AW: Fortgeschrittenes kleinzelliges Bronchialcarzinom
Hallo Petra,
vor einiger Zeit haben wir PN geschrieben. Du hast mir damals viel Mut gemacht. Ich wusste nicht, wie ich meinem Sohn (13)beibringen soll,dass sein Vater die nächsten Wochen nicht überleben wird.
Seitdem bin ich nur noch mitlesendes Mitglied in diesem Forum.
Jetzt möchte ich mich mal wieder zu Wort melden und anderen Mut machen.Es gibt noch Wunder!!!!
Die Situation war folgende, der tumor drückte auf lebenswichtige Gefäße und durch eine Lungenentzündung und 40 Fieber war die Bestrahlung fast unmöglich. Chemo - dafür war die Zeit nicht mehr da, ausserdem inoperabel, weil der tumor so ungünstig sitzt.
Bei der letzten Bestrahlung ist mein Mann fast erstickt, ich habe die Strahlenklinik mobil gemacht. 1 Tag später wurde die Bestrahlung abgebrochen.
Endeffekt war folgender Weg wegen akukter Luftnot vom Krankenbett zur Toilette nicht mehr möglich, ständig Sauerstoffgerät und Rollstuhl. Diagnose entweder drückt der Tumor die Gefäße zu oder die Lungenentzündung entgleist. Ich habe jeden Tag mit dem Schlimmsten gerechnet.
Antibiotikum schlug auch nicht an. Die haben eine Variante nach der anderen probiert.
Dann konnte ich ein paar Tage nicht in die Klinik fahren. Am Wochenende traute ich meinen Augen nicht - Er saß im Aufenthaltsraum ohne Rolltstuhl, ohne Sauerstoffgerät und kam mir ganz langsam entgegen. Erst dachte ich, ich träume.........
Die hatten mit der Bestrahlung den Tumor von den Gefäßen wegbekommen und mithilfe des Antikbiotikums ging auch die Lungenentzündung zurück.
Einen Riesendank hiermit allen beteiligten des Krankhenhauses Coswig bei Dresden und der Strahlenklinik der Uniklinik in Dresden. Ohne deren Risikobereitschaft würde mein Mann heute nicht mehr leben. Denn die Bestrahlung bei fast 40 Fieber fortzusetzen war die richtige Entscheidung, auch wenn sie lebensgefährtlich war.
Wochen später war er wieder zu Hause, bekommt seit 4 Wochen Bestrahlung morgen und übermorgen die letzten 2. Dann 6 Wochen Pause, dann MRT und nachschauen, was die Bestrahlung gebracht hat.
Er fühlt sich so einigermaßen gut. Nur sein Husten gefällt mir nicht, vor allem morgens. Hat auch wieder zugenommen. Im Moment ist er mit dem Auto unterwegs, schafft die Mutter nach Hause. Ich habe wahnsinnige Angst, ihn allein fahren zu lassen, mein Sohn ist mitgefahren.
Trotzdem war Weihnachten und Silvester komisch, man fragt sich immer wieder "und nächstes Jahr um diese Zeit?....".
Trotzdem bin ich dankbar für die Zeit, die uns noch einmal geschenkt wurde. Obwohl ich immer im Auge die Statistik habe die geringe Heilungsquote und wie schlimm fast jeder Fall ausgeht.
Aber ich weiss jetzt, die Hoffnung stirbt zuletzt und ich werde immer einen Funken Hoffnung haben.
Euch allen ein gutes Neues Jahr und dir Petra vor allem viel, viel Kraft.
Liebe Grüße Kerstin
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