Forum für Angehörige UND Betroffene
Hallo Ihr Lieben,
die Zeit rast irgendwie und doch scheint sie still zu stehen. Mein Mann musste, nachdem er nach seiner Chemo aus der Klinik entlassen wurde, vor 3 Tagen wieder rein, weil er Fieber bekommen hat. Jetzt gibt es auch noch Antibiotikum. Er ist depremiert, logisch.
Bei mir ist inzwischen wohl ein kleiner Panzer gewachsen, ich habe schon seit einigen Tagen nicht geweint. Ich funktioniere, erfülle meine Aufgaben und strahle Zuversicht und Fröhlichkeit aus. Und dann steh ich manchmal neben mir, schau mich an und denke, häh, wer ist das denn? Bin ich das? Bin ich schon übergeschnappt?
Mein Psychologe beruhigt mich, das wären normale Reaktionen. Normal? Auf alle Fälle hilft mir das, über die Tage zu kommen. Also wird es wohl nicht so schlecht sein.
Gaby, wie geht es Dir und Deinem Mann, wie verträgt er die Chemo?
Biene, mein herzliches Beileid. Aber ich bin froh für Dich, dass Du den Verlust Deines Mannes so sehen kannst. Er wird sicherlich darüber glücklich sein, dass Du nicht verzweifelst!
Petra, es tut mir sehr leid, dass Du Deinen Mann verloren hast und ich wünsche Dir viel Kraft, den Verlust zu verarbeiten.
Anne & Claudi: oja, man muss stark sein und kämpfen. Und manchmal wünschte ich, ich würde an Gott glauben. Vielleicht könnte ich unser Schicksal - oder wie immer man es nennen möchte - auch eher annehmen. Vielleicht würde ich Trost im Gebet finden. So empfinde ich Wut und Trauer und ein starkes Gefühl der Ungerechtigkeit. Ich weiß, damit ist niemandem geholfen und doch sind es Gefühle, die ich nun einmal habe.
Es ist schön, Euch alle hier zu haben!
Ich drücke Euch alle und wünsche Euch, dass Ihr den Tag auf Eure eigene Weise irgendwie genießen könnt!
Juliana
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