Mutter bald nicht mehr allein betreuen können.
Naja, im Moment leben wir von Tag zu Tag und es kann immer jemandvon uns da sein, besonders nachts.
Vor zwei Tagen hat er noch ganz viele Dinge mit uns Töchtern besprochen, Versicherungen, sein Auto und sogar noch alte Akten geschreddert!
Und heute liegt er da und kann fast nicht mehr sprechen, isst nicht, trinkt mit dem Strohhalm. Und ich merke, dass es auch für ihn selbst hart ist.
Aber er ist bei uns, seine Enkelkinder kommen an sein Bett, er erhält Post und Besuche - er ist eben noch relativ jung. Er hat ein erfülltes Leben, ich glaube, das sieht er auch so.
Ich bin heute traurig , aber auch ruhig.
Ich liebe meinen Vater sehr.
Heute kam mir der Gedanke, welche Erinnerungen wohl bleiben werden.
Diese Krankheitszeit ist ja nur ein kleiner Teil unseres gemeinsamen Lebens, aber natürlich auch eine sehr wichtige...
Ich wünsche dir und euch viel Kraft und viel Liebe.
miela

Eljot
17.11.2004, 06:16
Guten Morgen Miela,
Danke für Deinen Trost...
ich sehe alles so,wie Du es schreibst...
das war ja auch unser erster Kontakt hier..
im Moment hab halt ich eine Tief-Phase.
Bis bald
Eljot

23.11.2004, 08:22
Hallo Eljot,
mein Vater ist vorgestern gestorben.
Er war seit Anfang November zu Hause, konnte nur in der letzten Woche nicht mehr aufstehen. Wir haben ihn mit Hilfe eines wunderbaren Pflegedienstes gepflegt, ein sehr lieber Hausarzt hat uns begleitet.
Meine Mutter hat neben ihm geschlafen, ich hatte noch kurz vorher nach ihm gesehen und dann fand ich ihn wenig später eingeschlafen in seinem Bett.
Ich glaube, zum Schluss hat er nicht mehr gelitten, sondern ist einfach in den Schlaf geglitten. Noch einen Tag wollte er wohl nicht.

Ich bin sehr traurig, muss aber meine Mutter stützen.
Eljot, wenn du irgendetwas wissen möchtest, dann frag wirklich.


Viel Kraft für dich und euch.
miela

Eljot
23.11.2004, 21:54
MIELA!!!!
lass Dich drücken... ich kann nix sagen... ich denke nur... DEIN Vater hat es geschafft... und trotzdem bin ich unendlich traurig...
Seit September mailen wir hier... Schicksale... von Unbekannt zu Unbekannt.....und trotzdem fühl ich so sehr mit Dir... Du bist auf dem Weg, den ich so fürchte, schon ein kleines Stückchen weiter...
Ich muss weinen, wenn ich dran denke, wie schwer die kommenden Tage für DICH werden...
UND... wenn ich dran denke, wie schwer die Zeit wird, die noch vor UNS liegt...
...
Irgendwie komm ich mir jetzt richtig verlassen vor hier...
Ich denk an Dich Miela...
Ganz liebe Grüße send ich Dir und Deiner Familie...
Eljot

24.11.2004, 14:25
Bist nicht verlassen - danke für deine lieben worte.

es ging furchtbar schnell bei uns alles, aber letztendlich hat mein vater nur zwei monate gelitten und das hautpsächlich durch die operationen.
und das ist gut.
wie geht es deiner mutter?

alles liebe
miela

25.11.2004, 12:41
Hallo Miela,
ich bin so traurig...
und es ist gut, das hier
schreiben zu können... und es ist
gut zu wissen, mit diesen
Schmerzen nicht alleine
zu sein.
Ich hoffe so sehr, dass meine
Mutter nicht unendlich und übermäßig viel leiden muss...
ich befürchte, dass die "Normalität"
des Alltags bald zu Ende geht...Nein sie ist ja schon vorbei...
alles wird jetzt anders... ich frage mich nur WARUM muss Leid im Leben sein... warum nur... ich beneide Menschen, die glauben können, dass es einen Sinn hat...
Eljot

Eljot
29.11.2004, 06:12
Hallo,
Miela, hallo Beate,
ich hoffe Ihr schaut mal wieder hier vorbei.
Eine neue Woche beginnt. Bald beginnt der Dezember und die avisierten 3 Monate sind bald vorüber (ich nehme das nicht so wörtlich - ) aber man denkt voll Sorge.
Jetzt hoffen wir auf Weihnachten.
Ich grüße Euch und denk an Euch
Eljot

30.11.2004, 22:17
Hallo Ihr Lieben,
liebe Miela es tut mir so undendlich leid um Dich und Deinen Vati.
Aber auch um Deine Mutti, die nun allein ist.
Ich wünsche Dir und ihr viel Kraft.
Gut ist- und das ist wirklich tröstlich, dass es doch recht schnell ging und das Leid beherrschbar war.
Ich kann Euch eine Geschichte meines letzten Wochenendes erzählen.
Mein Vati hat schon immer zu viel getrunken-allerdings war ja immer meine Mutti da und hat aufgepasst.
Nach ihrem Tod hat mein Vati gar keine Grenzen mehr gekannt. Das letzte Jahr war auch in der Hinsicht sehr schwierig.
Wir wohnen 500 km entfernt und mann kann nicht immer helfen. Er trank fast schon bis zur Bewusstlosigkeit.
Am 22. 10. wäre meine Mutti 60 Jahr alt geworden. Unsere Familie und Freunde waren da und wir saßen ein wenig zusammen.
An diesem Abend- als alle schon weg waren brach mein Vati zusammen und wir mußten einen Notarzt holen. Er hatte Entzug, weil er wegen der Gäste nicht trinken konnte.
Am Abend haben wir alle in Familie ein sehr eindringliches Gespräch geführt und mein Vati hat sich bekannt, Alkoholiker zu sein und davon loskommen zu wollen.
Er ist der Meinung, meine Mutti hat ihm ein eindeutiges Zeichen gegeben!
Er hat eine Therapie gemacht von ganz allein!!!
Als er zum Entzug kam, waren seine Werte schon super und nach 3 Tagen konnte er wieder gehen.
Er war am Wochenende bei uns und ich habe ihn nicht wieder erkannt.
Er ist ein neuer Mensch geworden-aufgeweckt, ruhig, aufmerksam.
Was ish sagen will- es geht irgendwann wieder aufwärts!!!
Man muß durch das Tal aber wenn man das geschafft hat, gibt es einen Weg nach oben.
Ich war in einem Trauerkreis. Alles Menschen, die das gleiche Schicksal hatten wie ich-die wußten, wovon ich rede.
Das hat mir sehr geholfen mit meiner Trauer umzugehen und klarzukommen.
Ich kann es nur empfehlen!
Ich weiß nicht, ob Ihr mich versteht aber ich will Euch Mut machen.
Kopf hoch!
Beate

Eljot
06.12.2004, 21:39
Hallo Miela,
schaust Du nie mehr hier her???
Ich denk so oft an Dich/Euch...
aber vielleicht ist es gut, nicht mehr hier herzukommen.....
jedenfalls denk ich an Dich und hoffe, nochmal von Dir zu hören...
Gruß
Eljot

07.12.2004, 16:01
Liebe Eljot,
doch, ich höre von euch, ich werde ja benachrichtigt, wenn Antworten kommen, aber ich bin einfach so kaputt!
Ich bin so erschöpft von dem vielen Fahren und von den Sorgen und den schlecht geschlafenen Nächten und der Angst und dem Funktionieren müssen und dem Abschied nehmen und dem Mitleid und der Trauer...
Von all dem, in dem du noch drinsteckst.
Ich helfe meiner Mutter, ich fahre immer noch oft, aber nur noch ein Mal die Woche und ansonsten versuche ich, alles von mir fern zu halten, was nicht unbedingt nötig ist. Kannst du das verstehen?
Wie steht es bei euch? Es ist so verrückt, wie sich der Zustand der Menschen dann doch recht schnell verändern kann. Meinem Vater ging es ja lange relativ gut (bis auf die Folgen der Magen-OP), vielleicht ist das bei deiner Mutter auch so.
Du musst ja weiter mit der Anspannung leben. Ich weiss nicht, was ich dir im Moment sagen kann. Eher - ich verstehe dich gut.
Ich bin auch ein bißchen leer einfach.
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und Mut.
miela

Eljot
07.12.2004, 20:07
Hallo Miela,
ich versteh Dich sehr gut, dass man plötzlich alles von sich weghalten will...
Du bist diesen Schritt schon gegangen, den ich noch
schmerzhaft vor mir habe..

ich bin noch in einer anderen Phase..... ich muss noch MACHEN; funktionieren.... usw.. usw...
...
Wir sind 7 Leutchen...
Enkel, Kinder, Schwiegerkinder.....
und wir sind immer da ...
so, dass alles... noch FAST so ist wie im September..
obwohl uns 3 Monate avisiert wurden... (ich weiß, das darf man nicht so genau sehen)...
Ich bin so froh, dass alles noch so ist, wie es ist und hoffe darauf, dass wir auch Weihnachten noch so erleben dürfen...
Ich denk an Dich... und ich hoffe, du denkst ein bisschen an mich.. und sendest mir ein bisschen Kraft für das, was mir noch bevorsteht...

Lass Dich in die Arme nehmen.... ich brauch auch bald Menschen, die mich in die Arme nehmen --- und an deren Schulter ich weinen kann...
Eljot

07.12.2004, 21:31
Hallo Eljot, glaub doch einfach dran, dass ihr ein schönes weihnachten haben werdet.
wie geht es denn deiner mutter? steht sie auf, kann sie essen? das alles wird ja so wichtig.

alles gute
miela

Eljot
08.12.2004, 22:26
Hallo Miela,
JAAAAAAAAAAAAAA..........
ich glaub dran, dass wir ein schönes Weihnachtsfest erleben!!!
Wir haben ein paar ganz wichtige Geschenklein UND wenn alles gut geht, wollen wir am kommenden Wochenende sogar ein bisschen backen.
Ich hoffe, ich glaube und ich freu mich ---- auf ein wunderschönes Weihnachtsfest!!!
Und Miela ich denk an Dich!!! Ganz sicher...
Weihnachten hat mir lange nix mehr bedeutet.. ABER dieses Jahr schon!!!
Bis dann
Eljot

Eljot
18.02.2005, 11:01
Lange hatte ich kein Verlangen mehr hier zu schreiben, denn die Krankheit meiner Mutter (bekannt seit September 2004)war Realität unseres Alltags geworden und es gab nichts mehr zu fragen und zu schreiben hier. Wir waren jeden Tag bei ihr und haben ihr unsere Liebe spüren lassen.
In den ersten Wochen nach der Diagnose (Mutter lebt nur noch ca. 3 Monate!!!!)stand die Welt förmlich auf dem Kopf und ich habe mich hierher geflüchtet und es hat ein bisschen geholfen drüber zu schreiben.
Nun ist meine Mutter am letzten Samstag zuhause gestorben - ohne Schläuche - in den Armen ihrer beiden Kinder.
Sie durfte noch etliche Stunden bei uns bleiben, wir alle mein Vater mein Bruder und ihre beiden Enkel konnten sie so friedlich schlafend sehen und sich von ihr verabschieden.
Die letzten Tage und Stunden hier zuhause waren so wichtig und geben uns jetzt ein gutes Gefühl der Zufriedenheit und Dankbarkeit.
Allen, denen der Tod eines geliebten Menschen bevorsteht sage ich: Habt keine Angst - die Liebe zu dem Sterbenden wird Euch alle Kraft dieser Welt geben diesen Weg zu gehen...
Mut und Stärke wünscht Euch
Eljot

18.02.2005, 13:26
Liebe Eljot, nun ist deine Mutter gestorben. Ich bin in Gedanken bei dir, obwohl wir uns gar nicht kennen...
Wie schön, dass es so friedlich war, wie du beschreibst.
Wie schön auch, dass du dich heir gemeldet hast, ich hatte dich nicht vergessen. Diese Seite und deine mails haben auch mir sehr viel bedeutet.
Ich habe es auch so erlebt, wie wunderbar es ist, zu Hause das Sterben zu begleiten. Die Trauer und der Schmerz jetzt bleiben, aber es ist schön, so Abschied nehmen zu können.

Ich wünsche dir Kraft und Mut, in den vergangenen Tagen ist ja wahrscheinlich so viel geschehen bei euch, vielleicht mailen wir uns ab und zu weiter.
mit lieben und herzlichen Grüßen

miela

Eljot
18.02.2005, 14:10
Hallo Miela,
ich bin so überrascht...
Du hier im Forum?????
Noch im Forum????
Das hätte ich nicht erwartet, weil Dein Vater
ja schon am 21.11.04 gestorben ist...
...
schon eine lange Zeit!!!
Meine Mutter konnte noch bis 6.1.05 aus dem
Haus... dann hatte sie keine Kraft mehr für die Treppen.
Aber sie hat noch Kuchen gebacken und gekocht.
Ab so ca. 25. Januar wollte sie nicht mehr gerne aus dem Bett.
Am 9.Februar habe ich endlich meinen Urlaub klar gemacht, wollte ganz für sie da sein. Leider konnte ich dies nicht mehr lange - nicht mehr lange... aber dafür sehr intensiv.
Diese Stunden möchte ich nie missen sie waren so überwältigend, dass nichts mehr ist, wie es vorher war.
Gruß Eljot
PS: jetzt, wo die Trauerfeier vorbei ist, versuche ich meinen Schmerz hier zu verarbeiten - ich habe Urlaub aber nicht mehr die Möglichkeit für sie da zu sein.
Eben habe ich gesehen, dass ich zuletzt am 8.12.2004 hier geschrieben habe. Waren ja 2 Monate!!!

19.02.2005, 08:46
Ich guck sonst hier nicht, aber werde benachrichtigt, wenn in dieser Rubrik jemand schreibt. Und ich find es schön, dass ich das von dir erfahren habe.
Gut, dass du jetzt Urlaub hast, es gibt so viel zu verarbeiten.
Viele Grüße
von miela

Eljot
19.02.2005, 09:37
... Hallo Miela,
ich werde dieses Forum jetzt..
nachdem Mutter tot ist noch
eine Zeit nutzen, um meine
Trauer zu verarbeiten...
und irgendwann wird das Bedürfnis
hier zu sein wieder enden...
so wie während der zunehmenden
Krankheit meiner Mutter war mir
ca. 6 Wochen lang dieses Forum
eine große Hilfe....
WIE MIELA geht es dir denn nach
fast einem Viertel Jahr????
Gruß Eljot

21.05.2005, 00:09
eljot, wie geht es dir?
mein vater ist 6 monate tot, deine mutter drei monate. wie kommst du damit zurecht?

mir geht mein vater nicht aus dem herzen - aus dem kopf schon, ich lebe mein leben, aber ich bin einfach nicht die, die ich war.

mein freund hat jetzt diese heliobacter bakterien, war imselben krankenhaus wie mein vater
ich konnte es fast nicht ertragen und bin ihm, glaube ich, keine gute stütze im moment.
ich war im netz, um nach infos über diese bakterien zu gucken, sie werden auch im zusammenhang mit magenkrebs genannt, ich werde panisch!
ich las jetzt noch mal unsere mails und bin noch mal so froh, dass wir diesen kontakt haben konnten, das hat mir so geholfen, wirklich.

es ist so traurig, seine liebsten an diese krankheit zu verlieren.

ich hatte nicht immer ein unbelastetes verhältnis zu meinem vater, aber dass er so schnell dahingerafft wurde, das ist einfach so gemein.

ich rede von mir, aber ich möchte wirklich auch gerne wissen, wie es dir geht.
aber vielleicht hast du dich hier ja schon ausgeklinkt.
erstmal
liebe grüße
miela

21.05.2005, 07:18
Hallo Miela,
ich war noch ein paar Tage nach dem Tod (12.2.05) meiner Mutter hier im Forum... dann musste das Leben wieder seinen Gang gehen...
ich muss mich um meinen Vater kümmern... ich musste bald wieder in die Arbeit...
und dann hatte ich kein Bedürfnis mehr, hier zu sein..!!!
Im April dachte ich mal, dass ich den Verlust erstaunlich gut überwunden hätte... ABER vor ca. 2 Wochen kam plötzlich -ohne Zusammenhang mit Muttertag- plötzlich der totale Einbruch... ich hatte den ganzen Tag Tränen in den Augen und letzten Mittwoch dachte ich wirklich, dass ich von der Arbeit nachhause gehen muss und zum Arzt... es ist so peinlich, wenn man in der Arbeit ständig Tränen in den Augen hat...
Ich hader sehr damit, dass meine Mutter nie nie wieder hier sein kann... dass ich nie mehr mit ihr telefonieren und nie mehr mit ihr reden kann..... es ist so, als ob der Verlust jetzt erst so richtig deutlich wird...
DAS zu mir...
jetzt zu dem Helicobakter.... ich versteh Dich wenn du in Panik kommst... aber denk mal drüber nach::::: er ist doch praktisch schon bekämpft, wenn man so weit ist, dass er nachgewiesen ist.
Man kann ihn heute doch ganz einfach behandeln!
Hochdosierte spezielle Antibiose - du kannst viel im Internet drüber lesen...
Schau mal z.B. da:
http://www.fu-berlin.de/fun/allgemein/kus/2-95/a3.htm

Übrigens... ich freu mich, dass wir mal wieder voneinander hören... ich habe zwar mein Passwort hier vergessen...
und kann auch nicht mehr nachsehen, weil mein Note-Book vor ein paar Wochen kaputt war und somit meine E-mails weg waren. Vielleicht kann ich hier ein Neues Passwort für Eljot anfordern.
Jedenfalls hab ich die Mailbenachrichtigung bekommen, dass Du mir geschrieben hast.
Ich wünsch Dir alles Gute... und lass wieder von Dir (Euch) hören...
Ganz lieben Gruß
Eljot

26.05.2005, 00:10
danke für deine tipps wegen heliobacter, ich hab mich schon beruhigt.
ja, trauer...
meine (fast 10 jährige) tochter sagte heute, dass sie immer (!) an ihren opa denkt, er sei in ihrem herzen, ich war fast überrascht. aber so geht es mir auch. mein vater ist immer in meinem - nein, nicht in meinem kopf, aber irgendwo in mir - und oft tut das weh, aber ich fand es heute auch schön, dass er diesen platz bei uns allen hat.
alles gute und liebe weiterhin.
miela

11.06.2005, 16:49
Hallo Eljot! Hallo Miela!
Ich weiß nicht, ob ihr noch hier im Forum lest, ich versuche jetzt einfach mal, euch zu schreiben.
Mein Vater liegt im Moment in der Uniklinik in Erlangen. Er hat Wassereinlagerungen im Gewebe, die nicht zurückgehen. Es schaut sehr schlecht aus, da das Wasser die Organe abdrückt. Er liegt nur noch im Bett, kann durch die Einlagerungen in den Füßen und Beinen nicht aufstehen, alles strengt ihn ganz furchtbar an, zu essen kriegt er auch nichts runter.
Ich wohne 240km von meinen Eltern entfernt und bin. vor allem durch die Krankheit meines Vaters, oft am Wochenende "daheim".
Ich kann ja auch schlecht jeden Tag hin und her fahren, schließlich arbeite ich Vollzeit. Aber jetzt, wo es absehbar ist und die Ärzte auch schon gesagt haben, dass es schnell gehen kann, möchte ich am liebsten hier sein.
Wie habt ihr das gemacht? Kann man sich so einfach krankschreiben lassen? Wußten die bei euch auf der Arbeit, was los ist oder dachten die, ihr seit wirklich krank? Ich kann nicht ruhigen Gewissens am Sonntag wieder fahren und am Montag ganz normal auf die Arbeit gehen, wenn ich ihm dann schlechter geht und ich es nicht rechtzeitig schaffe, bei ihm zu sein, das verzeihe ich mir nicht.
Könnt ihr mir helfen und mir schreiben, wie ihr das geregelt habt?
Ich danke euch und wünsche euch alles Gute! Wie kommt ihr damit klar?
Liebe Grüße, Ela

Eljot
11.06.2005, 19:23
Hallo Ela,
Ich bekomme immer eine E-Mail-Nachricht, wenn hier jemand schreibt.
Ich kann Dir Deine Sorgen sooo sehr nachfühlen.. Ja ich kann es jetzt, denn ich habe durchlebt, was Dir noch bevorsteht.
Zu Deinen Fragen.
Ja bei mir in der Arbeit wusste man Bescheid... stell Dir vor, als ich mit meiner Mutter von der Magenspiegelung zurückkam und ich wusste, was kommt... hab ich als allererstes in meiner Arbeit angerufen... nicht deshalb, weil mein "Herz dort so hängt"... nein... weil ich wusste, wenn meine Mutter mich braucht bin ich dort weg... ich wollte meinen Urlaub aufsparen und wenn nötig mich dort "beurlauben" lassen ---
DU... du kannst Dich auch krank schreiben lassen... aber du musst das mit Deiner Arbeit abwägen... krank schreiben lassen und nicht sagen weshalb... kann auch o.k. sein...
Man muss einfach sagen, dass man in dieser Lebensphase nicht voll arbeitsfähig ist.
Hab keine Scheu Dich krank schreiben zu lassen... hab keine Scheu in Deiner Arbeit drüber zu reden.... hör in Dich rein und entscheide, was in deiner Situation das Beste ist...
Meine Mutter wohnte ganz in meiner Nähe... Du bist 240 km weg... mach Dir deshalb auch keine Vorwürfe, wenn Dein Vater Abschied nimmt und Du nicht direkt bei ihm sein kannst... Du liebst ihn, du bist mit deinem Herzen bei ihm ... und dann kommt alles, wie es kommt... Hauptsache Dein Vater spürt, dass Du ihn mit Deiner Liebe begleitest...
Ich wünsch Dir ganz viel Kraft ich denk an Dich
lass irgendwann wieder von Dir hören...
Gruß Eljot

12.06.2005, 09:21
Hallo Eljot!
Meine Mutter kam gestern aus dem Krankenhaus und wir waren alle so froh, weil es ihm etwas besser ging und er auch relativ viel Wasser ausgeschieden hat. Aber heute geht es ihm wieder schlechter und wir haben so große Angst...
Er ist so tapfer und mir fällt es so schwer, mich zusammenzureißen, wenn wir ihn besuchen. Ich weiß aber, dass es ihm noch schwerer fällt, wenn er sieht, wie traurig wir sind.
Und ich habe ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil ich so weit weg wohne. Weißt Du, bei uns hängt so viel daran. Meine Eltern haben eine große Landwirtschaft, die bewirtschaftet jetzt meine Mutter mit meinem Bruder. Aber schaffen können sie das auf die Dauer nicht zu zweit.
Das kommt zu unseren Sorgen noch dazu: Wie soll es weitergehen?
Danke!
Ela

12.06.2005, 22:45
Hallo Ela!
Auch von mir meine Anteilnahme an deiner Situation. Eljot hat schon vieles gesagt. Ja, auch ich kann sehr gut nachfühlen, wie es dir gehen mag.

Und dass es neben der Sorge und Angst auch andere Sorgen gibt, das weiß ich auch noch gut. Mein Vater war nur eine Woche lang wirklich zu Hause pflegebedürftig, das ging also, und vorher konnte ich es noch in meinem Alltag einigermaßen schaffen, ihn oft zu besuchen.
Ich hab mich ein paar Tage krankschreiben lassen, als er dann im Sterben lag, es ging irgendwie, weil es dann so schnell ging.
Wie Eljot schon sagt, man ist nicht arbeitsfähig. Ich hab mir auch mal einen Tag unbezahlten Urlaub genommen, als sich sein Zustand so verschlechterte, aber ich glaub, den hat die Chefin mir erlassen. War mir auch egal.
Ich hab keinerlei Schwierigkeiten bekommen, aber es war auch nicht lange.

Ich bin sehr froh, dass es so ging und dass ich es auch gemacht habe. Diese Zeit war, so schlimm sie auch war, für uns alle eine besondere Zeit, für mich und meinen Vater, für jede von uns in ihrem Kontakt zu ihm, aber auch für uns als Familie.
Ich bin sehr glücklich, dass wir diese Zeit gemeinsam haben konnten.

Zu deiner Situation fiel mir auch noch ein: gibt es nicht genau für solche Fälle auch Vertretungen, Helfer in der Landwirtschaft, wenn eben mal jemand ausfällt aus Krankheitsgründen? Aber das hat sicher was mit der Art der Versicherungen zu tun, die ihr habt, oder mit Geld, das man hat, solche Arbeitskräfte zu bezahlen.

Und habt ihr Hilfe im Haus für die Pflege? Wenn deine Mutter auf dem Hof mitarbeitet, kann sie das alles doch vielleicht nicht so gut schaffen. Wir haben ja wunderbare Erfahrungen mit dem ambulanten Pflegedienst gemacht, sie haben uns so einfühlsam geholfen.

Ach, Ela, ich wünsche dir so viel Kraft und Vertrauen auch in deine Entscheidungen. Eljot hat Recht, wenn du nicht dort sein kannst, dann kannst du es nicht. Und wenn sich sein Zustand jetzt wirklich akut verschlechtert, dann sind ja 240 km weit, aber überschaubar.
Ich saß die halbe Nacht bei meinem Vater, aber gestorben ist er letztendlich doch allein. Vielleicht wollte er es so.

Ich wünsch dir auch viel Kraft und bin in Gedanken immer mal bei dir.
miela

12.06.2005, 22:49
Ela, entschuldige, vergiss den satz mit der hilfe zu hause, ich hab übersehen, dass dein vater ja im krankenhaus ist.
als mein vater auf der intensivstation war, haben wir einfach so oft angerufen, wie wir wollten. wir hatten schon was mit dem personal dort vereinbart, aber jeder hat verstanden, dass wir wissen mußten, wie der zustand ist. und manchmal hab ich lieber selbst mit den ärzten gesprochen als mit meiner mutter, weil sie auf andere sachen geachtet hat.

nochmal alles liebe
miela

13.06.2005, 20:14
Hallo Miela! Hallo Eljot! Hallo Sylvia!
Gestern haben wir meinen Vater wieder besucht und er war sehr erschöpft, wollte schlafen und hat uns im Endeffekt weggeschickt. Er bekam auch Sauerstoff durch einen Schlauch in der Nase.
Ich habe heute mit meiner Chefin gesprochen und sie meinte, es wäre kein Problem, mich krankschreiben zu lassen und sie würde mich gut verstehen, denn ihr Vater hat auch Krebs und ihm geht es zwar noch nicht so schlecht, aber eben auch nicht besonders gut.
Dann hab ich heute mit meiner Mama telefoniert und sie sagt, dass es ihm heut laut seiner Aussage wieder etwas besser geht. Er ksnn sich etwas aufsetzen, das konnte er die ganze Zeit nicht, weil das Wasser zu sehr gedrückt hat. Anscheinend ist es doch etwas weniger geworden. In der Lunge hatte sich auch wieder Wasser angesammelt, dass haben sie heute punktiert und deshalb ist das Atmen jetzt auch nicht mehr so anstrengend.
Er wird verlegt, kommt in ein anderes Zimmer auf eine Wechseldruckmatratze, damit er sich nicht wund liegt und es ist eine Chemo eingeplant, damit keine Zeit verloren geht.
Die Ärzte warten immer noch auf irgendwelche Ergebnisse von Untersuchungen und dann wollen sie, wenn möglich, mit dieser Studie beginnen. Ich weiß nicht, ob es richtig ist, wenn ich mich jetzt davon so aufbauen lasse, vielleicht kommt morgen schon wieder eine schlechte Nachricht, aber ich hoffe jetzt wieder, vielleicht wird es ja doch wieder etwas besser. Und er kämpft immer noch so tapfer und läßt sich nicht unterkriegen, dass finde ich echt bewundernswert!
Ich danke euch von ganzem Herzen, ich bin froh, dass ich euch schreiben kann und ihr für mich da seid!!!
Ganz liebe Grüße von Ela

Eljot
13.06.2005, 21:43
Hallo Ela,
gut, dass Du mit Deiner Chefin gesprochen hast und Du nun weißt, dass sie Verständnis für Deine Situation hat... das gibt dir doch Erleichterung.

Ela, wenn Dein Vater es will .... dann .... ist es o.k. mit der Chemo... wenn Dein Vater es möchte und es ihm Hoffnung bringt, dann ist auch eine Teilnahme an einer Studie o.k.
Was Deine Krankmeldung betrifft... wann immer Du dich dafür entscheidest es wird o.k. sein.
Stell Dir vor ich habe 5 Monate gewusst, dass meine Mutter stirbt und... hatte den Montag, 14. Februar 2005 für den richtigen Tag gehalten meinen Urlaub zu nehmen..... und am Samstag 12.2.05 ist meine Mutter gestorben... keinen einzigen meiner Urlaubstage hat sie "in Anspruch genommen" und ich hätte sie so gerne noch bei mir gehabt und für sie gesorgt...
Seitdem ist mir so sehr bewusst, dass alles ganz anders kommt, wie wir es wollen, planen, organisieren --- die Dinge nehmen ihren Lauf.
Ich wünsch Dir ganz viel Kraft
Gruß Eljot

13.06.2005, 23:09
eljot hat alles gesagt.
wie schön, dass es ihm heute besser ging.
jeder tag steht jetzt für sich.

ja, ich war auch immer sehr dankbar, dass es dieses forum und bei mir insbesondere eljot und beate gab, an die ich mich wenden konnte.
es verstehen wohl am ehesten die, die so etwas auch schon erlebt haben.

herzliche grüße und alles gute für euch
miela

Eljot
14.06.2005, 06:21
Hallo Miela
Hallo Ela,
Ja dieses Forum ist eine Riesenhilfe, weil hier ausschließlich Leute sind, die Ähnliches durchmachen wenn ich an mich denke .. etliche Freundinnen hatten vor mir liebe Menschen verloren .. .. man kann zuhören, man kann am Schmerz teilnehmen... und versuchen ein wenig zu trösten.. ABER.. niemals kann man den Schmerz nachempfinden, wenn man ihn selber nicht erlebt hat.
Es gibt eine Zeit vor dem Verlust eier Mutter/ eines Vaters...
und eine Zeit danach... Nichts ist nachher mehr, wie es vorher war... dieses Forum ist gut für uns es hilft uns diese Zeit zu durchleben.
Gruß an Euch..
Eljot

14.06.2005, 20:47
Hallo!
Ich traue mich eigentlich gar nicht zu schreiben, dass es gute Nachrichten gibt, denn wer weiß, wie es morgen aussieht.
Miela, Du hast recht, jeder Tag steht jetzt für sich.
Aber meinem Papa geht es echt ein bißchen besser, er kann sich wieder hinsetzen, weil das Wasser etwas zurückgegangen ist und nicht mehr so drückt. Laut Ärztin scheint die Chemo gewirkt zu haben und deshalb machen sie damit auch weiter.
Diese Studie kann leider nicht gemacht werden, weil die Zellen nicht zusammenpassen.
Wahrscheinlich wird der Papa entlassen, kommt auf die Blutwerte an und darauf, wie schnell wir ein Krankenbett bekommen können. Er muss dann immer nur zur Chemo ins Krankenhaus. Nachdem die Ärztin letzte Woche noch gesagt hat, dass er entlassen wird, weil es keine Hoffnung mehr gibt, hat sie heute gesagt, dass man nicht absehen kann, wie es weitergeht. Und meiner Meinung nach heißt das, das es auch wieder aufwärts gehen kann!
Das Problem ist nur, dass der Krebs jetzt am Mageneingang sitzt und der Papa deshalb nichts mehr essen kann. Es kann zwar sein, dass er wieder wandert (zuerst war er an der Magenwand und hat dort keine Probleme gemacht), aber das weiß man halt nicht.
Jetzt hat die Mama natürlich schon ein bißchen Angst, wenn er heimkommt, aber wir fahren am Wochenende wieder zu ihr, um ihr bei den Vorbereitungen zu helfen bzw. vielleicht ist der Papa auch schon daheim.
Ich kann einfach die Hoffnung nicht aufgeben und glaube daran, dass es wieder besser werden kann.
Trotzdem wüßte ich nicht, was ich ohne euch machen würde!!! Ich danke euch von ganzem Herzen!
Ganz liebe Grüße, alles alles Gute für Euch
Ela

14.06.2005, 23:41
das freut mich für euch, für deine vater, dass es ihm besser geht.
macht es euch schön zu hause.

weiterhin viel kraft, mut und hoffnung wünscht dir
miela

Eljot
15.06.2005, 06:31
Hallo Ela,
schön wirklich schön, dass Dein Vater heimkommt!
Deiner Mutter und Deinem Vater wird es auch
ganz viel Hilfe sein, dass Du kommst und mithilfst.
Das wird Ihnen Kraft geben in Ihrer schweren Zeit.
Wir hier im Forum werden auch an Dich/Euch denken!
Unserer Gedanken kannst Du sicher sein, weil auch
wir täglich an unsere Lieben und an die Zeit mit
Ihnen denken.
Sei tapfer Ela,
Eljot

15.06.2005, 17:27
Ich danke euch! Bin sehr froh, dass ihr für mich da seid.
Ela

15.06.2005, 19:31
Hallo Ela,
ist nicht nur so gesagt...!!!!!!!!!!
wir sind wirklich ... ganz wirklich
hier für Dich da.....
weil ich/wir wissen, was Du durchlebst...
Ich bin ganz fest in Gedanken bei Dir!!!
... glaub dran... alles wird gut..
ich kann Dir auch sagen warum..
Du hast Deinen Papa lieb.... und Du suchst danach
mit jemanden drüber zu reden..
DU suchst danach den besten Weg zu finden...
und das ist das BESTE,,,, das ALLERBESTE, was Du
jetzt tun kannst...
Glaub dran, wenn man jemanden lieb hat... kann man
nix falsch machen!!!!
"Liebhaben" und daraus Handeln ist für mein Verständnis ALLES, was wir tun können.........
Du machst sicher alles richtig..
Gruß Eljot

19.06.2005, 08:03
Hallo Eljot, hallo Miela!
Ich muss euch jetzt einfach schreiben, ihr habt mich in der letzten Zeit so unterstützt und mir durch unseren Kontakt so geholfen.
Mein Papa ist am Donnerstag gestorben.
Ich kann es nicht glauben, meine Mama hat mich auf der Arbeit angerufen, die Chefin hat mich danach sofort heimgeschickt und ich bin jetzt bis nächsten Freitag krankgeschrieben.
Ich bin so ruhig, glaube, ich habe das alles noch nicht begriffen.
Am Dienstag um 14.30 Uhr ist die Beerdigung. Ich möchte einfach, dass ihr das wisst, weil ich mir sicher bin, dass ihr an uns denken werdet und das tröstet mich!
Liebe Grüße, bis demnächst, Eure Ela

Eljot
19.06.2005, 08:17
Guten Morgen Ela,
Ich bin in Gedanken bei Dir
ich habe es erlebt mit meiner Mutter..
ich denk an Dich mehr kann ich jetzt
nicht sagen
ja und in Gedanken ganz festhalten kann
ich Dich
melde Dich wieder!
Eljot

19.06.2005, 16:26
Liebe Ela, das tut mir sehr leid für dich und deine Familie.

Jetzt ist es so schnell gegangen.

In Gedanken bei dir
miela

24.06.2005, 13:10
Danke!
Wir hatten in der letzten Woche so viel zu erledigen, haben praktisch dauernd gearbeitet. Glauben können wir es alle noch nicht...

24.06.2005, 21:04
Hallo Ela,
bei mir war es so, dass die Trauer nach 3 Monaten so richtig über mich hereingebrochen ist.... vorher war alles so unwirklich... man hat noch so viel zu erledigen man lebt in einem "Ausnahmezustand" --- aber wenn der Alltag kommt, dann spürt man den Verlust ganz schmerzlich.
Es ist sicher bei jedem Menschen anders... aber vielleicht kommt nach etlichen Wochen/Monaten dann auch die Zeit in der man die Freunde nicht mehr mit der eigenen Trauer belasten traut... dann Ela... dann wird auch dieses Forum wieder gut sein für Dich/für uns...
Ich mach mich am 28.06.05 für einen kurzen Urlaub 7 Tage aus dem Staub... Ich war so lange nicht mehr weg - jetzt hab ich
ganz spontan ein paar Tage "rausschinden" können.
Aber bis dahin können wir uns ja nochmal hören.
Ich bin in Gedanken bei Dir
Gruß
Eljot

25.06.2005, 15:20
Hallo Eljot!
Ich gehe am Montag wieder auf die Arbeit. Ein bißchen hab ich schon ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Mama, aber wenn ich an mich denke, dann ist es besser, ich gehe wieder arbeiten. Ich brauche einfach ein bißchen Ablenkung, hier fällt mir die Decke auf den Kopf und ich kann nicht abschalten.
Ich wünsch Dir einen wunderschönen, entspannenden Urlaub!
Liebe Grüße, Ela

31.07.2005, 10:16
Hallo Eljot!
Jetzt haben wir lange nichts voneinander gehört. Ich hoffe, der Urlaub hat Dir gutgetan und Du konntest Dich etwas erholen???
Wenn es bei uns klappt, wollen wir (meine Mama, mein Bruder und ich) übernächste Woche auch für ein paar Tage wegfahren. Bei uns hat sich alles eingespielt. Komischerweise geht das Leben einfach weiter, obwohl der Papa nimmer da ist. Aber im grossen und ganzen geht es uns allen ganz gut, manchmal eben besser und manchmal schlechter.
Ela

Eljot
31.07.2005, 10:47
Hallo Ela,
wie eine Gedankenübertragung...!!!
Ich habe, als die Meldung Deiner Nachricht bei mir ankam..
hatte ich einem Freund grade geschrieben, dass ich mich nun Wieder mit den Sachen beschäftige und auf das konzentriere, was Freude macht... ganz bewusst kram ich mir die Sachen her, die gerne mag und genieße es.
Ich wünsche Dir auch, dass Ihr Euch alle auf das konzentrieren könnt --- auch wenn das Herz oft schwer ist ---
Ganz liebe Grüße
Eljot

Eljot
17.11.2005, 13:34
@ Miela und alle hier!
alles.... die schlimme Zeit wird jetzt nun genau
ein Jahr..
denke oft an die Zeit im Forum hier zurück.
Gestern wäre der 80. Geburtstag meiner
Mutter gewesen..
ICH weiß... wir gehören ins Forum für Hinterbliebene
Wie geht es Euch..???
Eljot

Ela5
24.11.2005, 22:22
Hallo Eljot!
Wie geht es Dir???
Im großen und ganzen geht es mir ganz gut. Es gibt Situationen, da muss ich mich wundern, wie gut ich alles verkrafte und dann gibt es wieder Momente, da kann ich gar net verstehen, warum mich das so traurig macht.
Ich erinnere mich viel daran, was ich mit Papa alles erlebt habe. Es war eine schöne Zeit! Und ich bin froh, dass ich während seiner Krankheit versucht habe, ihn so gut es geht zu unterstützen.
Was uns alle mitnimmt, ist die Tatsache, dass so viel ungesagt geblieben ist. Wir fragen uns auch, ob er gewußt hat, wie krank er ist, wie schlecht die Heilungschancen sind. Er hat zwar immer gesagt, er wird wieder gesund und er hat bis zum Schluss gekämpft, aber wie es in ihm ausgeschaut hat, das wissen wir nicht und das lässt uns irgendwie keine Ruhe!
Ganz liebe Grüße und alles Gute
Ela

Hummeline
02.08.2013, 10:31
Hallo ihr alle,
gibts lest ihr noch in diesem Forum?
Ich habe gerade eure Posts gelesen und bin sehr berührt von eurer liebevollen Art miteinander umzugehen.
Meine Mama hat nach Brustkrebs und Pleurakarzinose nun Lebermetastasen.
Vielleicht ist es bei euch einfach auch schon zu lange her und ihr wollt nicht mehr schreiben. Aber alleine eure aufmunternden Kommentare haben mich etwas stärker gemacht für die Zeit, die irgendwann (ich hoffe, sie ist noch weit weg) kommen wird....
Grüße,
Eure Hummeline mit kleinem Töchterchen

Malde
04.10.2013, 10:48
Hallo Hummeline,

hab auch das Forum und Post´s komplett gelesen....meine Frau ist 33 Jahre und hat nach mamma ca nun auch Knochen- und Leber metas. Leider kann der wöchentlich Zyklus der Chemo anhand schlechter Blutwerte nicht eingehalten werden. Die Tumore werden dadurch natürlich größer.

Ich sehe auch etwas dunkel der Zukunft entgegen und habe auch Angst davor. Aber die Krankheit ist nun mal da und da können wir nicht unsere Augen verschließen....nun ich weiß, dass meine Frau eine ungünstige Prognose hat und leider nun auch nicht mehr so alt wird.

Aber ich habe Schiss vor dem Moment, an der es Ihr immer schlechter gehen wird und der Tod anklopfen wird. Da habe ich Angst davor.......