Eine verheulte Nacht und ein verheulter Vormittag - nun werde ich mich ganz kurz hier melden. Gleich geht es zum Geburtstag des Schwagers und des Neffen (zum Glück die gleiche Famlie) und anschließend (eigentlich hatten wir es vorher vor, aber so ein Säuglich schmeisst halt mal die Pläne um) zu unserer Mutter.
Wir werden Ihr und unserem Vater die konkrete Aussage bzgl. der Lebenserwartung nicht sagen. Die beiden sollen die Kraft und Zuversicht (sie wissen schon, dass es keine Heilungschance mehr gibt) nicht verlieren. Unsere Mutter merkt am besten, dass es eher den Berg runter als rauf geht. Da müssen wir ihr jetzt nicht noch mit dem Hammer auf die Mütze hauen.
Wichtig ist, dass wir zum einen die verbleibene Zeit nutzen für Gespräche, Umarmungen und auch für die Vorbereitung auf die ganz heftige Phase. Ich werde in den nächsten Tagen aber noch keine Vorschläge (z. B. Pflegedienst etc. schon einmal heraussuchen, eigener unbezahlter Urlaub abklären, damit wir bei ihr sein können) machen, da unsere Eltern dies sofort mit dem Telefonat mit dem Prof. verbinden würden. Ich werde eher vorschlagen, dass die beiden vielleicht noch einmal über die eigentlich geplante Reise nach Leipzig nachdenken sollen. Unsere Mutter kann zwar nicht mehr viel laufen, doch sie soll sich dann halt von Papa im Rollstuhl fahren lassen. Da ist sie momentan noch zu stolz zu.
Nun zur Hoffnung. Nach ersten Aussagen nach der nicht geglückten Operation November 2005 wäre Mama eigentlich schon lange tot. Jetzt haben wir wieder eine relativ konkrete Aussage bzgl. der bevorstehenden Zeit. Warum sollte sie nicht auch diese "Prognose" übertreffen. Ich mag ja eigentlich solche Schätzungen nicht. Doch hat das Telefonat mit dem Prof. eine andere Qualität als die des damaligen Kreiskrankenhaus-Kittelbesitzers.
@Niels: Lies Dir mal Dein Statement vom18.07.2006 (Seite 12) durch: "Jahre bestehen auch aus Monaten". Das war vor ca. einem Jahr. Wir haben von Ziel zu Ziel gelebt bzw. gehofft. Nach der schlimmen Prognose November 2005,
- haben wir auf eine Mallorca-Reise im Frühjahr 2006 gehofft:
Mama und Papa haben es geschafft
- haben wir auf die Einschulung von Frederik im Sommer 2006 gehofft:
Mama und Papa haben es geschafft
- haben wir auf eine Mallorca-Reise im Herbst 2006 gehofft:
Mama und Papa haben es geschafft
- haben wir auf alle auf ein Weihnachtsfest 2006 gehofft:
Mama und Papa haben es geschafft
- haben wir auf eine Mallorca-Reise im Frühjahr 2007 gehofft:
Mama und Papa haben es geschafft
- haben wir auf die Kommunion von Philipp im Mai 2007 gehofft:
Mama und Papa haben es geschafft
- haben wir auf die Geburt von Janne Friederike im Mai 2007 gehofft:
Mama und Papa haben es geschafft
- hoffen wir auf die Taufe von Janne Friederike im Juli oder August 2007
- hoffen wir auf den Geburstag von Philipp am 17. August 2007
- hoffen wir auf den Hochzeitstag von Mama und Papa am 23. August 2007
- hoffen wir auf den Geburtstag von Rita am 03. September 2007
- hoffen wir auf den Geburstag von Frederik am 12. September 2007
- hoffen wir auf den Geburstag von Christian am 18. September 2007
- hoffen wir auf den Geburstag von Melanie am 28. September 2007
- hoffen wir auf den Geburstag von MAMA am 28. November 2007
- hoffen wir auf den Geburstag von Maren am 12. Dezember 2007
- hoffen wir auf Weihnachten 2007
Die Ziele werden wir jetzt einfach etwas engmaschiger setzen.
Wir haben zwar (anscheinend) den ganz großen Kampf verloren, da eine Heilung ausgeschlossen ist. Jetzt werden wir uns aber trotzdem nicht aufgeben und weitermachen. Wichtig ist aber, dass Mama uns überhaupt nichts schuldig ist und jederzeit selber die Entscheidungen trifft.