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Alt 07.07.2006, 19:03
madcat madcat ist offline
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Standard AW: Thread für junge Angehörige von Krebskranken

Hallo! Danke für die liebe Begrüßung erst mal!!

So, die op ist gut verlaufen, sie konnten 3 tumore restlos entfernen. Sobald mein dad sich wieder erholt hat, wird die andere Ohrspeicheldrüse auch entfernt, da sie dort ja auch krebs festgestellt haben.
Ihm geht es ganz gut, er hat mich gestern abend noch angerufen.
er hat halt einen riesen verband um den kopf und wurde von der schläfe bis zur mitte der wange aufgeschnitten.

hm, warum es ihn so oft erwischt hat? ich bin der meinung, das bei krebs die psyche ein sehr große rolle spielt.
nach der ersten operation (dem darmkrebs) ging es ihm nicht mehr so gut. Sein Vater und Großvater waren beide elendig am Darmkrebs gestorben, was bei ihm natürlich die angst und sorgen nur verschlimmert hat.
auch bei meiner oma (seiner mutter) wurde früh gebärmutterkrebs diagnostiziert, und kurz bevor sie vor 4 jahren starb bekam sie aufgrund vieler metastasen im ganzen körper und vieler schmerzen schon morphium präparate, um wenigstens die letzte zeit noch halbwegs zu überstehen.
Sie starb, als die metastasen ihr gehirn erreicht hatten.

aus dem grund hat mein pa natürlich totale ängste etc., vorallem nach der zweiten diagnose (hodenkrebs - ihm wurde ein hoden entfernt) hat er sich aufgegeben.
es muss für einen mann ganz schlimm sein, wenn er erst hoffnung hat (nach dem darmk) das er wieder gesund ist (es war 3 jahre lang echt gar nix mehr) und dann auf einmal die diagnose und quasi eine "genommene Männlichkeit".

Er macht zwar immer scherze und überspielt das ganze, weil er denkt, er muss uns gegenüber den starken miemen, aber wenn ich mal mit ihm länger rede, merke ich wie schlimm das alles für ihn ist.
und eben jetz die nächste diagnose, vor ca. 3 monaten.


alle versuche, ihm beizubringen, das er selbst den krebs besiegen kann und durch eine positive lebenseinstellung unterbinden kann (ich bin mir absolut sicher, das das möglich ist) sind leider gescheitert, weil er sich immer wieder erst in sicherheit gewägt hat, und dann wieder durch eine diagnose runtergeholt wurde.
ich glaub, wenn das 1,2 mal passiert, ist es normal, das man irgendwo die hoffnung aufgibt. auch wenn das das schlimmste ist, was man machen kann, aber der andere weg - die hoffnung beizubehalten - ist unter garantie kein leichter.
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