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Alt 22.03.2007, 15:17
hase76 hase76 ist offline
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Standard AW: junge Frauen und der Tod der Mutter

hallo ihr lieben,

habe mich lange gefürchtet, mich in diesem forum anzumelden, denn wenn man die worte ausformuliert werden sie irgendwie erst richtig real und einem bewußt... vor drei wochen ist auch meine liebe mutti für immer eingeschlafen und ich kann das immer noch nicht fassen! aber ich hoffe auch, dass wir uns gegenseitig helfen können, denn eigentlich versteht wohl keiner der mitmenschen, was wir zur zeit durchmachen müssen und auch schon vor dem tod unserer lieben muttis gesehen und gelitten haben!

aber ich denke auch, dass wir keinem dafür böse sein sollten, denn ging´s uns nicht allen bis vor ein paar monaten ähnlich?? wir selbst brauchen jetzt viel, viel verständnis und müssen dieses wohl auch unseren liebsten familienmitgliedern und freunden gegenüber aufbringen, die teilweise genauso überfordert sind wie wir... also, seid nicht traurig, wenn ihr zur zeit nicht die unterstützung bekommt, die wir alle so nötig brauchen und vor allem: redet, weint, schreit, lasst allen gefühlen raum und zeit... und sagt dieses auch euren mitmenschen, sprecht offen eure gefühle an, denn nur dann kann uns auch geholfen werden und dann erst wird sich wahre freundschaft zeigen und den rest der vermeintlichen freunde sollten wir auch gleich vergessen.

habe bisher aus dieser wohl schlimmsten und traumatischsten erfahrung meines lebens gelernt, dass man sich nicht selbst so unter druck setzen darf, dass man sich zeit nehmen soll zum trauern, weinen, aber auch zum der seele wieder etwas ruhe zu gönnen. denn die seele (oder wie auch immer man das bezeichnen sollte) nimmt sich was sie braucht, sonst hätten wir alle diesen furchtbaren erlebnisse gar nicht verkraftet.

Habt ihr euch auch mal gefragt, woher wir eigentlich alle diese kraft hatten? Durch unsere unendliche liebe zu unseren muttis? durch all das was sie uns in den beim mir jetzt schon 30 jahren gegeben haben? ich denke ja!

wundere mich nämlich zur zeit ganz doll, warum ich das überhaupt alles durchhalte, funktioniere irgendwie nach außen hin, bin wieder am arbeiten und das lenkt mich auch gut ab. aber trotzdem sind meine mutti und diese furchtbar traurigen gedanken jederzeit bei mir und manchmal brechen sie schlagartig durch und ich weine, weine.. und das ist so erleichternd! auf der anderen seite habe ich deswegen wieder ein so furchtbar schlechtes gewissen, dass ich wieder arbeite, dass mein leben halt weiter geht und meine mutti all das nicht mehr erleben darf... und schon wieder rollen die tränen.. und außerdem habe ich so schreckliche angst zu vergessen, wie sie ausgesehen hat und wie ihre stimme klang (kennt ihr das auch?)

aber vielleicht ist dieses gefühl, dass sie jetzt einfach nicht mehr da ist, noch gar nicht richtig in meiner seele angekommen ist und der große schmerz (wenn er denn noch schlimmer werden kann) kommt noch... ach ich weiß auch nicht...

@vanitas02: vielen dank, dass du den mut hattest dieses tread nochmal aufleben zu lassen, kam gerade zur rechten zeit!

@engelen: rede mit uns, rede dir deinen kummer von der seele, damit wir dir helfen können! es hilft so unheimlich, seinen kummer und seinen schmerz nach außen zu tragen und unter "betroffenen" zu teilen, denn: wir verstehen dich!!!1

@marita76: auch ich bin schon 30 ;-) und nicht nur das haben wir (nach den ersten zeilen zu urteilen) wohl gemeinsam... auch bei meiner mutti ging es (allerdings nach brustkrebs) innerhalb weniger tage (genauer zwei wochen) aufgrund von lebermetastasen ganz, ganz schnell gesundheitlich bergab, sie ging aufrecht ins krankenhaus und kam nie wieder nach hause... und ich habe noch so viele fragen, die mit einem "warum" anfangen... ich würde mich soooo gern mit dir unterhalten, wie die letzten tage deiner mutti waren, denn ärzte haben uns wenig infos gegeben, ob sie schmerzen hatte und vor allem, ob und wie lange sie mich noch wahrgenommmen hat. wäre dir unendlich dankbar, wenn du die kraft findest, mir von euch zu erzählen. wenn´s jetzt noch nicht geht, nimm dir zeit, ich warte! ich habe zur zeit furchtbare angst, dass sie gelitten hat und ich nur daneben saß und nicht helfen konnte.

ich hoffe sehr, dass wir uns in dieser so unendlich schweren zeit gegenseitig eine stütze sein können!

seid alle lieb gegrüßt!
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als gott sah,
dass der letzte weg zu weit,
der letzte hügel zu steil,
und der atem schwer wurde,
nahm er dich in den arm und sprach:
"komm heim".
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