AW: Was hat euch geholfen?
Hallo Leamaya,
es tut mir so leid, ich fürchte, es gibt kein Patent-Rezept, keinen allgemeingültigen Weg für alle, jeder muss selbst heraus finden, wie er damit umgehen kann.
Mir tut es ja selbst noch so unendlich doll weh - auch mein Mann wollte so unbedingt leben, er hat 4,5 Jahre gekämpft wie ein Löwe, war immer fest davon überzeugt, er schafft es. Er durfte nur 36 Jahre alt werden. (er starb 4 Tage vor seinem 37. Geburtstag)
Wie gern er gelebt hätte!
Dennoch merke ich, dass es zwei Wege von Gedanken gibt und man kann anscheinend lernen, sie ein wenig zu steuern.
Entweder, ich halte mir ständig vor Augen, wie unfair das Leben ist, wie sehr ich mir wünschte, dass er weiterlebt, wie gern ich ihm noch dies und jenes gesagt hätte, wie gern ich noch einen letzten Kuss von ihm bekommen hätte und lasse die Verzweiflung mich übermannen. Das ist ganz leicht, diese Verzweiflung, dieser Schmerz, sie sind immer ganz nah, ich muss nur einmal meine Hand ausstrecken und es zieht mich regelmäßig in ein tiefes schwarzes Loch.
Oder ich halte mir vor Augen, wie gut es ihm jetzt geht, dass Sterben wunderschön ist, dass er möchte, dass ich glücklich weiter lebe etc.
Dann geht es mir für eine Weile besser.
Man nennt es wohl die "Macht der Gedanken". Es ist im Prinzip unser freier Wille, was wir denken. Und die Gedanken beeinflussen unsere Stimmung, unseren Körper, unser Gefühl.
Es ist, wie meine Freundin (lange vor seinem Tod) einmal sagte:
Ich entscheide selbst, ob ich mich morgens im Spiegel anlache oder heule.
Alles Gute,
Shakira
PS: Glaube mir, ich schreibe diese Sätze in der verzweifelten Hoffnung, ich möge sie endlich selbst verinnerlichen. Je öfter ich es schreibe, desto mehr überzeuge ich mich selbst, so hoffe ich.
Die Trauer fällt einen manchmal an wie ein Tier .... nichts hilft.
Aber dennoch: die obigen Sätze gelten.
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