AW: Freundin
Hallo Ihr Lieben,
Tesas Beitrag hat mich sehr bewegt. Ich habe einige Angehörige und Freundinnen durch Krebs verloren und die Zeit davor zum Teil sehr intensiv miterlebt. Da ich selbst alleinstehend bin, habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, wie ich mich vom Leben würdig verabschieden kann, wenn es einmal soweit ist, ohne meine Schwester und ihre Familie bzw. meine nächsten Freund/innen zu sehr zu belasten.
Das mit dem Hospiz ist sicher richtig, vor allem, sich als Angehörige dort erst mal Rat zu holen. Für deine Freundin ist aber vielleicht erst noch etwas anderes wichtig, nämlich die Akzeptanz ihrer Situation. Und dafür wäre meines Erachtens professionelle psychotherapeutische Hilfe notwendig. Falls sie daher eine solche noch nicht in Anspruch genommen hat, würde ich versuchen, sie dafür offen zu machen. Denn wir Laien sind eben keine Therapeuten und müssen aufpassen, dass wir keine Fehler machen. Auch sind wir nicht unendlich belastbar, sondern müssen unsere eigenen Grenzen erkennen und wahren. Sonst helfen wir dem Betroffenen nicht.
Ich verstehe dieses Verdrängen so gut, ich weiß, dass ich es auch nicht anders machen würde, wenn ich so eine schlechte Prognose hätte. Und ich hoffe, dass irgendjemand, dem ich vertraue, mir dann den Weg zu einer guten Therapeutin weist, wenn ich ihn selber nicht mehr finde.
Alles Gute für euch beide
Ruth
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