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Alt 17.03.2012, 11:27
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bifi65 bifi65 ist offline
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Standard AW: Keine Chemo trotz HER2-positiv?

Guten Morgen

ja, die Ärzte verdienen wohl ganz gut an Chemopatienten, aber bei einem G3 Tumor Chemo zu empfehlen hat nix mit Geldschneiderei zu tun, sondern mit Therapie nach Leitlinien. (Es gibt natürlich massenhaft Links, dieser hier ist mir aber grade ins Gesicht gesprungen )

http://www.aerztezeitung.de/medizin/...hem-alter.html

Das die Chemo die Haut verätzt, kommt nur dann vor, wenn die Infusion statt ins Blutgefäß ins Gewebe läuft. Aus diesem Grund haben die meisten Frauen hier einen Port (der zwar nicht 100%ig davor schützt, aber immerhin hat man während der Chemo die Hände frei).

Und - sie braucht kein Jahr "durch die Therapie gehen", nur das Herceptin läuft über ein Jahr lang, die Chemo ist meistens 6 Zyklen alle drei Wochen und somit nach 4 Monaten vorbei. Sie ist auch kein "Gift" für uns, sondern nur für die Krebszellen (auch wenn natürlich gesunde Zellen mit betroffen sind, klar...) - für uns ist sie ein Verbündeter im Kampf gegen den Krebs.
Man hat es natürlich leichter, wenn man sich positiv auf die Chemo einlässt und die miesen Tage einfach nur übersteht, um sich dann an den guten Tagen zu erfreuen. Das geht!

Wenn natürlich nur die nackte Panik bei dem Gedanken an Chemo herrscht, wird es schwierig... Wenn jemand überhaupt nicht dahintersteht, wird er natürlich umso schlechter mit den NW zurechtkommen.
In diesem Fall würde ich aber zumindest die Herceptintherapie durchziehen (wie Sonne schon erwähnt hat) Die meisten von uns vertragen sie gut und sie ist die wirksamste Waffe bei Her2neu+++

Wie würde es denn während einer eventuellen Chemo mit der "Betreuung" zu Hause aussehen? Vielleicht hat sie ja auch Angst, damit alleine zu sein. In den ersten Tagen nach Chemo ist es schon schön, wenn sich jemand ums Essen kümmert oder Taxi zum Blut abnehmen spielt

Ist eigentlich eine Bestrahlung angedacht? Sie wurde doch brusterhaltend operiert. Hat man darüber was gesagt?

Ja, viele Fragen, viele Gedanken... Vielleicht mal alles aufschreiben und noch einmal gründlich mit dem Arzt sprechen, eventuell eine Zweitmeinung einholen.
Seid ihr in einem zertifizierten Brustzentrum gewesen? Unseres bietet zum Beispiel eine Zweitmeinungs-Sprechstunde an. Habt ihr Befundkopien? (Stehen euch zu!)
Wie beantwortet denn deine Mutter die Frage, ob sie sich bei einem Rezidiv oder Metas Vorwürfe machen würde, eine Chemo nicht durchgezogen zu haben?

Aber im Endeffekt ist sie erwachsen, muss sich ihre Meinung bilden und damit leben Ich diskutiere auch grade mit meiner Mutter über gesundheitliche Dinge, die wir unterschiedlich sehen - auf einmal fühle ich mich wie die Erwachsene, die sagt: "Sei doch vernünftig" - hmmmmm

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag,

viele liebe Grüße von Birgit
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