Hallo liebe Helga,
der Dank liegt auch auf meiner Seite! Es freut mich sehr und tut mir natürlich auch persönlich gut, wenn ich mit meinen Antworten etwas unterstützen kann. Ich möchte es nicht "Mut machen" nennen, das wäre zu weit gegriffen. Denn die Kraft und den Mut müssen wir aus uns selber schöpfen, und das täglich immer wieder neu und der Situation angemessen. Wenn wir einander hier etwas Halt geben können, dann ist das schon sehr viel.
Bin heute auch zu kaputt, um viel zu schreiben, denn ich bin noch immer auf Jobsuche, und das entpuppt sich als frustrierender, als ich gedacht hatte. Dabei wäre es gerade jetzt wichtig, einen strukturierten Tag zu haben und ordentlich Stress "auf Arbeit", statt hier rumzugrübeln...
Ich wollte Dir nur eine Frage noch beantworten:
Zitat:
Zitat von destiny68
Hat der Kumpel von Deinem Papa denn auch einen Kleinzeller? Die Geschichte macht auf jeden Fall Hoffnung und ich habe meiner Ma dann heute auch direkt erzählt, dass Chemo auch noch nachwirken kann.
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Der "Kumpel" hat ein Haufen verschiedener Krankheiten, unter anderem ein Prostata-Karzimom (mit Mitte 30!), das so unglücklich an der Wirbelsäule und den wichtigsten Versorgungssträngen im Körper festgewachsen ist, dass es zunächst inoperabel schien. Er hat die Chemo auch so ziemlich gar nicht vertragen und hatte alle Nebenwirkungen, die im kilometerlangen Beipackzettel stehen. Allein daran wäre er fast Hops gegangen. Und dann kommt so ne positive Entwicklung. Wenn sein Tumor allerdings am falschen Ende schrumpft (also weiter an der Wirbelsäule kleben bleibt), dann is nix mehr zu machen. Er hat zwar keinen Kleinzeller, aber auf der Onko triffst Du alle möglichen dramatischen Schicksale - und da freut mensch sich bei jedem mit, wenn es eine Aussicht auf positive Entwicklung gibt. Was allerdings stimmt, ist, dass die Chemo auch noch lange nachwirken kann und Tumore weiter zum Schrumpfen bringt. Da hast Du Deiner Mama tatsächlich Fakten mitgeteilt.
Mein Papi ist jetzt wieder in der Warteschleife zum 5. Chemozyklus. Der ist dann für den 8. März angesetzt. Vorher wird dann noch die vieles entscheidende CT-Kontrolle gemacht. Es geht ihm psychisch gut, auch wenn er körperlich ziemlich ramponiert ist. Er ist weiter sehr aktiv, experimentiert am Computer rum und hat sich jetzt bei der T-Com ein DSL-Komplettpaket geholt, um technisch auf dem Laufenden zu sein. Mit 76! (Meine Mama stand beim Beratungsgespräch daneben und war hinterher völlig kaputt, wegen des vielen Stehens - das wär ne Szene für Loriot gewesen.) Gut, in meiner Familie sind die meisten sehr alt geworden. Meine Großtante starb mit 108 Jahren, nachdem sie ihre Tochter schon zwanzig Jahre vorher ins Altersheim eingeliefert hatte. Diesen Rekord wird mein Papa wohl nicht toppen. Jetzt geht's einfach drum, die uns verbleibende Zeit auszuschöpfen und zu genießen. Das wünsche ich vor allem auch Deiner Ma und Dir! Schließlich könnte uns ja jederzeit ein Ziegelstein auf den Kopp rasseln oder der Schlag treffen.
Deswegen wünsche ich unseren Eltern(teilen) ganz viel Lebensqualität und dass sie noch viel von dem machen können, was ihnen Spaß macht. Gerade auch Deiner Mama. Soll sie zum Orthopäden gehen und sich was gegen die Rückenschmerzen verschreiben lassen, was hilft. Hauptsache sie hat danach eben keine Schmerzen mehr! Darum geht's, nicht um Grübeleien. Je weniger sie sich einen Kopp macht um ihre Krankheit, desto besser für sie. Wie's in Dir aussieht, kann ich verstehen - aber Du hast ja hier stets offene Ohren dafür - und ich hoffe auch in Deinem Umfeld liebe Menschen, die Dich direkt auffangen können, wenn mal alles zu schwer wird. Und natürlich, dass Du das dann auch annehmen kannst, das ist ganz wichtig!
In diesem Sinne liebe Grüße
Marianne