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RebeccaG 19.07.2009 00:14

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Es tut einfach ungemein weh.
Ich bin grade aus dem Krankenhaus zurück. Mein Vater bleibt diese nacht da. Mama hat mir sogar einen gute Nacht kuss gegeben. Ich werde einfach mal versuchen ein wenig zu schlafen. Ihr atem ist ruhiger geworden. Das rasselnde atmen nicht mehr so intensiv. Ich hoffe für sie, dass sie es diese nacht schafft. Es ist so schlimm sie in diesem Zustand dort zu sehen. Sie bekommt Morphium gegen die schmerzen. Es gibt mir zumindest die erleichterung, dass sie schmerzlos und in Frieden gehen kann.
Ich kann ihr nur immer wieder sagen keine Angst zu haben. Und los zu lassen. So weh es auch tut. So langsam holt mich die Realität ein. Die letzten Wochen, waren sehr anstrengend und das zeigt sich nun.
Vorwürfe, brauche ich mir keine zu machen. Ich war immer für sie da und habe ihr auch all die Dinge gesagt, die ich ihr sagen wollte. Das denke ich hat sowohl mir, als auch ihr sehr geholfen.
Es tut nur so weh, wie ich immer wieder sehe, wie Familien auseinander gerissen werden durch eine solche Krankheit. Dieser Scheiss krebs, macht vor niemandem halt.

*Anoli* 19.07.2009 01:02

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Hallo Rebecca,

einen geliebten Menschen so zu sehen und zu wissen, nicht mehr lange in dieser Form mit diesem Menschen zusammensein zu können ist wirklich so ziemlich das schwierigste, was man so im Leben durchstehen muß. Du bist ja noch so jung und dann die eigene Mutter so loszulassen ist eine ganz starke Leistung, das machst du echt ganz toll!
Ich habe selber drei Kinder, der Älteste ist auch fast 21 Jahre alt und mit dem, was du deiner Mama da alles gesagt hast, hast du ihr das allerallergrößte Geschenk gemacht was sie sich nur wünschen könnte. Glaub mir, jede Mutter wäre ganz tief berührt und mit einem ganz besonderen Glücksgefühl erfüllt solche Worte von ihrem Kind hören zu dürfen. Dieses besondere Band der Liebe zwischen euch so spüren zu können ist etwas, was du immer in deinem Herzen behalten wirst.

Ich wünsche dir und deinen Lieben eine möglichst erholsame Nacht um ein bißchen 'aufzutanken' und fühl dich einfach mal in den Arm genommen und gehalten.:knuddel:

Mit ganz lieben Grüßen,
Ilona :pftroest:

Sabine101979 19.07.2009 03:12

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Liebe Rebecca,

ersteinmal wünsche ich Dir sehr viel Kraft und finde es sehr tapfer, das Du bereit bist, Deine Mutter gehen zu lassen.

Menschen die von uns gehen möchten wollen in diesem Augenblick oft ganz alleine sein.
Vor ca vier Jahren ist der Mann meiner Freundin (Primärtumor Lunge und Gehirntumor) gestorben. Zwei Tage vor seinem Ableben haben uns die Ärzte gesagt, das es nicht mehr lange geht. Wir haben dann bei ihm im Zimmer geschlafen und ihn tag und nacht bewacht. Erst als wir am zweiten Tag kurz nach hause gegangen sind um uns zu duschen hat uns der Pfleger angerufen und gesagt das der Thomas gestorben ist.
Ich habe schon sehr oft gehört das Menschen die ihren Körper verlassen möchten ganz alleine sein möchten und oft auch ihre Angehörigen wegschicken.
Wir haben immer dafür gesorgt das wir immer frische Blumen und Kerzen hatten. Das hat uns sehr viel Kraft gegeben.
Ich hoffe Dir einbißchen geholfen zu haben.
Schicke Dir und Deiner Familie ganz ganz viel Liebe und Licht.

:remybussi

Sabine

HelmutL 19.07.2009 04:00

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Hei, Rebecca,

lass dich ohne grosse Worte einfach drücken.


Helmut

RebeccaG 19.07.2009 13:37

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Meine Mama hat es geschafft.

Sie ist gestern Nacht um 01:11 für immer eingeschlafen. Ich war mit meinem Papa noch bis halb 4 im Krankenhaus und habe ihre Hand gehalten und mich von ihr verabschiedet.
Im moment dringt das alles noch nicht so zu mir durch, aber es wird mir so langsam bewusst, dass ich nun meinen Weg ohne meine Mutter fortsetzen muss. Sie ist friedlich eingeschlafen. Mein Papa war an ihrer Seite und hat sie im Arm gehalten. Ich denke, sie wollte einfach mit Ihm alleine sein. Sie hat mir als ich mich auf den Weg nach hause gemacht habe noch einen Abschiedskuss gegeben.
Es tut verdammt weh, allerdings wissen wir nun, dass mama nicht weiter leiden muss.

HelmutL 19.07.2009 14:32

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Liebe Rebecca,

mein Mitgefühl für dich und deine Familie. Haltet zusammen und alles wird gut. Du selbst bist jung, bist stark, du schaffst auch das noch. Da bin ich mir sicher.


Helmut

RebeccaG 19.07.2009 16:02

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Ich weiß, dass ich es schaffen muss. Und ich werde. Es tut weh, aber solange mama in meinem Herzen ist, wird sie immer weiterleben

huanita 19.07.2009 16:51

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Hallo Rebecca !
Mein tiefstes Mitgefühl !!!!!
Huanita !

Nicky72 19.07.2009 18:15

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Liebe Rebecca,

ich umarme Dich :knuddel:

LG Nicky

Sabine101979 19.07.2009 19:33

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Auch mein tiefstes Mitgefühl

:knuddel:

Boxerhund1 20.07.2009 03:16

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
hallo Rebecca,

deine Mama hat es überstanden und hat jetzt ihren Frieden gefunden. Sie hat lange genug kämpfen müssen.

Fühl dich einfach mal ganz feste gedrückt! :knuddel::knuddel::knuddel:
Die nächsten Tage und Wochen werden noch schwer sein, ich wünsche dir viel Kraft dafür.

RebeccaG 20.07.2009 11:21

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
ich danke euch allen für die lieben worte. Es wird ab jetzt sehr hart werden. Die Beerdigung steht uns noch bevor, das wovor ich am meisten angst habe.
Gleich fahren wir nocheinmal zum Bestatter. Müssen noch die ganzen Dinge mit ihm absprechen usw..
gar nicht so leicht alles.

Auntie Little 21.07.2009 10:15

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Liebe Rebecka,

es tut mir sehr leid für Dich und Deine Familie !!

Fühl Dich einfach mal lieb :knuddel:

Bleib weiterhin so tapfer.

Traurige Grüße
Birgit

RebeccaG 21.07.2009 10:24

AW: Ich weiß einfach nicht mehr weiter...
 
Jetzt sind endlich alle Formalitäten erledigt. Nunja der Pastor kommt heute noch zu uns..
Mit meinem Vater verstehe ich mich nun so gut, wie bisher noch nie. Wir halten zusammen und sind füreinander da. Ich denke das wichtigste in solch einer Situation.
Im Moment sind noch so viele Dinge, um die man sich kümmern muss, da denkt man eigentlich recht wenig nach. Papa spannt mich in allen seinen Unternehmungen und in allen Dingen zu 100 % mit ein.

Ich möchte auch euch danken. Es ist nicht einfach einen geliebten menschen zu verlieren und schon gar nicht einen der wichtigsten im Leben. Jedoch ich halte mir vor Augen, dass es für sie so das beste war.

Noch im Mai hieß es alles ist in Ordnung. Und jetzt knapp 2 Monate später musste ich für immer von meiner Mama abschied nehmen. Es ist ungerecht, wie diese Krankheit täglich immer wieder Familien zerstört. Jedoch hilft alles gejammer nicht. Man muss stark sein und einfach alles überstehen. Und vor allem man soll sich niemals zurück ziehen. Man muss lernen, darüber zu sprechen. Egal wo, mit wem und wie. Man muss lernen, wieder zu weinen und offen seine Gefühle zu zeigen. Auch wenn es nicht leicht ist. So langsam kommen all diese Sachen bei mir zurück.
Freitag wird noch einmal ein schlimmer Tag für meinen Papa und mich. Aber wir schaffen das auch noch gemeinsam. Wir haben immer noch uns und wir sind füreinander da. Das ist im Moment das, was zählt. Außerdem haben wir eine ganz tolle Familie, die zu 100 % und in allen Situationen zu uns steht und uns unterstützt. Freunde und Familie, müssen einen in einer solchen Situation auffangen. Und das tun sie.

Lg Beccy


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