AW: Was tun gegen die wahnsinnige Angst?
Hallo Anja,
als mein Mann in 2009 die Diagnose Speiseröhrenkrebs bekam, ging es mir genauso wie dir. Ich habe mit ihm alles durchgezogen, habe viel recherchiert zu diesem Thema - aber dann bekommt man natürlich auch die negativen Sachen alle mit. Keine Informationen ohne Schreckensnachrichten, so ist das.
Ich habe mich auch die ganze Zeit immer damit befasst, was ist wenn Metastasen auftreten. Bei seiner Erkrankung würde ein Rezidiv mehr oder weniger einem Todesurteil gleich kommen. Mein Mann hat da nie drüber nachgedacht und tut es bis heute nicht. Sein Motto "Wenn es so kommt, kannst du eh nichts daran machen. Da brauch ich mich nicht vorher schon verrückt machen". Das ist eine gute Einstellung - aber bei mir funktioniert das so nicht. Ich muss mich - nicht nur bei Krankheiten, egal bei welchem Thema - immer vorab über alles informieren, damit ich evtl. ein bisschen vorbereitet bin, wenn der "nächste Schlag" kommt, so ist halt jeder anders gestrickt.
Wichtig ist, dass du Gespräche führst, ich wohne auch auf dem Land, da gibt es bisher keinen Psycho-Onkologen, gibt es den bei euch? Oder vielleicht kannst du dich einer "Angehörigen-Gruppe" anschließen? Ansonsten bleibt nur der Hausarzt, vielleicht solltest du in Erwägung ziehen, auch mal was gegen deine Ängste einzunehmen, damit diese nicht so überhand nehmen.
Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft euch beiden.
Monika
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