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Alt 04.06.2014, 00:31
Franziska72 Franziska72 ist offline
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Standard AW: Unsere Zukunft löst sich gerade auf

Hallo an alle,

Jetzt habe ich wieder etwas zeit zu schreiben. Es ist ja doch viel Trubel und viel zu erledigen. Ja, es ging zum Schluss sehr schnell und ich kann alles noch gar nicht fassen. Wir sind zur Chemo ins kh, meinem Schatz ging es nicht gut, wir haben das aber hauptsächlich auf die Chemo geschoben. Dort wurden dann aufgrund seines Zustandes eine magenspiegelung und ein c't gemacht. Ergebnis, Chemo wirkt nicht mehr, Tumor wächst. Nach und nach gab es nur noch schlechte Nachrichten. Es gibt keine andere Chemo, Bestrahlung bringt auch nichts mehr, weiten vom Mageneingang ohne erfolg. Er bekam eine Blutkonserve nach der anderen. Ich war die ganze Zeit bei ihm und habe das kh die letzten drei Wochen nicht verlassen, ich könnte dort auch bei ihm schlafen. Dann öde frage, ob nach Hause oder irgendwo zur Pflege. Mein Schatz war immer schon ein zu Hause Mensch, also war es keine frage, wohin. Das musste alles organisiert werden. In der Zeit waren wir im Krankenhaus schon abgeschrieben, man könnte an uns ja nichts mehr verdienen. Das die uns nicht rausgeworfen haben, war schon ein wunder. Es würde morgens kein Blutdruck oder Temperatur gemessen, es gab keine Blutuntersuchungen mehr. Selbst um die letzten Konserven mussten wir kämpfen. Zur Visite kam nicht mehr wie sonst der Oberarzt, sondern nur noch die frische Assistenzärztin, und die interessierte es wenig, was wir gesagt haben. Er bekam Nahrung angeklebt und das Essen würde gebracht. Mittlerweile könnte mein Schatz weder Essen noch trinken, da der Mageneingang komplett zu war. Wir sind dann nach Hause, als alles zu Hause mit Caritas, Bett und Medikamente erledigt war. Darum mussten wir aber auch kämpfen, ich kam mir vor wie eine mietnomardin. Es war schrecklich und ich hatte keine Kraft mehr zu kämpfen, das hat dann Gott sei dank die Schwester von meinem Schatz übernommen.
Zu Hause habe ich mich dann um ihn gekümmert, ich habe Morphium gespritzt und ihm geholfen, bei allem, was schwierig würde. Er hat bis zum Schluss gekämpft und sich nie beklagt.es kamen die übliche wassereinlagerungen. Zum Schluss am letzten Tag dann auch in der Lunge. Da habe ich nur noch gebetet, dass er erlöst wird, er war so unruhig. Zum Schluss ist er dann doch friedlich im Kreise der Familie eingeschlafen. Es hat dann auch nicht mehr lange gedauert. Die Frau von der Caritas war super, der Arzt, der für den Totenschein kam, hat total schön gesprochen. Ich habe meinen Schatz dann mit der Caritas Frau fertig gemacht, ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas könnte, aber es war schön und das letzte, was ich für ihn tun könnte. Er hätte bestimmt nicht gewollt, dass fremde Menschen ihn waschen und umziehen.

Ich bin noch total geschockt, habe noch nicht wirklich begriffen, dass er weg ist und total fertig von den letzten Monate. Und vor allem von den letzten Wochen. Jetzt hat er endlich seine Ruhe, die er immer nur sollte. Mein Kopf sagt, es war besser so, mein Herz sagt, ich will ihn wieder haben
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