Hallo an euch alle,
Nun schreibe ich hier auch einmal meine Geschichte. Bei meinem lieben Mann (40) wurde am 15.06.2006 ein Magenkarzinom das am Ausgang des Magens sass und eine Ausgangsstenose verursachte festgestellt. Schock eine Welt brach zusammen aber uns wurde erklärt das der Magen raus müsse und auch so ein gutes Leben möglich sei. Voller Mut und Kraft trat mein Mann diese OP an, nächste erschreckende Nachricht das der Krebs schon ins Bauchfell gestreut hatte und eine OP "rentiere" (Worte eines Arztes im Aufwachraum)

sich nicht mehr. Es wurde lediglich eine Umleitung als Palliativtherapie gemacht. Mein Mann wollte leben und sich nicht mit palliativer Therapie abgeben so bin ich hier im Forum auf Dr. Müller in Hammelburg gestossen der einen Bauchfellkrebs operieren kann. Dieser meinte wir sollten 2-3 Zyklen Chemo mit Cisplatin, 5 Fu und Taxotene machen um den Tumor zu schrumpfen und dann zu operieren. Ein Zyklus dauerte immer 5 Tage und den ersten ließen wir in Hammelburg machen. Mein Mann blühte auf hatte zwar von 112kg auf 95 kg abgenommen aber man sah ihm keine so schwere Krankheit an. Ein Lichtblick. Den zweiten Zyklus ließen wir dann ambulant von unserem ansässigem Onkologen durchführen. Diesen Zyklus vertrug mein Mann überhaupt nicht mehr. 5 Tage lang nur Brechen und Durchfall. Wir merkten auch das der Bauch meines Mannes immer fester wurde und Tippten auf Wasser aber das Ergebnis war das die Metastasen im Bauchfell sich ausgebreitet haben. Wir wieder nach Hammelburg zu Dr. Müller dieser teilte uns mit das eine OP so nicht möglich wäre und stellte die Chemo um um die Metastasen zu schrumpfen. Diese Chemo vertrug mein Mann auch ausgesp*****n gut und der Bauch wurde schon nach dem 1 Zyklus weicher. Wir sollten diese Chemo bis Mitte Okt. durchführen in wöchentlichen Abständen für 24Std.
Wieder ein Lichtblick ein Aufschauen. Dann bekam mein Mann seit dem 5.Sept. zunehmend Beschwerden bei der Essensaufnahme. Er hatte starke Schmerzen wogegen nichts half. Unser Onkologe meinte das sich wahrscheinlich Metastasen um den Dünndarm geschlungen haben und somit keine Verdauung mehr möglich sei also künstliche Ernährung über den Port. Auch dies nahm mein Mann ganz tapfer in Kauf. Anfang vertrug er die Nahrung sehr schlecht nur Übelkeit. Am 14.09 fing mein Mann dann das grosse Brechen ein. Er trank einen kleinen Schluck und sofort kam es wieder herraus, wenn er nichts trank kamen Magensäfte. Er kotzte sich die Seele aus dem Leib es war so schrecklich und keiner konnte helfen. Ich hing ihm immer Infusionen an um den Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten aber er brach und brach 8 Tage lang. Er litt aber er sagte immer da muss ich durch das schaffe ich schon er ist so tapfer er tat mir so leid wurde von Tag zu Tag schwächer hatte ein immerwährendes Gefühl trinken zu müssen und brach es gleich wieder heraus. Er wälzte so ca. 15Ltr. Flüssigkeit um. Ich versuchte Hilfe zu finden aber jeder sagte mir man könne nur evtl. eine Sonde legen zum ablaufen der Flüssigkeit aber diese wollte mein Mann nicht er wollte lieber kotzen. Ich erfuhr dann doch von einer Möglichkeit dieses Dilemma zu beenden mit einem PEG (Dünner Schlauch der vom Magen aus der Bauchdecke kommt) der eigentlich zur Nahrungsaufnahme gedacht ist. Ich alles in Bewegung gesetzt das dieser Eingriff stattfand und so bekam mein Mann am 22.09 eine PEG Sonde gelegt. Diese ließ die Flüssigkeit zwar nur in Aufrechter Haltung aus dem Magen laufen aber das Brechen nahm zusehends ein Ende. Wir waren so froh und ich wollte meinen liebsten wieder aufbauen denn er wog nur noch 75 kg zu diesem Zeitpunkt. Samstag 23.09 auf einmal konnte mein Mann sich nur noch unkontrolliert bewegen alle Gliedmaßen wackelten wie sie wollten und er konnte keine Tasse oder anderes halten. Die Beine wollten auch nicht mehr. Erst dachte ich an eine kurze Bewegungsstörung durch Tavor oder ähnlichem da diese Medikamte solche Nebenwirkungen haben. Ich lies die Medikamente eine Nacht weg und Sonntag den 24.09 fing er an wirre sachen zu reden und zu sehen. Mein Verdacht Hirnmetas. Diesen Verdacht äußerte auch unser Arzt der täglich bei uns vorbeischaut und diesen Weg voll Herz mit uns geht. Dies ist nun das Ende. Mein Liebster liegt hier bei mir in seinem Krankenhausbett und erzählt, erzählt, erzählt. Den ganzen Tag sein ganzes Leben. Ich bin seit Samstag ununterb*****n an seinem Bett und genieße jeden Augenblick den er mich erkennt. Ich brauche ihn nur einen Kuss zu geben und er weis er ist nicht alleine. Warum muss er das nun auch noch durchstehen? Davor hatte er immer Angst aber ich sehe er bekommt es nicht so mit hat keine Schmerzen und ich hoffe das er einfach einschlafen kann. Es ist so schwer dies alles mitzuerleben und zu wissen das er nie wieder hier herumlaufen wird. Nie wieder mit uns am Tisch sitzen kann. Ich versuche alles mir mögliche Ihm gutes zu tun Küsse ihn, massiere ihn, lege mich zu ihm ins Bett. Ich kann nicht schlafen, essen oder auch nur kurz mal weggehen denn ich möchte keine Sekunde mit Ihm verpassen. Ich habe Angst sehr grosse Angst denn ich weis das Ende naht. Diese Krankheit ist so grausam und gemein und ich sitze machtlos da kann nichts ändern. Mein Mann geht immer weiter seinen Weg in seinen nächsten Abschnitt wo ich ihn nicht mit hin begleiten kann. Er spricht bzw. murmelt 24 Std. Ich sehe auch er ist zufrieden er hat keine Angst dort wo er sich momentan befindet fühlt er sich wohl. Ich gehe dann immer zu ihm halte seine Hand gebe ihn einen Kuss und sage schenke mir ein Lächeln und er schenkt mir eines, das macht mich so glücklich, denn ich weis er nimmt mich mit lässt mich nie alleine ist immer bei mir egal wo er ist. Ich träumt schon vor längerer Zeit seine Beerdigung und an meiner Seite begleitete ER mich dies sah ich als Zeichen das er immer bei mir bleiben wird egal was mit seiner Hülle geschieht. Daran glaube ich sonst könnte ich das alles glaub ich nicht aushalten. Ich liebe ihn so sehr er wird immer mein Mann bleiben.
Ich habe diesen Bericht geschrieben damit man sieht es geht mit dieser Krankheit immer Auf aber auch wieder Ab und die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir haben gekämpft nur leider verloren. Aber wir haben nicht uns verloren. Ich musste dies auch einfach mal loswerden mich sozusagen auskotzen

Ich wünsche Allen Betroffenen und auch Angehörigen ganz viel Kraft es durchzustehen und wenn man denkt es geht nicht mehr kommt irgendwo ein Lichtlein her.....
Es grüsst euch alle herzlichtst
Manu (35) die Frau von Knuddelbär