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Alt 23.02.2014, 14:12
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Gina79 Gina79 ist offline
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Standard AW: Papa, bitte trag mich zurück ins Leben

Heute vor einem Jahr, genau um 7:10 hat mein Papa diese Welt so wie wir sie kennen verlassen müssen. Vor einem Jahr hat ein totales Schneechaos geherrscht sodass wir zu spät ins Krankenhaus gekommen sind und ihn nur mehr friedlich schlafend, schon von all seinem Leiden und seiner Atemnot erlöst, angetroffen haben.
Ein Jahr ist es jetzt schon her und ich bin noch immer nicht weiter gekommen. Meine Gedanken kreisen immer noch, bei jedem Aufstehen am Morgen ist mein erster Gedanke dass mein Papa nicht mehr da ist. Ich hadere immer noch, das muss ich ehrlich zugeben.
Ich kann immer noch nicht akzeptieren und schon gar nicht verstehen warum mein Papa diese schlimme Krankheit bekommen hat, warum er so leiden musste und so viel Atemnot haben musste und warum er uns verlassen musste. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde es einfach so unfair dass es diese schlimme Krankheit überhaupt gibt und Menschen so leiden müssen.
Ich kann es nicht verstehen. Ich grüble immer wieder nach über das Jahr seiner Krankheit, wie alles begonnen hat und wie es dann endete. Einfach furchtbar!

Für mich noch immer unklar sind auch noch immer die Begriffe Gott - Schicksal -Zufall! Ist alles Zufall, ist es Gott oder ist alles Schicksal? Sind es wirklich diese blöden Zigaretten gewesen die seine Zellen entarten haben lassen? Ist es schlicht und einfach Zufall dass sich die Zellen verändert haben? Ich komme oft aus dem Grübeln nicht heraus, da können mir auch Bücher nicht wirklich helfen obwohl ich immer wieder versuche eine Antwort für mich zu finden.

Heute scheint die Sonne! Papa hätte diesen Tag gemocht! Er hat die Sonne geliebt. ER war ein guter Mensch und er war ein guter Papa! Für mich der beste Papa!

Ich konnte jetzt 2 Nächte nicht schlafen, habe mich immer wieder im Bett gewälzt, immer wieder sind mir vergangene Bilder in den Kopf gekommen. Heute um 2 Uhr morgens bin ich aufgewacht und die Gedanken haben sich gedreht, ich weiß gar nicht wie lange. Die Uhrzeit 7:10 habe ich verschlafen und ich war froh darüber! Es war gut so!
Mama und ich sind dann in der Früh ans Grab und haben Papa eine Kerze angezündet und jeder für sich hat leise ein Gebet für Papa gesprochen.
Dann sind wir eine große Runde spazieren gegangen. Die Bewegung tat gut und weh zugleich!

Ein ganz schwieriger Tag, den ich jetzt zum ersten Mal erleben muss oder darf. Ich sehne mich heute schon wieder danach dass ich morgen früh meinen Papa am Grab besuche und wieder ein neuer Tag abgebrochen ist!

Drück euch!
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Mein Papa: Kleinzelliges Bronchialkarzinom
Diagnose am 21.12.2011
am 23.2.2013
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