Hallo ihr Lieben,
gestern wurde ein Ct gemacht und dann hatten wir ein Gespräch mit dem Chirurgen. Er glaubt nicht, dass sich die Verengung von alleine löst, obwohl sie noch ein paar Massnahmen einleiten könnten. Er meint, die Op ist eigentlich umungänglich, aber auch absolut nicht risikofrei. Er hat uns alle Optionen aufgezählt. Im besten Fall lösen sie die Vernarbungen ohne den Darm zu beschädigen, es kann aber auch sein, dass sie wieder ein Stück Darm entnehmen müssen. Im ungünstigen Fall müssten sie einen künstlichen Darmausgang legen und im allerschlimmsten Fall wäre der Tumorbefall so gross, dass er als inoperabel gilt

Das hat uns beide gestern extremst geschockt. Natürlich wissen wir, dass diese Möglichkeit immer besteht, es aber so vor den Kopf geknallt zu bekommen, ist hart. Uns standen beide die Tränen in den Augen.
Tobi hat der Op trotzdem zugestimmt, denn insgeheim hoffen wir, dass der günstigste Fall eintritt und er danach wieder an Lebensqualität gewinnt. Da der Tumormarker gesunken ist, und der Onkologe auf den CT Bildern auch nur Zellaktivitäten und keine grössere Tumore/Metas/Karzinome erkennen konnte, will ich einfach nicht glauben, dass er von innen bereits "verseucht" ist. Ich will ganz fest daran glauben, dass es "nur" Verklebungen sind!
Er musste dann gestern noch das Zimmer wechseln, genau als er mit dem Bett aus dem Zimmer geschoben wurde, fiel das Tor für Deutschland

Den Rest des Spiels haben wir uns dann noch gemeinsam angeschaut, das hat abgelenkt. Dann haben wir noch eine ganze Weile zusammen draussen gesessen. Der Abschied fiel mir schwer. Die Nacht habe ich besser geschlafen als erwartet und bin morgens nochmal zu ihm ins KH. Das tat uns beiden gut.
Jetzt sitze ich auf der Arbeit. Ich brauche heute das Gefühl von Normalität. Der Arzt sagte schon, dass die Op über Stunden gehen würde. Ich habe meine Telefonnr. da gelassen, sie wollen mich nach der Op anrufen. Er kommt dann erstmal auf Intensiv, was mir aber ganz recht ist, früher hatte ich immer Angst, wenn ich Intensiv gehört hatte, aber die Betreuung ist da viel intensiver.
Wie lange habe ich gedacht, dass ich euch hier mit meinen Luxusproblemchen einen vorheule und von eine Sekunde auf die andere steht die Welt wieder Kopf. Ich habe heute morgen eine Lioran genommen, das hilft tatsächlich, ich bin relativ ruhig.
@Marmot: mein Mann ist auch so ein Fall, er meint auch, er probiert einmal etwas aus, und meint das reicht. Wie z.B. mit dem Salbeitee. Er hat einmal damit den Mund gespült. Aber weiter "gejammert", dass ihm der ganze Mund von innen weh tut. Da frage ich mich auch immer: "Was soll man mit so einem Patienten machen". Ist das ein ausschliessliches Männerproblem?
@Schmibi: manchmal sollte man die Arztbriefe gar nicht lesen. Mich würde das auch ängstigen. Aber im Zweifelsfall solltet ihr dem Onkologen vertrauen, oder?!
@Franziska: dass dein Leben noch nicht normal ist, ist mir klar. Aber du versuchst zumindest nicht der Normalität davon zu laufen. Ich drücke dir die Daumen, dass das mit der Kur klappt!
@Grisu: viel Erfolg heute für deine Tochter. Und weiterhin viel Geduld mit deinem Patienten
Ich ordere jetzt einfach mal eine Ladung Sand, Glück, Optimismus oder was auch immer für uns alle... LG MEL