AW: Hilfe bitte! Meine Mama hat Krebs :(
Hallo Dolo,
das ist echt zum heulen was du alles schreibst. Ich kann das so gut
nachvollziehen. Bei meiner Mama war es ähnlich.
Sie lief ca. 2 Jahre mit BK rum ( Aussage vom Lebensgefährten)
Ich wusste von nichts!
Als es nicht mehr anders ging und sie in Krankenhaus musste hat sie mich
angerufen und gebeten das ich mal vorbei komme.
Da wusste ich schon was los war.
Sie ist Ende August ins Krankenhaus gekommen und von da an ging das
Drama los. Jeden Tag neue Hiobsbotschaften. Immer neue Stellen wo
Krebs festgestellt worden ist. Im Krankenhaus hat sie aber immer noch mit
mir darüber gesprochen, aber dann ist sie ins Hospiz überwiesen worden, weil
sich ihr Zustand stetig verschlechtert hat und es auch garkeine Heilungschancen mehr gab.
Meine Mutter hat ihre Probleme immer schon mit sich selber ausgemacht.
Und so auch mit ihrer Krankheit. Im Hospiz hat sie immer gesagt hier bin ich
nur kurz- mach dir keine Sorgen.
Sie wollte alles was sie betraf auch nicht besprechen.
Jetzt ist sie seit 2 Wochen Tod. Und ich stehe vor einem riesen Scherbenhaufen und weiß nicht wie ich ihn bewältigen soll. Ich habe keine Bankvollmachten, keine Ahnung von irgend was.
Aber im Nachhinein denke ich jetzt manchmal wäre Mama nicht ins Krankenhaus gegangen und hätte diese blöde Bestrahlung und Chemo nicht
gemacht, würde sie vielleicht noch Leben.
Aber andersrum wäre sie früher zum Arzt gegangen würde sie vermutlich auch
noch Leben. Sie hat immer gesagt - was alleine kommt geht auch wieder.
Arztbesuche nur im äußersten Notfall.
Als Mama im Hospiz war habe ich aber akzeptiert wenn sie nicht sprechen wollte. Sie wollte wenn ich da war immer ein Stück Normalität erleben.
Und sich geborgen fühlen. Das weiß ich jetzt.
Es fällt einem sehr schwer, aber wenn man seine Mama liebt macht man es.
Ich habe jetzt sehr viel damit zu kämpfen, aber mein Trost ist das es Mama so wollte, denn sonst hätte sie mit mir gesprochen.
Ich habe sie bis in den Tod begleitet und ich habe ihr auch die Sorge um mich genommen und habe sie losgelassen. Erst dann hat sie ihre Ruhe gefunden.
Liebe DOLO ich kann dir nur den Tipp geben. Auch wenn es schwer fällt
sollte immer der Wille deiner Mutter höchste Priorität haben.
Versuche einfach ein Stück Normalität und Unbeschwertheit deiner Mutter
zu geben. Vielleicht ist es das was sie jetzt braucht. Sorgen und Ängste hat
sie momentan selber genug. Sie braucht nicht noch eure Ängste. Die Ängste
und Sorgen die du und deine Schwester haben, solltet ihr vielleicht versuchen unter euch zu besprechen. ( ich habe keine Geschwister - ich musste da alleine durch ). Vielleicht könnt ihr so die Schale deiner Mutter
knacken und sie spricht irgendwann mit einem von euch.
Gebt ihr ein Stück Alltag zurück. Und respektiert ihre Wünsche.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Durchhaltervermögen.
LG Simone
__________________
In Erinnerung an meine Mama
12.10.1946 - 05.11.2007
UND JETZT AUCH
In Erinnerung an meinen Papa
12.07.1946 - 02.08.2009
|