Hallo Elli,
ich kann dich gut verstehen, bei meinem Vater fing es auch im Dezember 2006 mit Gelbsucht an, zwei Wochen später sagte man uns das er an Klatskin erkrankt sei und nichts mehr zu machen ist. Er bekam zwei mal Stents gesetzt und es ging ihm so schlecht, daß ich nicht dachte er schafft es noch einmal nach Hause zu kommen. Die Chemo die er bekam hat nichts geholfen. Der Krebs hat sich mitlerweile auf das Bauchfell und Die Lymphknoten ausgebreitet. Man kann sich nicht vorstellen wie schnell das geht. Im April bekam er noch einen Schlaganfall dazu. Im Mai hat man ihm im Nordwestkrankenhaus Frankfurt ein Stück Leber entfernt und den Magen umgeleitet weil der Tumor auf den Zwölffingerdarm drückte und er nichts mehr essen konnte und keinen Stuhlgang mehr hatte.
Diese OP hat er für seine Umstände sehr gut überstanden. Leider klappt es mit dem Essen nicht so wie wir uns das erhofft hatten aber ich denke für seine Situation ist es schon ganz gut. Im Moment ist er zur Reha wegen seines Schlaganfalls. Er hat kein Gefühl mehr in der linken Hand und so wie es aussieht bringt auch die Reha nicht viel. Dienstag in einer Woche sind die 3 Wochen um und er soll sich in Frankfurt zur Besprechung einer weiteren Chemotherapie melden. Angeblich versprechen sich die Ärzte von einer anderen Chemo die Sache etwas eindämmen zu können. Wir werden es natürlich versuchen. Aber man sagte uns das dies alles nur zur Lebensverlängerung bzw. Erleichtung ist. Wie lange es dauert kann keiner sagen. An manchen Tagen geht es ihm ganz gut und an anderen wieder nicht.
Mein Vater bekommt Morphiumplaster die jeden dritten Tag gewechselt werden müssen. Er kommt im Moment noch ganz gut damit zurecht. Wenn mein Vater zu Hause ist schläft er auch ziemlich viel denke auch das es vom Morphium kommt meine jedoch mit dem Plaster wäre er klarer als im Krankenhaus wo er das Morphium über einen Automaten bekommen hat. Es ist schlimm zu sehen wie schnell ein geliebter Mensch so zusammenfallen kann. Für uns hoffen wir das mein Vater noch lange bei uns ist.
Ich hoffe das sein Zustand noch eine Zeitlang so bleibt und der Tumor nicht irgend ein anderes Organ abdrückt. Aber eins ist auf alle Fälle sehr wichtig niemals die Hoffnung aufgeben auch wenn es noch so schlecht aussieht. Wobei mir das selber auch sehr oft sehr schwer fällt. Ich wünsche Dir und Deiner Famile viel Kraft .
Natürlich auch für alle anderen die betroffen sind das gleiche.
Grüsse Bienchen
PS: Mich würde noch mal interessieren wie es bei Euch anderen so ist. Mein Vater spricht mit uns in keinster Weise über seine Krankheit und ich bin nicht in der Lage das Gespräch zu beginnen, würde doch nur weinen und nichts sagen können. Welche Erfahrungen habt ihr in dieser Richtung gemacht?