Erstmal Hallo und guten Morgen !
Ich habe mich gerade neu angemeldet, nachdem ich schon einige Zeit "still" mitgelesen habe, viele Berichte und Erfahrungen mich echt angesprochen und in gewisser Weise auch beruhigt haben ... in dem Sinn, daß man eine Chemo durchaus überstehen kann

.
Von Vorstellungsgespräche ist man gewöhnt, was über sich zu erzählen ... wenngleich eben nicht unbedingt über seine Brust

...
Also, ich bin verheiratet, liebe die Natur/Tiere, Radfahren, Schreiben.
Habe nach meiner Ausbildung sehr lange im Büro gearbeitet, nach Arbeitslosigkeit dann nun vier Jahre als Altenpflegehelferin. Dort habe ich letztes Jahr aber wegen Burnout gekündigt ... ich war total überfordert und - vor allem - immer nur müde. Ich bin zwar ein Langschläfer

, aber das war echt nicht normal. An den freien Tagen kam ich kaum hoch, mußte mich nach einer Stunde wieder hinlegen. Heute denke ich, das hatte schon mit dem Tumor zu tun ...
Jetzt hatte ich gerade einen neuen Job in Aussicht und dann ... boing !
Ausgerechnet an unserem Hochzeitstag mußten wir die schlechte Nachricht bekommen ... danach ging der Ärzte-Marathon los, Ihr kennt das ja. Da ich im Landkreis einer Großstadt wohne, hätte ich schon mein Feldbett in der S-Bahn aufstellen können ...
Ich habe ein Mammakarzinom rechts, Größe war 2,5 cm, von den Lymphknoten "nur" der Sentinel befallen ... deshalb nun doch Chemo

. Sonst wäre ich vielleicht herumgekommen. Danach noch Bestrahlung und Antihormonbehandlung.
OP war am 18.05., ist auch alles gut gegangen ... nur die Narkose ... Aufwachraum war der Horror, war so weggetreten und mir war so schlecht ... ätzend. Aber nachts konnte ich schon alleine aufs Klo *yeah*.
Heute hätte meine 1. (von 6, ich bekomme TAC) Chemo kriegen sollen, doch gestern bekam ich 37,6° C. Hatte es zwar mit Ibu runtergedrückt und fühlte mich auch besser, aber eben nicht 100%ig, fühle mich irgendwie "fiebrig", obwohl das Themometer nichts anzeigt. Also noch eine Woche warten .... erstmal schonen und viel trinken.
Hatte große Angst besonders vor der Chemo, momentan ist aber so (seit ungefähr) einer Woche, daß ich mich selbst und das Ganze irgendwie "distanziert" betrachte. Kennt ihr das ? Dabei hatte ich wochenlang nur Heulen und Zähneklappern.
Jetzt aber habe ich sogar schon eine Perücke ausgesucht (Antrag läuft noch) und mir die Tage jede Menge Kopfbedeckungen bestellt (Hüte und Mützen).
Ich bin so dankbar, daß der KH-Aufenthalt (war mein allererster) so gut war, das war ein bißchen wie Kur (wohl wegen Feiertag und WE), alle (!) waren so nett und geduldig. Und auch das Essen allererste Sahne. Das war für mich wirklich eine sehr positive Erfahrung.
Meine Onkologin (Tagesklinik in der gleichen Klinik) ist auch nett. Aber ich habe sie telefonisch schon oft gebraucht, hoffe, ich nerve sie nicht zu sehr ... bin Medikamentenallergiker und deshalb immer sehr angespannt, wenn da was Neues kommt.
Ach ja, ich habe nach meiner OP immernoch starke Probleme mit dem Narbenstrang im rechten Arm. Der hatte sich ungefähr eine Woche nach der OP sehr unangenehm gemeldet, mein Chirurg hat den dann immer durchgedrückt (autsch !!) und gesagt, wir müßten das selbst machen. Das macht mein Mann ganz tapfer und es hat sich auch schon gebessert, ich kann wieder Betten aufschütteln, Sachen tragen und Autofahren klappt auch schon wieder. Nur beim Ausstrecken zieht der Schmerz (und der Strang) mittlerweile bis runter ins Handgelenk.
Hat da jemand Erfahrung, ist das normal, wie lange kann das dauern ?
Dies für heute von mir, freue mich auf netten Austausch und wünsche allen einen guten Tag und viel Kraft !!
Viele Grüße aus dem verregneten Bayern