Liebe Kleine Maus!
Herzlich willkommen im Forum, auch wenn es kein schöner Anlaß ist, dass wir uns hier kennenlernen.
Es ist gut, dass Du Dich informieren willst über die Erkrankung Deines Schwiegervaters.
Zitat:
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er hatt heute eine OP sie haben ihn was vom Darm weggenommen und hat nun einen Künstlichen ausgang bekommen
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Darmoperationen, gerade, wenn ein bösartiger Tumor vorliegt, sind sehr große Operationen,die Óperationsdauer beträgt mehrere Stunden.Je nachdem wie es Deinem Schwiegervater danach geht, ob z.B. der Kreislauf stabil ist, wird er noch für einen oder mehrere Tage auf einer Intensivstation untergebracht. Dies klingt nun wieder sehr dramatisch, ist es aber nicht, da man ihn hier besser überwachen und bei Komplikationen gegebenenfalls einschreiten kann.
Auf Intensivstationen gibt es meistens nur eingeschränkte Besuchszeiten, die Zahl der Besucher pro Patient ist begrenzt.
Wie umfangreich das Stück Darm ist, welches herausgenommen werden muss, um den Tumor so weit wie möglich zu entfernen, entscheidet sich oftmals erst im Verlauf der Operation. Dabei kann sich auch ergeben, dass man einen künstlichen Darmausgang anlegen muss, wenn der Schließmuskel nicht mehr erhalten werden kann.
Dieser künstliche Darmausgang muss nicht für immer bestehen. Manche Patienten haben das Glück, dass man ihn nach einer bestimmten Zeit zurückverlegen kann und der Stuhlgang wieder den normalen Weg durch den Darm nimmt.
Viele Menschen mit Darmkrebs erhalten Nachbehandlungen, dies kann z.B. eine Chemotherapie bzw. Bestrahlung sein. Sie soll helfen, verbliebene Tumorreste im Körper zu beseitigen.
Dazu kann man allerdings erst etwas sagen, wenn der Befund vom Pathologen (also der Arzt, welcher das aus dem Bauch entnommene Gewebe, inklusive entferntem Darm untersucht) vorliegt. Es dauert ca. 1Woche.
Die Entscheidung wird allerdings nicht nur von einem Arzt getroffen. Meistens finden sog. Tumorkonferenzen (mit Fachärzten aus mehreren Fachgebieten) statt. Der Patient erhält dann eine Empfehlung, zu der man sich auch eine Zweitmeinung bei anderen Spezialisten einholen kann. Auf alle Fälle ist es gut, wenn er in einem zertifizierten Darmkrebszentrum behandelt wird. Davon gibt es jetzt in jedem Bundesland welche.
Bitte seit nachsichtig mit dem Schwiegervater, wenn er in den ersten Tagen noch niemand weiter sehen will! Denn diese Zeit unmittelbar nach einer Operation ist richtig anstrengend und die Kraftreserven erschöpft. Dies schlägt auch auf die Stimmung. Wenn dann einmal die Tränen kullern, ist es ganz normal.
Es gibt noch andere Möglichkeiten sich über Darmkrebs zu informieren, ich schreibe Dir einige in Dein persönliches Profil, da hast Du sie immer zur Hand!
Ich hoffe, dass ich Dir ein Stück weiterhelfen konnte!
Für die kommende Zeit wünsche ich Euch viel Kraft!
Elisabethh.