Liebe Steffi,
meine Mutter hat Brustkrebs und wird auch nur noch Tage, Wochen oder bestenfalls Monate leben. Ich weiß genau, wie du dich fühlst und rück dich hiermit mal ganz fest
Bei mir kam das alles nicht ganz so plötzlich wie bei dir, da sie schon seit 9 Jahren kämpft, deshalb habe ich mit der Zeit gelernt, damit umzugehen.
Ich kann dir nur folgende Tipps geben: Frage dich nicht nach dem Warum, oder Was wäre, wenn.... Du kannst die Tatsache nicht ändern, musst es akzeptieren (was sehr schwer fällt) und lernen, damit zu leben.
Lebt jeden Tag intensiv und plant nicht. Versucht in der Gegenwart zu leben. Genieße jeden Tag mit deinem Vater, an dem es ihm einigermaßen gut geht. Seid für ihn da, erfüllt ihm alle Wünsche, schafft so viel Lebensqualität wie möglich. Holt euch HIlfe bei Pro Familia, Pflegediensten, Sozialdienst, Brückenschwestern usw. Ich war überwältigt, wie viel Unterstützung man vor allem bei der Pflege von Schwerstkranken erhält. Versucht schon heute nach einer Möglichkeit zu schauen, dass dein Papa bis zum Schluss zuhause sein kann (wenn er das wünscht).
Da ich das ganze Pflege-Thema gerade durchmache, helfe ich dir gerne, wenn du Fragen zur Organisation hast. Ich fand das am Anfang total schlimm, weil man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Leider werden die meisten Krebskranken im fortgeschrittenen Stadium zu intensiven Pflegefällen.
Ich bin jetzt sehr froh, dass bei uns alles so läuft, wie meine Mama sich das wünscht und ich lebe einfach von Tag zu Tag und bin richtig happy, wenn meine Mom einen guten Tag hat.
Ich wünsche euch ganz arg viel Kraft. Ich bin immer wieder erschüttert, wie viele Menschen momentan so schwere Zeiten durchmachen!
Ich wünsche uns allen hier ganz viel Kraft und allen Betroffenen gute Besserung.
Und Steffi, falls dein Dad noch in einer einigermaßen guten Verfassung ist, gebt nicht gleich auf, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Sucht nach Reha-Möglichkeiten, Alternativen usw.
Meine Mama lebt bis jetzt schon 2 Jahre länger als von den Ärzten vorausgesagt!
Liebe Grüße