Hallo Du,
Eine traurige Geschichte, wie viele hier. Ich finde du solltest kein schlechtes gewissen haben, oder gar an Suizid denken, in erster Linie geht es um deine Mutter. "Wir" Angehörigen versuchen unser bestmögliches zu tun und das sollte man nicht schlecht reden, oder von sich selbst zuviel erwarten. Auch du darfst überfordert sein. Ich habe anfangs, also bei der Diagnosenstellung und bei dem Bewusstsein um das Endstadium (meiner Mutter) wenig geschlafen, große Angst und Sorge gehabt und viel geweint. Irgendwie muss man sich damit aber irgendwann arrangieren.
Menschen sterben... Jeder von uns, und manche fallen nicht einfach um, sondern haben einen bitteren weg.
Ich beantworte nun deine Fragen:
Wie geht ihr damit um ?
- meine Mutter ist auch im Endstadium, sie hat ein Bronchialkarzinom. Zum Glück ist sie körperlich noch "gut drauf". Ich helfe ihr wo ich kann im Haushalt, wasche ihre Wäsche wenn sie es zulässt... Aber sie kocht und versorgt sich sonst selbst (mit ihrem Mann). Ich denke, dass es sehr gute Heime und Hospize gibt. Meine Oma ist beispielsweise in einem Hospiz gestorben. Sie wurde dort gut medikamentös eingestellt, sie hatte einen Nierentumor. Ich denke, dass man dort gut aufgehoben ist und würde für mich diesen Weg wählen, am Ende jedoch entscheidet jeder selbst.
Muss man seinen Angehörigen mal wachrütteln und ihnen sagen, dass das Leben endlich ist und sie sich auf den Tod vorbereiten müssen?
- auch das entscheidet jeder selbst... Ich denke, dass nicht nur du um die Diagnose deiner Mutter weißt, sondern sie selbst auch... Jeder geht damit anders um- Verdrängung ist auch eine Art... Wenn auch eine nicht so Gute...
Denn wenn man um seine Endlichkeit weiss, kann man evtl. noch Dinge in die Wege leiten, die man bei einem unerwarteten Tod, nicht klären könnte. Wie: eine Aussprache mit einem Geliebten Menschen, Nachlassverwalter, oder ä. ... Meine Mutter hat sich auch auf dem Friedhof erkundigt, wegen anonymen Beerdigungen und Beerdigungen mit teilannonymen Gräbern. Da geht wohl jeder Sterbende und Angehörige anders mit um.
Kann man so eine Palliativpflege bis zum Schluss durchführen - zu Hause ? oder geht das dann ohnehin irgendwann ins Krankenhaus über ?
-Ich glaube das hängt sehr stark von Patient und Pfleger ab.
Ich würde mir soetwas nicht zutrauen. Ich habe sogut wie keine medizinischen Kenntnisse... Auch wenn ich es toll finde, wenn Leute ihre Angehörigen Zuhause pflegen. *Daumen hoch*. Für mich wäre das absolut nichts. Auch hier hat jeder seinen weg.
Es gibt Menschen die um keinen Preis von Zuhause wegwollen. Wie meine Oma, trotzdem musste sie ins Hospiz. Wenn man de Pflege Zuhause nicht sicherstellen kann, wegen mangelnder medizinischer Kenntnisse z.b. dann führt kein weg an solch einer Institution vorbei.
Ich wünsche die viel Kraft und alles gute.