Einzelnen Beitrag anzeigen
  #30  
Alt 19.02.2007, 00:11
Manzi Manzi ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 09.12.2006
Ort: Neu Isenburg
Beiträge: 49
Standard AW: Pemetrexed (Alimta) versus Etoposid - auch mein Papa :-(

Hallo Susanne, Helga und alle anderen Mitleser,

möchte Euch kurz über den Verlauf des 4. Chemozyklus usw. auf dem Laufenden halten. Bin jetzt wieder hier in Neu Isenburg.

@ Helga: Wie isses bei Deiner Ma gelaufen? Sie war ja zeitgleich "dran"? Habt Ihr schon Näheres erfahren in Sachen Kontroll-CT (ja oder nein, und wenn ja warum nicht...) und wieso nicht 100% Chemo, sondern nur ein bisschen? Ich hoffe jedenfalls, sie hat den Zyklus soweit gut vertragen! Is ja auch wichtig!

@ Susanne: Danke für die PN. Hab Dir schon geantwortet. Trotzdem *daumendrück* für das CT morgen. Da hängt ja jetzt extrem viel dran! Zum persönlichen Treffen werden wir die nächsten Monate noch genügend Gelegenheit haben, vermute und fürchte ich gleichzeitig.

Nun zu uns: Die Chemo bei meinem Papi musste um einen Tag verschoben werden, weil die Leukos unter 3.000 waren. Die Zeit in dem Dreibettzimmer war richtig kommunikativ, die Drei kamen klasse klar miteinander (einen davon kannte er schon aus einem vorigen Zyklus, und die Zwei haben gleich über Digi-Fotographie gefachsimpelt). Am nächsten Tag bekam er dann endlich sein Einzelzimmer - allerdings eine ziemliche "Kaschemme", eine Art Schlauch, wo man als Patient hinterm Schrank liegt und nicht sieht, wer zur Tür reinkommt. Gleichzeitig dann aber auch das "Glockenspiel" - seine Chemo. Über die Anzahl der Leukos hatten sie ihn vorher gar nicht informiert, sondern kamen einfach mit dem behangenen Ständer reingefahren. Jetzt fand er es wiederum schade, dass das seine Kumpels gar nicht mitkriegen. Was denn nun? Das Leben ist kein Wunschkonzert!

Um halbwegs beim Thema dieses Threads zu bleiben: Das "Glockenspiel" besteht am ersten Tag aus einem Infusionsständer mit fünf baumelnden Flaschen: 1) Vorwasser, 2) Antiemetikum, 3) Carboplatin, 4) Etoposid, 5) Nachwasser. (Ich denke, bei Pemetrexed ist die Reihenfolge nicht anders - würde mich trotzdem freuen, wenn sich hier jemand findet, der mit der Studie, Kennziffer H3E-MC-JMHO A, Erfahrungen gesammelt hat.)

Wenn ich mir meinen Papi so angucke, dann sieht er ziemlich elend aus - psychisch ist er allerdings gut drauf, konnte es kaum erwarten, wieder nach Hause an seinen Computer zu kommen, alte Langspielplatten zu digitalisieren und auf CD zu brennen, Dias von den letzten 40 Jahren digital abzufotografieren und als Diashow auf DVD fernsehverdächtig zu machen etc... Es ist, als hätte das Schicksal ihm eine Art "finalen Arschtritt" gegeben. Er kam am Samstag, gleich nach Durchlauf des letzten Restwassers denn auch gleich frei, und so hatten wir doch noch einen gemeinsamen Abend zu Hause, an dem wir alle viel gelacht haben. Wenn ich ihn in die Arme nehme, dann tut mir das Häufchen Knochen allerdings einfach nur weh. Nicht körperlich, sondern seelisch. Machen wir uns alle nur was vor, oder ist es das, was man "Lebensqualität" nennt?

Den nächsten Chemotermin inklusive vorherigem Kontroll-CT hat er jedenfalls schon für den 8. März. Die Zitterpartie geht weiter...

Ich danke Euch fürs Zuhören und wünsche Euch, die Ihr betroffen oder angehörig seid, viel Kraft und positive Energie!

Marianne
Mit Zitat antworten