AW: Chemo Taxotere
Guten Morgen an alle Taxis (oder Taxos?)
Gigi, ich kann nur jedes deiner Worte bestätigen. Wahrscheinlich ist das eine dieser Sachen, die zwar sogar zutreffen, die man sich aber auf keinen Fall von irgendwelchen Schlaumeiern sagen lassen will. Was das bewusster Leben angeht: selbst das habe ich schon vor dem Krebs gehabt, ich habe jeden Moment der letzten 2 Jahre genossen, weil ich vorher mit meinem Reizdarm ausgesprochen krank, eingeschränkt und berufsunfähig war. Unterstützt von Medikamenten war es aber viel besser geworden und ich, wieder zu Kräften gekommen, konnte ein fast normales Leben führen und habe das mit Begeisterung getan!!
Der Reizdarm ist zwar in meinem Fall wohl unheilbar, aber natürlich nicht lebensbedrohend. Trotzdem habe ich die Krankheit als solche im täglichen Leben als viel schlimmer empfunden als jetzt die Chemo, vielleicht auch, weil kein Ende abzusehen war! Ironie des Schicksals: Während der EC-Chemos hatte ich absolut null Reizdarm-Symptome, ich konnte alles mögliche essen und ausprobieren, es war als hätte ich nie einen Reizdarm gehabt! So konnte ich z.B. Kartoffeln und Haferflocken in meine Ernährung aufnehmen, ein Riesenfortschritt! Was das betrifft, war jeder Tag und jede Mahlzeit ein Erfolg und ein Genuss, EC-Nebenwirkungen hin oder her!! Essen können kann einen ganz euphorisch machen!!
Dummerweise wirkt die Tax + Capecitabin-Chemo leider sehr auf den Darm, sodass ich wieder bei Schonkost angelangt bin (v.a. Reis). Das Capecitabin hat sich doch als recht tückisch herausgestellt. Besonders nachdem die Tax-NW deutlich vorbei waren ist mir aufgefallen, dass ich morgens frisch und munter war, bis mir ca 1 Stunde nach der Einnahme der Cap.-Tabletten schwach im Magen wurde, und so schrecklich müde! Und der fiese Geschmack im Mund. Und dann hatte ich zunehmend mehrmals täglich Darmkrämpfe und Schmerzen unten links im Dickdarm. Zu richtigem Durchfall kam es zwar nicht, wahrscheinlich wegen der Medikamente, die zur Verlangsamung des Darms beitragen, aber es war trotzdem sehr unangenehm. Die letzten drei Tage habe ich vorwiegend im Bett verbracht.
ABER: Jetzt bin ich durch mit dem Capecetabin: eine Woche Pause bis zur nächsten Chemo! Da kann ich endlich wieder am Leben teilnehmen und hoffentlich auch wieder ordentlich essen!! Gleich fahr ich in die Stadt und kaufe mir eine digitale Kamera!!!!! Und einen Stift zum Nachzeichnen der Augenbrauen, die sich in den letzten Tagen größtenteils verabschiedet haben.
Liebe Grüße und wirklich einmal Danke fürs "Zuhören"!"!
Susanne
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