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blue_eyes 11.10.2013 22:00

Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Vorigen Sonntag, am 6.10. ist mein Papa für immer eingeschlafen.

Vor knapp einem Jahr hat mein Papa die Diagnose Lungenkrebs bekommen. Bevor mit der Chemo begonnen wurde, ging es im sehr schlecht. Auf die Chemo hat der Körper meines Papa gut angesprochen. Der Tumor und die Metastasen sind kleiner geworden. Es ging ihm mal gut, mal weniger gut. Aber im Großen und Ganzen ging es, wie er meinte.

Dann wurden leider Metastasen im Gehirn festgestellt. Es folgten 10 Bestrahlungen. Anfangs ging es ihm eigentlich sehr gut - bis auf ein paar Nebenwirkungen, die aber nicht "so schlimm waren", wie mein Paps gedacht hatte. Mein Papa hatte sich gefreut, weil es ihm endlich wieder "gut ging".

Einen Monat nach der letzen Bestrahlung hat es plötzlich angefangen. Es ging ihm nicht mehr gut - er konnte nichts mehr essen, nichts trinken, nicht schlafen. Papa kam ins Spital. Es tat so weh, ihn so leiden zu sehen.
Und dann am Sonntag war ausgemacht, dass sich meine Mama meldet, sobald sie bei meinem Paps in der Früh im Spital ist und sie fertig sind, da meine Mum ihm immer in der Früh waschen geholfen hat.

Meine Mama hat mich auch angerufen, und gemeint, dass es meinem Papa nicht gut geht. Ich bin dann gleich mit meinem Mann und meinem Sohn los.
Mein Papa hat uns Gott sei Dank noch alle erkannt. Nach und nach hat er begonnen, von der Vergangenheit zu erzählen und von Dingen, die gar nicht da waren. Wir waren die ganze Zeit bei ihm. Meine Tante ist gekommen. Und als dann die Schwestern meinten, dass sie den Herrn Pfarrer jetzt anrufen würden, wenn das von uns aus o.k. ist, brach mir das das Herz, denn ich wusste, dass der Abschied naht.

Mein Papa wusste nicht, wie er sich hinlegen oder hinsetzen sollte, weil die Schmerzen so groß waren. Als er es nicht mehr ausgehalten hat, hat er dann doch zugestimmt, stärkere Medikamente zu bekommen.

Als mein Papa so im Bett gelegen ist, kam es mir vor, als würde ich meinen Opa vor mir liegen sehen. Genauso sah mein Opa aus, bevor er für immer eingeschlafen ist. Im Nachhinein hat meine Mama mich darauf angesprochen und gemeint, sie dachte, ihr Papa liegt vor ihr und auch meine Tante stimmte zu. Mein Papa sah plötzlich aus, wie mein Opa - obwohl mein Opa der Papa meiner Mama war und sie sich nie annähernd ähnlich gesehen haben. Wie gibt es sowas?
Immer mehr merkten wir, dass das Atmen flacher wurde und die Aussetzer dazwischen länger wurden.

Mein Papa ist friedlich und ohne Schmerzen (zumindest haben das die Ärzte gesagt) um 16.18 eingeschlafen. Es war,als würde die Welt stehenbleiben.

Ich kann es noch immer ncht glauben. Er fehlt mit jetzt schon so sehr!
Immer und immer wieder stelle ich mir die gleichen Fragen. Warum ist er krank geworden? Warum musste er uns jetzt schon verlassen? Warum haben wir nicht noch mehr miteinander Zeit verbracht und noch mehr miteinander unternommen.

Jetzt wo mein Papa in Pension war, wollten meine Mama und er endlich gemeinsam viel unternehmen und Träume verwirklichen.

Wenn ich bei meinen Eltern ins Haus komme - es ist so leer. Mein Papa sitzt nicht mehr an seinem Platz im Wohnzimmer. Nie wieder kommt er mir entgegen. Nie wieder nimmt er meinen Sohn in den Arm und spielt mit ihm. Nie wieder...

Heute Abend war die Betstunde, morgen ist das Begräbnis. Ich habe so furchtbare Angst vor morgen. Ich habe mit dem Herrn Kaplan gesprochen, dass ich morgen gerne ein paar Worte sagen möchte. Und je näher die Stunde rückt, desto mehr habe ich Angst. Angst, nicht die richtigen Worte zu finden. Und große Angst davor, wenn der Sarg mit seinem Körper für immer in das Grab hinabgelassen wird.

Es tut so unendlich weh.

lg
blue_eyes

simi1 11.10.2013 22:23

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Mein herzliches Beileid zum Tod deines Papas!
Für morgen und die kommende Zeit wünsche ich dir viel Kraft, Mut und Zuversicht.

Stille Grüße
Simi

Gina79 11.10.2013 22:27

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
LIebe Blue Eyes! Tut mir leid, dass du auch deinen Papa gehen lassen musstest! Mein Papa hatte auch Lungenkrebs und ist im Februar von uns gegangen. Auch ich kann es immer noch nicht wirklich verstehen und bin oft am Zweifeln. Deine Fragen sind berechtigt, ich stelle mir die selben.
Ich kann es auch nicht wahrhaben dass ich meinen Papa nie wieder in diesem Leben sehen werde. Es ist ja noch ganz ganz frisch bei dir. Du wirst sehen, es wird besser! Ich vermisse meinen Papa sehr und denke jeden Tag an ihm aber es gibt mittlerweile bessere und schlechtere Tage.
Es ist gut wenn du das Begräbnis morgen hinter dir hast. Der öffentliche Teil ist dann abgeschlossen. Du wirst sehen, es wird vorübergehen, dein Papa ist bei dir, er macht dass es gut wird!
Wenn du keine Worte zum Abschied sagen willst dann sag nichts. Es ist deine Entscheidung und dein Papa versteht es! Ich hätte zum Beispiel nichts sagen können, ich war am Tag des Begräbnisses noch viel zu geschockt. Lass dich zu nichts drängen!

Ich wünsche dir dass der morgige Tag halbwegs "gut" vorüber geht und ganz viel Kraft! Alles Liebe

blue_eyes 11.10.2013 23:03

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Liebe Simi! Liebe Gina!

Danke für eure Worte.
Es tut mir leid, dass auch ihr eure Liebsten habt gehen lassen müssen.

Mein einziger Trost ist, dass mein Papa jetzt keine Schmerzen mehr hat.

Aber trotzdem tut es so verdammt weh. Es tat verdammt weh, ihn leiden zu sehen, es tut aber auch verdammt weh, ihn gehen lassen zu müssen.

blue_eyes

Kolibri62 12.10.2013 05:17

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Liebe blue eyes!
Es tut mir so leid!
Ich hab so für euch gehofft!!
Mein aufrichtiges Beieid!
Fühl dich gedrückt! :pftroest:

Rachel 12.10.2013 09:14

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
mein aufrichtiges beileid zum schweren verlust, auch mein mann ist vor kurzem an lungenkrebs gestorben. ich weiß wie weh das tut. viel kraft für die kommende zeit.

lg gitti

fraunachbarin 12.10.2013 09:35

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
liebe blue eyes...
es tut mir leid, daß du deinen paps verloren hast.
mein aufrichtiges beileid.
die beerdigung ist nochmal ein schwerer gang. ich hatte auch bei meiner mami riesen angst davor. als ich in die kapelle reinging und ihren sarg sah, hab ich nach ihr geschrien. da ich sängerin bin und meine mami es so sehr liebte, wenn ich vorgesungen habe, dacht ich auch erst, ich sing ihr zum abschied eins ihrer lieblingslieder... memory von barbra streisand. aber das hätt ich nie können. so sehr ich es ihr gerne geschenkt hätte, keine chance.
wenn also dir die worte zuviel sind, dann laß es. keiner wird dir böse sein.
ich wünsch dir ganz viel kraft für diesen schweren weg heute.
will dich auch begrüßen, hier weiterhin zu schreiben. es tut gut.. der austausch mit menschen, denen es gleich geht.
alles gute für dich..
stille grüße von tine

blue_eyes 13.10.2013 20:18

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
@ Kolibri

Danke für deine Anteilnahme! Wie geht es denn deinem Mann? Ich wünsche euch viel Kraft für euren gemeinsamen Weg. Leider haben wir alle nicht damit gerechnet, dass es innerhalb so kurzer Zeit jetzt so schnell geht, dass er den Kampf verliert. Aber er warer ein tapferer Kämpfer!

@ Gitti

Danke für deine Worte. Auch von mir an dich viel Kraft und mein Beileid zum Verlust deines geliebten Mannes. Es tut mir sehr leid, dass auch du einen so schweren Verlust hinnehmen musstest.

@ Tine

Danke für deine Zeilen, die du geschrieben hast. Es tut mir sehr leid, dass du deine Mama verloren hast. Ich wünsche dir auch viel Kraft! Ja, ich würde gerne weiter hier sein, bei euch. Menschen, die einen verstehen, wie man sich in so einer schweren Zeit fühlt.


Gestern war der wohl schwerste Gang in meinem bisherigen Leben. Es war so schwer für mich, den Sarg zu sehen und zu wissen, dass da jetzt mein Papa drinnenliegt. Es tat verdammt weh. Ich hab ein paar Worte schriftlich vorbereitet, die ich sagen wollte. Ich hab dann auch den ersten Teil gesagt, aber als ich dann aufgesehen habe und kurz zum Sarg hingesehen habe, da bin ich in Tränen ausgebrochen. Der Herr Pfarrer hat Gott sei Dank den Zettel genommen und für mich weitergelesen. Ich hasse mich dafür, dass ich es nicht geschafft habe, alles vorzulesen. Ich wollte doch stark sein - stark für meinen Papa! Mein Papa war doch auch so stark, als er krank war, hat die Krankheit tapfer angenommen und gekämpft.

Ich vermisse meinen Papa so sehr. Egal wo ich hinsehe, ich sehe ihn, aber er ist nicht mehr greifbar. Ich kann ihn nicht umarmen, ihm sagen, dass ich ihn lieb habe. Ich hätte ihm das früher viel öfter sagen müssen. Aber mein Papa war nie ein Mensch, der über Gefühle oder zum Beispiel seine Krankheit geredet hat.

Mein Sohn hat mir einen Stoffdelfin und eine Zeichnung gegeben, die meinem Papa noch in den Sarg gelegt wurden. Er meinte, der Stoffdelfin wollte zu seinem Opa, damit er nicht alleine ist und damit er "davonschwimmen" kann, wann immer er mag. Davonschwimmen - das würde ich jetzt auch gerne. Und wenn ich zurückkomme, soll alles wieder so sein, wie vor über einem Jahr, als mein Paps noch gesund war!

Ich mache mir auch große Sorgen um meine Mutter. Sie ist jetzt ganz alleine im Haus und sie hat ihren geliebten Mann verloren. Die zwei waren unzertrennlich. Sie leidet sehr, dass sehe ich, aber sie frisst all ihren Kummer in sich rein. Ich weiß nicht, wie ich ihr helfen soll.

Ich bin meinem Papa für die gemeinsame Zeit, seine Liebe und Güte - einfach seine Art, wie er mich zum Lachen gebracht hat, wie er sich um all seine Lieben gekümmert hat, wie er mit meinem Sohn gespielt hat - die Liste ist unendlich lang - bin ich ihm unendlich dankbar. Aber diese Zeit war einfach viel zu kurz!! Ich hätte mir so gewünscht, dass er noch sieht, wie sein Enkel die Schuljahre hinter sich bringt, wie er sich für einen Beruf entscheidet, seine erste Freundin, wie er den Führerschein macht.

Ich hoffe, dass ich meinen Papa irgendwann wieder sehe und ihn in die Arme schließen kann!

blue_eyes

simi1 13.10.2013 21:29

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Hallo blue eyes,

es gibt keinen, aber auch gar keinen Grund, sich zu hassen, nur weil du bei der Trauerfeier nicht alles vorlesen konntest, was du dir vorgenommen hast. Das hat doch überhaupt nichts mit deiner Liebe zu deinem Papa oder deiner Stärke zu tun. Während einer Krankheitsphase stark zu sein, ist eine vollkommen andere Sache, als bei einer Beerdigung "stark" zu sein.

Ich hatte überhaupt nichts sagen können, weder bei meinem Vater, noch bei meiner Tochter.

Liebe Grüße
Simi

blue_eyes 13.10.2013 22:00

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Liebe Simi!

Ich wollte einfach nur stark sein, aber so stark war ich leider doch nicht. Ich hoffe nur, dass er es nicht böse auffasst, dass ich nicht alle Worte allein sagen konnte!


Ich mache mir ganz große Sorgen um meine Mama jetzt. Meine Mama ist ja selbst noch sehr jung - 54 Jahre ist sie jetzt. Krankheitsbedingt kann sie nicht mehr arbeiten. Somit hat sie viel zu viel Zeit zum Nachdenken. Mein Papa und sie waren ein Paar, seit sie 19 Jahre alt war. Sie sind durch dick und dünn gegangen, haben viele Hürden überwinden müssen und haben alles gemeinsam geschafft.
Gerade eben hat mir meine Tante erzählt, dass sie heute geweint hat, als sie gefahren ist und gemeint hat, dass sie jetzt ganz alleine ist.
Meine Tante war die letzte Woche bei ihr im Haus. Ich wollte auch bei ihr schlafen, bzw. habe ihr angeboten, dass sie doch bei uns schlafen soll die erste Zeit, doch meine Mum hat gemeint, sie muss sich ja ans alleine sein gewöhnen. Meine Tante jedoch kommt von weiter weg, und deswegen hat sie gefragt, ob sie nicht gleich die ganze Woche hier schlafen kann und da konnte meine Mama nicht "ablehnen", wegen dem weiten Weg. Und ich war sehr dankbar, dass sie die erste Woche jemanden da hatte.
Ich weiß, ans alleine sein muss sie sich gewöhnen, da hat sie schon recht, aber wie kann ich ihr helfen. Mein Sohn ist fast sieben Jahre und er hat gemeint, er möchte öfter bei Oma schlafen, damit sie nicht so alleine ist. Ein total lieber Gedanke von ihm, aber trotzdem kann er natürlich nicht täglich bei ihr sein. Ich würde auch öfter bei ihr schlafen bzw. werde ihr einfach immer wieder anbieten bei uns zu übernachten. Aber sonst fällt mir nichts mehr ein, wie ich ihr helfen kann? Ich bin wirklich total ratlos, und mache mir große Sorgen um meine Mama.

blue_eyes

simi1 13.10.2013 22:29

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Hallo blue eyes,

meine Mutter war damals in vergleichbarer Situation. Seit ihrem 17. Lebensjahr mit meinem Vater zusammen, jahrzehntelang glücklich verheiratet und dann alleine im Haus zurückgeblieben. Sie sagte damals das gleiche wie deine Mutter, dass sie sich nun an das Alleinesein gewöhnen müsse, da es nach meinem Papa keine Beziehung mehr für sie geben könne.
Es war nicht einfach, aber sie hat sich durchgebissen, war stolz auf sich und sagte irgendwann, sie würde nie wieder ihre Freiheit für einen Mann aufgeben.
Naja, nach 6 Jahren hat sie einen Witwer mit ähnlicher Lebensgeschichte kennengelernt und mittlerweile sind die beiden seit Jahren ebenso glücklich verheiratet.
Nein, es ist natürlich nicht das Gleiche, wie mit Papa. Es ist anders, sagt sie, aber ebenfalls wunderschön.

Das könnt ihr euch heute natürlich nicht vorstellen. Dazu ist alles noch viel zu frisch. Aber ich bin überzeugt davon, dass deine Mama eines Tages ins Leben zurückfinden wird. Eine glückliche Vergangenheit ist die beste Basis für neues Lebensglück - irgendwann.

Liebe Grüße, viel Kraft und Mut
Simi

Kolibri62 13.10.2013 22:37

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Liebe blue eyes!
Mach dir nicht so ein schlechtes Gewissen! Dein Paps ist stolz auf dich! Ich bin mor gamz siche, du und deine Mama werdet einen Weg finden, damit klar zu kommen! Lasst euch Zeit, weint, schreit oder trauert nur ganz leise!
Dein Papa wird auf euch aufpassen, davon bin ich überzeugt!

Meinem Mann geht es z.Z. sehr gut! Leider kann ich diesen bösen Gedanken nicht loswerden wie lange noch! Egal wie gut es ihm geht, die Angst um ihn ist immer da!
Ich bin auch erst 51 und seit 32 Jahren mit ihm zusammen! Ein Leben ohne ihn ist einfach unvorstellbar! Aber auch ich werde mich dieser Aufgabe irgendwann stellen müssen!
Manchmal ist das Leben nicht fair!

Fühl dich gedrückt, viel Kraft und ganz liebe Grüße Kolobri :pftroest:

blue_eyes 13.10.2013 22:42

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Meine Mama hat Gott sei Dank eine ganz ganz liebe Freundin, die nur 2 Häuser weiter wohnt und seit 6 Jahren Witwe ist. Sie ist meiner Mama immer schon eine große Stütze gewesen. Sie hat zu ihr auch gesagt, dass es am besten ist, wenn sie vom allerersten Tag ohne meinen Papa alleine im Haus ist und nicht ständig wo übernachtet oder jemand bei ihr schläft, damit sie sich an die Situation gewöhnen kann.
Ich würde ihr so gerne helfen. Meine Mama könnte auch gerne zu uns ins Haus ziehen. Ich denke aber, dass sie gerne in dem Haus bleiben möchte, da es hier viele Erinnerungen an Gemeinsames gibt. Andererseits ist auch dieser Umstand - nämlich überall an meinen Paps und ihren geliebten Mann erinnert zu werden, sicher sehr sehr schwer zu ertragen.

simi1 13.10.2013 22:47

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Ich fand den Gedanken damals auch schrecklich: Alleine in dem großen Haus, in jedem Winkel Erinnerungen an Papa ...
Für meine Mutter war das Haus jedoch ihr Nest, in dem sie sich geborgen und Papa nahe gefühlt hat.

blue_eyes 13.10.2013 22:48

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Danke, liebe Kolibri!
Ich wünsche euch beiden viel viel Kraft und denke ganz fest an euch, dass ihr noch viele viele gemeinsame Jahre zusammen sein könnt!

Es ist ein innerer Druck momentan, als hätte ich kein Herz mehr. Auf der einen Seite kann ich es noch immer nicht glauben, dass es wirklich war ist und es zerreißt mich innerlich, dass mein geliebter Papa nicht mehr da ist und auf der anderen Seite tut es total weh, meine Mama so leiden zu sehen.
Ich wünschte, Papa wäre nie krank geworden und gestorben. Er fehlt jede Minute - in jeder Situation. Es tut einfach nur weh - verdammt weh!

blue_eyes 14.10.2013 10:00

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Lieber Papa!

Jetzt ist es über eine Woche her. Ich vermisse dich so sehr!
Du hast am Krankenbett, als du noch mit uns hast sprechen können, gefragt, ob Mama jetzt zu uns mit fährt. Mach dir keine Sorgen um Mama. Wir passen hier auf der Erde auf sie auf, und du pass bitte vom Himmel aus auf sie auf. Bitte steh ihr bei. Ich hoffe Papa, du konntest im Himmel deine Mama, Mamas Mama und Mamas Papa - meine Großeltern wieder in die Arme schließen. Gib ihnen einen Kuss von mir.
deine dich immer liebende Tochter - danke für alles Papa

blue_eyes 20.10.2013 11:14

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Heute Nachmittag werden es 2 Wochen, dass mein Papa nicht mehr da ist. Ich kommt mir noch immer, wie in einem Alptraum vor, aus dem ich nicht aufwachen kann.
Donnerstag musste ich selbst ins Krankenhaus, weil ich einfach nicht auf die Signale meines Körpers geachtet habe, so haben sie gleich Schädel-CT, Herz-Lungenröntgen etc gemacht und über Nacht zur Beobachtung drin behalten. Wenns nach mir gegangen wäre, wäre ich ja gar nicht ins Spital... Bei diesen Untersuchungen musste ich immer daran denken, wie sich mein Paps wohl dabei gefühlt haben muss, zu diesen Untersuchungen gebracht zu werden mit dem Gedanken, dass er weiß, dass er schwer krank ist und mit der Hoffnung, dass sich etwas gebessert hat. Die Nacht im KH war die Hölle für mich. Nur einen Gang weiter ist mein Paps vor zwei Wochen eingeschlafen. Die ganze Nacht hatte ich nur Alpträume. Gott sei Dank durfte ich am Freitag wieder raus, ich hätte es nicht mehr länger ausgehalten.
Immer und immer wieder geht mir der Satz meines Papas durch den Kopf, als meine Eltern damals am Anfang der Chemo meinten, dass von der Chemo die Haare ausgehen könnten und mein Papa nur meinte, dass ihm das egal sei, Hauptsache er würde leben.
Leider wurde ihm dieser Wunsch nicht lange erfüllt. Er wollte einfach leben, und es wurde ihm einfach verwehrt. Meine Mama hat mir gestern erzählt, dass mein Paps noch so viel vor hatte. Er wollte zuhause das Wohnzimmer neu ausmalen und er wollte wieder mal nach Tirol fahren, wenn es ihm besser geht.
Mein Sohn möchte sich im Kino heute unbedingt einen Kinderfilm ansehen. Und ich frage mich, ob ich überhaupt mitgehen soll. Ich hab einfach ein schlechtes Gewissen, "schöne" Dinge zu erleben, und mein Papa kann sie nicht mehr erleben. Andererseits kann ich ja nicht meinem Sohn jetzt all seine Wünsche abschlagen. Er ist ja eh total genügsam.
Wäre mein Papa nur noch hier, dann wäre alles anders.

traurige Grüße
blue_eyes

simi1 20.10.2013 12:38

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Hallo blue eyes,

was würde dein Papa dir raten bzw. sich wünschen?
Zuhause traurig rumzusitzen oder mit seinem Enkel, deinem Sohn, ins Kino zu gehen und ein wenig Freude und Ablenkung zu haben?

Liebe Grüße
Simi

hazelgpinar 23.10.2013 00:21

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
hallo blue_eyes

ich kann mit dir fühlen, es geht mir genau so. es tut einfach nur weh, mit allem durch machen zu müssen. Los zu alles und selber irgendwie mit der eigene trauer zu verarbeiten. dann noch die mama, die braucht auch noch hilfe und es schmerz tierisch mit ansehen zu müssen, wie sie leidet. ich hab mich an die ganzen papierkram gestürtz und damit meine ma etwas lass genommen. aber jetzt wo alles fertig ist, kommt oft bei mir die tränen.....wir müssen es irgendwie schaffen aber es ist sehr schwer. ich wünsche dir und deine familie viel kraft.

lg

blue_eyes 28.10.2013 22:33

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Gestern waren es drei Wochen, dass mein Paps nicht mehr bei uns ist. Von Tag zu Tag wird mein Schmerz noch mehr. Von Tag zu Tag wird mir immer mehr bewusst, dass mein Paps nicht mehr nachhause kommt. Bis jetzt konnte ich mich meist gut belügen - wenn ich bei meinen Eltern zuhause war, dann war mein Paps halt grad nicht zuhause weil er spazieren war oder wieder im Krankenhaus zur Therapie. Aber jetzt kann ich mich nicht mehr selbst belügen. Jetzt hab ich meinen Papa schon drei Wochen nicht mehr gesehen, also kann ich mich nicht mehr belügen. Es tut einfach so verdammt weh. Ich weiß gar nicht, wie es ohne meinen Papa weitergehen soll. Er wusste einfach immer einen Rat oder eine Lösung auf alles. Ich war ein richtiges Papa-Mädchen. Wenn mir als Kleinkind etwas nicht gepasst hat, was meine Mum gesagt hat, dann bin ich einfach zu Papa und alles war gut.
Es tut einfach nur weh, jeden Tag mehr. Meine Gedanken an die Krankheit, die damit verbundenen Schmerzen und die Angst, die mein Papa sicher hatte, fressen mich innerlich auf. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Papa viel größere Schmerzen hatte, als er gesagt hat. Und ich bin mir sicher, dass er auch Ängste hatte - er hat aber nie darüber gesprochen. Mein Papa hat nie über seine Gefühle oder Ängste gesprochen - auch nicht, als er krank gewesen ist.
Diese verdammte Krankheit bringt soviel Leid über die Menschen! Ich hasse diese Krankheit, die unseren Lieben so weh tut und uns das Liebste auf der Welt einfach wegnimmt.

blue_eyes

blue_eyes 10.11.2013 01:41

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Morgen werden es fünf Wochen, dass mein über alles geliebter Papa verstorben ist. Täglich wird es schlimmer, den Gedanken zu ertragen, dass er nicht mehr bei uns ist. In mein Elternhaus zu gehen, kostet mich jedes Mal sehr viel Überwindung, einfach aus Angst, dass mein Papa eben nicht mehr da ist.
Meine Mama zu sehen, wie sehr sie unter diesem schweren Verlust, ihren Lebenspartner verloren zu haben, leidet und von meinem Sohn zu erfahren, dass er merkt wie traurig Oma ist, tut mir im Herzen weh. Nächste Woche hätten sie ihren 36. Hochzeitstag gehabt.

Wenn ich vor seinem Grab stehe und seinen Namen lese, dann kommt mir alles so unwirklich vor.
Gestern Nacht war es besonders schlimm. Ich bin schweißgebadet mitten in der Nacht aufgewacht, weil ich geträumt habe, dass alle meine Verwandten und Bekannten an Krebs erkrankt sind. Den ganzen Tag stand ich neben mir, weil ich immer nur diesen blöden Traum in meinem Kopf hatte.

Ich muss immer wieder daran denken, wo mein Papa jetzt wohl sein wird. Mein Opa ist vor 6 Jahren verstorben, meine Oma vor 5 Jahren. Auch wenn es jetzt vielleicht für manche dumm klingt - mein Hund (der damals der Kinderersatz meines Mannes und mir war) ist vor 3 Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen. Mein Papa hat unseren Hund total gern gehabt. Ist immer mit ihm spazieren gegangen, hat sich immer um ihn gekümmert, wenn wir arbeiten waren.
Ich stelle mir vor, dass mein Papa jetzt meine Großeltern wiedergesehen hat, dass er sich jetzt wieder um unseren Hund kümmert und dass es allen einfach gut geht und keiner von ihnen je mehr Schmerz und Leid ertragen muss. Dass mein Papa jetzt endlich seine Mama hat kennenlernen dürfen (sie ist auch schon sehr sehr früh verstorben, er hat sie nicht wirklich gekannt).
Wie wird das Leben nach dem Tod wohl sein? Wie geht es euch mit dem Gedanken? Welche Vorstellungen habt ihr?

Liebe Grüße
blue_eyes

fraunachbarin 10.11.2013 09:56

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
liebe blue-eyes..
für deine fragen empfehle ich dir das buch: 90 minuten im himmel von don piper.
ich habe es im hospiz gelesen und ich war danach so erfüllt und hab auch meiner mami vorgelesen, was sie erwartet, wenn sie geht. sie lag zwar schon im leberkoma, aber ich bin mir ganz sicher, daß sie es gehört hat.
darin wird auf eine so wunderschöne art beschrieben, wie es im regenbogenland aussieht. seither hab ich selber keine angst mehr vorm sterben.
so leg ich dir nahe, dieses buch zu lesen.
wünsch dir weiterhin viel kraft.
liebe grüße von tine

blue_eyes 12.11.2013 10:56

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Liebe Tine!

Ich danke dir für den Hinweis auf das Buch. Ich werde mir das besorgen, vielleicht finde ich so ein paar Antworten auf meine Fragen auf das Leben nach dem Tod.

Vielen Dank,
lg
blue_eyes

blue_eyes 12.11.2013 20:57

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Mein lieber Paps!

Du fehlst uns an allen Ecken! Wir vermissen dich sehr und es ist sehr schwer für uns alle, ohne dich hier zu sein.
Heute hatten Mama und du euren 36.Hochzeitstag!
Ich kann es noch immer nicht glauben, dass du nicht mehr da bist.
Jeden Tag, jede Minute denke ich an dich. Heute haben Mama, dein Enkelsohn und ich Fotos von früher, als Mama und du euch kennengelernt habt und als ich noch ein Baby war, angesehen.

Ich hab dich lieb, Papa, du fehlst uns sehr!

blue_eyes 25.11.2013 17:01

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
Hallo Paps!

Gestern waren es 7 Wochen, seit du von uns gegangen bist. Wir vermissen dich alle so schrecklich! Ich fürchte mich echt schon vor meinem Geburtstag, vor Weihnachten und vor dem Geburtstag deines Enkelkindes. Alle 3 Anlässe ziemlich knapp hintereinander und alle das erste mal ohne dich. Ich hab dich soooo lieb und vermisse dich. Bitte hab ein Auge auf uns von oben. Ganz besonders auf Mama. Sie fühlt sich momentan sehr unsicher alleine zu Hause.

Deine Tochter

@ all:

Jetzt ist es 7 Wochen her, dass mein Papa in ein hoffentlich schmerzloses "Leben" übergegangen ist. Es gibt Tage, an denen es mir etwas besser geht, und dann gibt es Tage, so wie gestern, da geht es mir total mies. Da würde ich mich am liebsten ins Bett einigeln und den ganzen Tag nicht rauskommen
- was bei einem fast 7jährigen Sohn nicht geht (obwohl mein Sohn schon versteht, wenn es mir mal nicht gut geht und ich "ein bisschen Zeit für mich brauche"). Ich würde am liebsten nur weinen und muss ständig dran denken, was mein Paps doch noch alles erleben und machen wollte und was er jetzt nicht mehr machen kann. Ständig hab ich ihn dann vor Augen - egal wo ich hinsehe, überall kommen Erinnerungen, wo er nicht überall gestanden ist, was sein Lieblingsplatz war, wo er immer mit seinem Enkel gespielt hat, das Lachen der beiden, ich sehe, was er alles geschaffen hat - als er z.B. mit meiner Mama das Stelzenhaus für seinen Enkelsohn gebaut hat. Erinnerungen sind ja schön, aber ganz ehrlich zerreißt es mich momentan innerlich, wenn ich all diese Dinge vor mir habe. Ich kann sie einfach noch nicht als schöne Erinnerungen sehen, sondern als das, wo mein Papa jetzt überall fehlt, welch toller Paps er einfach war. Ich möchte diese Erinnerungen aber auch nicht verdrängen, weil ich Angst habe, dass sie irgendwann einmal verblassen und ich meinen Papa "nicht mehr klar" vor mir sehe. Diese Tage, an denen es mir schlecht geht, diese Tage treten momentan sehr sehr oft auf.
Wie ergeht/erging es euch?

lg
blue_eyes

fraunachbarin 25.11.2013 19:44

AW: Mein Papa, mein Held, ist nun ein Engel
 
liebe blue eyes...
das was du grad durchmachst, ist völlig normal. du befindest dich grad in der phase des realisierens. diese zeit dauerd eine weile und tut sehr weh. aber sie ist auch wichtig um irgendwann besser damit leben zu können.
ich hatte auch diese phase, hab viel geweint und wollte es nicht wahr haben. auch heute noch kommen immer wieder so tage. ich nenn sie dann trauerwellen. ich nehm sie an und leb sie aus.danach gehts mir wieder besser.
so muntere ich dich auf, deiner trauer raum zu geben und sie auszuleben. vielleicht kannst du dich abends mal zurück ziehen und dann an irgendeinen dir schönen platz fahren und dort deine trauer rausweinen oder gar rausschreien.
ich wünsch dir viel kraft für diese schwere phase.
drück dich mal, tine


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