Liebe Yelmara,
es scheint Dir hier niemand so richtig Mut machen zu können oder Dir helfen zu können, bei Deiner Suche, welche Behandlung und ob überhaupt eine weitere Behandlung... Bist aber auch so stur, scheint mir, dass Du Vieles nicht annehmen kannst. Du hast ja auch Deine Gründe. Und Du hast schon viel gelesen und Dir Deine Meinung gebildet. Aber meinst Du nicht, dass Du vielleicht jetzt auch schon sehr festgefahren sein könntest mit manchen Deiner Ansichten?
Was z.B. die Lymphknoten angeht, kann ich Dir nur von mir erzählen, und auch ein bischen von meiner Angst vor der Chemo. Hatte letztes Jahr im Sommer die zweite Ablatio, die erste nach ausgedehntem DCIS in der linken Brust vor drei Jahren. Beim zweiten Mal war der Tumor in der rechten Brust über 6 cm groß. Auch waren 10 Lymphknoten befallen. Ich hatte schon seit der ersten OP, wo ich mich auch damit auseinandergesetzt hatte, was gegen Chemo, denn ich hatte große Angst davor. Niemals würde ich eine Chemo machen, dachte ich. Habe dann auch meine Gründe gehabt, war überzeugt von Dr. Hamer, denn damit konnte ich mich ja vor der Chemo "drücken". Das weiss ich aber erst alles im Nachhinnein, denn ich war damals sehr angetan von der Neuen Medizin. Mein Arzt hat mich dann so langsam auf die richtige Spur gebracht und mir gesagt: "Du kannst nicht alles geistig heilen". Das hat mir sehr zu denken gegeben. So hatte ich mich dann auch zu der ersten Ablatio entschlossen. Bei der rechten Brust war die OP dann kein Thema mehr. Aber nun sollte ich ja eine Chemo machen. Habe das sofort vehement abgelehnt! Noch immer hatte ich eine riesige Angst und habe es einer Folter gleichgesetzt. Niemand konnte mit mir über Chemo reden. Jeden habe ich abgeblockt! Ich habe dann noch vier Monate gebraucht. Nur auf weiteren sanften Druck von meinem Arzt habe ich dann die Chemo begonnen. Zuerst war ich immer noch nicht überzeugt. Ich habe sie nur angefangen, weil ich meinem Arzt sehr vertraue. Aber nach und nach konnte ich sie annehmen und auch sehen, dass es keine Folter sondern eine Hilfe ist.
Bei meinen OPs wollte ich mir auch keine Lymphknoten rausnehmen lassen. Meine Ansicht/Angst war, wenn sie mir die Lymphknoten rausnehmen, und da war nachher keiner befallen, dann haben sie sie mir umsonst rausgenommen und ich habe dann die Lymphstaus. Das habe ich überhaupt nicht eingesehen! Beim ersten Level ist die Gefahr des Lymphstaus nicht so groß, also habe ich bei der OP unterschrieben und darauf bestanden, dass man mir nur die Lymphknoten aus Level eins entfernt. Und das, obwohl es sehr suspekte Lymphknoten gab! Ich verstehe mich da heute selbst nicht mehr, aber ich hab das alles so eng gesehen. Und der Arzt in der Klinik hat sich rechtlich auf Glatteis begeben und hat mir trotzdem die suspekten Lymphknoten aus Level III rausgenommen. Sie waren auch befallen. Ich bin ihm heute sehr dankbar dafür!
Ich kann nur für mich sagen, nicht immer war das, was ich gedacht habe, richtig und ich bin nicht immer den richtigen Weg gegangen. Und ich hatte ja meine Gründe. Aber jetzt bin ich so froh, dass es so mutige Ärzte gibt. Ich wäre sonst geradewegs in den Tod gegangen.
Liebe Yelmara, ich will Dir nur sagen, ich habe Angst um Dich. Vielleicht geht es Dir ja genauso wie mir, auch wenn Du es jetzt noch nicht siehst. Vielleicht ist aber auch alles ganz anders. Das kannst nur Du herausfinden. Bitte denk nochmal über alles nach.
Ich hoffe für Dich, dass Du den richtigen Weg findest!
Ganz liebe Grüße
Andrea