AW: Meine Mutter liegt im künstlichen Koma
Hallo Martina ,
danke für deine Worte aber ich mache mir leider Vorwürfe und ich denke das würde jeder machen in meiner Situatiuon . Dann erzähle ich mal ein wenig von uns . Also ich bin 37 Jahre alt und meine Mutter 61 . Ich wohne noch immer zuhause bei ihr da in den letzten Jahren immer wieder Sachen passierten die verhinderten dass ich auszog . Zuerst war es das schlechte Verhältnis zwischen meiner Mutter und meinem Vater weshalb ich da blieb . Dann nahmen wir einen Hund auf dem ich versprochen hatte dass ich ihn bis in den Tod begleiten würde wenn nicht meine Traumfrau auftauchen würde . Nun , die ist bis heute noch nicht aufgetaucht und so begleitete ich ihn bis zum bitteren Moment am 27.12 06 , was ein harter Schlag für die ganze Familie war . Meine Mutter hatte auch schon 2001 einen Rachenkrebs und ich unterstützte sie so gut ich konnte , von da an kümmerte sich mein Vater auch mehr um meine Mutter . Allerdings hatte sie soviel Angst vor dem Krebs und der Behandlung dass sie damals mit Beruhigungspillen ruhig gestellt wurde . Sie wurde abhängig davon , naja , sie war dadurch besser gelaunt und energischer als vorher und nahm auch einige kilo zu was damals sehr wichtig war . Sie wehrte sich auch mehr gegen meinen Vater der sie immer unterdrückte und ab einem gewissen Zeitpunkt herrschte nur noch Krieg zwischen beiden . Trennen wollten sie sich allerdings auch nicht . Nun machte mein Vater am 07.02.07 Selbstmord und erhängte sich in unserer Garage . Das war natürlich ein unheimlicher Schock für meine Mutter und mich . Irgenwie rauften wir uns zusammen und sie ging auch in eine Klinik um ihre Tabletten abzusetzen , dort wurde sie auch komplett durchgecheckt und keiner machte auch nur eine Andeutung dass Gefahr zu einem erneuten Krebs bestehen würde . Das absetzen der Pillen gelang auch und in den folgenden Monaten fasste sie wieder neuen Mut und lebte wieder auf . Bei mir ging die Achillessehne kaputt und musste operiert werden wo ich dann natürlich öfters zuhause war , da es meiner Mutter nun besser ging redete ich mit ihr und sagte zu ihr dass ich nun endlich alleine Leben würde und gerne mein eigenes Leben machen würde . Sie akzeptierte das nicht und im nachhinein sage ich mir auch dass es dafür zu früh war . Wir stritten des öfteren darüber und am Anfang als sie sich übergab dachte ich noch dass sie Theater spielen würde damit ich Mitleid verspüren solle . Aber ich lag ja so falsch damit . Übrigens sind wir nicht aus Deutschland sondern aus Luxemburg . Nun verzweifele ich dass ich sie auch noch womöglich verlieren könnte , dann habe ich innerhalb eines Jahres meinen geliebten Hund , meine Vater und meine Mutter verloren , mit der ich eine ganz besondere Verbindung habe durch den ewigen Streit mit meinem Vater . So ab dem 13 Lebenjahr war ich ihr Beschützer wenn mein Vater Nachts dazu neigte agressiv zu werden , es kam nicht oft vor , aber wenn dann ging ich immer dazwischen . Dadurch wurde sie auch meine wirklich einzige Bezugsperson und wir standen immer alle Probleme gemeinsam durch . Wenn es nun wirklich zum Supergau kommen wird dann weiss ich nicht mehr weiter und weiss auch nicht was dann mit mir geschehen wird .
Daniel
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