Liebe Ich2009,
in Gedanken bin ich bei Dir/Euch.

Den Menschen, die Nahestehende Deiner Schwester sind.
Erlaubt mir, Euch umarmen zu dürfen, um dadurch vielleicht ein wenig trösten zu können.
Zitat:
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Jetzt komme ich etwas zu Ruhe da die Kinder im Bett sind und merke dass ich gar nicht richtig fassen kann, was alles passiert ist.
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Es wird Dir noch einige Zeit so gehen, Dich fassungslos und "wie vor den Kopf geschlagen" zu fühlen, wenn Du zur Ruhe kommst, weil das bei Todesfällen in der engeren Familie immer so ist.
Insofern ist dabei der ganze "Erledigungs-Trubel" verbunden mit den Weihnachtsvorbereitungen ganz gut dazu geeignet, daß die Gedanken nicht permanent um den schmerzlichen Todesfall "kreisen".
Das richtig schmerzliche "Loch" (= Gefühl der Leere und "Ausgebranntheit") kommt meistens erst dann, wenn der ganze Trubel (incl. Beerdigung) vorbei ist.
Zitat:
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Ich bin eigentlich froh, dass sie nun erlöst ist, aber auch unendlich wütend auf die Ungerechtigkeit.
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Ja, es ist richtig, darüber froh zu sein, daß Deine Schwester - wenn auch unerwartet schnell - erlöst wurde.
Ohne einen langen und schmerzvollen Leidensweg.
Du warst bei Ihr als es mit ihr abwärts ging, was Euch beiden gut tat.
Ihr lachtet auch noch miteinander:
Behalt das in Erinnerung mit ihrem Sterben.
Es ist völlig
sinnlos, bzgl. Tod eines geliebten Menschen in Kategorien von Ungerechtigkeit zu denken.
Welcher Ungerechtigkeit denn??
Versuch bitte, Dich davon frei zu machen:
Jeden von uns Menschen kann es jederzeit tödlich "erwischen".
Nicht nur durch einen Drecks-Krebs!
Unser Leben wurde uns geschenkt.
Es kann aber jederzeit durch sonstwas beendet werden.
Diesem selbstverständlichen "Lebens-Risiko" unterliegt jegliches Leben auf der Erde.
Was sollte daran ungerecht sein??
Dir und Deiner Familie wünsche ich viel Kraft und erfolgreiche "Schmerzens-Bewältigung".
Und jenseits all dessen dennoch einigermaßen frohe Weihnachten.

Denkt dabei bitte an die Kinder, die all das gar nicht verstehen können.
Denn sie verdienen es, weiterhin beschützt zu werden.
Was absolut nichts damit zu tun hat, ihnen die Realität vorzuenthalten.
Sondern viel mehr damit, ihnen die Realität so "beizubringen", daß sie diese auch einigermaßen "verkraften" können.
Steht bitte alle Deinem Schwager bei, so gut ihr das nur könnt!
Denn er hat nicht nur seine Frau verloren, sondern die gemeinsam gezeugten Kinder haben ihre Mutter verloren.
Verdammt hart, das "verkraften" zu müssen.
Liebe Grüße
lotol