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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Und Brustkrebs ohne Bestrahlung?


27.03.2002, 07:38
Hallo zusammen!
Es wird meistens nur über die Nachbehandlung einer Chemotherapie gesprochen. Aber welche Frauen haben von Beginn an schon auch auf die Bestrahlung und Lymphdrüsenentfernung verzichtet? Ich wüsste nicht, dass es auch dafür eine Statistik gibt.
Ich lebe seit September 2000 mit meiner Brustkrebsdiagnose, spritze mir die Mistel (was meinen Blutwerten echt gut tut), habe aber auf alle üblichen "Standardbehandlungen" (einschliesslich Hormonbehandlungen) verzichtet. Damit habe ich mich bei den Schulmedizinern nicht gerade "normal" verhalten und musste mir sogar sagen lassen, dass ich den "Kopf in den Sand stecken" würde! Dabei war es meine eigene, gut überlegte Entscheidung und für mich war es völlig in ordnung und richtig so.
Bis jetzt geht es mir gut.
Gibt es noch mehr so "unnormale" Frauen wie ich? Sagt doch mal! - Ich lebe übrigens in der Schweiz.
Liebe Grüsse von Brigitte

27.03.2002, 21:36
Hallo Brigitte,
mich würde interessieren, ob du dich wenigstens hast operieren lassen und warum du dich gegen die schulmedizinische Behandlung entschieden hast?
Schöne Grüße - Gerda

27.03.2002, 23:42
Sali Gerda,
danke, für Deine Antwort. Stimmt, ich habe nicht alles erwähnt, mein obiger Eintrag von heute war ein bisschen früh am Morgen ...! Sorry!
Ja, ich habe damals brusterhaltend operiert. Man wusste bei allen Voruntersuchungen nicht, um was es sich bei meinem Knoten eigentlich handelt. Grosses Rätselraten. Und die OP war mehr so "zur Sicherheit raus nehmen lassen"! Erst danach war klar, dass es Krebs war. 9 mm gross war der Tumor, mässig, (invasiv duktal, Grad II) und im "gesunden" heraus geschnitten. Dann wollte man gleich in zwei Wochen die Lymphdrüsen unter dem Arm entfernen. Ich fragte mich, ob das nötig war, da war schliesslich nichts geschwollen! Die Aerzte meinten, es müsse sein, weil man sonst das weitere Procedere der Behandlung nicht richtig einschätzen könne! (Demnach eine reine Routine-Test-Prüf-Operation, die auch völlig unnötig sein könnte!) - Ich liess mir Zeit um mich zu informieren. Doch die Aerzte hatten keine Zeit für mich! Die wollten nur schnell operieren! Also liess ich mich vom Krebs-Sorgentelefon beraten. Schlimm genug, dass man das als Patient tun muss, weil Aerzte keine Zeit haben! Glaube mir, ich kam mit Fragelisten zu meiner Frauenärztin und die war regelrecht damit überfordert! Am Ende sagte sie: "Ja wenn sie das alles wissen wollen, dann können sie ja gleich ein Medizinstudium machen!" Nö, das wollte ich ja nun auch wieder nicht, aber dann begann ich halt, eine Menge Bücher über das Thema zu lesen. Gleich alle Seiten: Die guten und die schlechten! Danach ging ich erst mal in eine antrophosophische Tumor-Klinik um zur Ruhe zu kommen. Dort sagte man mir, dass meine Chancen eigentlich gut stehen, keine befallenen Lymphknoten zu haben. Naja, so zu 70 % gute Chancen! Also entschied ich mich, auf diese OP zu verzichten. Ich war überzeugt davon, dass es eh keine Garantie gab. Und mit diesem Entscheid folgte also auch keine Bestrahlung. Von Chemo ganz zu schweigen. (Trotz dem weiteren Drängen der Schulmediziner!) - Es war eine schwere Entscheidung. Die schwierigste meines Lebens. Ich stellte mir Fragen wie: Tu ich das jetzt, weil ich nicht noch mal unters Messer will? Verzichte ich darauf, weil ich Angst vor dem Ergebnis habe? Mach ich das, weil ich habe mit ansehen müssen, wie meine eigene Mutter an Leukämie starb? Oder entscheide ich mich so, weil es einfach nur vernünftig und richtig für mich ist?
Ich sagte also nein. Weil ich es - für meine Situation - vernünftig fand. Es war richtig so und es stimmte für mich. Natürlich habe auch ich Angst vor einem Rückfall und das wird wohl immer so bleiben. Doch diese Angst hätte ich auch, wenn ich noch zusätzlich eine Bestrahlung oder Chemo hinter mir hätte. - Es gibt keine Garantien. So oder so nicht.
Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Aerzte schnell mal ihre "Standartbehandlungen" durchziehen wollen. Für sie ist ein Krebspatient einfach ein Krebspatient. Da wird gar nicht genauer hingeguckt! Jedenfalls wars bei mir so. Vielleich habe ich aber auch nur die falschen Aerzte erwischt, wer weiss?
Liebe Grüsse von Brigitte

28.03.2002, 19:34
Hallo Brigitte,
auch ich habe mich gegen die Schulmedizin entschieden. Ich wurde im Nov.2001 brusterhaltend operiert.Mein Tumor war 1,3 cm groß invasiv G2. Bei der OP wurden mir allerdings 19 Lymphknoten ohne Befund entfernt. 2 Bestrahlungen habe ich gemacht und darauf mit einem ganz schlimmen Brustödem reagiert. Der Arzt sagte daraufhin, dass wir die Bestrahlung sofort abbrechen müssen und gegebenenfalls später wieder aufnehmen. Ich habe mich jetzt allerdings dagegen entschieden. Chemo lehne ich auch ab. Im Moment jedenfalls. Ich spritze auch Mistel 2 mal in der Woche und nehme Wobenzym 2 mal 3 Tabletten. Ich gehe seit 4 Wochen wieder halbtags arbeiten und fühle mich fit und wohl bei dem Gedanken, keine aggressive Chemo gemacht zu haben.
Liebe Grüsse sendet Doris

29.03.2002, 08:02
Sali Doris
Danke für Deinen Eintrag. Es freut mich, dass es Dir dabei gut geht. Wahrscheinlich hätte man auch bei Dir die Lymphdrüsen gar nicht erst entfernen müssen. Mich würde schon wahnsinnig interessieren, wie oft Aerzte Lymphdrüsen bei den Frauen heraus operieren, die OHNE Befund sind! Und was sie dann dazu veranlasst, trotzdem eine Bestrahlung zu verordnen. Woher sie wohl dieses überzeugende Wissen haben, dass eine Bestrahlung in so einem Fall was nutzen soll? AERZTE, ZEIGT EURE STATISTIKEN HER!
Naja, obwohl ich eigentlich nicht viel von Statistiken halte, wäre es trotzdem mal interessant zu erfahren, ob wir Patienten hier nicht alle ein bisschen mit vorschnellen Behandlungen überrumpelt werden. Aber ich weiss, in jenem Moment, in welchem man mit einer Krebsdiagnose konfrontiert wird, hat man nicht auch noch die Nerven dazu, die empfohlenen Behandlungen der Aerzte anzuzweifeln. Schliesslich will man ja gesund sein und leben, nicht? Und WER, ausser unsere Götter in Weiss, kann uns da denn sonst noch helfen?
Liebe Doris, da bei Dir die Diagnose noch nicht lange her ist, wünsche ich Dir ganz viel Gesundheit und Kraft. Wäre doch toll, wenn wir so in zehn oder fünfzehn Jahren sagen könnten: "He Leute, seht her, ich habe es ohne Bestrahlung und Chemo geschafft!" Vielleicht haben wir ja dann auch nur einfach Glück gehabt? - Oder das einzig richtige getan! Wie auch immer.
Was haben Deine Aerzte denn dazu gesagt, als Du eine spätere Bestrahlung jetzt abgelehnt hast?
Ganz liebe Grüsse von Brigitte
PS. Es freut mich zu wissen, dass da noch andere Frauen sind, die in etwa in der selben Situation sind wie ich. Da fühle ich mich doch nicht mehr so alleine ... mit meinem eigenwilligen, "unnormalen" Gehabe ...!

29.03.2002, 17:52
Hallo Brigitte,
vielen Dank für Deine guten Wünsche,auch ich wünsche Dir natürlich alles Gute und glaube ganz fest daran, dass wir in 15 Jahren noch genauso gesund sind wie heute. Die Ärzte fanden meine Entscheidung natürlich nicht gut sondern verantwortungslos. Mein Gyn meinte "was sagt denn Ihr Mann dazu, dass Sie so eigenwillig handeln?" Was für ein Blödsinn!!! Soll mein Mann mich in so einer wichtigen Entscheidung beeinflussen und sich dann, falls es doch schief geht, auch noch Vorwürfe machen. Nein,hier muß die Betroffene ganz allein und für sich entscheiden. Meine Schwester ist vor 9 Jahren an den Folgen von BK nach 6 jähriger Krankheit gestorben. Sie hat alle ärztlichen Anordnungen befolgt. Bei ihr wurde sogar im Januar noch Chemo gemacht und im März ist sie dann gestorben. Haben die Ärzte hier wirklich noch Hoffnung gehabt oder war meine Schwester Versuchsobjekt? Also ich glaube ganz fest an uns Brigitte. In diesem Sinne alles Gute.
Gruß Doris

29.03.2002, 18:32
Hi Doris,
bin schon wieder da. Dein Beispiel zeigt, dass wir Frauen von gewissen Aerzten oftmals gar nicht richtig ernst genommen werden, hm? Wenn die schon glauben, dass wir zuerst unsere Männer FRAGEN müssen! Also sowas!
Weisst Du, ich bin nicht GEGEN die Schulmedizin. Ich denke, zu einem gewissen Zeitpunkt der Krebskrankheit kann sie nützlich und evtl. auch heilbar sein. Aber dieses Wort "heilbar" macht mich im Zusammenhang mit Krebs ganz wirr im Kopf. Wo doch eigentlich jeder weiss, dass es kein einziges HEIL-Mittel gegen Krebs gibt. Auch unser Mistel-Präparat ist in diesem Sinne kein Heilmittel. Es fördert höchstens unsere Blutwerte ins Positive. Und wenn die Blutwerte gut sind, dann ist ja auch unser Imunsystem okay, nicht? Logische Folgeerklärung: Wir sind gesund. Aber das ist trotzdem noch lange keine Garantie für ewige Gesundheit. Und ab wann ist man denn bei Krebs eigentlich "geheilt"? Nach fünf Jahren? Nach zehn oder zwanzig Jahren?
Weisst Du, was mein Gynäkologe gesagt hat? (Mein neuer Frauenarzt! Der erklärt mir wenigstens die Dinge ein bisschen und nimmt sich die Zeit dazu. Er malt sogar Bildchen dazu!) Er sagte mir, wenn eine Frau nach Brustkrebs, Bestrahlung oder auch Chemo nach etwa fünf Jahren wieder Krebs kriegt, dann betrachte man dies - aus medizinischer Sicht - als NEUEN Krebs! Bei MIR sei das aber jetzt anders, denn ich hätte mich ja GEGEN all die Folgebehandlungen entschieden. Wenn ich jetzt also nach etwa fünf Jahren wieder Krebs hätte, so betrachte man dies als RUECKFALL!
Ist doch eigentlich frech, nicht? Das heisst also, wenn ich jetzt wieder Krebs bekomme, dann hat man eine Schuldige gefunden, nämlich MICH! Wenn ich aber die Behandlungen der Aerzte befolgt hätte, dann wäre NIEMAND Schuld, weder ich noch die Aerzte und ihre Behandlungen! Praktische Verantwortungs-Abschiebung, nenne ich das!

Das wegen Deiner Schwester tut mir leid. Ich denke, es ist schwierig zu beurteilen, was denn nun richtig für eine Brustkrebspatientin ist. Wahrscheinlich sind da noch eine menge andere Dinge genauer zu betrachten und mit einzubeziehen. Vielleicht sind jetzt unsere beiden Fälle als Beispiel sogar seltener als üblich. Frühzeitige Erkennung des Knotens, keine befallenen Lymphdrüsen, der Ort des Tumors in der Brust, die Art und der Grad, und vielleicht ist auch noch die psychische Kraft der Frau dazu ausschlaggebend.

Ach ja, Aerzte! Ich habe Mühe mit ihnen, und doch bin ich auf sie angewiesen. Wusstest Du übrigens, dass das Verhältnis zwischen einem Patient und einem Arzt aus rechtlicher Sicht eine reine DIENSTLEISTUNG ist? Das heisst also, der Arzt BERAET den Patienten so gut als möglich, empfiehlt ihm die nötigen Behandlungen, aber am Ende entscheidet der Patient was getan wird, denn der "kauft" sich diese Informationen und Behandlungen ja schliesslich bei ihm ein! - Anders natürlich bei einem Notfall, da muss der Arzt einfach sofort handeln. - Das ist aber genau so eine Sache, die mich immer wieder nervt, wenn die Aerzte zu mir sagen: "Ja, und dann machen WIR eine Bestrahlung!" - Wieso WIR? Und war das jetzt eine Empfehlung, eine Frage oder ein Befehl?
Was meinst Du dazu?
Liebe Grüsse von Brigitte

30.03.2002, 19:19
Hallo Brigitte und Ihr anderen, ich hatte zwar keinen Brustkrebs, habe jedoch Eure Eintragungen mit Interesse gelesen. Ich hatte im Nov.1998 eine Pankreas CA OP und bekam 3 Wochen nach der OP eine Hammerdosis Chemo (FU u.Platin), der Körper bäumte sich vor Schmerzen auf und es kam 'oben und unten' alles aus mir heraus. Da habe ich entschieden - k e i n e Chemo mehr und auch keine Bestrahlung, von 35 (!) entfernten Lymphknoten war einer (!)befallen. und mir wurde quasi angedroht, ohne Chemo würde ich sehr bald sterben;dennoch habe ich die Chemo abgelehnt und lebe heute 3 1/2 jahre danach immer noch. Durch das Entfernen der Lymphknoten ist u.a. ein wichtiger Nerv mit entfernt worden, so dass die Magen/Darmpassage gestört ist. Deshalb muss ich mehrmals täglich Opii-Tropfen nehmen. Ich habe innerhalb von 3 Jahren mein altes Gewicht wieder erreicht und gehe 1/2-jährlch zur MR-Kontrolle, ansonsten spritze ich mir 2 x wö.Mistel (Helixor) und 1 x mtl. B12 und ADEK. Ich freu mich immer wieder, wenn jemand sich den Ärzten 'widersetzt' und dennoch überlebt. Ich glaube, weil wir unserem Köroer das Gift nicht zugemutet haben, geht es uns so gut!! Ich habe um mich herum schon viele Patienten sterben sehen, die weisungsgebunden ihre Chemo bekommen haben. Macht weiter so - wir sollten einen Club der nicht Therapierten gründen!! Liebe Grüße an alle hier

30.03.2002, 21:18
Ja hallo Hildegard
Danke für Deinen Eintrag und "willkommen im Club der Nicht-Therapierten", wenn ich mal so schön sagen darf. Entschuldige, jetzt bin ich Laie, was ist denn genau Pankreas CA?
Ich finde es immer wieder äusserst mutig, wenn Frauen nein sagen können. Trotz den "Befehlen" der weisen - sorry, WEISSEN Götter! Sich ihnen zu widersetzen - selbst wenn sie einem dann noch mit dem baldigen Tod "drohen" - ist gar nicht so einfach. Hut ab vor Dir, Hildegard!

Ich möchte hier an dieser Stelle (da bin ich wahrscheinlich bestimmt nicht die erste, oder?) vielleicht gleich allen Frauen den Tip geben, sich VOR einer OP einer Krebsdiagnose Zweitmeinungen einzuholen, oder selbst genügend darüber nachzulesen. Macht erst mal zwei oder drei Wochen Ferien (was soll's, auf die paar Tage kommt's bestimmt auch nicht mehr an!) und lest alles über Eure Krankheit was das Zeug hält! Hinterfragt alles und wägt dann ab. Macht Euch Notizen und schreibt alle ungeklärten Fragen auf. Lest nicht NUR Bücher über die Schulmedizin, sondern auch Bücher über Naturheilverfahren, dann könnt Ihr nämlich BEIDE Seiten betrachten. Es gibt z.B. auch Bücher mit den Titeln wie "Was die Aerzte Ihnen verschweigen" und so! (Die sind immer wieder ganz interessant! Klar, kein Arzt würde einem Patienten so ein Buch empfehlen, also lieber gut darüber nachdenken, als es dem Doktor gleich brühwarm zu erzählen!) Natürlich sind nicht alle Bücher gut, aber das merkt man ja selbst. Fragt Euren Aerzten Löcher in die Bäuche, und wenn diese dann unangenehm werden (oder manchmal sogar unverschämt), dann sucht Euch einen anderen oder lasst Euch einen empfehlen. Scheut Euch nicht, Eurem Arzt zu sagen: "Ich kündige Ihnen!" Das tut dem nicht weh, der hat noch genügend andere Patienten!

Tja, nur wenn man das GANZE sehen kann, (die Vorder- und die Rückseite des Dramas), dann ist man wirklich fähig zu entscheiden. Die Frage ist nur, ob man das Ganze sehen WILL.
Selbst Einstein soll ja seinen Kollegen sogar mal empfohlen haben: "Wenigstens eine halbe Stunde am Tag das Gegenteil von dem denken, was in der Wissenschaft als gesichert gilt!"
Na denn, auf zur Denkstunde!
Ganz liebe Grüsse von Brigitte

31.03.2002, 16:23
Ein fröhliches hallo an alle "Widerspenstigen"!
Ich finde es ganz schön mutig, dass Ihr Euch hier unter den Augen des www so offen auslasst. Wenn ich mich erstmal an dieses Medium gewöhnt habe, diskutiere ich gern mit. Bin gerade im Stadium zwischen Probe-Entnahme/Diagnose und "drohender" neuer OP und sammle Informationen, bis sie mir zu den Ohren herauskommen ;D - mit allen Höhen und Tiefen.
Aus älteren Hinweisen Betroffener weiss ich, dass KrebspatientInnen, die alternative Heilmittel suchen, bevorzugte "Opfer" von entsprechenden Anbietern werden können. Deshalb möchte ich anregen die Erfahrungen mit alternativen Methoden auszutauschen und alternative Mittel kritisch zu beleuchten.
Erstes Beispiel, dass ich in die Runde werfen möchte, ist das Mittel EM-X. Wird aus Japan als 'Erfrischungsgetränk' importiert, soll als eines der wirksamsten Antioxidantien ( Radikalfänger ) im Körper funktionieren. Die Einnahme als Krebsbehandlung kostet ca. 900€ pro Monat. Hat schon jemand darüber recherchiert?
Liebe Grüsse
Barbara

31.03.2002, 18:33
hallo liebe mitstreiter,
ich habe seit 2 1/2 jahren brustkrebs und leberkrebs und knochenkrebs. ein schlag ins gesicht. heute ostern 2002 lebe ich dank einer relativ neuen und teuren therapie immer noch. der ganze krebs ist dank einiger chemos in kombination mit "herceptin" verschwunden. operiert worden bin ich auch nicht. ich hoffe sehr, dass diese schlimme geschichte irgendwann vorbei ist.
wer etwas näheres wissen möchte, soll sich einfach melden. liebe grüsse christel

31.03.2002, 19:27
Hallo zusammen
Zuerst mal, liebe Barbara, sei bitte vorsichtig mit diesen Alternativmittelchen. So lange sie so sündhaft teuer sind, würde ich die Finger davon lassen. Nicole hat da schon recht;
Iss lieber täglich ne Schüssel Tomaten,
als durch Betrug am Hungertuch nagen!
(Kleiner Scherz!)
Andererseits, wenn man hier die Kehrseite betrachtet (und das tu ich ja immer), so müsste man sich mal Gedanken darüber machen, ob so ein versprochenes Heilmittel überhaupt jemals ERFOLG auf dem Markt hätte! - Als simples Beispiel: Denk Dir doch mal, es wäre die ZWIEBEL! Angenommen, da hätte jetzt jemand die phantastische, TATSAECHLICHE Wunderwirkung gegen Krebs in dieser Knolle entdeckt! Glaubst Du, dass das jemals publik gemacht würde? Und dass sich dann die Schulmediziner dieser Tatsache beugen und zugeben würden:
"Stimmt! Es war die ZWIEBEL und nicht die CHEMO!"

Nochmals ein kleiner Scherz. (Aber ist es WIRKLICH einer?)

Liebe Christel, Du hast Dich neu hier eingetragen, bitte erzähl doch ein bisschen mehr von Deiner neuen, teuren Therapie!
Sonnige Sonntagsgrüsse von Brigitte

01.04.2002, 09:48
Hallo,

also irgendwie muss ich hier mal versuchen die Fahne für die Schulmedizin etwas hochzuhalten. habe selber in einer onkologischen Klinik gearbeitet und meine mutter ist selbst BK Betroffene. Bestrahlung, Lymphknotenentnahme, Chemo sind leider auch heute ncoh die Standardansätze um einer krankheit beizukommen deren Verlauf einfach ziemlich unvorhersehbar ist. Sind Lymphnkoten befallen ist eine Fernmetastasierung wahrscheinlicher als wenn keine LK befallen sind. Dies heisst abe rnciht das wenn keine befallen sind das sich keine Fernmeta entwickeln können. man hat einfach als Arzt keine Chance der patientin wirklich definitiv zu sagen wie es weitergehen wird. Dennoch ist man als Schulmediziner wohl doch bedacht für die patientin alles was in seiner macht steht zu tun, sprich Chemo oder Bestrahlung auch wenn es sein könnte das sie gar nciht notwendig sind denn sicher ist es nicht. Abgesehen davon muss man glaube ich von dem Gedanken abkommen das jeder mit Therapien vollgestopft wird bis zum umfallen. Bei einer Frühdiagnose, sprich unter 1cm ohne LK Befall wird oft nur nachbestrahlt. (Alter auch wichtig in diesem punkt) Nachbestrahlt wird aber auch oft bei Brusterhaltenden OP's um die Wahrscheinlichkeit einees Lokalrezidivs zu mindern. Ich will auch hier keinen Roman schreiben sondern will einfach auch mal darauf hinweisen das die Schulmedizin schon sehr vielen Menschen das Leben gerettet hat und in meinen Augen gerade die Schulmedizin die ist die sogar bei fortgeschrittenen BK noch sehr gute Therapien aufweist, ob palliativ oder nicht............

Also gebt euch nciht auf, egal ob Schulmedizin oder nciht ihr müsst an Euch und euer Überleben glauben, egal auf welchem Weg ihr müsst nur dahinter stehen, das ist die halbe miete.........

Gruss

Axel

01.04.2002, 10:57
Guten Morgen, Axel
danke für Deinen Eintrag und Deine positive Einstellung zur Schulmedizin. Doch täusche ich mich da, wenn ich hier zwischen Deinen Zeilen nicht doch auch ein wenig Unsicherheit heraus lese?
Du hast recht, die Schulmedizin hat hier schon manchem das Leben gerettet. - Manchem aber eben auch nicht.
Sag doch mal, kennst Du eine Statistik über Frauen, die auf alle üblichen, von den Aerzten "befohlenen" Nachbehandlungen verzichtet haben?
Es gibt keine Garantie für nichts. Jeder muss für sich selber entscheiden können. Was die Aerzte aber nicht dazu bewegen darf, dem Patienten zu drohen oder ihn herablassend zu behandeln, wenn er sich nicht so entscheidet, wie der Arzt es will! Leider passiert das aber immer wieder. -Schau mal, ich habe von meinem Gynäkologen erfahren (nachdem ich ihn mit meiner ewigen Fragerei ganz platt gemacht hatte), dass ein Arzt einer Brustkrebspatientin diese üblichen Standartbehandlungen empfehlen MUSS! (Sonst würde er gegen die medizinische Sorgfaltsplficht dem Patienten gegenüber verstossen!) Er DARF der Patientin also gar nichts anderes sagen!
Stell Dir mal vor, da sitzt also Frau X mit einer völlig überraschenden BK-Diagnose beim Arzt. Sie ist noch völlig geschockt darüber und ganz gelähmt. Der Boden hat sich unter ihren Füssen aufgetan! Und dann lächelt der Arzt sie an und sagt: "Wissen Sie Frau X, ich empfehle Ihnen auf die üblichen Standartbehandlungen, welche man bei BK normalerweise durchzieht, zu VERZICHTEN! Ihr Krebs ist noch nicht so weit fortgeschritten, als dass dies nötig wäre. Natürlich gibt es hier keine Garantie. Doch ich denke, bei Ihnen ist es nicht nötig." - Na? Die Frau X wird denken: WAS? Ist der Kerl verrückt? Ich habe KREBS und er sagt, ich brauche KEINE Behandlung?" Die arme Frau würde schleunigst aus der Praxis flüchten und sich einen anderen Arzt suchen. Einen, der ihr helfen kann, so wie sie glaubt. Und den anderen könnte sie verklagen wegen verweigerter, medizinischer Sorgfaltspflicht!
Es gibt da also ZWEI Seiten: Die Seite der Aerztemaschinerie, welchem jedem Arzt ziemlich Druck macht, diese Behandlungen mit seinen Patientinnen unbedingt zu machen, und die andere Seite der Psychologie, der Hilflosigkeit des Arztes, dem Patienten gegenüber und des Patienten selber! KEINE Behandlungsempfehlung zu geben wäre gar nicht möglich.
Verstehst Du, was ich meine?

Allerdingst hast Du es vielleicht missverstanden, wenn Du annimmst, dass sich jemand "aufgeben" könnte, wenn er auf die Nachfolge-Behandlungen verzichtet. Das hat nichts mit aufgeben zu tun, sondern ist eine reine Entscheidungssache, welche klar ist. Wenn jemand davon überzeugt ist, dass die Schulmedizin ihm hilft, dann ist es in Ordnung so. Wenn jemand überzeugt davon ist, dass er sie nicht benötigt, dann ist es ebenfalls in Ordnung.
Hier noch ein anderes kleines Beispiel (zum zeigen, wie sich ein Krebspatient nach der Diagnose so in etwa fühlt): Wenn Du von einem hohen Baum herunter fällst, und unten auf dem Boden gibt es zwei grosse, dichte Dornenbüsche; hinter dem einen versteckt sich ein wütender Bär, hinter dem anderen ein böser Tiger, ... in welchen Dornenbusch würdest Du denn gerne fallen?

Nimms mir nicht übel, manchmal bin ich ein bisschen krass! - Ganz liebe Morgengrüsse von Brigitte

03.04.2002, 23:57
Halo Brigitte, Pankreas CA ist Bauchspeicheldrüsenkrebs

04.04.2002, 07:30
Guten Morgen zusammen
ich hätte da noch eine Frage an Krebsbetroffene.

Sich für die Schulmedizin zu entscheiden oder auch nicht ist ein Thema, über das man noch lange diskutieren kann. Jene, welche sich dagegen entschieden haben, werden wohl immer ein wenig die Aussenseiter sein, die Wagemutigen oder vielleicht auch die Spinner. Naja. Ich jedenfalls kann von mir sagen, dass die Entscheidung zum damaligen Zeitpunkt in Ordnung so war. Eine gewisse Unsicherheit wird jedoch immer da sein. (Das wird wohl allen so ergehen.) Sollte ich eines Tages trotz allem wieder Krebs bekommen, so würde die ganze Entscheidungsfrage nämlich wieder von vorne beginnen, davon bin ich überzeugt. - Trotzdem würde mich eine Statistik interessieren über Nicht-Therapierte Frauen bei Brustkrebs. Gibts da keine Langzeitstudien? Weiss da wirklich niemand was darüber? (Ich persönlich kenne da z.B. schon ZWEI Frauen, welche gesund und munter sind ohne Behandlung! Die eine nach fünfzehn Jahren noch, die andere nach zehn Jahren!)

Aber die Frage, welche ich eigentlich an die Betroffenen stellen will, geht noch einen Schritt weiter: Was habt Ihr in Eurem "neuen" Leben verändert? HABT Ihr etwas geändert? Habt IHR Euch verändert? Habt Ihr etwas ganz Neues angefangen, etwas völlig Verrücktes (z.B. Schauspielunterricht genommen, Fallschirmspringen gelernt oder eine Kneipe eröffnet)? Habt Ihr einen Traum verwirklicht? - Oder ist in Eurem Leben alles noch wie zuvor?
Es grüsst Euch herzlich am frühen Morgen
Brigitte

04.04.2002, 11:47
Hallo Brigitte,

sorry für meinen etwas verspäteten reply.
Natürlich bin auch ich der Meinung, dass kein Arzt eine Patientin zu einer behandlung zwingen sollte oder sie abfällig behandeln sollte wenn sie sich gegen die Schulmedizin entscheidet. Hier kann ich nur sagen das es in der Schulmedizin wie überall auf der Welt gute und schlechte Ärzte, gefühlvolle und emtionslose Ärzte gibt. That#s life, liegt es jdoch meiner meinung nach auch ander Patientin sich wenn Sie sich schlecht behandelt fühlt einen anderen Arzt zu suchen. In meinen Augen gibt es zu wenige Patientin, die sich nciht einfach fallen lassen sondern ihre Erkrankung auch selbst versuchen zu beeinflussen. Dies kann in meinen Augen nur durch eine konsquente Auseinandersetzung mit der Krankheit geschehen, die dann in eigene Entscheidungsfällung resultieren kann. Sich einfach in die von Ihnen erwähnte "Maschinerie" fallen zu lassen ist die Hilflosigkeit, die wohl jede patientin am Anfang verspürt. Sich den Ärzten auszuliefern oder nicht hat jedoch in meinen Augen nicht viel mit Schulmedizin oder Nicht-Schulmedizin zu tun, sondern mit der einstellung der patientin ihrer eigenen Erkrankung gegenüber. Auch ich vertrete den Standpunkt das eine patientin bei ihrer Behandlung mitentscheiden sollte. Womit ich nciht übereinstimme ist das Abtun der Schulmedizin aufgrund angeblich fehlender Statistiken. Bei meiner mutter war es folgender massen: Nach der Operation wurde ihr ihr gesagt das ein Lymphknoten positiv getestet wurde. ihr wurde genau erklärt was dies bedeutet. Es wurde ihr auch erklärt das bei allen Folgeuntersuchungen keine Fernmetastasen festgestellt werden konnten und das sie momentan klinisch gesund sei, also nach hause gehen könne. Dann wurden ihr aber auch Statistiken klinischer Studien vorgelegt, die bei ihrer Art von Brustkrebs belegten das eine adjuvante Chemotherapie die Wahrscheinlichkeit um knapp 10% verringern kann irgendwann einmal Fernmetastasen zu entwickeln. Hier liegt es jetzt an der patientin zu entscheiden ob ihr es wert ist für 10% die Tortouren eine rChemo auf sich zu nehmen. Meine mutter hat sich dafür entscheiden einfach aus dem Fakt heraus das sie sich mit knapp 47 für stark genug hielt die Strapazen auf sich zu nehmen. Ihr damaliger kommentar war der das sie alles in ihrer macht stehende tun würde, die Wahrscheinlichkeit einer Wiedererkrankung so gering wie möglich zu halten. Auch einer darauffolgenden Hormontherapie stimmte sie zu. Unsicherheit herrscht immer noch, natürlich besteht immer noch die möglichkeit einer Wiedererkrankung, aber zumindest sagt sich meine mutter das sie sich dann keine Vorwürfe machen muss nciht alles getan zu haben. Ich glaube der Umgang mit der Krankheit und die Therapiewahl oder Entscheidung hat nciht wirklich was mit der Schulmedizin sondern vielmehr mit de rpatientin zu tun. Es ist in meinen Augen aber richtig zu sagen, OK niemand weiss ob diese Chemo für sie wirklich notwendig ist oder nicht aber im Schnitt verringert es bei Patientinnen in ihrem Stadium die Wahrscheinlichkeit um 10%. und genau dies meine ich mit das Chemos auch vieln Menschen geholfen hat. Wenn jemand für sich entscheidet, diese 10% sind nciht genug ist es doch ganauso zu akzeptieren, jeder setzt andere Prioritäten. Ich finde es gut das sie sich mit ihrer Krankheit auseinandergesetzt haben und auch einen für sich akzeptablen Weg gefunden haben. Unsicherheit können auch Sie nciht ganz von der hand weisen, meine mutter auch nicht, das ist es ja was Krebs so eklig macht. Es gibt keinen generell richtigen oder falschen Weg sondern nur den individuell richtigen Weg, jeder muss sich doch mit seiner Therapie wohl fühlen und an sie glauben sonst kann man es doch gleich sein lassen.

Gruss

Axel

04.04.2002, 20:30
Hallo Axel
Richtig, Du hast recht! Danke, für Deine Antwort. Ich bin genau Deiner Meinung. Ich schreibe Dir hier meine nur mal meine Gedanken dazu auf:

Ach, es muss wunderbar für einen Patienten sein, wenn er von Anfang an einen guten Arzt erwischt, welcher ihn vollumfänglich informiert und ihn berät. Im Guten und im Schlechten. Ja, DANN kann der Patient entscheiden!
Bei mir geschah das leider nicht. Jene Aerzte, welche ich dringend nach der Diagnose gebraucht habe, waren alle in Urlaub! Im Schnitt gesehen, habe ich über zwei Monate keinerlei Informationen und Beratungen erhalten, einschliesslich "Vergesslichkeit", mich an einen Onkologen weiter zu verweisen, obwohl ich es verlangt hatte, und mich dann weitere vier Wochen Wartezeit kosteten! (Zu diesem überaus anerkannten guten Onkologen konnte man nur hingehen, wenn man sich von einem behandelnden Arzt an ihn überweisen liess! Dieser Onkologe war nämlich leider völlig ausgebucht! - Als ich dann endlich zu ihm durfte, bekam ich eine HALBE Stunde! Dafür wusste dort in der Praxis keiner mehr, wie mein NAME lautete! Ich war dort also eine Namenlose Krebspatientin! - Eine Panne? Oder einfach nur Pech?) Tja, stell Dir das mal vor. Diese Verzweiflung, dass kein einziger Arzt Zeit für Dich hat! In diesem Moment!
Naja, ausgenommen ihren "Befehlen", welche dann kamen und so lauteten: "Wir müssen das operieren um zu sehen ..." oder "Und dann machen wir eine Bestrahlung!" - Da fragst Du Dich, ob die Aerzte Dir eigentlich das Leben retten wollen, oder ob ihnen ihr Urlaub oder ihre Geldeinnahmen wichtiger sind! Das ist jetzt vielleicht böse von mir, ich weiss, aber leider habe ich das damals so empfunden! Befehle nutzten mir nichts, ich brauchte Aufklärung! Ueber Vorteile, über Nachteile, einfach alles!
- Naja, was Du erwähnt hast mit der Aufklärung deiner Mutter, das habe ich dann halt alles selber nachgelesen und heraus gefunden. Was blieb mir anderes übrig? (Es gibt auch Frauen, habe ich mitbekommen, die wissen MEHR über ihren Krebs als ihr Doktor selber! Das sind wahrscheinlich jene, die sich wirklich von allen Seiten informieren! Ist doch gut, oder? - Es klappt also auch mit VIELEN Büchern und dem dazugehörigen Wissensdurst.)

Ach ja, auch ich habe mir SEHR viele Gedanken gemacht, schwankte mal auf dieser Seite, mal auf jener. Dass mir niemand eine Statistik über Frauen mit Brustkrebs zeigen konnte, welche auf medizinische Nachbehandlungen verzichtet haben, war für mich zu jener Zeit eigentlich mehr nebensächlich. Es erstaunte mich nur. Ich bin erst heute so daran interessiert, weil diese Statistiken offenbar DOCH fehlen? Dann wäre es doch eigentlich Zeit, dies nachzuholen und endlich mal damit anzufangen! Ich wäre nämlich bereit, mich da eintragen zu lassen! Aber interessiert das überhaupt jemanden? GLAUBT überhaupt ein Arzt daran, dass ich gesund bleiben könnte? Hm?

Ja, die Entscheidung liegt beim Patienten. Nur manchmal, weisst Du, zweifle ich ein bisschen daran, ob auch wirklich ALLE Frauen genug Pep haben, ihrem Arzt kritische Fragen zu stellen. (Ich will jetzt nicht die Frauen an den Pranger stellen - bin ja selbst eine - sondern rede da nur aus eigener Erfahrung.) Wie ich schon erwähnt habe, sagte mir einer der Aerzte: "Und dann machen wir eine Bestrahlung!" Ist das vielleicht eine Beratung? Wohl eher ein Befehl! Wieviele Frauen sagen hier in ihrer Verzweiflung: "Ja, Herr Doktor, wenn Sie meinen!" und fragen gar nicht weiter? Seien wir doch ehrlich. Was kannst Du als Patient DARAUF noch FRAGEN, erwidern oder kritisieren? Zudem nimmt einem die Situation, eine Krebsdiagnose am Hals zu haben, sämtliche Energie weg! Da bist Du gelähmt. Zu geschockt. Und Du WILLST eine Behandlung für diesen hinterlistigen Krebs! Und zwar SOFORT! Und Du willst da nicht noch die Odysee auf Dich nehmen, und zwanzig Aerzte abklappern, bis Du endlich einen gefunden hast, der sich die Zeit nimmt, um Dich richtig zu BERATEN! - Weil Du Dich da nämlich auch fragst, ob Du überhaupt mit Krebs DAZU noch die Zeit hast!

Und wie ich von so VIELEN Seiten kritisiert wurde! Von den besten Freunden! Von Frauen! - (Ueberraschenderweise waren es mehrheitlich die Männer, welche mir sagten: "Brigitte, tu was Du für richtig hältst! Die Schulmedizin ist noch längst nicht so weit!")
Ratschläge - in dieser Situation - von anderen anzunehmen, ist natürlich auch immer schwierig gewesen. Ich habe alle möglichen Ratschläge gehört. Eine Frau riet mir, unbedingt eine Bestrahlung zu machen, und als ich da zögernd verneinte, sagte sie: "Ja willst Du denn Metastasen kriegen?" Eine andere riet mir zu einem Geistheiler, und als ich unsicher verneinte, sagte sie: "Ja willst Du denn Metastasen kriegen?" Ein Mann riet mir, auf die Schulmedizin zu verzichten, und als ich zweifelte und sagte, ich wisse es noch nicht, meinte er:"Das ist GIFT! Willst Du denn unbedingt noch mal Krebs kriegen?"

Ja, jeder denkt hier anders darüber. Und nachdem sich ein paar meiner Freunde zurück gezogen haben, (ich dafür ein paar neue gefunden hatte), hatte sich das alles gelegt und heute fragt mich kaum noch jemand nach meinem Wohlbefinden. Weil ich halt "gesund" bin und alles i.O. ist.
Mir ist schon klar, dass die Leute auch Mühe haben, damit umzugehen, und sie selber völlig ratlos sind. Man meint es ja nur gut. Aber damals habe ich mich gefühlt wie in einem winzigen Schiffchen, welches auf stürmenden Meereswellen fast am versinken war.

Ich bin nicht GEGEN die Schulmedizin, lieber Axel. Um es nochmals zu betonen. - Aber wenn Du eine Statistik weisst ..., ich würde mich da wirklich gerne eintragen lassen!

Es grüsst Dich herzlich Brigitte

05.04.2002, 09:01
Ich finde es toll, dass es Menschen gibt, die noch eine Hoffnung haben. Meine Mutter hat dies nach Ihrer letzten Diagnose nicht mehr. Zunächst begann alles ganz "harmlos" mit einem Knoten in der Brust. Diagnose: BK. Dann OP, Chemo, Bestrahlung, das ganze Programm. Zunächst sah es dann auch aus, als hätte diese Behandlung Erfolg. Dann Nachbehandlung. Schmerzen an der Narbe. Diagnose: Metasthasenbildung. Wieder das komplette Programm. Wieder nach ca. 1,5 Jahren Schmerzen, diesmal in der Achsel der operierten Seite. Diagnose: Lymphknotenkrebs. Wieder OP und das ganze Programm. Nachbehandlung. Dann hat meine Mutter seit einem Jahr keine Nachbahandlung mehr gehabt, weil Sie es satt war. Ihre Haut ist stark strahlengeschädigt. Mit Ekzemen vor allem im Operativbereich übersäht.
In der letzen Woche bekam Sie dann keine Luft mehr und ging wieder in ein Krankenhaus (Wieso das wohl nicht Gesundungshaus heißt ?!) Diagnose nachdem man Ihr 3,5 Liter Wasser aus dem Brustkorb gesaugt hatte: Metasthasen im Bereich der Rippen. Jetzt kommen noch CT, weil die Knochen angegriffen sind und sie schon Beulen am Kopf hat.
Wo ich so Deine Beiträge lesen wünsche ich Dir ein langes Leben und meiner Mutter einen schmerzarmen Tod. Ich werde sie nochmal an die Nordsee fahren, wo sie gerne noch mal hinwill.luetsches.Ralf@ktn.thyssenkrupp.com

05.04.2002, 19:02
Hallo an alle Betroffenen,
ganz kurz will ich auf meine Geschichte eingehen. Nach OP wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht hormonpositiv bin. Also Chemotherapie sollte folgen. Da ich diese ablehnte, war ich auf einmal schwach hormon positiv und sollte Tamoxifen über 2 Jahre schlucken. Es ist doch schon merkwürdig was die Ärzte sich da alles einfallen lassen. Der Onkologe, bei dem ich eine Zweitmeinung einholte war der Meinung, für ihn bin ich hormon negativ, da er niergends einen Gegenbeweis findet. Na toll, was nun????? Ich habe mich gegen die Chemotherapie und auch gegen Hormone entschieden. Ich spritze Mistel und nehme Enzyme und gehe viel spazieren und lache viel und vernachlässige endlich nach zwanzig Jahren meinen Haushalt und genieße einfach nur noch. Ich gehe zwar wieder halbtags arbeiten, doch dies tue ich für mich und für sonst niemanden. Meine Söhne und mein Mann haben bügeln gelernt und dies klappt wirklich schon ganz gut. Was aber auch ganz wichtig ist, ich habe gelernt "NEIN" zu sagen. Dazu habe ich zwar einen Psychotherapeuten gebraucht, doch es hat gewirkt.Er sagte zu mir, Krebspatienten sind die, die rücksichtslos mit sich umgehen und umgehen lassen. Er hat recht!!!Horcht mal in euch rein, ob ihr vor der Erkrankung wirklich so glücklich mit eurem Leben gewesen seid. Oder ob nicht alles schon sehr mechanisch war und man einfach funktioniert hat.
In diesem Sinne möchte ich allen Mut machen. Es gibt immer wieder mal ein Tief, doch wer leben will, muß lernen sein Leben zu ändern.
Alles Gute für euch
Doris

05.04.2002, 21:08
Hallo alle zusammen!
Ach, mir wird es immer wieder ganz schwammig zumute, wenn ich höre, dass die üblichen schulmedizinischen Nachbehandlungen nach einer Brustkrebsdiagnose überhaupt nichts nützen und je nachdem alles nur noch viel schlimmer machen. Lieber Ralf, mir fehlen die Worte (wo ich doch sonst immer so viel zu sagen habe). Ich wünsche Dir jedenfalls ganz, ganz viel Kraft und Deiner Mutter ebenfalls. Geniesst Euren kleinen Ausflug, er gehört Euch beiden ganz allein. - Und ich danke Dir auch herzlich für Deine Wünsche. Weisst Du, bei aller Kritik, die ich um mich herum dauernd anhören musste, tun mir solche Wünsche wie die Deine so richtig gut! Und den anderen Nicht-Therapierten bestimmt auch.

Liebe Doris, Deine Geschichte überrascht mich nicht, wo ich doch selber so "komische" Erfahrungen mit den Aerzten gemacht habe. Wenn Aerzte verschiedener Meinungen über eine Diagnose oder der Hormonwerte haben, dann wird es also böse happig für den Patienten! Was soll er dann noch glauben? Wie soll er dann noch den Aerzten vertrauen schenken? Soll er nach weiteren Aerzten suchen? Wieviele? Zehn, zwanzig? Bis er sich dann selber ein Bild machen und sagen kann: "Also 12 Aerzte meinten dies, die restlichen das! Ich entscheide mich für das Mehr der Meinungen!" - Das ist doch ein Witz! Ein Krebspatient hat nicht noch die Zeit und vor allem nicht die NERVEN für sowas! - Wen wunderts, dass sich die Patienten dann zurück ziehen und überhaupt nichts mehr glauben?
Immerhin, so finde ich, sind so negative Erfahrungen mit den Aerzten aber auch positiv zu sehen. Man wird dann zumindest kritischer allem gegenüber, stärker und mutiger genug, um auch mal Nein sagen zu können, nicht wahr? Zweifel zu haben, muss ja nicht unbedingt was Schlechtes sein, im Gegenteil. Es fördert das Nachdenken und die Entscheidungsfähigkeit, hm-hm!
Andererseits muss man vielleicht trotzdem aufpassen, sich nicht zu sehr in Abwehrhaltung (gegen die schulmedizinischen Nachbehandlungen) zu wiegen, denn hier geht es letzten Endes bei jedem einzelnen Patienten um die Frage nach Leben und Tod. Da beide Seiten (Behandlung oder Nicht-Behandlung) das Leben, aber auch den Tod bedeuten können, sollte man vorsichtig sein mit Vorurteilen und Kritik. - Das ist meine Meinung, und deshalb regte es mich immer wieder so auf, wenn ich deswegen von Aerzten oder den Leuten in meiner Umgebung kritisiert oder verurteilt wurde. Es braucht schon ein bisschen eine Elefantenhaut, wenn man dies locker nehmen und "darüber stehen" will. Als es damals bei mir ganz Dicke mit den vielen gutgemeinten Ratschlägen und der Kritik der Aerzte zuging, brachte mich das richtig in Rage. Ich begriff nicht, dass Menschen in JENEM Moment mich - eine frische Krebspatientin! - so überzeugend "belehren" wollten, und wenn ich nicht derselben Meinung oder unsicher war, ich mir dann auch noch anschauen musste, wie sie mich mit Blicken musterten, welche alles mögliche aussagten. Vielleicht hätten sich viele noch gerne gleich mit dem Finger an die Stirn getippt, ... aber das haben sie dann doch nicht gewagt!

Ich komme jetzt noch mal schlell auf die Statistik zurück, nach welcher ich eigentlich suche! Jene, welche die Nichttherapierten Brustkrebs-Patientinnen aufführt! Vielleicht gibt es da eine bei Euch in Deutschland? - Bei uns in der Schweiz hat mir jedenfalls noch kein Arzt eine vorlegen können. Wahrscheinlich gibt es auch keine. NOCH keine. - Jetzt habe ich aber soeben erfahren, dass unsere schweizer Krankenhäuser (seit 1998) laut Gesetz verpflichtet sind, dem BFS (Bundesamt für Statistik) die Krankheitsdaten zu liefern. Und zwar in Codes. ICD-10-Codes heissen die. Von diesem Datenberg erhoffen sich die Statistiker eine Auskunft über den Gesundheitszustand der Bevölkerung sowie die Leistung und die Qualität der Krankenhäuser zu bekommen! - Ach ja? Wir Patienten wissen da gar nichts davon! - Und je mehr Codes-Daten so ein Krankenhaus erstellt (Hauptdiagnosen und noch Nebendiagnosen), um so mehr erhalten die Krankenhäuser GELD! Weil sie dann ja angeblich VIEL arbeiten!

Leute, auf was für einer Welt lebe ich eigentlich? - Ich werde da mal ein bisschen recherchieren! Ist ja eine Frechheit! Ich wäre gerne bereit, mich in eine Statistik eintragen zu lassen (obwohl ich kein besonderer Fan davon bin!), aber so ungefragt geht das ja nun auch wieder nicht; mein lieber Schwan!

Ganz liebe Grüsse an Euch alle
Brigitte

07.04.2002, 15:12
Hallo Brigitte,

also irgendwie habe ich nach der letzten Antwort auf meinen Eintrag das Gefühl bekommen du wärst etwas böse. Ich wollte dich mit meiner Verteidigung der Schulmedizin natürlich nciht angreifen, nur um das noch mal zu betonen. Ich wünsche Dir viel kraft und alles Gute, und das dir und meiner Mutter noch viele wunderschöne Jahre bevorstehen, egal ob ihr unterschiedliche Wege gegangen seid. Zu deinem Statistikdurst kann ich sagen wenn du mal den Umkehrschluss aus den existierenden Statistiken ziehst bekommst du eine Antwort auf deine Fragen. Wenn ich letztens geschrieben habe dass bei meiner Mutter statistisch bewiesen wurde das durch eine adjuvante chemo sich die Wharscheinlichkeit nciht wiederzuerkranken um 10% erhöht, dann heisst das im Umkehrschluss sich nciht adjuvant behandeln zu lassen also auf die Schulmedizin zu verzichten rein statistisch eine 10% höhere Chance hat wiederzuerkranken. Nun heisst es hier jedoch zu bemerken das dies auf meine Mutter zutrifft, rein statistisch gesehen also mit ihrer Tumorklassifikation und Lymphknotenstatus. Natürlich kann man diese 10% nciht auf jeden BK Patienten einfach so übertragen.

Ein witziger Umstand in dieser Sache ist der Fakt das meine Mom auch Brigitte heisst. Ihr habt Parallelen, denn ihr habt Biss und Willensstärke, liegt wohl am Namen....................

Gruss

Axel

08.04.2002, 12:30
hallo brigitte,
vielen dank für alle beiträge auf dieser internetseite.seid 14 tagen weiß ich auch,dass ich zu den brustkrebspatienten gehöre und hat mein bis dahin so sorgrnfreies leben von einer minute auf die andere auf eine harte bewährungsprobe gestellt.meine erste reaktion war,diesesmal standest du in der ersten reihe als ausgezählt wurde,nicht eine andere.ich hatte mir eigendlich auch nichts vorzuwerfen.regelmäßige jährliche kontrolluntersuchungen bei der frauenärztin waren für mich eigendlich selbstverständlich.die letzte und eigendlich erste mammographie lag dreieinhalb jahre zurück und zeigte keine auffälligkeiten,nur jetzt aufeinmal heißt es es waren anzeichen einer mastopathie da.von seiten der ärzte aber anscheinend kein grund eine mammographie in etwas kürzerem abständen anzusetzen.nur jetzt hilft auch kein lamentieren,dass was sich keine frau wünscht ist eingetreten.die tatsache ansich hat mich bisher noch nicht in panik ausbrechen lassen,im moment wundere ich mich selber über meine ruhe .was mich aber (ich weiß nicht ob ich sagen soll,wütend macht) ist die reaktionen der ärzte.angefangen von der radiologin,die mir die aufnahmen mit den worten in die hand gab:"wenden sie sich an ihre ärztin und weiterhin wünche ich ihnen alles gute",konnte ich mir schon ausrechnen wie das ergebnis ausgefallen war.meine frauenärztin wirkte auch etwas hilflos und endlies mich mit den worten,"suchen sie sich ein krankenhaus,vielleicht ist ja alles harmlos,der knoten muss aber raus.welches krankenhaus in dem fall das beste sein könnte wurde mir nicht mitgeteilt,in einer großstadt wie münchen ja kein problem,es gibt ja genügend.
mein erster gedanke war sofort,wenn ich schon so eine unangenehme sache auf mich nehmen muss,dann soll es auch eine klinik und ein arzt sein bei dem ich das gefühl habe,hier werde ich als mündiger patient behandelt und ich fühle mich wohl.bisher sind schon zwei versuche fehlgeschlagen,weil genau dieses nicht stimmte.heute morgen habe ich einen einweisungstermin abgesagt(ihre ganzen Gedanken und zeilen hier auf dieser seite haben mich dazu noch bestärkt)diesen schritt zu tun.zum erstenmal nach meiner diagnose hatte ich mich nach dem besuch bei diesem arzt total hilflos und bevormundet gefühlt.das ganze gespräch bestand nur aus der frage:"warum sind sie hier und nach ansicht der röntgenaufnahme und kurzer untersuchung folgte das staetment,von brusterhaltenden maßnahmen halte ich garnichts,es bleibt immer ein restrisiko und am besten ist man entfernt alles auch die lympfdrüsen es wurde nichts gefragt und keine alternativen aufgezeigt um ehrlich zu sein ich war zum erstenmal in meinem leben richtig sprachlos.auf die letzte frage ,wie ich den versichert sei,kam nach meiner antwort ,da sie privat versichert sind können sie gleich einen termin machen und verschwand von der bildfläche..nun bin ich wieder auf der suche,bin aber guter dingedenn es können nicht alle ärzte so sein.ich streube mich nicht gegen eine operation,denn ich weiß es muss etwas gemacht werden,doch soll die letzte entscheidung immer bei mir liegen und ich nicht hilflos dem ganzen medizinischen apperat ausgeliefert sein.ich hoffe ich habe immer die kraft dazu auch gegen den strom zuschwimmen.

08.04.2002, 18:17
Hallo alle zusammen!
Zuerst möchte ich Sigrid antworten. Liebe Sigrid, ich umarme Dich ganz fest in Gedanken (auch wenn wir uns nicht kennen, was soll's!)Als ich Deine Zeilen gelesen habe, fühlte ich völlig mit Dir mit. Ach, wie ich das so gut kenne!
Klar, der Knoten muss raus und Du wirst wohl nicht um eine OP herum kommen. Du bist ja guter Dinge, wie Du schreibst, das ist doch schon mal positiv. Bevor Du wieder das Gefühl hast, Du bist hier in einem Land (Spital) der kalten Maschinerie, ruf doch vorher dort an und sag, Du möchtest zuerst einen BERATUNGS-Termin. Ein Arzt sollte sich hierfür mindestens EINE Stunde Zeit nehmen können. Und schreibe Dir alle Fragen auf. Frag auch nach Nebenwirkungen oder möglichen Spätfolgen. Und frag auch ruhig mal: "MUSS das sein?" - Wenn Du viele Fragen hast, bist Du für den Arzt zwar vielleicht "unbequem", aber zumindest weisst Du selber dann die Antwort. Manchmal können es bei den Aerzten auch sehr "ausweichende" Antworten sein. Frag dann solange, bis sie Dir die richtige Antwort geben, das ist das Beste. Ein Onkologe kann Dir wahrscheinlich am ehesten helfen mit der Beratung. Ich persönlich habe z.B. mit antrophosophischen Aerzten in dieser Beziehung SEHR gute Erfahrungen gemacht. Ganz besonders was das "menschliche" betrifft. Die arbeiten in Ergänzung zur Schulmedizin. Immerhin fühlt man sich bei denen wohl und als Mensch akzeptiert.
Lass Dich nicht unterkriegen, Sigrid, ich wünsche Dir ganz viel Glück, auch wenn ich Dir bei Deiner Entscheidung nicht helfen kann. Ich finde es ganz toll, dass Du die Dinge hinterfragst, denn das wird Dir bei Deiner Entscheidung dann sehr nützlich sein. Du schaffst das schon! Bitte melde Dich doch wieder, damit wir alle wissen, wie es Dir geht, ja?

Lieber Axel, jetzt möchte ich noch auf Deinen Eintrag zurück kommen. Danke für Dein Kompliment über das "bissig" und "Willensstärke"! Ich musste lachen, als ich das las. Lustig, dass Deine Mutter auch Brigitte heisst. Brigitte heisst ja "die Erhabene" ... aber ob Erhabenheit wohl was mit Biss zu tun hat? Haha!
Nein, Spass beiseite. Ich wollte Dir nur sagen, Axel, dass ich nicht böse bin. Doch nicht auf Dich! Im Gegenteil, ich bewundere es, wie Du Dich um Deine Mutter kümmerst. Wir haben zwar verschiedene Ansichten, aber das ist ja auch gut so, oder?
Manchmal bin ich wahrscheinlich schon ein bisschen krass, wenn man meine Zeilen liest. Aber ich habe da mehr eine Wut auf die Aerzte, weisst Du. Die Aerzte mit ihrem kühlen Gehabe, welche kaum Zeit für mich hatten, welche nicht auf meine Person eingehen wollten - oder konnten -, welche mich so unverschämt behandelt haben, (Ich könnte Dir da noch ein paar andere Storys erzählen - die sind echt zum schreien! - aber das kann ich ja später noch nachholen), so dass sich da bei mir schon ein bisschen eine Ablehnung aufgebaut hat. Aber das hat mit den Aerzten selbst zu tun, mit der Aerztemaschinerie, nicht mit der Schulmedizin im Allgemeinen. Zudem will ich hier in diesem Krebs-Kompass (finde ich übrigens eine ganz tolle Site!) auch mal die Gegenseite zeigen, weil man die nämlich nur selten zu hören bekommt. Die Nicht-Therapierten Frauen bei Brustkrebs, so scheint es mir, "verschwinden" in die von der Allgemeinheit ahnungslose Dunkelziffer der Nichtbeachteten. (Und das ist auch noch ein Grund, weshalb ich diese verflixte Statistik suche!) Und ich finde, man sollte auch über und mit den Nicht-Therapieten reden können, weil diese ja genau so "leiden" wie die anderen.

Jaja, diese Statistik! Du hast also Einblick in diese Statistiken gehabt, Axel? Ich habe ja noch niemals eine gesehen, kannst Du mir nicht erklären, wie die so in etwa aussieht?
Ich überlege mir gerade: Wenn die Statistik also aussagt, dass bei den schulmedizinisch nachbehandelnden Patientinnen die Chance, nicht mehr Krebs zu bekommen, um 10 % gestiegen ist, dann müsste doch eine Gegenstatistik aussagen können, dass Nicht-Therapierte Frauen diese 10%-Chance weniger haben, richtig? Oder anders gesagt: Von 100 Frauen, welche sich nicht behandeln liessen, (auf die Dauer von 5 Jahren z.B.), haben 10 Frauen einen Rückfall bekommen. Und dann müsste ja noch die Krebsart, die Grösse, betroffene Lymphdrüsen oder nicht, usw. noch exakt statistisch erwähnt sein, oder?

Es grüsst die "bissige" Erhabenheit (hihi!)
(Lachen tut gut!)

09.04.2002, 09:23
Halli Hallo Gitti (Spitzname meiner Mom),

richtig Lachen tut gut und scheint egal ob schulmedizinisch oder nicht immer noch die beste Medizin zu sein.
Nun zur Statistik: Also ich selbst habe mal in einer onkologischen Klinik gearbeitet und habe mich daher sehr intensiv mit dem thema Krebs auseinandersetzen müssen und wollen. Du wirst immer unterschiedliche Meinungen über existierende Statistiken finden, der einer mag sagen halt dich daran nicht zu sehr fest jeder Patient hat seine individuelle Statistik und andere mögen sagen diese Statistiken rechtfertigen einfach die Herangehensweise der Medizin. Ausserdem glaube ich muss so eine Statistik wie ich sie erwähnt habe auch anders verstanden oder anders von mir erklärt werden. Sagen wir der Brustkrebs befindet sich im Stadium X. Dieses Stadium, so hat man in Langzeitstudien herausgefunden das z.B. 50% der betroffenen Frauen im Laufe der Zeitspanne Y einen Rückfall erleiden. Frage 1: Welche 50 von 100 Frauen erleidet diesen Rückfall. Antwort: Man weiss es nicht. Nun hat man aber wiedermals in Langzeitstudien herausgefunden das wenn man allen 100 Frauen eine adjuvante Chemotherapie gibt (eine die auf Stadium und LK Status passt)60 Frauen diese Zeitspanne Y überstehen. Nun hat man weiterhin herausgefunden das wenn der Tumor rezeptor positiv ist, das Hormone z.B. noch einmal "5 Frauen drauflegen" für die Zeitspanne Y. Kurz gesagt mit diesen beiden Mitteln überstehen auf einmal 65 Frauen von 100 getesteten Frauen die Zeitspanne Y. Also nur um noch mal mein Vorgehen hier zu erläutern, diese Beispiel ist fiktiv und Zahlen nur asusgedacht. Diese Statistiken müsste dir eigentlich jede Forschungsklinik geben können. Was bedeutet aber so eine Studie. Sie bedeutet eindeutig dass auch ohne Behandlung 50% der Frauen die Zeitspanne Y überstehen. Ich glaube die 51 Frau die bei der Studie ohne Behandlung jetzt durchs Raster gefallen wäre und diese Zeitspanne Y nciht überstanden hat ist froh dass sie bei der anderen Studie mit adjuvanter bahndlung nciht durchs Raster gefallen ist weil sie immer ncoh unter den 65 Frauen ist die die Zeitspanne Y überstehen. Das meinte ich auc in mienr ersten mail das es wahrscheinlich sehr viele Frauen gibt die auch durch eine Chemo gerettet wurden.
Übrigens das mit dem bissig und Willensstärke meinte ich wirklich ernst, zumindest was meine mutter angeht. Bissig war sie schon immer in ihren Kommentaren und ihrer Offenheit. Willensstärke habe ich besonders in ihrem Kampf gesehen. Hoppla ich glaube wirklich selbiges scheint auf dich zuzutreffen.

Gruss und dicke Umarmung

PS: Hast du eigentlich auch Kinder und wenn wie alt sind diese. ich selbst bin 23 und studiere noch.

09.04.2002, 12:28
Sorry nur zur aufklärung der "Anonym" oben drüber bin ich ......

Gruss
Axl

09.04.2002, 13:16
Hallo Brigitte,
vielen Dank für Deine aufmunternden Zeilen.Manchmal denke ich mir,es muss erst etwas gravierendes passieren,um wieder einmal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden .Man hört immer von Krankheiten die Menschen in der näheren Umgebung treffen,findet es schrecklich und ist froh nicht betroffen zu sein.Man fühlt sich absolut gesund,könnte Bäume ausreißen und von einer Minute zur anderen gehörst du laut Röntgenaufnahme und Befund zu den "Totgeweihten",die mit einem Fuß schon im Grab stehen.Es klingt fürchterlich und ist auch fürchterlich,und plötzlich nimmt man Dinge im Körper wahr,die vor dem Befund nicht da waren,oder nicht wahr genommen wurden und plötzlich stellt jedes Zipperlein in Gedanken eine Gefahr da.Etwas positives hat die Geschichte schon jetzt für mich.Wir wären uns im Leben nie begegnet und jetzt begegnen wir uns in Internet und ich habe das Gefühl als kennen wir uns schon lange,denn.Du sprichst mir in vielen Sachen vollkommen aus der Seele.Eigendlich hätte diese Art von Zusammenführung auch harmloser ausfallen können,doch anscheinend mußte es so sein.Auf dein Angebot mit den Fragen an den Arzt komme ich gerne zurück,denn Morgen steht ein neuer Termin an.Bin gespannt was mich dort erwartet!Über das Internet bin ich auch an eine Berlinerseite geraten,die mich sehr interessiert hat.Dort gibt es sogenannte MAMMA-sprechstunden,die vor einer OP verschiedene Untersuchungen machen,um überhaupt erst festzustellen um was für einen Knoten es sich überhaupt handelt.Dazu gehören Feinnadelpunktin,Stanzbiobsie oder eine geschlossene Biopsie(Probeendnahme ohne OP).Auf Anfrage in Berlin konnte mir in München konkret keine Stelle genannt werden,aber vielleicht ist hier jemand dabei,der eine Stelle kennt.Über Rückmeldung würde ich mich freuen.Notfalls geht es auf nach Berlin.Wie heißt es so schön"Berlin ist eine Reise wert",diesesmal aus einer ganz anderen Perspektive gesehen.Hätte ich mir so eigentlich nicht träumen lassen,aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Viele liebe Grüsse aus dem sonnigen München

09.04.2002, 16:44
Hallo Sigrid!
In Berlin war ich auch, weil mir die website und das was Dr. Koubenec dort schreibt, so gut gefallen hat.
Wenn Du Dich entscheidest nach Berlin zu fahren ( ich hatte noch einen Koffer dort, nee, bin dort mal geboren ), frage die Schwester nach einem Termin bei dem eine Stanz- oder Feinnadelbiopsie zeitlich gemacht werden kann, bevor die Proben für den Pathologen abgeholt werden. Das hat bei mir nicht geklappt. Wenn bei Dir denn eine geschlossene
Biopsie gemacht werden soll oder kann.
Dr. Koubenec will eine Datensammlung ins Netz stellen, in der alle Krankenhäuser in der Bundesrepublik aufgeführt sein sollen, die geschlossene Biopsien durchführen. Dazu ist er auf die Mithilfe von PatientInnen angewiesen, die die Daten eingeben. Also vielleicht mal an dieser Stelle der Aufruf: Freiwillige vor, die das machen wollen und sich bei Dr. Kubenec in Berlin melden!

Warum bei mir prinzipiell keine Feinnadel- oder Stanzbiopsie gemacht werden konnte, habe ich immer noch nicht richtig verstanden und es auch im Laufe der Ereignisse aus den Augen verloren. Ich habe mich "mit Händen und Füssen" gegen eine offene Biopsie gewehrt, weil ich so einen Horror vor einem Krankenhausaufenthalt und der Narkose hatte, aber war ich doch neugierig genug und wollte wissen, was für Knoten da in meiner Brust schlummern. Und jetzt weiss ich es!

Jetzt noch ein paar Tips rund um eine offene Biopsie:: sammle so vorher viele Informationen wie möglich, z.B. auch bei ganzheitlich arbeitenden Ärzten ( die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr nennt Dir bei einem Telefonat Ärzte in München ). Nicht dass Du, wie es mir passierte, nach der OP bei einem ganzheitlichen arbeitenden Arzt sitzt und der Dir sagt: wir HÄTTEN uns vor der OP kennenlernen sollen. Und wie ich das Wort 'hätte' sowieso schon immer gehasst habe!

Warum hat er das gesagt? Wenn ein Tumor entfernt wird, geht er zum Pathologen und der legt ihn in Formalin und macht seine mikroskopischen Untersuchungen. Dann ist das Gewebe tot. Man kann am lebenden Gewebe aber noch ganz andere Untersuchungen machen, z.B. auf Chemo-Sensitivität. Das macht z.B. ein Labor in ....München!

Ausserdem kann man für eine alternative Behandlungsart aus einem Teil des Tumors einen Impfstoff herstellen, der nach der OP gespritzt wird. Damit würde Deinem Immunsystem der "Feind" mal so richtig präsentiert, nach dem Motto "seht ihr, das isser". Scheinbar sind Immunzellen manchmal etwas blöd und erkennen die feindlichen Zellen nicht.
Ich schreibe das jetzt etwas flapsig, weil, superwissenschaftliche Informationen muss man sich eh genug antun.
Die oben beschriebene Tumorimpfung ist meiner Information nach noch im Versuchsstadium und wird von der Schulmedizin (noch?) nicht akzeptiert. Ich habe von der Methode leider erst nach der OP erfahren. Deshalb der Rat sich vorher die Zeit zu nehmen. Ich weiss, die Herren Doktores haben es immer furchtbar eilig. Du bekommst das Gefühl, dass grosse Gefahr droht, wenn Du sie nicht SOROFT etwas tun lässt. Aber es ist schliesslich Dein Körper mit dem sie etwas tun wollen und Dein weiteres Leben, dass Du in einer möglichst hohen Qualität leben können möchtest.
Grüsse aus der teilweise sonnigen Wesermarsch
Barbara

09.04.2002, 16:45
Sali zämme! (das ist schweizerdeutsch)

Axel (Du Anonymer, Du!), da hast Du mir ja eine recht komplizierte Statistik erklärt! Uff!
Also dieses: "50 von den 100 Frauen haben einen Rückfall, aber wieso; man weiss es nicht", ... das gefällt mir gar nicht! Wenn Forscher etwas NICHT wissen, besonders wo es um Leben und Tod geht, dann kribbelt es mir da eiskalt über den Rücken! - Und solche Statistiken sagen im Prinzip also nicht besonders viel aus? Brrrr!
Weisst Du, wenn dem so ist, und wenn nach ganz besonderen ausgewählten Langzeitstudien vielleicht zum Ergebnis gekommen ist, dass da eine minime Gesundheits-Chance von 10 % bestehen, wenn man sich schulmedizinisch behandeln lässt, ... da frag ich mich doch: ja warum setzen uns die Aerzte dann ALLE so unter Druck damit?
(Bin jetzt wieder bissig, was?) Nein, ehrlich, man könnte doch wirklich meinen, diese Schulmedizin sei das ABSOLUTE Heilmittel gegen Krebs! Wegen ZEHN PROZENT?
Naja, es liegt ja am Patienten, diese 10-prozentige Chance wahrzunehmen oder nicht (das hatten wir ja schon mal), aber weswegen muss das dann gleich eine Standardbehandlung sein?
Na, ich werde jetzt trotzdem mal unser Schweizer BFS (Bundesamt für Statistik) anschreiben und nach einer solchen Statistik fragen. Bin gespannt, ob ich a) überhaupt eine Auskunft kriege und b) wie unsere Schweizer Forscher das so handhaben! - Ich erzähls Dir dann, wenn ich ein Ergebnis weiss, ja?
Danke übrigens für die dicke Umarmung, Axel. Sie geht an Dich ganz dick zurück, okay? (Schliesslich hast Du mich hier ganz profihaft beraten, mann-o-mann!)
Zur Info: Kinder habe ich keine und ich bin 41. Schönes Alter, gell? So richtig mitten im Leben...


Liebe Sigrid, es freut mich, dass Du Dich noch mal gemeldet hast. Jaja, Deine geschriebenen Worte klingen schon sehr viel aufgestellter!
Ich war auch mal in München, die Stadt gefällt mir sehr gut. Leider kann ich Dir da aber nicht helfen, wo Du diese Mamma-Sprechstunden machen kannst. (Bin ja Schweizerin!) Vielleicht weiss da aber die Nicole von dem Krebs-Kompass was?

Hallo, Nicole? Bist Du da?

Sigrid, bitte erzähl uns dann, wie es war, okay? Ich halte Dir jedenfalls ganz fest die Daumen.
Ganz liebe Dienstagsgrüsse von Brigitte

10.04.2002, 09:20
Hallo Brigitte,

noch mehr Parallelen zu meiner Mom, sie stand, sorry steht immer noch voll im Leben (bei Diagnose gerade 47 geworden).............
Was du schreibst ist auch in meinen Augen vollkommen korrekt. Man weiss halt nicht wieso gerade diese 50% der Frauen wiedererkranken, aber das ist es doch was Krebs für uns so eine "beschissene" Krankheit macht, sie ist so unvorhersehbar. Und du hast Recht die Forschung ist noch nicht so weit abschätzen zu können wer dabei sterben wird und wer nicht. Hey es gibt die tollsten und die traurigsten Geschichten bei dieser Sache. Eine Freundin aus Colorado wurde mit 32 diagnostiziert, 12 LK positiv, Stammzelltransplantation also Hardcore Chemo und das gesamte programm. das ist jetzt 8 Jahre her. Ist das nicht ein Super Erfolg, die Prognosen waren schlechter als schlecht. Dann gibt es Fälle wo Tumorgrösse klein war und kein LK befallen war, Prognose gut aber trotzdem ist eine Widererkrankung aufgetreten. Was soll ich sagen man weiss halt nciht wie diese Krankheit wirklich verläuft aber man versucht ihr zu entgegnen. Sollen wir Menschen bloss aus dem Fakt heraus das wir unwissend sind aufhören zu forschen, nur durch forschen und probieren (dazu gehören Langzeitstudien)können wir doch weiterkommen. letztendlich sind wir da wo wir sind weil wir unsere Unwissenheit durch Forschung verringert haben. Nur so entwickeln wir uns weiter. Nur aus diesem Grund können wir hute schon so viele Krankheiten behandeln und auch kurieren. Krebs ist genau wie HIV /AIDS eine der krankheiten, die unserem Wissenstand noch um einiges voraus sind, sollen wir deshalb aufhören zu forschen. Du hast vollkommen Recht mit dem was du sagst das es einem kalt den Rücken runterläuft bei den Statistiken und Prognosen und dem ganzen Kauderwelsch.................. Ich sage dranbleiben, Krebs ist eine absolute Wohlstandskrankheit (nach Statistiken treten in westlichen Industrieländern Krebskrankheiten,speziell BK weitaus häufiger auf), wir fangen langsam an wirklich für unseren Überfluss und unseren Reichtum, zu bezahlen. Am Ende stimmt die Floskel also doch die heisst: "nichts ist für umsonst".
ich bin positv denkend und hoffe das man bald etwas wirklich sicheres gegen diese heimtückische krankheit findet, damit das Leid was meine Mutter und du erfahren mussten anderen Menschen erspart bleibt. Aber das Leid kann überwunden werden, meine mutter hat nciht zu ihrem Leben zurückgefunden ich glaube das geht auch gar nicht. Aber sie hat sich ein neues Leben geschaffen, in meinen augen lebt sie weitaus bewusster, was doch auch cniht so schlecht ist, ODER????? Wir wissen nciht wie lange sie lebt, ob sie an dieser Krankheit sterben wird oder vielleicht mit 90 an Altersschwäche aber wir haben gelernt diesen Fakt zu akzeptieren und damit zu leben. Wer weiss schon was morgen ist, hoffentlich wird es ein schöner Tag.......................

Ich drück dich ganz doll und wünsche dir einen Supi Tag.

Axl

PS: Wenn du möchtest können wir auch privat mailen und uns austauschen, mertink@web.de, aber wir können auch im Forum weiterschnacken, wie du magst!!!!!!!!!!

10.04.2002, 21:15
Hallo alle zusammen,
lieber Wolfgang, zuerst an Dich meine Gedanken: Es freut mich, dass es Dir bei DEINER Behandlung so gut geht. Nur dieses Wort "Versuchskaninchen" klingt so ... naja, abwertend, wenn man es liest. Warum eigentlich? Im Prinzip sind wir doch alle Versuchskaninchen! Ja, HIER wird auf die harte Tour geforscht, und DA halt auf die sanfte Tour! Am Ende ist aber alles nur Forschung, nichts anderes.
Ich finde es gut Wolfgang, dass Du Dich für eine Lösung entschieden hast, wo Du wenigstens WEISST, dass Du ein ... tja, Versuchskaninchen bist! Es handelt sich hier offensichtlich AUCH um eine äusserst MENSCHLICHE Hilfe, die einem da geboten wird, welche man als Krebspatient ja so dringend benötigt, habe ich recht? Mir scheint, das wird bei den vielen Krebskranken heutzutage sowieso viel zu wenig beachtet. - Ah, denn die Maschinerie der Schulmedizin (harte Hammermethoden) funktioniert ja so wunderbar! Standard, hm? Man BRAUCHT die Forschung, die Langzeitstudien, die vielen Krebskranken (und deren Geld!), um in weiteren zehn oder zwanzig Jahren endlich ein Ergebnis zu erhalten (oder auch nicht, was solls, dann forscht man eben noch zwanzig Jahre länger!). Jaja, da sind doch die "empfindlichen" Patienten, oder jene, die viel zu viele Fragen stellen, so ziemlich lästig, nicht wahr? Die passen da einfach nicht ins Konzept! Und wenn jetzt jemand wie Du, lieber Wolfgang, sich auch noch für eine NEUE Forschung hingibt, die - ojeh! - nur die NATUR und die Psyche des Menschen miteinbezieht, ... dieser Patient ist dann eben ein ... nettes VERSUCHSKANINCHEN!

Höre ich da gerade einen Arzt lachen?

Leute, lieber Wolfgang, heute bin ich wieder ein bisschen extrem, ich weiss. Nehmts mir bitte nicht übel. Sind eben meine spontanen Gedanken.

Lieber Axel, ich möchte gerne hier im Forum "weiterschnaken", wie Du so schön sagst, okay? Ich finde es richtig spannend hier, und ich brauch das, weisst Du, dass ich mich auch mit Gleichgesinnten ein bisschen ausplaudern darf und meine krassen Gedanken los werde. (Es sei denn, das Krebs-Kompass-Team klinkt mich deswegen hier raus!) Zudem kann man hier von anderen noch was lernen. Ich bin zwar ziemlich stur, aber ich lerne AUCH, keine Angst ...!

Du hast schon recht, der Mensch kann nicht einfach aufhören mit dem Forschen, nur weil er selber völlig hilflos ist. - Das sollte einem aber trotzdem zu DENKEN geben, findest Du nicht?
- Krebs würde ich jetzt nicht gerade als "Wohlstandskrankheit" bezeichnen. Das klingt ja fast so, als schwimmen wir alle im Geld! Ich würde es eher als eine "Falsch-Ernährungsbedingte-Krankheit" bezeichnen (was am Ende natürlich auch ein bisschen mit unserem Wohlstand zu tun hat, ja, aber ... prüfen wir doch mal etwas genauer unser ESSEN, hm?). Oder vielleicht ist es sogar eine "Psychisch-Druck-Bedingte-Krankheit", eine sogenannte "Volkskrankheit", der wir immer mehr erliegen, in dieser schnelllebigen Zeit. Vielleicht ist es aber auch eine blosse "Luft-Wasser-Bedingte-Krankheit", von der wir nichts merken, weil die Schadstoffe einfach da sind und halt jene Körper dann treffen, die empfindlich darauf sind. Oder es ist ALLES ZUSAMMEN? - Nun, das Ergebnis sitzt ja letzten Endes in unserem Immunsystem, welches da hapert. Und warum hapert es? Weil wir im Wohlstand sind? - Najaaaa!

Hm! Warum kriegen denn zum Beispiel die Asiaten viel seltener Krebs?
Oder die Italiener mit ihrem leckeren Olivenöl?

Es grüsst Euch alle ganz herzlich
die krasse Brigitte

11.04.2002, 07:09
Guten morgen zusammen,
da fällt mir im Zusammenhang mit den "Versuchskaninchen" gerade ein:
Die einen BEZAHLEN halt dafür, ein Versuchskaninchen zu sein, und die anderen bekommen es GRATIS ...!
Ist das eigentlich gerecht?

Liebe Morgengrüsse von Brigitte

11.04.2002, 17:20
Hallo Brigitte,
vielen Dank für Deine Antwort. Sehr menschlich ist die Hilfe auf jeden Fall. Es ist ein sehr intensives E-Mail Betreuungsgespräch. Wo ich alle meine Fragen beantwortet bekomme.Genauso wie Du das schreibst, geht auch die Memik sehr stark auf meine Ernährung ein. Ich habe schon vieles umgestellt. Und was Du mit "PsychischDruckBedingteKrankheit" bezeichnest: Bei der Memik geht es sehr stark um die Virus-Meme, aus denen bei mir ein Streß kommt, wo mein Immun-System dann nicht mehr voll arbeitet. Und über Schadstoffe sprechen wir auch oft, z.B. was ich so alles an Giften im Hause haben könnte.
Bleib ruhig weiter so extrem. Ich vermute, ich muß durch die Memik auch so extrem werden, um völlig gesund zu werden.
Viele Grüsse
Wolfgang. wolfganghallo@gmx.net

11.04.2002, 20:00
hallo Brigitte,
nur weiter so ,ich freue mich immer auf deine commentare.Die ernährung spielt sicherlich eine große rolle,wobei ich im moment vor einem großen fragezeichen stehe.Ich habe vor über einem jahr meine ernährung total umgestellt und versucht mich fortan gesund zu ernäheren.Nach jahrelangem weißmehl,zucker kaffekonsum und sonstigen für ernärungsbewußte fürchterliche sachen(ich konnte leider alles essen ohne dick zu werden)wurde ich zwar kein militanter körneresser,doch es standen vorwiegend nur noch "gesunde"sachen auf meinem speiseplan.Nun frage ich mich,habe ich meinem körper zuviel zugemutet mit so viel guten bio lebensmitteln,dass er so beleidigt reagieren muste.(verzeiht den sarkasmus)jetzt wo ich mich auf der sicheren seite fühlte .Ich werde es nicht erfahren ,wobei jetzt könnte man doch alles wieder essen,denn wer weiß schon was richtig oder falsch ist.Bervor mein schwarzer humor wieder mit mir durchgeht,höre ich lieber auf.Ansonsten gilt an alle betroffenen den mut nicht verlieren.sage ich mir auch jeden tag ,manchmal hilft es sogar.
Gruß sigrid

11.04.2002, 20:26
Hallo Sigrid,
gesunde Ernährung und gesunde Ernährung sind offensichtlich zwei völlig verschiedene Dinge. Das mußte ich leider bei der Memik lernen. Alle meine vorherigen Versuche, mich vermeintlich gesund zu ernähren, waren offensichtlich noch verdammt ungesund. Erst nach der Memik-Ernährungs-Umstellung fühlte ich mich wirklich deutlich besser. Allerdings gab es auch bei mir 2 Sachen: "Entgiftungs-Krisen", die den Eindruck vortäuschen, die neue, gesunde Ernährung bekäme einem nicht. Und 2.: So richtig konnte ich die Ernährung erst praktizieren, nachdem ich soviel glücklicher geworden war, daß ich das leckere Essen nicht mehr als Ersatzvergnügen brauchte.
Viele Grüsse von Wolfgang wolfganghallo@gmx.net

12.04.2002, 08:14
Guten Morgen zusammen,
jaja, unser gutes Essen! Ich bin auch so eine Schlanke, die eigentlich "alles" isst. Besonders mag ich Schokolade, hmmm! Und ich werde einfach nicht dick! Und morgens brauche ich meinen Kaffee, obwohl ich im Winter öfters mal Grüntee trinke. Und mein Essen ess ich in der Kantine, naja, wie soll ich es denn sonst machen? In meinem Alltag fehlt meist die Zeit, mir selbst was Gesundes zu kochen. Und überhaupt: WO bekommt man das Gesunde her? Wenn ich einkaufe, dann kaufe ich zwar bewusst immer in anderen Läden ein (Abwechslung), aber woher weiss ich, aus welchem Anbau diese Lebensmittel stammen? Sind die Bio-Aepfel wirklich Bio? Ist das Gemüse WIRKLICH gesund? Und praktisch fast auf jeder Lebensmittelpackung steht "E-Nr.sowieso", und dies meist gleich mindestens viermal! Fast überall ist Zucker drin! Ach, und diese ewigen versteckten Fette! Und der Bioladen ist auch noch so schrecklich TEUER!
Haben wir heutzutage überhaupt noch eine Chance, wirklich GESUND zu Essen?

Meine Nachbarin hat einen hübschen, kleinen Schrebergarten. Dort pflanzte sie selber Gemüse an, weil sie fand, das sei bestimmt gesünder, als das Gemüse aus dem Laden. Eines Tages kam ein Nachbar aus einem Schrebergarten nebenan zu ihr und sagte lachend, er sei Biologe, sie solle ihm ein bisschen Gemüse aus ihrem Garten zum Testen mitgeben, er würde ihr beweisen, dass IHR Gemüse doch nicht so gesund sei! Sie gab ihm also ein bisschen Salat mit, Rüben usw. Und nach ein paar Tagen brachte der Nachbar ihr also eine ganze LISTE mit Schadstoffen mit, welche er nach seiner Testprüfung offenbar in ihrem Gemüse gefunden haben soll!
Na, ich nehme jetzt mal an, die Geschichte ist wahr, denn meine Nachbarin war darüber ziemlich entsetzt. - Tja, liegt es also bereits an unseren "verseuchten" Erdböden?

Und noch schnell was zu unserer Psyche: Wir leben ja in einer Gesellschaft, von der eine Menge vom Einzelnen abverlangt wird. Nicht nur beruflich (dort wird der Leistungsdruck, das Wissen und Können und die Schnelligkeit, ziemlich brutal gefordert, denn wer's nicht bringt, kann wieder gehen!). Auch privat sind wir unter Druck. In dieser Gesellschaft hat man nämlich zu lächeln, man hat "Gute Laune" zu haben, und vor allem KEINE Probleme! Probleme BELASTEN die anderen nur. Man muss gesellschaftsfähig sein, muss der "Norm" entsprechen, muss mithalten können, man muss jung und dynamisch sein, man muss lieben können, man muss unkompliziert sein, man muss perfekten Sex haben, man muss gebildet sein, man muss mit der Technik mithalten, man muss schön sein, man muss Kinder kriegen, man muss im Wohlstand leben (hallo Axel!), man muss GESUND sein, man muss Beziehungen im Griff haben, man muss Auto fahren können, man muss ... naja, den Aerzten alles glauben, man muss ... und muss!

Naja, simple Beispiele! Es gibt noch eine Menge mehr! Aber seien wir ehrlich: Wenn wir uns nur an EINES dieser Beispiele NICHT halten, es nicht tun, oder können, ... uh, dann siehts schon ein bisschen aussergewöhnlich aus, nicht wahr?
Sind wir diesem ganzen Erwartungsdruck eigentlich gewachsen? Die einen vielleicht ja, die anderen vielleicht nein.

Heute ist philosophische Morgenstunde bei mir angesagt! - Jetzt muss ich aber zur Arbeit!
Ganz liebe Grüsse an euch alle
Brigitte

14.04.2002, 10:34
Hallo an alle und ein besonders fröhliches hallo an Brigitte,

Die Diskussion die hier abgeht interessiert mich immer mehr!!!! Kommst du doch auf die all zu bekannte und doch immer wieder ignorierte Tretmühle der menschheit zu sprechen. Mal ganz ehrlich hast du dich eigentlich mit diesen Themen, den Zwängen denen wir unterliegen oder uns einfacherhalber hingeben auch schon vor deiner Erkrankung beschäftigt. Typisch wäre eigentlich wenn du jetzt sagen würdest: Nein, nciht wirklich. Anscheinend muss uns immer erst etwas wirklich schlimmes passieren bevor wir aufwachen oder zumindest etwas genauer darauf schauen was wir tun und wie wir es tun. Nach wie vor kann niemand hier abstreiten egal wieviel Geld wir haben oder jemals haben werden, dass es uns im Vergleich zu einem Grossteil der Menschen auf der Erde, verdammt gut geht......., du sprichst von Abwechslung in deiner Ernährung, indem du hin und wieder einen neuen Supermarkt mit anderen Produkten ausprobierst. Hier genau kommt doch unser Wohlstand rüber. Wir haben die Wahl zwischen so vielen Dingen was uns natürlich reizt immer nach dem Besten in dieser grossen Auswahl zu streben. Sein wir doch mal ehrlich, die die das nciht tun sind nur wenige und werden bei uns in der Gesellschaft als Aussenseiter betrachtet oder behandelt (dies ist ohne Wertung meinerseits)Diese Konzentration auf ein Streben immer bessere Sachen zu haben, immer mehr zu erreichen, immer mehr Geld zu verdienen um uns von anderen abheben zu können verleitet uns in meinen Augen dazu den wirklichen Focus des Lebens zu vergessen oder zu verdrängen. Meiner Meinung nach sind wir Erwachsenen (ich zähl mich mal spontan mit meinen 23 dazu...püühhhh) kein deut besser als Schulhofkinder, die vergleichen wer die besseren Klamotten anhabt und die ausschliessen die keine Labels tragen. Versetzen wir uns in die Lage de rErwachsenen hinein, merkt man bei genauerem Hinsehen nciht genau denselben Konkurrenzkampf.(eine Nachbarin zur anderen: Oh, sag mal Uschi hast du gesehen, Familie XY hat sich schon wieder einen neuen Benz gekauft!!! Wie die das bloss machen, na ja wer weiss die haben bestimmt geeerbt oder ähnliches!!!!!) Neid, Missgunst, Unehrlichkeit uns selbst gegenüber sind in meinen Augen die Aushängeschilder unserer Gesellschaft.......Nun kommen wir mal auf Menschen zurück die schwer erkrankt sind, werden diese nciht extrem schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Alles was sie ihr bisheriges Leben einfach so vorausgestzt haben weil sie es für garantiert gesehen haben, ihre Gesundheit, ist auf einemal nciht mehr so garantiert und deshalb und erst jetzt besorgnis erregend. Bestes Beispiel meine Mom. Sie hat nie geaast mit ihrer Gesundheit, hat sich aber auch nie sonderlich drum gekümmert (Arzttermine unregelmässig wargenommen, Vorsorge oft verschoben) Die Nachsorge nun muss sie ernst nehmen, nun gut was bleibt ihr anderes übrig. Als sie mitten in ihrer Diagnosezeit steckt, hat sie einmal gesagt, sie hat begriffen dass sie sich um so viel unnützes Zeug Gedanken und Sorgen gemacht hat ihr ganzes Leben lang.Im Vergleich zu ihrer Diagnose kamen ihr alle problem so ncihtig vor. In gewisser Weise sieht sie dies noch heute so, sie hat gelernt sagt sie dass ihr die Liebe zu ihrer Familie, ihre "hoffenltich" noch langanhaltende Gesundheit wichtiger sind und viel schöner sind als all der andere Misst.................
Alles was sich sagen will ist das unserer Wohlstand uns weit davon abkommen lässt wirklich für das dankbar zu sein was wir haben, wer ist denn heute schon einfach nur glücklich, sind wir nciht immer unzufrieden. ich glaube unsere Seele und unsere Einstellung zum Leben haben eine grosse Bedeutung in der Entstehung von Krankheiten, unser Körper reagiert doch auf seelische Verfassungen. Sind wir total stressed out, werden wir leichter krank, weil unser Immunsystem irgendwann nciht mehr mitspielt........auch krebs ist in meinen Augen im weitesten Sinne eine Immunschwäche.
Hinzu kommen Faktoren wie abgase und bla bla bla, all die Faktoren die von unserer industrie ausgelöst werden um unsere Gier anch besseren und neueren Sachen zu befriedigen, die unser menschliches System, unseren Körper langsam aber stetig verändern und schwächen.
All diese Faktoren in kombination sind absolute Förderer einer Erkrankung. Alle können wir wohl nciht abstellen oder beeinflussen, aber dennoch kann jeder denke ich seinen eigenen Beitrag für sich leisten, darüber nachzudenken, was habe ich und sollte ich dafür nciht eigentlich eher unendlich dankbar als unzufrieden sein. Zufriedenheit und innere Ruhe kann glaube ich in unserem Körper viel Gesundes verrichten............

Einen schönen Tag,
Axl

14.04.2002, 22:05
Hallo Axel,
Ui, da hast Du Dich ja recht auf meine Philosophie-Morgenstunde eingelassen! Macht aber nichts, denn ich finde, darüber kann man ruhig nachdenken, gell?
Nur etwas möchte ich Dir noch erklären (freut mich übrigens, dass Dich diese Diskussion hier so interessiert!). Weisst Du, als ich letztesmal darüber geschrieben habe, dass ich in verschiedene Einkaufsläden gehe, um Abwechslung in meinen Speiseplan zu kriegen, meinte ich das eigentlich nicht in diesem Sinne, dass ich in diesem oder jenem Laden was BESSERES kriegen könnte vor lauter Wohlstand! Ist ja schön, dass wir mehrere Läden haben, aber ich meinte da etwas ganz anderes: Ich tue dies eigentlich eher bewusst, indem ich mir schlimmstenfalls halt die möglichen "Gifte" von verschiedenen ORTEN herhole, ... damit sich mein armer Körper nicht immer mit den selben Giften rumschlagen muss! Das klingt vielleicht etwas makaber und übertrieben, aber wenn man es sachlich betrachtet, ist das vielleicht NUR vernünftig. Ich meine, was bietet mir der eine Laden mit seinen schnellen "Massenprodukten" an, was mir der andere nicht auch anbieten kann? Der eine bekommt seine Waren wiederum von diesem Hersteller, der andere von einem anderen. Und wieder ein anderer stellt seine Waren in Eigenproduktion selber her. Der eine halt so, der andere so. Dieser mit jenen "Giften", jener mit anderen "Giften", ... und naja, ein anderer wiederum vielleicht mit weniger Giften, dafür um so TEURER! - Habe ich also als Konsument in dieser Beziehung eine grosse Wahl? Ist DAS Wohlstand?

Ich habe mein Leben lang nie viel vom Wohlstand gehalten. Und wenn man kaum Geld hat und sich seine Brötchen verdienen muss, kann man auch nicht mal gross davon profitieren. Ich kann mir auch nicht das kaufen, was ich - aus dem Wohlstand - toll finden würde. Ich muss also abwägen, wofür es sich lohnt, mein Geld auszugeben. Aber ich brauche ja auch kein Haus, wenn ich keine Familie habe. Ich brauche kein Auto, wenn ich mit der Strassenbahn fahren kann. Ich brauche keine Mode, wenn es das Einfache auch tut. - Man ist also eingeschlossen in einem System, welches einem kaum Chancen gibt, wenn man nicht viel Geld hat. Der Druck ist jedoch da, (man muss, man muss ... Du weisst schon!) obwohl ich ihn von mir weise. Er gibt Dir nämlich das Gefühl in dieser Gesellschaft weniger Wert zu sein. Deswegen will ich diesen Druck auch gar nicht! Husch-husch, weg mit Dir! Bin ja schliesslich nicht WENIGER Wert als die anderen, nicht wahr? Trotzdem: Ich bin eine "Aussenseiterin", eine vielleicht "sozial Schwächere", eine Eigenbrötlerin, die manches aus dem System kritisiert! Nicht mal aus Neid, sondern aus Ueberzeugung. Doch das braucht Mut. Es braucht unglaubliche Energie. Es braucht Stärke. Es ist ein Weg, aber es ist auch ein unbequemer Weg.
Ich lebe also in einer Welt aus "Wohlstand", von dem ich nicht profitieren kann und will, und welcher mir letztendlich aber auch gar nichts nützt. Wenn nämlich unsere Wohlstands-Lebensmittel gar nicht gesund sind vor lauter künstlichen Erzeugungen, wenn unsere Luft so dreckig ist vor lauter Abgasen, und wenn wir so leben müssen wie es von der Gesellschaft von uns erwartet wird, ... dann IST das letztendlich kein Wohlstand. Es ist Einbildung, alles HABEN zu können, was gar nichts Wert ist! - Verstehst Du, was ich meine?

Das Ganze geht aber auch noch viel tiefer! Du hast schon recht damit: Es ist unsere Einstellung zum Leben selbst, die fehlt. Unser Ich in dieser Gesellschaft, und ich sage mal, unser geistiges oder seelisches Bewusstsein, das wir so sehr vernachlässigen. Wir leben wie auf einer "Platte", auf welcher wir stehen und nur nach "oben" schauen, was es dort so Gutes und Feines gibt, aber wir wagen es nicht, zwischendurch mal nach "unten" zu schauen um zu sehen, was denn unser "Ich" so tut. Hui! Da wird so manchem ziemlich schnell schwindelig dabei!

Ich mache mir nicht erst Gedanken über all diese Dinge, seit ich Krebs habe. Meine Einstellungen über das Leben (und mein Leben) haben sich wegen dem Krebs nicht geändert. Das einzige, was sich geändert hat: Ich esse bewusster. Und ich bin ziemlich ungeduldig geworden. Ich ertrage es kaum, Dinge lange hinauszuschieben. (Wen wundert's?) Und ich will jetzt endlich DAS tun, was ich schon mein Leben lang wollte! - Aber leider geht das offenbar nicht ...! - Na, somit "entführe" ich Dich mal, lieber Axel, (und alle anderen, die es interessiert) auf meine private Homepage:
www.krebsgeschichte.ch
Da geht es schlussendlich um einen Lebens-SINN! Frag mal die Leute in Deiner Umgebung, was für SIE der Sinn ihres Lebens ist. Da wirst Du sehr unterschiedliche Antworten hören! Naja, es ist auch nicht gerade "modern", über den eigenen Sinn des Lebens nachzudenken. Und es ist ja auch eine ziemlich schwierige Frage, hm?

Liebe, philosophische Sonntagsgrüsse
von Brigitte

16.04.2002, 09:52
Frage an einen Arzt, ob es stimme, daß man mit regelmässigem Sport nach einer BrustkrebsOP einem Rückfall vorbeugen kann: Antwort:Ja, mäßiger Ausdauersport (z.B. 1 Std. walken, wandern, Rad fahren oder schwimmen am Tag) verbessert die Aktivität des Immumsystems. Dadurch werden mehr sog. 'Killerzellen' gebildet, die evtl. vorhandene Krebszellen im Körper aufspüren und vernichten.(Habe ich aus einer Zeitschrift 'Fragen an einen Frauenarzt'

16.04.2002, 17:44
Hallo Brigitte und alle anderen Forumsteilnehmer,
vor ein paar Tagen bekam ich diese Gechichte per eMail zugeschickt.Die Absenderin wußte nicht von meinem momentanen Befinden.

Die Tränen der schönen Frau.

Ein kleiner Junge fragte seine Mutter:"Warum weinst du"?
"Weil ich eine Frau bin,"rezählte sie ihm.
"Das verstehe ich nicht",sagte er.
Seine Mutter umarmte ihn nur und sagte:"Und das wirst du auch niemals".
Später fragte der kleine Junge seinen Vater:"Warum weint Mutter scheinbar ohne einen Grund?"
Alle Frauen weinen ohne Grund,war alles,was sein Vater sagen konnte.
Der kleine Junge wuchs heran,wurde ein Mann und fragte sich immer noch,warum Frauen weinen.
Endlich rief er das Höchste Wesen an,und als das Höchste Wesen ans Telefon kam:,fragte er:
"Höchstes Wesen,warum weinen Frauen so leicht?"
Das Höchste Wesen sagte:

Als ich die Frau machte,musste es etwas Besonderes sein.
Ich machte ihre Schultern stark genug,
um die Last der Welt zu tragen,
doch sanft genug ,um Trost zu spenden.

Ich gab ihr eine innere Kraft,um sowohl Geburten zu ertragen,
wie die Zurückweisung,,die sie von den Kindern erfährt.

Ich gab ihr eine Härte,die ihr erlaubt weiterzumachen,
wenn alle Anderen aufgeben und ihre Familie
in den Zeiten von Krankheit und Erschöpfung zu versorgen,
ohne sich zu beklagen.

Ich gab ihr Gefühlstiefe,
mit der sie ihre Kinder immer und unter allen Umständen liebt,
sogar wenn ihr Kind sie sehr verletzt hat.

Ich gab ihr Kraft,
ihren Mann mit seinen Fehlern zu ertragen und machte
sie aus Seiner Rippe,damit sie sein Herz beschützt.

Ich gab ihr Weisheit,damit sie weiß,
dass ein guter Ehemann niemals seine Frau verletzt,
aber manchmal ihre Stärke und ihre Entschlossenheit testet,
unerschütterlich zu ihm zu stehen.

Und zum Schluss gab ich ihr eine Träne zum Vergießen.
Die ist auschließlich für sie ,damit sie davon Gebrauch macht,
wann immer es nötig ist.

Siehst du :Die Schönheit der Frau ist nicht in der Kleidung,
die sie trägt,die Figur,die sie hat oder ihre Art,
wie sie die Haare trägt.

Die Schönheit einer Frau muss in ihren Augen erkannt weden,
weil sie das Tor zu ihrem Herzen sind -der Ort,
an dem Liebe wohnt.

Schicke diesen Text an alle Frauen,die du kennst.
Wenn du das tust wird etwas Gutes geschehen.
Du wirst der Wertschätzungeiner anderen Frau Auftrieb geben.

Alles Liebe an alle Frauen
Sigrid

17.04.2002, 07:49
Sali zämme!
Guten Morgen Sigrid! Danke für diese schönen Worte. Da kommen einem als Frau wirklich ein bisschen die Tränen, gell? - Ich würde jetzt auch mal gerne dieses "Höchste Wesen" anfragen, warum so viele Frauen Brustkrebs kriegen. Was meinst Du, was wird das Wesen wohl darauf antworten?

Hier ein paar meiner Gedanken dazu:
Krebs gibt es ja schon lange, nur wusste man früher halt noch nicht, dass man Krebs eben "Krebs" nennen kann. Die Leute starben vielleicht an einem bösen "Geschwür" oder sowas. Vielleicht hat man sie mit "Aderlass" zu heilen versucht, mit Kräutern und Wickeln. Aber weiss jemand wirklich, wie GROSS die Anzahl der Krebs- bzw. Geschwürkranken früher schon war? Gehen wir heute mit Ueberzeugung davon aus, dass der Krebs VERMEHRT auftritt? Es würde natürlich wunderbar passen zu unserer modernen Zeit, die falsche Ernährung, die Luft und die gestresste Art und Weise, wie wir leben. Ich frag mich nur manchmal: Haben sich die Leute früher, die auch Krebs, oder halt ein "böses Geschwür" kriegten, auch schon so falsch ernährt, haben sich auch schon in so einer verpesteten Luft bewegt, haben auch schon in so einer gestressten, schnellebigen Zeit gelebt? Eigentlich müsste man da doch sagen: Nein! - Also, was haben DIE schon damals gehabt, was WIR heute vielleicht gar nicht mehr in Erwägung ziehen?

Es ist immer wieder eine heikle Angelegenheit, über die Ursache zur Entstehung von Krebs zu sprechen. Bei mir war es damals ganz komisch, denn ich fragte mich nie: "Warum ICH?", sondern fragte mich nur: "Warum?" Und mit dieser Frage ging die Denkerei erst richtig los. Nebst falscher Ernährung, schmutziger Luft, schlechtes Wasser, grosser Gesellschaftsdruck, ... kamen natürlich auch die Gedanken zu "fehlender, sportlicher Bewegung", oder "zu wenig Vitamine", oder "mögliche Vererbung in der Familie" hinzu. Dann las ich auch darüber, dass Frauen, die nie Kinder bekamen, eher Brustkrebs kriegen könnten. Oder ich hörte, dass Frauen mit kleinen Brüsten ebenfalls eher die Veranlagung zu Krebs hätten. Alles mögliche eben. Oder da war das Gerücht, dass Frauen, die Brustkrebs kriegten, halt Frauen seien, die schlecht "nein" sagen können. Dass sie solche Frauen seien, die sich ihr Leben lang immer angepasst hätten.
Ach ja, je mehr ich las oder darüber hörte, um so verwirrter war ich. Und natürlich versuchte ich, jede mögliche Variante mit MIR zu vergleichen, wägte ab, ob dies möglich sei oder nicht. Aber irgendwann schob ich das alles zur Seite, weil ich einfach zu keinem Ergebnis kam. - DANN begann meine tiefere Grübelei! Die ging ganz schön ins Persönliche. (Ich denke, das tun wohl viele Betroffene, nicht wahr?) Ich suchte nach Punkten in meinem Leben, die mich vielleicht so sehr "schockiert" hatten, dass dies zum Krebs geführt haben könnte. Todesfälle zum Beispiel. Beendete Beziehungen. Einschneidende Erlebnisse eben. Dabei versuchte ich jedoch immer, die Dinge sachlich zu betrachten, OHNE mir damit irgendwelche Schuldgefühle zu geben. (Naja, was vorbei ist, ist schliesslich vorbei! Manchen "Mist", den ich gebaut hatte, hatte ich zum Glück wieder geradegebogen, anderen "Mist" halt vielleicht nicht! Was soll's!) Dann kam ich am Ende auf "Narben-Erlebnisse", die mich wohl geprägt oder verletzt haben müssen. Aber ich war mir noch immer nicht sicher, ob es denn jetzt DAS sein könnte! Also nahm ich ein Blatt Papier und schrieb mir das alles auf. Ich sagte mir: "Nein, ich glaube nicht, dass es dies ist, oder das, vielleicht eher alles zusammen!" Und ich machte einen dicken Strich unter all die möglichen Gründe. Summa sumarum. Keiner ist Schuld, alle haben Schuld! - Aber dann fiel mir ein paar Tage später eine neue Frage ein. Sie lautete: "Gibt es etwas in meinem Leben, das mich möglicherweise über JAHRE hinweg "beschäftigt" hat? Etwas, das mich vielleicht mein ganzes Leben lang unzufrieden gemacht hat? Etwas, das unterschwellig immer so am "köcheln" war?"

O ja! Volltreffer! (Siehe meinen Link zu meiner privaten Homepage, Seite zwo!) Ja, diese Möglichkeit passt doch ganz hervorragend auch zu den früheren Zeiten, wo Leute an Krebs erkrankten, oder? - Okay, dann kann man halt noch das "Summa sumarum" von heute hinzu rechnen, dann hätten wir den ganzen Salat!

Nochmals dicker Schlussstrich! Endergebnis? Neue Frage!
Was fange ich jetzt also mit meinem "neuen" Leben an? Was tue ich, damit der Krebs nicht wieder kommt? Ich kehre alles um! So gut es geht! Ernähre mich gesund. Treibe ein bisschen Sport. Nehme mehr Vitamine zu mir. Versuche, keinen "Mist" mehr zu bauen, der mich belasten könnte. Und vor allem: Ich muss versuchen, DAS, was mich über JAHRE hinweg, oder mein Leben lang "beschäftigt" hat, was immer so am "köcheln" war, ... zu LÖSEN!
Ganz einfach, oder auf Deutsch gesagt: Da war ein "Knoten" in meinem Leben, welcher zu einem "Knoten" geführt hat, hm? - Ich werde jetzt also zur "Entfesselungskünstlerin", zur "Knotenbändigerin"! Auf, ins NEUE LEBEN!

Eure Gedanken dazu würden mich interessieren!
Ganz liebe Morgengrüsse an Euch alle!
Die krasse Brigitte

17.04.2002, 08:51
Hallo Brigitte,
Du hast mir aus der Seele gesprochen. Dem ist nichts hinzuzufügen!!!!
Lieben Gruß von Doris

17.04.2002, 20:00
Danke Doris, für Deine Zustimmung.
Aber ... warte, warte, ich hab da noch was vergessen! Nämlich die Pointe von der ganzen Geschichte! Der Clou! Der Witz des Ganzen! (Nein, es ist kein Witz, es ist Ernst genug!)

Ich versuche also, jetzt, in meinem "neuen" Leben, das, was mich über Jahre hinweg oder auch mein ganzes Leben lang "beschäftigt" hat, was immer so unterschwellig geköchelt oder gebrodelt hat, ... zu LÖSEN, hm? Okay! Ich weiss also was es ist und ich will JETZT das tun, was ich tun muss, damit es mir gesundheitlich gut geht, damit ich glücklich bin und meinen inneren FRIEDEN finde. Anders gesagt, ich darf also mein Leben nicht mehr ganz SO leben, wie ich es zuvor gelebt habe, denn sonst widerspreche ich mir ja selber, wenn ich jetzt doch ganz genau weiss, (und es eigentlich schon immer gewusst habe) was GUT für mich ist! (Bei diesen Gedanken würde mich jetzt wahrscheinlich KEIN Arzt unterstützen! - Es sei denn, er wäre Psychiater!)

Gut. Vielleicht stimmt da die eine oder andere Betroffene mit mir auch zu. Weil sie auch was ändern will. Weil sie vielleicht noch was Besonderes machen möchte. Weil sie sich einen Lebenswunsch noch erfüllen möchte.
Doch ich meine hier nicht jene Dinge, wie vierzehn Tage Urlaub auf Haiwaii, oder einen Jumping-Sprung vom Pariser Eifelturm! Das sind Dinge, die irgendwie machbar und wahrscheinlich auch nicht so wahnsinnig teuer wären. Es wären zwar unvergessliche Erlebnisse, aber ich meine NOCH tiefere Dinge, die das GANZE, restliche Leben verändern können!
Zum Beispiel:
Angenommen, eine Frau wollte sich schon immer ihren Lebenswunsch erfüllen und eine zweijährige Weltreise unternehmen, konnte es sich aber nie leisten, weil das Geld dazu nicht da war!
Angenommen, eine Frau wollte schon immer Schauspielerin werden, träumte schon ihr Leben lang davon, hatte aber nie die gewissen Beziehungen und wiederum kein Geld dazu!
Angenommen, eine Frau wollte sich schon seit Jahren beruflich verändern, eine künstlerische Laufbahn einschlagen, aber sie hatte nie die Chance, ... und jetzt meint sie, ist sie zu ALT dazu!
Angenommen, eine Frau wollte gerade jetzt noch Kinder kriegen, ... hat aber dummerweise gar KEINEN MANN dazu!
Angenommen, eine Frau wollte schon immer Sängerin werden, hat sogar das wunderbare Talent dazu, ... aber keiner hat sich je für sie interessiert!
- Und angenommen, da ist so eine Frau wie ICH, welche ein Buch schreiben will, es sich aber nicht leisten kann mit der Arbeit aufzuhören, weil sie sich ja ihre Brötchen verdienen muss!

Schöne Träume, nicht wahr? - Okay, weiter angenommen, diese Träume und Wünsche gehen SO tief, sind schon IMMER so tief gegangen, dass sie genau JENE Dinge sind, die über JAHRE hinweg immer so innerlich "geköchelt" haben! Das KOENNEN sie schliesslich! Sie können jemanden sogar fix und fertig machen! Besonders Frauen leben oftmals nicht DAS aus, was sie eigentlich schon immer gebraucht haben! Vielleicht haben sie sich immer ihr Leben lang nur für andere aufgeopfert? Vielleicht haben sie es sich ihr Leben lang halt auch nie leisten können? Vielleicht haben sie aber auch ihr Leben lang nie den MUT oder auch die ZEIT dazu gehabt?

So, und dann kommt eines Tages der Krebs!

Spannende Frage und jetzt eben die Pointe der ganzen Geschichte: Was tut also eine solche Frau, wenn sich eh nichts ändert? Wenn sich nichts ändern lässt? Wenn die Frau selbst nichts ändern KANN? (Der Druck ist da, man muss und muss, die Gesellschaft erwartet von uns, vernünftig zu sein, ... Ihr wisst, was ich meine?) Soll die Frau - sogar MIT dem Krebs - ihren Lebenswunsch jetzt aufgeben? Macht sie dann einfach weiter wie zuvor? Gibt sie nun ihren Lebenstraum GANZ auf? - Tja, könnte das dann nicht vielleicht ihr Ende bedeuten?
Oder soll sie dafür kämpfen, alles dafür tun, selbst wenn sie mit Windmühlen kämpfen muss, dass er JETZT gelingen mag, dieser Lebenstraum, ... um endlich den inneren Frieden zu finden? - Könnte vielleicht auch dieser endlose KAMPF schlussendlich ihr Ende bedeuten?

Hm, WELCHER Weg braucht wohl MEHR Energie?

Ganz liebe Grüsse an Euch alle
von der heute ziemlich nachdenklichen Brigitte

PS. "Wünsche hat jeder, aber man kann im Leben eben nicht immer alles haben!" Das höre ich immer wieder. MUSS man das akzeptieren? AUCH wenn man KREBS hat? - Und wenn es nun halt DOCH der nie erfüllte Wunsch war, der zum Krebs geführt hat? Was denkt Ihr?

20.04.2002, 19:36
Hallo Brigitte,
ich lese mit wachsender begeisterung deine ausführungen und stelle mir dann selber einige fragen.Deine geschichte existiert nun schon einige jahre und du konntest dir schon viele gedanken darüber machen.Bei mir ist ja alles noch sehr neu,ich weiss erst seid einigen Wochen von meiner erkrankung,und habe mich deshalb noch nicht soviel damit beschäftigen brauchen.Doch bisher habe ich mir noch nie die frage gestellt,"warum ,oder warum mußte es gerade mich treffen?",den dann müsste ich mir auch die gegenfrage stellen,warum solltest ausgerechnet du davon verschont bleiben und darauf wüßte ich genausowenig eine antwort.Wir werden nie das WARUM erfahren und es würde mir auch sicherlich nicht weiterhelfen.(ich kann da nur für mich sprechen)Was würde es in meiner jetzigen situation ändern,wenn ich die ursache erfahren würde.Eigentlich nichts,denn den zustand kann ich nicht mehr rückgängig machen.Ich müßte mir nur wieder neue gedanken darüber machen,dass ich zu einer bestimmten zeit in meinem leben irgentetwas getan habe ,was ich besser nicht hätte tun sollen und dies soll nun der denkzettel dafür sein.Der gedanke scheint mir eigentlich recht abwegig und schrecklich zu sein.Doch etwas anderes läßt mir in diesem zusammenhang keine ruhe.Vor einigen wochen(bevor ich von meinem befund erfahren habe)bin ich zufällig zu einer fernsehsendung geraten,die mich aber gleich fasziniert hat und ich darum auch nicht gleich weitergezappt habe.erst nach einiger zeit erfuhr ich um was es überhaupt ging in diesem bericht.Es wurden menschen gezeigt die auf wanderschaft waren und von einem fernsehteam begleitet und befragt wurden,warum sie diesen weg gehen und was ihre beweggründe sind.Jetzt erfuhr ich, dass es menschen waren,die ein einem scheideweg in ihrem leben standen und nach antworten auf ihre probleme und fragen suchten.Sie liefen auf dem JAKOBSWEG,einem pilgerpfad nach santiago de compostella in spanien Ich hatte noch nie von diesem weg gehört.Nach abschluß der sendung stand für mich fest,irgendwann gehe ich den jakobsweg,einfach so aus spaß.Mich ließ der gedanke garnicht mehr los ich holte mir information im internet,kaufte bücher und plötzlich las ich in der tageszeitung ,auch noch so kleine mitteilungen,über vorträge von menschen die diesen weg gegangen sind.Ich hörte mir alles an und konnte mittlerweile auch meinen mann dafür interessieren.Dann kam die nachricht mit dem Knoten und nun frage ich mich ,wollte mir jemand mitteilen,das ich den weg gehen werde,aber nicht nur einfach so aus spaß,sondern ,daß alles einen sinn haben soll in unserem leben.Nun steht für mich fest ,daß ich den JAKOBSWEG gehen werde.Denn wie heißt es so schön
"DER WEG IST DAS ZIEL"
Viele Grüße
Sigrid

Sigrid

21.04.2002, 09:51
Sali Sigrid
vielen Dank für Deine Antwort. Ehrlich gesagt, ich dachte schon, auf meinen letzten Eintrag antwortet mir jetzt keiner mehr, weil die Sache ziemlich tief geht. Weil es kompliziert ist. Weil es viele Gedanken braucht. Weil es etwas ganz, ganz persönliches ist. - Und ist es denn nicht erstaunlich, dass gerade DU, liebe Sigrid, mir hier antwortest, wo Du erst seit einigen Wochen von Deiner Krankheit weisst? Naja, ich hatte nämlich gehofft, dass hier vielleicht eine Betroffene zu Wort kommt, welche bereits eine "gewollte Veränderung" in ihrem neuen Leben bereits hinter sich hat und mir vielleicht ein bisschen Mut macht! - Mir hat mal jemand von der schweizer Krebsliga gesagt, dass es wirklich sehr wenige Leute gibt, welche auf Grund ihrer Krebskrankheit etwas ganz Neues in ihrem Leben anfangen wollen. Dass die meisten eben so weiter machen wie bisher! Das hat MICH ziemlich nachdenklich gemacht. Offenbar ist dem wirklich so. - Deshalb danke ich Dir von ganzem Herzen für Deine Zeilen, Sigrid!

Meine Geschichte existiert aber nicht "schon einige Jahre", ... nein, nein, erst eineinhalb Jahre! SO lang ist's also gar noch nicht her. Und all meine Gedanken über das "Warum" waren da ganz am ANFANG da. So während den ersten Wochen, weisst Du. Und weil mir schon sehr bald klar war, dass da langes "Rumgegrübel" nichts nützt, schaute ich schon ziemlich schnell nach vorne. Klar, es nutzte mir nichts, nur zu wissen, dass mein lebenslanges "inneres köcheln" über einen innigen Wunsch schon immer DA war. Und OB dies nun zum Krebs geführt haben mag oder nicht, weiss ich ja auch nicht wirklich. Ich stellte das einfach in FRAGE und kam dann zu dem Ergebnis, dass es gut möglich sein KOENNTE! Aber alles andere eben auch. Trotzdem, da war also der Krebs, und vielleicht ist das - wie Du auch geschrieben hast - eine SINN-Frage nach dem "Nach-Vorne-Schauen". Vielleicht ist so ein Krebs auch ein dicker "Schubs", um sich mal klar zu werden: "Hey, Frau! Mach mal Pause! Kehr in Dich und schau nach, was da schief läuft!" Vielleicht ist Krebs ja auch etwas ganz persönliches, individuelles? Das meine ich jetzt, OHNE sich für irgend etwas schuldig fühlen zu müssen! Vielleicht ist Krebs dieses Individuelle des Einzelnen, ... und das falsche Essen und alles drumherum kommt dann am Ende einfach noch HINZU?

Wie auch immer, ich kam also ganz schnell schon zu dem Ergebnis, dass ein künftiges, glückliches, zufriedenes Leben nur GESUND sein kann. Und dass innere Wünsche, langjährige Wünsche, eben auch ausgelebt werden müssen, um den inneren Frieden zu finden, um gesund zu bleiben. Also gibt es nur eines: Nach VORNE schauen und DAS tun, was glücklich macht und Dir die innere Ruhe gibt. - WER will mir da widersprechen, hm?
Das Problem ist eben nur, ... es interessiert keinen! Eine Krankheit bekämpft man schliesslich mit Medikamenten, nicht mit "innerem Seelenfrieden"! Naja, wo kämen wir denn da hin, wenn man allen Leuten, die Krebs haben, ihre Wünsche erfüllen würde? Hach! Du liebe Zeit!

Ich kämpfe also seit eineinhalb Jahren gegen Windmühlen, Sigrid. Ich tue es für mich. Für meinen inneren Seelenfrieden. Für meine Gesundheit. - Und es interessiert keinen! Frustrierend, nicht wahr?
Trotzdem gebe ich nicht auf. DER WEG IST DAS ZIEL, schreibst Du. Hm-hm, so ist es!

Ganz liebe Sonntagsgrüsse und eine dicke Umarmung an Dich, Sigrid!
Brigitte

21.04.2002, 12:31
Hallo Brigitte,
ich habe mich wie immer sehr über deine antwort gefreut und wünsche auch dir einen wunderschönen sonntag.
Gestern bin ich auf die seite -Brustkrebsbehandlung ohne OP -gekommen und habe mir dort alle einträge gut durchgelesen.Ich bin jedesmal erstaunt darüber,wie frauen die den mut aufbringen einen anderen weg einzuschlagen als es die schulmedizin vorschlägt,moralisch einfach niedergedrückt werden,von sogenanten "Leidensgenossen".Es macht mich einfach wütend,wenn ich manche negativberichte von frauen lese, die durch ihre antworten die fragestellerin dermaßen psychisch nach unten ziehen.Hier habe ich gleich eine bitte an dich,nimm doch einfach einmal kontakt mit Barbara auf,denn ich glaube du kannst ihr eine große hilfe sein.Da wir ja alle in ein und dem selben boot sitzen sollten wir miteinander arbeiten und nicht gegeneinander.
Bis bald,ich melde mich wieder

Gruß Sigrid

22.04.2002, 17:12
Ich bin mit 43 (1993das erste mal an Krebs erkrankt, der Knoten war unter 2 cm. Meine Ärzte im Klinikum Benjamin Franklin, Berlin haben mir auf alle meine Fragen geantwortet. Da meine Mutter und eine meiner Schwestern früh an Brustkrebs gestorben sind, war ich gut vorbereitet. Ich habe mich entschieden, die Brust entfernen zu lassen, gleichzeitig wurden Lymphknoten entfernt, die - wie sich herausstellte - nicht befallen waren. Ich musste mich weder einer Chemo- noch Strahlentherapie unterziehen und habe auch keine Tabletten genommen. Von den Ärzten war dies auch nicht so vorgesehen. 1996 hatte ich in der anderen Brust ebenfalls einen bösartigen Knoten und das gleiche Prozedere noch einmal durchgemacht. Ich habe bis heute keine Probleme, weder mit den Armen noch mit den Implantaten und ich würde immer wieder so entscheiden. Gleichzeitig habe ich mich an einer Studie der Deutschen Krebshilfe beteiligt, die ergeben hat, dass ich tatsächlich das defekte Krebsgen habe. Im Nachhinein hat sich meine Entscheidung, beide Brüste total zu entfernen gerechtfertigt. Im übrigen glaube ich heute, dass bei mir die Krankheit ausgebrochen ist, weil ich das Sterben meiner Schwester ein Jahr lang, als ob ich es selbst war, begleitet habe. Kurz nach ihrem Tod bin ich nämlich erkrankt. Und heute liegt eine weitere Schwester, 39 Jahre alt, im Krankenhaus und muss entscheiden, wie sie in ihrem Fall verfährt.

22.04.2002, 23:10
Hallo zusammen,
zuerst liebe Schweizergrüsse an Sigrid! Ich habe Barbara "drüben" übrigens eine Antwort geschrieben. (Ob das wohl wieder ZU krass war?) Du hast recht, es tut richtig weh zu sehen, wie schnell man missverstanden werden kann und sich mit "Überzeugungen", welche in Wahrheit gar keine richtigen Überzeugungen sind, gegenseitig psychisch nach unten ziehen kann. Obwohl wir ja alle im selben Boot sitzen und genau das gleiche durchmachen. Uns sitzt eben allen die Angst im Nacken! So als wären wir verirrte Schäfchen, die ihren Hirten suchen, und wenn es nicht der eigene ist, nehmen wir halt den nächstbesten, weil wir unser Futter brauchen und ja überleben wollen!
Vielleicht sollten wir alle mal unsere ANGST ein bisschen unter die Lupe nehmen und uns fragen, wovor wir eigentlich solche Angst haben? - Ich weiss, das klingt jetzt so cool und vielleicht auch oberflächlich, aber so meine ich das gar nicht. (Hab ja selber auch Angst!) Obwohl Angst ja eine natürliche Schutzfunktion des Menschen ist, kann sie ihn nämlich auch in seinen Handlungen völlig lähmen und verwirren. Gerade wir, die wir auf so einem "geborgenen", sozialen Erdenteil leben, sind es doch gar nicht gewohnt, uns mit so etwas brutalem wie ein plötzlicher KREBS oder einer sonst tödlichen Krankheit so richtig auseinander zu setzen. Krise pur! Und das Thema Tod ist sowieso praktisch tabu. Darüber spricht man doch nicht! - Zudem hat man in dieser Gesellschaft zu LEBEN und verflixt noch mal nicht zu sterben!

Ich denke, das prägt uns alles, das sitzt uns im Nacken. Wir wollen alles richtig machen, wenden uns an Spezialisten und hoffen auf DIE Lösung! Und wenn eine Lösung gerade gut geht, glauben wir, die eine WAHRHEIT allen verkünden zu müssen. - Ich bin da nicht viel anders, das muss ich zugeben. Aber immerhin versuche ich es zu vermeiden, weil ich ja selbst auch meine Zweifel habe. Und Zweifel sind gezwungenermassen da, wenn es einfach nicht DIE absolute Lösung gibt! Was will man dann da anderen auf die Nase binden wollen, was richtig und was falsch ist?
Aber wie gesagt, es ist die Angst, die uns treibt. Und es ist verständlich.
Wie geht es DIR inzwischen, liebe Sigrid?

Liebe Hannelore, vielen Dank für Deinen Eintrag. Es tut richtig gut, so eine positive Geschichte wie die Deine - mitsamt der Schulmedizin - zu hören. Und dass Du auch richtig beraten wurdest, finde ich geradezu sensationell. Du hattest in gewisser Weise ja schon Deine "Erfahrungen" mit Deiner Mutter und Schwester gemacht, und ich weiss, das prägt einen natürlich auch. Interessant finde ich aber, dass bei Dir keine Bestrahlung oder Chemo gemacht wurde. Ja, dass Du nicht mal Medikamente nehmen musstest. Was hat Deine Aerzte wohl dazu veranlasst? Hat man das im Jahre 1993 vielleicht noch nicht so gemacht? Oder sind Deine Aerzte Alternativärzte?
Deine Geschichte berührt mich, weisst Du. Weil um Dich herum nur Krankheit und Krebs in der Familie zu herrschen scheint. Weil das so hart ist. Und weil Du darin einen Sinn und Zusammenhang suchst. Bitte melde Dich doch noch mal und erzähl ein bisschen mehr. Natürlich nur, wenn Du möchtest. Ich fände es schön, wenn wir hier ein bisschen miteinander plaudern könnten.

Es grüsst Euch herzlich
Brigitte

23.04.2002, 14:23
Hallo Ihr alle, hallo Brigitte,

danke für Deine Mail. Erst einmal habe ich meinen Knoten selbst gefunden, er war unter 2 cm und mein Gyn. konnte ihn nur tasten, wenn ich ihm die Hand geführt habe. Er war lieb, aber nicht sehr hilfreich.
Ich bin in die Uniklinik Benjamin Franklin gegangen, weil ich wusste, dass diese mit einer amerikanischen Uni zusammen arbeiten. Die dort tätigen Ärzte waren ein Chirurg und Geburtsarzt (der Chefarzt)und zwei weitere Chirurgen ( Gynäkologen ) die sich speziell mit solchen Sachen befassten. Alle drei Professoren, die unglaublich interessiert waren und, wie ich bei meiner zweiten Erkrankung feststellte, sehr gut Mammographien lesen können. Aber es ist bei Ärzten, wie immer, ja auch erforderlich, direkte Fragen zu stellen, um direkte Antworten zu bekommen.
Für mich war, nachdem wir ausgiebig uns darüber unterhalten hatten, einfach klar, daß wahrscheinlich eine genetische Mutation vorhanden ist und dass auch eine Chemotherapie bei einer brusterhaltenden Operation nichts daran ändert, daß dort noch Gewebe ist, das erkranken kann. Der Tumor war T1 NO MO, also die allerbesten Voraussetzungen. Die zweite Brust wurde 1996 entfernt. Man hatte mir dies schon prognostiziert, aber gesagt, regelmässige Kontrolle, und auch das wird rechtzeitig ohne Chemo abgehen.
Allerdings war das Röntgeninstitut nicht so gut. Ich hatte eine Verhärtung entdeckt, die man als Narben erklärte. Mit der "Umschreibung" dieser Narben war ich nicht einverstanden, bin mit der Mammo zu meinem damaligen Operateur gegangen und der sagte, ab ins Krankenhaus, das ist ein Tumor. Und es war so. T1c,NO,MO.- also wieder keine Chemo. Diese Ärzte sind der Meinung, wenn der Tumor nicht agressiv ist, er unter 2 cm groß ist, keine Lypmhe befallen und keine Metastasen vorhanden, ist es nicht erforderlich, sich einer solchen Belastungen zu unterziehen.

Gestern abend habe ich erfahren, dass der Tumor meiner Schwester T2 ist - also 2 - 5 cm, eine Lymphe ist befallen, also halte auch ich eine Chemo für richtig. Jetzt wird noch nach Metastasen gesucht, das h. das volle Untersuchungsprogramm gemacht.
Traurig dabei ist - dass sich wieder meine Meinung bestätigt hat - zur Untersuchung nur in die speziellen Fachkliniken zu gehen. Meine Schwester hat dies nicht getan. Ihr Gyn. hat ihr zwei Jahre lang erzählt, es handele sich um Kalkknoten. Der hat das aber auch vom Röntgeninstitut. Der eine Kalkknoten ist ein verkapseltes Karzinom, der andere ein schnellwachsender Tumor.

Ich hoffe, dass trotzdem alles gut ausgeht.

Grüsse - Hannelore

23.04.2002, 18:32
Sali Hannelore,
bin schon wieder da (habe spontanen Urlaub diese Woche genommen, daher so viel Zeit). Danke für Deine Antwort.
Deine Geschichte klingt so vernünftig - besonders auch von der Seite der Aerzte aus gesehen - , dass ich mir dabei gedacht habe: Ach, wären doch alle Aerzte so! Da wurde bei Dir geschaut, erklärt, abgewogen und für nötig oder auch unnötig gehalten, und es ist GUT! Und dann erlebst Du da so im Gegensatz wie es bei Deiner Schwester schief läuft, weil da irgend so ein Gynäkologe einfach nicht richtig hingeguckt hat!

Tja, und was TUN wir in solchen Situationen, wenn uns ein Arzt eine "Fehldiagnose" oder "Blech" erzählt? Sobald wir davon erfahren haben, sind WIR die Dummen, lassen ihn links liegen und suchen uns notgedrungen einen anderen!
Als ich Deine Zeilen von Deiner Schwester gelesen habe, dachte ich mir: Das ist einfach nicht fair! Kann man diesen Gynäkologen denn nicht anklagen? Schadenersatz verlangen?
Ich weiss, dazu hat man nicht auch noch die Nerven. Und wir haben nicht auch noch die Zeit für so einen Quatsch! Aber offenbar gibt es viel zu viele dieser Aerzte, die irrtümlicherweise eine falsche Diagnose stellen, weil sie vielleicht nicht genügend Erfahrung besitzen und kommen dann ungeschoren davon, so unter dem Motto: Tja, eine Krebsdiagnose ist nun mal schwierig zu erstellen, selbst für einen Arzt! Jawoll!
Aber so lange wir Patienten das akzeptieren und GLAUBEN, ... wird es doch immer so weiter gehen! Die Aerzte können unter dem "Deckmäntelchen" als Arzt schön weiter so machen! Anstatt dass jene Aerzte, welche nicht über genügend Erfahrung verfügen, ehrlich genug sein sollten, um uns Patienten an einen wirklich guten Spezialisten weiter zu empfehlen, handeln sie nach IHREM Gutdünken und aus Unwissenheit.
Ein Gynäkologe ist kein Krebsspezialist, das sollte man hier vielleicht mal erwähnen. Selbst wenn er sich durch Kurse und Weiterbildung aktuell auf dem Laufenden hält. Das selbe gilt für einen Hausarzt. Aber Gynäkologen und selbst Hausärzte nehmen sich oft das Recht heraus, uns Krebspatienten zu BERATEN! Und wenn diese zu uns sagen: "Frau X, das ist kein Krebs, das ist nur blablabla, ...", dann GLAUBEN wir ihnen, weil wir ihnen glauben wollen!

T'schuldige, Hannelore, meine "krasse" Seite geht wieder mit mir durch! Du bist bestimmt auch nicht gerade in der Stimmung dazu, wo Du Dir doch jetzt hauptsächlich Sorgen um Deine Schwester machst.
Was mich noch interessieren würde, ist die Seite der Sinn-Frage für Dich. Du hast geschrieben, dass Du das Sterben Deiner ersten Schwester miterlebt hast, als ob Du das SELBER wärst, und kurz darauf ist die Krankheit auch bei Dir ausgebrochen. - Wie gehst Du damit um?

Ganz liebe Dientagsgrüsse
von Brigitte

24.04.2002, 11:19
Hallo Brigitte,
jetzt hatte ich Dir vor 10 Minuten geantwortet und dann ist unser Server abgestürzt, bevor ich die Nachricht abschicken konnte (und dies in einem Softwareunternehmen)
Sinngemäss schrieb ich: Du solltest Deinen Urlaub nicht im Krebsforum verbringen.

Zu Deiner Frage, wie ich damit umgegangen bin ? Nach meiner Operation bin ich sofort ins Büro, habe alle liegengebliebenen Arbeiten erledigt, Vorbereitungen getroffen, etc. bin mit meinem Mann in Urlaub gefahren und habe dann weitergearbeitet.
Danach habe ich die Krankheit für mich angenommen, die Vergangenheit abgehakt und mir gesagt - Mitleid haben ja - mitleiden nein. Das schwächt das Immunsystem.
Ich treibe viel Sport - joggen - Fitneßstudio und habe ein Hobby - mein Garten.

Aber so glatt ist meine Geschichte natürlich auch nicht verlaufen, das war ja nur die realistische Kurzform. (Ich bin sehr realistisch)
Ich rede ziemlich viel (was manchmal von Nachteil ist) und auch über meine Krankheit - bei jedem der es hören will.
Ich verstecke mich nicht.

Auch ich habe im Krankenhaus einen Arzt rausgeworfen (übrigens einen sehr guten) der aber menschlich eine NUll war, kein Einfühlungsvermögen hatte.
Dadurch bin ich in den Genuss der Privatbehandlung des Chefarztes (obwohl keine Privatpatientin) gekommen, der mich bei allen Operationen (Brustaufbau etc, zweite OP 1996) betreut hat, aber Operation durch seinen Chirurgen, Chefarzt heisst nicht gleich, bester Fachmann).
Der Chefarzt hatte mir damals gesagt, ich habe ihm imponiert, dass ich mich gewehrt habe und das sei für ihn ein Anlass zu prüfen, wie die Frauen auf dieser Abteilung behandelt werden und um ggf. Änderungen durchzuführen. Meine positive und wehrhafte Einstellung sei ein wichtiges Kriterium für die Heilung.
Er hat mir und meinem Mann die Sachlage ganz klar dargestellt und so waren die zu treffenden Entscheidungen auch klar vorgezeichnet.
Im übrigen hatte die Studie bei der Deutschen Krebshilfe - die eigentlich auch als Hilfe für meine Schwestern und deren Töchter - gedacht war, erbracht, dass die Krebsgenmutation bei mir nicht nur Brust- sondern auch Eierstockkrebs verursacht. Die Forscher, die von meiner Erkrankung keine Information hatten, haben gesagt, ich werde zu 99 % erkranken und dringend empfohlen, die Eierstöcke zu entfernen.
Das habe ich Anfang 2001 schweren Herzens gemacht. Ich war noch nicht in den Wechseljahren und hatte einen richtigen "Drogenentzug". Geschwitzt wie in der Sauna und das fast jede Stunde einmal. Keine Hormonbehandlung möglich, denn das war ja der Grund für die Entfernung. Nur pflanzliche Mittelchen. Nichts hat geholfen.
Eines morgens habe ich meinem Körper gesagt, Schluss jetzt, hör auf, es gibt keine Tabletten mehr, ich will nicht mehr (hört sich blöd an) aber es hat GEWIRKT. Ich habe kaum noch Probleme und mit dem REst kann ich gut umgehen.
Seit der Operation fühle ich mich ziemlich sicher, was weitere Tumoren anbetrifft, aber es kann ja immer wieder kommen, nur mein Risiko ist jetzt nur noch so gross wie bei jeder anderen Frau.
Durch die Krankheit meiner Schwester kommen jetzt natürlich wieder Ängste hoch. Aber ich habe mir vorgenommen - Mitleid - nicht mitleiden.

So, jetzt muss ich noch ein bißchen arbeiten, die Kollegen wundern sich schon, dass ich so still bin.
Morgen habe ich frei.

gruss - hannelore

24.04.2002, 12:30
Hallo Brigitte,

ich habe nun schon einige Zeit Euere Diskussion verfolgt und bei einigen Erfahrungen konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Oftmals habe ich mich gefragt, kann es so was denn wirklich geben? Es ist für mich nicht zu fassen. Aber leider gibt es sowas Arzt ist nicht gleich Arzt und Krankenhaus nicht gleich Krankenhaus. Auch ich habe erst im zweiten Anlauf die für mich richtigen Ärzte und Krankenhaus gefunden.
Der erste Arzt arbeitet an einer Uniklinik und war für mich der Horror, so dass ich damals beschloss ich lass mir garnichts machen und bin mit wehenden Fahnen aus der Klinik raus. Er wollte eine Biopsie des Knotens in meiner Brust machen, auf meine Frage, ob das in Narkose getan würde meinte er, nein dafür rentiert eine Narkose nicht, da müssen sie eben die Zähne aufeinander beissen, basta. Das zweite war, dass er mir sein Fotoalbum mit Eigengewebeaufbau vorlegte und sagte, so schön würde ich hinterher dann auch aussehen und das war es dann für ihn und für mich eben auch, wie schon geschrieben bin ich aus der Klinik raus mit der Entscheidung, nicht mit mir, ich lass mir nichts machen. Beruflich bedingt sind wir dann umgezogen und ich muss sagen welch ein Glück.
Hier am Krankenhaus ( es ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Uni Mainz) habe ich wohl das Paradies an Ärzten und Versorgung gefunden. Die Ärzte hier haben für jeden und alles Zeit, zu jeder Tagens-u.Nachtzeit ist jemand zu erreichen. Man wird richtig aufgeklärt über Operationen, Behandlungen, über die Vor-u.Nachteile und das schöne man wird nicht unter Druck gesetzt, bei allem entscheide ich mit. So habe ich mich dann auch bewusst für die Chemotherapie in einer ETC-Studie entschieden obwohl ich keine Metastasen habe, es ist eine adjuvante Chemo gegen etwaige Micrometastasen die nicht sichtbar sind und es nicht bereut, es geht mir sehr gut und ich fühle mich auch nicht krank. Am Tag der Chemo werden wir mit allem versorgt, sprich Essen, Getränke, können über alles reden was uns interessiert oder was einem beschäfigt. Am Krankenhaus ist ein Sozialer Dienst, der einem über sämtliche Möglicjkeiten informiert, sprich Schwerbehindertenausweis, Härtfond der Krebshilfe und vieles mehr. Es gibt eine Selbsthilfegruppe, an der auch Personal der Onkologie teilnehmen und einem auch mit Tips versorgen. Oder die AGKgruppe ( Aktiv gegen Krebs) sie ist für unser persönliches Wohl zuständig, so zum Beispiel Farb-und Typberatung. Nächsten Monat kommt ein Visagistenteam sie zeigen uns alles bezüglich Gesichts und Hautpflege :-)) und das alles kostenlos incl. einem Pflegeset das ansonsten über 150€ kosten würde und jeder bekommt.
So könnte ich noch vieles weitere aufzählen.
Vieleicht verstehst kannst Du mich nun verstehen, dass ich mich gut betreut und aufgehoben fühle. Für mich wurden die Ärzte und das Krankenhaus mein Partner im Kampf gegen den Krebs und nicht mein Feind.

Liebe Grüsse
GabyWildkatze160767@aol.com

24.04.2002, 14:35
Hallo zusammen,
bin gerade ein bisschen im Stress. Meine Katze brachte soeben eine tote Maus rein! - Ich werf die Maus also wieder raus, die Katze bringt sie wieder rein, ich werf sie wieder raus, ... und so geht das Spielchen immer weiter! Ach ja, Katzen!

Zuerst liebe Hannelore, Du hast wahrscheinlich recht, ich sollte meine wenigen Urlaubstage eigentlich nicht hier im Krebs-Forum verbringen! Aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Wie Du siehst, renne ich ja zwischendurch mal wieder meiner Katze und ihrer Maus hinterher! (Ha! Gesunde Abwechslung!)
Nein, es hat schon was Wahres. Vielleicht brauch ich das aber auch, weisst Du. Und jetzt habe ich ja gerade so schön Zeit. Diese Krebs-Kompass-Seite habe ich erst kürzlich entdeckt, und sonst habe ich hier bei mir nicht so viele Möglichkeiten, über die Sache zu sprechen. Ich war zwar auch schon in einer Selbsthilfegruppe, aber das war nichts für mich. Dafür habe ich eine Psychiaterin gefunden, bei welcher ich mich wohl fühle. Aber wenn man bedenkt, dass man dort eine knappe Stunde reden kann (und ich will doch so viel noch sagen!), muss da natürlich irgendwo noch ein anderes Ventil sein, wo ich meine Gedanken und Gefühle auch noch raus lassen kann. Zudem tut es mir gut zu wissen, dass da auch noch andere Frauen sind, welche ebenfalls schlechte Erfahrungen mit den Aerzten gemacht haben, oder welche auch auf die schulmedizinischen Behandlungen verzichtet haben. (Komme mir hier, wo ich wohne, nämlich ein bisschen einsam und fast schon ausgestossen mit meine Erlebnissen und meiner Eigenwilligkeit vor!) Auch habe ich im Internet noch keine so spezielle Seite aus der SCHWEIZ entdeckt.
Aber ich plaudere natürlich auch gerne und vor allem SCHREIBE ich eben gerne. Ich sag auch gerne die Wahrheit, gerade so wie sie kommt. Manchmal bin ich fast schon ein bisschen ZU krass, aber was soll's, ich bin eben so.

Liebe Gaby, freut mich, dass Du Dich auch auf "dieser Seite" meldest. (Du weisst schon, ich bin die "arme" Seele von der "anderen Seite", Thema Seele).
Ich muss schon sagen, man kann sich wirklich glücklich schätzen, wenn man auch GUTE Erfahrungen mit den Aerzten gemacht hat. Aber das gibt es WIRKLICH, Gaby, solche extrem negativen Geschichten mit den Aerzten! Zur genüge! Leider! Das Schlimmste dabei war für mich, dass ich mich in einer Schock-Situation befand, und als die Aerzte alle keine Zeit für mich hatten um mich vollumfänglich zu beraten, war das für mich gleich der nächste Schock! Das hatte ich wirklich nicht erwartet! Ausgerechnet in dieser Situation! Ich fühlte mich völlig verloren. Völlig alleine. Das hat mir am Ende noch MEHR weh getan, als dieser dämliche Krebs selber! Ich dachte mir, den Krebs krieg ich schon in den Griff, aber - oh Mann! - einfach nicht diese Aerzte! DIE hatten MICH im Griff!

Aber immerhin habe ich dann doch noch gute Erfahrungen mit Aerzten gemacht, halt mit den antrophosophischen Aerzten. Die sind so schön menschlich. Es war wie eine absolut umgekehrte Welt dort. Kennst Ihr die auch in Deutschland? Ich weiss, dass viele Deutsche Krebspatienten nach Arlesheim in die Schweiz kamen. Offenbar gibt es in Deutschland nicht so viele Kliniken von ihnen. Sie arbeiten ja in Ergänzung zur Schulmedizin. Die waren für mich damals wirklich weisse - und weise - Götter!

Jaja! Uebrigens habe ich mal irgendwo gelesen, dass Frauen, welche sich nach ihrer Krebsdiagnose wehren und selber auch zu helfen wissen, welche kämpfen können, ... eher gesund bleiben! Muss was dran sein, gell Hannelore?

Liebe Schweizergrüsse an Euch
von Brigitte

24.04.2002, 15:32
Hallo Brigitte, auch hallo Gaby,

das ist bis freitag das letzte mal, dass ich mich einklicke.

Also die Antroposophen gibt es bei uns in Berlin auch. Bei mir um die Ecke im Grünen ist so eine Klinik. Man Mann sagt dazu "merkwürdige Klinik". Er meint dies in positivem Sinne. Ich hab´dort meine Eierstöcke entfernen Lassen. Der Chef der Abteilung ist einer der Vorsitzenden der Deutschen Krebshilfe und er war für die Operation.
Aber dort ist man wirklich liebevoll und nett und es geht wirklich um den ganzen Menschen.
Im übrigen habe ich mich aber auch in der Uniklinik geborgen geführt. In den Mammaabteilungen herrscht überhaupt eine ganz besondere Atmosphäre, liebevoll und fürsorglich, auch die Patienten untereinander. Man hilft sich gegenseitig und spricht sich Mut zu. Es gibt auch in der Uniklinik die entsprechenden Sozialstationen, mit Gymastikkursen für die Brustoperierten, dort gibt es auch wöchentliche Mammastunden für die Nachsorge usw.
Meine Schwester liegt in Düsseldorf, (wohnt dort) in einer Mammaklinik, wo es auch diese besondere Atmosphäre gibt, wie sie mir eben telef. erzählte.
Am Freitag, wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind(Jagd auf Metastasen) setzen sich mehrere Ärzte mit ihr zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Meine Berliner Unterlagen werden hinzugezogen.
Ich bin mal gespannt.

Also, bis demnächst - grüsse aus Berlin
Hannelore

24.04.2002, 15:47
Hallo Hannelore,
bin nochmal da, wollte Dir aber noch schnell für Deine Schwester ganz viel Glück wünschen. Ich halte ihr die Daumen, dass alles gut geht.
Bis dann!

Ich klicke mich jetzt auch hier raus. (Muss jetzt die Maus suchen, die meine Katze hier irgendwo liegen gelassen hat ...)

Liebe Grüssli
von Brigitte

26.04.2002, 12:27
hallo Brigitte,
nach ein paar tagen ohne computer melde ich mich wieder zurück.Am dienstag sollte doch endlich ambulant in einer klinik die stanzbiobsie durchgeführt werden.Nun bin ich noch genauso schlau wie vorher auch,denn nach ansicht des arztes (diesesmal war es der stellvertretende chefarzt,nicht die frau professor selber ) ist der knoten zu klein ,da unter 1cm , um eine stanze durchführen zu können. Laut experten sollte erst ab einer bestimmten größe des knotens solch ein eingriff durchgeführt werden.Ich stelle mir da nur die frage,warum hat man dies nicht schon vor einer woche gewußt.Aber vielleicht ändern sich ja die expertenmeinungen von woche zu woche.Wenn der hintergrund nicht so ernst wäre,könnte man ja richtig seinen spaß daran haben. Nun wurden mir wieder zwei möglichkeiten in aussicht gestellt.Erstens ein schnellschnitt, ich bleibe nach herausnahme des knotens in narkose und nach abklärung wird weiteroperiert.(ich kann keinen einfluß mehr nehmen.)Die zweite variante ist die,der kleine knoten wird entfernt,die wunde wieder geschlossen und ich kann erst einmal wieder nach hause gehen und gegebenenfalls alles neu überdenken.Ein nachteil ich muß eventuell zwei narkosen über mich ergehen lassen.Für mich im moment das kleinere übel denn mir ist lieber, mir wird das heft nicht ganz aus der hand genommen und ich kann selbst noch einmal überlegen wie es weitergeht.Vielleicht kommt alles noch anders, wer weiss!!!Ich habe mir unterlagen von der biologischen krebabwehr zuschicken lassen mit adressen von kliniken,ich werde mich auch dort einmal erkundigen.Man sollte offen sein nach allen seiten,manchmal tuen sich wieder türen auf ,mit denen man garnicht gerechnet hat.So kann ich mir wenigstens nachher nicht den vorwurf machen ,ich habe im vorfeld nicht alles versucht.
So ist im moment der stand der dinge,warten wir es ab wie es weitergeht.

Einen schönen sonnigen tag an alle und für alle betroffenen,kopf hoch und nicht aufhören zu kämpfen.Jeder neue tag ist ein geschenkter tag.

Gruß Sigrid

26.04.2002, 20:43
Hallo Sigrid,
freut mich, dass Du wieder da bist! - Dein Knoten ist also zu KLEIN? Ja was für eine Ueberraschung! - Also meiner war neun Millimeter gross. Es hat auch geklappt. - Nur komisch war dann, dass das Labor bei dieser Biopsieprobe nichts heraus gefunden hat! Und das war keine "mich-schonende-Antwort" meiner Aerztin, sondern ich habe dieses rätselhafte Ergebnis des Labors tatsächlich schriftlich bekommen!

Jetzt steht es also bei Dir so, dass eigentlich nur eine OP in Frage käme, nicht?
Es gäbe da übrigens auch noch eine Möglichkeit, KEINE OP zu machen. Chemo vorher. Aber das braucht Mut, da müsste man sich vorher auch genau informieren. Es gibt da auch diese berühmte "Fieber-Therapie", aber das ist heikel und sollte nur von ganz gescheiten Aerzten gemacht werden. Manche machen es in Ergänzung zur Chemo.
Sind nur so meine Gedanken dazu, liebe Sigrid. Ich persönliich bin heute froh, ist mein Knoten weg. Es gibt ja immer einen "Mutter-Tumor", welcher dann streuen kann, also sollte der vielleicht besser weg. Denke ich mal, aber was ist da schon sicher?
Ja, jetzt hast Du offenbar zwei Möglichkeiten. Entweder Du lässt den Tumor mit dem Schnellschnitt heraus operieren und dann folgt wohl gleich die Lymphdrüsenentfernung, WENN es Krebs ist, oder aber Du lässt ihn Dir nur raus nehmen, Wunde wieder zu, und Du gehst heim um zu überlegen.
Letzteres habe ich auch gemacht. Mir war wohler bei dem Gedanken, mich noch einmal neu entscheiden zu können. Letztendlich habe ich dann die Lymphdrüsen ja nicht entfernen lassen. Dies aber auch erst nach genauer Information von antrophosophischen Aerzten. - Nicht zum falsch verstehen: Die sagten mir dort nicht, was ich zu tun hätte, sondern klärten mich über die möglichen Ergebnisse oder Nicht-Ergebnisse genau auf! Am Ende war mir klar, dass ALLES ein totales Risiko ist! Man fragte mich: "Wollen Sie WISSEN, ob Ihre Lymphdrüsen befallen sind? Es kann natürlich auch sein, dass man die ersten zehn oder vierzehn entfernt, alle wären gut, aber der fünfzehnte wäre befallen gewesen! - Und können Sie mit der Ungewissheit leben, wenn Sie sie NICHT entfernen? Könnten Sie sich deswegen Vorwürfe machen?..."
Sind GUTE Fragen, gell? Schonungslos und ehrlich!
Die meisten Frauen wollen hier Gewissheit haben, obwohl diese Gewissheit natürlich auch nie gewiss ist!

Was ich übrigens auch noch getan habe, (darüber schütteln warscheinlich noch manche den Kopf!), ist, dass ich nach dem ersten Laborbefund meines Krebses, den Tumor von einem ZWEITEN Labor habe untersuchen lassen! Nicht, weil ich das erste Ergebnis nicht geglaubt hätte, sondern ... weil es da eben auch Fälle gibt, wo Krebs diagnostiziert wird, der gar keiner ist! Ich wollte es einfach so zur Sicherheit! Wie eine Zweitmeinung eines anderen Arztes! - Und jetzt hör Dir mal diese Geschichte an:
Ich rufe also dem Labor unseres Krankenhauses an, hm? Das Labor ist ausserhalb, gehört aber zum Krankenhaus! Ich habe eine nette Dame am Telefon. Ich sage ihr mein Anliegen: "Ich möchte gerne meinen Tumor von einem zweiten, EXTERNEN Labor noch untersucht haben!" Die Dame am Telefon schweigt zuerst. Dann fragt sie: "Haben Sie PROBLEME mit dem ersten Ergebnis?"
Ich: "Nein, ich habe KEINE Probleme mit dem ersten Ergebnis! Ich möchte es einfach zur Sicherheit nochmals untersuchen lassen!"
Sie: "Aber warum Extern? Wir haben hier im Spital einen Professor, welcher ..."
"EXTERN!" sage ich laut. "Nicht bei IHNEN! Ganz wo anders!"
"Aber der Herr Professor ist eine Kapazität und ..."
"Nein, EXTERN! - Wie lange dauert das?"
Sie: "Wenn Sie es bei uns im Hause bei Professor XY nochmals untersuchen lassen, dann geht es doch viel schneller...!"

Was für ein Aufwand um so einen simplen Auftrag einer Patientin, was? Ich hatte ziemliche Mühe, der Dame beizubringen, was ich wollte. Am Ende hatte sie es jedoch machen müssen. Dank meiner Sturheit!
Tja! Es hat dann halt zwei Wochen gedauert, bis ich das zweite Ergebnis bekam. Das Ergebnis war das selbe wie das erste. Aber es kam dann immerhin von einer ganz anderen Ecke aus der Schweiz und war in französisch geschrieben mit den Worten: "Sehr geehrter Herr Kollege, so leid es mir für die Patientin auch tut, aber wir haben die selbe Diagnose festgestellt ..."

Liebe Sigrid, ich finde, Du machst das ganz toll! Hier noch ein Tip: Vielleicht kannst Du ja mal jemanden, der Dir nahe steht, zu einem solchen Arzt-Beratungstermin mitnehmen? Vier Augen sehen mehr, vier Ohren hören mehr ...

Ganz liebe Grüsse, ich denk an Dich!
Brigitte

23.05.2002, 12:08
Hallo zusammen,

bei mir wurden bei einer Routine-Mammographie (bin 41) Mikroverkalkungen entdeckt. Bei einer Stanzbiopsie ergaben sich Tumorzellen, die auch nach der ergänzenden offenen Biopsie noch vorhanden sind. Obwohl es sich úm ein DCIS (nicht invasives ductales Karzinom) handelt, möchte mein Gynäkologe die gesamte Brustdrüse entfernen und ein Implantat einsetzen.
Ich bin aber dabei, mir Informationen zu besorgen, ob das wirklich nötig ist, da die Tumorzellen nur eine geringe Kernmalignität zeigen und die Mikroverkalkungen als letztes Stadium vor dem Invasivwerden ja auch raus sind. Eigentlich tendiere ich mehr dahin, engmaschig zu kontrollieren und erst später zu operieren - vielleicht geht es ja noch Jahre gut und wer weiß, was es dann für Therapien gibt!
Hat jemand Erfahrungen mit solchen zunächst nicht behandelten DCIS gemacht?

Viele Grüße Ulrike

23.05.2002, 13:19
Hallo Brigitte

ich bins wieder - und sehe gerade diesen Thread.
Ist doch genau der richtige für mich, denn nach tagelangen hin und her, und einer immer größer werdenden Panik habe ich mich quasi auch dafür entschieden, die Bestrahlungen nicht zu machen.

die Hormontherapie muß schon aus gesundheitlichen Gründen ausfallen, da ich auf ein Hormonpräparat vor Jahren schon einmal mit einer Knotenbildung in der Schilddrüse (80% Verlust nach OP) reagiert habe, und eben auch meine Thrombosegefahr (auch Vorerkrankung) dann noch höher wäre. Dies wurde mir jetzt auch seitens der Gynäkologin bestätigt, das dann die Hormontherapie in keinem Verhältnis zu dem stehen können, was es letztendlich an ERfolg bringen soll. Wahrscheinlich werde ich aus diesem Grunde dann aber die Eierstöcke entfernen lassen, bringt zwar nicht zu 100% den gleichen Effekt, wie die Hormontherapie, aber immerhin fast. Aber das werde ich erst nach Beendigung der Chemo-Therapie ( nächste Woche die letzte ) und einer angemessenen Pause für mich :-)) entscheiden.

Die Bestrahlungen führen eben zu einer zusätzlichen psychischen Belastung, die ich nach über 20 Jahre psychischer Erkrankung nicht mehr imstande bin auszuhalten. Egal, was die anderen denken oder sagen. Es ist mein Leben - und eine "relativ" stabile Psyche hat bestimmt auch einen positiven Effekt auf mein weiteres Leben.

Der behandelnde Onkologe weiß noch nix, denn dort habe ich erst nächste Woche den nächsten Termin. Denke mal, der wird Probleme mit meinen Entscheidungen haben.

Aber seit vorgestern, wo diese Entscheidung für mich gefallen ist gehts mir besser. Der Druck ist weg, etwas machen zu müssen - weil es Standard ist. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich eher das Gefühl, ich habe mich für das leben ( eben so gut wie für mich möglich) entschieden, und nicht dagegen.

na ja - und jetzt bin ich wohl eher nicht mehr Angsthase - sondern wieder Elisabeth, die sich einfach nicht getraut hat, mit dem richtigen Namen hier zu posten. Weil eine zusätzliche psychischer Erkrankung leider ( egal wo) immer mit einem Makel behaftet ist, egal, was letztendlich der Grund für so eine Erkrankung ist.

Der Mailwechsel mit dir hat mir da sehr geholfen, diese für mich so wichtige Entscheidung zu fällen. Danke.

Ach ja - na klar mache ich auch die Misteltherapie und nehme Selen. Dies wird seitens der Gynäkologin ( die wirklich toll darauf reagiert hat) und meiner Hausärztin unterstützt. Ich denke mal, da bin ich dann auch in guten Händen.

viele Grüße
Elisabeth

24.05.2002, 10:23
Hallo zusammen,
hallo Ulrike, deine Situation ist schwer zu beurteilen. Ganz besonders, wenn man daran denkt, vielleicht noch "abzuwarten", ob vielleicht in ein paar Jahren etwas Neues auf dem Markt ist, bzw. ob es neue Heilmethoden gibt.
Gut möglich, manchmal sind die Forscher ziemlich schnell - so kommt es einem oftmals vor - aber andererseits denke ich dann wieder an meine Mutter, welche vor 15 Jahren an Leukämie starb. IHR hatten die Aerzte auch versprochen, dass in zwei Jahren garantiert etwas Neues gegen Leukämie gefunden würde! Ich weiss noch genau, meine Mutter hatte sich damals grosse Hoffnungen gemacht! - Also entweder wollten die Aerzte sie nur beruhigen (und man hat sie angelogen), oder aber man glaubte damals wirklich, dass es schon bald eine neue Heilmethode gegen Leukämie gibt!
Ich weiss nicht, was ich Dir raten kann, liebe Ulrike. Vielleicht fragst Du noch ein paar andere (verschiedene) Aerzte?

Lieber Angsthase, nein, liebe Elisabeth, es freut mich, dass Du Dich hier meldest. Ich hoffe nur, dass ich Dich hier in diesem Thema (wenn Du all die Seiten gelesen hast) nicht wegen meinen negativen Erfahrungen mit den Aerzten zu Deinem Entschluss geführt habe. Schlechte Erfahrungen sind die EINE Sache, aber die Behandlungen dann die ANDERE. Und man muss auch aufpassen und ganz genau in sich hinein "horchen", dass wenn man dann ein NEIN sagt, dieses auch aus Ueberzeugung tut, und nicht, weil man Angst davor hat. Ich selbst musste mir diese Frage damals immer wieder stellen, ... weil ich mich am Ende ja nicht selber "betrügen" wollte.
Es freut mich aber für Dich, dass Du Dich nun entschieden hast (was auch verständlich ist in Deiner Situation) und dass Du Dich dabei wohler fühlst. Ganz sicher wird es Dir psychisch dabei besser gehen, wenn Du weisst, dass Du diese Tortour schon gar nicht auf Dich nehmen musst. Und vielleicht wird schon alleine DAS zu einer Heilung beitragen. - Aber denk daran, dass die Aerzte NICHT so denken (die meisten jedenfalls), deshalb mach Dich auf ein zünftiges Gespräch mit Deinem Onkologen gefasst.
Kann aber auch sein, dass wenn Du Dich jetzt entschieden hast - für den Onkologen sozusagen quer stellst - er Dir eine andere Lösung vorschlagen kann. Vielleicht forderst Du ihn damit ja auch erst richtig heraus, eine andere Lösung für Dich zu suchen? Dann hör auf jeden Fall hin, was er Dir dann sagen wird.

Nenn Deine psychische Erkrankung nicht einen "Makel". Das ist es nicht. Steh dazu und schmeiss es den Aerzten ins Gesicht! Die müssen selber schauen, dass sie für Dich die bestmögliche Behandlungslösung finden. Du hast schliesslich nichts zu verlieren, oder?
Ist jedenfalls meine Meinung.
Manchmal öffnet man sich MEHR nach einer Krebsdiagnose, als zuvor. Man wird "direkter", oder auch hemmungsloser. WEIL man nichts mehr Grosses zu verlieren hat. - Hat doch auch was Gutes, oder?

In diesem Sinne wünsche ich Dir das Allerbeste, viel Kraft und Mut, Elisabeth. Schön, dass Du jetzt Deinen Namen angibst!
Bis dann!
Ganz liebe Grüsse
von der "krassen" Brigitte

24.05.2002, 10:51
Nochmal hallo Brigitte

nein, nein - nicht Deine schlechten Erfahrungen mit Ärzten haben mich zu dem Entschluß gebracht (habe auch hier nicht alles gelesen) sondern meine eigenen schlechten Erfahrungen, und meine Überlegungen der Pro und Kontras. Das ganze habe ich mir nicht einfach gemacht - und habe mir auch Gesprächspartner gesucht, die mich gut kennen und wissen, worum es geht. Es war für sie bestimmt härter als für mich, aber letztendlich sind eben diese Entscheidungen dabei rausgekommen.

Das es mit dem Onkologen am Dienstag nicht so ganz einfach sein wird, kann ich mir gut vorstellen, zumal dann wieder so eine Frage kommen wird ( das kenne ich zur genüge von anderen Ärzten und seinen Kollegen ja auch schon) ob ich denn überhaupt selbst in der Lasgen bin, und das entscheiden darf :-)) ja - man staune nicht schlecht, aber so ist es nunmal. Darauf bin ich aber vorbereitet.
Überreden lasse ich mich nicht dazu, eher schlage ich ihm vor, das ich mit jemanden anderen, die mich sehr gut kennt und die Hintergrundgeschichten vor allen Dingen kennt, einen erneuten Termin ausmache. Und da weiß ich, das sie mich voll und ganz unterstützt.

Ich sperre mich nicht gegen Alternativen - aber auch da werde ich mich vorher gut informieren, was das für mich bedeutet.
Denn damit Leben muß ich, nicht die anderen. Durch meine Panik in der letzten Woche ( dann bin ich wirklich nicht mehr ich) habe ich das aus den Augen verloren, aber nu ist es wieder da.

Wünsche Dir einen schönen Tag
Elisabeth

24.05.2002, 15:35
Hallöchen Elisabeth,

Also wieder mal, ... und immer wieder mal das selbe: Was eine Patientin SAGT und entscheidet, wird von den Aerzten kaum ernst genommen!
Ich war vorher ja auch nicht psychisch krank, hm? Aber denkst Du, das hinderte die Aerzte daran, mich TROTZDEM nicht ernst zu nehmen? Mich oder andere?
Oder jetzt vielleicht Dich? Naja, wenn du Glück hast.
Da haben wir aber alle das selbe Problem. Bei uns "Gesunden" heisst es einfach, Du stehst unter Schock und bist nicht fähig, eine eigene Entscheidung zu fällen. Zu grosse Angst. Panik. Todesangst. Du bist unsicher. Aengstlich. Depressiv. Also bist Du krank. So oder so. Der Krebs hat einem das Hirn vernebelt. Und überhaupt: Du bist moralisch dazu verpflichtet, gesund zu sein! - Und vielleicht noch, weil Du eine Frau bist. Und weil halt Aerzte sowieso alles besser wissen. Sie haben schliesslich studiert. Sich mit der Materie befasst. Sie sind Experten. Experten darin, Menschenleben zu retten. - Und wir sind die Laien. Unwissend. Und vor allem nicht selbstbestimmend. Nicht JETZT!
Oder?

Aber ich bin froh, wenn es jetzt für Dich mit Deiner Entscheidung so stimmt. Der Onkologe hat Dich dann aber meiner Meinung nach nicht zu fragen, ob Du selber entscheiden DARFST - du liebe Zeit - , es sei denn, Du wärst unmündig, aber die Frage alleine wäre ja schon eine Frechheit! Lass Dich also nicht klein kriegen, Elisabeth. Oder bezieh' Dich doch dann - ganz frech - auf die MENSCHENRECHTE! Notfalls kannst Du ja vielleicht jemanden zu diesem Gespräch mitnehmen, ein Arzt oder so, welcher sich mit Deiner Vorgeschichte auskennt? Oder jener Onkologe könnte mit Deinem behandelnden Arzt die Sachlage zuerst abklären?
Aber wenn Dein NEIN wirklich ein definitives NEIN ist, ... wozu sich dann noch auf ein anstrengendes Gespräch einlassen? Wieso nicht anrufen und den Termin absagen? Und mit Deinem behandelnden Arzt nach weiteren Lösungen suchen?
Es sei denn, Du WILLST das Gespräch mit dem Onkologen noch führen. - Willst Du?

Ganz liebe Freitagsgrüsse
wieder mal von
der "krassen" Brigitte

24.05.2002, 18:24
Ja - ich will - könnte ich jetzt antworten :-)
Ja, das Gespräch wird auf jeden Fall stattfinden, zumal ich am Dienstag auch die letzte Chemo habe. Und danach ist die Behandlung beim Onkologen beendet.
Das gute daran ist, das ich heute auch noch bei der Kollegin meiner Hausärztin gewesen bin ( ist diejenige, die auch Mistel-Therapie und Selen) verschreibt ( Internistin mit anthropsophischer Zusatzausbildung ). Habe mit ihr sehr offen darüber gesprochen (ohne, das sie mich auch nur ansatzweise kennt), und sie meinte wortwörtlich - egal, was der Onkologe sagt - nur Sie können und müssen entscheiden. Und ausserdem unterstützt sie mich voll und ganz. Und jetzt fällt mir das Gespräch am Dienstag noch einfacher.

Und es geht mir jetzt richtig gut. Ich weiß, das es das richtige ist - und ich weiß, das ich das Glück habe ( nach unendlicher Arzt-Odysee derletzten 20 Jahre, das ich wohl zum richtigen Zeitpunkt an die richtigen Ärzte gekommen bin.
Und da ich nicht an Zufälle glaube, denke ich mal, das es so sein sollte.

ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende
Elisabeth

24.05.2002, 20:22
Cool! - Na denn, alles alles Gute, gell?
Halt die Ohren steif!

Grüssli
von Brigitte

20.10.2002, 23:44
Hallo,

Ich möchte nicht unverschämt sein. Habe heute durch Zufall diese Seite gesehen und all Eure Mails "verschlungen"! Leider finde ich die Fortsetzung nicht! Wie geht es z. B. mit Dir, liebe Sigrid, weiter? Ihr habt doch nicht alle im Juni 02 aufgehört zu schreiben??? Bitte ärgert Euch nicht über meine Neugier.

Liebe Grüße, maus66

21.10.2002, 09:51
Hallo maus66
Du bist nicht unverschämt, nein-nein. Habe leider auch nichts mehr von Sigrid gehört, ... es sei denn, sie ist in ein anderes Forum-Thema gerutscht, so wie ich. (Bin öfter mal bei den Angehörigen, lese aber auch hin und wieder bei den Hinterbliebenen rein. - Alias "Känguruh" oder die "krasse Brigitte".)

Magst Du ein bisschen hier bleiben und plaudern?

Liebe Grüssli
von Brigitte

04.12.2002, 11:58
hallo Brigitte
hatte die selbe diagnose wie du!
mein knoten war knapp ein zentimeter groß,
die OP war okt 1999, ließ mir die lymphknoten entfernen, es war keiner befallen!
Ärzte rieten mir zur bestrahlung und tamoxifen,
ich nahm nichts davon in anspruch!!
nun nach 3 jahren hab ich den allerselben knoten,gleiche größe und gleicher befund, den ich vor ca 6 wochen wieder brusterhaltent operieren ließ.
Jetzt habe ich mich für die bestrahlung entschieden, um zu sehen, ob ich mich vielleicht vor 3 jahren falsch entschieden habe.
Tamoxifen werde ich nicht nehmen!
wünsche dir alles liebe
Gerdi

04.12.2002, 19:46
Hallo liebe Gerdi,
ich glaube nicht, dass Du Dich vor drei Jahren "falsch" entschieden hast. Vielleicht hast Du ja gerade dadurch jetzt längere GESUNDE Zeit gewonnen?
Ach ja, wer weiss es schon?
Aber ich muss ehrlich sagen, wenn ich wieder einen neuen Krebs kriege, werde ich mich wohl auch wieder NEU entscheiden müssen. WIE ich mich dann entscheide, weiss ich jetzt auch noch nicht. Ich glaube, es kommt immer auf die Situation an.

Bestimmt wird man sich in so einem Moment des "neuen" Krebses die Frage stellen, ob man beim ersten mal nicht wohl DOCH falsch gehandelt hat. Aber ich denke, die Frage ist gar nicht wichtig, denn damals stimmte es ja so und war in Ordnung. Man sollte sich hier keine Vorwürfe machen, und einfach nach vorne schauen und die neue Situation betrachten.
Ich habe in den Kliniken auch Krebspatienten kennen gelernt, welche jammerten: "Ach, hätt ich doch keine Bestrahlung und Chemo gemacht! Es hat ja doch alles nichts genützt!"
Das gibt es also auch auf der "anderen" Seite.

Wenn Du jetzt die Bestrahlung machst, dann solltest Du es tun, weil Du davon überzeugt bist, dass es Dir hilft, ... und eigentlich nicht, um zu SEHEN, ob Du Dich nun das letzte mal falsch entschieden hast.
Ich weiss ja auch nicht, was das Richtige für Dich ist, liebe Gerdi, vielleicht haben wir "Nein-Sager" es in dieser Beziehung vielleicht sogar noch schwerer. Aber manchmal wird es uns auch noch zusätzlich schwer "gemacht", denn gerade DANN, wenn bei Nein-Sagern ein Rückfall da ist, hört man schon im vorneherein die Ärzte schimpfen und uns Schuldgefühle einreden ...!

Ich wünsche Dir alles Gute, Gerdi. Vielleicht hilft Dir die Bestrahlung diesmal ja etwas, doch diese Frage wirst Du wahrscheinlich auch erst in ein paar Jäährchen beantworten können. Nur, wenn Du's tust, dann tu's aus Überzeugung, ... und nicht, weil Du ein schlechtes Gewissen hast, gell?
Ich drück Dir ganz fest die Daumen!

Liebe Grüsse
von der "krassen" Brigitte

21.07.2004, 14:50
Hallo,
bin neu hier. Habe alle Berichte mit Interesse gelesen. Nach Probeentnahme und Nachresektion wurde mir 03/2004 rechts die Brust entfernt. Es wurden 3 kleine multifokal invasive Karzinome (an unterschiedlichen Stellen, größter Befund 0,8 mm!)gefunden. Da nicht auszuschließen war, dass sich noch mehr im Brustbereich befinden, war die erste Therapiewahl Mastektomie, also Brustentfernung. Dafür habe ich mich nach langem Überlegen entschieden. Lymphknoten waren keine befallen. Anschließend war ich austherapiert, wie es so schön heißt. Keine Bestrahlung, keine Chemo, keine Hormone notwendig. Wahrscheinlich hatte ich viel Grlück, dass der Krebs so frühzeitig entdeckt und entfernt wurde. Aber im Kopf ist doch immer die Angst, dass sich ein paar bösartige Zellen vorzeitig abgesetzt haben und irgendwo in meinem Körper rumschwirren. Will jeztz Misteltherapie machen, denke es wird mir gut tun.
Allen anderen wünsche ich, dass sie weiterhin so stark bleiben.
Kennt jemand einen guten Onkologen in Hamburg, der einen kompetent durch die folgenden Jahre der Nachsorge führen kann?
Gruß Karin

21.07.2004, 16:01
Hallo Karin,
wohne auch in Hamburg und bin bei einem niedergelassenen Onkologen sowohl in Behandlung gewesen als auch zur Nachsorge und bin dort superzufrieden, sowohl was die therapeutische, als auch die menschliche Seite angeht.
Ich möchte hier aber keine Adressen veröffentlichen. bei Interesse kannst du mich direkt kontakten unter avivi@ t-online.de
Liebe Grüße
Birgit