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Hallo,
ich bin neu hier und finde Euer Forum super. Hatte vor 5 Jahren ebenfalls eine Melanom - TD 0,67 - CL III. Ist ja im Vergleich zu vielen von Euch eine Witz-Diagnose. Ich habe natürlich keine Metas bekommen und ich bin mir auch sicher, dass ich keine bekommen werde. Bekomme zwar diese Woche noch ein weiteres Muttermal herausgenommen, das im Rahmen der halbjährlichen Nachsorge auffällig ist, doch man darf seinen Optimismus nicht verlieren. Und wenn ich mir meine Haut so anschaue, könnte ich schon weinen - super viele Muttermale und jeden Tag kommen neue dazu. Aber nach fünf Jahren hat man sich an die Nachsorge-Laufereien gewöhnt - aber trotzdem gab es ein Leben vor dem Krebs und nach dem Krebs. Ich bin jetzt 45 Jahre alt, voll berufstätig, Mutter, Ehefrau - das volle tagtägliche Chaos eben - und ich habe mich in vielen Euren Beiträgen wiedergefunden. Auch an mir ist eine Psychotherapie nicht vorbeigegangen und Haut und Psycho ist ja ohnehin ein Kapitel für sich. Aber das wichtigste ist, dass man sich wirklich vergegenwärtigen muss, dass man aus jedem Loch - und auch ich war in sehr vielen dunklen Löchern - wieder herauskommt. Wenn man ein Melanom hat - ist die Diagnose natürlich schon ein Hammer. Aber wenn die Prognose gut ist, kann man sich nur freuen, noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Habe vor 6 Wochen meinen Vater (Diagnose: Gallenwegskarzinom) verloren. Zwischen Diagnose und Tod lagen sage und schreibe nur 3 Wochen. Das hat mir noch einmal gezeigt, wie gut es mir geht und wie schön es ist, trotz der Diagnose am Leben zu sein. Krebs bedeutet ja in vielen Fällen nicht Sterben!
Auch bei jedem noch so schlimmen Befund - das Leben geht weiter - ob man will oder nicht. Alle Stärke kommt aus einem selbst und man muss sich jeden Tag wieder neu entscheiden, wie man mit seinem "Krebs" umgehen will. Wir können selbst entscheiden, wie wir uns fühlen. Hört sich alles altklug an, ist aber leider so. Aber wie gesagt - alles ist natürlich relativ - es ist natürlich ungleich schwerer, mit schlechten Prognosen, Rezidiven und Metas umzugehen. Dazu kann ich nur sagen: Hut ab!
Liebe Grüße Sabine S.
Geändert von Sabine S. (15.01.2007 um 20:24 Uhr)
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