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Alt 08.08.2012, 14:08
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HelmutL HelmutL ist offline
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Standard AW: Hinterblieben, nur wo?

Guten Morgen, AnnaSue,

danke für deine Worte und wenn mir eins wichtig ist bei meiner Schreiberei, dann das: ich möchte nicht sagen, wie man mit der Trauer umgehen soll, sondern ich möchte erreichen, dass ihr, als Leser, selber darüber nachdenkt. Natürlich möchte auch ich selber ab und an mal ein bisschen "jammern" dürfen . Es ist ja auch bei mir nicht alles vorbei. Wird wohl niemals so sein.

Guten Morgen, kleine-fee,

auch dir ein Danke. Es freut mich, wenn du mein Geschreibsel gerne liest. Doch ein Buch über die Trauer zu schreiben? Boah, da gehört denn doch vielleicht einiges mehr dazu. Keine Ahnung, ob ich das schaffen könnte. OK, ich hab schon mal eins geschrieben. Doch das war sehr persönlich und nur für Familie und den allerengsten Freundeskreis gedacht. Gibt es auch nicht zu kaufen.



"Moin Hartmut."
"Auch schon wach?"
"Noch nicht wirklich. Gestern steckt mir noch gewaltig in den Knochen. Wäre der Mann mit dem Heizöl nicht gewesen, ich würde noch pennen. Wusste zuerst gar nicht, wo ich bin, als es klingelte."
"Kaffee?"
"Kaffee!"
"Danke, Hartmut. Tut gut."
"Wie wars gestern in Holland?"
"Du stellst Fragen. Anstrengend. Töchterlein darf doch nicht mehr schwer heben und muss auch sonst aufpassen . Also nix mit Schlafen zwischendurch. Die schweren Karren ziehen und man glaubt fast nicht, wie schwer die süßen, kleinen Blümchen so sein können."
"Ja, ja."
"Was hastn DU gestern eigentlich so gemacht? Hä? Der Staubsauger liegt im Flur und du hast es immerhin gerade noch geschafft, den Stecker ein zu stecken?"
"Reg dich ab. Ich mach das ja nachher. Wenn der Kaffee alle ist."
"OK. Was hast du dann gemacht?"
"Ich gebs zu: gefaulenzt. War unten auf der Terrasse und hab gelesen."
"Aha, gelesen. Hauptsache, schön braun geworden."
"Helmut, du nervst. Reg dich endlich ab."
"Werd du mal um 9 aus den Federn geworfen. Da möchte ich DICH mal hören!"
"Ach? Um 9 Uhr schon?"
"Ich treht dir gleich ... ach, was solls! Was hast du gelesen?"
"Den kleinen Prinzen."
"Ahja, Antoine de Saint-Exypéry."
"U, nicht y."
"U??"
"Ex-U-péry."
"Grrrr .... Danke."
"Hab da was gefunden. Interessiert dich bestimmt."
"Was?"
"Warte, ich les dir einen Satz vor. Du kennst ihn."


"Ich habe", sagte der Fuchs, " die Farbe des Weizens gewonnen."
(Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry, "Der Fuchs und der kleine Prinz")


"Hmmm ...."
"Nicht nur der kleine Prinz hat den Fuchs gezähmt sondern auch umgekehrt. Und er hat dabei etwas gewonnen, was ihn bis jetzt nicht berührt hat: die Farbe des Weizens, welche die Menschen, seine Feinde, lieben."
"OK. Ja und?"
"Du weißt, dass die Trauer nicht dein Feind ist. Wenn du sie erst mal "gezähmt" hast, wie der kleine Prinz den Fuchs und umgekehrt, so wirst du viele Dinge gewinnen. So, wie der kleine Prinz seine Rose erkennt. Dinge, von welchen du vorher nicht mal was geahnt hast und du wirst diese Dinge lieben."
"Zähmen? Die Trauer? Geht das?"
"Jou, geht."
"Das dauert aber lange ...."
"Ja."
"OK. Dann ran an den Staubsauger. Heute leg ich mal die Füße hoch."
"Wie heißt das Zauberwort mit 5 Buchstaben? Hä?"
"Flott!"
"Ok, ok, ok, ich mach ja schon .... (grmpf)"


Alles Liebe,

Helmut


PS: Wer das Buch nicht zur Hand hat oder die Geschichte nicht kennt, kann sie auch im I-Net finden. Einfach nach "Der Fuchs und der kleine Prinz" suchen lassen.
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