AW: der krebs tötet meine frau stückchenweise
Lieber Finnegan,
Selbstmitleid ist OK. Es ist ja auch genug zu bemitleiden.
Solange es Dir nicht die letzte Kraft raubt, ihr bei Seite zu stehen, darfst Du auch die Trauer um Dich und Deine zerstörten Träume zulassen.
Deine Schilderung ist sehr plastisch- eine gute Fähigkeit, die uns hilft zu empfinden, wie es Dir geht.
Ihr werdet diesen letzten Weg gemeinsam gehen... vielleicht kriechen, aber Du wirst sie nicht alleine lassen.
Und danach wirst Du funktionieren. Funktionieren für die Kinder, für die Firma, die Menschen, die von Dir abhängig sind. Denke nicht drüber nach - es bringt nichts. Steh einfach Tag für Tag durch.
Es wird leichter, irgendwann. Dann wirst Du stolz sein, dass Du bei ihr warst und dankbar, dass sie nun frei ist. Wirst Deine Kinder mit Freude sehen und wirst das Leben wieder entdecken. Es dauert, aber es wird so sein.
Wie gesagt, Tag für Tag, Schritt für Schritt, das Nötigste.
Und nimm Dir jede Hilfe, jeden Trost, den Du bekommen kannst. Alles was Kraft gibt, jeder, der dir was abnehmen kann, nutze es.
Du bist der Marschall in dieser Schlacht, das kann sie nicht auch noch sein. Setz deine "Truppen" so ein, dass der Rückzug geordnet gelingt. Verlasst das Schlachtfeld und sucht die stille Wiese, wo sie gehen kann.
Wir hören Dir zu
martina
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