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Alt 28.08.2012, 23:21
Mosi-Bär Mosi-Bär ist offline
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Blinzeln AW: Das Rezidiv ist da

Hallo ihr Lieben,

jetzt melde ich mich doch nochmal und berichte, wie es mir so ergangen ist und wie es weitergeht.

Also: Ich habe letzte Woche Dienstag meine erste Chemo Paclitaxel erhalten und am Mittwoch die erste Avastin-Infusion (Paclitaxel wöchentlich, Avastin alle 3 Wochen).

Beides habe ich recht gut vertragen, wobei ich das Paclitaxel heute (2. Chemo) besser weggesteckt habe als noch letzte Woche. Das ist bei mir immer so, weil mein Körper sich mit der Zeit irgendwie daran gewöhnt.

Avastin ist erst wieder in 2 Wochen dran.

Außer, dass ich am WE ein wenig mit Kopfschmerzen und relativ niedrigem Blutdruck zu tun hatte, ging es mir bisher recht gut.

Mein Mann und ich sind ja manchmal ein wenig verrückt

Nach dem ersten Gespräch mit meinem Onkologen sah es ja so aus, dass unser Urlaub vom 21.09. bis 06.10. im Fränkischen Seenland (Nähe Nürnberg) erstmal "gestorben" war.

Aber noch am gleichen Nachmittag Zuhause, als wir versuchten, mit diesem Schock umzugehen und neuen Mut zu fassen, war der Gedanke an den ausgefallenen Urlaub unglaublich schmerzlich, denn dieser Urlaub ist für mich Jahr für Jahr eine ungeheure Kraftquelle. 2006 sind wir 3 Wochen nach der letzten Chemo dorthin gefahren, 2010 sind wir knapp 14 Tage nach meiner Leber-OP dorthin gefahren und 2011 sind wir 3 Wochen nach der letzten Chemo dorthin gefahren. Und nun sollte der Urlaub dieses Jahr nicht stattfinden? Das konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen.

Es sah dann so aus, dass wir überlegten, nach der Paclitaxel-Chemo am Dienstagnachmittag zu fahren (sind ja nur 500 Km) und dann, eine Woche später, am Montag wieder nach Hause zu fahren.

Aber mein Männe hatte dann eine ganz neue, irre Idee:

Wir fahren am Donnerstag, den 20. September, also einen Tag früher als geplant, ganz normal mit dem Auto ins Fränkische Seenland. Am darauffolgenden Montagnachmittag machen wir einen Ausflug nach Nürnberg (eine knappe Stunde von unserem Urlaubsort entfernt). Wir bummeln durch Nürnberg und am Abend fliegen wir von Nürnberg nach Düsseldorf (Weg vom Flughafen nach Hause mit der S-Bahn und 7 Minuten Fußweg: etwa 15 Minuten). Wir schlafen Zuhause.

Am nächsten Tag hole ich mir am Vormittag in der Onkologischen Tagesklinik meine Paclitaxel-Chemo, wir gehen nach Hause, ich lege mich ein wenig hin und am Nachmittag werden wir von Düsseldorf wieder nach Nürnberg fliegen und sind um 17.10 Uhr schon wieder dort und dann haben wir noch eine Woche Urlaub.

Wie lange wir dann genau bleiben können, wird sich noch entscheiden, weil noch nich klar ist, wie die Chemo in der Woche mit dem 3. Oktober (Mittwoch) läuft.

Wir hätten also tatsächlich zwischen 10 und 14 Tagen Urlaub in unserem so geliebten Fränkischen Seenland und können auch einen Ausflug nach München zum Oktoberfest machen.

Natürlich habe ich, bevor wir die Flüge gebucht haben, mit meinem Onkologen Rücksprache gehalten und aus medizinischer Sicht hat er nicht die geringsten Einwände, findet das auch total okay!

So, das war's erstmal wieder von mir. Ich fühle mich auch psychisch wieder ziemlich gestärkt, nachdem ich mich über Avastin kundig gemacht habe und ich weiß auch ganz genau, dass mir der Urlaub eine Menge Auftrieb geben wird, dann das hat dieser Urlaub immer schon getan!

Ich warte im Moment noch auf den Arztbrief, den ich auch immer zugeschickt berkomme nach den großen Untersuchungen. Der Onkologe hat ihn wohl jetzt erst fertig, weil er den Behandlungsbeginn abwarten wollte. Ich möchte nämlich mal mehr Details über meine Tumore und Metas haben.

Ich melde mich wohl in den nächsten Tagen nochmal.

Ganz liebe Grüße
von einer "urlaubsverrückten" Mosi-Bär