AW: Malignes Melanom
Wenn das Melanom mal auf sich warten laesst und es langweilig wird, dann sucht man sich eben etwas anderes...
So geschehen vor 8 Tagen,
ich kam samstagmorgens um ca. 7 Uhr Heim vom Nachtdienst und war etwa ne Stunde spaeter, absolut beschwerdefrei, im Bett. Um etwa 15 Uhr wurde ich wach und konnte mich kaum noch bewegen. Extreme Schmerzen in allen Knochen und Gliedern. Ne Stunde spaeter waren meine Mum und mein bester Freund bei mir und fuhren mich in die Klinik. Zuerst ging man von einem Herzinfarkt aus, da ich starke Schmerzen in der gesamten Brust und den Armen aeusserte. Nach Abklaerung durch ein EKG fiel das jedoch weg. Nach Auswertung des Blutbildes stellte sich heraus, das ich eine starke Uebersaeuerung der Muskulatur, sprich starke Entzuendung, und noch einige katastrophale Blutwerte aufwies. Man sagte mir gleich das es besonders fuer die Nieren garnicht gut aussaehe. Ich wurde dann stationaer auf der Gastro-Hepatologischen Abt. aufgenommen und bekam sofort sogenannte FOX Loesungen intravenoes um die Nieren schnell zu spuelen. Beinhaltet verschiedene Salze und sonstige Bestandteile um den Koerper zu staerken. Gleichzeitig bekam ich Dipidolor, eine Unterform von Morphium, halbe Einheit, entspricht etwa 10mg Morphium. Davon 3 Dosen pro Tag. Das war nicht ausreichend und half nur bedingt. Tagsdarauf bekam ich dann eine Erhoehung auf 4 Dosen. Jeweils um 6, 12, 18 und 24 Uhr + 1 Schlaftablette. Wurde dann wegen starker Schmerzen um 2h in der Nacht wach und meldete mich ueber die Rufanlage, bekam jedoch zu hoeren das das erstmal alles waere was an Schmerzmittel angeordnet ist. Ich saß dann von 2 bis 4 Uhr draussen auf dem Gang an den Tischen weil ich wegen der Schmerzen nicht mehr liegen konnte und auch sonst fast bewegungsunfaehig war. Um 4 Uhr erbarmte man sich dann und gab mir eine weitere Dosis Dipidolor, die mich dann nach 5-10 Minuten einschlafen liess. An den darauffolgenden Tagen besserten sich die Blutwerte wieder rapide und die Schmerzen liessen etwas nach. Bekam dann starke, kleine Schmerztabletten, die man unter der Zunge zergehen laesst. Alles in allem relativ ausreichend. Am Freitagmorgen wurde ich dann entlassen, weil die Werte fast wieder gut waren und die Entzuendung ueberwunden. Hab mich dann zuhause selbst mit kleinen Novalginmengen versorgt, heute dann komplett ohne Schmerzmittel.
Mir selbst kamen die 6 Tage vor wie 2 Tage, ich bekam alles irgendwie garnicht richtig mit.
Die Schmerzversorgung war insgesamt katastrophal an den ersten zwei Tagen, da macht man sich echt Gedanken, wenn man irgendwann mal garnichts mehr kann und dem Ermessen der Aertze ausgeliefert ist, die ja besser als der Patient selbst wissen, wieviel Schmermittel ausreichend ist. Lohnt auch nicht wirklich etwas dazu zu sagen, interessiert halt keinen, die muessen ja die Schmerzen nicht ertragen, Punkt.
Naja, der Rest der Behandlungen und der Untersuchungen war schon gut, aber mehr als diese FOX Infusionen und Kontrollen des Blutbildes war auch nicht notwendig.
Kommende Woche steht mal wieder ein Staging an, hoffe das ich insgesamt ueber die Feiertage Ruhe habe.
Gruß eisemann
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