Hallo,
Vorsicht, der Begriff "Wachstumsfaktor" wird in vielen Zusammenhängen verwendet, z.B. auch wenn es um HER2/neu Rezeptoren geht (als Bildungsstellen für Wachstumsfaktoren Tumorzellen-Oberfläche), oder bei der Produktion der Blutkörperchen. Es sind aber völlig verschiedene Dinge, also nicht durcheinanderwerfen, auch nicht mit den IGF Wachstumsfaktoren in der Milch. Dazu hier noch ein Auszug von
http://www.aktivplus.org/content/view/60/62/
(Hervorhebungen von mir)
In ihrem Buch "Your Life in Your Hands" behauptet die Geologin Prof. Jane Plant, dass sie durch konsequenten Verzicht auf Milch und Milchprodukte ihren Brustkrebs besiegt hat
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Als Ursache für die angeblich krebsfördernden Eigenschaften von Milch führt die Autorin an, dass Milch, insbesondere die von hochleistenden und/oder mit Wachstumshormon behandelten Kühen Wachstumsfaktoren wie "insulin-like growth factors", IGF's, oder das Hormon Prolactin in erhöhter Konzentration enthält. Während Prolactin bei Zellteilungs- und Differenzierungsprozessen in der Brustdrüse eine zentrale Rolle spielt, wirken die verschiedenen IGF's vor allem als Mediatoren des Wachstumshormons Somatotropin. Es gilt als gesichert, dass die verschiedenen IGF's (in Bezug auf das Mammakarzinom vor allem IGF-1) auf zahlreiche Krebszellen mitogen wirken und gleichzeitig deren Apoptose hemmen. Erhöhte IGF-1 Konzentrationen im Blut gelten als Risikofaktor für Brust- (und Prostata) krebs. Oral zugeführte IGF's werden jedoch als Peptidhormone größtenteils verdaut. Und selbst wenn ein relevanter Teil von mit Milch aufgenommenem IGF-1 durch Adsorption an Casein geschützt wäre und dadurch die IGF-Rezeptoren des Intestinums erreichen sollte, würde sich dies allenfalls auf den Magen-Darm-Trakt auswirken, nicht aber auf Gewebe, die eine Absorption der Wachstumsfaktoren voraussetzen.
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Insgesamt gesehen ist die Hypothese der Autorin, durch konsequenten Verzicht auf Milch und Milchprodukte ließe sich Brust- und Prostatakrebs vermeiden oder sogar heilen, weder durch epidemiologische Daten noch durch Untersuchungen des Wirkmechanismus begründet. Eine positive Wirkung der von ihr vorgeschlagenen Diät lässt sich - wie auch die niedrige Brustkrebsinszidenz in China und ähnlichen Staaten - zwanglos auch durch den vegetabilen Charakter dieser Kost und den hohen Anteil von Sojaprodukten erklären sowie durch kalorische Restriktion. [...]
Gruß
Renate