
03.09.2007, 21:18
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AW: HPV-Impfung?
Hallo Sonja,
Die Fragen/Angaben zur HPV-Impfung:
1.Wie steht Ihr zu der neuen Impfung gegen HPV (Viren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können), die jetzt auf den Markt gekommen ist?
Laßt Ihr Euch dagegen impfen?
2. Ich bin 29 Jahre alt und somit an der Grenze (wenn auch schon 4 Jahre drüber)!
Mein Gyn hat mich zur HPV-Bestimmung geschickt. Zu einer Fleischhackerfrau, um genau zu sein, die brutal in mir herumgestierlt hat. Als sie mich dann fragte, ob ich Schmerzen hätte, weil ich zur HPV-Bestimmung komme, antwortete ich nur: "Na jetzt schon" .
Heute ist der Befund gekommen und ich bin HPV-frei, bin in festen Händen und habe nicht vor, meinen Partner zu wechseln...
Ich finde auch, daß man die Impfung machen soll, weils eine tolle Sache ist. Ich möchte mich aber nicht SCHON WIEDER mit irgendwas chemischen vollstopfen lassen, deshalb zweifle ich dran noch ein bißl. Aber ich glaub, ich werds machen! ODER???
3. Macht Ihr die Impfung?
Die meisten ÄrztInnen raten mir dazu, auch wenn ich nicht mehr in die Gruppe falle. Sie sind der Meinung, daß das jede machen soll, die ein schwaches Immunsystem hat, egal wie alt man ist.
habe ich heute dem Leitenden Arzt der Gynäkologie des UniversitätsSpitals in Zürich vorgelegt. PD Dr. Mathias Fehr erklärt:
"Die Schutzwirkung der HPV-Impfung ist vor dem ersten Geschlechtsverkehr am grössten. Einen gewissen, jedoch nicht sicheren Schutz vor einer Infektion bieten Kondome. Die Papillomaviren, von denen es über 100 Typen gibt, werden sexuell übertragen. Eine Impfung schützt in erster Linie vor der Infektion mit den beiden häufigsten Hochrisikotypen HPV16 und 18 und beugt damit der Entstehung des Zervixkarzinoms und dessen Krebsvorstufen vor. Zusätzlich schützt die Impfung vor den Warzen-verursachenden Viren HPV 6 und 11.
Sollten sich im Genitaltrakt bereits solche Typen eingenistet haben, die zu Krebsvorstufen führen können, dann nützt die Impfung nach heutigem Wissen nichts mehr. Andernfalls ist ihre Schutzwirkung sehr hoch, wie Studien während knapp fünf Jahren gezeigt haben.
Leider gibt es noch keinen brauchbaren Test, mit dem bei Frauen vor der Impfung nach den gefährlichsten Papillomaviren gesucht werden kann. Der übliche HPV-Test im Anschluss an einen vaginalen Abstrich gibt nur eine Momentanaufnahme wider. Bei negativem Resultat kann eine frühere oder zukünftige Infektion nicht ausgeschlossen werden.
Nicht der gefürchtete Gebärmutterhalskrebs ist besonders häufig, sondern die ebenfalls durch HPV-bedingten Krebsvorstufen (sie lassen sich bei etwa 6 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens nachweisen), die an Gebärmutterhals, Vagina, Vulva und Anus (auch bei Männern) auftreten können. Sie alle müssen chirurgisch entfernt oder mit Laser behandelt werden.
Wichtig: eine Impfung gegen HPV kann Gebärmutterhalskrebs reduzieren oder gar verhindern.
Zwar wirkt die Immunisierung mit den Impfstoffen gegen die Papillomaviren nur vorbeugend. Die Untersuchungen mit einem Abstrich vom Gebärmutterhals beim Frauenarzt werden auch in Zukunft nicht ersetzt werden können, um andere für die Krebsentstehung verantwortlichen HPV-Typen frühzeitig zu erkennen.
Also wird eine Frau mit einer geringen Wahrscheinlichkeit, dass sie schon mit diesen Virus-Typen in Kontakt gekommen ist, von der Impfung profitieren. Bei einer Frau mit mehreren früheren Sexualpartnern ist jedoch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie mit diesen Viren in Kontakt kam und somit der Nutzen einer prophylaktischen Impfung klein ist."
Ich hoffe, diese Angaben helfen bei der Entscheidung "impfen gegen HPV, ja oder nein?" weiter,
siehe auch den Link zu Gebärmutterhalskrebs und HPV-Impfung:
http://www.brustkrebsverlauf.info/ph...opic.php?t=121
Liebe Grüsse und alles Gute!
Erika Rusterholz
Geändert von Erika Rusterholz (04.09.2007 um 08:17 Uhr)
Grund: Link geändert
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