AW: Liebe Neue, Bitte Kein Neues Thema Eröffnen, Sondern Hier Schreiben!!!
Liebe Geraldine,
ich bin ja erst wieder ein paar Tage vom Krankenhaus daheim und deshalb noch nicht so ganz auf dem Laufenden, was sich inzwischen hier im Forum getan hat. Deshalb kommt meine Antwort erst so spät.
Psychotherapie halte ich persönlich als eine ganz wichtige Unterstützung bei Krebs - und bei HAUTkrebs ganz besonders. Ich habe in den vergangenen drei Jahren mehr als 60 sehr ausführliche Lebensgeschichten von MM-Betroffenen lesen dürfen und festgestellt, daß es kaum eine gab, in der es nicht schwere langanhaltende Einwirkungen oder kurze, traumatische Einwirkungen auf die Psyche gab. Ein Zusammenhang zwischen Krebsarten wie Haut-, Magen-, Speiseröhrenkrebs usw. gilt eigentlich als recht gesichert. Ich selbst habe kurz vor meiner Diagnose eine vierjährige Psychotherapie abgeschlossen, die mir unendlich viel gebracht hat! Jetzt, nach dem Auftreten von Fernmetas, habe ich am 16.10. wieder einen Termin bei meinem früheren Therapeuten. Ich finde, wenn man eine deratige Diagnose bekommt, sollte man JEDE Hilfe annehmen, derer man habhaft werden kann.
Nur ein gesundes, funktionierendes Immunsystem ist in der Lage den Kampf gegen die Krebszellen aufzunehmen - und daß ein enger Zusammenhang zwischen Immunsystem und Psyche besteht, bezweifelt inzwischen wohl keiner mehr. Auch sind die Meditationen und Visualisierungen nach Dr. Simonton ja auch anerkannt. Nachdem die Fragen zur Psychotherapie immer wieder auftauchen, habe ich vor, demnächst einen Extra-Threat dafür aufzumachen und bin schon am Schreiben. Allerdings wird es, weil ich immer noch ziemlich schwach bin, noch etwas dauern. Hier gbe ich Dir auch noch einen recht interessanten Artikel an die Hand:
Psychotherapie am Krankenbett hilfreich
Patienten, die nach einer Krebsdiagnose psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, leben länger. Das ist das Ergebnis einer Studie von Thomas Küchler vom Referenzzentrum Lebensqualität in der Onkologie, die auf dem Kongreß für Chirurgie in München vorgestellt. wurde. Die Studie stieß dort auf unerwartet großes Interesse. Die Ergebnisse zeigten eindeutig einen Einfluß einer psychosozialen Betreuung auf die Überlebenszeit und widersprechen damit vielen anderen Studien, die keinen solchen Effekt nachgewiesen haben.
Untersuch wurden insgesamt 271 Patenten mit Krebserkrankungen an Speiseröhre, Magen, Leber Bauchspeicheldrüse oder Darm. Die eine Hälfte erhielt - zusätzlich zur Operation - Psychotherapie. Ungewöhnlich war der Ansatz: Die psychotherapeutische Unterstützung fand ausschließlich während des stationären Aufenthalts und zu 90% bereits am Krankenbett statt. Der Autor der Studie, Thomas Küchler, wertete die Ergebnisse zweimal aus - einmal nach 2 Jahren und ein zweites Mal nach 10 Jahren. Das ist ein ungewöhnlich langer Beobachtungszeitraum. Dabei fand er eine wesentlich längere Überlebenszeit in der Gruppe der Patienten, die sofort nach der Operation Psychotherapie erhielten. Auffallend war dabei, daß die Psychotherapie - direkt nach der Operation eingesetzt - sofort Wirkung zeigte und diese auf die Verbesserung der Überlebenszeit auch nach 10 Jahren signifikant gegeben war.
Quelle: Impulse 1/2006 Ausgabe 90
Liebe Grüße
Claudia
|