Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinder
Ich habe mal eine frage an die etwas älteren unter euch die einen Lebenspartner verloren haben.
Also, ich bin 21 und habe meinen Vater vor 5 Monaten verloren.
Mein leben hat sich seit dem total geändert, früher hatte ich meist immer gut Laune und war meist immer glücklich aber heute ist es irgendwie anders ich weis nicht wie ich es beschreiben soll, es fällt einem schwerer zu lachen besonders wenn ich daran denken muss das er diese Woche eigentlich seinen 50 Geburtstag gehabt hätte und er geplant hatte ihn groß zu feiern deswegen würde es mich mal interessieren wie andere jugendliche mit dem tot eines Elternteils fertig werden ich würde mich sehr über eine antwort freuen !!!!
Gez. Michael
Hallo Michael,
mir geht es ähnlich wie dir. Ich bin 22 und habe meinen Dad (57) vor 2 Monaten verloren. Auch mein Leben hat sich seitdem radikal geändert. Ich bin nicht mehr der fröhliche und unbeschwerte Mensch, der ich einmal war. Ich muss sehr oft über all das nachdenken, was im letzten halben Jahr, seit wir von seiner Krankheit wussten, alles passiert ist, manchmal verfolgen mich diese Bilder regelrecht. Ich bin seit seinem Tod ein ernsterer, nachdenklicher, aber auch reiferer Mensch geworden.Ich denke, das größte Problem, das speziell wir in unserem Alter haben, ist, dass uns niemand so recht versteht. In meinem Freundeskreis (der in den letzten 2 Monaten extrem geschrumpft ist) hat jeder noch seine beiden Eltern, wie sollen sie also auch nur annähernd wissen, wie man sich fühlt, wenn ein Elternteil stirbt?? Wenn ich mir dann noch anhören darf, dass sich dieser oder jener Freund mal wieder mit seinen Eltern gezofft hat und jetzt endlich ausziehen will, weil ihm die Eltern auf den Keks gehen, möchte ich diesen Leuten am liebsten ins Gesicht schreien, dass sie doch keine Ahnung haben. Was würde ich heute darum geben, noch ein bisschen Zeit mit meinem Vater verbringen zu können - und meine "Freunde" wollen am liebsten so wenig Zeit wie möglich mit ihren Eltern zusammensein... Im Moment habe ich nur 2 Menschen, von denen ich mich verstanden fühle - meine Mutter und mein Bruder.
Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Woche sehr hart für dich wird und du viel an deinen Vater wirst denken müssen. Weißt du schon, wie du seinen Geburtstag verbringen wirst?
Ich wünsch' dir einen schönen Tag und würde mich über eine Antwort von dir freuen.
Grüße, Martina
Hallo Michael,
meine Mutter ist am 18.04. schon oder erst, 8 Monate tot. Sie starb an Pankreaskarzinom mit Lebermetastasen genau 2 Monate nach dieser schrecklichen Diagnose. Meine Mutter wurde nur 50 Jahre alt. Ich bin 32 Jahre. Ja, und das Leben ohne meine Mutter ist schrecklich. Ich reiße mich jeden Tag zusammen, manchmal möchte ich auch nur noch weinen. Sie fehlt mir sehr!!! Wir hatten ein tolles Familienleben. Meine Mutter war unser Mittelpunkt, war immer für einen da, wußte immer einen Rat. Außerdem war sie immer fröhlich, hat ständig gesungen und gelacht. Dieses Lachen es fehlt unheimlich!! Ich habe mich auch verändert. Dieses unbeschwerte Leben ist vorbei. Ständig sehe ich meine kranke Mutter vor Augen. Ihre Angst vorm Sterben und meine Hilflosigkeit, ich konnte einfach nichts machen, es gab keine Lösung mehr für meine Mutter. Als sie dann starb, waren wir alle bei ihr. Sie hat schrecklich gelitten und einen furchtbaren Todeskampf aushalten müssen. Aber der liebe Gott hat sie dann doch noch erlöst.
Ich finde aber man darf sich nicht hängen lassen. Das hätte dein Vater und meine Mutter nicht gewollt.
Die Erinnerung und die Liebe kann uns keiner nehmen!!!
Also Kopf hoch
Alles Liebe Alexandra
Hallo Michael,
ich (23) habe meinen Pap´s vor 3 Monaten verloren. Es war ein Kampf der 3 Jahre ging, ich glaube so lange von dem möglichen Tod des Vaters zu wissen, hat mir jetzt sehr geholfen. Ich mußte mich ewig damit auseinandersetzen, wie geht es Ihm, schlägt die Therapie an und so weiter. Damals war eine schwerere Zeit für mich als jetzt nach seiner "Erlösung". Ich weiß, das es Ihm jetzt sehr schlecht gehen würde, hätte er noch länger durchgehalten. Er ist glücklicherweise in einem Stadium gestorben, in dem schon alles zu spät war aber er noch nicht zu sehr leiden mußte und das beruhigt mich sehr. Sicher fehlt er mir jetzt wahnsinnig aber für mich ist er immer bei uns und ich kann Ihn jederzeit auf dem Friedhof besuchen und Ihm erzählen was es neues gibt. Sein Geburtstag steht auch erst noch im Mai an und ich denke das wird ein schwerer Tag, für den man keine Ratschläge geben kann. Ich werde auf jeden Fall zum Friedhof gehen, Ihm schöne Blumen bringen und den ganzen Tag an Ihn denken. Ich wünsche Dir, daß Du diesen Tag gut überstehst und Deinem Vater würde es sicher sehr gefallen, wenn Du in deinem Leben trotz allem glücklich bist.
liebe Grüße aus dem Norden
Yvonne
Ich habe meinen Papa vor drei Jahren verloren. Manchmal kommt es mir vor wie eine Ewigkeit - und dann wieder scheint es erst gestern geschehen zu sein.Bei Mutti wird es im August elf Jahre das sie nicht mehr ist. der Unterschied ist, daß es bei Papa so plötzlich und unerwartet kam - als ich schon glaubte er hätte es nochmal geschafft. Wenn ein geliebter Mensch von einem geht,möchte man es entweder ganz verdrängen,oder man will sich an alles mögliche klammern. Erinnerungen bedeuten zwar eine Menge, aber sie sind nicht zu vergleichen mit lebendigem. Und trotzdem - muß und will ich mich erinnern, an schöne und weniger schöne Dinge, an jede Kleinigkeit - denn nur wer vergessen wird ist wirklich tot!
Hallo!
Ich (28) habe meine Mutter vor 2 Wochen verloren, vier Wochen nach der Diagnose. Mein Leben fühlt sich irgendwie ganz komisch an. Ich finde es einfach sehr absurd, dass ich lebe und sie nicht mehr, dass ich jetzt wieder arbeite, wie vorher etc. Es ist alles so unwirklich! Alles so banal. Ich hatte sogar heute eine Prüfung (die natürlich nicht gut war) und dachte nur, das kann doch alles nicht sein. Dann, wenn ich weniger verwzeifelt bin, schäme ich mich für Gedanken, dass ich eigentlich lieber eine bessere Prüfung gemacht hätte, dass ich auf der anderen Seite an so etwas denken kann, wenn doch meine Mutter gerade erst tot ist...
Ach, ja, alles so durcheinander, hoch, runter, weinen, nicht mehr weinen können, Schuldgefühle wegen Dinge in der Vergangenheit, Freude über Dinge in der Vergangenheit...
Ich werde mir sicher professionelle Hilfe holen müssen - hat jemand man von euch Erfahrung mit Trauerberatern? Gibt es so etwas?
Wie gut, dass es das Forum gibt; vielleicht denkt auch ihr, die spinnt ja jetzt total mit dem, was sie schreibt, aber vielleicht könnt ihr auch Gedanken nachvollziehen?
Ich habe manchmal Angst meine Umwelt so mit meinen Gedanken zu nerven bzw. Angst vor dem, was sie über mich denken. Versteht ihr das?
Ich habe so gerne eure Beiträge gelesen und finde sie sehr aufbauend - dass meine Mutter nicht glücklich darüber wäre mich so zu erleben, wie es mir manchmal geht, weiß ich und doch komme ich noch nicht wirklich zurecht...
Vera
Hallo
Also, erst mal möchte ich mich bei euch bedanken das ihr so schnell geantwortet habt es war sehr interessant auch mal die Erfahrungen anderer zu lesen .
Und Martina zu deiner frage ich werde Freitag erst mal arbeiten gehen und danach mit meiner Mutter auf den Friedhof dann werde ich, so weit es geht, probieren meiner Mutter noch einen angenehmen Abend zu gestalten weil sie im Moment total mit den nerven am ende ist und ich glaube wenn ich sie ein wenig ablenke, das sie vielleicht leichter damit fertig wird
Und Vera probiere doch einfach mal so eine Selbsthilfegruppe für hinterbliebene aus, meine Mutter war jetzt auch schon 2 mal da und sie sagt das es erleichtern ist, men wenn man mit Personen redet die das gleiche Schicksal erleiden mussten.
Hallo,
wenn ich das alles so von Euch lese, ist es immer wieder tröstlich, dass auch andere so um ihren verlorenen Elternteil trauern...
Man macht sich Gedanken um alles mögliche, manchmal möchte ich auch einfach wieder "Kind" sein, als meine Ma sich so aufopfernd um alles gekümmert hat, mich über alles umsorgt und geliebt hat - wie Eure Eltern sicherlich auch. Nun steht man "allein" da ! Obwohl ich schon 31 Jahre alt bin und natürlich längst mein Leben lebe, hätte ich meine Ma noch so sehr gebraucht. Jetzt, wo sie (seit November) nicht mehr da ist, fehlen mir all die langen Telefonate, Treffen mit der Familie (mit ihr als lebensfroher, optimistischer Mittelpunkt...) und überhaupt alles !!!
Diese Krankheit (Pankreas-CA mit Leber-Metastasen) kann ich einfach nicht begreifen, wie sie einen im Leben stehenden Menschen innerhalb kürzester Zeit dahinraffen kann !!! Diese Qualen, dieses krepieren, anders kann ich es nicht bezeichnen...
Immer wieder kommen Bilder von früher (vor einem Jahr um diese Zeit war noch alles in Ordnung !) und während der Krankheitszeit in mir hoch. Erst gestern hatte ich wieder eine schlaflose Nacht mit Heulkrämpfen und Gedanken, die einen nicht zur Ruhe lassen kommen.
Ich probiere alles Mögliche aus seitdem: Schlaftabletten, einen Kurs Autogenes Training, habe meinen Job auf Teilzeit reduziert, aber es läßt sich eben nie ganz verdrängen.
Ich wünsche uns allen hier, dass wir irgendwann wieder rosigere Zeiten erleben dürfen, denn auf Dauer macht uns das sonst auch noch kaputt...
Alles Gute für Euch,
liebe Grüße und GUTE Nacht,
Sabine
Wir sind verwaißte Eltern, die ihre 26-hährige Tochter vor 7 Monaten an Krebs verloren haben. Sie war unser einzigstes Kind. Die Trauer um sie bestimmt unser Leben.
Gisela
Hallo Gisela,
auch ich habe mein einzigstes Kind, meinen Sohn mit 21 Jahren an einem Ewing Sarkom verloren. Deshalb besuche ich noch oft das Krebs-Forum. Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dich unter der Homepage (www.leben-ohne-dich.de) mit anderen Eltern austauschst, die auch ihre Kinder verloren haben. Ich habe dort viele Freunde gefunden.
Grüße
DORISmykdor@aol.com
Hallo Michael,
gestern habe ich schon einen Beitrag gschrieben wie es mir geht. Da hab ich gar nicht viel gelesen sindern einfach nur getippt. Es ist schön zu wissen das man mit dem Problem nicht alleine ist.
Ich bin 28 und mein Pa ist mit 61 zwei Tage nach seinem Geburtstag gestorben. Er war schon Rentner, wenn ich morgens mit meinen Kindern am Frühstückstisch saß habe ich fast jeden Tag gegen neun Uhr angerufen. Gefragt wie es ihm geht usw.
Jeden Morgen wenn es nun neun Uhr wird zerreisst es mir fast das herz, denn die Gewissheit meinen Vater nie mehr anrufen zu können und in den Arm zu nehmen ist so schwer zu verstehen.
Seit dem 8. Jaunuar ist er nun nicht mehr da und das was Martina schreibt, werdeich wohl auch in Anspruch nehmen müssen. Eine Selbsthilfe Gruppe oder so. Jeder Tag ist ein Graus. Obwohl ich nicht sagen kann das ich nicht lachen kann. Es ist eher himmelhoch jauchzend zu tode Betrübt. Inmoment geht es und eine Minute später, wenn ich an ihn denke dann geht mit mir die Welt unter.
Tja lieber Michael, jetzt weisst Du das es anderen Kinder genauso geht. Was den Geburtstag von Deinem lieben Pa angeht, denke viel an ihn. Ich würde mir ein schönes Bild hinstellen eine oder tausend Kerzen anzünden. auf dem Grab ist auch immer eine an,ob wohl wir evangelisch sind. Und bei einer schönen Tasse Kaffee würde ich mit meiner Mutter und meinen Geschwistern über alle tollen sachen reden die wir mit meinem Vater erleben durften. Und das waren zum Glück eine Menge. Wir haben alle win sehr liebevolles Verhältnis zuéinander und das hilft dann auch schon.
Sorry, das es so lang geworden ist. ich wünsch dir alles gute Grüsse ebenfalls aus den Norden
Rita
Hallo, lange habe ich mich nicht mehr gemeldet, sondern habe entweder in anderen "Sparten" geschrieben oder aber nur alles angeschaut... Mir fehlt zur Zeit so oft die Sprache für meine Gefühle, für meinen Schmerz - er ist einfach unglaublich!
Meine Mutter ist jetzt 4 Wochen tot, für mich eine Ewigkeit und es wird immer, immer schlimmer mit dem Traurigsein. Da gibt es keinen Knopf, den man drücken könnte: So, genug getrauert, sondern es kommt immer wieder hoch, das Gefühl alleine zu sein (trotz eigener Familie), die Sehnsucht nach der Stimme, nach typischen Gesten...
Gitti hat mal geschrieben, dass auch Erinnnerungen nicht ausreichen, der Mensch dadurch aber auch in der "Mitte" bleibt. Das sehe ich auch so - leider hilft auch das nicht im Schmerz.
Ich war auch einmal in einer Trauergruppe, war eigentlich sehr schön, auch direkt auf seine Gedanken Reaktionen zu hören. Dort wurde mir auf meine naive Frage, ob denn nicht etwas gegen die Trauer helfen würde, nur gesagt: Wir können dir auch keinen Rat geben... Wir wissen es auch nicht...
Tja, ich selber wüsste ja auch keinen Rat.
Das hört sich jetzt alles, glaube ich, sehr frustriert an, das tut mir leid. Ich würde so gerne auch anderen eine Stütze sein, ihnen Mut machen, sagen, das wird schon... Klar wird das schon und wir alle werden die Situation meistern!!!
Ich wünsche euch allen viel Kraft, besonders euch, die ihr hier schreibt!!!
Liebe Grüße von Vera
Hallo.Ich muß mal meinen Kummer loswerden,der Krebskompass hat mir da immer sehr geholfen.Mein Vati ist im Januar an Lungenkrebs gestorben.Die Zeit von der Diagnose(Letzten Sommer)bis zu seinem Tod habe ich mich unheimlich um ihn gekümmert,war jeden Tag bei ihm.Jetzt,seit er tod ist,kümmere ich mich um meine Mutti.Das habe ich meinem Vater versprochen und wir sind seitdem unheimlich eng zusammengerückt,wobei ich schon immer ein sehr liebevolles Verhältnis zu meinen Eltern hatte.Nun habe ich großen Streit mit meinem Mann.In der ganzen Zeit hat er mich emotional nicht sonderlich unterstützt,er ist so ein Typ der seine Gefühle selten zeigt,und dann auch nur die starken.Er hat sich aber um die Kinder gekümmert und mir vieles abgenommen.Nunmehr wirft er mir vor,ich würde an meiner Mutter klammern.Ja-ich sorge mich sehr um sie,besuche sie sehr oft und bis jetzt war sie fast jedes Wochenende zum Mittagessen bei uns.Da meine Schwiegereltern gleich gegenüber wohnen,essen diese auch immer mit bei uns,so daß ich das als Selbstverständlichkeit gesehen habe-wir sind doch eine Familie.Aber mein Mann meint,ich würde klammern und meine Mutter wöllte das garnicht.Ich bin in einem argen Zwiespalt.Auf der einen Seite ist da mein Mann,der sich benachteiligt sieht,auf der anderen Seite meine Mutter,von der ich es nicht ertragen kann,sie alleine zu lassen.Was soll ich tun.Ich dachte,daß das die Zeit bringt und auch meiner Mutter eine gewisse Zeit der Umorientierung bleiben sollte.Vati ist doch erst 4 Monate tod,da kann man doch nicht schon wieder sein Leben leben,als wäre nichts passiert.Familie ist doch dazu da,gerade in so einer zeit zusammenzustehen.Wie seht Ihr das,wie geht Ihr mit der Einsamkeit des zurückgebliebenen Elternteils um? Wie sehr soll und muß man sich kümmern? Bitte gebt mir eine Antwort.Ich bin sehr verzweifelt.Ich will meine Familie nicht verlieren,will aber auch meine Mutti nicht leiden sehen.Was ist das richtige Maß?
Hallo,
meine Mutter ist vor 2 Wochen (23.4) im Alter von 60 an Magenkrebs gestorben. 8 Monate haben wir gegen die Krankheit gekämpft und doch verloren. Die immer aufkommende Frage "Warum nur ?" hat bei mir aufgehört als Freunde von mir ihren Bruder mit Tochter bei dem Attentat auf Djerbar verloren haben. Meine Mutter wußte das sie sterben wird - und wir haben uns alle von ihr verabschieden können. Ich bin jetzt einfach nur noch unendlich traurig das sie nicht länger leben durfte. Mein Vater hat "Gott sei Dank" 2 Söhne und 3 Enkelkinder direkt im Haus - die immer ein und aus gehen bei ihm. Meine kleine Tochter (20 Monate) hilft mir sehr den Tag zu Meistern - und ab und zu kommt dann mal wieder eine Gefühlswelle die mir die Tränen in die Augen steigen läßt. Die lasse ich dann einfach zu. Ich denke jeder hat seinen eigenen Weg mit der Trauer um zu gehen - der eine kann es besser als der andere aber wichtig ist das man den Menschen so im Herzen bewahrt wie man ihn kennengelernt hat.
Liebe Grüße - Kopf hoch
Karin
"Dein Herz hat aufgehört zu schlagen und wollte doch so gern noch bei uns sein. Gott hilf uns, diesen Schmerz zu tragen, denn ohne Dich wird manches anders sein!"
Das kostbarste Vermächtnis eines Menschen ist die Spur, die seine Liebe in unseren Herzen zurückgelassen hat!
Guten Morgen, Doris
vielen Dank für Deinen Hinweis Kontakt mit der Homepage "leben-ohne-dich" aufzunehmen. Ich tausche mich schon mit anderen verwaisten Müttern aus. Ich fühle mich dort gut verstanden. Vielleicht können wir auch korrespondieren. Wie lange dauert Deine Trauer schon an?
Liebe Grüße Gisela
Hallo Anke,
ich 22 Jahre alt habe das selbe Problem gehabt bzw. habe es noch.
Meine Mutter ist vor über 2 Wochen an Brustkrebs gestorben.
Sie hatte einen langen Weg über 2 Jahre.
Doch die 2 Jahre hat sie gut gemeistert.
Danach ging alles ganz schnell.
Eine Woche vor ihrem Tod sah sie noch gut aus kaum einer hätte gemerkt was sie durchmacht.
Außer das sie starke Atemnot oft hatte.
Doch dann ging es schnell.
Sie starb in den Armen meines Stiefvaters und hatte keinen Todeskampf.
Es ging ganz schnell.
Da ich mich vorher schon mit sterben usw. auseinander gesetzt habe komme ich gut zurecht
Da ich noch nie ein so fröhlicher Mensch war fällt es mir auch nicht auf das mich nicht wohl fühle.
Gibt es hier auch Leute die das kennen??
Ich gehe schon seit langer Zeit zu einer Therapeutin und ich muß sagen es hilft mir sehr im Leben.
Liebe Anke als mein Verlobter gemeint hatte es sei ihm alles zuviel und ich würde nur noch für meine Mutter da sein als sie krank war habe ich probiert meine ganze Energie genommen und probiert Zeit für meine Mutter zu finden und für meinen Verlobten.
Was meinen Stiefvater betrifft, der sucht halt bei guten Freunden.
Natürlich bin ich ab und zu bei ihm aber ich muß arbeiten gehen und habe auch nicht viel zeit.
Gute Freunde sind sehr wichtig hat deine Mutter keine guten Freunde??
So das du ab und zu für deinen Mann Zeit hast.
Ich bin auch oft traurig.
Doch dann denke ich was würde meine Mutter nun dazu sagen.
Und ich weiß sie würden sagen ist schon ok. das du traurig bist aber denk an dein Leben.
Lerne für die Prüfungen und schau nach den Menschen die dich brauchen.
Ich gehe gern auf den Friedhof.
Ich schaue gern Bilder von ihr an.
Wenn jemand lust hat sich zu melden, ich würde mich sehr freuen.
Ein Pfarrer, ein ganz warmherziger Mensch sprach am Tage vor ihrem Tode mit ihr.
Er erzählte uns über das sterben und danach genau die Worte die auch meine Mutter hörte.
Er sagte, daß das sterben wie bei einer Geburt oftmals schwer sein kann.
Doch dann wenn man geboren ist als Baby erwartet einen etwas unbekanntes und zum ersten mal erblickt es seine Mutter.
Wenn wir jetzt mal zurückkommen auf das sterben dann ist das danach für die Person auch ganz neu und aber auch ganz schön weil man dann bei Gott ist.
Liebe Grüße und einen schönen Tag wünsche ich euch noch
Tina
Liebe Gisela,
hast Du die Homepage www.leben-ohne-dich.de schon gefunden ?? Es sind ja alles Eltern die ihre Kinder verloren haben. Bei mir sind es schon 6 Jahre und trotzdem ist die Trauer noch genau so stark wie am Anfang. Es ist jetzt allerdings so, dass es dazwischen auch wieder Tage voller Freude gibt und die Abstände immer größer werden.
Welche Krebsart hatte Deine Tochter ? Welche Behandlungen hat sie durchgemacht ?
Du kannst mich jederzeit gerne per mail kontaktieren und wir können uns dann gerne austauschen.
Liebe Grüße
DORIS
hallo Ihr Lieben,
ich selbst habe am 24.4.2001 meinen Vater verloren. Er war 70 Jahre, kerngesund. Er sagte morgens zu meiner ma, ich leg mich einen Augenblick aufs Sofa, (das machte er öfter einfach so). Dann legte er sich hin, schloß seine Augen und starb - einfach so.
Mir hat es damals total den Boden unter den Füßen weggerissen, ich habe mechanisch alles geregelt, für die Beerdigung, da meine Mutter eigentlich nur verwirrt war und zu nichts in der Lage, tröstete meine Mutti,meinen Mann und meine 3 Kinder (24, 17 und 10) Ich weinte nicht, ich handelte einfach nur. Nach der Beerdigung war ich nicht mehr in der Lage zu arbeiten, ich hatte das Gefühl, ich könnte gut Waisenrente beantragen, so klein und einsam habe ich mich gefühlt, und das obwohl ich 42 war und selbst schon erwachsene Kinder hatte. Ich war wie gelähmt. Ich konnte nicht weinen. Fast 1 Monat später war ich morgens um 8:00 im Krankenhaus, weil ich operiert werden sollte. Auf einmal kam einSturzbach von Tränen und ich weinte bis Mitternacht unaufhörlich Man holte den Krankenhauspfarrer und meinen Mann, weil ich mich garnicht mehr beruhigen wollte bzw. konnte.
Aber danach fing es ganz langsam an besser zu werden, ich konnte weinen und einen für mich gesunden Trauerprozess durchleben, der sehr schmerzhaft war und auch nach mehr als 1 Jahr nicht ist. Allerdings ist es mittlerweile so, das ich immer häufiger von Dankbarkeit erfüllt bin, das ich 42 Jahre einen wunderbaren Vater hatte, der mich geliebt hat und ich denke immer häufiger mit wehmütigem Lächeln an ihn und der Schmerz verändert sich und ist leichter geworden.
Ich schreibe dies für alle von euch, die jetzt gerade in dertiefsten Trauerphase sich befinden, um euch ein wenig mut zu machen.
Nehmt die Trauer an, sie ist gesund und hilfreich und sie wird sich verändern und es werden die schönen Erinnerungen in den vordergrund treten.
Alles Liebe an euch
Marlies
Liebe Doris,
ich habe die HP "leben ohne Dich" gefunden und auch schon Kontakt aufgenommen. Vielen Dank für den Hinweis. Gern würde ich Dir von meiner Tochter alle Fragen beantworten. Sie hatte einen 7-monatigen entsetzlichen Leidensweg bis zu ihrem Tod mitmachen müssen. Im Juli ist jetzt ein Jahr vergangen und meine Tränen wollen nicht trocknen. Schön, dass Du nach 6 Jahren auch wieder Freude am Leben haben kannst. Das gibt mir Hoffnung. Leider habe ich Deine e-mail-Adresse nicht. Melde Dich doch bei "leben ohne Dich" im Gästbuch, dort bin ich jeden Tag.
Grüße an Dich von Gisela
Liebe Tina! Vielen Dank für deine mutmachenden Worte.Mir geht es derzeit schon etwas besser und nach einem reinigenden Gespräch mit meinem Mann und meiner Mutter habe ich das Gefühl,alles wieder in geordnetere Bahnen zu bekommen und allen gerecht zu werden.Ich hatte einfach Angst,meine mutter auch noch zu verlieren(obwohl sie ganz gesund ist),ich hatte Angst,sie leiden zu sehen undder Gedanke,daß sie nun allein ist,tat und tut mir weh.Leider sind meine Eltern erst vor 5 Jahren auf Grund der Krankheit meines Vaters in unsere Nähe gezogen und nun hat meine mutter eben keine guten Freunde,aber eine Bekannte,die auch alleine ist.Ich ermutige sie,Kontakte zu knüpfen,aber sie meinte auch,sie sei noch nicht so weit.Auch das ist Trauerarbeit.Ich wünschte mir für ihre Zukunft,daß sie noch mal einen netten Herren kennenlernt,der auch alleine ist-nicht zum zusammenleben,aber als guten Freund zum reden und für gemeinsame Unternehmungen,ja nicht als Vaterersatz.Ja,die Trauer ändert sich mit der Zeit.Ich denke jeden Tag an meinen Vater,bin aber nicht mehr nur traurig,sondern ich bin mit Liebe erfüllt,wenn ich an ihn denke,und dankbar dafür,daß ich ihn hatte.Aber an manchen Tagen ist es wiederum ganz schlimm und ich habe regelrechte Weinkrämpfe,da geht es mir so wie Dir,liebe Marlies,ich könnte Waisenrente beantragen und mich ganz dicht an meine Mutter kuscheln,so klein und verlassen fühle ich mich.Es dauert wohl noch lange,bis das anders ist-und andererseits habe ich Angst davor,daß die Zeit mir die Erinnerung raubt,ich vieleicht vergesse wie er aussah,wie er war-die vielen Kleinigkeiten,die da waren.Vati-ich vermisse dich so sehr!!
Hallo!
Vor einigen Tagen war ich noch im Forum für Angehörige und nun bin ich hier. Meine Mutter ist gestern nach einer Woche Koma an den Folgen bzw. Metastasen (vorwiegend Hirn) eines m. Melanoms gestorben.
Ich selbst bin 27 und habe Frau und eine 16 Monate alte Tochter, die mich oben halten, doch als ich die Kleine gestern so schlafen hab sehen, dachte ich nur, dass sie sich nie an ihre Oma erinnern wird......
Es ging im Grunde alles so schnell.....vor 8 Wochen war noch keine Metastase im Hirn zu sehen....6 Wochen später war alles voll!
Der einzige Trost der mir bleibt, ist, dass sie einfach nur eingeschlafen ist mit dem Bewusstsein, dass alles wieder gut wird...... und dass sie wieder mit meinem Vater zusammen ist, den wir schon vor 16 Jahren verloren haben......ihre Sehnsucht war in all den Jahren einfach zu groß.....!
Morgen habe ich meine Examensprüfung und ich will sie einfach machen, warum ich so verrückt bin, kann ich eigentlich gar nicht sagen......
Im Augenblick denke ich, dass ich doch viel trauriger sein müsste, dass ich doch mal weinen müsste, aber es geht nicht.......nach dem Tod meines Vaters war es ähnlich, da hatte ich meinen Zusammenbruch 2 Wochen später......
Ich vermisse jetzt schon den einzigen Menschen, der genau wusste, was in mir vorging, ohne dass ich groß etwas sagen musste oder die Möglichkeit hatte, etwas vorzuspielen.....
Morgen fahre ich gleich nach der Prüfung nach Hause....also eigentlich würde ich sagen, zu meiner Mutter.....Grab, Todesanzeige, Sarg,.......daran hätte ich erst in weiteren 27 Jahren denken wollen.......
Die Hälfte ihres Lebens gehörte mir......viel, aber viel zu wenig.......!
Gruß
Sven
hallo stern,
ich lese deine zeilen und die tränen laufen in strömen. ich fühle mich zurückversetzt, mein vater starb vor einem jahr und meine gefühle damals waren ganz ähnlich wie deine. ich habe alles geregelt und war ganz gelassen, hab mechanisch einfach weiter gemacht mit meinem leben. heute weiss ich, das ich unter schock stand und bei mir kam der zusammenbruch erst 4 wochen später. ich weiss genau wie es ist, man hat das gefühl, jetzt hat man sein zuhause verloren obwohl man doch schon erwachsen ist und eine eigene familie hat.
stern ich wünsche dir alle kraft der welt.
auch ich fand und finde es schrecklich, das bei meinem damals 9-jährigen sohn die erinnerung an seinen opa mehr und mehr verblassen wird. damit kann ich mich auch heute nur schwer abfinden und ich versuche immer die erinnerung an ihn wachzuhalten, aber das ist schwer und langfristig wohl kaum möglich. ich denke heute mit liebe an meinen dad und an die jahre die ich mit ihm haben durfte aber für meinen kleinen sohn tut es mir noch immer sehr weh.
manche menschen bleiben für immer
denn sie hinterlassen spuren in unseren herzen
spuren werden da sein, bei meinem sohn und auch bei deiner kleinen tochter
ein kleiner teil in unseren kindern stammt auch von unseren eltern und lebt in ihnen weiter.
ich wünsch dir kraft und menschen die dich lieben und auffangen.
marlies
Hab meine Mutter vor 3 Monaten verloren. Komme einfach nicht zurecht damit. Warte im Prinzip nur das sie wiederkommt. Ich kann es einfach nicht verstehen,... ich war dabei als sie ging und ich hielt ihre HAnd und trotzdem kann ich nicht verstehen, daß sie fort ist...
HAb das Gefühl ganz allein zu sein, denn in meinem Umkreis hat noch niemand jemanden verloren. Habe auch keinen Vater mehr. Fühle mich vom Schicksal bestraft und sehe keinen Sinn.
... Nein,... sooo schlimm ist es auch nicht,.. sie fehlt mir einfach so sehr . und es fehlt mir jemand, der weiß, wie das ist und nicht der Meinung ist nach 3 Monaten wär wieder alles ok.
Vielleicht mag mir jemand schreiben oder kennt eine Homepage für verwaiste Kinder?
Liebe Grüße Inke
inkelligent@web.de
Liebe Inke,
ich weiß nicht ob ich die für Dich richtigen Worte habe, ich versuche es einfach einmal! Ich glaube zu verstehen ist es auch nicht das Deine Mutter nicht mehr bei Dir ist! Und auch Deinen Schmerz um ihren Verlust wirst Du nicht in so kurzer Zeit, verarbeitet haben, wenn Du diesen jemals verarbeiten kannst?! Aber sei ganz sicher er wird anders werden, nämlich so das auch Du damit umgehen kannst mit dem Bewußstein zu Leben, ich hatte das Glück eine wundervolle Mutter zu haben, eine Mutter die mich zudem gemacht hat was ich heute bin! Deine Gegegenwart wird sich sicher häufig mit dem Gestern vermischen, aber letztendlich wirst Du im -Heute- leben und das wird, wenn es soweit ist, gut für Dich sein!
"Wem ein Geliebtes stirbt, dem ist es wie ein Traum, die ersten Tage kommt er zu sich selber kaum. Wie er´s ertragen soll, kann er sich selbst nicht fragen; und wenn er sich besinnt, so hat er`s schon ertragen. ( Friedrich Rückert)
Alles Liebe für Dich Anke
Liebe Anke,
danke für Deine tröstenden Worte, ich las, das auch Du viel Kummer ertragen mußtest.. Ich denke an Deinen Pa..
Ich finde es ermutigend, wie Du trotz Deines Schmerzes mit Deinen Aufgaben und deinen Kindern und Mann zurecht kommst...
Ich hatte mit meinem Freund ein ähnliches Problem.. Meine Mum war 4Monate im KH und ich war jeden Tag bei ihr.. Sie war / ist der wichtigste Mensch in meinem Leben...
Ich bereue keine Sekunde.. langsam entspannt sich meine Beziehung wieder,..obwohl ich glaub, das Männer von Natur aus anders mit Verlust umgehen (natürlich nicht alle).. und das gibt dann manchmal Stress..
Ich hoffe wir können uns mal wieder schreiben .
Alles Gute und halte durch. Inke
Liebe Inke,
ich glaube Du hast mich verwechselt, ich habe keinen Kummer mit meinem Pa!
Aber trotzdem kann ich (hoffe ich jedenfalls) Dich und Deinen Kummer verstehen!
Und ich würde es auch ehrlich schön finden, wenn wir uns einmal wieder schreiben!!
Also bis vielleicht bald einmal Anke (Chat)
sorry, liebe Anke ich dachte Du wärst die Anke, die 1 Seite vorher geschrieben hat.
Ich hoffe also, das es Dir und deiner ganzen Familie gut geht.
Liebe Grüße Inke
Hallo,
ich lese nun schon seit Juli 01 hier im Forom mit, jetzt möchte ich mich auch einmal mitteilen.
Meine Mutter ist am 25.07.02 um 0:45 Uhr , eine dreiviertel Stunde nach Ihrem Geburtstag in meinen Armen eingeschlafen.
Sie hat so gekämpft...und doch verloren. Warum????
Ein ganzen Jahr habe ich sie täglich versorgt, immer in der Hoffnung, dass doch noch alles gut wird.
Genau eine Woche hat sie im Krankenhaus gelegen, ich war Tag und Nacht bei Ihr und habe auf meine Mum aufgepasst. Ich habe so gehofft....
Jetzt passt meine Mum auf mich auf.
Am Mittwoch ist die Beisetzung.
Ich vermisse sie so sehr.
Mami, ich habe Dich so lieb
Ich wünsche Euch allen viel Kraft
Ilona
Liebe Ilona,
ich drück Dich ganz doll...
Ich fühle mit Dir. Deine Mum kann echt stolz auf Dich sein, daß sie eine Tochter wie Dich hat... Es sind die schwersten Stunden eines Lebens, wenn man von seiner Mum Abschied nehmen muß und gar nicht begreifen kann, was passiert...
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Halte durch...
Meine Mum starb am 26.03.02, ich hielt ihre Hand..
Alles Gute und meld Dich wieder, wenn Dir danach ist.
Inke
Hallo alle miteinander. Ich kann die Gefühle vieler hir nachvollziehen.
Ich habe vor zwei Jahren meinen Mann verloren. Wir bekamen die Diagnose, daß er Krebs hat. Das war aller Dings letztendlich nicht der Grund für seinen Tod. Er hatte gute Chancen weiterzuleben. Er hatte sich während einer OP ein Visrus eingefangen, dadurch kam es zu einer Bauchfellentzündung, die zu spät Diagnosiert wurde. Dadurch bekamen sie sie nicht mehr in Griff. Nach 6 Wochen unermüdlichem Kampf im künstlichem Koma, mußte er aufgeben, bzw. durfte er in eine bessere Welt übergehen. Es war ein harter Schlag für mich und meine Kinder, damals 3 u. 5 Jahre. Ich war jeden Tag und die letzten Tag und Nacht bei ihm. Auch im moment als er dann starb. Genau auf den Tag, nur 3 Monate später starb dann meine Mutter ziemlich schlagartig, als wir zusammen im Urlaub an der Nordsee waren, um das Geschehene zu verarbeiten. Sie bekam bei uns im Appartement einen Schlaganfall, den meine Kinder auch noch live miterlebten. Sie wurde dann dort ins Krankenhaus gebracht, in dem sie dann in der nächsten Nacht nochmals einen schweren Schlaganfall hatte. Sie wurde auch ins Koma gelegt und ich saß nun wieder abwechselnd mit meinem Vater und meiner Schwester die auch dabei war auf der Intensivstation. Es gab keine Hilfe mehr, wir konnten nur darauf warten, daß sie stirbt und ihr das letzte Geleit geben. WIr waren bei ihr, als es zu ende war. Das komische war nur, daß sie eben auch am 11. im Monat starb. Als ob sie nur bis zu diesem Tag wartete. Die Ärzte dachten nämlich nicht, daß sie noch eine Woche so durchhält. Eigentlich denkt man, daß solche Schicksalsschläge für einen jungen Menschen ausreichend sein sollte. Ich bin heute 33 Jahre alt. Doch man sollte immer auf alles gefasst sein. Letztes Jahr bin ich nämlich noch an einem sehr bösartigem, seltenem Sarkom erkrankt. Bin operiert und bestrahlt. Kann auch den Umständen entsprechend zufrieden sein. Mann arrangiert sich mit der Situation würde ich sagen.
Was ich euch allen auf alle Fälle noch mit auf den Weg geben möchte, was ich feststellen mußte in meiner Leidenszeit, die noch nicht zu ende ist.Ihr werdet, wenn ihr es zu läßt, immer Hilfe von oben bekommen. Irgendwoher kommt die Kraft dann, die ihr braucht um da durch zu kommen. Ich kann euch da auch noch zwei Bücher nennen, die mir sehr geholfen haben. Sie sind beide von Elisabeth Kübler-Ross: Über den Tod und das Leben danach; und Warum wir hir sind. Ich sehe das ganze heute aus anderer Sicht. Unsere Verstorbenen haben ihre Prüfungen, die sie hier auf Erden verbringen mußten bestanden und durften dadurch zurückkehren, in die bessere und schönere Welt. Ihnen geht es heute gut, da oben im Himmel. So habe ich es auch an meine Kinder weiter gegeben. Nicht daß ihr glaubt, ich hätte nicht auch Tage, andenen ich zusammenbreche, jeder hat die und die werden auch ein Leben lang bleiben. Diese Personen waren ein großer Teil unseres Lebens und werden es auch immer sein, denn sie haben uns mitgeprägt. Ich bin für die Zeit die ich mit ihnen verbringen durfte sehr dankbar.
Was ich noch zu manchen sagen muß, die ihre eigenen Familie wegen hinterbliebenem Vater/Mutter vernachlassen. Ihr könnt zwar immer für sie da sein, aber ihr könnt und dürft den Partner nicht ersetzen. Ihr habt euer Leben und eure Eltern ihr eigenes.Jeder muß sich auf seine Weise sein Leben wieder zurechtrücken. Es muß nur klar sein, daß man jederzeit für den anderen da ist, wenn er einen braucht. Dieser kommt dann auch. Ich kann da aus Erfahrung mit meinem Vater sprechen. Er brauchte sehr lange, bis er in die aktive Trauerphase einreisen konnte. Da ist jeder verschieden. Was ich auch noch sagen muß. Manchmal ist einem die Hilfe der Angehörigen auch "lästig", wenn einem keine Zeit mehr für sich selber und seine Gedanken sind. Das muß ich von mir selber sagen. Alle meinten es zwar nur gut, doch es wurde mir zu viel. Sie erstickten mich mit ihrer Fürsorge.
Ich hoffe ich konnte dem einen oder anderen von Euch etwas Helfen und Mut zusprechen. Der Spruch ist zwar irgendwo in dem moment frustrierent, aber es stimmt schon. Zeit heilt Wunden. Macht aktive Trauerarbeit und es wird besser, dieser unermüdliche Schmerz.
Tina B.
Hallo!
Wenn ich Eure Zeile lese sitze ich da und mir laufen die Tränen über die Wangen.
Ich bin also doch nicht allein, es geht so vielen genauso wie mir.
Mein Papa starb am 18.08.02.
Ich kann es nicht begreifen das er nicht mehr hier ist und nie wieder kommt. Ich habe ihn auch nicht mehr gesehen und war auch nicht dabei als er einschlief. Es ging alles relativ schnell.
Jeden Abend liege ich im Bett und denke an ihn und fange an zu weinen. Ich wollte ihm noch so viel sagen. Ich rede dann trotzdem mit ihm und hoffe er kann mich hören.
Ulli
Ramonali
25.03.2008, 21:57
Hallo,
ich habe meinen Vater vor 10Wochen verloren und bin selbst erst 26Jahre alt. Der Verlust, die Trauer, die Wut auf dieses doch oft sehr ungerechte Leben sitzt tief und der Schmerz übermahnt mich jeden Tag. Mache mir Gedanken um den Sinn des Lebens... Liebe, Glück, Erfolg, Ausgeglichenheit oder doch Gesundheit!? Meine Gedanken drehen sich wie eine Endlosschleife und ich habe oft Mühe meinen normalen Alltag zu folgen. Die Bilder vom Totenbett, die Beerdigung, das sitzt noch viel zu tief... Tröste mich mit Kleinigkeiten die für einen Moment meine dunkle Seele aufhellen aber echte Strahlen wollen noch nicht hindurch kommen...
Hoffentlich wird irgendwann alles gut...
Hallo!
Vielleicht darf ich mich "noch" zu den jüngeren Zählen, denn ich werde nächste Woche schon/erst 35.
Habe vor 5 1/2 Wochen meine Mutter im alter von 60 Jahren an Darmkrebs verloren. Und ich weiß überhaupt gar nicht, wie ich damit weiterleben soll. Ich habe einen kleinen Sohn, der in 2 Wochen 3 wird, und der lässt mich wenigstens den Tag überstehen. Aber Abends, wenn es dunkel wird, ich Ruhe habe für meine Gedanken, dreht sich Alles nur um meine Mutter. Ähnlich wie Ramonali.
Auf der einen Seite hoffe ich, dass das Alles irgendwann mal "ruhiger" wird, aber auf der anderen Seite habe ich Angst, der Trauer nicht gerecht zu werden. :mad:
Ramonali
25.03.2008, 22:29
Liebe Roebi,
ich weiß nicht ob man überhaupt in der Trauerphase sich oder anderen gerecht werden kann. Ich glaube am ehesten geht es darum, gut durch den Tag zu kommen, sein Pensum zu schaffen und alle Grundbedürfnisse zu befriedigen...Auch die der nächsten die man um sich hat, aber der Gedanke daran, wo man selbst bleibt und ob man sich selbst nicht verliert und Angst davor hat den Boden unter den Füßen zu verlieren ist menschlich. Bin auch dabei zu funktionieren, im Prinzip seit der Diagnose von Paps. Irgendwie scheint es auch jeder so zu erwarten, das du weiter auf Arbeit gehst, an Geburtstagsfeiern teilnimmst und den alltäglichen Kram wie einkaufen erledigst. Niemand sagt zu dir, komm leg dich ins Bett, ich weiß es geht dir beschissen, auf Arbeit fällt der übliche Kram an der erledigt werden muß und oft frage ich mich, wo eigentlich die Zeit bleibt um trauern zu können.
Zeit sich mit Verlust, Angst, Abschied wirklich auseinander zu setzen, sich diese Zeit einfach zu nehmen scheint in den heutigen Tagen fast unmöglich.
Und dann habe ich da das kleine Teufelchen auf meiner Schulter, was mich fragt warum und für wen ich eigentlich Rücksicht nehme?!??!
Ich habe doch schließlich einen geliebten Menschen verloren und alles Recht der Welt, einmal nicht zu funktionieren...
Ich wünsche allen ganz viel Kraft und Mut ihrer Trauer Raum zu geben, denn es ist die wahrscheinlich wichtigste Zeit in der Trauerarbeit!!!!
Hallo Ramonali!
Das Tragische an der ganzen Sache ist doch, dass die meisten Leute einfach vergessen, dass man einen geliebten Menschen verloren hat. Bei denen dreht sich die Welt einfach weiter, nur bei mir ist sie stehen geblieben.
Deshalb ist es auch für die Meisten unverständlich, warum man gereizt ist, schlapp, lahm etc. ist. Der schlimmste Teil bei der Trauer ist für mich die mangelnde Zeit, mich tatsächlich einmal in aller Ruhe für eine gewisse Dauer, mit dem Verlust auseinanderzusetzen. Vielleicht habe ich ja im Urlaub einmal dazu Gelegenheit.
Danke für Deine Antwort und Dein Verständnis!
LG Röbi
Annika0211
26.03.2008, 14:05
...Deshalb ist es auch für die Meisten unverständlich, warum man gereizt ist, schlapp, lahm etc. ist. Der schlimmste Teil bei der Trauer ist für mich die mangelnde Zeit, mich tatsächlich einmal in aller Ruhe für eine gewisse Dauer, mit dem Verlust auseinanderzusetzen...
Liebe Roebi.
Ich habe grade gelesen, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht.
Ich bin schon länger hier am Lesen und Schreiben, aber erst seit Ostern kommt bei mir alles durch... die ganze Trauer meldet sich langsam und ich weiß nicht, was da noch alles auf mich zukommt.
Niemand weiß, wie man damit umgehen soll und niemand kann einem da helfen. Aber ich merke, das ich jetzt, wo um mich herum alles etwas ruhiger wird, mehr Tränen weinen kann und noch mehr über die Vergangenheit und die Erlebnisse nachdenke.
Ich fühle mich genauso schlapp und lahm und weiß gar nicht, wie ich das überwinden soll. Nichts, was im Umfeld passiert, "hebt" mich wieder an. Manchmal denke ich sogar, dass ich wackelige Knie habe und nicht mehr stehen kann. Aber das denke ich nur.
Ich hab das bislang noch nicht schreiben können, weil ich nicht genau weiß, wie ichs formulieren soll, damit andere es verstehen können.
Du hast mich motiviert, weil ich glaube, dass es bei dir ähnlich ist.
Meine einzige Hoffnung sind ein paar freie Tage - dauert noch - und das die Sonne bald richtig scheint. Daran klammere ich mich jetzt, weil ich hoffe, dass sie tief in mein Herz dringt und sich direkt neben meinen Papa setzt :(
Ich wünsche allen hier ganz viel Kraft zum Weitermachen und Durchhalten.
Liebe Annika!
Ich gebe Dir absolut Recht, dass einem manchmal wirklich die Worte fehlen, seine Gefühle hier niederzuschreiben. Doch ich bin fest davon überzeugt, dass jeder, der trauert, auch zwischen den Zeilen lesen kann. Es können wirklich nur die Leute die Trauer nachvollziehen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Und da sind wir hier genau richtig. Egal mit wem man schreibt, egal, wo man nachliest, jedem geht es gleich. Hier wird man verstanden. Hier ist man aufgehoben. Hier weiß man - so grausam das auch ist - hier bin ich nicht alleine!
Jeder, der hier schreibt, muss mit dem großen Verlust und dem noch viel größeren Schmerz zurecht kommen.
Auf der einen Seite bin ich froh, wenn die "ruhigen" Tage endlich kommen, aber auf der anderen Seite habe ich davor auch Angst, mich dann mit meinem Schmerz auseinander zu setzen.
Heute hat mir im Büro eine "ältere" Kollegin gesagt, dass es gut tut, die Tränen einfach mal laufen zu lassen. Man darf es nicht unterdrücken. Auch wenn es im Büro war, als ich dann geweint habe, aber es hat tatsächlich gut getan. Zumal auch sie ihre Mutter bereits verloren hat. Sie hat genau gewusst, was in mir vorgeht. Meine andere Kollegin war dabei, auch sie hat ihre Mutter vor 5 Jahren verloren, kurz nach ihrem Vater. Ich fühlte mich in dem Moment aufgefangen und absolut verstanden. Das war das erste Mal, außerhalb vom Forum.
Kopf hoch und ich drück Dich mal ganz feste! :knuddel:
LG Röbi
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