Liebe Grit!
Deine Worte machen mir immer ein warmes Gefühl im Bauch

! Und ich finde es sehr schön, daß es Deinem Vater ganz gut geht! Daß er Angst vor der Chemo hat, kann ich sehr gut verstehen. Ich drücke ihm die Daumen, daß er das "gut" verträgt!
Es hört sich gut an, wenn Du erzählst, daß Du ein Glücksgefühl Deine Lebensveränderung betreffend spürst. Was auch immer es ist, ich wünsche Dir von Herzen, daß es Dich glücklich macht!
Ich werde Dir von Rom erzählen. Wir fahren am 12.04. Dort werden wir dann am 14.04. unseren 18. Hochzeitstag feiern. Die Kinder fehlen mir schon jetzt...
Zu Deiner Schaukelstuhl-Frage:
Ich kann gar nicht stricken
.
Aber ich sitze gern in dem Stuhl und genieße den Blick in den Garten!
Und ja, wir waren heute draußen. Erst im Wald, dann in einer Sanddüne, wo die Kinder Marienkäfer gesammelt haben. Kannst Du Dir vorstellen, daß mich der Anblick meiner Kinder, wie sie diese Käfer vorsichtig auf der Hand transportieren, zum Weinen bringt? Es berührt mein Herz so sehr, soooo sehr. Und dann spüre ich diesen irrsinnig heißen Wunsch in mir, alles möge nur ein Traum sein. Ich wünschte, der Wecker würde klingeln, ich würde auf der Bettkante sitzen, meinen Körper befühlen, an dem sich kein Port und kein Stoma befindet und dann würde ich aufstehen und durchatmen- es war alles nur ein Traum, ein ganz böser Traum... Doch so ist es nicht, nicht wahr? Es ist wirklich so. Weißt Du, dieser Krebs ist so gemein, so ein fieser Spieler- Grit, ich habe oft so doll Angst, gegen ihn zu verlieren...
Ich weiß, das Leben geht weiter- aber ich will ja nicht gehen. Noch lange nicht... Nun muß ich lernen, von Untersuchung zu Untersuchung zu leben. Andere Menschen werden mir sagen, ob es mir gut geht oder nicht
! Wo ist mein Gefühl dafür? Wo?
Ach Du Liebe, ich wollte nicht jammern. Nur diese "Eisenklaue der Angst", die ist immer da. Sie sitzt in der Ecke, schäbig, wie sie ist und plötzlich greift sie zu. Sie drückt mir die Luft ab. Sie verletzt meine Seele. Sie verdrängt die Hoffnung!!! Ich möchte schreien, schreien, schreien... und morgen ist ein neuer Tag, nicht wahr?
Ganz liebe Grüße,
Deine Leena