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Alt 11.10.2006, 21:59
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Tränen Tränen ist offline
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Standard AW: In Gedenken an dich Günter

Lieber Günter

ich bin so verzweifelt, ihr fehlt mir so unheimlich und nun habe ich den ersten Tag überstanden wo ich überhaupt keine Ablenkung hatte durch die Arbeit und ich frage mich ob es wirklich in Ordnung ist das ich ausfalle, immerhin ist die blöde Kuh im Urlaub und die neue ist ein totaler Flop ich habe es nicht hinbekommen das sie ordentlich lernt sie ist der Meinung sie kann alles und lässt sich nichts sagen.

Schatz ich brauche dich und DICH Günter brauche ich für den Kampf, es ist so schwer allein zu kämpfen ihr fehlt mir so sehr das es richtig weh tut im Herzen. Geht es mir deshalb so schlecht derzeit? Ich bin verzweifelt

Einige machen sich so sehr Sorgen um mich und ich kann diese Lieben nicht beruhigen, denn ich weiß selber nicht wie es weiter gehen soll

Angelika sagte mir gestern:
"meine Kleine, ich habe Angst, das du dich aufgibst, du siehst sehr schlecht aus und du bist mir doch so sehr ans Herz gewachsen. Ich will dich weder als Kollegin noch als Freundin verlieren..." ich wusste darauf nichts zu sagen, ich nahm sie nur in den Arm.
[U]Nina schrieb mir heute:[/U]
"Ich weiß,dass es bei Menschen,die selbst betroffen sind,etwas ganz anderes ist und trotzdem fällt es mir nicht gerade leicht,zu sehen,was dir dein Gefühl sagt und irgendwie bleibt mir nichts anderes übrig als dir zu sagen,dass ich (ganz persönlich) nicht möchte,dass du aufgibst...dein Onkel würde dir jetzt mit Sicherheit auch einen Tritt in die richtige Richtung mit auf den Weg geben,davon bin ich überzeugt...Darf ich dir mal was Bildliches aufschreiben,wie ich deine Situation im Moment gerade sehe?
Manchmal sieht man vor lauter Bäumen und Bergen und Mauern und anderen Hindernissen keinen Weg mehr...es gibt kein Zurück mehr,weil die Brücke,über die man gelaufen ist,hinter jedem Schritt ein Stück eingestürzt ist aber es gibt auch kein Vor,weil du egal welchen Weg und welche Richtung du einzuschlagen versuchst,immer wieder vor einem anderen Hindernis stehst... Hinter all diesen Hindernissen verbirgt sich IRGENDWO das Meer,der Strand,die Sonne...deine Delfine,die ja für Freiheit stehen und alles andere,was Menschen nur irgendwie ein wenig Glück bescheren kann....
Ab und zu spürst du vielleicht eine ganz ganz kleine Meeresbrise,die dich weitermachen lässt,die dich kämpfen lässt,weil sie dir zeigt,dass das,was du unbedingt erreichen willst,irgendwo vor dir liegen muss,dass nicht alles hinter dir eingebrochen ist mit der großen Brücke,über die du gegangen bist...doch du weißt im Moment nicht,wie du diese kleinen Wegweiser in etwas Positives verwandeln sollst und kannst,denn eine Brise kann man nicht greifen...es ist in einem anderen Sinne einfach nur Luft...
Und trotzdem weißt du,dass es nur zwei Möglichkeiten für dich gibt,...umkehren kannst du nicht mehr,also kannst du nur entweder nach vorne gehen,das muss nicht immer geradeaus sein,sondern du darfst so viele Umwege gehen wie nötig sind...oder den Weg nach oben. Doch der Weg nach oben ist nicht frei für dich-du kannst nicht selbst nach oben gehen,weil es nicht deine Entscheidung,sondern die Entscheidung eines anderen sein muss,dass du diesen Weg gehen darfst und dass dich jemand von da oben abholen kommt...und so weit ist es noch lange nicht...so weit soll es einfach nicht sein...deine geliebten Menschen wollen noch nicht,dass du zu ihnen kommst auch wenn deine Seele danach schreit,sie wollen,dass du weiterlebst...davon bin ich ganz fest überzeugt...lebe in ihrem Sinne und versuche in ihrem Sinne zu kämpfen...du bist nicht allein...du denkst vielleicht,dass du allein vor den ganzen Hindernissen stehst,aber in Wirklichkeit geben ganz viele Augen auf dich acht,dass du nichts Dummes machst und dass du nach vorne zu gehen versuchst.Dich wirklich an der Hand nehmen,das kann niemand,der auf der anderen Seite steht...aber sie können dir zurufen und versuchen von der schönen Seite am Strand,dir ein Stück weit entgegenzukommen und dich dann aufzufangen,wenn du angekommen bist...und irgendwann wirst du ankommen meine Süße...daran glaube ich unendlich fest...mein Herzlein sagt es mir...."

all das zeigt mir wie verletzend ich bin, das ich kämpfen muss.

Mit Mama habe ich auch telefoniert und sie sorgt sich auch und auch mein Ömchen und dein Papa, ich kann ja auch nicht richtig mit ihnen sprechen. Dein Papa versteht mich gar nicht am Telefon da ich sehr heiser bin und Mam macht sich ja schon bei einem Schnupfen Sorgen aber das verstehe ich sie hat ja schon 2 Kinder verloren da will sie ihre anderen halt besonders schützen und ich lebe am weitesten entfernt. Dein Papa hat heute im Garten die restlichen Birnen gepflückt, er ist mit seinen 101 Jahren mal wieder auf den Baum geklettert, das wird man ihm nie ausreden können, ich habe nur Angst das er runterfällt und das sein Ende ist

ach Günter und mein herzallerliebster Schatz helft mir

eure Nicole