Krebs-Kompass-Forum seit 1997

Krebs-Kompass-Forum seit 1997 (https://www.krebs-kompass.de/index.php)
-   Hodenkrebs (https://www.krebs-kompass.de/forumdisplay.php?f=18)
-   -   Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend (https://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=71500)

achi 07.11.2018 15:31

Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Zusammen,
vorweg erstmal vielen Dank für die zahlreichen Erfahrungsberichte, die ich seit meinem Anfangs-Verdacht studiert und verfolgt habe. Diese haben neben Mut vor allem Klarheit in das unbekannte Thema gebracht.

Mich hat die Diagnose Hodenkrebs leider auch im Alter von 32 Jahren erwischt!

Bei mir hat das Ganze im Oktober 18 mit einer diagnostizierten Gynäkomastie in der Brust (Drüsenwachstum) begonnen. Von der Chirurgie wurde ich zur Überprüfung des Hormonstatus und Hodens in die Urologie überwiesen, da ein Hodentumor Auslöser sein könnte, allerdings sehr unwahrscheinlich sei.

Bei der Urologischen-Untersuchung war der linke Hoden beim Ultraschall auffällig, wobei der Urologe zunächst von einem verkalkten Areal im Unterpol ausging und nichts schlimmeres vermutete (nichts ertastbares). Genaueres könne man allerdings erst nach der Blutuntersuchung sagen.

Leider waren die Hodentumormarker beim HCG positiv (HCG=15; Testo=16; AFP=5).
Direkt am nächsten Tag hatte ich einen Termin zum CT, bei dem keine Metastasen jedoch ein grenzwertig vergrößerter paraaortokovaler LK (1,6 cm) entdeckt wurde.

Gestern wurde der Hoden operativ entfernt und ein 0,7cm großer Tumor festgestellt, wobei der histologische Befund noch aussteht. Befund wird Ende der Woche erwartet und der Fall nach erneuten Markerwerten im Tumorzentrum vorgestellt.

Die OP verlief wirklich gut und bin auch schon wieder zu Hause.

Nachdem heutigen Gespräch mit dem leitenden Oberarzt, der gestern die OP durchgeführt hat, bin ich allerdings ein wenig aufgewühlt. Den vergrößerten LK sieht er sehr verdächtig und geht erfahrungsgemäß davon, dass wahrscheinlich 2-3 Zyklen Chemo auf mich zukommen könnten.
Beim Vorgespräch mit einem Oberarzt wurde der vergrößerte LK weniger kritisch betrachtet und ich hatte die kleine Hoffnung, dass ich evtl. nur mit der OP aus der Sache rauskomme.

Ich weiß, dass man jetzt „einfach“ die Befunde (Tumorart / Tumormarker) abwarten muss und sich nicht verrückt machen soll. Da alles Weitere ohne Befunde einfach nicht kalkulierbar ist.
  • Wie ich aus Erfahrungsberichten gelesen habe, spielt die Größe des Tumors nicht unbedingt eine Rolle bei der Streuung?!
  • Wie bewertet ihr die aktuelle Situation mit den Tumormarkern, Tumorgröße und Lk-Größe?

Ich habe echt sehr großen Respekt und Sorgen vor einer Entfernung der LK’s sowie möglichen Chemo-Zyklen.

Vielen Dank im Voraus.

ElChupacabra 07.11.2018 17:35

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hi und willkommen hier im Forum, auch wenn der Anlass kein erfreulicher ist.

Da Du ja selbst geschrieben hast, dass Du das Forum schon ein wenig studiert hast, gehe ich mal davon aus, dass Du ja bereits weißt, dass HK in jedem Stadium sehr gut heilbar ist. Bei Dir ist der Tumor ja noch sehr klein mit <1cm!

Wie Du es bereits vermutest, heißt es jetzt erstmal warten auf den histologischen Befund, der Dir vor allem auch die Tumorart (!) zeigt. Das kann im Optimalfall ein Seminom sein (streut weniger oft) oder eben ein Mischtumor bzw. Nichtseminom (auch gut heilbar).

Die Tumorgröße ist ein Risikofaktor, d.h. sie kann ein Indiz unter vielen sein, welches anzeigt, wie wahrscheinlich der Tumor streut und daher welche Therapie empfehlenswert ist. Mit <1cm bist Du da aber weit drunter!

Bzgl. der Marker ist es natürlich interessant, wie sie sich NACH der OP verändern. Wenn die Marker nach der OP wieder i. O. sind, ist das auch ein Indiz, dass mit der OP erstmal alles weg ist. Bei mir wurde 1 Monat nach der OP erneut ein Bluttest gemacht.

Bzgl. des Lymphknoten weiß da sicher jemand anderes besser Bescheid als ich, aber ich kann sagen, dass Lymphknoten auch mal so anschwellen (z. B. Erkältung etc.).

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das Warten nicht einfach ist, aber bis zur Histologie bleibt Dir nichts anderes übrig. Bleib positiv. Du wirst wieder gesund!

1994 08.11.2018 11:24

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Moin,

durch Brustwachstum bzw. Gynäkomastie wurde mein Tumor auch entdeckt und es wurde kein vergrößerter LK gefunden. Nach OP und 2 Monaten wait und see stiegen die zunächst gefallenen Turmormarker wieder an, was 3xPEB bedeutet hat. Es deutet bei Dir jedenfalls auf einen homonproduzierenden Tumor und somit ein Nichtseminom hin.

Ich denke das es bei Dir ähnlich wie bei mir laufen wird und schätze, dass Du Dich auf Chemo einstellen musst wenn die Marker nicht in den Normbereich fallen und dort bleiben. Der LK muss dann nicht zwingend herausgeommen werden

Ist aber alles machbar und Du wirst 100% gesund! Es wurde bei Dir früh entdeckt, daher besteht kein Grund zur Panik

Gruß
Hans

Merasil 08.11.2018 12:17

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Also bei mir ist es auch ein Seminom trotz hcg. Kommt wohl relativ selten vor meinte mein Urologe, aber durchaus möglich. Das hcg ist dann auch eher in niedrigeren Bereichen (<500) angesiedelt ist.

achi 08.11.2018 13:16

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Danke für eure Nachrichten.

@Merasil und 1994: eure Berichte hab ich beide verfolgt. Bei dir 1994, war auch der einzige Fall in Kombination mit einer Gynäkomastie, den ich hier gefunden habe.

Wie ElChupacabra bereits sagte, muss man einfach Abwarten, auch wenn's nicht einfach ist.

Eine Frage hätte ich noch:
  • mein Fall wird nächste Woche auf einer Tumorkonferenz besprochen (interdisziplinäres Zentrum für onkologische Spitzenversorgung; Zusammenschluss mehrerer Krankenhäuser). Ist es dennoch empfehlenswert, sich einen Urologen zu suchen, der zusätzlich das allgemeine Zweitmeinungsportal nutzt?

axiom 08.11.2018 15:07

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Meinungen und zweitmeinungen sind nie verkehrt, aber du kannst auch selbst deinen fall einem der "hodenpäpste" per mail vortragen und um eine empfehlung bitten.

Meistens ist das allerdings nicht nötig. Die meisten Hk-therapiek laufen nach einem standardtherapieschema ab und HK wird genau wegen diesem schema so gut geheilt.

Sollte die therapie empfehlung nicht von den guidelines abweichen, würde ich persönlich keine weitere meinung einholen. Ist es ein außergewöhnlicher Fall, dann würde ich mir eine zweit- und vl auch drittmeinung einholen.

achi 13.11.2018 14:07

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Zusammen,

ich habe heute den vorläufigen histologischen Befund per Telefon erhalten. Der genaue Befund sowie das Thema Nachsorge sollen am Donnerstag persönlich besprochen werden.

Befund:
Mischtumor (40% Seminom und 60% Embryonalzellkarzinom)

Weite Informationen habe ich leider bzgl. Lymph-/Blutgefäßinvasion noch nicht.

Falls jemand Erfahrung mit so einem oder ähnlichen Befund hat, freue mich über ein Feedback.

Gruß

mixxer 13.11.2018 15:50

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Achi,
mies, dass es dich auch erwischt hat, aber so geht es uns ja allen hier. Immerhin positiv, dass du den Tumor so früh erkannt hast, denn von der Tumormarkerhöhe liegst du in der besten Prognosegruppe.
In meinem Tumor war auch ein großer Anteil an Embryonalzellkarzinom. Ich habe viel gelesen, unter Anderem dass dieser Tumoranteil sehr maligne ist und früh streut, allerdings auch sehr gut auf die Chemotherapie anspricht.
Welches Stadium bei dir vorliegt und welche Therapie durchgeführt werden sollte werden dir die Ärzte sicher noch in Ruhe erklären und hängt auch davon ab, wie die Tumormarker sich nach der OP verhalten. In meinem Fall sind die Tumormarker nach der OP leider nicht abgefallen obwohl man keine Lymphknoten oder Metastasen entdecken konnte. Trotzdem wurde jetzt bei mir die Chemotherapie begonnen und ich vertrage es ganz gut.
Ich drücke dir die Daumen und halte uns auf dem Laufenden!
VG mixxer

achi 13.11.2018 20:58

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo mixxer,

vielen Dank für deine Nachricht und das Daumen drücken. Deinen Thread habe ich auch ausführlich gelesen.

Ich drücke dir ebenfalls die Daumen und verfolge dein Thema weiterhin aufmerksam.

LG

achi 15.11.2018 16:33

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Zusammen,

ich hatte heute mein Gespräch für das weitere Vorgehen.
Mir werden aufgrund des verdächtigen Lymphknotens zu 3 Zyklen-Chemotherapie geraten.
Nach 2 Zyklen wird ein CT gemacht, um zu schauen ob die Chemo anschlägt.

Die Tumormarker sind gesunken: Das ß-HCG liegt nun bei 2 mlU/ml (Grenzwert liegt bei <1). Marker wurden 3 Tage nach der OP bestimmt. Laut Arzt ist es normal, dass die nicht direkt bei 0 sind, deshalb wurde heute noch einmal Blut entnommen.
Der Arzt geht jedoch davon aus, dass ich im normalen Bereich liege.

Der Pathologische Befund:
  • Maligner Mischtumor des linken Hodens (60% embryonale Komponente)
  • Tumordurchmesser: 1,2 cm
  • Tumorwachstum organbegrenzt
  • Tumorfreier Resektionsrand des Samenstrangs und Durctus deferens
  • Tumorfreier Resektionsrand Tumorfreier Nebenhoden
  • Tumorfreies Rete testis
  • Periftumoral herdförmige Leydigzell-Hyperplasie

Klassifikation war im Bericht nicht angegeben, dürfte aber
Stadium IIa: pT1 N1 M0 S0
sein.

Weiß jemand was mit dem Punkt (Periftumoral herdförmige Leydigzell-Hyperplasie) gemeint ist? Mit diesen Zellen verbinde ich laut Recherche keine guten Vorzeichen. (wurde im Gespräch allerdings nicht erwähnt, ist mir jetzt im Bericht aufgefallen)

Aufgrund des Lymphknoten wird mir von einer Überwachungsstragie abgeraten. Wäre dieser nicht vorhanden dürfte ich im Stadium I sein, wo mich nur 1x Zyklus erwartet hätte.

Ich hab ein wenig Angst bzw. Bedenken, ob die 3 Zyklen nicht zu viel sind und der Knoten eigentlich harmlos ist. Was meint ihr?

Ich habe den Prof. Dr. Schrader vom ZMZ heute mal angeschrieben und nach seiner Meinung angefragt.

LG

Update:
ich habe ziemlich schnell eine Rückmeldung von Prof. Dr. Sch. erhalten:
"Ggf noch einmal 4 Wochen warten und schauen ob der LK größer wird! Und erst dann Chemo IHR MS"

Jetzt bin ich in der Zwickmühle.

[k]Re-Staging nach 6 Wochen:
erneutes CT-Abdomen zur erneuten Beurteilung der vergrößerten Lymphknoten. Folgende Befunde sind möglich: regrediente Lymphknoten, vergrößerte Lymphknoten ohne Tumormarker und ansteigende Tumormarker bei vergrößerten Lymphknoten:

Regrediente Lymphknoten werden nicht weiter therapiert, regelhafte Nachsorgen (s. u.) folgen.
Persistierende oder wachsende Lymphknoten ohne Tumormarkernachweis erfordern eine nervenschonende RLA (s.o.).
Bei ansteigenden Tumormarkern und vergrößerten Lymphknoten sind drei Zyklen PEB notwendig.

Merasil 15.11.2018 18:22

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Ich würde die Zweitmeinung definitiv deinem Uro vorlegen und fragen ob man nicht abwarten könnte.
Soweit ich weiß sind LKs erst ab 2cm verdächtig, solange Marker negativ sind. Da bist du ja noch von entfernt. Ich habe hier auch irgendwo schon gelesen, dass schon mal jemand nach einem Magen-Darm einen vergrößerten LK hatte. Ist die Bildgebung vor oder nach der Op gemacht worden? Danach ist es nämlich häufiger wohl so das im Bauchraum LKs vergrößert sind.

achi 15.11.2018 18:34

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Merasil und danke für die Antwort,

das CT wurde genau 7 Tage vor der Operation durchgeführt.
Was habe ich zu verlieren, wenn der Lymphknoten auf >2 cm wächst?
Ich lande im Stadium IIb. Prozentual werde ich wohl einige Prozent an Heilungsrate verlieren.

LG

mixxer 15.11.2018 19:22

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hey Achi,
das hört sich doch erstmal gut an, dass die Marker abgefallen sind. Kannst du noch schreiben, welche anderen Anteile in deinem Tumor gefunden wurden?

Ich glaube bei dir läuft es erstmal auf abwarten und ein erneutes Staging hinaus. Hier sind die europäischen Leitlinien, da kannst du dich auch mal einlesen was empfohlen wird: http://uroweb.org/wp-content/uploads...r_2017_web.pdf
Viele Grüße

achi 15.11.2018 20:16

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo mixxer,

Dir auch vielen Dank für deine Antwort und die europäische Richtlinie (hatte ich noch nicht gesehen).

Der restliche Anteil ist ein Seminom (40%).

Hab ein wenig Schiss die falsche Entscheidung zu treffen.

Merasil 15.11.2018 20:27

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hm ok, ich dachte das ct wurde danach gemacht :/ dann fällt das mit den post-op Vergrößerungen raus...
Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich denke ich mit meinem Uro drüber reden und fragen inwieweit das die Prognose beeinträchtigen würde, wenn man jetzt noch wartet.

ElChupacabra 15.11.2018 21:18

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Ich würde voll und ganz auf die Meinung von Prof. Sch. vertrauen. Wie es viele bereits hier im Forum an anderer Stelle geschrieben haben, ist er DER Experte in Sachen HK. Wenn er sagt "4 Wochen warten und beobachten", dann würde ich genau DAS machen :-)

achi 15.11.2018 22:32

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Vielen Dank für eure Nachrichten.

Mein Problem ist, dass ich das Gespräch heute im Krankenhaus mit einem Arzt hatte, der nicht an der Tumorkonferenz teilgenommen hat. Sprich er hat mir nur das mitgeteilt, was dort beschlossen und auf dem Papier stand.

Ich versuche ihn morgen nochmal telefonisch zu kontaktieren und befragen.

Lino1981 16.11.2018 10:01

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Ich hatte auch einen grenzwertig großen Lymphknoten, der nach 6 Wochen dann aufgrund fehlender Grössenprogredienz als nicht malign eingestuft wurde. Ich würde auch auf Prof.Sch. hören. Seine Meinung deckt sich zudem mit den Europäischen Leitlinien. Deine Prognose wird sich nach 4 Wochen mEn nicht ändern, selbst wenn weitere LK dazu kommen sollten. Du kannst versuchen auch mit dem Radiologen zu sprechen, der das MRT / CT ausgewertet hat. Die können aufgrund der Form und Randbeschaffenheit eine Aussage treffen wie Wahrscheinlich ein Befall ist. Mir sagte man damals >1cm verdächtig, >2cm befallen. Dazwischen schaut man ob die Form rund oder oval ist und ob der Rand zackig oder gerade ist. Oval und gerade macht einen Befall eher unwahrscheinlich.
Gruss
Lino

Ka-Ramba 16.11.2018 13:21

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallöchen,

Ich habe deinen Fall auch gerade hier gelesen. Ich selbst hatte auch einen Lymphknoten der etwas vergrößert war. Mein Radiologe meinte dann aber: naja, Lymphknoten werden halt auch mal grösser, das ist ihr job. Da KANN auch harmlosee Gründe haben, wie zb eine OP... der Verlauf ist das relevante.

Kurzum: bei mir war das auch so und er hat sich nicht verändert. Also habe ich auf eine Chemo verzichtet und Wait&Dee gemacht (vor 7 Jahren) und bisher ist alles i.O.

Der Psychische Druck ist am Anfang natürlich schon krass. Vor allem die ersten 12 Monate. Aber wenn man das kann, würde ich immer ersmal auf eine Chemo verzichten, WENN ES GEHT. Natürlich gibt es Fälle wo man nicht erstmal abwarten kann. Aber WENN das möglich ist, würde ich das vorziehen.

Eine Chemo ist ja keine kleine Sache. Das ist (rein Biologisch gesehen) eine ziemliche Keule...

Vielleicht helfen dir meine Überlegungen ja etwas...

Bleib stark!!

achi 16.11.2018 16:01

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Zusammen,
danke für eure Nachrichten und positive Erfahrungen.

Aktuell tendiere ich auch zum Warten, zu mal es im schlechten Fall auch nur 2-3 Wochen Verschiebung der Chemo geht. Aktuell ist der Chemo-Beginn für den 28.11. fixiert (sprich 4 Wochen nach der OP).

Was mir ein bisschen Sorge bereitet, ist der 60% Anteil des Embryonalzellkarzinoms (stark maligne / bösartig) in Bezug auf Vermehrung im Lymphsystem, obwohl es laut Histologie zu keiner Invasion kam.

Auf jeden Fall habe ich am Montag einen Termin bei einem neutralen Urologen auf die schnelle bekommen und werde mir ein 3. Meinung einholen.

LG

axiom 17.11.2018 01:35

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Embryonal Carc. sprechen mega gut auf die PEB chemo an. Besonders als mischtumorform musst du keine sorgen wegen dem EC haben.
Alles in allem hast du jetzt eine 99% chance gesund zu werden.
Bei mir sind nach ca 4 wochen post OP die marker angestiegen, sonst hätte ich auch auf die chemo vorerst verzichtet. Ich weiß gar nicht ob mein lymphknoten dann sogar innerhalb der 4 wochen auf 2+ cm gewachsen ist, aber ich kann dir sagen dass er nach 3 zyklen PEB rausoperiert wurde und keine einzige lebendige krebszelle gefunden wurde. Und ich hatte EC zusammen mit dottersacktumor.
Das ganze ist bei mir nun über 2 jahre her und ich werde nun mein nachsorgeinterval auf 6 monate erweitern.

Ich würde aus heutiger sicher blutwerte, CT und wenn beides negativ ist sofort ein MRT abdomen (als referenz) machen lassen. Anschließend würde ich engmaschig blutbild, MRT abdomen und CT thorax machen. Ein EC sollte sich sehr rasch zeigen, wenn es tatsächlich gestreut haben sollte.
Genau genommen sollte ein EC zuerst im blut nachweisbar sein bevor man es am bild sieht...

achi 17.11.2018 16:41

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo axiom,

wieso würdest du als Referenz bei negativen CT ein MRT Abdomen machen?

LG

Merasil 17.11.2018 18:11

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Das du für den Bauch auf mrt umsteigen kannst. Keine Strahlenbelastung ;)

achi 19.11.2018 12:31

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Zusammen,

kurze Rückmeldung von mir. Ich werde jetzt das Re-Staging 6 Wochen nach der Op machen und dann wird alles weitere Besprochen (kann ja in alle Richtungen gehen).

ßHCG ist aktuell weiterhin im Normbereich und wird in 2 Wochen erneut bestimmt.

Ich habe gestern eine ganz interessante Studie zu Nicht-Seminomen und einem Anteil von >50% EC bei negativen Markern nach der OP gelesen.

Die Studie besagt, dass die Rezidivwahrscheinlichkeit im Stadium I beim Wait&See bei 35% liegt (unter 50% EC ist die Prognose besser).

Ist halt die große Frage, wie der Wert im Stadium II aussieht und ob man mit diesem Wert die nächsten Jahre in Ruhe schlafen kann.

Wobei das EC sich ja auch in eine andere Form verwandeln kann (soweit ich das im Forum gelesen und richtig verstanden habe)

Meine Marker lasse ich das nächste Mal in 2 Wochen bestimmen, reicht das?

Lg

ElChupacabra 19.11.2018 15:46

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Ich denke die Frage, wie man "ruhig schlafen" soll, stellen sich viele "W&S´ler". Ich bin ja seit 07/18 auch einer (also relativ frisch), kann diese Gedanken also nachvollziehen. Im Forum hier sagt aber jeder der älteren Hasen, dass man entspannter wird ;-)

Marker erst in 2 Wochen reicht doch locker. In dieser Zeit verschlechtert sich Deine Prognose nicht. Ich wünsche Dir auf jeden Fall schon mal alles Gute und versuch Dich ein bisschen abzulenken mit der Vorweihnachtszeit.

Anton_ 19.11.2018 16:00

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo achi,

ich glaub es ist schwierig zu sagen, dass man bei >50% EC eine schlechtere Prognosen hätte als jemand der einen Anteil von bspw. 45% hat. Aus diesem Grund geht man nach anderen Faktoren, nämlich nach Blut - und Lymphgefäßinvasion; diese Faktoren ändern die Rezidivwahrscheinlichkeit. Dies bestätigte mir auch Prof. S., der mir schrieb, dass es weltweit keine Regelung gibt, dass man ab einen bestimmten Anteil von EC eine Chemo geben sollte/oder nicht. Er meinte nur, dass er bei einem reinen EC engmaschiger kontrollieren würde.

Und zu dem verwandeln des EC in eine andere Form: das passiert sehr, sehr selten - hier im Forum habe ich bisher von einem Fall gelesen und bei ihm war es bereits ein fortgeschrittenes Stadium. Mach dir darüber keinen Kopf.


LG!

achi 30.11.2018 10:14

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Guten Morgen zusammen,

ein Update von mir.

Ich befinde mich jetzt knapp 3 Wochen nach der OP.
Die Tumormarker eine Woche nach der OP waren alle im Normbereich (HCG auf 0).
Letztmalig habe ich die Marker am Montag bestimmen lassen, weiterhin alles im Normbereich, HCG allerdings auf 0,5 gestiegen (Normbereich laut Labor bei <2).

Muss ich mir bei dem leichten Anstieg Gedanken machen? (Meine Brustdrüse wird aktuell auch nicht kleiner, eher wieder leichtes Wachstum, wobei das auch Kopfsache und Überinterpretation sein kann)

Ansonsten steht in 2 Wochen das Re-Staging mit einem neuem CT an.

Gruß
achi

oli 30.11.2018 10:48

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hi,

bzgl HCG: Das ist erstmal eine ganz normale Schwankung. In der Nachsorge hatte ich auch auf einmal 1,3 statt 0,2 und bin fast durchgedreht. Nachkontrolle: 0,0

Solange das nicht plötzlich auf 10 geht wäre ich da an deiner Stelle beruhigt. Dafür wirst du ja auch engmaschig kontrolliert...

Toby01Harv 30.11.2018 21:37

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hi,

das Brustwachstum musst Du Dir einbilden, weil dies bei hcg mit 0,5 nicht der Fall sein kann.

Alle Werte unter 2 sind völlig in Ordnung. Schwankungen sind normal.

achi 01.12.2018 10:59

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Danke für eure Rückmeldungen und hoffe, dass es bei den Schwankungen bleibt.

Nächste Woche lass ich die Marker und Blutwerte vor dem CT nochmal bestimmen.

Lg

Merasil 01.12.2018 11:20

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Ich drück dir die Daumen, dass alles glatt läuft ;)

achi 11.12.2018 13:59

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Zusammen,

weiß jemand, warum in Laboren unterschiedliche Einheiten und Grenzwerte für die Marker verwendet werden?

Habe letzte Woche vor dem anstehenden Re-Staging die Werte bestimmen lassen. Dieses mal bei meinem neuen Haus-Urologen, entsprechend anderes Labor.
Hier ist AFP leicht erhöht. Wobei der Grenzwert deutlich geringer ist, als bei der Markerkontrolle im Krankenhaus.

Werte aktuell (POST-OP):
AFP=5,3 IU/ml (Grenzwert lt. Labor <5; Grenzwert lt. Krankenhaus <10,7)

Werte (PRE-OP):
AFP=8 ug/l (Grenzwert lt. Labor < 15)

Umrechnungsfaktor IU/l = 1,21 ug/l (laut Recherche)

PS: Außerdem wurde auch nur HCG anstatt wie sonst ß-HCG bestimmt.
Bisschen merkwürdig

achi 12.12.2018 13:49

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Zusammen,

ich hatte heute meinen CT-Termin, wo wir uns auch nochmal die Bilder vom letzten CT angeschaut haben und die heutigen.
Der vergrößerte Lymphknoten von 1,6cm waren laut dem Radiologen eher 2x Lymphknoten je 0,8cm in Längsrichtung (schwer zu sehen).

Die gute Nachricht ist, dass die verdächtigen Lymphknoten kleiner geworden sind, sprich vom Volumen abgenommen haben. (dürften längs jetzt ca. 1,2cm sein)
Sonst gibt es keine weiteren Auffälligkeiten.

Danke für das Anraten auf Warten von euch.

Am Montag ist die Tumorkonferenz. Mal schauen wie es weiter geht. Tendenz geht mit negativen Markern eher zum Wait&See

LG

ElChupacabra 12.12.2018 14:18

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hi!

Glückwunsch zum positiven CT. Vermutlich bist Du dann auch bald einer von den w&s´lern und bist aus dem Groben raus.

Bzgl. Deiner Frage mit den Grenzwerten, habe ich mich bereits das selbe gefragt. Bei mir wurde ja auch ein Marker über Grenzwert festgestellt, wobei bei einem ganz anderen Labor der Grenzwert weiter oben lag. Ich kam leider auch zu keiner Antwort.

Wichtig für Dich ist aber, dass die Bildgebung gut ist. Das ist die Hauptsache, da darf ein Marker auch gerne mal knapp drüber sein bei einem Labor.

Gruß,

achi 19.12.2018 15:48

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Zusammen,

heute habe ich das Ergebnis aus der Tumorkonferenz erhalten. Die Empfehlung lautet: active surveillance, was ich auch definitiv machen werde.
Die erste Nachsorge steht dann gegen Februar an.

Da die Lymphknoten nun nicht vergrößert sind, gibt es eine Anpassung des Stadium und bin jetzt im Stadium I.

LG

Golsen 20.12.2018 18:23

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Das ist gut und wenns hart auf hart kommt, hast du noch genug Optionen :)

Ich wünsche dir ein Frohes Fest und nicht zu viel Kopfkino.

achi 21.12.2018 08:04

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Danke Golsen, wünsche ich euch allen ebenfalls besinnliche Feiertage.

LG

achi 15.01.2019 08:14

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Hallo Zusammen,

vielleicht kann mir jemand beim Nachsorge-Rhythmus helfen.

Richtet sich der Startzeitpunkt vom OP-Tag an oder falls wie bei mir ein Re-Staging (6 Wochen nach der OP) stattgefunden hat, zu diesem Zeitpunkt?

OP war Anfang November
Re-Staging Mitte Dezember

Laut Nachsorge-Rhythmus soll CT-Thorax alle 2 Monate und MRT-Abdomen in den Monaten 4 und 12.

Danke und lieben Gruß.

Merasil 15.01.2019 09:02

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Ich hab den Plan jetzt nicht im Kopf, aber alle 2 Monate CT Thorax halte ich für ganz schön viel.
Rein vom Gefühl her würde ich sagen, dass die Nachsorge ab OP beginnt. Du hattest zu diesem Zeitpunkt ja schon die Krankheit und solltest regelmäßig kontrolliert werden. Aber frag doch einfach deinen Urologen. Der müsste ja eig wissen, wann der nächste Termin ansteht.

Derjayger 15.01.2019 09:10

AW: Diagnose Hodenkrebs - Histologie ausstehend
 
Zitat:

Zitat von achi (Beitrag 1395703)
Hallo Zusammen,

Laut Nachsorge-Rhythmus soll CT-Thorax alle 2 Monate und MRT-Abdomen in den Monaten 4 und 12.

CT alle zwei Monate, ist das nicht ein bisschen viel verglichen mit Experten-Empfehlungen? Z.B. https://uroweb.org/guideline/testicular-cancer/#8

[edit] Merasil: Zwei D..., ein Gedanke :D


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 13:40 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, vBulletin Solutions, Inc.
Copyright © 1997-2025 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.