Hallo Ihr Lieben
jetzt habe ich noch eine Woche hier in Boltenhagen vor mir. Nach wie vor erhole ich mich bestens: Ich esse Mengen, die mir vor kurzem noch unschaffbar erschienen, schlafe ziemlich viel und werde zunehmend (im wahrsten Sinne des Wortes

) stabiler. Meine Spaziergänge werden immer ein bißchen länger, bei der Physiotherapie geht es merklich voran und ich werde immer zuversichtlicher, was meine körperliche Belastbarkeit anbelangt. Das tut der Seele soooooo gut.
In den letzten Tagen habe ich mich immer mehr mit Gedanken an die Zeit nach der AHB beschäftigt:
Zum einen habe ich viel über die noch ausstehende Bestrahlung nachgedacht. Es ist ja so, daß sie mir von Zweit- und Drittgutachtern empfohlen wurde, wegen des Zweifachmalignoms und weil niemand so genau sagen kann, wie sehr das Carboplatin dem Hodgkin zusetzt. Für alle Fälle sozusagen. Bis vor kurzem habe ich mich auch nicht getraut, auf irgendeinen Extra-Schlag gegen diesen Krebs zu verzichten. Aber inzwischen zweifle ich immer mehr am Sinn einer belastenden Therapie als Vorsichtsmaßnahme, zumal diese ja auch keine Garantie bieten kann. Da wegen meiner Eierstockkrebs-Chemo nichts Gezieltes gegen den Hodgkin unternommen wurde, sind ja auch noch alle Therapie-Optionen offen, falls er sich doch wieder rühren sollte.
Deshalb habe ich mit meinem Onkologen ein paar e-mails gewechselt und wir haben nun vereinbart, daß ich nach meiner Rückkehr ein Mammut-Abschlußstaging (für beide Krebse) bekomme. Sollte der Hodgkin sich weiterhin brav verhalten, wird es mit einem Watch and Wait weitergehen. Der Gedanke, daß ich möglicherweise meine neu aufkommenden Kräfte nicht gleich wieder für eine solche Therapie opfern muß, erleichtert mich sehr
Zum anderen ergibt sich daraus ein anderes Problem: Solange ich eine Chemo-oder Strahlentherapie mache, bezahlt die Krankenkasse unsere liebe Familienpflegerin. Wenn ich jetzt - worauf ich ja hoffe - doch keine Therapie dieser Art mehr benötige, müssen wir uns überlegen, wie wir weiterhin klarkommen, solange ich noch nicht wieder voll einsatzfähig bin. Meine Mutter kann ja auch nicht dauerhaft bei uns bleiben... Wir müssen also mal sehen...
Soweit der neueste "Lagebericht". Es grüßt Euch alle herzlich von einer sonnigen Ostseeküste
Eure Linnea