AW: Meine Mutter liegt im künstlichen Koma
Lieber Daniel,
wirklich eine schwierige Entscheidung. Wenn sie aus dem Koma aufwachen würde, bräuchte sie ja auch Zeit, sich zu orientieren, die neue Situation zu begreifen. Trotzdem denke ich, dass die Schmerzen nicht alleine ausschlaggebend sein dürfen, für Deine Entscheidung. Auch, dass Du Abschied nehmen willst, ist ein wichtiger Punkt dabei. Nenn es nicht egoistisch - es ist menschlich und liebevoll.
Du kennst Deine Mutter am besten. Hätte sie sich lieber dieser Herausforderung gestellt oder wäre sie lieber "eingeschlafen"? (Wobei ich nicht weiß, ob man das künstliche Koma mit Einschlafen gleichsetzen kann.)
Wegen der Beerdigung musst Du dir, glaube ich, weniger Sorgen machen. Da wirst Du aus dem Bauch raus richtig entscheiden. Sicher hat deine Mutter bei den Beerdigungen von Verwandten (Oma und Opa?) schon mal selbst entschieden, oder gesagt, was ihr gefallen hat. Daran kannst Du dich dann etwas orientieren. Wirklich wichtig ist es wohl nicht.
Wichtig sind die nächsten Stunden und Tage. Mach das, was momentan dran ist. Schritt für Schritt. Jeder Tag hat seine eigene Aufgabe. Jetzt sei bei ihr wenn Du kannst. Sie wird es sicher spüren. Man kann auch still Abschied nehmen.
Ich wünsch Dir viel Kraft
martina
|