AW: Thread für junge Angehörige von Krebskranken
Hallo zusammen,
bei uns ist alles soweit ok. Meiner Mutter geht es nach den 2 Transfusionen besser - zumindest ist sie nicht mehr ganz so schlapp. Ihr Bein tut immer noch weh und sie bekommt Schmerzmittel, da sie sonst nicht schlafen kann. Im Brief (Krankenhaus an Hausarzt) stand drin, dass die Ursache der Schmerzen nicht klar ist, aber eine Plexusbeeinträchtigung durch den Krebs nicht ausgeschlossen werden kann. Hmm... wissen tut man (mal wieder) nichts genaues...
Wir waren gestern bei ihr und sind eine kleine Runde gegangen. Das hat schon mal recht gut funktioniert.
Morgen geht es dann zur Kur. Wir planen einen 6-Stunden-Trip ein: zu ihr hin und dann zur Klinik und wieder zurück...
Bei meinem Freund und mir funktioniert der Zusammenhalt sehr gut. Ich klammere mich eher an ihn, als ihn zurückzuweisen. Er ist sehr einfühlsam und kommt bei den Besuchen immer mit. Als Dank dafür motze ich ihn regelmäßig an, weil meine Laune sehr stark schwankt. Wir sind aber beide froh, wenn wir nach 3 Jahren endlich mal wieder ein "normales" Leben führen können. Wir wollen dann einen Neuanfang machen und die ganzen Schicksale hinter uns lassen. Unsere jetzige Wohnung ist so "problemgeladen", dass wir hier unbedingt raus müssen.
Männer gehen aber mit ihrem Gefühlsleben anders um - viele reden da nicht so offen und ziehen sich eher zurück.
So, jetzt muss ich noch das ein oder andere vorbereiten... Wir leihen uns von Verwandten ein Navigationssystem, damit ich vom Kartelesen entlastet werde. Zudem schreit der Haushalt nach etwas Aufmerksamkeit und die Fische haben hunger... Zudem will ich mich morgen auf dem Rückweg noch mal kurz in der Uni sehen lassen - das Diplom steht vor der Tür, welches ich eigentlich trotz all den Problemen in diesem Jahr machen möchte... Da steht noch ein Gespräch mit dem Prof an - sofern er halt morgen da ist...
LG
Tanja
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