Hallo Ihr Lieben,
heute war ein Tag, an dem man denkt man sei im falschen Film. Gestern Abend kam noch die Brückenschwester vorbei, nach Rücksprache mit dem Arzt in der Klinik wurde beschlossen, dass man noch bis heute Morgen warten könne wegen der Urinausscheidung. Heute Nacht hat es dann geklappt, allerdings kam nur eine geringe Menge. Tagsüber heute dann nur eine geringe Ausscheidungsmenge von 100ml. Wieder die Brückenschwestern angerufen, der Pflegedienst stellte beim Waschen am Vormittag fest, dass der linke (die gelähmte Seite durch den Schlaganfall) Arm stark angeschwollen ist und sich dort Wasser eingelagert hat.
Wir beschlossen dann, ihn doch wenigstens zur Untersuchung ins KH zu bringen. Hat wunderbar geklappt, der zuständige Arzt in der Notfallaufnahme war ein Internist, der meinen Mann schon kannte. Er wurde dann sofort auf die Urologie gebracht, man legte einen Katheter und leerte die Blase. Dann wurde er wieder gezogen, es kamen auch da nur 100ml!
Als mein Mann da so ganz flach lag bekam er einen dunkellilafarbenen Oberkörper, Äderchen waren kurz vor dem Platzen. Er kam also wieder runter in die Ambulanz zum dem Arzt der ihn aufgenommen hatte und ihn ja kennt.
Er schaute ihn sich an, war total besorgt. Dann nahm er mich zur Seite ohne Beisein von meinem Gatten. Wieder bekam ich zu hören, dass es wohl dem Ende zugehen würde und dass sie nichts mehr für ihn machen können. Er stellte mir dann frei, ob ich ihn stationär lassen wollte oder ihn wieder mit nach Hause zu nehmen. Ich entschied mich für Letzteres. In der Klinik würde er eh nur rumliegen. Der Arzt drückte mich ganz kurz und meinte, sie machen das vollkommen richtig, betonte dann aber gleichzeitig, dass die Türen zum KH IMMER offen seien, dessen sollte ich mir bewußt sein und er hätte bis morgen früh 8 Uhr Dienst. Jederzeit dürfte ich ihn über die Pforte anpiepsen lassen. Ich war total gerührt, aber auch gleichzeitig beruhigt.
Ich weiss, dass mein Mann sterben muss und auch heute bete ich, dass er zu Hause friedlich einschlafen darf.
Heute gehts mir wieder besser, er liegt nun total friedlich in seinem Bett und schläft. Die Strapazen, die er heute wieder mitmachen musste können wir wohl nicht nachvollziehen.
Mir tut es leid, dass ich nichts Positives mehr berichten kann. Ihr müsst mir trotz allen Horrornachrichten von mir versprechen, dass Ihr NIE die Hoffnung aufgebt, auch Eure Lieben nicht! Jeder Krankheitsverlauf ist anders.
Dieses Forum gibt mir unglaublich viel, von Anfang an durfte ich hier meine Sorgen und Ängste, aber auch meine Freude und Hoffnungen mitteilen und niederschreiben.
Erschreckend ist,wie schnell die Zeit davon läuft. Seite Ende Mai letzten Jahres ist unser Leben nicht mehr wie es einmal war, und doch schafft man es immer wieder auf die Beine zu kommen!
Nun werde ich mich total erschöpft aufs Sofa legen und mir ein schönes Buch gönnen.
Ich drück alle die mir sehr sehr wichtig geworden sind, ganz speziell milki und Annemarie, Euch ein besonderes Dankeschön

Ihr werdet wissen warum.
LG von Petra