Hallo an alle,
ich bin seit einiger Zeit eine stille Leserin hier. Jetzt möchte ich auch meine Erlebnisse und Erfahrungen mitteilen.
Ich bekam im September 2011 die Diagnose Aderhautmelanom im rechten Auge (Größe: 10,87mm x 12,26mm, Prominenz 11,39mm). Die Diagnose kam unerwartet und wie ein Vorschlaghammer…aber das brauch ich Euch ja nicht zu erzählen.

Ich war bei verschiedenen Ärzten, u.a. auch in Essen. Das war meine schlimmste Erfahrung, die ich bis jetzt in meinem Leben gemacht hatte. Mein Tumor sollte mit dem Ruthenium-Applikator bestrahlt werden. Der OP-Termin stand fest
Als ich wieder zu Hause war, recherchierte ich darüber im Internet. Ich wollte gut vorbereitet sein. Umso erschrockener war ich, als ich las, dass eine derartige Bestrahlung nur bis zu einer Prominenz von ca. 6,5mm angewendet wird und wirksam ist. Meine Tumorgröße war ja weit davon entfernt.
Ich war fix und fertig. Wir holten uns dann eine zweite Meinung in der Augenklinik der Universität München, Gott sei Dank. Ich wurde von dem Augenarzt Dr. Paul Foerster behandelt. Er war (ist) fachlich sehr kompetent, sehr menschlich, nahm sich sehr viel Zeit. Ich bekam endlich auf alle meine Fragen eine Antwort und ich hatte das Gefühl, wahrgenommen zu werden. Nach allen Untersuchungen erfuhr ich, dass die Ruthenium-Bestrahlung für mich überhaupt nicht in Frage kommt.
Die einzige Behandlung, die bei mir evtl. noch was bringen würde, wäre die Protonenbestrahlung.
Er ließ mir die Wahl: entweder Charite oder die DRK-Kliniken Berlin Westend zu Prof. Foerster. Ich entschied mich für das DRK. Ich bemerkte erst dann die Ähnlichkeit der Namen. Ich war glücklicherweise an seinen Sohn geraten.
Um es ein bisschen abzukürzen:Mein Tumor wurde im November 2011 im Berliner Helmholtz-Zentrum mit Protonen bestrahlt und am 1. Dezember 2011 im DRK Klinikum Berlin durch eine transsklerale Tumorresektion (TTR) von Prof. Foerster entfernt. 17 Tage später hatte ich eine komplette Netzhautablösung. In einer Not-OP rettete mir Prof. Foerster wieder mein Auge. Es kam Silikonöl und eine neue Linse rein, das Öl wurde mir dieses Jahr im Januar wieder entfernt. Abgesehen davon, dass mein Auge ständig trocken ist, bei Wetterumschwung schmerzt und sich eine Epiretinale Gliose gebildet hat, bin ich mit 40% Sehvermögen (zwar nur verschwommen) sehr zufrieden.
Ich befinde mich seit dem in vierteljährlicher Kontrolle bei meinem Onkologen, Blutwerte (u.a. auch der Tumormarker S100) Oberbauchsonografie (Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren).
Außerdem wurde in diesem Jahr die Lunge geröntgt und ein CT vom Schädel und Abdomen gemacht. Alle Untersuchungen waren bisher glücklicherweise ohne Befund.
Natürlich fährt die Angst immer mit. Aber ich habe tolle Familien, einen wunderbaren Mann, eine tolle Tochter, und liebe Freunde, die mir zur Seite stehen. Was kann es Besseres geben!!
Ich habe hier einen Link, der für Viele interessant sein wird. Ich weiß nicht, ob ihr schon was davon gehört habt bzw. gesehen. Ich habe schon ein paar Anfragen gestellt. Man muss nach jedem Strohhalm greifen.
http://www.ndr.de/ratgeber/gesundhei...uttest101.html
Liebe Grüße
Anny