Krebs-Kompass-Forum seit 1997

Krebs-Kompass-Forum seit 1997 (https://www.krebs-kompass.de/index.php)
-   Brustkrebs (https://www.krebs-kompass.de/forumdisplay.php?f=12)
-   -   Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung (https://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=19826)

deena3 10.08.2006 23:55

Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Ich suche Betroffene, die nach hormonellem Brustkrebs, Ablatio, T3, G3 ohne Metastasen (alle Befunde Null) "nur" eine Chemo (6 x FEC) und anschließend Antihormone haben soll.
Auf Anfrage teilte mir ein Prof. Dr. Sauer mit: ..." ist aber schon ganz klar, dass eine Strahlenbehandlung zumindest der Brustwand erfolgen sollte. Wenn zudem noch der Tumor oben oder unten innen gesessen haben sollte, (woher soll ich das wissen??) muss auch das Lymphabflussgebiet hinter dem Brustbein und
oberhalb des Schlüsselbeins (Supraklavikulargrube) mitbestrahlt werden."
Habe meine pathologischen Befunde noch einmal durchgelesen, aber die lateinischen Bezeichnungen nicht deuten können. Nun bin ich wieder verunsichert, obwohl vom Krankenhaus, wo ich operiert wurde, keine Strahlenbehandlung vorgesehen war.
Wer kann mir raten/helfen??
Grüße von deena3

Norma 11.08.2006 01:17

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo Deena,

bei mir wurde trotz Ablatio (pT 2, knapp 5cm) eine Bestrahlung empfohlen.
28 davon habe ich hinter mich gebracht.
Auch meine Onkologin hat mir dazu geraten (vorher war es das Krankenhaus).

Es handelte sich aber um eine sogenannte Oberflächenbestrahlung (Brustwand); weil sonst die Lunge (die auf keinen Fall getroffen werden darf!) etwas abbekommen hätte.
Lymphabflusswege wurden ebenfalls bestrahlt.

Bei brusterhaltener Op wird auf jeden Fall tiefer bestrahlt (ist ja auch logisch, das "Fleisch" ist ja noch da). :lach2:

Hier also eine Stimme FÜR die Bestrahlung trotz Ablatio!

Liebe Grüße
Norma

PS: bin ebenfalls hormonpositiv (sehr hoch sogar), hatte 4x neoadjuvante Taxol/Epirubicin-Chemo und nach der Op 3x CMF-Chemo; zur Zeit Anti-Hormontherapie mit Arimidex und mein Tumor lag MITTIG, ganz tief versteckt hinter der Brustwarze

Dodsche51 11.08.2006 09:19

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo,
ich bin auch brusterhaltend operiert, bei mir wurde mit dem Rückenmuskel die Brust aufgefüllt. Mein BK ist auch hormonabhängig, daher habe ich keine Chemo gebraucht und muss jetzt 2 Jahre Zoladex ( wird alle 28 Tage unter die Bauchdecke gespritzt und baut sich dort von diesem Depot aus ab) und 5 Jahre Tamoxifen welche nach 2 Jahren in Arimedex geändert werden soll, nehmen. Habe dann 33 Bestrahlungen bekommen und mir wurde in der Klinik und vom Gyn gesagt, daß das bei brusterhaltender OP immer notwendig ist um eventuelle Krebszellen zu zerstören. Die Strahlen töten systematisch alle Zellen und nur die gesunden erneuern sich und die Krebszellen nicht. So wurde es mir erklärt.
Also würde ich Dir vorschalgen auf jeden Fall eine Strahlentherapie machen
zu lassen. Und nicht vergessen beantrage eine KUR baldmöglichst, damit die unter Anschlussbehandlung läuft.
Wenn Du dazu noch Fragen hast, helfen wir alle Dir gerne.

Wamper 11.08.2006 10:26

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Ich würde mir eine 2. Meinung einholen. Nach Ablatio sollte genau überlegt werden, ob eine Bestrahlung nötig ist. Bei einem T3 Tumor ist das schon zu überlegen. Eine Freundin hat neulich den Krebsinformationsdienst KID angerufen und ist dort sehr kompetent beraten worden. Gruß Dorothea

Wamper 11.08.2006 10:31

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Wie lang ist der Befund? Schreib ihn doch einfach ab. Ich habe oft Pathobefunde gelesen, da ich mal 3 Jahre in der Tumordokumentation gearbeitet habe. Dann habe ich noch einen medizinischen Duden. Das Buch ist für Laien geschrieben und hilft sehr das Fachchinesisch zu verstehen.
Gruß Dorothea

sonntagskind 11.08.2006 11:33

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo deena3,

Zitat:

Zitat von deena3
Ich suche Betroffene, die nach hormonellem Brustkrebs, Ablatio, T3, G3 ohne Metastasen (alle Befunde Null) "nur" eine Chemo (6 x FEC) und anschließend Antihormone haben soll.

Die Kriterien erfülle ich fast alle:
hormonell (ER bei Diagnose 12, nach Chemo bei OP noch 6, PR konstant 12); Ablatio; T3; G3; keine Fernmetastasen, aber nach Chemo noch 2 Lymphknoten von 9 befallen.
Chemo war aber 4 x Ac plus 4 x Taxotere, primär systemisch, also vor der OP, im Rahmen einer Studie.

Ich bekomme jetzt auch Zoladex und Tamoxifen, sowie 33 Bestrahlungen. Entscheidend für letzteres war vor allem die Tatsache, dass Lymphknoten befallen waren. Hätte ich Einwände gehabt und wären es nur 2 von 20 gewesen, hätte man noch mal diskutieren können, aber bei mir konnten nur so wenige Lymphknoten entnommen werden, da es nicht mehr gab. Bei 3von 10 hätte man mir die Bestrahlung auf jeden Fall empfohlen.
Da war ich auf der Kippe. Mir war aber gar nicht nach Diskussion, da ich lieber auf Nummer sicher gehe, da auch bei mir der Krebs sehr gross und aggressiv war.

Und wie Dorothea schon schrieb, kannst Du uns ruhig Deinen Befund zum Übersetzen geben, wenn Du magst.

Viele Gruesse

Renate

Isabelle 11.08.2006 11:56

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo Deena,
wenn der Tumor großer als 3 cm ist, wird auch bei Ablatio zur Bestrahlung geraten. Dabei spielt auch die Lage eine Rolle, denn wenn der der Tumor an der Innenseite der Brust saß, ist es möglich, dass die Lymphe nur in Richtung Brustbein abgeflossen ist und dort dann theoretisch befallene Lymphknoten sitzen könnten (und die in der Achselhöhle frei sind) Deshalb wird diese Region dann mitbestrahlt.
Alles Gute für dich,
herzliche Grüße
Isabelle

Ylva 11.08.2006 12:04

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo,

meine Mutter hatte auch G3 und der Tumor war 8 cm gross.
Sie wurde nach der Ablatio bestrahlt.

Liebe Grüße und alles Gute

deena3 14.08.2006 22:07

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Zitat:

Zitat von Wamper
Ich würde mir eine 2. Meinung einholen. Nach Ablatio sollte genau überlegt werden, ob eine Bestrahlung nötig ist. Bei einem T3 Tumor ist das schon zu überlegen. Eine Freundin hat neulich den Krebsinformationsdienst KID angerufen und ist dort sehr kompetent beraten worden. Gruß Dorothea

Hallo Dorothea, nachdem 2 Professoren ja zur Bestrahlung sagten, einer nein, und 2 befreundete Frauenärzte nein sagten, gehe ich am 24.8.06 zur Zweitbefundung ins Tumorbiologische Zentrum Freiburg. Danach wird endgültig entschieden...
Liebe Grüße deena3

Wamper 15.08.2006 12:06

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Die Situation kenne ich. Die Strahlentherapeuten wollten bestrahlen. Die internistischen Onkologen nicht. Ich bin daraufhin auch nach Freiburg ins tumorbiologische Zentrum gefahren, habe dort genau nachgefragt und mich dann gegen die Bestrahlung entschieden. Die Risiko-Nutzen-Abwägung fällt für dich möglicherweise ganz anders aus.
Mit liebem Gruß Dorothea

susaloh 14.09.2006 22:14

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo!
Jetzt bin ich in der gleichen Situation! Auch ich hatte die Chemo vor der OP. Der Tumor ist von 8x9 cm auf 4,5 mm geschrumpft. Alles andere war TOT. Gleiches Bild in den Lymphknoten: Jetzt wurde nur noch eine einzige Mikrometastase gefunden (1 mm), aber eine ausgeprägte Fibrose in fast allen anderen (insges. wurden 11 entnommen), was darauf hindeutet, dass sie alle mal befallen waren.

Mein Fall wurde im Tumorboard "kontrovers diskutiert". Zunächst entschied man sich gegen eine Bestrahlung, wegen des ungeheuer guten Ansprechens auf die Chemo. Mein Oberarzt war nicht einverstanden und als ich jetzt nachfragte und auf díe Leitlinien hinwies, brachte er den Fall erneut ins Tumorboard und nun wurde doch noch eine Bestrahlung empfohlen. Argument: Die außergewöhnliche Größe des Ausgangstumors, der die rechte Brust praktisch ganz ausfüllte (war aber immer verschieblich, also nicht an de Brustwand gewachsen. Die Haut oben drauf war schon nicht mehr verschieblich, aber als solche nicht befallen gewesen).

Gegen diese Entscheidung habe ich nichts einzuwenden, aber jetzt steht noch die
Bestrahlung der Lymphabflusswege,
also der Achselhöhle, zur Debatte. Die ist mir sehr suspekt, wegen der zusätzlichen Gefahr eines Lymphödems (bis jetzt habe ich keine Probleme). Das ist bei dieser ganzen Krebsbehandlung eigentlich meine eine, große Sorge.

Wie groß ist die Gefahr, dass das Lymphödem durch diese Achselbestrahlung ausgelöst wird? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Vielen Dank,
Susanne

apel68 15.09.2006 09:14

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo Susanne!
Ich hatte eine Ablatio (G3,T4,3 befallene von 19 entnommenden Lymphknoten).Ich bekam 28 Bestrahlungen der Achselhöhle und des Lymphabflußgebietes Brustbein.Ich habe alles super gut vertragen.Als man mir die Nebenwirkungen vortrug,bekam ich auch erst wieder Bammel.Ich hatte auch Angst wegen einem Lymphödem,weil nach der OP mit dem Arm alles super war.Aber es war alles harmlos.Selbst meine Haut hat sich kaum verändert.Also nicht vom Aufklärungsgespräch verrückt machen lassen!
Ich grüße Dich ganz herzlich
Susanne

Loisl 17.09.2006 16:43

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo, grüß Dich!

Ich habe eine Ablatio, 4x EC und 4x Taxotere Chemo und bekomme nun auch Bestrahlung, T2/G2,N2a(6/7 Lymphknoten mit 0,2Mikro), die Achselhöhle wird bestrahlt und das Tumorbett....
Auch wenn ich Angst habe vor möglichen Nebenwirkungen...ich werde mich auch brav bestrahlen lassen....und dazu noch die Antihormontherapie...
Wechseljahre kommen!
Dir alles Liebe

Loisl:pftroest:

deena3 17.09.2006 17:16

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo, ich danke allen für die freundlichen Beiträge. Nun hat - im Gegensatz zu meinem Operations-Krankenhaus in Stuttgart - das Tumorbiologische Zentrum in Freiburg ja zu einer Bestrahlung gesagt, trotzdem möchte ich die Axilla nicht bestrahlt haben, weil keine Lymphknoten befallen waren, aber das wird in der Strahlenklinik zu diskutieren sein...
Ich hoffe, dass alles gut endet.
deena3

Eva2 18.09.2006 14:13

AW: Nach Ablatio keine Strahlenbehandlung
 
Hallo Deena,

ich hatte auch trotz Ablatio Bestrahlung, weil die Ränder nicht ganz frei waren. Dann gab es auch zwischen den Ärzten Diskussionen, ob mit oder ohne Lymphabflußwege. Habe dann die in der Achsel mitbestrahlen lassen, die unter dem Brustbein nicht.

Bringt es denn wirklich so viel, die Lymphabflußwege wegzulassen? Wenn man doch ohnehin jeden Tag dort ist und sich eine Dosis abholt - warum dann nicht auf Nummer sicher gehen!?

In dem Fall würde ich lieber ein bißchen zu viel als zu wenig machen...


Alles Gute - Du wirst sehen, ist garnicht soooo schlimm...


Liebe Grüße von Eva


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 08:26 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2026, vBulletin Solutions, Inc.
Copyright © 1997-2025 Volker Karl Oehlrich-Gesellschaft e.V.